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Bosch-Spezial: Automatisiertes Fahren
Bosch-Spezial: Automatisiertes Fahren

Von reinen Assistenzsystemen zu automatisierten Autos – So fahren wir zukünftig

Autofahrer werden bereits heute von High-Tech-Helfern unterstützt. Morgen werden sie von fahrerlosen Taxen an ihr Wunschziel gebracht. In unserem Themenspezial erfahrt Ihr, wo wir stehen, wie wir in Zukunft fahren und was Bosch damit zu tun hat.

von MOTOR-TALK am 30.08.2018 um 14:19

Weniger Staus, weniger Emissionen, weniger Unfälle – automatisiert fahrende Autos haben viele Vorteile. Denn moderne Fahrzeugcomputer können heute vieles, was ein Mensch kann. Manches sogar besser. Während ein menschlicher Fahrer seine Umgebung mit zwei Augen und zwei Ohren wahrnimmt, nutzt ein automatisiert fahrendes Auto unzählige Sensoren wie Radar und Kameras.

Viele Unternehmen arbeiten mit Hochdruck an selbstfahrenden Autos. Neben Fahrzeugherstellern auch Automobilzulieferer wie Bosch. Das schwäbische Unternehmen liefert einzelne Komponenten bis hin zu Gesamtsystemen, die den Fahrer immer umfassender unterstützen.

Wo geht die automatisierte Reise hin?

Schon heute helfen Fahrerassistenzsysteme Autofahrern. Einparkassistenten steuern das Fahrzeug selbstständig in eine Parklücke. Notbremsassistenten, Spurhalter oder adaptive Abstandsassistenten unterstützen Fahrer auf Landstraßen und Autobahnen. Auf ausgewählten Strecken sind im bemannten Testbetrieb sogar bereits Lastwagen und Kleinbusse völlig autonom unterwegs.

Fahrerassistenzsysteme werden für die Zukunft weiterentwickelt. Während es heutzutage noch erforderlich ist, dass der Fahrer jederzeit die Verantwortung für das Auto behält, werden die Fahrzeuge in der nächsten Stufe selbstständiger agieren. Zusätzlich zu den technischen Voraussetzungen ist die Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen notwendig. Besonders die ethische Seite des autonomen Fahrens wird dabei intensiv diskutiert. Und dann ist da noch die Frage nach der Akzeptanz: Autofahrer müssen erst Vertrauen zu den automatisierten Fahrzeugen aufbauen und Fahraufgaben abgeben wollen.

Teilautomatisiertes Fahren

Schon heute sind moderne Autos teilweise automatisiert. Ferngesteuerte Parkassistenten oder Stauassistenten erledigen für den Fahrer einzelne Aufgaben. In spezifischen Situationen übernehmen sie die allgemeine Fahrzeugführung. Die Verantwortung hat weiter der Fahrzeugführer. Er muss das System stetig überwachen und jederzeit eingreifen können.

Hochautomatisiertes Fahren

Festgelegte Fahrsituationen beherrscht das Fahrzeug komplett selbstständig. Zum Beispiel steuert der Fahrer das Fahrzeug lediglich beim Auf- und Abfahren auf die Autobahn. Alle anderen erforderlichen Fahraufgaben übernimmt dann für die Dauer der Autobahnstrecke der Autobahnpilot. Selbst bei einem Systemfehler oder falls das System an seine Grenzen gelangt, verbleibt die Verantwortung beim Fahrsystem. Beispielsweise bremst es dann ab und führt einen sicheren Zustand herbei.

Bedingt automatisiertes Fahren

Das System übernimmt die Fahraufgaben in bestimmten Fällen komplett. Beispielsweise wechselt das System selbstständig die Spur, wenn der Fahrer den Blinker setzt. Der Fahrer muss das Fahrzeug nicht die ganze Zeit überwachen und kann sich anderen Dingen widmen. Im Falle einer Fehlfunktion oder falls die Situation das System überfordert, wird der Fahrer allerdings aufgefordert, wieder selbst zu steuern.

Fahrerassistenzsysteme

Vorstufe der Automatisierung: Einfache Fahrerassistenzsysteme wie Totwinkel-Warner, adaptiver Abstandsassistent oder Spurhalteassistent unterstützen den Fahrer in bestimmten Fahrsituationen. Das führt zu mehr Komfort während der Fahrt und erhöht die Sicherheit im Straßenverkehr. Der Fahrer behält weiter die Verantwortung und volle Kontrolle: Er lenkt, beschleunigt und bremst selbst.

Vollautomatisiertes Fahren

Der Mensch als Fahrer ist hier überflüssig. Er wird zur Steuerung des Fahrzeuges nicht mehr benötigt, das Lenkrad kann entfallen. Das Fahrzeug beherrscht dauerhaft auch komplexe Fahrsituationen wie Stadtverkehr oder Autobahnauffahrten. Es genügt, das System zu aktivieren und das Ziel vorab einzugeben. Das automatisierte Fahren wird damit endgültig Realität.

Wie ein menschlicher Fahrer

Automatisierte Fahrzeuge müssen im Prinzip über ähnliche Fähigkeiten verfügen wie ein menschlicher Fahrer. Drei Eigenschaften stehen dabei im Vordergrund: Erkennen (Sense), Verarbeiten (Think) und Agieren bzw. Reagieren (Act). Sensoren erfassen das Umfeld, ein Fahrzeugcomputer verarbeitet die Informationen und entwickelt eine Fahrstrategie für die Steuerung von Antrieb, Lenkung und Bremse.

So funktioniert automatisiertes Fahren in Zukunft

von MOTOR-TALK am 30.08.2018 um 14:19
FAQ

Häufig gestellte Fragen

Folgende Punkte sind bei dem Thema Automatisiertes Fahren viel diskutiert. Hier haben wir eine Zusammenfassung der häufigsten Fragen und Antworten.

Wo wird Ultraschall eingesetzt?

Ultraschall hat nur eine geringe Reichweite. Deswegen kommt die Technik lediglich bei niedrigen Geschwindigkeiten zum Einsatz, zum Beispiel beim Parken und Manövrieren. Aktuelle Einparkassistenten nutzen sie bereits. Auch Tote-Winkel-Warner arbeiten mit Ultraschall. Bei höheren Geschwindigkeiten wie beispielsweise auf der Landstraße oder Autobahn benötigt das System aufgrund der geringen Reichweite von Ultraschall zusätzlich Radar.

Welche Systeme funktionieren mit Radar?

Radartechnik ist noch keine Serienausstattung, aber bereits seit einigen Jahren Bestandteil vieler neuer Autos. Die Technologie wird überwiegend zur Abstands- und Geschwindigkeitsmessung, aber auch zur Objekterkennung eingesetzt. Fahrassistenten wie Abstandsregeltempomaten, Notbremssysteme oder Stauassistenten nutzen sie.

Wo kommt Videotechnik zum Einsatz?

Kameras sind bei automatisierten Fahrzeugen wichtig für den Rundumblick. Weitwinkelkameras (sogenannte Fischaugen) sitzen in Rück- und Seitenspiegel, Motorhaube und Heckklappe. Aus den Aufnahmen wird dann ein 360-Grad-Bild zusammengesetzt, welches das komplette Umfeld des Autos zeigt.

Als Rückfahrkamera oder Teil eines Einparkassistenten sind sie in den meisten modernen Autos eingebaut. Klassische Kamerafunktionen sind die Verkehrszeichenerkennung und der Spurhalteassistent. Beim automatisierten Fahren tritt die Stereo-Videokamera an die Stelle der Mono-Kamera, da sie das Umfeld dreidimensional erfasst.

Auch im Innenraum kommen Kameras zum Einsatz: Sie überwachen den Fahrer und schlagen bei Ermüdungserscheinungen Alarm.

Was ist Lidar?

Lidar ist die Kurzform von "Light Detection and Ranging" (Lichtortung und Lichtabstandsmessung). Wie auch bei Radar oder Ultraschall wird diese Technik zur Geschwindigkeits- und Abstandsmessung sowie zur Objekterkennung eingesetzt. Allerdings werden statt Radiowellen Laserimpulse verwendet, um die Objekte zu vermessen. Viele Notfall-Bremsassistenten sind beispielsweise schon mit Lidar-Sensoren ausgestattet.

Beim automatisierten Fahren ist Lidar neben Radar und Kamera die dritte Sensortechnologie. Zusammen gewährleisten sie in jeder Fahr- und Umgebungssituation eine zuverlässige Umfelderkennung.

Könnten Pkw heute schon vollautomatisiert fahren?

Nein. Viele Autos sind heute bereits mit modernen Assistenzsystemen der -Stufe 1 (assistiertes Fahren) ausgestattet. Erste Systeme der Stufe 2 (teilautomatisiert) werden gerade eingeführt. In den nächsten Jahren soll Stufe 3 (bedingt automatisiert) in Serie gehen. Für die Stufen 4 und 5 (hoch- und vollautomatisiert) muss allerdings noch einiges passieren.

Was ist die größte Hürde des automatisierten Fahrens?

Gerade in Städten ist der Straßenverkehr unvorhersehbar und unstrukturiert. Eine der großen Schwierigkeiten für das automatisierte Fahren ist es, diese komplexen Verkehrssituationen zu beherrschen. Hierfür Systeme mit künstlicher Intelligenz zu entwickeln und vor allem zu trainieren und zu validieren, ist entsprechend aufwendig. Hinzu kommen neue Anforderungen an die Gesetzgebung und Fragen nach der Akzeptanz der Autofahrer.

Wo ist automatisiertes Fahren besonders sinnvoll?

Schon heute sind Assistenzsysteme vor allem auf langen Überlandstrecken und beim Einparken gern gesehene Helfer. Diese Szenarien bieten sich auch für das automatisierte Fahren an. Auf Autobahnen könnten sie übernehmen und dem Fahrer so zu mehr Freizeit und Komfort verhelfen. Im Parkhaus ist das selbstständige Einparken sinnvoll. Weitere Einsatzgebiete sind beispielsweise der Gütertransport in definierten Bereichen wie Häfen oder Flughafen oder der Lieferverkehr in Innenstädten.

Wann kommt das erste vollautomatisierte Fahrzeug auf den Markt?

Bisher gibt es noch keine komplett selbstfahrenden Autos auf deutschen Straßen. Und laut Experten wird es auch noch etwas dauern, bis automatisierte Fahrzeuge die Marktreife erlangt haben. Vor 2030 sollen Autos wohl nicht komplett autonom fahren können.

Welche Daten werden für das automatisierte Fahren berücksichtigt?

Selbstfahrende Autos sind auf den stetigen Datenaustausch angewiesen. Vor allem Informationen über Standort und dessen Umgebung werden dafür gesammelt und weitergegeben. Die Frage nach dem Datenschutz und dem Umgang mit der durch automatisierte Fahrzeuge erzeugten Datenflut unterliegt der gängigen Gesetzgebung, ist jedoch ein Thema, das noch nicht gänzlich geklärt ist.

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188 Kommentare
achim-martin Avatar
von achim-martinWed Oct 03 13:53:24 CEST 2018

Private Autos wird es in entwickelten, bzw. wohlhabenden Ländern immer geben - wenn nicht eine irgendwie geartete populistische Regierung knall auf fall das einfach verbietet und hinter dem Präsidenten stehende jubelnde Dumpfbacken das gaaanz toll finden. M.E. ist es einfach deutlich angenehmer im Normalfall im eigenen Auto zu sitzen.

Das darf dann auch gerne wahlweise teilautonom oder ganz autonom fahren, ganz wie es der Verkehr erfordert. Z.B. in der Innenstadt, wo zig Autos reibungslos miteinander klarkommen und kommunizieren werden, Vollautonom. Gute Technik vorausgesetzt. Auf freier Strecke dann weniger bevormundend, aber dennoch mithelfend, menschliche Schwächen auszugleichen. Das wird kommen, nach und nach und man wird sich in hundert Jahren fragen, wie es möglich war, dass man junge aktive Menschen praktisch schutzlos auf Motorrädern oder kleinen Kisten mit 250 PS hat herumfahren lassen.

 

Wer will denn ernsthaft behaupten, mit 180 h/km sicher fahren zu können? Ein paar Tropfen Öl auf der Rue oder ein hoppelndes Reh und man ist ab von der Gass. Da nutzt dann auch kein Seitenaufprallschutz mehr. Gesellschaftlich gesehen, ist das jedenfalls nicht zu rechtfertigen. Im Moment ist in einer Autoproduzierenden Gesellschaft dafür noch Platz, doch das wird sich ändern, ob es einen ärgert oder nicht.

 

Die automatisierten Ubers aber werden genauso mehr und mehr im Erscheinungsbild der Städte auftauchen, weil es eben auch praktisch ist. Wie in den Staaten oder auch Testgebieten in Europa, wo solche Wagen testweise rumfahren, wo die Menschen und Mitautofahrer sich langsam drauf einstellen und in ihrer Nähe vorsichtiger agieren, falls deren Technik noch nicht einwandrei funzt.

 

Schon jetzt kann man beobachten, wie die Premium Wagen bedachter fahren. Man merkt am Abstand und der Fahrweise, dass sie bereits von den Navis und Assistenten geführt werden. Kommen wird das alles, vielleicht dauert es nur etwas länger als manche sich erträumen oder andere befürchten.

WaldiCLS63 Avatar
von WaldiCLS63Wed Oct 03 13:56:35 CEST 2018

Guten Tag,

diese Gedanken gegen Teilautomatisches Autofahren spiegelt die Deutschen Autofahrer diese zeigen Eigensin, Intoleranz, Neid, und verschossenheit gegen etwas Neuem, vor ca. 30 Jahren kannten die wenigsten Internet, heute kann dort jeder seine Gedanken Preis geben sinvolles oder nutzlosses , ohne Praktische Erfahrungen zur haben, ich benutze solche Wagen mit Individuellen Assistenten, dieses auf AB und Landstraßen in DACH Gebiet, ohne jegliche Probleme seit 4 Jahren, und bin denke ich ein sehr Flotter Fahrer, deshab freue mich am Tag der Deutschen Einheit 03.10. das wir zusammen Leben und Meinungen Freiheit bedeuten?? Lg

Stefres Avatar
von StefresWed Oct 03 14:05:25 CEST 2018

als es mit ESP und ABS losging, war das Internet zwar noch nicht zu groß aber auch damals hatten schon alle Panik davor, das kann man getrost ignorieren ;)

Stefres Avatar
von StefresWed Oct 03 14:05:35 CEST 2018

als es mit ESP und ABS losging, war das Internet zwar noch nicht zu groß aber auch damals hatten schon alle Panik davor, das kann man getrost ignorieren ;)

Merlion59 Avatar
von Merlion59Wed Oct 03 14:45:26 CEST 2018

Ich verstehe nicht, weshalb immer mit der Verschlossenheit oder der Angst vor Neuem argumentiert wird. Man muss doch nicht alles Neue bedingungslos für gut heissen - mögen - und allen anderen hinterherrennen wie die Lemminge? Hört doch bitte mal damit auf, jeden, der gerne selbst fährt (wohlmöglich auch noch Spass beim selbst Einparken in ne enge Parklücke oder Rückwärtsfahren mit dem Anhänger hat) gleich als engstirnig und rückständig darzustellen!

Ich geh heut auch noch gerne ohne Smartphone aus dem Haus weil ich dann einfach meine Ruhe habe und denke auch nicht ständig dran, dass was passieren könnte und ich niemanden anrufen kann oder dass mich mal jemand nicht erreichen könnte. Ich habe auch keine Angst vor der Strahlung oder sonstigem Unfug - ich werde mir auch nicht die Haare neongrün färben nur weil morgen jemand aufsteht, der sagt, dass neongrüne Haare im Strassenverkehr besser zu sehen sind.

Stefres Avatar
von StefresWed Oct 03 15:34:49 CEST 2018

Man darf das ja auch gerne machen ( genauso wie Kutsche fahren ) , aber wer in der Welt von gestern leben möchte ( ich rede nicht von 2025 sondern von einer Zeit wo selbst Kleinwagen automatisch fahren ), muss dann halt darauf achten, dass er den Rest nicht behindert. Niemand würde mit einer Kutsche mit Pferden durch den Berufsverkehr fahren. Und so kann es auch nicht funktionieren, wenn im voll synchronisierten Berufsverkehr einer meint, unberechenbare und sinnlose Spurwechsel machen zu müssen.

Merlion59 Avatar
von Merlion59Wed Oct 03 15:49:55 CEST 2018

Woher genau willst Du wissen, dass es so kommen wird? In der Umfrage haben nur 4,6% angegeben, dass sie alles dem Auto überlassen wollen. Haben wir denn nur annähernd die Kapazitäten für die erforderliche Rechenleistung für die Vernetzung? Und wird deren Bereitstellung denn genauso zügig vonstatten gehen wie der Ausbau der E-Tankstellen oder des Berliner Flughafens?

Und woher wieder so ein Vorurteil, dass diejenigen, die dann noch selbst fahren, unberechenbare und sinnlose Spurwechsel machen?

HansW124 Avatar
von HansW124Wed Oct 03 15:51:17 CEST 2018

Für das, was sich manche hier wünschen (teilautonomes Fahren auf der AB) ist die Entwicklung der jetzigen Technik völlig verkehrt. Und auch viel zu aufwendig und fehlerbehaftet. Reichen würden vollkommen zwei in die Straße eingelassen Induktionskabel: Eins, um das Auto in der Spur zu halten und mit "elektronischen Weichen" ausgestattet per Navi-Eingabe an seinen Zielort zu bringen (als bis zur AB-Abfahrt, dort müßte der Fahrer wieder "übernehmen), und ein anderes, um während der Fahrt die Batterie des E-Autos ständig aufzuladen (über Stromzähler im Auto wird dann mtl. abgerechnet). Das wäre ein techn. relativ simples System, mit einer Richtgeschwindigkeit zwischen 140-160 km/h käme man in vertretbarer Zeit an den Zielort - und GROSSER VORTEIL - das Auto muß nicht mehr "geortet" werden, man würde genauso "anonym" fahren wie heute (sofern man auf Internet verzichtet, und die Batterie aus dem Handy entfernt).

 

Soweit die Basistheorie. Wie Wetterbedingungen, Verkehrsbehinderungen, Baustellen, wegen Elektronikausfall liegengebliebene Wunderautos, und weitere Unwägbarkeiten zu lösen wären, darüber müssen sich die Hohepriester des "Autonomen Fahrens" mal den Kopf zerbrechen.

 

Bis es soweit ist, sollten sie uns aber nicht mit ihren Erkenntnissen belästigen, indem sie andauernd vorlügen "schon morgen" wäre diese Technik fehlerlos (99,99999%) anzuwenden.

 

Eines sollten dabei alle bedenken: wegen der kurzen Abstände und extrem kurzen Reaktionszeiten muß diese Technik weit fehlerfreier und komplexer sein, als z.B. heutige Autopiloten im Flugzeug. Denn in der Luft haben Piloten alle Zeit der Welt, im Notfall manuell die Steuerung zu übernehmen. Am Boden/Auto darf so etwas nicht passieren, weil dafür schlicht keine Zeit ist.

 

Ich wünsche vergnügtes Nachdenken und Träumen.

kandesbunzler Avatar
von kandesbunzlerWed Oct 03 16:04:24 CEST 2018

"....aber autonom + individual Verkehr wird nicht lange zusammen unterwegs sein. Entweder komplett autonom oder gar nicht."

 

STIMMT ! Im Augenblick sieht es so aus, dass "autonomer (also rein computergesteuerter)" und "individueller (also noch von einem Menschen bedientes Auto" nicht zusammenpassen wird. Man sieht schon jetzt, dass der "selbst fahrende" Mensch die rein computergesteuerten Autos in Situationen bringen kann, mit welchen die "Software" des autonom fahrenden Auto einfach nicht zurecht kommt und (günstigstenfalls) einfach "aussteigt" oder (schlimmstenfalls) sogar einen Unfall verursacht, welcher einem Menschen in so einer Situation sicherlich nicht passiert wäre (z.B. mit zu geringem Abstand jemanden überholen oder noch bei "orange" über die Kreuzung fahren, etc. etc.).

 

Für mich bedeutet dass, komplett autonomes Fahren sollte erst dann ERLAUBT sein, wenn die (Software + Sensorik) der autonom fahrenden Autos so "intelligent" ist, dass sie auch mit der "Gefahr" Mensch komplett zurechtkommt und nicht etwa der Mensch das "Autofahren" an den berühmten "Nagel" hängen muss, nur damit die "Computer" in Ruhe fahren können.

 

FAZIT:

Vollständiges autonomes Fahren also erst dann, wenn die "intelligenten" Autos die Fahrschule bestanden haben und mit (individuell fahrenden) Menschen im Verkehr VOLLSTÄNDIG und OHNE jegliche EINSCHRÄNKUNGEN zurecht kommen !

 

KB

Celsi Avatar
von CelsiWed Oct 03 16:38:35 CEST 2018

Ich denke für mich persönlich (bin gerade kurz vor 50) wird sich meine Meinung über das (voll)autonome Fahren sicher noch wandeln. Gerade lehne ich es noch als "Bevormundung", "Spassbremse" und "Taktik der Hersteller, uns weiterhin Neuwagen voller 'Innovationen' kaufen zu lassen, rundherum ab.

Aber ich lehne es heute auch noch rundherum ab, mir von jemandem den Hintern abwischen zu lassen. In 30 Jahren könnte ich das gezwungenermaßen völlig anders sehen. Und auch das autonome Fahren. Trotzdem für mich kein Grund, das jetzt herbeizusehnen (beides). Oder der Abschaffung des Toilettenpapiers zuzustimmen, damit ich heute schon eine "Wischkraft" anstellen muss.

 

Die Akzeptanz des autonomen Fahren hängt m. E. entscheidend davon ab, wie "alt" die Gesellschaft ist und wird, denn die Senioren profitieren am deutlichsten von dieser Technik. Und dann sind da natürlich noch die Jüngeren, die einfach Panik im Straßenverkehr haben, heute schon mit 35km/h durch die Stadt tuckern, auf der Autobahn Schweissausbrüche bekommen und nach einem allgemeinen Tempolimit wimmern, als würde das die Bahn signifikant sicherer machen.

Davon gibt es auch genug, und in diese Kerbe haut das Marketing natürlich auch.

 

Für mich heisst das, ich genieße heute meinen lauten, schnellen und weitgehend assistenzfreien Wagen und hoffe, dass ich den Asphalt von unten betrachten darf, bevor mein Körper mich zwingt, die Seiten zu wechseln.

Buchener74722 Avatar
von Buchener74722Wed Oct 03 16:42:03 CEST 2018

Möchte ich nicht, ich finde Taxifahren wirklich toll.

Das liegt aber auch an den Fahrern......welcher Automat soll einen Berliner Taxifahrer ersetzen?

Welcher Automat ist in der Lage die Arbeitslosenversicherung der dann überflüssigen Fahrer zu bezahlen.

 

Ach so....Industrie 4.0 löst ja alle diese Fragen.

Blueskin Avatar
von BlueskinWed Oct 03 16:49:24 CEST 2018

Ich frage mich, wieso es nicht als Endpunkt der Entwicklung eine Lösung geben kann mit zuverlässigen(!) "intelligenten" ASSISTENZ- Systemen, die dem Fahrer helfen bzw. sogar dafür sorgen, Unfälle zu verhindern, aber das Fahren selbst dem Fahrer zu überlassen.

Muss denn wirklich das Auto unbedingt und immer vollständig autonom fahren, lenken, bremsen, beschleunigen??

EG_XXX Avatar
von EG_XXXWed Oct 03 17:01:57 CEST 2018

Ich bin grundsätzlich gegen das autonome Fahren so lange bis nicht ALLE Autos autonom fahren mit einander vernetzt sind und sich untereinander unterhalten können. Zu groß ist das Risiko von Fehlern. Mal davon ab, ich als großer Auto Fan möchte das Auto selbst fahren, das macht einfach jeden Tag zu viel Freude, für mich ist evtl. eine teilautonome Lösung, wie es das jetzt schon gibt (Abstandstempomat, Spurhalteassistent) relevant. Aber das mich das Auto irgendwo vollkommen autonom irgendwo hinfährt dafür fahre ich zu gerne Auto, fällt leider bei mir komplett aus!

wolfgangpauss Avatar
von wolfgangpaussWed Oct 03 17:14:23 CEST 2018

Dann hofft mal, dass in der Linkskurve auf der Autobahn das Radar nicht den Vordermann verliert und dafür den auf der rechten Fahrspur nimmt und eine saubere Bremsung hinlegt.

achim-martin Avatar
von achim-martinWed Oct 03 17:27:41 CEST 2018

Die Diskussion erinnert mich hier an Microsoft DOS oder das damals neue Windows. Was sich durchgesetzt hat, sieht man heute.

Angst brauchen wir jedenfallsl nicht davor zu haben, denn die Unberechenbarkeit von hunderten von Menschen ist ungleich gefährlicher als selbst die heutige Technik. Wir haben uns nur dran gewöhnt. Natürlich muss sich die Technik auch und gerade in Sicherheitsfragen weiterentwickeln, aber wat kütt dat kütt.

 

Die Frage der sozialversicherungspflichtigen Taxifahrer lass ich hier mal aus - früher gabs auch Kohleschaufler in Lokomotiven, gemach gemach es entwickelt sich schon alles historisch - auch ohne Angstmacherei.

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