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Breitere Winterreifen = mehr Grip?????

Hey Leute,

ich habe auf meinem Corsa C 155er Winterreifen......

Ich frage mich aber, warum ich nur so dünne reifen habe??

breitere Reifen haben doch bei allen straßenverhältnissen auf jeden fall mehr grip, ODER???????

Warum habe ich dann nur 155er Winterreifen auf meinem Corsa??

Helft mir bei meiner Überlegung :D

Beste Antwort im Thema

Zitat:

Original geschrieben von downforze94

Weil Gewicht und Motorleistung mit denen gut übereinstimmen. Außer bei Aquaplaning gilt: je breiter, desto besser.

Ja besser ist es .... (es bleiben zu lassen!)

Außer #

bei Aquaplaning,

bei Schnee

bei Eis

beim Verbrauch

Beim Einkauf

bei der Höchstgeschwindigkeit

bei den Radlagern....

Mist ich weiß irgendwas habe ich vergessen......

haben die Breitreifen IMMER Vorteile

Aber ansonsten sind sie super die breiten Reifen

Gruß Alex

War das jetzt ne Fangfrage? - trollig!

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Zitat:

@Erwachsener schrieb am 4. November 2014 um 16:02:12 Uhr:

Zitat:

@martins42 schrieb am 4. November 2014 um 14:16:35 Uhr:

Dein "Fehler" ist, dass du von einem Idealmodell ausgehst, wo ein Reifen sich entsprechend Reifendruck und Last beliebig verformt. Da ist aber eine Grenze der lastbedingten Abflachung dadurch gesetzt, dass die Innnenseite der Laufläche irgendwann auf der Felge aufsetzt. Weiterhin wird das Verformungsverhalten der Reifen nicht nur vom Luftdruck bestimmt, sondern auch von der konstruktiven Karkassensteifigkeit.

Weiteres Problem ist, dass der Reifendruck eine beliebig manipulierbare Variable ist. Zur Veranschaulichung einfach einen schmalen Reifen mit - sagen wir - 6Bar betrachten. Aufstandsfläche ist relativ schmal, aber Länge der Fläche eben auch, der gibt unter Last fast nicht mehr nach. Die Fläche reduziert sich da zu einer schmalen Linie mit fast 0 Ausdehnung. Im Gegensatz dazu einen Breitreifen mit nur - angenommen . 1Bar , der fast platt einen riesigen Flatschen auf die Straße bringt.

(Wobei man das Spiel auch umdrehen kann.)

Es geht schon weiter mit dem Mist: Du versuchst abzulenken, indem du über lauter Extremfälle sprichst. Aufsetzen auf die Felge oder 6 bar Druck - vergiß das doch mal!

Es geht um den konkreten Vergleich zwischen einem Standardreifen und einem für das gleiche Fahrzeug zugelassenen Breitreifen, beide jeweils auf dem gleichen Fahrzeug montiert und mit demselben Reifeninnendruck. Kann es denn bitte mal bei GENAU diesem Szenario bleiben?

OK, OK, ich mache noch einen vierten Versuch. Ganz real: Ich nehme ein Standard-Rad 185/65 R15, blase es auf 2,8 bar auf, schraube es an die Vorderachse und lasse den Wagen runter, Radlast sagen wir 400 kg (korrekter natürlich 4 kN, das lassen wir der Einfachheit halber mal weg). Es ergibt sich Aufstandfläche A1.

Jetzt nehme ich die Karre wieder hoch, schraube 215/45 R17 drauf, gleiche 2,8 bar Reifendruck. Und lasse runter. Selbe Last, 400 kg. Es ergibt sich Aufstandfläche A2.

Druck ist Kraft pro Fläche. In beiden Fällen haben wir denselben Druck und die dieselbe Kraft. Was passiert also mit der Fläche?

Nein, du verstehst es nicht, weil du physikalische Überlegungen unter falschen Voraussetzungen machst.

Das Beispiel mit den extremen Luftdrücken diente nur dazu dir klar zu machen, dass du mindestens eine Variable im Spiel hast, die deine Verformungsbetrachtung als übervereinfacht klar stellt. Und es sind eben noch mehr Variable (Karkasse, Gürtel, Profilsteifheit etc). Die Notwendige Kraft für die Verformung ergibt sich eben NICHT nur aus dem Reifenluftdruck und der Reifenluftdruck ist keine Konstante.

Und wie kommst du auf die Idee, dass man diese unterschiedlichen Reifenbreiten auf demselben Fahrzeug mit demselben Luftdruck fahren würde? Da liegt doch schon der Hase im Pfeffer.

Ich weiß auch nicht, warum du meinst dich mit deiner übersimplifizierten Milchmädchen-Physik durchsetzen zu können, wo die "Empirik" deine Schlussfolgerungen schon ad absurdum führt. (Nochmal: Vergleich Bremswerte, Geschwindigkeit Kreisbahn etc desselben Fahrzeugs mit verschiedenen Reifenbreiten.)

Da überschreitet die Beharrlichkeit schon die Grenzen der Sturheit in Richtung Dummheit.

Ja, die Physik lässt sich nicht bescheissen. Aber dafür muss man sie auch der Problemstellung angemessen vollständig verstehen und anwenden. Und da bist du mit deinem Modell weit von entfernt.

PS: Hier mal ein Beispiel für das reale Verformungsverhalten (Änderung der Aufstandsfläche) in Abhängigkeit von Last und Luftdruck.

http://proceedings.esri.com/.../v0703.html

Zitat:

@Erwachsener schrieb am 4. November 2014 um 16:02:12 Uhr:

Zitat:

@martins42 schrieb am 4. November 2014 um 14:16:35 Uhr:

Dein "Fehler" ist, dass du von einem Idealmodell ausgehst, wo ein Reifen sich entsprechend Reifendruck und Last beliebig verformt. Da ist aber eine Grenze der lastbedingten Abflachung dadurch gesetzt, dass die Innnenseite der Laufläche irgendwann auf der Felge aufsetzt. Weiterhin wird das Verformungsverhalten der Reifen nicht nur vom Luftdruck bestimmt, sondern auch von der konstruktiven Karkassensteifigkeit.

Weiteres Problem ist, dass der Reifendruck eine beliebig manipulierbare Variable ist. Zur Veranschaulichung einfach einen schmalen Reifen mit - sagen wir - 6Bar betrachten. Aufstandsfläche ist relativ schmal, aber Länge der Fläche eben auch, der gibt unter Last fast nicht mehr nach. Die Fläche reduziert sich da zu einer schmalen Linie mit fast 0 Ausdehnung. Im Gegensatz dazu einen Breitreifen mit nur - angenommen . 1Bar , der fast platt einen riesigen Flatschen auf die Straße bringt.

(Wobei man das Spiel auch umdrehen kann.)

Es geht schon weiter mit dem Mist: Du versuchst abzulenken, indem du über lauter Extremfälle sprichst. Aufsetzen auf die Felge oder 6 bar Druck - vergiß das doch mal!

Es geht um den konkreten Vergleich zwischen einem Standardreifen und einem für das gleiche Fahrzeug zugelassenen Breitreifen, beide jeweils auf dem gleichen Fahrzeug montiert und mit demselben Reifeninnendruck. Kann es denn bitte mal bei GENAU diesem Szenario bleiben?

OK, OK, ich mache noch einen vierten Versuch. Ganz real: Ich nehme ein Standard-Rad 185/65 R15, blase es auf 2,8 bar auf, schraube es an die Vorderachse und lasse den Wagen runter, Radlast sagen wir 400 kg (korrekter natürlich 4 kN, das lassen wir der Einfachheit halber mal weg). Es ergibt sich Aufstandfläche A1.

Jetzt nehme ich die Karre wieder hoch, schraube 215/45 R17 drauf, gleiche 2,8 bar Reifendruck. Und lasse runter. Selbe Last, 400 kg. Es ergibt sich Aufstandfläche A2.

Druck ist Kraft pro Fläche. In beiden Fällen haben wir denselben Druck und die dieselbe Kraft. Was passiert also mit der Fläche?

NEIN, das stimmt nicht. Jetzt nehmen wir mal anstatt dem 215er einen 255er Reifen. Jetzt liegen die Reifenbreiten etwas weiter auseinander und man lässt sich optisch vom "gequatsche" des 185er nicht mehr täuschen. Ist der 255er auch so breit wie der 185er bei gleichen Testumständen wie bei deinem 215er???

Zitat:

@Erwachsener schrieb am 4. November 2014 um 16:02:12 Uhr:

...

Druck ist Kraft pro Fläche. In beiden Fällen haben wir denselben Druck und die dieselbe Kraft. Was passiert also mit der Fläche?

Der Latsch des "Breitreifens" wird wahrscheinlich breiter sein, dafür aber kürzer.

Ähnlich wie auf diesem Bildchen hier von Dunlop.

Diese Proportionsänderung ist wohl von allen Beteiligten unbestritten, die Frage ist nur, wie viel Latsch nun absolut (Fläche) entsteht. Der Theorie vom Erwachsenen folgend wäre der immer identisch.

Dem Dunlop-Bildchen folgend wäre der Latsch beim Breitreifen sogar kleiner (falls da überhaupt dasselbe Fahrzeug drauf steht, der Kontext von dem Bild wäre ganz nett).

Und trotzdem übertragen Breitreifen - selbst bei ansonstem, von der Breite/Querschnitt abgesehen, selben Reifen - in Praxistests höhere Kräfte, sowohl längs als auch quer.

Und nu? ;)

Zitat:

@B4ABC schrieb am 3. November 2014 um 23:09:07 Uhr:

Zitat:

 

Du hast den Erwachsenen mißverstanden, daher redest Du an ihm vorbei. Deine Forderungen nach Erklärungen ist fehl am Platzt, Lesekompetenz tut not. Du spricht vom Anpressdruck der Reifen auf die Straße, der Erwachsene meint den Reifeninnendruck. Du hast richtig gerechnet, seine Herleitung ist aber auch richtig.

Du hast berechnet:

- gegebene Reifenbreite und gegebene Länge der Aufstandsfläche

- daraus ergibt sich die Auflagefläche

- gegebenes Fahrzeuggewicht

- daraus ergibt sich der Anpreßdruck der Reifen auf die Straße

- dieser ist natürlich bei Breitreifen geringer als bei schmalen Pneus

Der Erwachsene meint folgendes:

- gegebenes Fahrzeuggewicht

- gegebener Reifeninnendruck, als gleich vorausgesetzt bei schmaler und breiter Bereifung

- die sich dabei einstellende Reifenaufstandfläche ist gleich, egal ob mit schmalen oder breiten Reifen.

Diesen Fakt hat Erwachsener einwandfrei hergeleitet - nicht mehr und nicht weniger. Er hat auch darauf hingewiesen, daß sich im tiefen Schnee oder Matsch diese Regeln ändern können, weil in solchen Verhältnissen der Reifeninnendruck nicht mehr allein die die Reifenaufstandsfläche bestimmende Größe ist. Da spielt dann auch Konsistenz, Tiefe usw. des weichen Untergrundes eine Rolle. Steht aber alles weiter oben, es ist müßig, es zu wiederholen. Nicht jeder hier kann oder will dies verstehen, aber er hat völlig recht. Und auch, wenn er nicht immer explizit von Reifeninnendruck geschrieben hat, sondern oft allgemein "Druck" schrieb, war durch den Zusammenhang eigentlich immer klar, was er meinte.

Ich persönlich halte es für gewagt, breiteren Reifen pauschal mehr "Grip" zuzusprechen. Überhaupt- was ist Grip? Haftung nach in Längs- oder in Querrichtung? Bei tiefem, flachem, lockerem, festem, trockenem, matschigem, salzigem Schnee? Bei Eis, im Regen, auf trockener Straße? Sowohl breite als auch schmale Pneus können, abhängig von den Bedingungen und dem Einsatzszenario, mal mehr und mal weniger Grip haben, relativ gesehen.

Ich habe ihn nicht missverstanden sondern die Rechnung bewusst gemacht damit klar wird wie die Aufstandsfläche die sich bei jedem Reifen ergibt zu Stande kommt.

"Erwachsener" hat auf den ersten Seiten irgendwo geschrieben, dass "Druck=Kraft/Fläche" ist und die Fläche ja gleich sein muss wenn die Kraft und der Druck gleich bleiben.

Genau das kann man auf einen Reifen so nicht direkt übertragen. Physikalisch hat er vollkommen recht, aaaaaaaaaber angenommen ich nehme einen Monstertruck Reifen und pumpe diesen mit 3 bar auf und belaste ihn mit 500 Kg.

Die Aufstandsfläche ist dann nicht die gleiche wie bei einem 185er nur weil Kraft (Gewicht : 9,81m/s²) von 500Kg und der Druck von 3 bar gleich sind. Es ist lediglich mehr LUFTMASSE im Reifen damit der Druck zustande kommt. Das hat er vermutlich nicht bedacht.

Nochmal: Du sprichst vom Anpressdruck auf die Straße, Erwachsener vom Druck im Reifen. Das sind zwei Paar Schuhe- und das ist das Mißverständnis. Du hast - im Gegensatz zu Deiner Aussage - auch nicht beschrieben, wie die Reifenaufstandsfäche zustandekommt, sondern hast die Flächen durch Breite und Länge bereits vorgegeben. Wie kommt diese Fläche denn zustande? Laß´ mich versuchen, es Dir durch eine Rechnung zu verdeutlichen.

gegeben:

- Gewichtskraft pro Rad F = 500 N

- Reifeninnendruck p= 2,5 bar = 2,5 * 10^5 N/m²

- Reifenbreite 1 b1 = 185 mm

- Reifenbreite 2 b2 = 225 mm

- Aufbau der Reifenkarkasse und Profil der Reifen sei aus Gründen der Vergleichbarkeit annähernd gleich und daher vernachlässigbar

gesucht:

- Reifenaufstandsfläche A

p = F/A --> A = F/p

A = 500 N/ (2,5 * 10^5 N/m²) = 0,002 m² = 2000 mm²

Du siehst, die Reifenbreite hat mit der Berechnung der Reifenaufstandsfläche nichts zu tun. Die Aufstandsfläche ist unabhängig von der Reifenbreite. Der einzige Unterschied bei breiteren Reifen ist die geringere Länge der Reifenaufstandsfläche:

A = l * b --> l = b/A

Das wirst Du selbst berechnen können. Wie es der Zufall will, gibt es zu diesem Thema einen eigenen Wikipediaartikel. Hätte ich mir die Arbeit sparen können. Wer also der Stimme der Physik in diesem Forum nicht glaubt, vertraut vielleicht dem Onlinelexikon.

Zitat:

@martins42 schrieb am 4. November 2014 um 16:13:23 Uhr:

PS: Hier mal ein Beispiel für das reale Verformungsverhalten (Änderung der Aufstandsfläche) in Abhängigkeit von Last und Luftdruck.

http://proceedings.esri.com/.../v0703.html

Schade. In dem Papier wird nur die Digitalisierung von Reifenabdrücken diskutiert, nicht die Meßergebnisse an sich.

Zitat:

@Elk_EN schrieb am 4. November 2014 um 16:57:30 Uhr:

Zitat:

@Erwachsener schrieb am 4. November 2014 um 16:02:12 Uhr:

...

Druck ist Kraft pro Fläche. In beiden Fällen haben wir denselben Druck und die dieselbe Kraft. Was passiert also mit der Fläche?

Der Latsch des "Breitreifens" wird wahrscheinlich breiter sein, dafür aber kürzer.

Ähnlich wie auf diesem Bildchen hier von Dunlop.

Danke.

Das sieht genauso aus, wie ich es ungefähr seit der Steinzeit sage. Die Fläche ist beim Breitreifen einfach nur anders geformt (breiter).

Daß sie hier sogar kleiner ist, liegt wohl daran, daß der Breitreifen mit höherem Innendruck gefahren wurde.

Auch bei Wikipedia steht dort nur die übersimplifizierte Basistheorie zur Berechnung der Aufstandsfläche. Es gibt übrigens keinen Grund Wikipedia und schon gar nicht sonstigen Wikis/Blogs/Web-Artikeln blind zu vertrauen, da sind genug Fehler drin.

 

@ghost Wenn du geneigt bist, diese simple Formel in dem Wiki-Artikel für eine vollständige Beschreibung der realen Physik zu halten, dann zeige uns halt, wie diese erklärt, dass Breitreifen mit im Vergleich zur Normalbereifung gleicher Bauart auf demselben Fahrzeug trotzdem höhere Kräfte übertragen.

Wenn die Aufstandsfläche gleich wäre, wäre das Ergebnis reichlich unphysikalisch.

Ist denn die oft gehörte Aussage, ein breiterer Reifen hätte per se besseren Grip, tatsächlich belastbar?

Was für Reifen fahren noch mal Rallyefahrzeuge?

Und jetzt nicht "Formel 1" rufen. Ganz andere Baustelle. Dort sind die Reifen so groß, weil sie mit extrem niedrigem Druck gefahren werden. Der niedrige Druck und die daraus resultierend große Aufstandfläche ist zusammen mit der Erwärmung (durch die große Walkarbeit) für den Grip verantwortlich.

Wie ich vor gefühlt 1.000 Beiträgen schon schrieb: Wer mehr Fläche haben will, muß den Druck senken.

Zitat:

@Erwachsener schrieb am 4. November 2014 um 17:46:26 Uhr:

Zitat:

@martins42 schrieb am 4. November 2014 um 16:13:23 Uhr:

PS: Hier mal ein Beispiel für das reale Verformungsverhalten (Änderung der Aufstandsfläche) in Abhängigkeit von Last und Luftdruck.

http://proceedings.esri.com/.../v0703.html

Scahde. In dem Papier wird nur die Digitalisierung von Reifenabdrücken diskutiert, nicht die Meßergebnisse an sich.

Wenn man sich ein wenig Mühe gibt, kann man aus dem resultierenden Diagramm einiges ablesen. Zugebener Maßen schwierig, weil 3D-Projektion, geht aber.

Unter anderem eben, dass die Aufstandsfläche weder vom Reifendruck noch von der Last direkt (umgekehrt)proportional abhängig ist. Beides sind aber Folgerungen dieser einfachen

A = F/p

Formel.

Zitat:

@Erwachsener schrieb am 4. November 2014 um 18:00:54 Uhr:

Ist denn die oft gehörte Aussage, ein breiterer Reifen hätte per se besseren Grip, tatsächlich belastbar?

[...]

Definiere "per se"! Heutzutage auf trockenen und nassem Asphalt (ohne Aquaplaning) ein definitives "Ja". Die Messergebnisse zeigen nichts anderes.

Auf losem Untergrund sieht die Situation anders aus, weswegen der Vergleich mit Rallye-Fahrzeugen nicht zielführend ist, aber die Brücke zur Wintersituation schlagen kann. Wobei da eben die Frage ist, wie man Winter heutzutage für sich selber definiert. Letzten Winter waren die Winterreifen trotz Mittelgebirgslage für mich fast überflüssig.

Übrigens fahren auch Rallye-Fahrzeuge auf den Asphalt-Passagen auf ziemlichen Puschen rum.

http://www.rallye-magazin.de/.../csm_news_nat_20090807_a1eabc4a92.jpg

http://www.racing-history.de/.../ampnet_photo_20131025_069890.jpg

Noch mal zu Wikipedia. Der Artikel sollte ja einiges erklären.

Diese Anmerkung ist natürlich wichtig: "Mit der vereinfachten Annahme, dass kein Anteil der Radlast über die Reifenflanken an die Fahrbahn übertragen wird ..." Die Eigensteifigkeit des Materials von Lauffläche und Seitenwänden ist natürlich gegeben, und sie "unterstützt" den Innendruck (verkleinert also die Aufstandfläche). Die Last muß immerhin ein Stück Lauffläche geradedrücken und die Seitenwände entsprechend verformen. Nur, wie hoch ist denn dieser Kraftanteil wirklich?

Das ist doch eben das Funktionsprinzip des Luftreifens, daß das Material an sich keine tragende Funktion hat. Wieviel Last verträgt ein leerer Reifen? Das Eigengewicht des abgeschraubten Rads hält er sicher, aber mehr als 25 kg drauf wohl nicht. (Nein, wir reden hier nicht über Runflat-Reifen). Ein PKW-Rad muß aber 300-400 kg tragen. Sprich, Material und Konstruktion werden das Verhältnis zwischen Last, Druck und Aufstandfläche gemäß Formel zu maximal 10 % verändern. Der Eigensteifigkeitsunterschied nun, der aus der unterschiedlichen Flankenhöhe und Laufflächenbreite von Normal- und Breitreifen resultiert, dürfte sich im Bereich von vielleicht 20-30 % bewegen. Macht insgesamt also einen Einfluß von 2-3 %.

Das ist völlig vernachlässigbar.

Ich sag's zum fünften Mal: Fläche ist Last/Druck.

Zitat:

@martins42 schrieb am 4. November 2014 um 18:07:44 Uhr:

Zitat:

@Erwachsener schrieb am 4. November 2014 um 18:00:54 Uhr:

Ist denn die oft gehörte Aussage, ein breiterer Reifen hätte per se besseren Grip, tatsächlich belastbar?

[...]

Definiere "per se"! Heutzutage auf trockenen und nassem Asphalt (ohne Aquaplaning) ein definitives "Ja". Die Messergebnisse zeigen nichts anderes.

Ergibt sich die einzige eigentlich interessante Frage: Wenn ja, warum ist das so? Die Aufstandfläche ist gleich groß (bei gleichem Fahrzeug und gleichem Reifeninnendruck). Es muß also dynamische Einflüsse geben, bei denen sich die Form der Aufstandfläche auswirkt. Oder andere konstruktive Merkmale wie die höhere Querlast von Niederquerschnitten.

Zitat:

@martins42 schrieb am 4. November 2014 um 18:03:16 Uhr:

Wenn man sich ein wenig Mühe gibt, kann man aus dem resultierenden Diagramm einiges ablesen. Zugebener Maßen schwierig, weil 3D-Projektion, geht aber.

Unter anderem eben, dass die Aufstandsfläche weder vom Reifendruck noch von der Last direkt (umgekehrt)proportional abhängig ist. Beides sind aber Folgerungen dieser einfachen

A = F/p Formel.

Ah ja. Vorhin war die 3D-Grafik wohl noch nicht geladen.

Aber entschuldige, die propoprtionale Flächenzunahme bei Lastzunahme und Druckabnahme ist ja wohl eindeutig erkennbar. Nur die Extremwerte fallen aus dem Schema, die Fläche bei sehr hohem Druck ist sozusagen "zu groß". Das ist bei Forstwirtschaftsreifen mit hohen Stollen auch erklärlich - die Steifigkeit der Stollen ändert sich durch den Reifendruck ja nicht mit, und bei sehr hartem Rad (hohem Druck) werden sie stärker breitgedrückt als der Reifen an sich (mindern also ganz nebenbei den Bodendruck).

Was aus dem Diagramm auch nicht hervorgeht, ist der Einfluß des Reifentyps (also z. B. der Breite). Vermutlich gibt es aber für Forstmaschinen auch nur eine vorgeschriebene Dimension.

Zitat:

@martins42 schrieb am 4. November 2014 um 17:50:16 Uhr:

Auch bei Wikipedia steht dort nur die übersimplifizierte Basistheorie zur Berechnung der Aufstandsfläche. Es gibt übrigens keinen Grund Wikipedia und schon gar nicht sonstigen Wikis/Blogs/Web-Artikeln blind zu vertrauen, da sind genug Fehler drin.

Genau deshalb habe ich die Rechnung erst durchgeführt und dann nach einem Wikipedia-Artikel gesucht, der zufälligerweise meine Rechnung bestätigte. Die Berechnung mag simpel sein- aber um zu zeigen, daß bei bauähnlichen Reifen die Breite für die Berechnung der Aufstandsfläche nicht relevant ist, halte ich sie für ausreichend. Wenn Du Zweifel hast, dann führe diese doch bitte aus und begründe sie, statt Dich auf Allgemeinplätze wie "übersimplifiziert" und "blind zu vertrauen" zurückzuziehen. Im Übrigen halte ich die Beiträge vom Erwachsenen - z.B. genau den vorhergehenden - in dieser Frage für qualifiziert, mehr dazu zu schreiben wäre doppelte Arbeit und daher vergebliche Mühe.

 

Zitat:

@martins42 schrieb am 4. November 2014 um 17:50:16 Uhr:

@ghost Wenn du geneigt bist, diese simple Formel in dem Wiki-Artikel für eine vollständige Beschreibung der realen Physik zu halten, dann zeige uns halt, wie diese erklärt, dass Breitreifen mit im Vergleich zur Normalbereifung gleicher Bauart auf demselben Fahrzeug trotzdem höhere Kräfte übertragen.

Wenn die Aufstandsfläche gleich wäre, wäre das Ergebnis reichlich unphysikalisch.

Jungs- bitte erst lesen, dann posten. Ich könnte mein Leben damit verbringen, zu wiederholen, was ich geschrieben habe, weil schlicht nicht richtig gelesen wird und die daraus resultierenden Fragen nichts mit meinen Beiträgen zu tun haben. Was soll das? Ich habe nirgendwo geschrieben, daß ich geneigt sei, diese Formel für die vollständige Beschreibung der überaus komplexen Physik des Zusammenspiels zwischen Reifen und Straße (Kräfteübertragung) zu halten. Ich habe lediglich erklärt, wie sich die Aufstandsfläche errechnet, um zweierlei aufzuzeigen:

1. Daß des Users B4ABCs Beiträge in dieser Hinsicht schlicht Fehlinformationen sind, eben weil er diese Fläche entgegen seiner Behauptung überhaupt nicht berechnet, sondern vorgegeben hat.

2. Daß bei bauähnlichen Reifen die Breite... usw. usf. s.o.

Mag meine Betrachtung vereinfachend sein, zur Klärung dieser beiden Punkte ist sie hinreichend.

Zur Haftung schrieb ich weiter oben im Thread: "Ich persönlich halte es für gewagt, breiteren Reifen pauschal mehr "Grip" zuzusprechen. Überhaupt- was ist Grip? Haftung in Längs- oder in Querrichtung? Bei tiefem, flachem, lockerem, festem, trockenem, matschigem, salzigem Schnee? Bei Eis, im Regen, auf trockener Straße? Sowohl breite als auch schmale Pneus können, abhängig von den Bedingungen und dem Einsatzszenario, mal mehr und mal weniger Grip haben, relativ gesehen."

Kann gut sein, daß ein breiter Reifen in vielen oder sogar den meisten Situationen mehr Grip bietet. Wenn der Untergrund jedoch einen hohen Anpressdruck erfordert (kann bei losen Untergründen oder Neuschnee der Fall sein), wählt man einen schmalen Reifen. Ein Allroundreifen muß ein Kompromiss sein- auch im Hinblick auf die Breite. Gerade die Reifenentwicklung ist ein von Zielkonflikten geprägtes Feld, in welchem schwarz-weiß-Denken á la "je breiter, desto grippiger" keinen Platz hat. Wenn ein Reifenhersteller mit dieser pauschalen Formel hausieren ginge, hätte dies schon ein Gschmäckle- schließlich geht es jedem kommerziellen Unternehmen stets um unser aller Geld.

 

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