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Hinter den Kulissen bei Continental: Das Review
topshooter
16.12.2014 um 22:26 UhrHinter den Kulissen

Vorwort des Authors:

Ich war vor der Aktion bei Conti kein Reifen-Profi und jetzt bin ich auch keiner aber um viele Aha-, und vor allem, Oha-Momente reicher.

Reifen sind für mich schwarz und rund, daran hat sich nichts geändert. Allerdings betrachte ich sie nun aus einer etwas anderen Sicht. Es ist Wahnsinn was alles in und hinter einem Reifen und dessen Produktion steckt.

Beginnen wir jedoch am Anfang, Freitag den 21. November diesen Jahres. Für die 168km nach Hannover Stöckingen zum Conti Werk hab ich mir extra, wohl wissend der vielen Baustellen unterwegs, 3 Stunden Zeit genommen. Nach circa 1,5 Stunden stand ich dann am falschen Werks-Tor. Geht ja schon mal gut los…

Zum Glück lief ich direkt Golf Cl von Team Motor-Talk über den Weg. Nachdem wir dann den richtigen Parkplatz angesteuert und die Fahrzeuge ab geparkt hatten konnten wir dann bei gemütlichen und interessanten Gesprächen auf den Rest der „Gang“ warten und wir waren noch nicht einmal die ersten wie wir später feststellten.

Eine gute knappe Stunde später konnten wir dann vollzählig die „heiligen Hallen“ von Conti stürmen und uns aufwärmen. Beim Willkommens-„Snack“ und der Begrüßung durch Sean und sein Team Conti erfuhren wir dann eine Menge interessante Details über die Firma Continental , Mitbewerber und Reifen im allgemeinen, wie zum Beispiel das die Reifenproduktion der Marke Conti nur gut ein 1/3 des Unternehmens ausmacht. War mir so bis dahin nicht bekannt war.

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---Im Anschluss ging es dann auf eine sehr interessante, wenn auch tages- und uhrzeitabhängige, ruhige Entdeckungstour der Continental Reifenforschung und –entwicklung. Wir besichtigten Labore, Forschungsstätten und Testeinrichtungen. UND die Reifenschnitzerei. ;) Ja die gibt es wirklich aber später dazu mehr.

Ganz nette Mitarbeiter der einzelnen Abteilungen führten und durch diese und standen unseren Fragen Rede und Antwort. Sehr interessant zum Beispiel die Testabteilungen in denen neue Mischungen getestet werden. Zug- und Druckbelasungstests bis hin zum Abriebtest. Bei letzterem wird ein Stück eines Profils in eine Vorrichtung gespannt und dann mit Druck über ein Stück Asphalt geschoben um eine Vollbremsung zu simulieren. Hierbei wird via Kameraanalyse genau beobachtet wie sich das Profil verhält. Es gibt sogar einen Schrank mit allen gängigen Asphalt oder Betonsorten. :D Auch Schnee- und Eisbelag kann simuliert werden.

In der Röntgenabteilung konnten wir uns den Querschnitt eines Reifens im Stillstand und während der Bewegung ansehen. Mit dieser Verfahrensweise kann man Reifen zerstörungsfrei untersuchen und so zum Beispiel Lufteinschlüsse und Materialschäden finden die von außen unsichtbar sind.

Zu guter Letzt ging es dann in die Reifenschnitzerei. Der Beruf des Reifenschnitzers war mir bis dahin unbekannt und es gibt ihn so eigentlich auch nicht. Jedenfalls arbeiten in dieser Abteilung Mitarbeiter die per Hand und mit speziellen Werkzeugen ein Profil in einen Roh-Reifen einarbeiten. Hierbei arbeiten die Kollegen bis auf 0,2mm genau und benötigen für einen Reifen ca.40 Arbeitsstunden. Solche Reifen sind entweder Auflagen in sehr geringer Stückzahl, Prototypen oder Show-Reiffen. Es ist Wahnsinn was die Kollegen dort erarbeitet haben. Wir konnten uns einige Show-Reifen als Beispiele ansehen die bei diversen Motorshows auf Conceptcars montiert waren. Wer Lust hatte konnte sich selbst an einem Reifen versuchen und erkennen wie schwierig das Schnitzen tatsächlich ist. Auch einen Roboter gibt es welcher bei kleinen Stückzahlen und Schablonendruck auf den Roh-Reifen zum Einsatz kommt.

Es sei erwähnt dass uns hier das Fotografieren und das Filmen untersagt war weswegen hier leider kein Bildmaterial existiert.

Nach jeder Menge Input ging es dann im abendlichen Berufsverkehr zum Hotel „Novotel Hannover“.

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Nach dem Einchecken und dem Bezug der wirklich sehr schicken Zimmer ging es dann nach kurzem frisch machen via Gänsemarsch zum Restaurant „12 Apostel Hannover“.

Wirklich tolles Restaurant mit sehr schickem Ambiente und leckeren Speisen. Bei dieser Gelegenheit konnten wir uns alle untereinander, und auch Sean von Team Conti sowie Golf CI und die anderen beiden Team Motor-Talk Mitarbeiter, kennen lernen.

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Nach einer kurzen Nacht, einem reichhaltigen Frühstück und dem Auschecken ging es dann um kurz nach 8 zum "ADAC Fahrsicherheitszentrum nach Laatzen".

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Dort angekommen ging es dann vollzählig zur Begrüßung, Vorstellung der Trainer-Teams und Einweisung. Im Anschluss wurden wir dann entsprechend dem Farbpunkt auf unseren Ausweisen in Teams aufgeteilt und dem jeweiligen Trainer zugewiesen. Direkt am Ausgang wartete ein GT3 in Conti Farben auf uns der dort aber leider nur zur Zierde und für Fotozwecke stand. ;)

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Direkt dahinter eröffnete sich uns, sauber ab geparkt, eine Reihe aller an dem Tag zu testenden, und dem jeweiligen Test entsprechend ausgestatteten, Fahrzeuge. Dabei stellte Conti die aktuellsten Fahrzeuge der folgenden Modelle bereit. BMW 3er F80 Touring, BMW 1er F20, MINI F56, Mercedes C-Klasse W205 T-Modell und zu guter Letzt das Sahnestück ein Audi TTRS 8J. Alle Modelle hatten, bis auf den RS, häufig vorkommende Motorisierungen und die entsprechend gängige Bereifung.

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Pro Fahrzeug wurden immer zwei bis drei Fahrer zugeteilt die sich dann nach einem jeweiligen Durchgang abwechselten. Mein Teamkollege war an dem Tag der User Hannsemann. Wir waren ein recht lustiges Gespann und hatten eine Menge Spaß. :D:D:D

Station 1 war an diesem Tag der TPMS Test. Dieser Test wurde mit den MINIs durchgeführt welche über ContiWinterContact TS830 195/55 R16 verfügten, SSR Reifen (runflat) um uns in die Irre zu führen. ;)

Im Test ging es um den Sinn von Reifendrucksensoren. Da ich in meinem Allroad ein passives Reifendrucksystem serienmäßig drin habe und mir dieses auch schon den Arsch gerettet hat stellte sich bei mir die Frage über Sinn und Unsinn erst gar nicht. Aber dennoch interessant zu sehen welche Auswirkungen das Ganze haben kann wenn man keine Sensoren hat und woran man erkennt dass etwas nicht in Ordnung ist. Jedenfalls gab es drei MINIs linksherum durch einen trockenen Kreisparcours zusteuern die sich im Verhalten teils extrem unterscheiden sollten.

MINI1 ließ sich mit den vorgegebenen sportlichen 50km/h recht sicher durch die Kurve steuern. MINI2 war hingegen schon etwas nervös auf der Hinterachse aber MINI3 hatte es in sich. Bei diesem hatte man Mühe den Hintern einzufangen der immer wieder ausgebrochen ist. Am Ende des Tests wurden wir dann gefragt was wir über die jeweiligen Reifendrücke denken die die Fahrzeuge hatten. Wir sollten alle weit danebenliegen… MINI1 hatte ringsum 2,4bar. MINI2 dagegen hatte hinten rechts nur 1,4 bar, mein Tipp war 1,0bar. MINI3 allerdings hatte hinten rechts nur 0,4bar. Deswegen auch die Runflat Reifen damit wir nicht von vornherein sehen konnten welcher Reifen eigentlich platt ist. Einer der ersten Aha und Oha Momente.

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Station 2 sollte eigentlich der UHP Performance Test mit dem RS sein der aber leider wegen eines technischen Defekts nicht mehr fahrbereit war.

Also ging es weiter mit der Station Premium gegen Billigreifen. Gefahren wurden hier die 3er Touring mit dem ContiWinterContact TS850 P 225/50 R17 und einem nicht genannten Asia Billigreifen in identischer Dimension und Winterzulassung. Zu befahren gab es eine nasse Rechtskurve die die Abmaße einer herkömmlichen Landstraße hatte. Bei diesem Test wurde mit drei unterschiedlichen Geschwindigkeiten 50, 60 und 70km/h gefahren, und eine Notbremsung bei einer bestimmten Markierung eingeleitet. Wie zu erwarten war schnitt der Billigreifen recht Mau ab. Dass aber der Billigreifen in einer Notbremssituation ab 70 km/h nahezu unsteuerbar wird fand ich dann doch überraschend. Von vorn beginnend fuhren wir immer abwechselnd Premium gegen Billigreifen. Bei 50km/h ist noch alles gut und beide Reifen liegen ungefähr gleich auf wobei natürlich der billige etwas schlechter abschneidet. Bei 60km/h ist der Unterschied schon wesentlich größer, um genau zu sein eine ganze Fahrzeuglänge liegen zwischen Premium- und Billigreifen. Im Ernstfall kann das keinen oder eben doch einen Unfall bedeuten. Bei 70km/h sieht das Ganze noch schlimmer aus aber schaut euch einfach die Videos an.

Station 3 nannte sich wie folgt: „8mm vs. 3mm“ Ganz recht, hierbei ging es volles Profil gegen „nicht mehr soooo volles Profil“ und das war die Stage wo ich eigentlich ausschließlich Oha und Oh oh Momente hatte. Ich denke jeder von euch kennt die Regel der 4mm bei Winterreifen aber mal Hand auf´s Herz, wer hällt sich dran? Gefahren wurde der Mercedes C-Klasse T-Modell mit ContiWinterContact TS850 P 225/45 R18 und jeweils 8mm oder 3mm. Befahren wurde ein Untergrund der durch seine Beschaffenheit Schneematsch simulieren sollte. Aufgabe war es bei jeweils 50, 60 und 70km/h vor einem Hindernis zum stehen zu kommen. Nach dem befahren der Strecke galt es nach eigenem Ermessen die Bremsung einzuleiten und vor dem Hindernis zum stehen zu kommen. Bei 50 und 60km/h mit vollem Profil überhaupt kein Problem. Bei 70km/h wäre ich dann doch eingeschlagen. Anders sah es bei 3mm Profil aus, da wäre ich schon bei 50km/h böse eingeschlagen! Und was ich dann richtig erschreckend fand war das bei 70km/h die Teststrecke von schätzungsweise 100m nicht ausreichte um überhaupt zum stehen zu kommen. Das Hindernis wohlbemerkt stand bei circa 50m. Erst nach der Schneematsch simulierenden Fläche kam ich dann endlich zum stehen.

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-Wie gesagt, das war die Station bei der ich extrem über den Ausgang überrascht war und ich kann nur jedem nahelegen seine Winterreifen nicht bis auf die gesetzlich zulässigen 1,6mm abzufahren!

20 20 Nach einer leckeren Unterbrechung, und zwar der Mittagspause, ging es dann zur vermeintlich letzten Station, „schmal vs.breit“

Hierbei ging es darum die unterschiedlichen Reifenbreiten auf dem BMW 1er zu testen. Dies sollte sich als die verwirrendste Station herausstellen. Gefahren wurde der ContiWinterContact TS850 P 205/55 R16 gegen den ContiWinterContact TS850 P 225/40 R18. Die Slalomstrecke bestand aus trockenem Asphalt und die angepeilte Geschwindigkeit betrug 40km/h.

Warum verwirrend? Nun entgegen der Erklärung des Trainers und der Erwartungen, bedingt durch die physikalischen Begebenheiten, empfand die Hälfte der Teilnehmer den schmaleren Reifen als den besseren. Auch ich muss mich dazu zählen. Ich empfand das Fahrzeug mit dem schmaleren Reifen gegenüber dem Fahrzeug mit breiterem Reifen als weniger Nervös und gutmütiger zu lenken wobei der breitere Reifen bei den Bedingungen doch die bessere Wahl sein sollte. So richtig erklären konnte mir das niemand.

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Nach der letzten Station und das Ziel vor Auge fanden wir uns wieder im Gebäude ein wo uns Team Conti mitteilte das sie einen Ersatz für den ausgefallenen RS hatten und zwar einen aktuellen BMW 3er 335i mit UHP Bereifung. Nun konnte doch noch jeder auf den Genuss einer „schnellen Runde“ kommen. Natürlich nur als Beifahrer. ;) Ich für meinen Teil habe diese Station ausgelassen da ich das gerade zu mir genommene Mittagessen nicht wiedersehen wollte. ;) Der Testfahrer jedenfalls hat nichts anbrennen lassen, außer vielleicht die Bremsscheiben die bei jedem Beifahrerwechsel auf das übelste gequalmt haben. :D

Ich finde ein gelungener Abschluss für die zwei eindrucksvollen Tage. Nach dem 335i gab es noch eine kurze Nachbesprechung und die offizielle Verabschiedung. Nach kurzen Gesprächen trennten sich dann auch die Wege aller und es fand die Heimreise statt. Dieses Event wird mir jedenfalls noch länger in Erinnerung bleiben zumal nun so langsam der Winter einsetzt. ;)

Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle nochmal bei Team Motor-Talk und Team Conti, speziell Sean, für dieses tolle Event. Ihr habt das alle Super organisiert und es hat einfach riesen Spaß gemacht und gebracht. :)

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