Wintersport im Röhrlschen Modus. Statt Skiern kanten Reifen. Wo? In der Schweizer Bergen. Wer? Neun MOTOR-TALKer. Was? 10 hochgetunte Sportler. Macht das Spaß? Ja, das ist nicht zu überhören. Fahrer von Kleinwagen sind es gewohnt, dass auf der Autobahn links Handwerkerautos an ihnen vorbeizischen. Das ficht sie nicht an. Sie schimpfen höchstens mal, wenn der Lieferwagen zu dicht vor ihnen einschert. Für Mercedes-AMG- oder Audi-Fahrer dürfte das eine neue Erfahrung sein. Thomas Poschinger lächelt, als er erzählt, wen er alles bereits auf der Autobahn versägt hat. Er fährt allerdings auch nicht irgendeinen Lieferwagen, sondern einen MTM T500. Unter der Haube steht der T5 ihnen in nichts nach, da arbeitet der 2,5-Liter-Turbo mit fünf Zylindern aus dem Audi RS3/TT RS mit ein paar Zusatz-PS. Bei Interieur und Exterieur kann er keine Punkte machen. Beim Fahren schon. Das findet auch MOTOR-TALKer CaFreak: „Die Überraschung des Tages: der VW Bus. Das hätte ich dem nicht zugetraut. Auch wenn der mir sagt, dass er 472 PS hat, ich hätte nicht gedacht, dass der so gut abgeht.“ Fast 5.000 PS stehen da im SchneeWir sind mit Continental auf deren Testgelände in Ulrichen in den Schweizer Alpen. Schnee wirbelt durch die Luft, es ist kalt und diesig – und doch haben alle rote Wangen, wie sie um die Fahrzeuge der Tuner stehen und dem Brüllen der Motoren lauschen. Die MOTOR-TALKer als Testfahrer Für den Test fuhren sie die Tuningfahrzeuge in zwei Parcours mit unterschiedlichem Schwerpunkt. Der eine forderte die Dynamik der Autos heraus: Auf eine lange Gerade mit Raum für Vollgas-Beschleunigung folgt eine Kurve, die in einen engen Slalom mündet. Der Handling-Parcours bestand aus großen Pylonentoren mit einer scharfen Kehre zum Driften. Die Fahrzeuge waren auf Continental WinterContact TS 850 P und WinterContact TS 830 P unterwegs, in 19 und 20 Zoll. Der exklusive Fuhrpark bestand aus:
Alle Autos waren leistungsgesteigert, mit optimierten Steuergeräten, Fahrwerksanpassungen, die meisten mit Klappensportauspuffanlagen, manche mit Aerodynamikteilen „und sonstigen Kleinigkeiten“ hochgezüchtet. Ein paar Geheimnisse behalten die Tuner doch für sich. Immer draufbleiben„Gas. Gas! Gaaas!“ Seit 30 Jahren bei ABT kennt Harry seine Autos in- und auswendig und weiß, was sie können. Wer von der Strecke in den Schnee rutscht, muss voll durchtreten, damit der Allradantrieb den Audi S3 wieder in die Spur zieht. Wer zögert oder zu früh bremst, hört vom Beifahrersitz „Immer drauf, immer drauf, bleib drauf!“ Hakuna Matata fand das super: „Gut, dass die Tuner so locker waren. Dass sie nicht verspannt im Auto saßen und Angst um ihr Fahrzeug hatten, sondern dass man mit ihnen sprechen konnte oder sie einen sogar noch anspornen, mehr Gas zu geben.“ Wie es die Nutzer erwartet haben, schlagen sich die Allrader wie der S3, der Lorinser oder Brabus auf Schnee besser als die Hecktriebler. Zumindest was Traktion, Handling und schnelle Rundenzeiten angeht. Spaß machen die heckangetriebenen Autos dennoch, sogar der Ferrari bleibt auf Schnee gut beherrschbar. „Den hätte ich deutlich auf der Höhe vom Ford Mustang gesehen auf dem Schnee, aber der hat sich gut gefangen. Hat da richtig Traktion entwickelt.“ Die zwei Strecken waren anspruchsvoll, aber für die MOTOR-TALKer gut zu meistern. franco_iv freute sich über das Winterfahrtraining: „Die Tuner haben uns ermutigt, an die Grenzen zu gehen, wo man schon ein bisschen über sich selbst hinausgesprungen ist. Man wagt jetzt nicht mehr, aber es gibt einem das Gefühl, was passiert, wenn ich später bremse, wenn ich stärker einlenke, wenn ich früher einlenke. Zum Reinschnuppern fand ich das genial.“ Passfahrt mit Uwe NittelKurz vor der Kurve geht der getunte Ford Focus RS quer, die Hinterreifen schleudern Schnee nach hinten, der Rand der Straße ohne Leitplanke nähert sich schneller als man Angst haben kann. Rallyefahrer Uwe Nittel kurbelt am Lenkrad, bedient Schaltknüppel, Handbremse und Scheibenwischer gleichzeitig. Hätte er blinken müssen, hätte er auch das noch in die Choreografie seiner Hände einbauen können. Die Füße arbeiten flink an den Pedalen. Aber das nimmt man als Beifahrer eher aus den Augenwinkeln wahr, denn der Blick klebt am Abhang links oder dem Felsen rechts, an dem der Focus vorbeischießt. Wie man ein Fahrzeug auf Schnee richtig in den Grenzbereich bringt, zeigt den MOTOR-TALKern ein Profi: Passfahrt mit Rallyefahrer Uwe Nittel. Aus dem Pool der getunten Autos hat er sich den Ford Focus RS von Loder1899 ausgesucht. Der einzige Handschalter hier. Uwe hat jahrelange Erfahrung im Rallyesport. Bereits auf der Fahrt nach Ulrichen fragt er die Conti-Leute nach Temperatur, Schneehöhe und -beschaffenheit aus. Wie sieht der Pass aus, ist Eis unter dem Schnee oder Schotter? Stellt Vermutungen an und entwirft erste Fahrstrategien. Am Abend sind alle erledigt, aber glücklich. Unterhalten sich, fassen die Erfahrungen zusammen, fachsimpeln. CaFreak fasst den Tag zusammen: „Das war für mich der richtige Männerspielplatz, ich habe mich da sehr drauf gefreut. Eine zweite Chance kommt nicht, dass man so ein Auto auf so einer Strecke fahren darf. Die Gelegenheit hier war spitzenmäßig und hat so viel Spaß gemacht, dass man das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht kriegt.“ Hier könnt Ihr den Nachbericht von Hakuna Matata lesen.
Bildquelle: Bilder 1-24 Continental/24-27 MOTOR-TALK |




























Es war sooooo toll - Nachschlag bitte
Da kommen die Erinnerungen nochmal richtig hoch, war einfach super.