Online: 1.316
ANZEIGE
In Zusammenarbeit mitBosch
Bosch-Spezial: Automatisiertes Fahren
Bosch-Spezial: Automatisiertes Fahren

Von reinen Assistenzsystemen zu automatisierten Autos – So fahren wir zukünftig

Autofahrer werden bereits heute von High-Tech-Helfern unterstützt. Morgen werden sie von fahrerlosen Taxen an ihr Wunschziel gebracht. In unserem Themenspezial erfahrt Ihr, wo wir stehen, wie wir in Zukunft fahren und was Bosch damit zu tun hat.

von MOTOR-TALK am 30.08.2018 um 14:19

Weniger Staus, weniger Emissionen, weniger Unfälle – automatisiert fahrende Autos haben viele Vorteile. Denn moderne Fahrzeugcomputer können heute vieles, was ein Mensch kann. Manches sogar besser. Während ein menschlicher Fahrer seine Umgebung mit zwei Augen und zwei Ohren wahrnimmt, nutzt ein automatisiert fahrendes Auto unzählige Sensoren wie Radar und Kameras.

Viele Unternehmen arbeiten mit Hochdruck an selbstfahrenden Autos. Neben Fahrzeugherstellern auch Automobilzulieferer wie Bosch. Das schwäbische Unternehmen liefert einzelne Komponenten bis hin zu Gesamtsystemen, die den Fahrer immer umfassender unterstützen.

Wo geht die automatisierte Reise hin?

Schon heute helfen Fahrerassistenzsysteme Autofahrern. Einparkassistenten steuern das Fahrzeug selbstständig in eine Parklücke. Notbremsassistenten, Spurhalter oder adaptive Abstandsassistenten unterstützen Fahrer auf Landstraßen und Autobahnen. Auf ausgewählten Strecken sind im bemannten Testbetrieb sogar bereits Lastwagen und Kleinbusse völlig autonom unterwegs.

Fahrerassistenzsysteme werden für die Zukunft weiterentwickelt. Während es heutzutage noch erforderlich ist, dass der Fahrer jederzeit die Verantwortung für das Auto behält, werden die Fahrzeuge in der nächsten Stufe selbstständiger agieren. Zusätzlich zu den technischen Voraussetzungen ist die Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen notwendig. Besonders die ethische Seite des autonomen Fahrens wird dabei intensiv diskutiert. Und dann ist da noch die Frage nach der Akzeptanz: Autofahrer müssen erst Vertrauen zu den automatisierten Fahrzeugen aufbauen und Fahraufgaben abgeben wollen.

Teilautomatisiertes Fahren

Schon heute sind moderne Autos teilweise automatisiert. Ferngesteuerte Parkassistenten oder Stauassistenten erledigen für den Fahrer einzelne Aufgaben. In spezifischen Situationen übernehmen sie die allgemeine Fahrzeugführung. Die Verantwortung hat weiter der Fahrzeugführer. Er muss das System stetig überwachen und jederzeit eingreifen können.

Hochautomatisiertes Fahren

Festgelegte Fahrsituationen beherrscht das Fahrzeug komplett selbstständig. Zum Beispiel steuert der Fahrer das Fahrzeug lediglich beim Auf- und Abfahren auf die Autobahn. Alle anderen erforderlichen Fahraufgaben übernimmt dann für die Dauer der Autobahnstrecke der Autobahnpilot. Selbst bei einem Systemfehler oder falls das System an seine Grenzen gelangt, verbleibt die Verantwortung beim Fahrsystem. Beispielsweise bremst es dann ab und führt einen sicheren Zustand herbei.

Bedingt automatisiertes Fahren

Das System übernimmt die Fahraufgaben in bestimmten Fällen komplett. Beispielsweise wechselt das System selbstständig die Spur, wenn der Fahrer den Blinker setzt. Der Fahrer muss das Fahrzeug nicht die ganze Zeit überwachen und kann sich anderen Dingen widmen. Im Falle einer Fehlfunktion oder falls die Situation das System überfordert, wird der Fahrer allerdings aufgefordert, wieder selbst zu steuern.

Fahrerassistenzsysteme

Vorstufe der Automatisierung: Einfache Fahrerassistenzsysteme wie Totwinkel-Warner, adaptiver Abstandsassistent oder Spurhalteassistent unterstützen den Fahrer in bestimmten Fahrsituationen. Das führt zu mehr Komfort während der Fahrt und erhöht die Sicherheit im Straßenverkehr. Der Fahrer behält weiter die Verantwortung und volle Kontrolle: Er lenkt, beschleunigt und bremst selbst.

Vollautomatisiertes Fahren

Der Mensch als Fahrer ist hier überflüssig. Er wird zur Steuerung des Fahrzeuges nicht mehr benötigt, das Lenkrad kann entfallen. Das Fahrzeug beherrscht dauerhaft auch komplexe Fahrsituationen wie Stadtverkehr oder Autobahnauffahrten. Es genügt, das System zu aktivieren und das Ziel vorab einzugeben. Das automatisierte Fahren wird damit endgültig Realität.

Wie ein menschlicher Fahrer

Automatisierte Fahrzeuge müssen im Prinzip über ähnliche Fähigkeiten verfügen wie ein menschlicher Fahrer. Drei Eigenschaften stehen dabei im Vordergrund: Erkennen (Sense), Verarbeiten (Think) und Agieren bzw. Reagieren (Act). Sensoren erfassen das Umfeld, ein Fahrzeugcomputer verarbeitet die Informationen und entwickelt eine Fahrstrategie für die Steuerung von Antrieb, Lenkung und Bremse.

So funktioniert automatisiertes Fahren in Zukunft

von MOTOR-TALK am 30.08.2018 um 14:19
FAQ

Häufig gestellte Fragen

Folgende Punkte sind bei dem Thema Automatisiertes Fahren viel diskutiert. Hier haben wir eine Zusammenfassung der häufigsten Fragen und Antworten.

Wo wird Ultraschall eingesetzt?

Ultraschall hat nur eine geringe Reichweite. Deswegen kommt die Technik lediglich bei niedrigen Geschwindigkeiten zum Einsatz, zum Beispiel beim Parken und Manövrieren. Aktuelle Einparkassistenten nutzen sie bereits. Auch Tote-Winkel-Warner arbeiten mit Ultraschall. Bei höheren Geschwindigkeiten wie beispielsweise auf der Landstraße oder Autobahn benötigt das System aufgrund der geringen Reichweite von Ultraschall zusätzlich Radar.

Welche Systeme funktionieren mit Radar?

Radartechnik ist noch keine Serienausstattung, aber bereits seit einigen Jahren Bestandteil vieler neuer Autos. Die Technologie wird überwiegend zur Abstands- und Geschwindigkeitsmessung, aber auch zur Objekterkennung eingesetzt. Fahrassistenten wie Abstandsregeltempomaten, Notbremssysteme oder Stauassistenten nutzen sie.

Wo kommt Videotechnik zum Einsatz?

Kameras sind bei automatisierten Fahrzeugen wichtig für den Rundumblick. Weitwinkelkameras (sogenannte Fischaugen) sitzen in Rück- und Seitenspiegel, Motorhaube und Heckklappe. Aus den Aufnahmen wird dann ein 360-Grad-Bild zusammengesetzt, welches das komplette Umfeld des Autos zeigt.

Als Rückfahrkamera oder Teil eines Einparkassistenten sind sie in den meisten modernen Autos eingebaut. Klassische Kamerafunktionen sind die Verkehrszeichenerkennung und der Spurhalteassistent. Beim automatisierten Fahren tritt die Stereo-Videokamera an die Stelle der Mono-Kamera, da sie das Umfeld dreidimensional erfasst.

Auch im Innenraum kommen Kameras zum Einsatz: Sie überwachen den Fahrer und schlagen bei Ermüdungserscheinungen Alarm.

Was ist Lidar?

Lidar ist die Kurzform von "Light Detection and Ranging" (Lichtortung und Lichtabstandsmessung). Wie auch bei Radar oder Ultraschall wird diese Technik zur Geschwindigkeits- und Abstandsmessung sowie zur Objekterkennung eingesetzt. Allerdings werden statt Radiowellen Laserimpulse verwendet, um die Objekte zu vermessen. Viele Notfall-Bremsassistenten sind beispielsweise schon mit Lidar-Sensoren ausgestattet.

Beim automatisierten Fahren ist Lidar neben Radar und Kamera die dritte Sensortechnologie. Zusammen gewährleisten sie in jeder Fahr- und Umgebungssituation eine zuverlässige Umfelderkennung.

Könnten Pkw heute schon vollautomatisiert fahren?

Nein. Viele Autos sind heute bereits mit modernen Assistenzsystemen der -Stufe 1 (assistiertes Fahren) ausgestattet. Erste Systeme der Stufe 2 (teilautomatisiert) werden gerade eingeführt. In den nächsten Jahren soll Stufe 3 (bedingt automatisiert) in Serie gehen. Für die Stufen 4 und 5 (hoch- und vollautomatisiert) muss allerdings noch einiges passieren.

Was ist die größte Hürde des automatisierten Fahrens?

Gerade in Städten ist der Straßenverkehr unvorhersehbar und unstrukturiert. Eine der großen Schwierigkeiten für das automatisierte Fahren ist es, diese komplexen Verkehrssituationen zu beherrschen. Hierfür Systeme mit künstlicher Intelligenz zu entwickeln und vor allem zu trainieren und zu validieren, ist entsprechend aufwendig. Hinzu kommen neue Anforderungen an die Gesetzgebung und Fragen nach der Akzeptanz der Autofahrer.

Wo ist automatisiertes Fahren besonders sinnvoll?

Schon heute sind Assistenzsysteme vor allem auf langen Überlandstrecken und beim Einparken gern gesehene Helfer. Diese Szenarien bieten sich auch für das automatisierte Fahren an. Auf Autobahnen könnten sie übernehmen und dem Fahrer so zu mehr Freizeit und Komfort verhelfen. Im Parkhaus ist das selbstständige Einparken sinnvoll. Weitere Einsatzgebiete sind beispielsweise der Gütertransport in definierten Bereichen wie Häfen oder Flughafen oder der Lieferverkehr in Innenstädten.

Wann kommt das erste vollautomatisierte Fahrzeug auf den Markt?

Bisher gibt es noch keine komplett selbstfahrenden Autos auf deutschen Straßen. Und laut Experten wird es auch noch etwas dauern, bis automatisierte Fahrzeuge die Marktreife erlangt haben. Vor 2030 sollen Autos wohl nicht komplett autonom fahren können.

Welche Daten werden für das automatisierte Fahren berücksichtigt?

Selbstfahrende Autos sind auf den stetigen Datenaustausch angewiesen. Vor allem Informationen über Standort und dessen Umgebung werden dafür gesammelt und weitergegeben. Die Frage nach dem Datenschutz und dem Umgang mit der durch automatisierte Fahrzeuge erzeugten Datenflut unterliegt der gängigen Gesetzgebung, ist jedoch ein Thema, das noch nicht gänzlich geklärt ist.

Jetzt teilnehmen!

Gewinne ein Edelstahl-Lunchset von Bosch

Jetzt teilnehmen!

Du findest das Thema automatisiertes Fahren spannend und möchtest noch mehr Fragen beantworten?

Hier geht's zur großen Umfrage
188 Kommentare
AcIvI Avatar
von AcIvITue Oct 02 15:49:08 CEST 2018

Ein-/Ausparken alleine aus dem Grund das man so die Parkplätze enger machen kann ohne das Platz verschwendet wird den man zum Ein-/Aussteigen benötigt ohne dem Nachbarn ne Delle ins Auto zu machen.

a3Autofahrer Avatar
von a3AutofahrerTue Oct 02 16:00:22 CEST 2018

Meiner Meinung nach werden noch viele Menschen aufgrund dieser Automatisierungs-"Idee" verletzt oder getötet werden, bis sich überhaupt etwas Tragfähiges abzeichnet. Oder man schränkt deutlich die Rechte von Autofahrern, Fußgängern, Radfahrern, Inline-Fahrern, Pferdekutschen, Segways und weitere kleinelektrische Fortbewegungsmittel ein, indem sie immer weniger Bereiche betreten oder befahren dürfen, nur um die problematischen Störeinflüsse auszuklammern.

 

Ich glaube zwar ernsthaft an Gesetzgeber, die tatsächlich die Rechte einschränken würden, aber nicht an eine Vollautomatiesierung des autonomen Verkehrs. Und beides bereitet mir Sorgen.

9000H Avatar
von 9000HTue Oct 02 16:16:38 CEST 2018

Wenn automatisiertes Fahren in Neapel funktioniert kann man mal drüber nachdenken.

benello Avatar
von benelloTue Oct 02 16:33:41 CEST 2018

Ich möchte gar nicht gefahren werden, sondern selbst lenken, bremsen usw. Das ist doch gerade der Spass am Autofahren. Wenn ich kutschiert werden möchte, fahre ich Bahn oder Bus. Ansonsten würde ich mir halt eben ein älteres Auto zulegen, das diesen ganzen Firlefanz nicht hat. Meiner Meinung nach geht diese Entwicklung am Bedarf vorbei. Die, die das Auto nicht nur als Fortbewegungsmittel sehen, tun sich schwer mit diese Art von Passivität.

Automatisiertes Arbeiten - das wäre eine sinnvolle Erfindung. Das heißt quasi , ich tu nichts und das Geld kommt trotzdem aufs Konto. Wann wird das erfunden ?

Naphtabomber Avatar
von NaphtabomberTue Oct 02 17:01:37 CEST 2018

Was für ein Schmarrn. Einige reden hier von 15-20 Jahren. Selten so gelacht. Wie lange dauerts denn schon, flächendeckend Gastankstellen zu installieren? Von Ladestationen für E-Cars will ich gar nicht erst anfangen. Ich bin Berufskraftfahrer und höre bestimmt 2x die Woche : Tja, wenn erst das autonome Fahren kommt wird, ist alles schön. Dann will ich mal sehen, wie mein Sattel autonom beim Kunden rückwärts in die Einfahrt fährt. Da gibts bestimmt allerhand zu lachen. Und ob wir in 30 Jahren überhaupt noch die Ressourcen haben, um diese Fahrzeuge herzustellen, darf auch erstmal bezweifelt werden. Bei Schienenfahrzeugen glaub ich schon eher dran. Aber bis es soweit ist, müßte erstmal die Fehleranfälligkeit der Assistenzsysteme ausgemerzt werden. Wie oft haut mir der Bremsassi ein Notstop rein, weil irgendwo ein Verkehrsschild zu nahe an der Straße ist oder ein rechts abbiegender PKW (in einer Rechtsabbiegespur) nicht als Hindernis eingestuft wird. Bis dahin bleibt der Rotz aus. Bis jetzt ist mir zum Glück in derartigen Situationen noch niemand hinten drauf geknallt. Denn machen wir uns nix vor, wenn an meinem LKW bei 60 der Bremsassi rein haut, hat der hinter fahrende Null Chance. Mein Laster steht nach 20 Metern. Das schafft kein PKW

Dieselmeister86 Avatar
von Dieselmeister86Tue Oct 02 17:02:27 CEST 2018

Mir persönlich macht das Autofahren einfach Spaß. Wenn ich zwischen 2 Fahrzeugen mit exakt gleichem Preis eines autonom das andere komplett analog ohne Parkpieser oder Spurwechselassistent würde ich mich immer für das analoge entscheiden. Och habe in meinem aktuellen Fahrzeug sehr viele Assistenzsysreme verbaut. Und jedesmal wenn etwas falsch signalisiert oder gewarnt wird könnte ich mich massiv aufregen und stell den Krempel ab. Wenn Technik der Meinung ist mitdenken zu müssen wird es kriminell. Notbremseingriffe weil ein geparktes Auto 20cm weiter in die Straße reinsteht etc. Ich halte das für eine sehr fragwürdige Entwicklung. Man stelle sich vor man will zu einem Termin fahren und das Auto macht erstmal Updates. Ich würde in einem Tobsuchtsanfall die Kiste direkt verschrotten. Wenn das wirklich die Zukunft sein sollte bin ich froh noch einen ganz analogen 635Csi in der Garage zu haben.

tomate67 Avatar
von tomate67Tue Oct 02 17:05:45 CEST 2018

Wenn alles automatisiert werden kann..... wozu das Haus verlassen? ;)

1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
XXL > 1420.02px XL 1300.02px - 1420px L 1000.02px - 1290px M 640.02px - 1000px S 480.02px - 640px XS 0 - 480px