Alltagserfahrungen Corsa-e auf Langstrecke/mein 1.Mal DC-Schnellladen
Für alle Mitleser auf Motortalk, die gern ihren Benzin/Dieselhorizont etwas erweitern wollen und offen "neuem" gegenüber sind hier mal ein Erfahrungsbericht eines Corsa-e Nutzers, der sonst nur zu Hause lädt aber heute, nach 10.000km Tachostand, an der Autobahn fremdladen probiert hat. Zum ersten Mal und doof wie jeder Anfänger:
Es wird langsam Herbst, die PV auf dem Dach zu Hause hat für die nächsten Tage kaum Leistung angekündigt. Ein Grund für mich mal das öffentliche DC Schnellladen auszuprobieren, wie man es nutzt, wenn man auf weiten Reisen ist. Nach kurzer Information im Internet habe ich die ein oder andere Schnellladesäule an der Autobahn in meiner Nähe entdeckt und recherchiert wie ich dort und möglichst auch an vielen anderen Ladesäulen in der EU möglichst günstig laden kann, ohne 100 Apps oder extra Ladekarten benutzen zu müssen. Hierfür hat mir sehr die Ladestationsübersicht aus dem Nachbarforum geholfen: https://www.goingelectric.de/stromtankstellen/ Dort wird klar aufgelistet, was gibt es wo, wie schnell und vor allem wie teuer, mit welchem Anbieter. Am Ende läuft alles darauf hinaus, dass wenn man keinen eigenen super Stromanbieter hat, der günstiges Roaming für Fremdladesäulen unterstützt, oder man keine teure Flatrate kaufen will und auch keine monatliche Grundgebühren zahlen möchte, genau 2 Anbieter für das günstigste DC Schnellladen übrig bleiben.
Anbieter 1 ADAC, leider nur für Mitglieder 52cent/kWh. Fällt für mich aus. Anbieter 2 für jeden normalen Kunden: Maingau Einfach Strom laden, für 54cent/kwh. Vorher hatte ich mich natürlich noch informiert, was das DC-Laden beim Anbieter der Ladesäulen direkt über dessen App kostet. Jedes mal teurer, ich hätte da z.B. an der Total Tankstelle 69cent/kwh gezahlt. Also an der Ladesäule QR-Code scannen und mal eben laden, wird auf jeden Fall teurer.
Nach dieser Recherche habe ich mir also die App von Maingau aufgespielt. Dort eine Einzugsermächtigung erteilt und bin losgefahren zur Total Tankstelle. Kurzes Gespräch dort, die Ladesäulen sind zwar irgendwie mit Total zusammen, aber was es kostet oder wie es geht, keine Ahnung...
Ladeplatz 3 von den 3 Säulen einfach mal gewählt und Auto abgestellt. Touchscreen. Hallo, begrüßt er mich, ich bin außer Betrieb. Na Prima. Säule 2: Hallo, was wollen sie von mir, Dose links oder rechts, zum Glück mit Bildern. Aha, der rechte Stecker passt bei mir. Nächster Schritt: Zum Laden Authentifizierung erforderlich. OK dachte ich mir, ich habe eine App. Maingau App gestartet. Dank GPS wusste die wo ich bin und hat mir direkt 3 Ladesäulen aufgelistet. Bloß an welcher stehe ich, nur Zahlencodes ala 9875987435.001. An der Säule kein ähnlicher Code davon zu finden. Na gut, drückst du einfach mal auf Laden. Mmmmh, an meiner Säule tut sich nichts. App steht wie sie steht. Nochmal an der Ladesäule auf Authentifizierung geklickt. Bitte halten sie ihre Karte vor. Spitze, dachte ich mir, ich habe doch keine Karte. Soll ich jetzt das Handy davor halten? Ich probier es mal. Nichts passiert. NFC am Handy vergessen einzuschalten, ohne kann das ja nicht gehen. Handy mit NFC davor gehalten, Authentifizierung läuft, juhu, alles richtig. Auf einmal Authentifizierung fehlgeschlagen... Ach nicht doch, noch 2x probiert, nichts. OK, war ja noch eine 3. Säule frei. Neuer Versuch. Touchscreen, rechter Stecker, Authentifizierung, APP davor gehalten. Erfolgreich! Sie haben 2min Zeit das Kabel rein zu stecken. Juhuuu, zwar einige Minuten später, aber los gehts, Kabel rein und alles notieren:
Akkustand 15%, Außentemperatur 15°C, Auto gerade eben entspannt 50km gefahren, Akku also kalt. Es beginnt mit laden. Ich steige ins Auto, das zeigt mir direkt die Prozente an. Das geht ja ab, schneller wie mein Windows PC manchmal mit den Ladebalken. Ich bin beeindruckt. Zündung an/aus, klappt. Losfahren klappt nicht, Kabel steckt ja. Heizung an/aus, klappt. Radio auch. Tür auf/Tür zu, verriegeln, warten, wieder öffnen, alles klappt. Scheibenwischer an/aus, klappt. Er lädt und lädt und lädt. Ich spiele am Handy rum und mache ein paar Fotos. Teste das Kabel der Ladestation, kein bisschen warm. Greife gegen Ende von unten an die Akkus, maximal 2°C wärmer wie draußen. Ich warte die ganze Zeit, wann die Klima anspringt um meinen Akku zu kühlen, so wie sie es bei mir zu Hause manchmal tut, wenn ich mit 11KW AC lade. Nichts. Da muss anscheinend nichts gekühlt werden. Ist wohl nur der AC/DC Wandler der so warm wird. Der Akku beim DC laden anscheinend nicht. Es sind 30min um wie im Flug. Ich gehe zur Säule und will stoppen. Die Säule meldet bitte App benutzen. Na ein Glück ist der Akku vom Handy nicht tot. App aufgerufen, Laden Stopp. Hält an. Zahlen notiert:
Auto hat 85%. Geladene Menge in 31min 32,6kWh. Kosten 12,60€. Steht alles in der App.
Ich rechne hoch: von 15-85% macht 70% Akku. Damit komme ich jetzt 200km weiter als vorher. Der BC meldet ähnliches. 70% mehr Akku entspricht bei einer theoretisch nutzbaren Akkukapazität beim Corsa von 46,3kWh genau 32,4kWh. Würde bedeuten nur 0,2kWh Ladeverlust? Nie im Leben. Dank BC Durchschnittsverbrauch und dazugehörigen Akkuverbrauch habe ich errechnet, dass die Prozentzahlen vom Akku hochgerechnet nur auf 42kWh Kapazität deuten. 4kWh sind wohl die Reserve bei 0% Akku. Ich rechne also nochmal neu mit 42kWh Akkukapazität. Ladeverlust dadurch rund 10%. Besser wie die 15% beim AC laden zu Hause.
Kosten für 100km Schnelladen also 8,80€.
Hinzuerlangte Reichweite in 30min 200km.
Verglichen mit zu Hause laden, wenn mir nur die PV Vergütung entgeht: 1,50€/100km
Wenn ich zu Hause den Strom komplett vom Netz beziehe 4,50€/100km.
Für paar mal im Jahr weite Strecke DC Schnellladen durchaus bezahlbar.
Ergebnis: Alltagstest bestanden.
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283 Antworten
Ja, Sommer hatte ich die 17er Michelin als eco. Die sind leise und auch sonst vollkommen OK. Aber im Winter legt Michelin wohl eindeutig auf andere Sachen Wert. Aber dafür hab ich die auch besorgt. Im Winter brauch ich Grip, will ja nicht die neue Karre weg legen. Im Sommer reichen die Eco.
ok, wie heißen die michelin genau ? Alpin..
Neu und diesen Herbst bestellt, wo sind wir da, Michelin Alpin 6? Müsste ich dann mal gucken gehen.
Edit: ja, sind Michelin Alpin 6. Die Alpin 5 auf dem Astra finde ich gemütlicher.
Wenn du leise Winterreifen bevorzugst und nicht ständig im Tiefschnee unterwegs bist, dann würde ich die Pirelli Cinturato empfehlen. Leiser als mach Sommerreifen. Hab die schon auf zwei Fahrzeugen gefahren und für Norddeutsche Winter absolut ausreichend.
Müssten die neuen Modelljahre mit der längeren Übersetzung ihren Vorteil nicht besonders auf der Autobahnausspielen?
Vllt kommt da eine etwas bessere Effizienz auf der Langstrecke zusammen.
Ja das wird so vermutet. Wir reden aber hier in der Kategorie eMotor, der jetzt bei 130 nicht 10.000 Umdrehungen macht sondern vielleicht nur noch 9.000. Ob das mehr als die Kommastelle beim Verbrauch ausmacht waage ich stark zu bezweifeln. Eine weiter Luftfeuchtigkeitsensor im Innenraum soll wohl noch dazu kommen mit nun automatischer Umluft Steuerung und noch mehr (?) rolloptimierte Reifen. Auf dem Papier mag das gut aussehen, aber mit der Mischplattform und den vom Akku nur max. nutzbaren 46kwh kann PSA auch nicht zaubern.
Ich bleibe dabei Sommer 300km sparsam möglich, Winter 150. Man fährt ja auch nie ganz leer und lädt womöglich auch nicht ganz voll.
Zitat:
@shkxy333 schrieb am 28. Januar 2022 um 12:09:13 Uhr:
Eine weiter Luftfeuchtigkeitsensor im Innenraum soll wohl noch dazu kommen mit nun automatischer Umluft Steuerung und noch mehr (?) rolloptimierte Reifen.
Vielleicht muß man dann bald zum Kutschenschmied .... neue Stahlbänder aufziehen lassen ;)
Bei Markenreifen sollte man bei der Rollwiderstandsoptimierung keine Wunder erwarten. Wird der RW um 10% gesenkt kommt davon ca. 1/3 (also ca. 3%) beim Verbrauch an. Wer einen Schnitt von 18kWh hat kann den Schnitt dann um 0,5kWh senken ... sollte dann aber auch regelmässig den Druck nachführen.
Ich melde mich hier nochmal mit einer aktuellen Berechnung auf meinem Arbeitsweg zurück. Ich bin jetzt täglich (Dezember und Januar) wieder mit meinem Astra Diesel 100km am Tag sparsam gefahren. Der gönnt sich im Winter bei mir 5,2L Diesel auf 100km. Bei einem runden Preis von 1,55Eu je Liter reden wir hier rein von den Verbrauchskosten von 8,06Eu je 100km.
Im Vergleich dazu ziehe ich jetzt meinen Corsa-e mit aktuellem Novemberverbrauch (da waren es auch um die 0 Grad und immer schlecht Wetter) heran. Ich hatte da auf fast 2000km im Mittel auch 19,7kWh auf 100km. Jetzt rechne ich einen Ladeverlust von 15% hinzu und meinen aktuellen Eco Strompreis zu Hause von 29,1cent je kWh. Der Corsa-e kostet mich somit 6,59Eu im Winter je 100km. Also einfach billiger. Ich steige jetzt ab Februar wieder um. Werde berichten.
Für alle Kosten incl. Anschaffung kann man zu einem eAuto noch 12Jahre Steuerfreiheit, Umweltprämie und Verkauf der THG Quote (siehe separat Thread) zu gute rechnen. Wer jetzt aktuell noch zum Diesel greift muss täglich über 150km zurück legen um bei mir von Vorteilen zu reden...
Jeder der keine Solaranlanlage hat und gezwungen ist, an öffentlichen Stromsäulen zu tanken, zahlt je nach Verbrauch, im Vergleich drauf.
Mein Corsa verbraucht, sagen wir im Winter 5 Liter X 1,70€ =8,50€
Wenn ich an der Stromtanke 19 X 0,49€ = 9,31€ und bei 19 X 0,59€ sind es sogar11,21€ und das ohne Ladeverluste.
Jetzt können wir über günstigere Steuern/ Inspektionen/ Versicherungen für das E- diskutieren aber es gibt auch Vorteile für denVerbrenner.
Ich habe mir noch nie Gedanken über die Reichweite gemacht, einfach losgefahren und bei Bedarf in Minuten getankt.
Nach 10 Jahren hat mein Diesel immer noch die gleiche Reichweite und die gleiche Leistung.
Und natürlich zu guter letzt die Frage, wer kauft ein in die Jahre gekommenen E- Auto dessen Akkus evtl nach 100.000Km nur noch 70% Reichweite haben oder wenn mittlerweile eine neue Akkugeneration auf dem Markt gekommen ist, mit mehr Kapazität und wesentlich kürzere Ladezeiten.
OK, ich bin von mir ausgegangen. Eigene Wallbox, günstiger Ökostromvertrag.
Für dauerhaft Fremdlader gibt es aber auch gebundene Tarife mit unter 0,49€/kWh. Also so ganz geht deine Rechnung nicht auf. Ein Akku nach 100.000 hat auch noch mehr als 70%. Meiner hat aktuell 15.000 runter und noch 97%. Opel garantiert 160.000km bis 70%. Akkutausch, falls er denn mal platt ist geht in wenigen Werkstattstunden.
Gegen das Argument ich will täglich einsteigen und sofort 1000km fahren hab auch ich leider nichts zu bieten.
Ich will nicht 1000km fahren, mir aber keine Gedanken machen wo die nächste Ladesäule ist , der Thread unten ist für mich schon aussagekräfig genug.
Auto abholen und bei 500Km noch eine Übernachtung einplanen, sich dann tagelang mit Apps und günstigen Anbieter beschäftigen damit ich kostengünstig " tanken " könnte.
Du kannst deine Situation nicht mit anderen vergleichen, nicht jeder kann eine Wallbox installieren und wer auf Ladesäulen angewiesen ist, ist oft bescheiden dran.
https://www.motor-talk.de/.../...icht-fuer-ladestationen-t7223945.html
Bei uns in der Kleinstadt gibt's an jeder Ecke Ladepunkte. Voll besetzt hab ich die noch nie gesehen. Selbst wenn, zur nächsten sind es keine 2 Minuten Fahrt. Von da wo ich wohne ist es sogar zu Fuß in zwei Richtungen möglich zum nächsten Ladeplatz zu laufen.
Ein wenig Umstellung und Bereitschaft zur Weiterentwicklung auf den ersten eAuto km muss man schon mitbringen. Meine Mutter zB hat sehr spät ihren Führerschein gemacht, sie konnte das erste Jahr nicht allein Tanken fahren. Auch sie musste damals schon dazu lernen.
Es gibt genügend Laternenparker die damit klar kommen. Auf Arbeit laden oder nen günstigen DC Tarif unterwegs nutzen können. Alle Nörgler und Pessimisten und die aus den Orten mit Bürgermeistern aus 1950 haben ja (zum Glück) noch die Wahl.
Zitat:
@shkxy333 schrieb am 28. Januar 2022 um 23:39:59 Uhr:
Im Vergleich dazu ziehe ich jetzt meinen Corsa-e mit aktuellem Novemberverbrauch (da waren es auch um die 0 Grad und immer schlecht Wetter) heran. Ich hatte da auf fast 2000km im Mittel auch 19,7kWh auf 100km. Jetzt rechne ich einen Ladeverlust von 15% hinzu und meinen aktuellen Eco Strompreis zu Hause von 29,1cent je kWh. Der Corsa-e kostet mich somit 6,59Eu im Winter je 100km. Also einfach billiger. Ich steige jetzt ab Februar wieder um. Werde berichten.
Dann stelle ich mal ein vergleichbareres Auto - Corsa vs. Corsa - dagegen. Mit meinem CDTI liegt das Jahresmittel bei 4,2L ... wären bei dem Dieselpreis 6,51€ ... bleibe ich nur bei meiner routinierten Pendelstrecke bin ich bei 6,20€.
... und jetzt versuch mal die Rechnung für jemanden aufzumachen der nicht @home zum eigenem Tarif laden kann.
Wenn ich zus. noch einen Stromer aus Vebrauchs-Reichweitengründen allerdings noch zus. pausieren lasse wird es imho völlig hahnebüchen. Da hat man dann 2 Gefährte wo der Wertverlust wegrennt.
Zitat:
@Astradruide schrieb am 29. Januar 2022 um 13:31:38 Uhr:
Dann stelle ich mal ein vergleichbareres Auto - Corsa vs. Corsa - dagegen. Mit meinem CDTI liegt das Jahresmittel bei 4,2L ... wären bei dem Dieselpreis 6,51€ ... bleibe ich nur bei meiner routinierten Pendelstrecke bin ich bei 6,20€.
Das Jahresmittel vom Corsa-e liegt aber unter den 19,7(BC), eher so 17-18(BC) mit Ladeverlusten rechne ich mal 20 im Mittel. Das mal mein Strompreis zu Hause, Tada: 5,80€ :-)
Zitat:
@Astradruide schrieb am 29. Januar 2022 um 13:31:38 Uhr:
... und jetzt versuch mal die Rechnung für jemanden aufzumachen der nicht @home zum eigenem Tarif laden kann.
Ist für jeden bei uns im Ort möglich. Mit der Ladekarte unserer Stadtwerke zahlt man dann 3,50 pro Ladung. Für AC garantiert, für die neuen DC Plätze evtll. nur noch so lange, bis das Eichamt kommt. Das 1x aller 150km sind die Laternenparker bei uns für 2,33€ auf 100km unterwegs. Sie müssten halt 5-10 min von der nächsten Säule heim laufen und später wieder hin das Auto holen, wenn es AC ist oder 30-45min im Auto sitzen wenn sie DC nutzen. Was ich ja ab Februar jetzt selber wieder so mache.
Gibt sicher auch andere Orte in D oder Tarifkombis die ähnlich gut davon kommen.
Bei uns lädt man im Ladeverbund an öffentlichen Ladesäulen für 32 Cent/kWh und wenn man auf die Übersicht der Ladestationen geht, sieht man erst mal gar nichts vor lauter Ladestationen...
Aber mal ne Grundsatzfrage: Warum sollten wir noch mal weg vom Verbrenner? Um Geld zu sparen?





