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Mercedes-Benz Weltpremiere auf der IAA

ECitaro - von diesem Bus hörst Du nur noch das PFFFFT der Türen

Ein kleines Nickerchen an der Bushaltestelle könnte demnächst ärgerliche Folgen haben. Dann nämlich, wenn auf Deiner Linie der neue eCitaro von Mercedes verkehrt. Der surrt nämlich ganz leise heran und wieder weg. Als Wecker funktioniert höchstens noch das P f f f f t der sich öffnenden Türen. Mit der Weltpremiere des vollelektrischen Stadtbusses eCitaro startet Daimler Buses seine Innovationsoffensive für Elektromobilität in Städten.

von MOTOR-TALK am 14.09.2018 um 09:59

Die beiden Radnabenmotoren des vollelektrisch angetriebenen eCitaro leisten je 125 kW, haben ein Drehmoment von 2 x 485 Nm Die beiden Radnabenmotoren des vollelektrisch angetriebenen eCitaro leisten je 125 kW, haben ein Drehmoment von 2 x 485 Nm Er fährt lokal abgasfrei und fast geräuschlos und das unter Normalbedingungen im Sommer etwa 150 Kilometer weit. Bei Idealbedingungen sogar rund 250 Kilometer. Damit kann er bereits jeden dritten Stadtbus mit Verbrennungsmotor ersetzen. Und eine Umstellung auf die künftige Batterietechnik ist konzeptionell auch schon vorgesehen.

Verkehrsbetriebe können also mit einem Batterietausch die Reichweiten ihrer eCitaro künftig steigern. Mit der neuen Generation der NMCBatterien (330 kWh Gesamtkapazität) deckt der eCitaro dann rund 50 Prozent aller Anforderungen ab. Der nächste Schritt sind Lithium-Polymer-Batterien. Mit rund 400 kWh im Solobus und noch mehr Kapazität im Gelenkbus erfüllt der surrende Schwabe dann etwa 70 Prozent aller Anforderungen. Später erhöht ein Range-Extender in Form einer Brennstoffzelle die Reichweite so weit, dass annähernd alle herkömmlichen Busse ersetzt werden können.

Am Rhein, in Hamburg und Berlin geht’s los

Der vollelektrisch angetriebene eCitaro hebt Elektromobilität mit Stadtbussen auf ein neues Niveau. Die Stuttgarter präsentieren darüber hinaus aber schon den konkreten Fahrplan für den Stadtbusantrieb der nahen Zukunft. Stadtverkehr, Mittelstrecke im Überlandverkehr oder Langstreckenfahrten – für jeden Bedarf muss die Technik individuell perfektioniert werden.

Deshalb ist der neue eCitaro in das eMobility-System von Daimler Buses eingebettet. Das begleitet Verkehrsbetriebe von der Beratung über die Unterstützung mit einem intelligenten Lademanagement und die Mitarbeiter-Schulung bis zum Service mit spezifischen Dienstleistungen. Die ersten eCitaro surren übrigens noch 2018 zu Rhein-Neckar-Verkehr, der Hamburger Hochbahn und den Berliner Verkehrsbetrieben.

Das Röntgenbild zeigt, wo die Technik im eCitaro steckt. Neben zwei Batteriemodulen auf dem Fahrzeugdach gehören vier Batteriemodule im Heck zur Grundausstattung. Optional sind zwei oder vier weitere Module auf dem Dach möglich. Das Röntgenbild zeigt, wo die Technik im eCitaro steckt. Neben zwei Batteriemodulen auf dem Fahrzeugdach gehören vier Batteriemodule im Heck zur Grundausstattung. Optional sind zwei oder vier weitere Module auf dem Dach möglich. Angetrieben wird der eCitaro von Elektromotoren an den Radnaben (2 x 125 kW, 485 Nm Drehmoment). Lithium-Ionen-Batterien mit einer Gesamtkapazität von bis zu 243 kWh übernehmen die Stromversorgung. Neben zwei Batteriemodulen auf dem Fahrzeugdach gehören vier Module im Heck zur Grundausstattung. Mit bis zu zehn Batteriemodulen kann die Einsatz- und Ladestrategie exakt dem individuellen Bedarf angepasst werden.

Zehn Module sichern die größtmögliche Reichweite, weniger Module verringern Gewicht und Anschaffungskosten und erhöhen die Fahrgastkapazität. Mit zehn Modulen wiegt der Bus etwa 13,44 Tonnen. Das entspricht bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 19,5 Tonnen einer Zuladung von mehr als sechs Tonnen oder rund 88 Fahrgästen – praxisgerecht auch in Hauptverkehrszeiten.

Auch mit seiner Ladetechnik passt sich der eCitaro an die Erfordernisse der Verkehrsbetriebe an. Zunächst werden die Akkus per Stecker geladen. Ist zur Vergrößerung der Reichweite eine Zwischenladung gewünscht, kann der eCitaro später optional auch per Dachstromabnehmer „betankt“ werden. Der eCitaro produziert sogar selbst Energie: mit Rekuperation. Die Elektromotoren arbeiten beim Bremsen als Generatoren und wandeln kinetische Energie in Strom um.

Die Königsdisziplin heißt Thermomanagement

Zum Serienanlauf ist eine Ladung über Stecker vorgesehen. Für eine größere Reichweite kann der eCitaro später optional auch per Dachstromabnehmer zwischengeladen werden. Zum Serienanlauf ist eine Ladung über Stecker vorgesehen. Für eine größere Reichweite kann der eCitaro später optional auch per Dachstromabnehmer zwischengeladen werden. Die Batteriekapazität allein sagt wenig über die Reichweite aus – der wahre Maßstab ist der Energieverbrauch. Der wird bei einem Stadtbus sehr stark von der Kühlung und noch mehr von der Heizung beeinflusst. Bei einer Außentemperatur von minus zehn Grad verdoppelt sich der Energieverbrauch eines Stadtbusses im Vergleich zu Fahrten ohne Heizung. Das halbiert die Reichweite. Deshalb haben die Entwickler das Thermomanagement bis ins Detail optimiert: Im Vergleich zum Citaro mit Verbrennungsmotor sinkt der Energiebedarf für Heizung, Lüftung und Klimatisierung um rund 40 Prozent. Das Thermomanagement hält sogar die Batterien durch Kühlung auf Idealtemperatur, was Lade- und Leistungsfähigkeit sowie die Lebensdauer optimiert.

Wärmepumpe heizt, Achsen zählen Passagiere

Den Fahrgastraum des eCitaro beheizt energiesparend eine Wärmepumpe. Um den Energieaufwand auf ein Minimum zu reduzieren, sind sämtliche Wärme abgebenden Komponenten außerdem vernetzt. Außer den Passagieren. Aber die geben auch Wärme ab. Deshalb wird die Heizleistung mit steigender Passagierzahl zurückgenommen und der Frischluftanteil im Bus entsprechend angepasst. Und wer zählt die Passagiere? Achslastsensoren! Das Thermomanagement nutzt die Dachklimaanlage im Winter zusätzlich als Wärmepumpe. Durch die Verwendung des Kältemittels CO2 kann die Wärmepumpe besonders effizient eingesetzt werden – selbst bei Temperaturen von bis zu minus zehn Grad. Ein weiteres Plus: Bereits im Depot kann der Innenraum auf die gewünschte Temperatur vor- und sogar überkonditioniert werden. Somit startet der Bus bereits geheizt oder gekühlt zu seinem Einsatz.

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6 Kommentare
BNGT180 Avatar
von BNGT180Fri Sep 14 10:06:39 CEST 2018

Na dann drücke ich die Daumen! Den eCitaro will ich auch mal gerne sehen und probefahren.

DerHansematz Avatar
von DerHansematzFri Sep 14 11:28:51 CEST 2018

Sehr gut! Endlich wird der ÖPNV sauber. Hightech auf Monatskarte - das gefällt mir.

BNGT180 Avatar
von BNGT180Fri Sep 14 11:47:39 CEST 2018

schaut mal nach Augsburg da wird sauber mit CNG gefahren. Ohne qualmende Kohlekraftwerke im Hintergrund...

BNGT180 Avatar
von BNGT180Fri Sep 14 11:49:33 CEST 2018

Also ein wenig aufpassen und die E-Mobilität mit Vor- und vor allem Aussicht auf dem Stromgenerator geniessen.

BNGT180 Avatar
von BNGT180Fri Sep 14 11:51:55 CEST 2018

Und nur kräftige Jungs einsteigen lassen, die im Winter auch ordentlich schieben können...;-) falls die Angaben der Reichweiten etwas optimistisch waren und die Batterien langsam den Geist aufgeben...

BNGT180 Avatar
von BNGT180Fri Sep 14 11:54:04 CEST 2018

Eine gute Sache vor allem, wenn der Strom regenerativ erzeugt und nicht in der Zuleitung in u.a. Wärme umgewandelt wird...

Deine Antwort auf "eCitaro - von diesem Bus hörst Du nur noch das PFFFFT der Türen"

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