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In Zusammenarbeit mitShell
Wer gut schmiert, fährt gut
Wer gut schmiert, fährt gut

Das kann das Öl von morgen

Das Energieunternehmen Shell forscht und entwickelt in seinem Hamburger Technology Centre an den Schmierstoffen für morgen. Wir haben den Experten vor Ort Eure Fragen gestellt und daraus ein Video gemacht. Das und weitere interessante Infos zum Thema Öl haben wir hier für Euch zusammengefasst.

von MOTOR-TALK am 03.09.2018 um 20:03

Wie der menschliche Körper ohne Blut, kann der Motor nicht ohne Öl sein. Es pumpt durch viele kleine Kanäle, schmiert, kühlt und hält das ganze Aggregat geschmeidig. Außerdem schützt es vor Verschleiß und Überhitzung, nicht nur bei den beweglichen Teilen wie Ventile, Kolben und Zahnräder, sondern auch zwischen Wellen und Pumpen.

Kann man unterschiedliche Öle mischen? Wir haben es ausprobiert.

Es schützt überall dort, wo Kühlwasser nichts verloren hat, vor allem auch vor Korrosion. Zudem reinigt Öl den Motor von Asche, Ruß und metallischen Abrieb. Schwebeteile im Motor und der Ölwanne nimmt das Öl auf und bindet es. Ohne Öl würde der Motor während der Fahrt kaputtgehen. Motor- und Getriebeöl haben außerdem Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch.

Ein Tag im Labor mit Shell

Seit 1940 entwickelt Shell Schmierstoffe und steckt jährlich weltweit 1,1 Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung. Shell ist derzeit weltweit der einzige Schmierstoffproduzent, der klare Grundöle aus Erdgas nutzt, statt Rohöl zu verwenden. Aus Erdgas gewonnenes Öl hat den Vorteil, nahezu frei von Verunreinigungen zu sein. Da Grundöle bis zu 90 Prozent eines Motoröls ausmachen, sind sie die Schlüsselkomponente.

Für das Experten-Interview habt Ihr weit mehr als 350 Fragen eingereicht. Mit diesen im Gepäck haben wir uns einen Tag im Shell-Labor in Hamburg umgesehen. Uns zur Seite standen Chemie-Ingenieurin Martina Finke-Höppner sowie Chemiker Dr. Jens Sommer und MOTOR-TALKer Timo. Neben dem reinen Interview beantworteten uns die beiden Experten die Fragen auch mit Hilfe kleiner Experimente. Hier könnt Ihr das Video in Gänze sehen.

  • Das haben die Experten von Shell auf eure Fragen geantwortet
  • ab 01:50Haltbarkeit und Ölwechsel
  • ab 16:08Öl-Sorten/Viskosität
  • ab 35:35Freigabe
  • ab 44:30Einsatz der Öle
  • ab 55:56Konkurrenz /Preis
  • ab 01:01:59Technik
  • ab 01:04:38Entwicklung / Zukunft

Das haben wir erfahren

Öl im Motor ist wichtig. Deshalb ranken sich darum einige Mythen und gibt es viele vermeintlich hilfreiche Tipps. Besonders wichtig waren Euch Fragen zu Ölqualität, Viskosität und Wechselintervallen. Hier ein kurzer Überblick über die spannendsten Erkenntnisse aus dem Interview.

Stammtisch-Mythen: Hartnäckig hält sich der Mythos, dass aktuelle Neuwagen langsam eingefahren werden müssen und nach spätestens 3.000 Kilometer einen Ölwechsel benötigen. Die Shell-Experten Sommer und Finke-Höppner halten das für nicht notwendig. Moderne Motoren mit minimalen Toleranzen benötigen den kurzen Wechsel nicht, ein Einfahren ist auch nicht mehr nötig. Ebenso verhindert ein früher Ölfilterwechsel keinen Ölwechsel. Das Filter kann das Öl nur reinigen, nicht aber komplett frisch halten. Eine Ölverdünnung lässt sich übrigens nicht erfühlen oder riechen. Das können nur Experten mit Hilfe von Analysetools. Sie erkennen auch, welche Spezifikation das verwendete Öl im Motor besitzt.

Jens Sommer zeigt MOTOR-TALKer Timo, was passiert, wenn man unterschiedliche Öle mischt.

Öl ist nicht gleich Öl

Öl ist ein chemisches Produkt, es kann deshalb auch zu chemischen Reaktionen führen. Ein 20 Jahre altes Öl entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen und sollte deshalb nicht mehr verwendet werden. Auch das Öl im Kanister sollte nach vier Jahren entsorgt werden.

Das zu verwendende Öl hängt immer vom Fahrzeughersteller ab, von der Hardware, aber nicht unbedingt vom Hubraum und der Aufladung. Generell werden Öle heute dünner, bieten eine niedrigere Viskosität. Dadurch entsteht im Motor weniger Abrieb und der Verbrauch sinkt, gleichzeitig erhöht sich die Langlebigkeit. Durch die geringeren Toleranzen erhöht sich aber bei dünnem Öl der Ölverbrauch nicht.

Die vorgeschriebenen Ölwechsel-Intervalle des Herstellers halten Besitzer am besten ein. So laufen sie nicht Gefahr, dass die Schmiereigenschaften des Motors nachlassen, ganz gleich bei welchem Fahrprofil. Unter einem Jahr muss das Öl aber nicht getauscht werden. Da moderne Öle mit ihrer niedrigeren Viskosität immer dünner werden, die spezifische Belastung aber steigt, liegen viele vorgeschriebene Wechselintervalle bei rund 15.000 Kilometer.

Lassen sich Öle mischen?

Man kennt das: der Ölstand ist zu niedrig, in der Garage stehen nur noch halbleere Flaschen verschiedener Spezifikationen. Jetzt alles zusammenzuschütten, ist keine gute Idee. Unterschiedliche Motoren benötigen unterschiedliche Öle, nicht nur nach Verbrennungsart, sondern auch nach Typ und Hersteller. Es gibt kein Standardöl für alle Anwendungen. In der Bedienungsanleitung stehen die freigegeben Spezifikationen. Nur diese Öle sollten verwendet werden, und nur diese sind untereinander mischbar. Fahrzeug- und Mineralölhersteller testen deshalb viele verschiedene Sorten auf ihre Kompatibilität.

Was bedeuten die Normen und die Viskosität eines Öles?

Auf jeder Ölflasche stehen Normen und Zahlen. Letztere bezeichnen die Viskosität, also die Fließfähigkeit. Je kälter eine Flüssigkeit ist, desto zähflüssiger wird sie. Je wärmer, desto dünnflüssiger. Die Viskosität von Motoröl wird mit den SAE-Viskositätsklassen angegeben, SAE 5W-20 oder SAE 10W-40. Je kleiner die Ziffer ist, desto besser fließt das Öl bei Kälte. Die Zahl nach dem W bezeichnet die Fließeigenschaft des Öls bei Wärme. Je höher der Wert ist, desto besser bleibt die Schmierfähigkeit des Motoröls bei Hitze erhalten.

Das Experiment: Timo gießt rotes Öl in einen Behälter

Welche SAE der Motor verlangt, steht in der Bedienungsanleitung. Es gibt so viele unterschiedliche Ölsorten und Viskositäten, weil sie für ganz unterschiedliche Motoren und Regionen entwickelt wird. Ein modernes Motoröl ist bei jeder Temperatur voll belastbar, auch bei niedrigen – ein Zauber der Additiv-Chemie. Erst bei rund 250 Grad stößt Motoröl an seine Grenzen. Innerhalb eines Autolebens können Besitzer die Viskosität des Öles wechseln. Sie muss nur vom Hersteller freigeben sein. Die ACEA erarbeitet Spezifikation für europäische Fahrzeuge.

Was ist besser: mineralisches oder synthetisches Öl?

Es gibt drei Sorten von Ölen: mineralische, teilsynthetische und vollsynthetische. Welches besser oder schlechter ist, lässt sich nicht sagen. Je nach Fahrzeug, wie etwa Young- und Oldtimer, sollten weiter mineralische Öle verwendet werden, denn sie sind aufeinander abgestimmt. Mineralische Öle entstehen aus Erdöl, durch Destillieren und Raffinieren. Teil- und vollsynthetische Öle bestehen aus Erdöl und Erdgas, die den Ölen spezielle Eigenschaften wie extreme Schmierfähigkeit bei extremen Temperaturen verleihen. Teilsynthetische Öl reichen durch neue Additive immer stärker an vollsynthetische Öle heran.

Die aufwendig produzierten Öle sind moderner und bieten mehr Schutz. Allerdings nur für den entsprechenden Motor. Besitzt das Auto keine Freigabe dafür, sollten sie auch nicht verwendet werden.

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