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Bischen OT: Popcorn und E-Mobilität

Themenstarteram 13. Oktober 2013 um 15:52

Wer ein bischen Zeit über und technisches Interesse hat, möge sich mal diesen Vortrag (36 Minuten) anhören.

Er geht zwar eigentlich um Autos, aber ich denke, das wird auch den Motorradmarkt betreffen.

Die Zukunft hat schon begonnen...

Beste Antwort im Thema

So, jetzt habe ich den Film auch gesehen.

Muß Tesla ja ganz gut bezahlt haben, den Typen...

Ich bezweifle nicht, dass es technisch möglich ist, innerhalb der nächsten 10 Jahre Elektroautos herzustellen, die in Punkto Fahrverhalten, Reichweite und Preis mit einem heutigen Golf mithalten können, wenn nicht sogar besser sind.

Aber ich glaube trotzdem nicht, dass das die beste Möglichkeit ist. Da bleibe ich bei den Erdgasautos.

Dass Elektromobilität sich zumindest in den derzeitigen politischen Rahmenbedingungen nicht in großem Rahmen durchsetzen wird, liegt insbesondere am Infrastrukturproblem.

Ich habe das irgendwo hier im Forum schonmal geschrieben aber ich wieder hole es an dieser Stelle nochmal:

Ich wohne in einer größeren Mehrfamilienhaus-Wohnanlage.

Ich schätze mal 80 Wohneinheiten.

Unterm Haus befindet sich eine Tiefgarage mit ungefähr 100 Stellplätzen.

In der Tiefgarage befindet sich eine 230V Steckdose. Allgemeinstrom für den Hausmeister.

Wenn ich jetzt ein Elektroauto haben wollte, hätte ich die Wahl, den Eimer vorm Küchenfenster auf dem Gehweg zu parken und das Stromkabel aus dem Fenster zu hängen oder einen Kampf gegen die Hausverwaltung zu führen um meinen provaten Stromanschluß in die Tiefgarage legen zu lassen.

Da die Hausverwaltung nicht blöd ist, wird sie natürlich nein sagen. Sonst könnte ja jeder Mieter plötzlich mit Sonderwünschen ankommen.

Selbst, wenn die Hausverwaltung mir meinen Anschluß jetzt erlaubt und der Typ aus dem Vortrag hat ansatzweise recht, dann sind in 10 Jahren 75% der Autos Elektrofahrzeuge.

Das hieße, in unserer Tiefgarage würden sich 75 Elektroautos mit zugehörigen Ladestationen befinden.

Da sich dann jeder eine Ladestation an seinen Platz hängt, muß das Stromnetz entsprechend ausgeführt sein.

Der Einfachheit halber bekommt jeder eine 16A Drehstromsteckdose. Das sind 11kW.

Also befindet sich in der Garage eine Anschlußleistung von 825kW. Das ist eine Menge.

Auf Schnellladestationen und solche Schwerze verzichte ich in meiner Überlegung jetzt mal. Dann wirds noch abenteuerlicher.

Von Wohnanlagen wie der, in der ich wohne gibt es jede Menge.

Eine Siedlung aus Einfamilienhäusern dürfte aber ungefähr die gleichen Randbedingungen haben.

Wenn ich eine Tiefgarage wie unsere, eine Wohnsiedlung, ein Parkhaus oder was auch immer mit Ladestationen ausrüsten will, dann sind die Niederspannungsnetze (außer vielleicht in Gegenden, wo es früher viel Nachtspeicherheizung gab) hoffnungslos überfordert.

Überall ist die Rede vom Netzausbau im Bereich des Hochspannungsnetzes. Vom Netzausbau im Bereich des Mittel- und Niederspannungsnetzes habe ich noch nie gehört.

Das sind Faktoren, die von den Befürwortern der Elektromobilität nie erwähnt werden...

Ich fange jetzt nicht mit Absurditäten wie dem Gasthof in Kufstein an. Der hat garantiert nicht die Anschlußleistung um auch nur zwei Autos gleichzeitig zu laden.

Wenn man wirklich Elektromobilität durchsetzen will, dann muß die Politik auch in diesem Bereich tätig werden. Dann wirds aber wieder eine deutliche Verteuerung des Strompreises geben. Wahrscheinlich die E-Mobility-Umlage oder sowas.

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Also gibts die Dinger nur in NRW?

In Dunkeldeutschland hat RWE ja beispielsweise jetzt keine Präsenz.

Zitat:

Original geschrieben von Lewellyn

Wenn Du einen Renault Zoe kaufst, musst Du eine RWE-Ladestation dazu nehmen. Kannst Du das nicht oder willst das nicht, kriegst Du keinen.

Interessante Verkaufsstrategie...

Interessante Verkaufs(verhinderungs)strategie...

Das Ding möchtem ich bei 30 cm Schnee sehen.

M.M.

am 15. Oktober 2013 um 17:41

Auch wenn ich die zeitliche Entwicklung nicht so optimistische wie der Herr Thomsen sehe, so hoffe ich insgeheim, dass er recht hat. Ich kenne die unglaubliche Dynamik von Elektroantrieben von meinem Job her und würde mir sofort ein Elektrofahrzeug kaufen, wenn es konkurrenzfähig ist. Und das sowohl zwei als auch vierrädrig.

Mal sehen ob er recht hat. Ich habe den Timer angestellt :)

P.S.: Habe mal ein Danke für den Thread hier abgegeben. Der Vortrag ist es auf jeden Fall wert, auch wenn ich nicht alles teile, was er da gesagt hat.

Themenstarteram 15. Oktober 2013 um 17:43

Nicht verwechseln mit dem Renault Twizzy. Der Zoe ist ein Auto in Polo-Größe zum Golfpreis + Batterieleasing.

Keine Ahnung, wie das in DD geht. Vermutlich ist das Dingen intelligent mit Durchleitungsverrechnung.

am 15. Oktober 2013 um 17:45

Zitat:

Original geschrieben von muhmann

Also gibts die Dinger nur in NRW?

In Dunkeldeutschland hat RWE ja beispielsweise jetzt keine Präsenz.

Gibts auch in Berlin.

Zitat:

Original geschrieben von muhmann

Da muss erstmal die Infrastruktur geschaffen werden. Und da hat Angie noch nichts unternommen. Und warum? Weils Geld kostet und damit unpopulär ist.

Ganz genau, ohne Infrastruktur geht überhaupt nix...

Aber nicht nur Angie hat nichts unternommen. Ihre Vorgänger waren da auch nicht besser, obwohl dieses Problem schon vor zig Jahren -Stichwort Ölkrise- vorhanden war und auch zu diesem Zeitpunkt schon Lösungsansätze vorhanden waren.

Einfacher war´s dafür, die Spritsteuern zu erhöhen und Dieselfahrer höher zu besteuern.

Ja, die Grünen haben doch da kräftig mitgemischt...ich hab heute noch die Sprüche im Ohr, dass der Liter Sprit fünf Mark kosten sollte.

Es werden noch etliche Jahre ins Land ziehen, bevor überhaupt bezüglich einer geänderten Infrastruktur irgendwas passiert. Bis dahin wird vertagt, beschlossen, verkündet...nur gemacht wird wahrscheinlich genau so viel wie vorher...nichts.

Zitat:

Original geschrieben von Lewellyn

Wenn Du einen Renault Zoe kaufst, musst Du eine RWE-Ladestation dazu nehmen.

Wie funktioniert sowas praktisch ohne Wohneigentum?

Vielleicht darfst du von der Stadt einen Quadratmeter Bürgersteig mieten und das Ding da hin stellen :p

am 15. Oktober 2013 um 18:09

Zitat:

Original geschrieben von muhmann

Vielleicht darfst du von der Stadt einen Quadratmeter Bürgersteig mieten und das Ding da hin stellen :p

Die stehen hier u.a. auf einem REWE Parkplatz, der öffentlich zugänglich ist

Und dann kann da jeder für umme tanken oder muss man sich an der Säule irgendwie anmelden?

Wobei ich grundsätzlich das ganze noch für keine ausgereifte Lösung halte, hunderte solcher Säulen machen ein Straßenbild nicht unbedingt hübscher.

am 15. Oktober 2013 um 18:14

Zitat:

Original geschrieben von fate_md

Und dann kann da jeder für umme tanken oder muss man sich an der Säule irgendwie anmelden?

Wobei ich grundsätzlich das ganze noch für keine ausgereifte Lösung halte, hunderte solcher Säulen machen ein Straßenbild nicht unbedingt hübscher.

War noch nicht dicht genug dran.

Das musste doch googlebar sein.

Wen juckt das Stadtbild?

Castrop-Rauxel Innenstadt wird durch Ladesäulen auch nicht hässlicher.

Das Problem ist eher, dass die Dinger entweder immer zugeparkt sind oder den anderen Autos die Parkplätze wegnehmen.

Toll, 3 Ladesäulen in 10km Umgebung. Die nächste 4km weit weg. Das bringts...

PLZ 42549

Themenstarteram 15. Oktober 2013 um 18:29

Wenn Du keine Garage hast, verkauft Renault Dir keinen Zoe.

Ganz einfach.

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