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"Der Elektromobilität eine breite Gasse schaffen"

MOTOR-TALK zu Besuch bei der größten Lkw- und Transporter-Show der Welt: Zusammen mit 5 MTlern und deren Begleitern sahen wir uns den Stand von Bosch auf der IAA Nfz in Hannover an. Der Gesamtsystem-Experte Uli Zima war uns dabei ein redegewandter und gut informierter Tourguide. Was wir erfahren haben und wie die Atmoshäre auf der IAA war, lest und seht Ihr hier.

Vater und Sohn diskutieren angeregt. Braucht man eine digitale Kamera am Lkw oder tut es nicht auch ein konventioneller Spiegel? „Wie viele Spiegel habe ich je abgefahren?“, fragt cobramarkus seinen Vater. Der Bosch-Experte Uli Zima führt den MOTOR-TALKern gerade digitale Spiegelsysteme vor. Hier wird der herkömmliche Spiegel durch ein Kamerasystem ersetzt. Auf einem Bildschirm sehen die MTler, wie unterschiedlich die Bilder von Spiegel und Kamera sind.

Dabei spricht Zima darüber, dass sich die Busunternehmen Kameras statt Spiegel wünschen, weil sie im täglichen Geschäft so viele Spiegel verlieren. Jeder, der schon einmal einen Reisebus durch enge Gassen hat rangieren sehen, weiß, was gemeint ist. Beide, Vater und Sohn, haben einen Lkw-Führerschein, viel Erfahrung auf dem Bock und sind eher oldschool eingestellt. Einig sind sich beide, dass die Kameras immense Vorteile bieten, um den toten Winkel auszumerzen. Die Kameras schwenken mit, sodass stets optimal sichtbar ist, was um das Fahrzeug herum geschieht. „An das Nachrichten der Kameras müsste ich mich aber beim Rangieren erst einmal gewöhnen“.

Exklusive Standtour für unsere MOTOR-TALK-Gewinner Exklusive Standtour für unsere MOTOR-TALK-Gewinner Nicht alle Gewinner kommen aus der Branche. der_Nordmann, Wollschaaf, cobramarkus, Audi-gibt-Omega, primus_de sind aus unterschiedlichen Beweggründen nach Hannover gekommen. Audi-gibt-Omega findet es wichtig, auch mal nach links und rechts zu schauen, wie es denn übermorgen weitergeht. Er interessiert sich besonders für das Thema Antriebstechnik. Für der_Nordmann ist es spannend, mal einen neuen Blickwinkel zu bekommen. Wie ist es, nicht immer von unten nach oben zu gucken, sondern mal zwei Meter über der Straße zu sitzen?

Einer, der sich mit der Technik und dem Fahren von morgen ausgezeichnet auskennt, ist Uli Zima, Senior Expert Systems Engineering bei Bosch. Er startete 1979 bei Bosch in Hildesheim und machte eine Ausbildung in Elektrotechnik und Nachrichtentechnik. Nach 15 Jahren in den USA und einem Studium arbeitet er seit 2003 bei der Bosch Engineering GmbH. Hier laufen sämtliche Automobilthemen unter einem Dach zusammen. Zima betrachtet das Fahrzeug als Gesamtsystem und ist damit der perfekte Experte, um die MOTOR-TALKer über den Bosch-Stand auf der IAA zu führen. Der gliedert sich in drei Teile: Antriebssysteme, Vernetzung und Automatisierung.

Elektrifizierung des Antriebs Elektrifizierung des Antriebs

Antriebssysteme

Der Fokus liegt hier auf Elektrifizierung. Die Herausforderung aktuell: Wie bekommt man immer mehr Waren und Güter in die Stadt und aus der Stadt heraus? Die sogenannte „Last Mile“ soll möglichst emissionsarm und umweltverträglich absolviert werden. Die Idee daher: Keine großen und bulligen Lieferwagen verstopfen die ohnehin schon vollen Innenstädte, sondern Cargo-Bikes und Cargo-Scooter transportieren die Sachen. Mit einem E-Antrieb, den sich jeder Transportunternehmer passend konfigurieren kann. 48-V-Technik, 4-20 kW, 1 oder 2 E-Motoren, 1-4 Batteriemodule. Fix und fertig zum Einbau vorgeplant. Wollschaaf fand das sehr interessant: „Gerade in Großstädten müssen die Transporter nicht mehr die 2. Reihe zuparken, sondern man kann das mit einem größeren E-Bike lösen. Das ist auch eine Sache, die wir sehr viel sehen werden demnächst.“ Audi-gibt-Omega ist begeistert davon, wie kompakt die Antriebe sind. "Man kann von heute auf morgen der Elektromobilität eine breite Gasse schaffen. Die Verdreckung der Städt ist heute technisch nicht mehr notwendig."

Aber auch für den Transport zu den Verteilzentren gibt es Lösungen. Der E-City-Truck besitzt einen zusätzlichen, in die Antriebsachse integrierten E-Motor. Hier erfüllt er verschiedene Aufgaben. Er kann beim Antrieb helfen und er kann per Rekuperation Energie gewinnen, die wiederum beispielsweise zum Kühlen des Laderaumes genutzt werden könnte. Und, das interessierte die MOTOR-TALKer besonders, der Anhänger kann unabhängig von der Zugmaschine rangiert werden. „Wenn man Trailer mit elektrifiziert, und der mit antreiben kann, kann die Zugmaschine wieder kleiner werden. Eine technische Lösung für mehrere Zwecke. Das hat Potenzial.“

Ohne Sensoren "sieht" das Fahrzeug nicht, wo es hinfährt Ohne Sensoren "sieht" das Fahrzeug nicht, wo es hinfährt

Automatisierung

Das automatisierte Fahren ist der zweite große Bereich auf dem Bosch-Stand in Hannover. Ohne Sensorik funktioniert hier nichts. Die Technik muss all die Aufgaben übernehmen, die sonst Ohren und Augen der Fahrer lösen, und das Fahrzeug in die Lage versetzen, die Umgebung wahrzunehmen und richtig zu reagieren. Dabei sind alle Systeme teilredundant ausgelegt, denn sie müssen auch Ausfälle des Lenksystems kompensieren können. Manche Systeme kennen wir schon aus bestehenden Fahrzeugen, wie Kollisionsvermeidung, automatische Spurführung, Notbremssysteme. Alles wichtige Systeme, die wir beim automatisierten Fahren brauchen.

Die MOTOR-TALKer hören Uli Zima interessiert zu und stellen viele Fragen. Zima geht intensiv auf das Platooning ein, automatisiertes Kolonnenfahren von Lkw auf Autobahnen. Soll das auch mit langen Lkw-Kolonnen funktionieren, müssen einige Herausforderungen bewältigt werden, an denen aber intensiv gearbeitet werde. Die Kolonne muss auf überholende Pkw reagieren können, ebenso auf Pkw, die eine Ausfahrt nehmen wollen.

Per Smartphone kann der Fahrer seine Zugmaschine freischalten und öffnen Per Smartphone kann der Fahrer seine Zugmaschine freischalten und öffnen

Vernetzung

Bei der Vernetzung dreht sich viel um Effizienz und Übersicht. Logistiker, Fuhrparkmanager und Flottenbetreiber bekommen Hilfe von Systemen und Vernetzung beim Managen ihrer Flotte. Bosch-Experte Zuma beschreibt sie sehr anschaulich. Man stelle sich vor: Der Flottenbetreiber kann Fahrzeuge den verschiedenen Fahrern zuweisen und freigeben. Und auswählen, welche Tür wem geöffnet wird. Das erhöht die Sicherheit der Fahrer, weil nicht immer automatisch die Beifahrertür mit entriegelt wird. Und es vereinfacht die Abläufe. Die Lkw können auch ohne Anwesenheit des Fahrers beladen werden, indem das liefernde Unternehmen nur für die Heckklappe freigeschaltet wird. Die Fahrer müssen nicht mehr irgendwo einen Schlüssel abholen, sondern können per Smartphone das Fahrzeug entriegeln und losfahren. Auch Wartungen können unabhängig von den Arbeitszeiten der Fahrer durchgeführt werden, indem die Werkstatt Fernzugang zum Fahrzeug bekommt.

Primus_de findet das ganze Thema Konnektivität am spannendsten, „da es nicht nur um die technischen Lösungen geht, sondern darum, was ich daraus mache. Das ganze Drumherum bietet so viele Möglichkeiten und Lösungsansätze, die bisher gar nicht da sind.“ Für alle fünf MOTOR-TALKer ist es interessant, zu sehen, wie weit die Nutzfahrzeug-Branche ist und sie erhoffen sich Synergien für den Pkw-Bereich. Primus_de sagt: "Ich sehe hier eine Art Paradigmenwechsel. Bisher war die treibende Kraft immer die Pkw-Industrie, und hier ist die Lkw-Branche – gerade, was Konnektivität, Standardisierung usw. angeht – deutlich weiter.“

Die Standtour – Impressionen

 

Ihr wollt noch mehr wissen? Wir veröffentlichen zu jedem der drei Bereiche ein eigenes kurzes Video hier auf der Bosch-Seite. Also dranbleiben und Seite abonnieren. Und hier sind die Nachberichte von der_nordmann und wollschaaf.

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26 Kommentare

Gestern gab es einen interessanten Beitrag.

Die Herstellung eines E-mobils braucht 5 bis 6 t CO2.

Das heisst ab ca 100 000km wird die Bilanz positiv.

Da muss die Regierung mal das Rechnen lernen

Zitat:

@klaustitz schrieb am 10. Oktober 2018 um 12:26:56 Uhr:

Gestern gab es einen interessanten Beitrag.

Die Herstellung eines E-mobils braucht 5 bis 6 t CO2.

Das heisst ab ca 100 000km wird die Bilanz positiv.

Da muss die Regierung mal das Rechnen lernen

Wieviel wird bei der Produktion eine Verbrenners emittiert?

Zitat:

@der_Nordmann schrieb am 10. Oktober 2018 um 15:24:38 Uhr:

Zitat:

@klaustitz schrieb am 10. Oktober 2018 um 12:26:56 Uhr:

Gestern gab es einen interessanten Beitrag.

Die Herstellung eines E-mobils braucht 5 bis 6 t CO2.

Das heisst ab ca 100 000km wird die Bilanz positiv.

Da muss die Regierung mal das Rechnen lernen

Wieviel wird bei der Produktion eine Verbrenners emittiert?

Man geht von 6-8t CO/2 bei einem herkömmlichen Verbrenner aus.

Also etwas mehr als beim E-Auto.

Da sind aber die Akkus noch nicht dabei.

Ich habe gelesen, dass alleine die Tesla mit bis zu 17t CO/2 alleine für die Produktion der Akkus angibt.

Das ist doch ,al ein Fortschritt.

Mich würde ja mal interessieren, wer sich diese Daten aus dem Daumen lutscht.

Zitat:

@piet_16 schrieb am 10. Oktober 2018 um 18:34:30 Uhr:

Mich würde ja mal interessieren, wer sich diese Daten aus dem Daumen lutscht.

https://www.mobilegeeks.de/.../

Ich habe es da mal gelesen, ob es stimmt kann ich nicht sagen.

Ethanol aus Pflanzenabfällen, nicht aus der Monokultur, ansonsten wäre das natürlich wieder den Teufel mit dem Belzebub austreiben.

Da liegt ja das Problem, CO2 ist wichtig auch für uns, zynisch gesagt, ist nur doof wenn keine Pflanzen zur Photosynthese überbleiben.

Ich meinte auch reines Ethanol, nicht E85 oder ähnliches.

Aber ansonsten jep, stimmt alles leider, auch das mit dem Tesla, usw. Warum war nochmal die Aluproduktion von der ach verdammt war's Energieumlage, komm nicht auf das blöde Wort befreit, woraus bestehen Tesla und Co. Selbst dieses Renaultspiezeug hat mehr Energie bei der Herstellung verbraucht als er rein fahren kann.

Von der RP bis zum Focus waren doch die Berechnungen zu lesen, das man ein E-Fahrzeug min. 12 bis 13 Jahre min 30tkm im Jahr rein auf Ökostrom fahren müsste um Energiebilanz technisch auf 0 zu kommen. Blöd ist nur das die Akkus derzeit nur 3_5 Jahre je nach Ladeart,(schnell oder langsam) halten und damit und plus der Tatsache das er keinen wirklichen Ökostrom gibt, die Rechnung nie aufgeht. Oder meint jemand das nur die Windräder in der Energiebilanz gut aussehen.

Ja, eigentlich klappt der Kreislauf auch ohne den Menschen ganz gut.

Dann sollte es egal sein, ob die Pflanze direkt zu Humus zerfällt oder einen Umweg durch den Tank macht.

CO/2 entsteht immer der Kreis schliesst sich.

Das Problem ist das Unverhältnis benötigter Energie pro Menschlein zur tatsächlich verbrauchten (umgewandelten).

Unser Wirkungsgrad ist echt beschissen.

Da reicht kein Müllhaufen oder Wald oder sonstwas als Energielieferant.

Zur reinen Fortbewegung ist physikalisch beim Auto irgendwas zw. 1-2 Litern /100km nötig.

 

Und immer wenn der Mensch dann seine 10Liter Ethanol abzweigt, kommt die Natur aus etwas dem Gleichgewicht.

Wir könnten durchaus deutlich sparsamer leben ohne grossen Verzicht.

Anders wird es nicht gehen.

Da pflichte ich abs. bei. Es wäre echt schön wenn wir mal wirklichen Umweltschutz und Artenschutz betreiben würden und nicht Umwelt Populismus der auch nur auf Geld zielt.

Einfach lesen:

 

https://ecomento.de/.../

 

und weiter rechnen, was dabei an CO2 eingespart wurde.

Sorry, habe es gelesen, das ist auch bekannt und wurde wiederum von Wachzeitschriften, Tageszeitungen, usw. Als nun muss es aber schön gerechnet werden bewertet.

Ich habe gar nichts gegen E- Technik, gibt da auch sehr schöne Oldies aus den 20igern und 30igern an E mobilen, nur selbst Greenpeace hat errechnet, das die Umstellung gar nicht geht, Thema Stromnetz, Erden für die Akkus, usw.

Aber das egal reparieren durch ignorieren, das funzt nicht.

Im Moment steht der Tagebau am Anfang.

Der erzeugte Strom wird mit 70% Verlust nach Hause geliefert, wo sich immer noch Netzbetreiber und Eigentümergemeinschaften weigern eine Ladeinfrastruktur zu schaffen (Wissen die ggf. das sich das nicht lohnt?).

In Städten werden, ohnehin knappe Parkplätze (öffentlicher Verkehrsraum) in Reichweite von Ladesäulen reserviert (unrechtmässig)

Die da ladenden Smarts einiger car sharing Firmen blockieren häufig den ganzen Tag eine Ladesäule, vom Fahrer keine Spur.

Millionen an Subventionen versickern ohne Wirkung in Förderprogrammen.

An Raststätten sind mehrere verschiedene Ladesysteme verbaut und unzähliche Tarif und Bezahlmethoden blockieren die, die sich auf ein E Auto eingelassen haben. An den paar Tesla Säulen entsteht jetzt schon häufig ein Stau.

 

Die Hersteller loben sich selbst in den Himmel und tragen die Worte Umwelt und Nachhaltigkeit in die Öffentlichkeit.

Damit ist aber Schluss, beim Thema Recycling, insbesondere der Akkus oder Kunststoffe.

 

Die Energieversorger, die eine Versorgungssicherheit garantieren müssen, verlassen sich nicht auf Wind,(war dieses Jahr nicht viel) oder Sonne (da reichen die paar Panele nicht)

Die bauen doch glatt ein neues Heizkraftwerk mitten in Stuttgart auf, bestehend aus riesigen Gasmotoren!

Also ein BHKW welches mit den Kohlekraftwerken in der Nähe den nötigen Strombedarf deckt.

Genau solche BHKW sind massenhaft als alternative Energie installiert worden.

Die Menschen glauben auch noch was gutes zu machen.

Die Basis für die E-Mobilität sind also Kohle Gas und jede Menge Verbrennungsmotoren!.

@WirVWeg

 

Danke für den Hinweis.

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