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Bosch-Spezial: Automatisiertes Fahren
Bosch-Spezial: Automatisiertes Fahren

Von reinen Assistenzsystemen zu automatisierten Autos – So fahren wir zukünftig

Autofahrer werden bereits heute von High-Tech-Helfern unterstützt. Morgen werden sie von fahrerlosen Taxen an ihr Wunschziel gebracht. In unserem Themenspezial erfahrt Ihr, wo wir stehen, wie wir in Zukunft fahren und was Bosch damit zu tun hat.

von MOTOR-TALK am 30.08.2018 um 14:19

Weniger Staus, weniger Emissionen, weniger Unfälle – automatisiert fahrende Autos haben viele Vorteile. Denn moderne Fahrzeugcomputer können heute vieles, was ein Mensch kann. Manches sogar besser. Während ein menschlicher Fahrer seine Umgebung mit zwei Augen und zwei Ohren wahrnimmt, nutzt ein automatisiert fahrendes Auto unzählige Sensoren wie Radar und Kameras.

Viele Unternehmen arbeiten mit Hochdruck an selbstfahrenden Autos. Neben Fahrzeugherstellern auch Automobilzulieferer wie Bosch. Das schwäbische Unternehmen liefert einzelne Komponenten bis hin zu Gesamtsystemen, die den Fahrer immer umfassender unterstützen.

Wo geht die automatisierte Reise hin?

Schon heute helfen Fahrerassistenzsysteme Autofahrern. Einparkassistenten steuern das Fahrzeug selbstständig in eine Parklücke. Notbremsassistenten, Spurhalter oder adaptive Abstandsassistenten unterstützen Fahrer auf Landstraßen und Autobahnen. Auf ausgewählten Strecken sind im bemannten Testbetrieb sogar bereits Lastwagen und Kleinbusse völlig autonom unterwegs.

Fahrerassistenzsysteme werden für die Zukunft weiterentwickelt. Während es heutzutage noch erforderlich ist, dass der Fahrer jederzeit die Verantwortung für das Auto behält, werden die Fahrzeuge in der nächsten Stufe selbstständiger agieren. Zusätzlich zu den technischen Voraussetzungen ist die Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen notwendig. Besonders die ethische Seite des autonomen Fahrens wird dabei intensiv diskutiert. Und dann ist da noch die Frage nach der Akzeptanz: Autofahrer müssen erst Vertrauen zu den automatisierten Fahrzeugen aufbauen und Fahraufgaben abgeben wollen.

Teilautomatisiertes Fahren

Schon heute sind moderne Autos teilweise automatisiert. Ferngesteuerte Parkassistenten oder Stauassistenten erledigen für den Fahrer einzelne Aufgaben. In spezifischen Situationen übernehmen sie die allgemeine Fahrzeugführung. Die Verantwortung hat weiter der Fahrzeugführer. Er muss das System stetig überwachen und jederzeit eingreifen können.

Hochautomatisiertes Fahren

Festgelegte Fahrsituationen beherrscht das Fahrzeug komplett selbstständig. Zum Beispiel steuert der Fahrer das Fahrzeug lediglich beim Auf- und Abfahren auf die Autobahn. Alle anderen erforderlichen Fahraufgaben übernimmt dann für die Dauer der Autobahnstrecke der Autobahnpilot. Selbst bei einem Systemfehler oder falls das System an seine Grenzen gelangt, verbleibt die Verantwortung beim Fahrsystem. Beispielsweise bremst es dann ab und führt einen sicheren Zustand herbei.

Bedingt automatisiertes Fahren

Das System übernimmt die Fahraufgaben in bestimmten Fällen komplett. Beispielsweise wechselt das System selbstständig die Spur, wenn der Fahrer den Blinker setzt. Der Fahrer muss das Fahrzeug nicht die ganze Zeit überwachen und kann sich anderen Dingen widmen. Im Falle einer Fehlfunktion oder falls die Situation das System überfordert, wird der Fahrer allerdings aufgefordert, wieder selbst zu steuern.

Fahrerassistenzsysteme

Vorstufe der Automatisierung: Einfache Fahrerassistenzsysteme wie Totwinkel-Warner, adaptiver Abstandsassistent oder Spurhalteassistent unterstützen den Fahrer in bestimmten Fahrsituationen. Das führt zu mehr Komfort während der Fahrt und erhöht die Sicherheit im Straßenverkehr. Der Fahrer behält weiter die Verantwortung und volle Kontrolle: Er lenkt, beschleunigt und bremst selbst.

Vollautomatisiertes Fahren

Der Mensch als Fahrer ist hier überflüssig. Er wird zur Steuerung des Fahrzeuges nicht mehr benötigt, das Lenkrad kann entfallen. Das Fahrzeug beherrscht dauerhaft auch komplexe Fahrsituationen wie Stadtverkehr oder Autobahnauffahrten. Es genügt, das System zu aktivieren und das Ziel vorab einzugeben. Das automatisierte Fahren wird damit endgültig Realität.

Wie ein menschlicher Fahrer

Automatisierte Fahrzeuge müssen im Prinzip über ähnliche Fähigkeiten verfügen wie ein menschlicher Fahrer. Drei Eigenschaften stehen dabei im Vordergrund: Erkennen (Sense), Verarbeiten (Think) und Agieren bzw. Reagieren (Act). Sensoren erfassen das Umfeld, ein Fahrzeugcomputer verarbeitet die Informationen und entwickelt eine Fahrstrategie für die Steuerung von Antrieb, Lenkung und Bremse.

So funktioniert automatisiertes Fahren in Zukunft

von MOTOR-TALK am 30.08.2018 um 14:19
FAQ

Häufig gestellte Fragen

Folgende Punkte sind bei dem Thema Automatisiertes Fahren viel diskutiert. Hier haben wir eine Zusammenfassung der häufigsten Fragen und Antworten.

Wo wird Ultraschall eingesetzt?

Ultraschall hat nur eine geringe Reichweite. Deswegen kommt die Technik lediglich bei niedrigen Geschwindigkeiten zum Einsatz, zum Beispiel beim Parken und Manövrieren. Aktuelle Einparkassistenten nutzen sie bereits. Auch Tote-Winkel-Warner arbeiten mit Ultraschall. Bei höheren Geschwindigkeiten wie beispielsweise auf der Landstraße oder Autobahn benötigt das System aufgrund der geringen Reichweite von Ultraschall zusätzlich Radar.

Welche Systeme funktionieren mit Radar?

Radartechnik ist noch keine Serienausstattung, aber bereits seit einigen Jahren Bestandteil vieler neuer Autos. Die Technologie wird überwiegend zur Abstands- und Geschwindigkeitsmessung, aber auch zur Objekterkennung eingesetzt. Fahrassistenten wie Abstandsregeltempomaten, Notbremssysteme oder Stauassistenten nutzen sie.

Wo kommt Videotechnik zum Einsatz?

Kameras sind bei automatisierten Fahrzeugen wichtig für den Rundumblick. Weitwinkelkameras (sogenannte Fischaugen) sitzen in Rück- und Seitenspiegel, Motorhaube und Heckklappe. Aus den Aufnahmen wird dann ein 360-Grad-Bild zusammengesetzt, welches das komplette Umfeld des Autos zeigt.

Als Rückfahrkamera oder Teil eines Einparkassistenten sind sie in den meisten modernen Autos eingebaut. Klassische Kamerafunktionen sind die Verkehrszeichenerkennung und der Spurhalteassistent. Beim automatisierten Fahren tritt die Stereo-Videokamera an die Stelle der Mono-Kamera, da sie das Umfeld dreidimensional erfasst.

Auch im Innenraum kommen Kameras zum Einsatz: Sie überwachen den Fahrer und schlagen bei Ermüdungserscheinungen Alarm.

Was ist Lidar?

Lidar ist die Kurzform von "Light Detection and Ranging" (Lichtortung und Lichtabstandsmessung). Wie auch bei Radar oder Ultraschall wird diese Technik zur Geschwindigkeits- und Abstandsmessung sowie zur Objekterkennung eingesetzt. Allerdings werden statt Radiowellen Laserimpulse verwendet, um die Objekte zu vermessen. Viele Notfall-Bremsassistenten sind beispielsweise schon mit Lidar-Sensoren ausgestattet.

Beim automatisierten Fahren ist Lidar neben Radar und Kamera die dritte Sensortechnologie. Zusammen gewährleisten sie in jeder Fahr- und Umgebungssituation eine zuverlässige Umfelderkennung.

Könnten Pkw heute schon vollautomatisiert fahren?

Nein. Viele Autos sind heute bereits mit modernen Assistenzsystemen der -Stufe 1 (assistiertes Fahren) ausgestattet. Erste Systeme der Stufe 2 (teilautomatisiert) werden gerade eingeführt. In den nächsten Jahren soll Stufe 3 (bedingt automatisiert) in Serie gehen. Für die Stufen 4 und 5 (hoch- und vollautomatisiert) muss allerdings noch einiges passieren.

Was ist die größte Hürde des automatisierten Fahrens?

Gerade in Städten ist der Straßenverkehr unvorhersehbar und unstrukturiert. Eine der großen Schwierigkeiten für das automatisierte Fahren ist es, diese komplexen Verkehrssituationen zu beherrschen. Hierfür Systeme mit künstlicher Intelligenz zu entwickeln und vor allem zu trainieren und zu validieren, ist entsprechend aufwendig. Hinzu kommen neue Anforderungen an die Gesetzgebung und Fragen nach der Akzeptanz der Autofahrer.

Wo ist automatisiertes Fahren besonders sinnvoll?

Schon heute sind Assistenzsysteme vor allem auf langen Überlandstrecken und beim Einparken gern gesehene Helfer. Diese Szenarien bieten sich auch für das automatisierte Fahren an. Auf Autobahnen könnten sie übernehmen und dem Fahrer so zu mehr Freizeit und Komfort verhelfen. Im Parkhaus ist das selbstständige Einparken sinnvoll. Weitere Einsatzgebiete sind beispielsweise der Gütertransport in definierten Bereichen wie Häfen oder Flughafen oder der Lieferverkehr in Innenstädten.

Wann kommt das erste vollautomatisierte Fahrzeug auf den Markt?

Bisher gibt es noch keine komplett selbstfahrenden Autos auf deutschen Straßen. Und laut Experten wird es auch noch etwas dauern, bis automatisierte Fahrzeuge die Marktreife erlangt haben. Vor 2030 sollen Autos wohl nicht komplett autonom fahren können.

Welche Daten werden für das automatisierte Fahren berücksichtigt?

Selbstfahrende Autos sind auf den stetigen Datenaustausch angewiesen. Vor allem Informationen über Standort und dessen Umgebung werden dafür gesammelt und weitergegeben. Die Frage nach dem Datenschutz und dem Umgang mit der durch automatisierte Fahrzeuge erzeugten Datenflut unterliegt der gängigen Gesetzgebung, ist jedoch ein Thema, das noch nicht gänzlich geklärt ist.

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188 Kommentare
derRA Avatar
von derRAThu Sep 20 17:45:23 CEST 2018

Hallo,

 

wenn ich nicht selbst aktiv im eigenen Auto fahren möchte, kann ich Bus, Bahn, Flugzeug, Taxi nehmen oder mich anderweitig passiv befördern lassen, das ist preiswerter, als ein Fahrzeug vorzuhalten, das keinen Spaß macht.

 

Wenn ich nicht mehr selbst fahren darf oder kann, werde ich demnach ganz auf den eigenen Wagen verzichten.

 

Herzliche Grüße

Stephan, geboren 1966

Schattenparker48603 Avatar
von Schattenparker48603Fri Sep 21 21:46:49 CEST 2018

Persönlich wäre es mir lieber, wenn sich die Fahrzeuge untereinander verständigen könnten.

Wo der Mensch versagt !

 

Habe hier auch die Kommentare dazu gelesen, manches okay, manches wieder auch nicht.

Jemand schreibt, die Fahrradfahrer sind die schlimmsten, muss ich beistimmen, meist sind es die auch den PKW Führerschein besitzen. Persönlich besitze ich seit meinem 15 Lebensjahr keinen Draht Esel mehr !

Und bin auch die letzten 45 Jahre kein Fahrrad mehr gefahren. Wozu ? Nochmal, wozu ? Um mich körperlich zu ertüchtigen brauche ich keinen Draht Esel ! Die meisten sind eh die bespeckten AOK (Schönwetter) Fahrer und nehmen den Wanderern den Platz für Ihr rücksichtloses Verhalten den vorhanden Raum einfach weg !

 

Im Straßenverkehr (Auto) "Nervt" der Roller Fahrer (Stinkbombe) oder der "Möchtegern" spätberufener 6 Tage Rennen Athlet !

 

Irgendwann macht der Mensch einen Fehler, sei es gerade bei Aldi, Kaufland und wie sie alle heißen mögen Discounter Parkplätze, gerade "hier" könnten sich die Pkws verständigen, es gebe gerade in diesen Bereichen viel Potential.

 

Und für die "Blinkmuffel" müsste von hinten (aus Geisterhand) jedes mal eine Kopfnuss ausgeteilt werden, ja, kleine Denkanstöße verbessern das Denkvermögen. Für so ein Klientel, gehört keine Fahr Lizenz ausgeteilt, sondern in den ÖVP verbannt.

Merlion59 Avatar
von Merlion59Sat Sep 22 08:30:30 CEST 2018

Seitens der Sicherheit grauts mir schon davor, wenn die Automaten irgendwann auf die Strasse kommen.

Vom Komfort / Unterhaltungswert kann ich´s nicht nachvollziehen, was toll daran sein soll, auch noch im Auto E-Mails zu lesen oder im Internet zu surfen (vielleicht eine Auto-Simulation zu spielen ??)

Sollen wir jetzt nur noch in irgendwelche Displays starren? Das ist doch schlimm!

Haben-will-Faktor: Für mich Null, ich würde mir nichtmal mehr aktuell ein neues Auto kaufen, für dass ich viel Geld bezahlen soll um dann ständig mit irgendwelchem Gepiepse genervt zu werden.

Trennschleifer49568 Avatar
von Trennschleifer49568Sun Sep 23 19:45:36 CEST 2018

Wenn ich nich selbst fahren darf/ kann, brauche ich kein Auto mehr, dann fahre ich Bus. Punkt.

roepach Avatar
von roepachSun Sep 23 19:50:43 CEST 2018

Es ist wie eine schleichende Seuche, dass einige wenige aus uns Konsumenten dumme und alles gläubige Menschen machen wollen und uns dazu auch noch das Geld aus der Tasche ziehen.

Dies gilt nicht nur für die Automobilbranche, sonder im Allgemeinen.

Angefangen hat es mit dem schnurlosen Telefon, wo bald jeder mitbekommt, wo ich bin, was ich mache und was ich im Kühlschrank habe. Dass diese Systeme nicht sicher sind solle bei den meisten angekommen sein.

Mir tut die zukünftige Generation leid.

Ich hab Autofahren gelernt, als es noch keine synchronisierte Getriebe gab und auch keine weissen Streifen auf der Strasse. Und oh Wunder ich lebe noch.

Swallow Avatar
von SwallowSun Sep 23 20:21:47 CEST 2018

Scheißdreck - mehr fällt mir dazu nicht ein.

zPoT Avatar
von zPoTSun Sep 23 20:42:29 CEST 2018

Die Argumente der "Gegner" des autonomen Fahrens sind meiner Meinung nach schwach.

Wenn mein Auto alleine fahren könnte, hieße das ja noch lange nicht dass ich selbst damit nie wieder aktiv fahren dürfte.

 

Und für diejenigen die denken der einzige Vorteil bestünde darin nebenbei mit dem Handy oder sonst etwas zu spielen habe ich absolut kein Verständnis. Sorry aber das ist an Dummheit schon kaum zu toppen.

Langes Fahren ist nunmal anstrengend und wer täglich pendelt, der weiß das.

Ich selbst muss täglich eine Stunde zur Arbeit pendeln, Zug- und Busverbindung gibt es nicht. Ich sähe das daher als eine willkommene Erleichterung.

Auch aus dem Grund, dass ich schon Kollegen/Freunde auf der Landstraße verloren habe, die mit solchen Assistenzsystemen heute noch leben würden.

 

Ich hoffe nicht, dass euch so etwas mal passiert. Aber spätestens dann, wenn enge Freunde von euch oder Familienmitglieder in schwere Unfälle verwickelt werden, die mit solchen Systemen nie passiert wären, dann denkt selbst ihr nach und werdet einsehen, dass das nicht nur nutzloses, überteuertes Zeug ist.

 

Ein selbstfahrendes Auto kann nicht geblendet werden, dem kann nichts ins Auge fliegen, es muss nicht Niesen (und in dieser Sekunde die Augen schließen) es wird nicht müde und schläft ein und zieht deswegen auf die Gegenfahrbahn und so weiter...

Im Gegenteil, es schafft es wahrscheinlich mein Leben zu retten, weil es schneller und besser als ich reagieren kann wenn mir die in der Vergangenheit hängengebliebenen betrunken, verschlafen oder sonstwie abgelenkt oder aufgrund gesundheitlicher Probleme (Herzinfarkt etc.) auf der falschen Fahrspur entgegen kommen.

 

Vielen Dank im Voraus Auto der Zukunft, ich hoffe du wirst bald bei mir sein <3

 

Und wenn ich mal den plötzlichen hinter dem Steuer das Zeitliche segnen sollte, während ich gerade genüsslich mein Fast Food hinter dem Steuer verdrücke, macht euch keine Sorgen. Mein Zukunftsauto hält mich von eurer Spur fern, wird langsamer und fährt rechts ran, setzt den Notruf ab, wodurch ich rechtzeitig gerettet und reanimiert werden kann. Und dadurch stehe ich euch noch etwas länger für nervige Moralpredigten oder sonstigem Zeug was euch nicht interessiert zur Verfügung ??

schlicky Avatar
von schlickySun Sep 23 21:17:05 CEST 2018

Wenn heute Züge auf Schienen immer noch einen Zugführer benötigen ... wie sollen dann bitte Millionen PKW "autonom" auf "ungeschienten" Straßen mit "unautonomen" Autofahrern fehlerfrei funktionieren?

 

Natürlich wäre es für Berufsfahrer, Pendler, Langstreckenfahrer und gehandicapten Menschen eine absolute Erleichterung, wenn das Autofahren automatisiert werden würde ... aber bitte heult später nicht rum, wenn Fußgänger, Radfahrer und andere Fahrzeugführer durch "autonome Killermaschinen" getötet werden ... in USA gibt es schon jede Menge Tote durch autonome Testfahrzeuge ... "super" :(

Trennschleifer3065 Avatar
von Trennschleifer3065Sun Sep 23 22:22:36 CEST 2018

Ich bin ja immer wieder amüsiert wie technikgläubig doch viele sind. Wer sich auch nur annähernd mit der Materie beschäftigt hat weiss das wir alle noch Lichtjahre vom autonomen Fahren entfernt sind.

Dafür braucht es flächendeckend das 5G-Netz, wir haben aber noch nicht einmal flächendeckend 4G.

Und wir brauchen verlässliche Systeme, keine Spurhalteassistenten die bei Baustellenmarkierungen völlig aus dem Takt geraten, keine PDC Sensoren die, obwohl weit und breit nichts in Sicht ist, Alarm machen, keine Notruftasten die sich aus heiterem Himmel von selbst auslösen oder dies zumindest im Display behaupten (wobei allerdings nichts passiert, was die Frage aufwirft was wohl passiert wenn man die Taste tatsächlich mal braucht), keine Notbremsassistenten die sich vor Brückenpfeilern oder Verkehrsschildern "erschrecken" und auch keine Verkehrsschilderkennung die in der 30er Zone Tempo 100 empfiehlt.

 

Jeder, der mit dieser Technik zu tun hat, weiss wie fehleranfällig der ganze Kram ist.

Schon in den "Hobby-Heften" der 60er Jahre wurde das prognostiziert was uns heute als bereits einsatzfähig vorgegaukelt wird.

Na immerhin wird auf dem Grabstein dann stehen:

Dieser Verkehrstote wurde Ihnen präsentiert von "bitte Namen einfügen", als da wären Bosch, Uber, Apple, Tesla, Conti etc.

 

Hat sich mal einer die Frage gestellt was passiert wenn das Auto automatisch einem Hindernis ausweichen soll, rechts und links aber auch Hindernisse sind? Eines ist eine Betonmauer, das andere ein Holzzaun. Jeder Fahrer würde sich für den Holzzaun entscheiden, dummerweise kann ein Auto nur ein Hindernis erkennen aber nicht feststellen ob es aus Pappe oder Beton ist.

 

Unfälle werden am meisten von entweder fahrunfähigen Menschen oder extrem rücksichtslosen Menschen verursacht. Es ist also ein menschliches Problem.

Und jeder Techniker wird Dir sagen dass man soziale Probleme technisch nicht lösen kann.

 

Und zum Schluss: Wer wird aus einer ganz bestimmten Gattung Fahrer ein Auto kaufen welches regelmässig blinkt, das vorgeschriebene Tempo und den Abstand einhält, welches nicht rechts oder auf dem Pannenstreifen überholt?

Thunder Dragon Avatar
von Thunder DragonSun Sep 23 22:26:21 CEST 2018

Ich frage mich bei der ganzen Sache eines wirklich am meisten:

 

wer hat eigentlich diesen ganzen Technikgläubigen erzählt, dass diese Technik nie versagen würde und immer einwandfrei funktionieren würde?

Wie schon richtig erwähnt wurde gab es in den USA bereits mehrere Todesfälle eben durch diese "tolle neue, unfehlbare Autonomes-Auto-Nummer".

Wann wird es endlich dem letzen klar werden, dass alle Technik nur so fehlerfrei sein kann wie ihre Schöpfer?

Und das sind wir!

 

Und ich hoffe mal, dass keiner derart eingebildet ist zu behaupten, wir Menschen wären fehlerfrei.

 

Denkt doch nur mal jeder an heutige Technik. Wie fehlerfrei ist diese?

Wie oft hat uns denn das wirklich allgegenwärtige Smartphone mal einen Fehler präsentiert?

Und das ist verglichen mit einem autonom fahrenden Fahrzeug nun wirklich ein recht simples System.

 

Wie kommen jetzt bitte alle darauf, dass ein wesentlich komplexeres, technisches Gebilde fehlerfreier arbeiten soll, als ein deutlich einfacheres?

Allein schon dies anzunehmen zeugt entweder von Utopie oder einer starken Sinnes-Blendung durch die Aussicht auf "neues Spielzeug".

 

Das "perfekte" System, das nie Fehler macht oder technische Probleme hat, wird es nie geben. Und es wird auch nie 0 Verkehrstote geben. Da reicht es eigentlich schon, auf nasser Brücke auf Laub auszurutschen und dabei über ein Geländer zu fallen um als "Verkehrstoter" zu enden.

Ist wirklich jeder gewillt die eigene Kontrolle derart bereitwillig abzugeben an ein Bündel Schaltkreise, von denen auch mal einer ausfallen kann?

 

Und zum Thema "die Kiste hat ja X Sensoren die sich nicht täuchen lassen...".

Selten so gelacht.

Ich komme zufällig aus der Technikbranche und habe insbesondere mit Sensorik immer wieder zu tun. Glaubt mir: es ist sogar relativ leicht einen Sensor so zu täuschen, dass er irgendwann das Spinnen anfängt. Eigentlich reicht dafür sogar die normale Alterung bereits aus.

 

Ich für meinen Teil habe keinen Führerschein gemacht, um nach 1 oder 2 Dekaden alles an einen Computer abzugeben. Will heißen: sobald die Dinger keinen Fahrer mehr brauchen, bin ich raus. Ich bleibe bei meinen schönen bald-Oldtimern in meiner Signatur. Die brauchen sogar noch einen der wirklich schrauben kann und nicht nur den nächsten Weg zum auslesen in der Werkstatt.

 

Und noch ein kleiner Hinweis: nur weil man alles mögliche machen KANN, heißt das noch lange nicht, dass man es auch unbedingt tun MUSS.

 

Gruß

HJFl Avatar
von HJFlSun Sep 23 22:44:36 CEST 2018

Nach meinen Erfahrungen, sind wir vom autonomen Fahren noch weit entfernt! Wir haben den neue Volvo XC 90 mit allen Assistenzsystemen. In der Baustelle erkennt er die kleinen Absperrpylonen nicht und Line Keeping lenkt mich vondem Seitenstreifen weg und lässt mich einen Pylon rammen. Bei Verschwenken der Fahrbahn kommt Kollisionswarnung. in der Temp 30 Zone wird schonmal 130 angezeigt. In Frankreich wird. nach Sommer 2018, 90 km/h statt 80 km/h angezeigt. (TomTom zeigt 80 an!) Das kann sehr teuer werden! Trotz Abstandautomatik erfolgt das Auffahren auf ein Stauende sehr brutal. Da ich den eingebauten Navis nicht traue, nutze ich, bei längeren Fahrten zusätzlich ein TomTom. Das TomTom lenkt mich rechtzeitig, vor dem Stau, heraus. Dann ist es immer schön zu sehen, dass alle größeren und neueren Autos im Stau stehen und die Autos mit externem TomTom oder Google, über die Ausweichstrecke vorbeifahren. Um die Temperatur im Auto zu ändern oder Line Keeping abzuschalten, werde ich genauso abgelenkt, als wenn ich auf dem Handy ein Hörbuch starten würde.

Wenn in all diesen Bereichen - und das sind nur Beispiele, die Systeme versagen, wie soll da autonomes Fahren möglich sein?

Es gibt gute Assistenzsysteme, aber ASSISTENZ und nicht autonom!

Tempomat mit Abstandhaltung, liebe ich!

Fernlichtautomatik, Licht- und Regensensor und vor Allem BLISS!

zPoT Avatar
von zPoTMon Sep 24 00:59:48 CEST 2018

Angst vor Neuem nenne ich das.

Jaja alles was jetzt ist ist okay, besser noch das was mal war. Hauptsache nichts was neu ist. Das erstmal schlecht machen.

 

Kennt man nur zu gut, gerade die älteren Generationen immer, die die auch immer geredet haben sie bräuchten kein Internet unterwegs und keine Smartphones und jetzt mittlerweile genauso an den Dingern hängen wie Teenies.

 

So ist das auch mit den Autos.

Klar gibt's dabei auch Fehler und Unfälle gab es mit den Dingern auch schon, keine Frage. Nur wenn die Unfallquote damit geringer ist, und das jetzt schon, dann ist das ein Gewinn. So oder so.

 

Jetzt kommen natürlich die ganzen Technikgenies hier die meinen die Sensoren können ja auch Macken haben.. ja dann merkt das Auto das aber auch (sofern da nicht ein engstirniger in der Vergangenheit lebender Ingenieur dran war) und kann entscheiden ob die Weiterfahrt trotzdem, eingeschränkt oder nur im Nicht-autonomen Modus möglich ist.

 

Auch wenn Technik nicht unfehlbar ist, ist sie bei weitem nicht so schrecklich wie das immer propagiert wird.

Warum man für selbstfahrende Autos 5G bräuchte ist mir schleierhaft.

Und auch die kuriosesten Situationen die geschildert wurden und werden, würden, genau betrachtet, wahrscheinlich nie so entstehen können wie der ein oder andere es sich ausmalt.

 

Ich bleibe dabei - autonom fahren, wenn auch nur auf Autobahnen und Landstraßen - das beste was es gibt, bloß her damit.

Jetzt kommt bald der Winter und wenn ich wieder morgens um 5 zur Arbeit tuckern muss wäre das ein gutes Gefühl wenn mein Auto alleine fahren würde. Schließlich wüsste das viel genauer als ich wie lang mein Bremsweg bei den wechselnden Straßenverhältnissen ist. Und die lieben Tiere die man gar nicht sieht oder erst wenn man schon fast vorbei gefahren ist hätte es schon dann auf dem Schirm wenn der Lichtkegel der Scheinwerfer noch nicht einmal ansatzweise in der Nähe ist.

 

Und wer meint er könne trotzdem alles besser, der soll halt auch in Zukunft aus Prinzip selbst fahren (und andere dadurch wahrscheinlich mehr gefährden).

 

Mal davon abgesehen dass man auch bei einem autonom fahrenden Auto die Möglichkeit vorsehen kann selbst Entscheidungen zu treffen. Wenn eine von euch beschriebene Situation XYZ eintreten sollte, ihr nicht der KI vertraut, dann trefft eben selbst die Entscheidung. Das Lenkrad ist ja trotzdem noch da..

..und auch ich würde sicher nicht von jetzt auf gleich dem Auto vertrauen was selbst fährt. Wenn Hindernisse vorauszusehen sind, die nicht langweilige Straße sind, dann passt man halt selbst auch mit auf.

Wie eben beispielsweise bei Baustellen, komischen Fahrbahnen, fehlenden Schildern, Fahrstreifen oder sonstwas.

Dann passt man da halt auch mit auf und fertig.

Das kann man übrigens auch voraussetzen bei solchen technischen Geräten. Wenn Augen nicht auf Straße dann bremse den Wagen nach vorheriger Warnung ab.

 

Klar, meckern ist sowieso immer leichter und irgendwelche Mäkeleien lassen sich immer finden. Aber der Sache von vornheren keine Chance zu geben ist in meinen Augen einfach eine Anti-Neu-Haltung die von den meisten angenommen wird, die den "Schrott von Morgen" nicht wollen, ihn aber spätestens übermorgen dann auch haben.

mtib Avatar
von mtibMon Sep 24 02:06:04 CEST 2018

Den vorherigen Kommentaren ist nichts hinzuzufügen.

Wir müssen diese Hypes sein lassen, was sie sind: Fantasien ohne Bezug zur Hard- u. Softwarerealität.

Bedauerlich ist nur, daß auch unsere parlamentarischen Politiker den Realitätsbezug schon so weit verloren haben, daß sie glauben, daß diese Zukunft unmittelbar bevor stünde. Fakt ist, erst wenn 5 Jahre kein Smartphone, kein Tablet oder Laptop, geschweige denn ein PC mehr abgestürzt ist, können wir versuchen, der AI so weit zu trauen, daß wir ihr unser Leben in die Hand geben. Mit allen Risiken natürlich.

Bis dahin ist es vielleicht sinnvoll, zu erkennen, daß der Diesel, der mit dem richtigen Katalysator die effektivste und sauberste Verbrennungskraftmaschinen ist, derer wir gegenwärtig fähig sind, ein großes Stück der Zukunft gehört. Freilich müssen wir zuvor all die Bosse der Lügner Lügen strafen. Aber das solte so schwer nicht sein, denn die meisten können 2x2=4 immer noch per Kopf rechnen.

Und wenn wir dann mal irgendwann Batterien haben, die den Namen auch verdienen, fahre ich auch ein E-Auto, wenn ich unter "meiner Laterne" eine freie Steckdose finde, die mir nicht irgend ein Spaßvogel nächtens vom Stecker trennt.

Trennschleifer52119 Avatar
von Trennschleifer52119Mon Sep 24 05:02:36 CEST 2018

"Morgen werden sie von fahrerlosen Taxen zu ihrem Wunschziel chauffiert."

 

Der Wunsch scheint der Vater des Gedanken zu sein. Erinnert mich and die Sechziger Jahre. Nicht nur 'Pupular Mechanics' sondern auch Deutsche Autozeitschriften proklamierten dass es keine 10 Jahre mehr dauern wuerde bis das Auto sich in die Luefte erheben wuerde, sollte der Verkehr zu Stop-and-goig werden. Ich seh das Gefaehrt noch auf dem Zubringer stehen; Cessna 172 Tragflaechen ausgefaltet und der Fahrer wuerde sich als Pilot im Tiefflug zum geliebten Arbeitsplatz durchkaempfen. Vorbei an allem was so total Fuenfziger Jahre war. Ja, ja, der ewige Traum von der Zukunft.

 

911luft

nobbi50 Avatar
von nobbi50Mon Sep 24 07:00:00 CEST 2018

Ich fahre derzeit den Audi A4 mit allen wirklichen Assistenzsystem drin. Der Spurhalteassistent verliert permanent die Führung auch schon innerhalb der zugelassenen 20 Sekunden in dem einen quasi autonomes fahren möglich sein sollte. Es ist manchmal nicht nachzuvollziehen, warum die vorhandenen Leitlinien am Straßenrand plötzlich nicht mehr erkannt werden. Besonders nett ist es, wenn die Leitlinie rechts noch erkannt wird links aber nicht: der Effekt ist dann, dass das Fahrzeug bei der Annäherung an die rechte Fahrbahnbegrenzung gegenlenkt und dann links nichts mehr zum Gegenlenken findet, und somit auf der Gegenspur landet; super was? Beim Überfahren einer Straßenkuppe werden diese Leitlinien überhaupt nicht mehr erkannt weil das Auto dann in die Luft guckt. Im Baustellenbereich sind gelbe Linien, die manchmal wie Schlangenlinien auf der Straße verschoben liegen. Ich frage mich, wie ein autonom fahrendes Auto so eine Situation bewältigen soll.

Wer meint, dass Fahrzeuge mit noch so ausgereifte Technik gegen Hacker-Angriffe sicher sein werden, sollte sich mal klarmachen, wie lange Microsoft und Co daran arbeiten, ihre Rechner gegen ebensolche Angriffe zu sichern. Das ist bis heute nicht gelungen wie wir alle wissen. Es wird auch beim autonomen fahren kriminelle Spinner geben, die sich einen Spaß daraus machen, Fahrzeuge gegeneinander zusteuern.

 

Wenn ich dann doch als Autofahrer immer engriffsbereit sein soll, dann kann ich auch gleich ganz selbst fahren,weil das ist dann entspannter, als permanent angstvoll drauf zu achten was das Auto macht.

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