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Zwischenbericht zu Inneraum, Kofferraum und Fahren mit Anhänger

Zwei Wochen Zeit hatten die fünf Testfahrer Derk aka der_Derk, Dirk aka keksedoik, Frank aka WalkersAstra, Jörg aka hungryeinstein und Thomas aka tommyhome, um den Jeep Renegade auszutesten. Heute berichten sie über den Innenraum, die Heizung, den Kofferraum und das Fahren mit Anhänger.

Innenraum

Der Innenraum des Jeep Renegade Der Innenraum des Jeep Renegade Steht man vor ihm, wirkt der Jeep Renegade zunächst ziemlich groß. Unsere Tester wollten wissen, ob das auch mehr Platz für die Insassen bedeutet. Derk ordnet das gut ein: “Zur Beurteilung des Platzangebots sollte man die Abmessungen des Jeep Renegade im Hinterkopf behalten. Er wirkt durch seine Form vielleicht groß – er ist es aber nicht. Mit 4.255 mm Außenlänge, 1.805 mm Breite und 1.667 mm Höhe entspricht er in Länge und Breite ziemlich exakt dem aktuellen Golf. Er überragt ihn aber um gute 20 cm – über mangelnde Kopffreiheit kann man sich daher auf keinem Fall beklagen.”

Frank fühlt sich mit seinen 1,90 Metern Körpergröße im Wagen sehr wohl: “Nirgends stoße ich wirklich an und ich kann mich frei bewegen. Das trifft auch auf die Rücksitzbank zu: Meine Kinder haben so viel Platz wie selten zuvor in einem Fahrzeug. Das gilt für die Beinfreiheit genauso wie für den Platz über dem Kopf. Von daher ist der Renegade optimal geeignet für Familien mit Kindern.” Thomas erging es in seinem Renegade-Modell in der zweiten Reihe etwas anders: “Das Platzangebot vorn finde ich klasse. Hinten hingegen geht es schon deutlich enger zu. Bei einem 1,80 Meter großen Fahrer findet dahinter nur noch knapp ein normal großer Erwachsener Platz. Die Oberschenkel heben auch an der Sitzkante ab, weil die Sitzhöhe so gering ist.”

Jörg sitzt einigermaßen bequem auf der Rückbank Jörg sitzt einigermaßen bequem auf der Rückbank

Die Sitze

Derk ist bei den Sitzeinstellungen Folgendes aufgefallen: “Die Verstellmöglichkeiten beschränken sich auf der Fahrerseite auf Längs- und Höhenverstellung, eine etwas grobrastige Lehnenneigung sowie die elektrische Lordosenstütze, die leider auf Steißhöhe montiert ist. Auf der Beifahrerseite entfallen diese Funktionen. Die Sitzfläche könnte durchaus etwas länger ausfallen. Die Kopfstütze ist im alltäglichen Umgang unvorteilhaft weit vorn. Sie lässt sich auch nicht in dieser Richtung verstellen.”

Derk fühlt sich mit seinen 1,92 Metern Körpergröße nicht wirklich wohl im Sitz: “Qualitativ würde ich die Sitze nicht kritisieren. Sie sind der Fahrzeug- und Preisklasse angemessen. Aber sie passen bei meiner Anatomie leider sehr schlecht. Dieser Punkt lässt sich anscheinend auch nicht durch das passende Kreuz in der Aufpreisliste korrigieren, denn das Testfahrzeug ist in diesem Punkt bereits die beste Version.”

Von der Innenausstattung ist Frank begeistert: “Die verbauten Materialien sind super. Eine so noble Ausstattung hätte ich nie von einem Jeep erwartet. Das Armaturenbrett besteht nicht aus hartem und kratzempfindlichem Kunststoff, sondern ist angenehm weich überzogen. Die Edelstahlapplikationen an den Verstellrädchen der Lüftungsdüsen oder der Heizungsregelung sehen edel aus. Die Anordnung der Taster und Schalter in der Mittelkonsole ist gelungen. Die Anzeige in Form der verbauten LEDs sowie der digitalen Anzeige der Temperaturvorwahldrehräder gefällt mir.”

Mit Babyschale muss der Vordersitz weit nach vorn geschoben werden Mit Babyschale muss der Vordersitz weit nach vorn geschoben werden Thomas hatte Schwierigkeiten mit dem Sitzplatz für sein Kleinkind. Das muss noch in einer Babyschale liegen, die normalerweise per Gurt befestigt wird. Aber: “Mit Kind und Babyschale hatten wir unsere Probleme. Zum Testen wollten wir den Sitz ‘angurten’, weil diese Art des Transports bei unserem Modell (Cybex Cloud Q) vorgesehen ist. Doch der Gurt, sowohl auf dem Beifahrersitz als auch auf den hinteren Sitzen, war derart kurz, dass wir es nicht hinbekommen haben, ihn an allen Halterungen des Sitzes zu befestigen.”

Heizung und Lüftung

Da der Frühling gerade erst seine Fühler ausstreckt, wurde auch die Heizung des Jeep Renegade von unseren Testfahrern geprüft. Dirk hat an der Anlage im Renegade nichts auszusetzten: “Die getrennt arbeitende Heizungs- und Klimaanlage funktioniert gut. Wenn der Motor noch kalt ist, setzt die Lüftung erst etwas versetzt ein. Es kommt dann gleich angewärmte Luft aus den Schlitzen.”

Jörg ist mit der Leistung zufrieden, nicht aber mit dem Lautstärkepegel der Lüftung: “Die Heizung spricht sehr gut an und es wird schnell schön warm im Innenraum. Die Lüftung ist jedoch recht laut und bereits ab Stufe 2 deutlich zu hören. Bei Frost und Beschlag werden die Scheiben dafür sehr zügig frei. Man kann schon nach kurzer Zeit mit freier Sicht losfahren.“ Die Sitzheizung kann ihn dagegen nicht überzeugen: “Sie heizt nicht schnell genug und auch die Endwärme ist recht gering.”

So beurteilt Frank die Lüftung: “Die seitlichen Düsen arbeiten nicht optimal. So kommt es bei nassem und/oder kaltem Wetter immer wieder vor, dass die vorderen Fenster im Bereich der Unterteilung angelaufen sind. Hier findet eine Luftverwirbelung statt, welche die Scheiben nicht mit genügend Frischluft versorgt.”

Von der Lenkradheizung waren die Testfahrer begeistert. Frank dazu: “Einen großen Pluspunkt gibt es für die Lenkradheizung. Nach meinem persönlichem Empfinden ein ‘must to have’. Das ist bei kalten Tagen, wo man bereits mit kühlen Händen ins Auto steigt, eine wohltuende Wärme.” Jörg ergänzt: “Die Lenkradheizung ist ein Höhepunkt. Sie heizt flott auf eine angenehme Temperatur auf. Und der ganze Lenkradkranz wird dabei beheizt, nicht nur die gängigen Haltepunkte.”

Der Kofferraum lässt sich durch den herausnehmbaren oder verstellbaren Zwischenboden variabel nutzen Der Kofferraum lässt sich durch den herausnehmbaren oder verstellbaren Zwischenboden variabel nutzen

Kofferraum

351 Liter Kofferraumvolumen klingt erst mal ganz gut. Doch wie viel passt hinten in den Jeep Renegade wirklich rein? Tester Derk hat nachgemessen: “Mit montiertem Zwischenboden bleiben knapp 80 cm Beladungshöhe, ohne Boden etwa 95 cm. Die Beladungslänge von etwas über 70 cm ist für das Fahrzeugformat normal. Die Breite fällt mit 97 cm jedoch etwas schmal aus.”

Für Frank passt das Platzangebot: “Der Raum reicht für den normalen Wochenendeinkauf locker aus. Bei weiterem Platzbedarf besteht die Möglichkeit des Umklappens von mindestens einer Seite der Rücksitzbank.” Jörg hat andere Anforderungen und könnte mehr Platz gebrauchen: “Der Kofferraum ist nicht sonderlich groß und mit dem Urlaubsgepäck einer dreiköpfigen Familie schnell überfordert. Ein verstellbarer Boden gibt allerdings in der unteren Position zusätzlichen Stauraum frei. Nachteil: Es entsteht dadurch eine Kante und bei umgeklappten Rücksitzen gibt es keine ebene Ladefläche mehr.

Frank holt mit dem Renegade und Anhänger Holz im Wald Frank holt mit dem Renegade und Anhänger Holz im Wald

Anhänger

Frank fährt den Jeep Renegade Trailhawk mit einem 2,0-Multijet-Diesel, der mit einer Anhängerkupplung ausgestattet ist. Mit 170 PS kann der Trailhawk ordentlich was ziehen. Das nutzte er aus und schleppte einen Anhänger Holz aus dem Wald. “Die abnehmbare Kupplung kann im Zwischenboden verstaut werden kann. Das Anbauen ist, wie beim Hersteller Westfalia üblich, kinderleicht. Die 13-polige Anschlussdose wird hinter der Stoßstange weggeklappt. Die ungebremste Anhängelast liegt mit 600 kg im oberen Durchschnitt. Wer Wert auf die gebremste Anhängerlast legt, wird mit 1.500 kg etwas enttäuscht. Das können Autos wie der Skoda Yeti oder der Ford Kuga besser.”

Das Rückwärtsfahren ist mit einem solchen Gespann nicht immer einfach: “Durch das Anschließen des Anhängers werden auch die Sensoren in der hinteren Stoßstange ausgeschaltet. Ich würde mir beim Rückwärtsfahren mit Anhänger allerdings ein Warnsignal wünschen. Durch die sehr hoch liegende Heckscheibe und die Breite des Fahrzeuges ist der Anhänger nicht gut zu erkennen und es kann passieren, dass man ihn einfach ‘vergisst’.”

Will man nicht unbedingt einen Anhänger hinter sich herziehen, kann man die Anhängerkupplung auch anders nutzen: “Wer einen Fahrradträger für die Verwendung auf der AZV besitzt, wird sich über die maximale Stützlast von 100 kg freuen. Damit lassen sich vier Fahrräder (und sogar E-Bikes) gut transportieren.”

Herausnehmbares Dach

Oben ohne: Zwei Dachelemente können heraus genommen werden Oben ohne: Zwei Dachelemente können heraus genommen werden Neben einer Anhängerkupplung besaß Franks Renegade auch das optional erhältliche MySky-Dach: “Die beiden Dachelemente können unabhängig voneinander entnommen werden, so dass ein gewisses Cabrio-Feeling entsteht. Dazu benötigt man einen Spezialschlüssel, der die Sicherung an den Dächern löst. Das Herausnehmen ist etwas hakelig – jedoch mit etwas Erfahrung kein Problem mehr. Die Elemente können im Zwischenboden des Kofferraums verstaut werden.”

Bei niedrigen Temperaturen kann es dann etwas frisch werden: “Bei rascher Fahrt stellt man fest, dass der mittlere Steg im Dach stark zu vibrieren anfängt. Abhilfe schafft hier das Öffnen von mindestens einem der beiden hinteren Seitenfenster. Das Vibrieren kann man aber auch durch das Montieren des beigelegten Windabweisers eliminieren. Allerdings: Ab 60km/h pfeift es dann ungemein.”

Zwischenbericht zu erstem Eindruck, Motor und Antrieb

Zwischenbericht zu Fahrverhalten und Verbrauch

Zwischenbericht zu Assistenten und Konnektivität

Der nächste Zwischenbericht zu den Themen Licht, Keyless-Go und anderen technischen Features wird hier in den nächsten Tagen veröffentlicht.

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5 Kommentare

Dieser aufgeblasene Frosch hat mit einem Jeep Renegade nichts mehr gemeinsam. Die Produktion mit FIAT hat den Charakter der Marke JEEP nachhaltig verschlimmert.

Avatar von der_Derk "Relax-Ing."
Smart
29. März 2016 um 15:28:58 Uhr

Och ne, nicht schon wieder... :rolleyes: ;)

 

Was ist an diesem Renegade denn potentiell Jeep-charaktergefährdender als an einem Compass oder Patriot - beide ohne Fiat entstanden? Und wo war der Charakter, als Jeep eine Einzelradaufhängung unter Cherokee und Grand Cherokee gezimmert hat?

 

Natürlich ist das nicht mehr der klassische Jeep, aber der Nachruf darauf kommt gute 10 Jahre zu spät - und nur mit Starrachs-Cherokees würde die Marke ihr Überleben nicht sichern können. Wer den "echten" Jeep will, der bekommt doch nach wie vor den Wrangler?

 

Mal über den Tellerrand geschaut: Bei Land Rover ist doch auch nicht jedes Modell ein Defender. Wenn der Freelander den Charakter der Marke offenkundig nicht beschädigen konnte - warum sollte der Renegade das dann bei Jeep schaffen?

Avatar von hungryeinstein
Honda
29. März 2016 um 18:13:36 Uhr

Was die Leute immer mit diesen Gemeinschaftsproduktionen haben, was ist daran so verkehrt?

 

Gerade wenn man einen Ford fährt oder fuhr, der von einem Franzosen angetrieben wird, so wie bei Timmendorfer. Speziell hier hätte ich doch mehr Verständnis erwartet.

 

Das auf Bild 2 bin ich übrigens gar nicht, das war ein anonymer Platztester, der mit seinen 186 cm Körperlänge hinten noch gerade so vernünftig sitzen konnte. :)

Avatar von daniel1710 "V50 T5"
Volvo
30. März 2016 um 09:41:39 Uhr

Naja, ein bisschen rundgelutscht ist er schon.

Ich würde ihn jetzt auch eher in der Sparte Mini D oder X1 sehen als bei Kuga oder Yeti (der als 1.8TSI Benziner 300 Kilo mehr ziehen darf).

Trotzdem wird er gekauft, hier in Detmold fahren sie ja schon rum.

Es ist kein "vollwertiger" Jeep oder Landy. Dafür wurde er auch nicht gebaut. Sagen wir doch einfach FGPKW (Feldweg geeigneter PKW).

Im Alpenraum fahren eher Octavia Scout, Yeti 4x4, Subarus durch die Gegend.

In Italien könnte ich ihn mir gut vorstellen, dort habe ich so viele Fiat Panda 4x4 gesehen wie nirgendwo sonst. Enge Straßen wo Landy und Co nicht durchpassen - und der V50 nur mit eingeklappten Seitenspiegeln :(

 

Außerdem: Auch Jaguar verbaut PSA Motoren. In vielen Reisemobilen stecken Franzosen oder Italiener - und sie halten. Einige kann man aufgrund der Diesel-DPF-Technik direkt verschrotten, aber im Grunde sind diese Motoren, ähnlich wie bei unterschätzten Asiaten, kaum kaputt zu kriegen.

 

OT:

Hat sich mal jemand die Mühe gemacht den Wagen online zu konfigurieren?

 

Da gibt es dann zu "speziellen" Alufelgen den ZWANG die Heckscheibenverdunkelung mitzukaufen.. (Hä..??)

Oder bei der Auswahl des Anhängerpaketes, das Ersatzrad für 190 Euro mitzukaufen...

Oder... Park&Safety Paket (Rückfahrkamera, PDC vorne und hinten) ist verbunden mit der Auswahl Alarmanlage (300 Euro Aufpreis)

Und gerade nur die Kamera könnte hier interessant sein für Anhänger, trotz der Kastenform.

 

So kommt man beim 4x4 Diesel Handschaltung auf schnell 32.000 Euro.

Avatar von der_Derk "Relax-Ing."
Smart
30. März 2016 um 10:28:38 Uhr

Zitat:

@daniel1710 schrieb am 30. März 2016 um 09:41:39 Uhr:

OT:

Hat sich mal jemand die Mühe gemacht den Wagen online zu konfigurieren?

Ja, durchaus. Die von mir gefahrene Version (2.0er Diesel, 140 PS, Handschaltung, Limited) kam dabei auf knapp über 30000 Euro. Nicht gerade wenig, ich vergleiche immer noch mit dem Grand Vitara, der als der teuerste Suzuki aller Zeiten (2009, 3.2 V6, keine Aufpreisliste) ebenfalls in der Region lag. Dem günstigen Jeep-Einstiegspreis folgt daher eine recht steile Aufpreiskurve, auf der anderen Seite scheinen die Straßenpreise wiederum viel Rabatte einzuräumen. Allerdings - ist mir das am Ende nicht wirklich wichtig, da ich eh kein Neuwagenkäufer bin. Gebraucht sieht das dann eh wieder ganz anders aus...

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