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Beim Abbiegen überholt worden - Unfall. Teilschuld?

Themenstarteram 5. Januar 2021 um 11:11

Moin,

folgende Situation: Einkaufsstraße mit mehr Fußweg als Fahrspuren, Tempo 30, Radwege etc. Schwiegermutter biegt nach links in eine Parkbox ein, der Hintermann überholt zeitgleich und fährt ihr in die Fahrertür.

Schwiegermutter, eigene VK-Versicherung und Polizei sagen: Er hat Schuld (Polizei verwarnt mit 35EUR, Ord.Nr. 1).

Ich und gegnerische Versicherung sagen: Sie könnte Teilschuld haben, weil sie erhöhte Aufmerksamkeitspflicht gehabt hatte.

1. Wer hat recht? Und bitte gerne ich nicht!

2. Wegen Schadensabwicklung hier besser gleich mit Anwalt?

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76 Antworten
Themenstarteram 5. Januar 2021 um 13:06

Zitat:

@bug99 schrieb am 5. Januar 2021 um 12:56:37 Uhr:

Zitat:

@3dition schrieb am 5. Januar 2021 um 12:51:31 Uhr:

Zeugen gibt es.

und was haben die ausgesagt?

zu welchen Zeitpunkten begann das Blinken, das Abbiegen und der Überholungsvorgang?

Keine Ahnung, habe nur den Polizeibericht, wo ein Zeuge benannt ist. That's it. Die Polizei soll ihr wohl gesagt haben, dass sie keine Schuld habe, aber 1. irren die sich ja auch schon mal und 2. (deswegen!) sagen die sowas ja eigentlich nicht. Vielleicht hat Schwiegermutter da auch Sätze gehört, die niemand gesagt hat. :)

Sie scheinen ihre Schwiegermutter nicht zu mögen.:D

Themenstarteram 5. Januar 2021 um 13:16

Wer tut das schon? ;)

Ne, Spaß, wir haben ein gutes Verhältnis. Sonst würde ich mich ja nicht um ihren Kack kümmern.

Und sie ist wohlhabend. ;)

Beim Abbiegen trifft den Abbieger sogar meist die Hauptschuld, auch gegenüber einem Überholenden. Das hat folgenden Hintergrund.

Den Abbiegenden trifft die doppelte Rückschaupflicht, unmittelbar vor Abbiegebeginn muss sich letztmalig nach hinten vergewissert werden. Kommt es dann zu einem Unfall war der Überholende meist schon auf dem linken Fahrstreifen und wäre für den Abbiegenden sichtbar gewesen. D.h. für den Abbiegenden war die Kollision damit vermeidbar, wenn er/sie nicht abgebogen wäre.

Der Überholende kann erst reagieren, wenn der Abbiegevorgang erkennbar wird. Die Zeit reicht dann meist nicht mehr aus, um noch eine Abwehrhandlung einzuleiten. Für ihn ist der Unfall daher meist unvermeidbar.

Nur wenn er nicht hätte überholen dürfen -Stichwort unklare Verkehrslage- trifft ihn eine Teilschuld. Da kommt der Blinker ins Spiel, den zu beweisen es aber immer (unbeteiligten) Zeugen bedarf...

Themenstarteram 5. Januar 2021 um 14:28

Also das wäre jetzt mMn auf dieser Straße zu viel des Guten. Vielleicht ist da sogar Überholverbot, in jedem Fall aber - bei einer belebten Einkaufsstraße, Tempo 30, schmal, war das hier ein Überholen in unklarer Verkehrslage, erst recht, wenn - wovon ich ausgehe - sie geblinkt hat und der Zeuge das hoffentlich bestätigen kann. Aber wir werden sehen... Eindeutig ist die Lage hier wohl tatsächlich nicht.

Meinem Chef ist was ähnliches passiert. 30er Zone, er suchte eine Hausnummer und ist mit blinken links abgebogen. Leider habe ich nur den Anhörungsbogen gesehen, in dem ihm vorgeworfen wurde seine Rücksichtspflicht (oder so ähnlich) verletzt zu haben. Ich weiß nicht, was am Ende dabei rausgekommen ist.

Daher halte ich es für wahrscheinlich, dass es auf eine Teilschuld hinauslaufen wird und würde mich durch einen Anwalt beraten lassen.

Zitat:

Beim Abbiegen trifft den Abbieger sogar meist die Hauptschuld, auch gegenüber einem Überholenden.

Ja.

 

§ 9 Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren

 

[...] Vor dem Einordnen und nochmals vor dem Abbiegen ist auf den nachfolgenden Verkehr zu achten; vor dem Abbiegen ist es dann nicht nötig, wenn eine Gefährdung nachfolgenden Verkehrs ausgeschlossen ist.

 

Nur gut dass Polizisten nicht entscheiden wer Schuld hat.

 

Ansonsten ist dem Beitrag von Berlinpaul nichts hinzuzufügen. Es wird auf eine Haftungsverteilung hinauslaufen und mit einer Regulierung nach Quotenvorrecht ist der Laie überfordert.

Zitat:

@3dition schrieb am 5. Januar 2021 um 11:11:26 Uhr:

… 2. Wegen Schadensabwicklung hier besser gleich mit Anwalt?

Wozu? Weigert sich die gegnerische Versicherung zu zahlen? Einen Anwalt kann sie immer noch hinzuziehen, wenn sie einen braucht. Jetzt schon Geld verbrennen kann man machen, muss man aber nicht …

Themenstarteram 5. Januar 2021 um 15:04

Danke, nogel. Das könnte hier sehr gut passen! Das freut ja immer das Anwaltsherz, wenn man zur Erstberatung gleich Internetwissen mitbringt. :)))))

Zitat:

@3dition schrieb am 5. Januar 2021 um 15:04:11 Uhr:

Danke, nogel. Das könnte hier sehr gut passen! …

Das passt hier überhaupt nicht, weil in dem verlinkten Fall ein Überholverbot bestand und nur aufgrund dessen das Urteil so ausfiel.

da es eh auf eine Mithaftung beider Fahrzeuge hinausläuft und somit beide Versicherungen im Boot sind (und beide Schadenfreiheitsrabatte zurückgestuft werden), kann man bei vorhandener Vollkasko entspannt der Versicherung die Regulierung übertragen. Die HP wird unberechtigte Ansprüche abwehren und die VK wird die Haftung beim Gegner einfordern. Bei vorhandener RS-Versicherung kann man die ganze Sache einem Anwalt übergeben, aber wozu?

Während der Schwangerschaft meiner Frau hat der Höhlendoktor immer gesagt, dass ein 5 Minuten Anruf 2 Stunden googlen ersetzt, nach denen man aber immer noch nicht wirklich schlauer ist.

Das gilt auch vor und nach einer Schwangerschaft.

wen würde man den anrufen? Bestimmt nicht die Versicherung, die ist Partei. Irgend jemanden wird man schon fragen wollen, bevor man als Nicht-Auskenner irgendwelche Fehler macht.

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