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Auffahrunfall Autobahn vor Baustelle

Themenstarteram 12. Dezember 2015 um 23:27

Liebes Forum,

gestern hat es mich auf der Autobahn von hinten erwischt...

Vor einer Baustelle (der linke von drei Fahrstreifen endete) musste ich auf der mittleren Spur fahrend aufgrund des stockenden Verkehrs und eines vor mir abrupt bremsenden Fahrzeuges bis zum Stillstand abbremsen. In dem Moment fährt mir ein Auto hinten auf. Der vor mir stehende hat davon natürlich nichts mitbekommen und setzte seine Fahrt fort. Ich war allein unterwegs; im auffahrenden Fahrzeug saßen drei Personen.

Für mich war die Sache klar, aber gegenüber der Polizei behauptete dann die Fahrerin des aufgefahrenen Autos, dass ich ohne ersichtlichen Grund abrupt gebremst hätte und sie deshalb den Unfall nicht vermeiden konnte. Weder sie noch ihre Mitfahrer hätten irgendeinen Grund für mein Bremsen erkennen können.

Die Polizei war dann ziemlich ratlos und wollte sich nicht festlegen, wer denn der Verursacher des Unfalls sei.

Jetzt stehe ich da mit zerbeultem Heck und muss mich mit dieser Sache auseinandersetzen.

Obwohl ich der Meinung bin, dass nicht bei jedem Unfall ein RA gebraucht wird, werde ich jetzt wohl einen bemühen...

Kann es denn sein, dass der Auffahrende mit einer Aussage, dass ich ohne erkennbaren Grund gebremst hätte, mir einen Teil oder die gesamte Schuld aufbürdet. Ich brems doch nicht ohne Grund...

...besonders auf der Autobahn!

Hätte ich den Fuss nicht mehr auf der Bremse gehabt, hätte ich vielleicht noch meinen Vordermann touchiert; dann wäre er wenigstens nicht weg gewesen...

Hat irgend jemand Erfahrung damit, was die Gerichte aus so einer Situation machen?

Beste Antwort im Thema

In der Regel nicht, es gab aber wohl schon vereinzelte Ausnahmen.

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Die Polizei legt nicht fest wer schuld ist. Der hinter dir fährt muss soviel Sicherheitsabstand lassen so das er bei einer notbremsung vollständig zustehen kommt ohne auf dich auf zu fahren. Anders sieht es aus wenn der vordere am Handy spielt etc . Wenn man ohne Grund abbremsen und der andere auffährt gibt es leider bis zu 50% mit verschulden des vordermans. Aber der hintere muss das halt beweisen und das ist eigentlich ziemlich schwer.

Schilder es so deiner Versicherung , da wirst du gute Karten haben

 

Ist halt

Themenstarteram 12. Dezember 2015 um 23:40

Ist mir schon klar, dass die Polizei nicht die Schuldfrage klärt...

...die Jungs sagten mir, dass sie normalerweise den Auffahrenden verwarnen müssten, was sie aber in Anbetracht der Aussagen aus dem anderen Fahrzeug jetzt nicht tun könnten...

...das müsse jetzt ein Verkehrsrichter tun.

Ab zum Anwalt, wenn die trottel der Meinung du hättest das extra gemacht, dann wird eben geklagt sollen die schlauen doch mal ihresichtweise beweisen.

Themenstarteram 12. Dezember 2015 um 23:52

Mein Anwalt wird wohl bei der Sache ein bisschen Geld verdienen...

...mich ärgert das Ganze nur ungemein! Warum sollte ich so lebensmüde sein, auf der Autobahn ohne Grund zu bremsen?

Aber da sitzen drei Leute im Auto und tischen der Polizei diese Geschichte auf. Und alle haben gesehen, dass ich ohne Grund gebremst habe. Ich kann mir schon vorstellen, dass sie bei Dunkelheit den vor mir fahrenden und bremsenden Corsa nicht gesehen haben.

Man kann es ja mal versuchen...

Wenn das schon so los geht, würde ich vorsichtshalber einen Anwalt konsultieren. Die Rechtsprechung geht zwar nur in sehr wenigen Ausnahmefällen von einer Mitschuld bei dem von Dir geschilderten Sachverhalt aus, aber sicher ist sicher. Auf jeden Fall hat der Sicherheitsabstand Deines Unfallgegners nicht gestimmt.

Ich gehe einmal davon aus, dass der gegnerische Versicherer zahlt. Der entscheidet nämlich. Er wird ggf. aufgrund der Zeugenaussage prüfen, ob Du oder Dein Fahrzeug schon öfter in derartige unverschuldete Auffahrunfälle verwickelt warst. Es gibt leider genügend Fälle, wo solche Unfälle provoziert werden. Da aber immer ältere und hochwertige Fahrzeuge dafür benutzt werden, werden die, falls das bei Dir nicht zutrifft, den Fall wohl ohne Prüfung durchwinken. Dagegens spricht auch, dass die (Autobumser) sich nie ein Auto aussuchen, in dem sich Zeugen befinden.

Themenstarteram 13. Dezember 2015 um 0:18

Wegen mir sollen die Versicherer gerne nachforschen...

...ich hatte in den über 30 Jahren meiner Autofahrkarriere drei unverschuldete Unfälle im fließenden Verkehr. Einmal ist mir einer beim Rechtsabbiegen aufgefahren, weil ich einen Fußgänger an der (für ihn auch) grünen Ampel passieren gelassen habe; einmal hat mir ein Taxi die Vorfarhrt genommen und nun das...

Ansonsten hat es desöfteren meine geparkten Autos erwischt. Glücklicherweise haben die sich immer gemeldet...

Ich bin auch schon mal jemandem aufgefahren. Der hatte im Stadtverkehr abrupt gebremst, weil er den Gegenverkehr passieren lassen wollte. Dafür bin ich versichert!

Ich hoffe nicht, dass Du mich missverstanden hast. Ich wollte Dir hier überhaupt nichts unterstellen, sondern nur auf die Problematik hinweisen, was ein Versicherer auch schon einmal macht, wenn Zeugen behaupten, dass der anderen grundlos gebremst hat. Ich bin von Deiner Schadenschilderung absolut überzeugt. Das die hinter Dir so etwas behaupten, kommt allerdings oft vor. Wird Ihnen sicherlich nichts nützen.

Themenstarteram 13. Dezember 2015 um 0:46

Nix für ungut, ich hatte Dich nicht missverstanden...

Ich finde es gut, wenn die Versicherer versuchen, Betrug aufzudecken. Kostet schließlich auch mein Geld.

Da können auch ruhig 10 Leute im Auto sitzen das tut nichts zur Sache, ein Richter weiß wie die Aussagen ausfallen werden und erlaubt sich eine neutrale Sichtweise.

Diese 3 Leute sollen es beweisen :)

Zitat:

@gammoncrack schrieb am 13. Dezember 2015 um 00:41:53 Uhr:

Ich hoffe nicht, dass Du mich missverstanden hast. Ich wollte Dir hier überhaupt nichts unterstellen, sondern nur auf die Problematik hinweisen, was ein Versicherer auch schon einmal macht, wenn Zeugen behaupten, dass der anderen grundlos gebremst hat. Ich bin von Deiner Schadenschilderung absolut überzeugt. Das die hinter Dir so etwas behaupten, kommt allerdings oft vor. Wird Ihnen sicherlich nichts nützen.

Für mich ist die Schadensschilderung auch verständlich und nachvollziehbar. Ich würde jedoch nicht aussagen, dass ich abrupt abbremsen musste, sondern verkehrsbedingt mein Fahrzeug zum Stillstand bringen musste, was im Stau üblich ist. Abrupt könnte wieder einen negativen Touch in die Problematik bringen, dass Du Dinge versäumt haben könntest und dann der nachfolgende Verkehr nicht mehr die Zeit hatte.... bla bla bla. Ist Unrelevant, aber man macht sich ja ein Gesamtbild des ganzen.

Mache es wie beim Kampfsport. Die Energie des Gegners und dessen Trägheit für Dich nutzen.

Wenn zusätzlich 3 Personen drin saßen und alle aussagen, Du hättest mutwillig gebremst, um den Auffahrunfall zu provozieren, dann unterstellst Du ihnen nun ebenfalls, dass sie den Fahrer durch ihr Handeln von der nötigen Aufmerksamkeit abgelenkt haben. Währe der Fahrer allein ohne seine Mitfahrer im Auto gewesen, hätte der Unfall vermieden werden können. Hierbei kann man angeben, dass man dies im Rückspiegel beobachtet hat, wie sie im Auto herumgealbert haben. Dann hat sie mit Ihren Zeugen schlechte Karten.

Ich bin immer für Fairness. Übertreiben es aber manche, dann wird nach deren Regeln gekämpft.

Servus...

 

Wobei ich mir das beobachtete rumalbern im Rückspiegel evtl. verkneifen würde ... es macht sich evtl. besser während der AB-Fahrt nach vorne geschaut zu haben... ;)

Themenstarteram 13. Dezember 2015 um 16:11

Es war dunkel...

...und ich hab nach vorn geschaut...

Zitat:

@Devil8x4 schrieb am 12. Dezember 2015 um 23:40:27 Uhr:

Ist mir schon klar, dass die Polizei nicht die Schuldfrage klärt...

...die Jungs sagten mir, dass sie normalerweise den Auffahrenden verwarnen müssten, was sie aber in Anbetracht der Aussagen aus dem anderen Fahrzeug jetzt nicht tun könnten...

Ja, so etwas kenne ich.....

Mir hat mal einer im Kreisverkehr die Vorfahrt genommen und anschließend der Polizei erklärt, ich hätte ihn hupend durch den Kreisverkehr verfolgt und gerammt.

Die weniger schöne Seite: seine Versicherung hat diesen Blödsinn für bare Münze genommen und die Regulierung verweigert. Lief dann auf einen Rechtstreit mit unfallanalytischem Gutachten für gut 3.000 Euro und eine 100:0 Regulierung für mich hinaus.

Themenstarteram 15. Dezember 2015 um 23:58

Kurzes update:

Der Auffahrende hat den Schaden seiner Versicherung gemeldet, aber darauf hingewiesen, dass die Haftung noch nicht abschließend geklärt ist...

 

...jetzt warten die den Bericht der Polizei ab.

...ich wär im Leben nicht auf die Idee gekommen, meinen Fehler, dem anderen in die Schuhe zu schieben. Wenn ich zu spät bremse und es kracht, dann stehe ich dazu.

Ich bin durch Aussagen von Mitfahrern in gewisser Weise ein gebranntes Kind. Meine Frau hatte einen Unfall und die Beifahrerin hatte behauptet, sie (meine Frau) wäre bei ROT gefahren. Der Schaden war nicht groß und ich weiß, dass meine Frau niemals über dies Ampel bei ROT gefahren wäre. Trotzdem war sie einen Monat ihren Lappen los.

Da mein Auto fährt und vor Weihnachten ohnehin nicht mehr repariert werden kann, warte ich mal, was da raus jetzt kommt und lade mich beim Anwalt zum Kaffee ein.

Leider kenne ich die Versicherung des anderen; daher weiß ich aus leidvoller Erfahrung, dass die Regulierung lange dauern wird. Ein leichter Zweifel des Versicherten, dass die Schuld vielleicht doch nicht zu 100% bei ihm liegt und schon verzögert sich die Sache ungemein.

Aber die Anwälte wollen ja auch leben.

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