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Autos die man "vergessen" hat
Hallo Zusammen!
Wie wär denn mal ein Thread mit Autos die nicht nur aus dem Strassenbild verschwunden sind, sondern auch aus dem Gedächtnis??
Beste Antwort im Thema
ich hab leider vergessen, welche ich vergessen hab. Kann mir einer sagen welche das sind? :D
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11990 Antworten
Dachte, dass das Fiat Coupé mit 37 deutschlandweiten Angeboten selten sei. Aber vom Alfa Romeo 164 gibt es derzeit nur 14. Bei dem hätte ich auch schwach werden können. Ebenfalls noch nicht sooo alt, aber ewig nicht mehr gesehen, leider. :(
Auch ein zeitloses Design, und ebenfalls ein Italiener ohne Rostprobleme. Die späteren Baujahre sind sogar vollverzinkt.
Ich kann mir aber vorstellen, dass die guten Exemplare in fester Sammlerhand sind.
Zitat:
@MadX schrieb am 10. April 2020 um 11:18:52 Uhr:
Zitat:
@gator68 schrieb am 9. April 2020 um 23:08:25 Uhr:
Es ist einfach immer faszinierend, wenn ein Hersteller alles anders macht als die große Masse und damit auch ein tolles Resultat erzielt.
Ein deutscher Hersteller ist in den 60ern mit der Strategie, es anders zu machen dann auch unter dem Dach von Volkswagen gelandet. Der Ro 80 war einfach zu "anders"
Der Ro 80 war sicher anders, aber m. M. n. nicht "zu anders". Er kam zu spät auf den Markt und er litt anfänglich unter einem Problem mit den Dichtleisten, das weidlich genutzt wurde, seinen Ruf zu ruinieren. Das war aber schon bald gelöst und die Motoren liefen eigentlich zuverlässig. Die Geschichten, die man sich heute noch erzählt, dass sich die Fahrer per Handzeichen gegrüßt und durch die Zahl der gezeigten Finger die Zahl der Austauschmotore gezeigt hätten, ist eine Legende, mehr nicht. Keine Legende ist der hohe Verbrauch und die damit verbundenen hohen Abgaswerte. Beides spielte zum Zeitpunkt des Erscheinens des Ro 80 eine wesentlich größere Rolle als in den eiten zuvor. Die erste "Ölkrise" trieb die Kraftstoffkosten in die Höhe und die Schadstoffbelastung durch Autoabgase wurde immer mehr zum Thema und zur Herausforderung für die Motorentechnik. Auch Mazda ist es trotz beharrlicher Weiterentwicklung nicht gelungen, den Wankelmotor diesbezüglich so zu optimieren, dass er marktfähig ist. Außerhalb des Kraftfahrzeugsektors ist die Bauart erfolgreich im Einsatz. Der Ro 80 ist das deutsche Gegenstück zur Citroen DS. Seine Form von zeitloser Eleganz bleibt beispielhaft. Schade, dass ihm der verdiente Erfolg versagt blieb. Aber ein Ro 80 wäre als "Hub 80" eben nicht das gleiche, obwohl es entsprechende private Umbauten gibt. Für eine solche Überarbeitung hat NSU dann einfach das Kapital gefehlt. Wie bei Borgward und Glas zuvor haben die Techniker jenseits des wirtschaftlich Machbaren agiert. NSU ist nicht nur am Ro 80 gescheitert, sondern auch daran, dass man zu lange am Heckmotorprinzip festgehalten und versäumt hat, für den Prinz rechtzeitig einen modernen Nachfolger zu entwickeln. Der K 70 war eine Nummer größer und kam nicht mehr als NSU auf den Markt. Ironie der Geschichte ist, dass VW diesen Fehler mit knapper Not noch korrigieren konnte, die Kraft aber noch reichte, NSU zu schlucken.
Grüße vom Ostelch
Ostelch, bist du wirklich aus Dresden oder eher ein Neckarsulmer Insider? Dein Wissen über die NSU- Geschichte ist einfach beeindruckend.
Citroën gab es auch mit Wankel, den GS Birotor mit dem Motor aus dem Ro80. Sehr selten geworden, da zusätzlich zur kleinen Stückzahl Citroën auch versucht hat, alle zurück zu kaufen.
...und zu verschrotten. Die müssen richtig Angst gehabt haben vor Gewährleistungs- und Schadensersatzforderungen. Ob das Auto wirklich so schlecht war?
Auch der Osten hat Kreiskolbenmotoren entwickelt, nachdem man von NSU Lizenzen genommen hatte.
Dem Ro80 hatte der "vernünftige" Motor gefehlt. Dieser war der KKM871,ein Kreiskolbenmotor mit optimierten Oberflächen für eine bessere Thermodynamik.
Damit hätten160 bis 180 PS zur Verfügung gestanden.
Leider fehlte der Mut.
Zitat:
@gator68 schrieb am 10. April 2020 um 15:36:30 Uhr:
...und zu verschrotten. Die müssen richtig Angst gehabt haben vor Gewährleistungs- und Schadensersatzforderungen. Ob das Auto wirklich so schlecht war?
Eigentlich nicht. Laut Wikipedia wollte Citroën nur die Ersatzteilversorgung nicht wuppen.
Viel später hat Saab versucht, die verkauften 9-5 3.0 TiD zurückzukaufen, weil der verbaute V6-Dieselmotor von Isuzu sich als defektanfällige Fehlkonstruktion herausstellte. Renault hatte diesen Motor auch im Einsatz. Nicht immer ist japanische Technik gut.
Zitat:
@gator68 schrieb am 10. April 2020 um 14:59:17 Uhr:
Ostelch, bist du wirklich aus Dresden oder eher ein Neckarsulmer Insider? Dein Wissen über die NSU- Geschichte ist einfach beeindruckend.
Danke für die Blumen, aber das ist alles nur angelesen. Der Ro 80 ist einfach eine Ikone, die Interesse weckt. Zudem hatte der Wankelmotor ja auch durchaus Vorzüge, die ihn als Alternative zum Hubkolbemotor erscheinen ließ. Wer schon mal in einem Ro 80 mitfahren durfte (mir war es noch nicht vergönnt) ist wohl vom ruhigen Lauf des Motors und der Kraft aus dem vergleichsweise kleinen "Hubraum" begeistert.
Ein ganz anderes Schicksal hatte ein anderes "vergessenes" Auto, der Rover 2000 (P6). "Zeitlebends" nur mit herkömmlichen Hubkolbenmotoren gebaut, war er ursprünglich dafür vorgesehen, mit einer von Rover entwickelten Gasturbine ausgestattet zu werden. Die Konstruktion der Vorderachse, der breite Motorraum und auch die recht flach gehaltene Frontpartie zeugten von dieser anderen gescheiterten Antriebsart im Automobil.
Grüße vom Ostelch
Zitat:
@Go}][{esZorN schrieb am 10. April 2020 um 16:25:22 Uhr:
Zitat:
@gator68 schrieb am 10. April 2020 um 15:36:30 Uhr:
...und zu verschrotten. Die müssen richtig Angst gehabt haben vor Gewährleistungs- und Schadensersatzforderungen. Ob das Auto wirklich so schlecht war?
Eigentlich nicht. Laut Wikipedia wollte Citroën nur die Ersatzteilversorgung nicht wuppen.
Stimmt. Es hatte schlichte ökonomische Gründe, die Autos wieder "einzusammeln". Für die wenigen Fahrzeuge Ersatzteile und Werkstattausrüstungen vorzuhalten und Automechaniker auszubilden, war sehr viel teuer als der Rückkauf.
Grüße vom Ostelch
Der Rover P6 bringt uns zurück zum Thema der Platzierung des Ersatzrades. Ich erinnere mich, dass er es auf dem Kofferraumdeckel hatte, das war ziemlich einmalig.
In Großbritannien hatte der Rover immer einen guten Ruf und erfreut sich heute, wie viele britische Klassiker, einer regen Fanszene.
Zitat:
@Ostelch schrieb am 10. April 2020 um 17:07:02 Uhr:
Wer schon mal in einem Ro 80 mitfahren durfte (mir war es noch nicht vergönnt) ist wohl vom ruhigen Lauf des Motors und der Kraft aus dem vergleichsweise kleinen "Hubraum" begeistert. ...
Grüße vom Ostelch
Es ist weniger die Kraft aus dem kleinen Hubraum, denn ein Kreiskolbenmotor hat keinen Hubraum, sondern Kammervolumen. Aber der wankeltypische Sound, das Drehvermögen genieße ich in diversen KKM-Autos (RX7, Ro80)
Das Fahrgefühl - ich durfte es mal in einem Mazda RX-8 genießen - ist einfach anders und wird nachdrücklich vom Drehvermögen des Motors bestimmt.
Zitat:
@gator68 schrieb am 10. April 2020 um 17:23:17 Uhr:
Der Rover P6 bringt uns zurück zum Thema der Platzierung des Ersatzrades. Ich erinnere mich, dass er es auf dem Kofferraumdeckel hatte, das war ziemlich einmalig.
In Großbritannien hatte der Rover immer einen guten Ruf und erfreut sich heute, wie viele britische Klassiker, einer regen Fanszene.
Er war auch in Belgien und den Niederlanden recht beliebt und war im Jahr 1964 sogar "Auto des Jahres". Das Reserverad war auf dem Kofferraum, weil dieser für ein Fahrzeug dieser Klasse sehr klein war. Ab der zweiten Serie war es daher serienmäßig auf der Haube.
Grüße vom Ostelch

