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Zwischenbericht zu Assistenten und Konnektivität

Unsere fünf Testfahrer Derk aka der_Derk, Dirk aka keksedoik, Frank aka WalkersAstra, Jörg aka hungryeinstein und Thomas aka tommyhome waren sehr fleißig und testeten, was der Jeep Renegade hergab. Zeit für einen weiteren Zwischenbericht. Diesmal dreht es sich um Assistenten, Navi und Verbindung mit dem Smartphone.

Rückfahrsensoren am Heck helfen beim Einparken Rückfahrsensoren am Heck helfen beim Einparken

Einparkhilfe

Natürlich treffen unsere MOTOR-TALKer auch old school jede Parklücke perfekt. Ist aber eine Parkhilfe da, wird sie auch gern genutzt: “Mit der Einparkhilfe kann man auf den Zentimeter genau einparken. Sie wird automatisch beim Einlegen des Rückwärtsganges aktiviert. Im Monitor ist ein ausreichend gutes Bild zu erkennen. Hilfslinien und akustische Signale erleichtern den Vorgang“, sagt Jörg. Nachts allerdings findet er „die Bildqualität schlechter, aber immer noch absolut ausreichend. Bei Regen setzen sich leider Dreck und Wasser auf der Optik fest.”

Testfahrer Dirk ist dankbar für die Parkhilfe, denn: “Das Rückwärtsfahren mit dem Renegade ist für mich eher unübersichtlich. Schuld daran ist die schlechte Sicht nach hinten und die sehr weit nach hinten angeordneten Rückspiegel. Deswegen ist die Einparkhilfe für mich eine große Hilfe. Sie arbeitet sehr präzise.

Derk hat für das System noch einen Verbesserungswunsch: “Von den Assistenzsystemen empfinde ich noch den Parkwarner am Sinnvollsten. Ich hätte ihn nur gerne auch noch vorn gehabt – trotz der gut überschaubaren Motorhaube.” Dieser Meinung schließt sich Thomas an: “Die Darstellung ist relativ klein, denn obwohl die Parksensoren nur hinten sind, wird der komplette Wagen abgebildet. Die Linien, die den Abstand zeigen sollen, sind dann entsprechend klein. Eine detailliertere Darstellung wäre hier sinnvoll.”

Tempomat

Tempomaten sind da besonders sinnvoll, wo über längere Zeit konstant die gleiche Geschwindigkeit gefahren werden kann oder sollte. Besonders Autobahnfahrten oder Fahrten über Land bieten sich da an. Dirk hat den Tempomat auf der Autobahn getestet: “Einfach einschalten und bei der Fahrt kurz ‘Plus’ oder ‘Minus’ drücken und schon fährt das Auto in der gewünschten Geschwindigkeit weiter. In 1-km/h-Stufen kann es über die Lenkradtaster nachgestellt werden. Für mich ein gelungenes Assistenzsystem.”

Aber auch, wenn innerorts ein bestimmtes Tempolimit nicht überschritten werden soll, kann ein Tempomat helfen. Jörg: “Eine Besonderheit ist, dass sich der Tempomat schon ab 32 km/h zuschalten und damit auch in Tempo-30-Zonen nutzen lässt. In den meisten Fahrzeugen funktioniert das erst bei mehr als 40 km/h.”

Thomas berichtet von einem merkwürdigen Phänomen: “Der Tempomat hält die Geschwindigkeit nicht wirklich konstant. Mehrmals ist mir aufgefallen, dass es so wirkte, als ob immer kurz das Gas angetippt und wieder losgelassen wurde. Das kann man auch an einer sich minimal auf und ab bewegenden Tachometernadel erkennen.”

Der Spurwarner leuchtet beim Verlassen der Spur orange Der Spurwarner leuchtet beim Verlassen der Spur orange

Spurhalteassistent und Bergabfahrassistent

Der Spurhalteassistent hinterließ bei den Testern gemischte Eindrücke. Jörg berichtet zunächst von einer soliden Funktionsweise: “Der Spurhalteassistent schaltet sich erst bei Geschwindigkeiten ab etwa 65 km/h hinzu. Die Fahrbahnbegrenzungen werden gut erkannt. Ein leichter Lenkeingriff korrigiert bei Bedarf die Richtung. Der könnte etwas stärker sein, da er sehr leicht durch den Fahrer zu übersteuern ist. Optisch wird das Überfahren einer Linie im Display angezeigt: Es wird ein kleines Fahrzeug dargestellt, das grün bei eingehaltener Spur und orange bei Gefahr ist.” Allerdings ist das System manchmal überfordert: “Mit schmalen Landstraßen kommt der Assistent nicht wirklich zurecht. Er schaltet sich oft einfach ab. Das Fahrzeug auf dem Bildschirm wird dann grau.”

Derk geht in seinem Urteil noch weiter: “Der Spurhalteassistent ‘LaneSense’ ist meiner Meinung nach nutzlos und gefährlich. Nutzlos, weil er nur dann aktiv ist, wenn er auch Leitlinien erkennt. Das ist alles andere als zuverlässig: Durchgezogene weiße Linien auf der Autobahn werden zwar recht zuverlässig erkannt, gestrichelte aber nicht immer, und auf schmalen Landstraßen erscheint eher alles dem Zufall überlassen. Gefährlich ist das, weil sich das System bei schmalen Autobahnbaustellen öfter spontan für die weiße anstatt der gelben Linie entscheidet – und dann auf der 2-Meter-Spur neben einem Lkw am Lenkrad zupft.”

Der Anhänger schiebt bei Gefälle sehr - ein Job für die Bergabfahrhilfe Der Anhänger schiebt bei Gefälle sehr - ein Job für die Bergabfahrhilfe Der absolute Höhepunkt des Tests war für Frank der Bergabfahrassistent: “Der vollbeladene Anhänger erzeugt auf einem stark abfallenden und aufgeweichten Waldweg eine so starke Schubkraft, dass das Fahrzeug keinen richtigen Halt mehr am Boden hat. Das Drücken des Bergabfahrtassistenten ist in einem solchen Fall wie ein Sechser im Lotto. Über das Gaspedal und die Bremse kann man ähnlich wie bei einem Tempomaten die Geschwindigkeit fest einstellen. Diese “Hill-Descent-Control” sorgt dafür, dass das Gespann ganz sicher zu Tal gebracht wird – der Fahrer kann sich dabei zurücklegen und die Abfahrt genießen.”

Nice-to have: Weitere Hilfssysteme wie Auffahrwarner oder Regensensor

Wie gut der Auffahrwarner im Alltag funktioniert, hat Derk überprüft: “Der Kollisionswarner macht durch Piepen auf ein Hindernis aufmerksam. Sogar im Stadtverkehr bei plötzlich kreuzenden Passanten reagiert er. Er warnt auch manchmal auf kurvigen Landstraßen, wenn in der 90-Grad-Kurve plötzlich die Straße eng wird oder eine Leitplanke sich nähert.”

Jörgs Fahrstil macht diese Funktion bei ihm allerdings bisher unnötig: “Trotz Aktivierung konnte ich den Auffahrwarner bisher nicht in Aktion erleben. Ich vermute, meine eigene Gefahrwahrnehmung greift schneller als die Elektronik, denn ich gehöre nicht zu den Windschattenfahrern.” Dafür hat Jörg den Tote-Winkel-Warner ausprobiert: “Ein heller gelber Punkt in den Außenspiegeln signalisiert Fahrzeuge im Gefahrenbereich. Beim Aktivieren des Blinkers ertönt zusätzlich ein akustisches Signal. Beim zweispurigen Abbiegen an großen Kreuzungen hat das System einen Nachteil: Da andere Fahrzeuge im Gefahrenbereich fahren und der Blinker gesetzt ist, piept es ständig.”

Der Regensensor arbeitet zuverlässig. Darin sind sich Derk und Jörg einig. Derk dazu: “Das automatische Scheibenwischerintervall bei Regen funktioniert wie erwartet, da hatte ich kein Bedürfnis zum Nachregeln oder Eingreifen.” Das sieht Jörg ähnlich: “Der Regensensor funktioniert ganz ausgezeichnet. Er sorgt immer für die richtige Wischgeschwindigkeit und das richtige Intervall.

Dirk hat an der Tankstelle das Reifendruckkontrollsystem ausprobiert: “Das System arbeitet ausgezeichnet. Ich habe den Luftdruck in einem Reifen auf 2,9 bar erhöht und in einem Reifen auf 1,5 bar abgelassen. Die Veränderung wird sofort erkannt und auf zu wenig Luftdruck hingewiesen.”

Jörg hat die elektrische Parkbremse ausführlich getestet: “Die Parkbremse lässt sich auch während der Fahrt wie eine normale Handbremse per Hebel ziehen. Im Menü kann eingestellt werden, dass sie sich automatisch beim Abstellen des Motors aktiviert. So kann man es nicht vergessen.” Allerdings hat er damit auch einen technischen Ausfall erlebt: “Nachdem ich den Motor startete, ließ sich die Parkbremse nicht mehr lösen. Erst nachdem ich im Menü die automatische Aktivierung deaktiviert hatte und den Motor neu startete, ließ sich die Bremse wie gewohnt durch einen Druck auf den Schalter lösen.”

Das Navi war den Testern vertraut und leicht zu bedienen Das Navi war den Testern vertraut und leicht zu bedienen

Für Derk ist das Navigationssystem des Jeep Renegade ein alter Bekannter: “Das Navi selbst ist von TomTom. Ich kenne es in dieser Form schon aus anderen Fahrzeugen. Abgesehen von den Spracheigenheiten der Ansager sind mir keine weiteren Besonderheiten aufgefallen.”

Auch für Dirk erfüllt das System seinen Zweck: “Das Navigationssystem ist leicht verständlich und gut zu bedienen. Die angezeigte Ankunftszeit stimmt fast immer mit der tatsächlichen überein. An Kreuzungen oder bevorstehenden Ereignissen wird zusätzlich das Display in der Mittekonsole genutzt. Leider reagiert das etwas träge.”

Thomas berichtet: “Die Routenführung selbst war einwandfrei. Wünschenswert wäre es, schneller ins Menü mit den Verkehrsmeldungen zu kommen. Die Bedienung war sonst einfach und verständlich. Sobald Hinweise anstehen, werden diese zusätzlich in der Mittelkonsole angezeigt. Schade: Es gibt dort kein festes Menü für das Navi, so dass man sich diese nicht dauerhaft anzeigen lassen kann.

Jörg hat ähnliche Kritikpunkte: “Das Navi braucht zu lange, bis es betriebsbereit ist. Der kleine Monitor in der Mittelkonsole wirkt wie ein Fremdkörper. Da die Auflösung gering ist, bietet er nur ein kontrastarmes Bild. Glücklicherweise wird die Navigation auch im Tachometerdisplay eingeblendet. Und da ist das Bilderlebnis toll.” Jörg gefällt die Navistimme. “Die Ansagen sind aber unpräzise, ohne Blick auf die Anzeige würde ich mich öfters verfahren.”

Konnektivität

Die Verbindung mit dem Smartphone klappt gut Die Verbindung mit dem Smartphone klappt gut Ohne Smartphone steigt heute kaum ein Fahrer ins Auto, bei unseren Testern ist das nicht anders. Umso wichtiger, dass sich das Handy schnell und einfach mit dem Fahrzeug verbinden lässt. Derks Windows-Smartphone hat damit keine Schwierigkeiten: “Die Verbindung mit meinem Nokia-Smartphone (Lumia 920) klappt gut und im normalen Zeitrahmen. Die Freisprecheinrichtung ist in beide Richtungen gut verständlich.” Dasselbe gilt auch für Thomas’ iPhone: “Die Verbindung ist mit meinem iPhone 6 mit iOS 9 sehr schnell via Bluetooth hergestellt. Die Sprachqualität und die Verständlichkeit ist in Ordnung.”

Für Frank ist die Sprachsteuerung noch nicht ausgereift: “Das Wählen einer Telefonnummer klappt zwar, ist aber zu umständlich. Ich muss vorher wissen, wie ich den Kontakt im Telefonbuch genau gespeichert habe.” Des Weiteren hat er Probleme mit der zugehörigen App: “Die bei Google Play angebotene App Uconnect Live (Version 1.4.2) lief zwar auf meinem Smartphone, allerdings blieb mir der Zugang trotz Registrierung verwehrt. Bei einem zweiten Telefon war das identisch. Mein Samsung Pad PRO wollte die App gar nicht erst installieren.”

Zwischenbericht zu erstem Eindruck, Motor und Antrieb

Zwischenbericht zu Fahrverhalten und Verbrauch

Den nächsten Zwischenbericht zum Thema Innenraum, Kofferraum und Fahren mit Anhänger lest Ihr hier in den nächsten Tagen.

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6 Kommentare
Avatar von hungryeinstein
Honda
24. März 2016 um 11:06:52 Uhr

Das Thema mit der Parkbremse kommt von mir, außer Frank hat genau das Gleiche geschrieben. ;)

 

Bitte korrigieren.

Avatar von hungryeinstein
Honda
24. März 2016 um 11:20:26 Uhr

Wow, das ging schnell. Danke.

Hallo Jörg,

 

Ehrensache. Hat Frank nicht, ich hab geguckt :) Ihr habt so unglaublich fleißig getestet und geschrieben, wir haben so viel Text gesichtet, da ist der Name vertauscht worden. Entschuldige bitte, ich habe es korrigiert.

 

Viele Grüße

Juliane

Avatar von hungryeinstein
Honda
24. März 2016 um 11:41:19 Uhr

Gar kein Problem Juliane. Ihr/Du fasst das gut zusammen. Sicher oft gar nicht so einfach die Aussage dann noch sauber zu treffen und nicht aus dem Zusammenhang zu reißen, wenn die Texte so lang sind.

 

VG Jörg

Avatar von daniel1710 "V50 T5"
Volvo
28. März 2016 um 00:55:27 Uhr

Mal zum Thema Spurhalteassistent:

 

Jetzt müsste man mal in Erfahurng bringen ob dies wirklich ein Assistent ist (Autobahnfahrt) oder lediglich ein "Spurverlasswarner".

 

Ich verstehe es so:

Der Fahrer ist müde, überfordert oder einfach unaufmerksam und wird somit durch das System gewarnt.

Nimmt der Fahrer die Hände vom Lenker (eingepennt?) wird das System nach x Sekunden deaktiviert (ist das beim Jeep auch so?).

 

Sollten die Hersteller ein System entwickeln an das sich die Fahrer blindlings gewöhnen und dadurch die eigenen körperlichen Symptome noch weiter ignorieren, kann man fast hoffen dass einem niemals so ein Wagen entgegen kommt.

 

Viel besser fänd ich Rattermarken als Straßenbegrenzung. Was seit Jahren bei unseren Nachbarn funktioniert, benötigt hier anscheinend wieder +10 Jahre. Das Geräusch ist dann auch mal eine Warnung - und kein dezenter Hinweis bitte freundlicherweise nicht die Spur zu verlassen ;-)

 

Ansonsten netter Bericht. Auch zur Bergabfahrhilfe! Meinst Du der Wagen wäre mit einem oder gar zwei Pferden überfordert?

Avatar von der_Derk "Relax-Ing."
Smart
29. März 2016 um 09:01:21 Uhr

Zitat:

@daniel1710 schrieb am 28. März 2016 um 00:55:27 Uhr:

Mal zum Thema Spurhalteassistent:

 

Jetzt müsste man mal in Erfahurng bringen ob dies wirklich ein Assistent ist (Autobahnfahrt) oder lediglich ein "Spurverlasswarner".

Ist schon ein Assistent, also er warnt nicht. Tonausgabe nur, wenn man sie eingestellt hat, Vibration gar nicht. Bei Annäherung an das, was die Kamera als Spurmarkierung identifiziert hat, lenkt er aktiv wieder in Richtung der gedachten Spurmitte - sofern man selber keinen Lenkimpuls in die andere Richtung gibt.

 

Blindlings drauf verlassen kann man sich jedoch nicht, weil die Kamera halt nicht immer die Spur erkennen kann. Geht nur, solange das Piktogramm des Autos (entweder im Tachobildschirm als Hauptansicht gewählt, sonst klien links oben in der Ecke) grün ist. Um sich darauf zu verlassen, muss man somit immer noch genug Aufmerksamkeit aufbringen, um die Bildschirmdarstellung zu erkennen - was mich zur obigen Aussage "nutzlos" bewegt hat, denn eben diese Aufmerksamkeit könnte man auch der Straße widmen und die Spur halten ;).

 

Zwei Pferde - das könnte mit der maximalen Anhängelast von 1500 kg eng werden.

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