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Audi A4 B9 2.0 TDI - Mein Erfahrungsbericht nach 120.000km

Audi A4 B9/8W
Themenstarteram 24. März 2021 um 17:56

Nach über 120.000km wird mein Audi A4 zeitnah durch einen Nachfolger ersetzt, Zeit für ein Fazit.

Zur Bestellung im Jahr 2017 war für mich als BMW-Fan ein 3er BMW eigentlich fest gesetzt, die besseren Konditionen haben dann meine Aufmerksamkeit aber auf den Audi A4 gelenkt. Da ich nicht total in die eine Marke verfahren bin oder Exemplare einer anderen Marke auf der Straße als feindliches Lager ansehe, war diese Vernunftsentscheidung für den Audi für mich schnell gefallen, hatte er doch auch ein paar Vorteile gegenüber des 3er BMWs.

Rückblickend muss ich sagen, dass ich es nicht bereut habe und durchaus traurig sein werde, wenn ich meinen Alltagsbegleiter der letzten 3,5 Jahre bald abgeben werde.

Bevor es aber soweit ist, möchte ich hier kurz meine Erfahrungen zusammenfassen, in der Hoffnung, dass es jemandem hilft. Vielleicht ja auch bei der Entscheidung über den Kauf eines gebrauchten A4 mit ähnlicher Laufleistung. Da ich die über 120.000km nahezu komplett selbst gefahren bin, konnte ich einen guten und ausführlichen Eindruck von meinem A4 gewinnen.

Angefangen hat alles mit der Werksabholung in Ingolstadt im Oktober 2017.

Bei der Abholung wurde eine verkratze Interieurleiste im Fond entdeckt, sodass man mir den Wagen nochmal kurz entwendet hat und nur wenige Minuten später mit einer kratzerfreien Interieurleiste wieder übergeben hat. Ansonsten hat alles bestens gepasst und ich durfte mich mit dem neuen virtuellen Cockpit und dessen Bedienung vertraut machen.

Ich war sofort sehr positiv angetan vom Innenraum des Audi, der definitiv eine Klasse über dem damaligen 3er BMW angesiedelt ist. Die Qualitätsanmutung ist toll – und ist es bis heute. Ich habe den Wagen nie bspw. mit Lederpflege gepflegt, immer nur gesäubert. Trotzdem sieht der Innenraum auch heute noch frisch aus und man fühlt sich einfach wohl in diesem Auto. Insbesondere bei Nacht mit der Ambientebeleuchtung herrscht behagliche Wohnzimmeratmosphäre und es macht einfach Freude zu fahren, auch Mitfahrer im Audi waren immer wieder begeistert von der Atmosphäre im Auto und waren gerne zu Gast. Auch hilfreich für Nachtfahrten war das Matrix LED, das ich jederzeit wieder nehmen würde. Auf der Autobahn habe ich es meist deaktiviert, da es doch öfter LKW-Fahrer auf der Gegenspur nicht erkannt und geblendet hat. Entsprechend waren die großen Stärken des Matrix LED auf den Bundes- und Landstraßen, dort hat es einen super Job gemacht und die Straßen einwandfrei ausgeleuchtet.

Absolut positiv finde ich auch, dass es im Auto bis heute keinerlei Störgeräusche gibt. Nichts klappert, nichts knarzt, der Wagen überzeugt mit einem rundum hochwertigen Eindruck.

Wenige Wochen nach Übernahme des Fahrzeugs musste ich dann doch nochmal zu Audi, da ich öfter eine Fehlermeldung hatte. Die ließ sich schnell und unkompliziert auf einen Montagefehler an der Rücksitzbank zurückführen und so blieb es während der gesamten Zeit bei diesem einzigen kurzen außerplanmäßigen Werkstattaufenthalt.

Im Laufe des ersten Jahres musste sich bei meinem Wagen wohl noch die Kamera für den Audi Pre Sense Notbremsassistenten live während der Fahrt kalibrieren und hat einige Male aus dem Nichts den Anker geworfen. Das passierte auch einmalig auf der Autobahn bei ca. 170-180 km/h, entsprechend tief saß der Schreck, als der Wagen für den Bruchteil einer Sekunde voll in die Eisen gegangen ist. Komischerweise blieb es bei diesen wenigen Ausnahmen und seit ca. 2,5 Jahren gab es kein einziges Problem mehr, der Wagen hat alle restlichen Situationen genau richtig eingeschätzt und keine Phantombremsungen mehr produziert.

Konstruktive Mängel gab es nach meiner Erfahrung bei zweierlei Dingen:

Einerseits der Außenspiegel auf der Beifahrerseite (hierzu gibt es ja einen Thread), der im Winter permanent verschmutzt und gerade bei viel Salz auf den Straßen und entsprechendem Wetter die Sicht ganz massiv behindern konnte. Das hat genervt und so musste man den Außenspiegel nach jedem Stopp reinigen, wenn man bei Winterwetter auf der Beifahrerseite auch nach hinten gute Sicht haben wollte.

Außerdem scheint der Fußsensor für die elektrische Öffnung der Kofferraumklappe etwas anfällig für Salz zu sein und quittierte bei zu viel Salz ihren Dienst. Das ist mir allerdings auch nur in einem Winter passiert, ansonsten hat sie meinen Fuß immer einwandfrei erkannt.

Ein weiterer Mangel, den ich letztendlich aber zu meinen Lasten verbucht habe, war das unbeabsichtigte Öffnen der Heckklappe. Das passierte auch einige Male im ersten Jahr und da die Funkfernbedienung eine wirklich große Reichweite hat, stand der Audi am nächsten Morgen einige Male mit offener Heckklappe da. Auch dazu gibt es hier einen Thread, ich habe mir nach einiger Zeit angewöhnt, den Schlüssel zuhause stets abzulegen und nicht mehr bei mir zu haben, seitdem war Ruhe. Insofern gehe ich davon aus, dass ich einige Male aus Versehen an den ebenen und flachen Knopf für die Öffnung der Heckklappe gekommen bin.

Der Übersicht halber werde ich meine weiteren Erfahrungen nun in verschiedene Kategorien einteilen:

Fahrkomfort & Fahrwerk

Verbaut ist in meinem Audi das (nicht adaptive) Sportfahrwerk, ich habe alle S-Line Pakete in die Konfiguration genommen. Insgesamt war ich sehr zufrieden mit dem Fahrwerk und positiv überrascht, auch bei hohen Geschwindigkeiten liegt der Wagen wie ein Brett auf der Straße. Wo man bei >200 km/h (bspw. auf den kurvigen, unlimitierten Abschnitten der A9 ab Bayreuth Richtung Berlin) öfter mal ein Fahrzeug mit nervösem Fahrwerk das versetzt vor sich hat, bleibt der Audi absolut spurtreu, stabil und souverän und hat großes Vertrauen vermittelt. Zusammen mit den 18 Zoll Sommerreifen auf rundum 245er Reifen konnte man so wirklich hohe Kurvengeschwindigkeiten auf der Autobahn erzielen und das absolut entspannt.

Auch sonst war der Wagen bei meinen typischen Reisegeschwindigkeiten von 180 – 200 km/h immer sehr gutmütig und spurstabil, hat nie überrascht oder verzogen, auch nicht bei stärkeren Bremsungen.

Der Nachteil des Sportfahrwerks war die Härte, die mich mit der Zeit doch etwas gestört hat, da das Fahrwerk Fahrbahnunebenheiten doch relativ unverblümt ins Fahrzeuginnere weitergegeben hat. Man wird ja auch nicht jünger und so habe ich mir im Alltagswagen doch manchmal ein Fahrwerk gewünscht, dass etwas komfortabler ist und Unebenheiten oder Schläge mehr aufnimmt um gerade auf Langstrecken mehr Komfort zu vermitteln.

Konfiguriert hatte ich auch die Doppelverglasung, sodass das Geräuschniveau auch bei hohen Geschwindigkeiten absolut im Rahmen war, ich würde sie jederzeit wieder bestellen. Durch den lang übersetzten 7. Gang der S-Tronic, konnte man wunderbar bei 180 km/h mit ca. 2.200 U/min fahren, hatte ein nicht zu lautes Rauschen und konnte so, wenn man das bei dem Tempo denn will, auch noch Telefonate führen. Telefonate gingen übrigens ganz hervorragend mit dem Wagen, meine Gesprächspartner haben oft gar nicht gehört, dass ich im Auto saß und auch der Beifahrer war durch die beiden Mikrofone im Fahrzeug gut zu verstehen.

Zusammenfassend bringt der Audi alles für einen tollen Langstreckenbegleiter mit. Wer großen Wert auf maximalem Komfort legt, sollte vom Sportfahrwerk ggf. absehen, das ansonsten aber wie oben geschildert auch definitiv seine Stärken hat.

Motor, Getriebe & Antrieb

Ich hatte in meinem Wagen den 2.0 TDI mit 190 PS und dem 7-Gang DSG verbaut.

Da ich in der Vergangenheit schon eher schlechte Erfahrungen mit dem Trocken-DSG machen musste und persönlich ein großer Fan der 8-Gang Wandlerautomatik von ZF bei BMW bin, war ich beim Getriebe recht kritisch.

Insgesamt läuft die S-Tronic bis heute sehr gut und schaltet sauber und ruckfrei. Sehr gefallen tut mir auch der lang übersetzte 7. Gang, der verbrauchsarmes Fahren auch bei hohem Tempo mit niedriger Drehzahl zulässt. Etwas unglücklich fand ich immer die etwas zu lange Übersetzung vom 5. in den 6. Gang, bei voller Beschleunigung findet dieser Schaltgang bei ca. 185 km/h statt sodass die Drehzahl soweit zurückfällt, dass der Wagen erstmal kämpfen muss. Ich weiß vom aktuellen Facelift Skoda Superb, dass dort das 7-Gang-DSG kürzer übersetzt worden ist, weiß aber nicht, wie es in den neueren A4 Modellen ist. Durch die lange Übersetzung vom 6. Und 7. Gang schaltet das DSG oft auch sehr nervös hinterher, wenn man ca. 100 – 110 km/h fährt. Hier schaltet das DSG zwar flott in den 7. Gang, gibt man aber auch nur minimal Gas, schaltet der Wagen sofort herunter um dann wieder hochzuschalten. Das vermittelt oft einen recht nervösen Eindruck, kommt aber auch nur in ganz bestimmten Geschwindigkeitsfenstern vor.

Erwähnt sei auch noch, dass man den Wagen auch im manuellen Modus nicht über 4.500 U/min drehen kann, was im Handschalter meines Wissens möglich ist. Ob es sinnvoll ist oder nicht, sei mal dahingestellt aber gerade vom 5. in den 6. Gang hätte ich vielleicht erst etwas später geschaltet um so einen besseren Anschluss zu haben.

Grundsätzlich hat das DSG nach den Getriebeölwechseln bei 60.000 und 120.000km spürbar besser geschaltet. Was mich immer wieder stört und eine klassische Schwäche des DSG ist, ist das Rangieren. Gerade wenn man das beispielsweise an einer leichten Steigung gefühlvoll machen will, findet die Kupplung einfach keinen guten Schleifpunkt, was dann oft zu einer deutlich zu hohen Drehzahl und entsprechend ruppigem Anfahren führt. Auch dauert es oft zu lange, bis das Getriebe von D auf R gewechselt ist. Auch hier rollt der Wagen dann am Hang erstmal los, bis der Gang drin ist. Schwierig fand ich auch gefühlvolles Anfahren im Schnee, auch hier hat der Wagen dann unvermittelt viel zu viel Drehzahl zugelassen und zu durchdrehenden Rädern geführt. Sehr lange gedauert haben auch Schaltwechsel mit Kickdown, bei denen ein Gang übersprungen wird. Der Klassiker war hier das Fahren im 7. Gang und dann eine gewünschte Vollbeschleunigung, bei der das Getriebe in den 5. Gang geht. Hier braucht das DSG immer sehr lange bis die Gänge sortiert sind, sodass ich oft manuell schon in den 6. Gang bin, da der Wechsel von nur einem Gang dann wieder in der gewohnten Geschwindigkeit stattgefunden hat.

Meiner Meinung nach wird hier die ZF Wandlerautomatik immer überlegen bleiben, auch beim Fahrkomfort, der Schaltlogik und der besseren Übersetzung der 8 Gänge. Nichtsdestotrotz kam ich insgesamt gut zurecht mit dem DSG, habe keine Probleme gehabt und war insgesamt zufrieden damit. Meine Kritikpunkte sind also durchaus meckern auf hohem Niveau, da ich aber auch weiß, wie andere Automatikgetriebe es besser können, möchte ich sie nicht unerwähnt lassen.

Der Frontantrieb ist bei knapp 200 PS und 400NM natürlich doch öfter mal überfordert gewesen und konnte insbesondere bei nasser Straße durchaus nerven, v.a. wenn es noch bergauf ging. Aber hier kann ja jeder einen Allradantrieb bestellen, bei mir hat das Budget dazu einfach nicht mehr ausgereicht. Da ich im Winter öfter mal im Allgäu bin und es dort eine Straße gibt, die nicht gut geräumt war aber bergauf ging, hat mich eine Sache beim Audi im Winter einige Male in die Weißglut getrieben: Das ESP lässt sich nicht vollständig deaktivieren. Ich habe alles versucht, es geht definitiv nicht. Um besagten Anstieg ohne hängen zu bleiben zu meistern, habe ich mit allen anderen Autos dort das ESP deaktiviert und bin mit leichtem Schlupf dort hochgefahren. Wenn ich mit dem Audi gleiches machen wollte, hat er auch oft Schlupf für wenige Sekunden zugelassen (gerade bei sehr hoher Drehzahl, was ich aber gar nicht wollte da hier die Reifen viel zu sehr durchgedreht sind) aber dann urplötzlich komplett das Gas rausgenommen und für ca. 1-2 Sekunden auch nicht mehr zugelassen. Nur durch diesen Eingriff bin ich mehrere Male beinahe stecken geblieben. Ich weiß nicht was man sich bei Audi dabei gedacht hat und es ist auch sicher kein Szenario das vielen passiert, aber es hat wahnsinnig genervt.

Ansonsten hat das ESP aber immer sauber und zuverlässig gearbeitet und so eingegriffen, wie man es von einem Alltagsfahrzeug erwarten würde.

 

Navigationssystem, Virtual Cockpit und Hifi

Neben dem großen Navigationssystem, waren das Virtual Cockpit und das Audi Sound System in meinem Fahrzeug verbaut. Ich kann nur Positives über all diese Komponenten berichten. Gerade mit RTTI wenn das Fahrzeug online war (hier gab es die ersten Monate auch mal ein paar Probleme mit der Verfügbarkeit, später nie wieder), war die Zielführung sehr zuverlässig. Es kam mehrere Male vor, dass mich das Navi im Audi von der Autobahn wegen angeblicher Sperren oder Stauenden runterführen wollte, während Google Maps davon nichts gesagt hat. Natürlich hatte ich beim ersten Mal Google Maps mehr vertraut und stand dann in einer Vollsperrung, die erst wenige Minuten vorher errichtet wurde. Später habe ich hier stets dem Audi vertraut und tatsächlich mehrfach erlebt, dass ich als einer der wenigen von der Autobahn runter bin und die Meldung des Navis richtig war, es schien oftmals 10-15 Minuten schneller gewesen zu sein als Google Maps.

Das Virtual Cockpit werde ich definitiv vermissen, ich war rundum zufrieden damit. In fremden Gebieten habe ich gerne die Karte auf den kompletten Bildschirm gelegt und konnte so gerade in Städten sehr gut sehen, wo ich lang musste. Das war definitiv ein großer Mehrwert und auch optisch hat Audi es meiner Meinung nach hinbekommen, eine gute Lösung zu finden und beim klassischen Design zu bleiben. Da könnte BMW sich ruhig zwei Scheiben von abschneiden….

Auch die Bedienung über den Controller hat mir sehr gut gefallen und die damalige Generation musste sich nicht vor dem 2017er iDrive von BMW verstecken. Für mich völlig unverständlich, warum Audi das mit dem Facelift eingestrichen hat aber dazu später mehr.

Das Audi Sound System war völlig in Ordnung. Man darf hier kein Soundsystem der Spitzenklasse erwarten aber wer gerne Musik hört und auch etwas Wert auf ein einigermaßen sauberes Klangbild legt und keine Verzerrungen bei etwas mehr Lautstärke möchte, sollte zumindest das Audi Sound System wählen.

Verbrauch & Effizienz

Zunächst zum Ölverbrauch, dieser war auf die ersten Zehntausendkilometer höher als dann in der darauffolgenden Zeit. Während ich bei den ersten Serviceintervallen ca. 500-600ml Öl nachfüllen musste, war es bei den letzten zwei Serviceintervallen gar nicht mehr nötig. Ich konnte über den Bordcomputer zwar sehen, dass der Ölstand etwas runtergegangen ist und Verbrauch da war, ein Nachfüllen war aber nicht nötig.

Dank des großen Tanks hatte ich auch den größeren AdBlue-Tank, sodass auch hier nur 2-3 Male über die gesamte Laufzeit nachgetankt werden musste, ansonsten wurde das beim Service ja auch gemacht.

Nun zum eigentlichen Spritverbrauch, wie man am Text vielleicht schon sehen konnte, habe ich den Wagen auf der Autobahn und auch sonst stets flott bewegt. Wo es die Verhältnisse zugelassen haben, lag ich meistens bei 180 – 200 km/h, auf besonders freien Strecken aber gerne auch drüber. So habe ich viele Strecken mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von 135 – 150 km/h zurückgelegt. Meinen Langzeitspeicher habe ich dabei seit Auslieferung nie genullt und lag in dieser Zeit zwischen 5,8 – 6,8 Liter, die Verbrauchsangaben des BC waren dabei auf den Zehntel genau richtig.

Aktuell ist durch Corona die Durchschnittsgeschwindigkeit meines BC gesunken, ich lag normalerweise meist bei 80-85 km/h, gleichzeitig ist der Verbrauch aber gestiegen und steht aktuell bei 6,8L, s. dazu das anhängende Foto in der Fotogalerie.

Ich denke für mein Fahrprofil ist das ein absolut positiver und effizienter Verbrauch. Wer vorausschauend fährt und nicht dauernd Kick-Down gibt, kann durchaus 6-7 Liter Verbräuche erreichen und trotzdem auf der Autobahn mit Geschwindigkeiten von 180-200 km/h fahren, der lang übersetzte 7. Gang hat hier sicher einen positiven Effekt.

Gleichzeitig ist meine bessere Hälfte den Wagen auch öfter mit 4-Liter-Schnitten gefahren und ich hatte auch wenige Male eine 3 vor dem Komma. Entsprechend bin ich von dem Verbrauch meines 2.0 TDI sehr positiv beeindruckt und bin umso enttäuschter von dem aktuellen Kurs unserer Politik und Autobauer was moderne und sehr effiziente Dieselmotoren angeht, aber das ist eine andere Geschichte…

Warum kein Audi mehr?

Wenn ich insgesamt so zufrieden mit dem Fahrzeug war, warum habe ich dann nicht wieder einen Audi bestellt? Es ist am Ende die Summe aus mehreren Dingen die dazu geführt hat aber eben auch der Fakt, dass mir persönlich BMW gerade beim Antriebsstrang und den Getrieben mehr zusagt.

Ich bin ein Fan von intuitiven Bedienkonzepten im Auto, da ich auch öfter während der Fahrt in Telefonkonferenzen bin oder das Navi bedienen oder etwas anderes tun möchte. Zu einem intuitiven Bedienkonzept gehört für mich ein Controller, wie es bei meinem aktuellen Audi noch der Fall ist. Dass Audi diesen zum Facelift abgeschafft hat und komplett auf Touchscreen umstellt, hat mich sehr enttäuscht, für mich ist es deutlich ablenkender und gefährlicher während der Fahrt auf dem Bildschirm herumzudrücken als mit dem Controller durch die Menüs zu zappen und mit der Zeit die Menüstrukturen auswendig zu kennen. Hinzu kommt, dass ich als eine Person die doch auch viel Spaß am Fahren hat und durchaus die Dynamik ausnutzt, keinen Frontantrieb mehr möchte und auch die Vorzüge der Wandlerautomatik zu schätzen weiß.

Dem Audi muss ich, neben meiner kompletten Zufriedenheit in den über 120.000km, zugutehalten, dass ich vom Innenraum des neuen 3er BMWs den ich zunächst Probe gefahren bin, verwöhnt vom Audi A4 nicht so richtig begeistert war und letztendlich eine Klasse höher gegangen bin.

Ich werde den Wagen definitiv vermissen, er hat mich stets zuverlässig und sicher an alle meine Ziele gebracht und dabei auch noch Spaß gemacht. Für mich ist der A4 deshalb eine klare Kaufempfehlung, ich traue meinem Wagen auch locker 120.000 weitere problemfreie Kilometer und mehr zu, vorausgesetzt die Technik wird ein wenig mit Kopf behandelt. So wurde mein Motor auf vielen Langstrecken zwar sicher oft gefordert, er wurde aber auch stets warmgefahren und gut behandelt.

Langzeitspeicher
Innenraum
Außenansicht
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11 Antworten

@Dani_93

Dir einen ganz lieben Dank für diesen wirklich lesenswerten Bericht und all die Mühe, die damit verbunden war.

Ich kann dir in vielen Punkten einfach nur zustimmen und finde es auch schön, wenn hier hin und wieder einmal Positives so schön dargestellt wird.

Kurze Anmerkung: Das Navi erkennt die Staus und Gefahren eigentlich auf den AB sehr gut und ich habe da nur wenig zu kritisieren. Ist dann aber mal ein Stau, dann gibt es hin und wieder so paradoxe Wege jenseits der AB über die mich die Navi führt - da fahren eigentlich nur Trecker und selbst Einheimische wundern sich, wie jemand mit fremden Kennzeichen auf diesen Weg kommt.

...und nun ja - 190 PS und Frontantrieb - geht eben nix über Quattro. Nur meine Meinung.

Ansonsten stimme ich dir bei fast allen Punkten zu 100% zu.

Lieben Dank und stets eine gute Fahrt im BMW - vielleicht lesen wir mal in drei Jahren, was dir retrospektiv besser gefiel.

Leonie und noch einmal CHAPEAU

Danke für den ausführlichen Bericht.

Habe fast das identische Fahrzeug und kann dir in den meisten Punkten Recht geben.

Ausser beim Fahrwerk. Habe auch den Sline mit Sportfahrwerk und empfinde es als sehr angenehm.

Kein Vergleich zum Vorgänger B 8 mit Sportfahrwerk , der lag wie ein Brett auf der Straße.

Vielen Dank für Deine Mühe!

Getriebe kann ich nur zustimmen. Robust, aber kein Vergleich zu einer guten Wandlerautomatik. Man hat iwie immer das Gefühl einer Spar Lösung. In der Klasse kann man mehr erwarten.

Mein nächster wird auch wieder ein BMW oder vl doch Mercedes :)

Die Umstellung vom Dreh/Drück Controller Rad auf Touchscreen hat Audi viele Kunden gekostet! Dieses Rad konnte man nach kurzer Zeit intuitiv bedienen. Aber während der Fahrt auf einem Bildschirm zu tippen lenkt ab und ist gefährlich!

Zitat:

@sprinter66 schrieb am 24. März 2021 um 18:23:54 Uhr:

Danke für den ausführlichen Bericht.

Habe fast das identische Fahrzeug und kann dir in den meisten Punkten Recht geben.

Ausser beim Fahrwerk. Habe auch den Sline mit Sportfahrwerk und empfinde es als sehr angenehm.

Kein Vergleich zum Vorgänger B 8 mit Sportfahrwerk , der lag wie ein Brett auf der Straße.

Hätte das Auto so ein Fahrwerk wie Vorgänger wäre es Traum aber anscheinend geht es nicht darum.

Sehr guter Bericht. Der deckt sich weitgehend mit meinen Erfahrungen.

Ich fahre den 150 PS TDI mit aktuell 110.000 km. Verbrauch liegt oft bei um die 4 Liter, bei engagierter Fahrweise nie mehr als 5,5 Liter. Der Innenraum ist auch bei mir wie neu, Ölverbrauch so gut wie nicht vorhanden. Einzige Reparatur war wieder einmal eine sich nicht öffnende Tankklappe.

Das Getriebe ist super, da würde ich Deine Einschätzung nur bedingt teilen. Wandler und DSG sind völlig unterschiedliche Bauformen, die kann man eigentlich nicht vergleichen. Audi ist ja irgendwann zum DSG, weil die Hubraumstarken Fahrzeuge den Wandlergetrieben arg zugesetzt hatten. Dieser Schritt wurde seinerzeit übrigens in der Community begrüßt.

Das Abschaffen des herrlichen Dreh-Drück-Schalters ist in der Tat ein böser Fehler. Ob er für mich kaufentscheidend wäre, weis ich nicht? Die Bedienung ist aber in der aktuellen Form ein gefährlicher Rückschritt. Ich hoffe, es gibt an derartigen Systemen immer wieder Kritik. Audi konnte wie keine anderer Hersteller Schalter und Knöpfe. Das ist bis heute Benchmark. Warum man diese Kompetenz aufgibt bleibt rätselhaft. Die Systeme werden eben durch weglassen nicht besser und sicherer. Immerhin gibt es auch einen Lichtblick. Im aktuellen Audi e-tron findet man wieder Schalter für die Klimaanlage und sonstige Funktionen.

Wie schaffst du so einen Verbrauch ?

Das ist sensationell.

Themenstarteram 25. März 2021 um 18:20

Freut mich, dass euch der Bericht gefallen hat und die Arbeit nicht umsonst war :)

In Foren wird ja überwiegend kritisiert und bemängelt, insofern berichte ich gerne über meine insgesamt sehr positiven Erfahrungen mit dem A4. Vor- und Nachteile hat natürlich jedes Fahrzeug.

Es scheint ja auch ein deutlicher Konsens zu bestehen, dass Audis aktuell gängiger Weg (bis auf wenige Ausnahmen) hin zum kompletten Bedienkonzept über Touchscreen ein Irrweg ist, vielleicht folgt hier in einer Generation ja wieder ein Schritt in die richtige Richtung, ist ja nicht nur Audi betroffen davon. Persönlich gefällt mir hier der Weg von BMW wieder recht gut da man den Bildschirm sowohl per Controller, als auch per Touchscreen bedienen kann.

Einen wirklich soliden Vergleich zwischen DSG und Wandlerautomatik werde ich die nächsten Monate ja dann bekommen, das DSG hat aber definitiv Schwächen wie eingangs geschildert, die ich in der Form bei der Wandlerautomatik nicht erlebe. Es hat sicher auch eine gewisse Aussagekraft, dass Audi in den großen Dieselmotoren dann doch auch wieder auf die ZF Wandlerautomatik setzt, die dort durchweg wieder besser ankommen. Das einzige Doppelkupplungsgetriebe, das mir bislang wirklich zugesagt hat und so funktioniert wie ich mir das wünsche, ist das PDK von Porsche.

Meinen Vorfacelift A4 habe ich vor einen halben Jahr nach 110.000 völlig problemlosen Kilometern gegen das Facelift getauscht.

Das Facelift ist nicht nur von der Bedienung ein Rückschritt, sondern auch anfälliger. Ausfälle des Mediasystems kannte ich bisher nicht. Bei meinem Facelift fallen immer wieder mal Komponenten aus oder machen anderweitig Probleme.

Zudem wirkte das Vorfacelift solider - besonders im Innenraum. Ich habe den A4 als Dienstwagen immer gemocht und hatte unterschiedliche Modellreihen.

Leider ist der Sparzwang offensichtlich bei Audi angekommen. Beim Vergleich des A3 mit dem neuen und dem Vorgänger- Modell hat sich mein Eindruck bestätigt

Zitat:

Wie schaffst du so einen Verbrauch ?

Das ist sensationell.

Ganz normaler Verbrauch. Natürlich nicht jenseits von 200 km/h. Der Durchschnittsverbrauch nach 10.000 km liegt derzeitig bei 4.5 Litern, angezeigt im MMI. Durchschnittsgeschwindigkeit bei 71 km/h. Ist aber nur die 150 PS Diesel-Version. Bin auch immer wieder verblüfft. Anfangs dachte ich immer, das MMI spint, aber ist nicht so.

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