Online: 2.731
ANZEIGE
Nasshandling, 58 Grad und ganz viele Antworten

Ihr hattet die Fragen, wir holten die Antworten. Dafür waren wir einen Tag mit Kamera auf dem Contidrom, Continentals Reifenteststrecke bei Hannover, und befragten die Experten.

Nasshandlingsstecke: Die kleinen Wasserfontänen sorgen dafür, dass auf der Strecke überall die gleichen Nässe-Bedingungen herrschen Nasshandlingsstecke: Die kleinen Wasserfontänen sorgen dafür, dass auf der Strecke überall die gleichen Nässe-Bedingungen herrschen Der Motor des weißen Audi R8 brüllt. Die Reifen quietschen und das Wasser spritzt. Runde um Runde driftet der Reifentester über den kleinen Nasshandlingskurs. Sehen können wir ihn nicht die gesamte Zeit. Hören schon. Und das, was wir hören, klingt nach Spaß - und zeigt uns die besonders angenehmen Seiten des Berufes Testfahrer.

Die Regel ist das aber nicht, wie wir auf der Tour über das 160 Hektar große Contidrom mit einem der Testfahrer lernen. Oft geht es um Präzision und Wiederholung. Zum Beispiel auf der Geräuschmessstrecke. Passen Geschwindigkeit und Messpunkt nicht zusammen, ist die ganze Messung nicht verwertbar. Wenn dann noch ein Vogel kreischt oder eine Windbö kommt - Ihr könnt es Euch denken: Das Ganze noch einmal.

Automatisierungen ersetzen kein Popometer

Auch wenn einige Tests automatisiert oder gar simuliert funktionieren, sind die subjektiven Eindrücke der Testfahrer unverzichtbar. Nur sie können dank geschultem Popometer einschätzen, wie sich Nasshandling, Lenkverhalten oder Komfort in unterschiedlichen Fahrsituationen verhalten. Für Tests wie diese bietet sich der große Handlingskurs an.

Die MT-Redakteure im Gespräch mit Reifenexperte Andreas Schlenke Die MT-Redakteure im Gespräch mit Reifenexperte Andreas Schlenke Einige MOTOR-TALKer kennen ihn noch vom letzten „Hinter den Kulissen“-Event, bei dem sie selbst in die Rolle von Testfahrern schlüpften. Vom großen Handlingskurs gibt es eine direkte Verbindung zum Hochgeschwindigkeitsoval. Unser Testfahrer fuhr gleich zwei Runden auf der 2,8 Kilometer langen Strecke, reizte jedoch die 58 Grad Kurvenneigung (zum Glück) nicht aus. Wir sind ja nicht zum Spaß hier, sondern zum Reden.

Und zwar mit Profis. Einer davon kommt mit uns vor die Kamera. Andreas Schlenke ist Maschinenbauingenieur und arbeitet seit 1998 bei Continental in der Forschung und Entwicklung der Reifen-Division. Kaum einer vereint so viel Wissen und Expertise in Sachen Reifentests wie er. Und das zeigte er auch im Expertentalk. Die Fragen stellten nicht nur unsere beiden Redakteure, sondern auch einer von Euch, MOTOR-TALKer Leon596. Er durfte im R8 auf dem Beifahrersitz Platz nehmen und Testfahrer und Reifenexperte ausfragen. Leon596 hatte keine Scheu, sich vor unsere Kamera zu stellen und Andreas Schlenke auch kritische Fragen zu stellen.

MOTOR-TALKer Leon596 im Gespräch mit Continental-Experte Andreas Schlenke MOTOR-TALKer Leon596 im Gespräch mit Continental-Experte Andreas Schlenke

Die Antworten findet Ihr im Video

145 Fragen habt Ihr uns vorab mitgegeben. Wir haben so viele davon gestellt, wie wir in einer Stunde Video unterbringen können. Den ganzen Tag hochpotente Autos über tolle Fahrparcours zu jagen – das klingt nach einem Traumjob. Aber was gehört noch dazu, was sind subjektive Tests und wie wird man überhaupt Testfahrer?

 

Seht selbst, die Antworten gibt Euch Conti-Experte Andreas Schlenke im Video.

Sind Fragen offengeblieben? Im Herbst folgt ein Themenspezial zu Reifentests.

Diesen Artikel teilen:
21 Kommentare

Zitat:

@schrotti_999 schrieb am 26. Juli 2018 um 01:05:01 Uhr:

Zitat:

@aero84 schrieb am 25. Juli 2018 um 22:29:01 Uhr:

 

 

Und genau das stimmt eben nicht. Der Name Michelin fiel hier ja schon. Ich bin schon einige (Marken-) WR gefahren, die man bei 4mm wegwerfen konnte. Und mit 7 Jahre alten Michelin Alpin mit 1,60000001mm Restprofil* bin ich in einem Wintereinbruch in der Eifel in Schnee und Eis Kreise um die anderen Verkehrsteilnehmer gefahren...

Es ist wie immer. Pauschalisierungen sind mal pauschal kacke. :cool:

Du schreibst hier auch "kacke", denn ein Winterreifen mit 1,6 mm ist kein Winterreifen mehr, das ist Müll für den Ofen und dabei ist völlig wurscht welches Label da drauf pappt. Solchen Schmarrn kann eigentlich nur einer schreiben, der winterliche Verhältnisse nur aus dem TV kennt, oder nicht ganz klar ist in der Birne und tatsächlich mit solch halbkriminellen Reifen unterwegs ist. :(

Nein, sowas schreibt jemand, der Erfahrung hat.

Und die hast du als Tastaturpöbler ja scheinbar nicht, sonst würde nicht so eine plumpe Antwort kommen.

Oder du hast nur die Hälfte der Aussage gelesen und zusammenhangslos aus dem Kontext gerissen.

Pauschalisieren oder zusammenhangslose Sätze rausreißen kann jeder.

Das ist in Deutschland aktuell ja auch verdammt groß in Mode.....

 

Die Person hier fährt über 50.000km im Jahr und das nicht nur in Deutschland sondern auch in deutlich nördlicheren Gebieten wo im Winter nichtmal das Wort Streusalz bekannt ist.

 

Hätte man sogar merken können wenn man versehentlich auf die Signatur geklickt hätte.

Avatar von 5-Achser
Agria-W...
28. Juli 2018 um 22:19:03 Uhr

Klasse Video! Habe erst die Hälfte angesehen, bin aber jetzt schon begeistert. Viel Wissenswertes aus erster Hand. Und zufällig fährt mein Wagen gerade Conti, Premium Conntact 2, weil der Stammhändler die im Januar aus einer Verfügbarkeit von zwei oder drei Premium-Marken herausgesucht hatte.

 

Früher mal bin ich auch das ganze Jahr mit Winterreifen unterwegs gewesen, aber seit ich vor Jahren einen ADAC-Test gesehen habe, bei denen die WR im Sommer vergleichsweise doch sehr schlechte Bremswege aufwiesen, fahre ich nur noch Sommerreifen (fahre meist fremde Dienstwägen und kann mir die Fahr-/Wetterverhältnisse für mein eigenes Automobil im Winter überwiegend aussuchen).

 

Der Spar-Gedanke sollte beim Reifenkauf eher zurück treten, schließlich investiert man den Betrag nicht wöchentlich oder monatlich sondern, sagen wir mal, nur alle zwei Jahre oder so. Sicherheit steht bewusst im Vordergrund, denke ich heute.

 

Mit der Aussage des Conti-Testers, bis 4 Millimeter Restprofil und dann WR erneuern, habe ich kein Problem. Die Winter-Kompletträder (Stahl) hat man doch eh meist jahrelang ungenutzt in der Garage herumliegen. Wenn es dann mal Dicke kommen sollte, sind die schnell aufmontiert. Oder man nutzt das Einlagerungsangebot des Händlers für teure WR. Und nach ein paar Jahren halt verkaufen oder verschrotten. Haben sich dann längst bezahlt gemacht.

 

Daß der Rollwiderstand der Reifen mit der Gebrauchsdauer sinkt, ist nur logisch. Ein "Glattreifen" rollt halt viel leichter, als ein grobstolliges Ackerschlepper-Profil (um mal die prinzipiellen Eckpunkte zu nennen).

 

So, gucke jetzt erst mal weiter das Vid. Was meint der Profi mit "Taraxakam"? (von wg. Naturstoffe statt Ruß im Reifen, Video-Mitte). Die Personalpolitik von Conti im Entwicklerbereich ist offenbar auf langdauernde Kontinuität angelegt, das wird man als Kunde zu den Pluspunkten zählen, auch wenn das unscheinbar wirkt.

Avatar von 5-Achser
Agria-W...
29. Juli 2018 um 10:05:35 Uhr

Zitat:

@5-Achser schrieb am 28. Juli 2018 um 22:19:03 Uhr:

 

Daß der Rollwiderstand der Reifen mit der Gebrauchsdauer sinkt, ist nur logisch. Ein "Glattreifen" rollt halt viel leichter, als ein grobstolliges Ackerschlepper-Profil (um mal die prinzipiellen Eckpunkte zu nennen).

Nachtrag:

 

Vor längerer Zeit fuhr ich mal nen Kübel, dem die bekannten, klassischen LKW-Reifen vom Bund aufgezogen waren, eine Art Mischprofil für Gelände und Straße. Nach längerer Stillstandsperiode im Freien waren die ziemlich verhärtet. Bemerkbar machte sich das auf der Straße durch rasselndes Abrollgeräusch wie bei Spike-Reifen. Regen auf Kopfsteinpflaster war wie fahren auf Schmierseife. Nach wenigen Wochen gab sich das komplett und die Reifen liefen ruhig und griffig auf allen Fahrflächen. Ursache der Besserung war natürlich das Walken des Gummis beim Fahren, das die Gummimischung allmählich wieder weich knetete. Übertragen auf PKW-Reifen müssen die demnach gefahren werden, um sie frisch zu halten und nach längerer Lagerung im Keller sollten die erst (wieder) eingefahren werden. Oder anders gesagt: Reifen müssen rollen für, äh, die Reichweite. Oder die Sicherheit, oder, oder.

Bitte wieder sachlicher werden, sonst muss ich hier aufräumen ;)

OT und persönliche Diskrepanzen könnt ihr per PN klären.

 

Beste Grüße aus der Werkstatt

 

Jessica

 

Zitat:

@schrotti_999 schrieb am 26. Juli 2018 um 01:05:01 Uhr:

 

Du schreibst hier auch "kacke", denn ein Winterreifen mit 1,6 mm ist kein Winterreifen mehr, das ist Müll für den Ofen und dabei ist völlig wurscht welches Label da drauf pappt. Solchen Schmarrn kann eigentlich nur einer schreiben, der winterliche Verhältnisse nur aus dem TV kennt, oder nicht ganz klar ist in der Birne und tatsächlich mit solch halbkriminellen Reifen unterwegs ist. :(

Zitat:

@schrotti_999 schrieb am 19. Juli 2018 um 20:50:05 Uhr:

Vielleicht ließt du erst mal meinen Post, bevor du ihn kommentierst.

Zitat:

@schrotti_999 schrieb am 19. Juli 2018 um 20:50:05 Uhr:

Zitat:

. . . denn wenn es kalt ist, hat der beste Sommerreifen nur noch bescheidene Haftung.

Das ist einfach Fakt und für diese Weisheit benötigt man eigentlich auch keinen Exsperten.

Wo soll das denn bitte Fakt sein...?

 

Das würde ich gerne mal genauer nachlesen...:)

 

In verschiedenen unabhängigen Reifentest wurde schon desöfteren nachgewiesen das auch ein SR (solange hier keine Winterlichen Bedingungen vorherrschen, also Schnee, Eis, Graupel u.s.w) es keinerlei Nachteile nur Aufgrund der niedrigen Temp. (hier der Magischen unter 7°C Regelung hat) für einen SR gibt...

 

Das ist genauso wie der "Muttertag und das Blumengeschenke" ein toller Marketing Einfall der entsprechenden Industrie und mehr erstmal nicht...;)

 

Sorry, aber wer auf solche Stammtischweissheiten immer noch mehr Wert legt, als auf vernüftige unabhängige Test´s, der sollte bitte sowas nicht unbedingt als Fakt "anpreisen" denn es ist bezogen auf die reine Temp. so leider nicht korrekt...

Avatar von aero84 "fat middle aged man"
Saab
22. September 2018 um 11:18:45 Uhr

Zitat:

@Leon596 schrieb am 26. Juli 2018 um 01:08:11 Uhr:

Zitat:

 

Die Person hier fährt über 50.000km im Jahr und das nicht nur in Deutschland sondern auch in deutlich nördlicheren Gebieten wo im Winter nichtmal das Wort Streusalz bekannt ist.

 

Hätte man sogar merken können wenn man versehentlich auf die Signatur geklickt hätte.

Danke für die Blumen, aber übertreib mal nicht. Die 50Mm Jahresfahrleistung sind Geschichte, mittlerweile sind's nur noch ca 35Mm jährlich. Man wird ja ruhiger mit dem Alter. ;)

 

Aber ja: ich hab auch schon den einen oder anderen Winter auf ungeräumten (Eifel; mußte dienstbeginnbedingt immer vor dem Räumdienst raus...) oder ungesalzenen (Schweden) Straßen mitgemacht.

Die 1,6mm waren übrigens in der Eifel. 6 Jahre alte Michelin Alpin, hart an der Mindestprofilgrenze. Waren auf dem gerade frisch gekauften Auto drauf, neue Reifen waren schon bestellt, aber noch nicht da, da kam der Wintereinbruch dazwischen. War aber überhaupt kein Problem. Selbst mehrfaches Anhalten auf der Steigung, wo die L115 von der Ahr aus hoch zur A1 führt, herumkurven um die querstehenden Lkw und harhilfenbedingt liegengebliebenen Pkw war völlig unspektakulär. Obwohl unter dem Neuschnee stellenweise Eis war (durchdrehende Reifen von anderen Autos machen sowas).

Das war die erste Generation des Michelin Alpin mit den Y-Lamellen, bei denen sich mit fortschreitendem Verschleiß immer mehr Lamellen öffneten. Auf Nässe war der Reifen nicht so berauschend, aber die Performance auf Schnee/Eis so ganz ohne Profil war schon erstaunlich.

 

Man muß auch sagen, daß der SAAB 90 ein ganz famoses Winterauto ist. Auf dem w123 hätte ich mich solche Spielchen nicht getraut, für den hatte ich mir extra Gislaved* in Skandinavienspezifikation besorgt. Mit "europäischen" Winterreifen war vergleichbare Situationen - Neuschnee auf Steigung - nämlich echt grenzwertig...

 

Neulich hab ich irgendwo auch einen Test gelesen, der genau das bestätigt hat: Es gibt Reifen, die funktionieren mit 1,6mm noch, während andere wirklich bei 4mm besser entsorgt werden sollten.

Ich habe auch selber schon "noch gute", junge Reifen mit reichlich weggeworfen, weil mir die Dinger haftungsabwesenheitsbedingt zu heiß wurden. Waren übrigens Contis. ´:cool:

 

 

* Die Dinger konnten ausschließlich Schnee und Eis. Trocken waren die lachhaft, und auf Nässe geradezu absurd schlecht. Aber was will man machen, wenn man vor dem Räumdienst den Berg hoch muß?

Das mit dem Feinstaub stimmt ja wohl nicht so ganz. Reifenabrieb ist sehr wohl auch als Feinstaub zu finden. Ist zwar schon älter, wird aber immer noch so sein.

 

www.spiegel.de/.../...t-schreckt-reifenindustrie-auf-a-352025-amp.html

Continental auf MOTOR-TALK

Auf dieser Seite bekommst Du die aktuellsten Infos zu allen exklusiven Angeboten von Continental für MOTOR-TALKer: Specials, Expertenchats, Events, Verlosungen und vieles mehr.

Blogautor(en)
  • MOTOR-TALK
  • Continental
  • .Burkhard (Conti-Experte)
Abonnenten (7261)

    1
    2
    3
    4
    5
    6
    7
    8
    9
    10
    11
    12
    XXL > 1420.02px XL 1300.02px - 1420px L 1000.02px - 1290px M 640.02px - 1000px S 480.02px - 640px XS 0 - 480px