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Wechsel auf Sommerreifen - Was sind die Vorteile

Sparsamkeit, zu wenig Platz in der Garage, "das Profil ist doch noch gut": Manche Autofahrer lassen die Winterreifen auch den Sommer über am Auto. Eine gesetzliche Pflicht für den Wechsel auf Sommerreifen gibt es in Deutschland nicht.

Die Reifen sollen nach § 2, Absatz 3a StVO lediglich an die Witterung angepasst sein. "Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen. Hierzu gehören insbesondere eine geeignete Bereifung […]".

Warum ein Wechsel auf Sommerreifen sinnvoll ist, mehr Sicherheit und Fahrspaß bringt, erläutern Euch die Experten von Continental.

Sicherheit: Wechsel auf Sommerreifen – Die Mischung macht's

Die Vorteile von Sommerreifen sind ein verbessertes Fahrverhalten und höhere Präzision. Das Profil von Sommerreifen muss sowohl für trockene als auch regennasse Straßen passen. Es enthält weniger Lamellen und speziell gestaltete Profilblöcke, die auch mit Aquaplaning zurechtkommen. So sorgen Sommerreifen bei warmen Temperaturen für mehr Grip in Längs- und Querrichtung.

Welche Änderungen im Fahrverhalten Ihr erwarten könnt, wenn Ihr im Frühjahr von Winterreifen auf Sommerreifen wechselt, zeigt Euch die folgende Animation. Die angegebenen Werte sind Durchschnittswerte, die Continental in Vergleichstests ermittelt hat.

Verbesserte Reifen-Eigenschaften bei über 15 Grad Celsius

Doppelkurve
Reaktion des Fahrzeuges, insbesondere der Hinterachse, beim Durchfahren von Doppelkurven im Grenzbereich z.B. kurvenreiche Landstraße
+ 5%
Spurenwechsel
Reaktion des Fahrzeuges beim raschen Spurwechsel, unter anderem bei der Simulation einer Gefahrensituation z.B. Ausweichen auf der Autobahn bei hoher Geschwindigkeit
+ 15%
Spurentreue bei Kurvenfahrten
Lenkpräzision bei der Einfahrt in, Durchfahrt von und Ausfahrt aus Kurven bei Geschwindigkeiten bis in den Grenzbereich z.B. Landstraße, Autobahnabfahrt
+ 14%
Lastwechsel-
veränderungen
Fahrverhalten bei Kurvenfahrt mit starker Querbeschleunigung und abrupter Geschwindigkeitsverminderung (Verhalten bei Übersteuern) z.B. zu schnell durchfahrene Kurve
+ 7%
Verhalten im Grenzbereich
Einlenkverhalten des Fahrzeuges im Grenzbereich (Übersteuern, untersteuern, neutral). Wie weit ist die Obergrenze entfernt? z.B. wann und wie schnell bricht das Fahrzeug aus?
+ 6%
Reifen können nur dann wirklich Sicherheit und natürlich Fahrspaß machen, wenn sie im richtigen 'Biotop' gehalten werden. Daher ist es richtig, in der warmen Jahreszeit Sommerreifen einzusetzen. Ihre Mischung und Profilauslegung bürgt dann für kurze Bremswege, präzises Handling und niedrigen Rollwiderstand
Burkhard WiesLeiter Pkw- Reifenentwicklung Continental

Bremsverhalten von Sommerreifen

Die Reifen haben einen immensen Einfluss auf die Länge des Bremsweges. Ab 15 Grad kommen Fahrzeuge mit Sommerreifen sechs bis sieben Meter früher zum Stehen als Autos mit Winterpneus.

Wer auch in der warmen Jahreszeit sicher fahren und bremsen will, sollte deshalb auf Sommerreifen wechseln. Welchen Einfluss Sommerreifen und Winterreifen auf den Bremsweg haben, seht Ihr hier im direkten Vergleich.

Bremsen auf trockener Fahrbahn

Bremswegvergleich von 100 km/h bis zum Stillstand > 15 Grad Celsius

Sommerreifen 36,6 m
Winterreifen 44,1 m

Bremsen auf nasser Fahrbahn

Bremswegvergleich von 100 km/h bis zum Stillstand > 15 Grad Celsius

Sommerreifen 51,3 m
Winterreifen 57,3 m
Wir sehen im täglichen Testbetrieb auf dem Contidrom oder bei den Winterversuchen, dass Sommerreifen Spezialisten für die wärmeren Tage sind. Sie bauen schon ab sieben Grad plus in Längs- und Querrichtung deutlich mehr Grip auf als Winterreifen. Das gilt für trockene und insbesondere für nasse Fahrbahnen. Am Wechsel führt daher immer noch kein Weg vorbei, wenn man sicher fahren will.
Angelo Perez-RiemerExperte für subjektive Reifentests von Continental

Den Verbrauch senken und das Material schonen

Sommerreifen haben eine härtere Gummimischung mit einem geringeren Kautschukanteil als Winterreifen. Sie müssen höhere Temperaturen aushalten und dürfen trotzdem nicht weich werden. Die weichere Gummimischung von Winterpneus hält die Reifen bei niedrigen Temperaturen zwar sicher auf der Straße. Bei Temperaturen über 7 Grad verwandelt sich dieser Vorteil in einen Nachteil, denn der Reifen fährt sich schneller ab.

Der Wechsel auf Sommerreifen spart Sprit und verringert den Abrieb. Wir empfehlen, die Winterreifen gegen die Sommerreifen im Frühjahr zu tauschen, sobald es regelmäßig wärmer als 5 bis 7 Grad Celsius ist und kein Frost mehr zu erwarten ist.

Wer im Sommer auf Winterreifen bleibt, hat ganz sicher mit höherem Abrieb und höherem Spritverbrauch als mit Sommerreifen zu rechnen. Dazu kommen längere Bremswege und schlechteres Handling. Sommerreifen sollten von Ostern bis Oktober am Wagen sein.
Eugen GeyerKundendienstingenieur von Continental
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