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Yoshi`s Blog

Der Ultimative Blogsinn

18.08.2013 15:07    |    Yoshi007    |    Kommentare (26)    |   Stichworte: Dekra, GTÜ, kreativ, Kreativität, Mängel, News, Plakette, Sicherheit, TÜV

© GTÜ© GTÜManche Autofahrer fürchten die Hauptuntersuchung wie der Teufel das viel zitierte Weihwasser, denn für viele gelten die Damen und Herren in (zumeist) Grau als moderne Plagegeister, die nur äußerst ungern die begehrten Plaketten raus rücken. Dabei stammen die Vorschriften und Gesetze, die zum Verzicht oder zum Erhalt der Plakette führen gar nicht von den Prüfingenieuren des TÜV, DEKRA oder GTÜ, sie achten nur darauf das diese auch eingehalten werden. Und wenn wir ehrlich sind, ist dies doch auch ganz gut so. Ganz besonders wenn man bedenkt was so mancher Prüfingenieur bereits so alles zu Gesicht bekommen hat. Nicht auszudenken wenn einem solch ein Hobbybastler dabei im öffentlichen Straßenverkehr über den Weg fährt. Die Kreativität einiger Schrauber lässt nämlich nicht nur die Kinnladen von so manch gestandenen Hobbyschrauber nach unten fallen, auch dem einen oder anderen Prüfer sträuben sich beim Anblick von soviel Kreativität die Nackenhaare zu Berge.

 

Die Horrorshow der skurrilen Basteleien wird von der GTÜ seit geraumer Zeit sehr akribisch dokumentiert. Mittlerweile umfasst das Horror-Kabinett bereits 36 Bilder! Meine persönliche Top-10 habe ich in diesem Artikel mal kurz zusammengefasst. Seit ihr bereit? Dann mal los, beginnen wir mit Platz 10:

 

Platz 10 - Der mechanische Gurtkraftbegrenzer

 

© GTÜ© GTÜWenn der Gurt einmal defekt sein sollte, ist dies für so manchen Autofahrer noch längst kein Grund eine Werkstatt aufzusuchen und das defekte Teil austauschen zu lassen. Ganz im Gegenteil, in der heimischen Garage wird einfach mit einer Schelle und zwei Schrauben und Muttern die Stelle fixiert und so sieht der Gurt auch wieder aus wie neu. Doch sicher ist dies damit noch lange nicht. Bereits ab einer Verzögerung von 0,3 g löst sich der Gurt automatisch. Diese Reparatur ist mit Sicherheit nicht sicher – und erst recht nicht vorschriftskonform, weshalb auch hier die Plakette verweigert wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Platz 9 - Die doppelt gegurtete Lösung

 

© GTÜ© GTÜAuf solch eine Idee muss man erst einmal kommen: Um die schwere Batterie, bei der der Befestigungsmechanismus defekt war, zu fixieren, hat dieser Fahrzeughalter einfach "den Gürtel enger geschnallt" und durch das "Angurten" für Abhilfe gesorgt.

 

 

 

 

 

 

Platz 8 - Geiz ist geil...

 

© GTÜ© GTÜ... aber nicht immer hilfreich! Die Einbauweise dieses Bremsbelages ist zwar äußerst schonend – da verkehrt herum – aber da Eisen auf Eisen bremst und der Klügere bekanntlich nachgibt, ist die Bremsscheibe am Ende nur noch zu 1/3 vorhanden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Platz 7 - Hand(schuh) angelegt

 

© GTÜ© GTÜHier wurde das Gestänge des automatischen lastabhängigen Bremskraftreglers (ALB) mit Hilfe eines, mit Klebeband befestigten, Handschuhs an der Karosserie befestigt. Mit Sicherheit nicht sicher und die Plakette gab es auch nicht, dafür aber eine Standpauke des Prüfers und Platz 7 in meiner persönlichen Top-10. Das ist doch auch was!

 

 

 

 

 

Platz 6 - Lahmgelegt

 

© GTÜ© GTÜDem Halter war das ständige Nachkippen von Bremsflüssigkeit wohl einfach zu nervig geworden, so dass er kurzerhand die Bremsleitung hinten rechts kappte. Überrascht war dann allerdings der Fahrzeughalter, als er ohne seinen "Schlitten" weiterziehen musste.

 

 

 

 

 

 

 

Platz 5 - Newton lässt grüßen

 

© GTÜ© GTÜNach dem ersten der drei Newton'schen Axiome der Mechanik, "verharrt jeder Körper im Zustand der Ruhe oder der geradlinig-gleichförmigen Bewegung, so lange keine äußere Kraft auf ihn einwirkt (und diesen Bewegungszustand ändert)." Dieses Foto erinnert ein wenig an das Bild der "Bremer Stadtmusikanten", die in dem Märchen der Gebrüder Grimm zum Gespenst werden. Erinnern wir uns, dass Kraft das Produkt aus Masse und Beschleunigung ist, so bleibt zweifelhaft, ob die im Bild dargestellte Ladung den CTU "Cargo Transport Unit" Packungsrichtliníen einer optimalen Ladungssicherung entspricht und bei einem Bremsmanöver nicht eigene Wege geht und zum wirklich lebensgefährlichen Gespenst wird.

 

Platz 4 - Einschneidende Lösung

 

© GTÜ© GTÜHier das Foto einer Reserveradmulde, in die der Tank für die Gasanlage eingebaut wurde. Das Längsprofil wurde dabei kurzerhand ausgeschnitten, um die Schraube zu befestigen. Dummerweise hängt der Abschlepphaken an diesem Profil. Sicher ist, dass dadurch die Festigkeit des Fahrzeugs erheblich geschwächt ist. Die Frage stellt sich nur – wie konnte es hier zu einer Eintragung kommen?

 

 

 

 

 

Platz 3 - Kabelsalat

 

© GTÜ© GTÜDieser Kabelsalat ist nicht nur für Vegetarier ungenießbar. Bei dieser bunten Kreation aus Kabeln und Steuergeräten und einer Garnitur aus Gasleitungen dürfte wohl in Kürze Schluss sein mit der kostengünstigen Fahrweise. So etwas nennt man dann wohl klassischerweise einen "Kurzschluss", der letztendlich auch der Zuteilung einer Plakette im Weg stand.

 

 

 

 

Platz 2 - Hoch-Tiefbau mal anders

 

© GTÜ© GTÜTiefer muss er! Dem Besitzer dieses Passats war wohl die Bodenfreiheit ein Dorn im Auge, weshalb er sich dazu entschlossen hatte sein Kfz tiefer zu legen und auch eintragen zu lassen. Das es aufgrund der Tieferlegung und Rädern mit einer zu hohen Einpresstiefe zu Problemen kommen könnte, war dem Besitzer wohl nicht bekannt. Und so kam dann auch eines Tages das böse erwachen, als die breiten Sommerreifen aufgezogen werden sollten und diese beim Einfedern an der Karosserie gestreift hatten. Doch kein Grund Trübsal zu blasen und die schönen Felgen in der Garage verstauben zu lassen. Kreativität war also gefragt und so wurden einfach selbstgebastelte Gummis zwischen alle Federn gelegt. Einen Schulterklopfer für soviel geistigen Reichtum gab es leider nicht, dafür aber neben der Feststellung erheblicher weiterer Mängel noch die Empfehlung, dieses doch lieber wieder zu entfernen, wenn er auch weiterhin mit seinem Kombi die Straßen unsicher machen möchte.

 

Platz 1 - Geht's noch ein bisschen leiser?

 

© GTÜ© GTÜDas überlegte sich der geräuschempfindliche Fahrzeughalter dieses Citroen C4 Picassos, fuhr zum Baumarkt und kaufte sich Dämmmaterial wie Isolierwolle, Schaumstoff und Sitzauflagen für Gartenstühle um damit seinen Abgasstrang, den Motorraum und die Stoßdämpfer zu isolieren. Die Gefahr der Entflammbarkeit und der Entwicklung giftiger Gase waren für ihn hier wohl zweitrangig.


18.08.2013 15:10    |    italeri1947

Zitat:

Platz 1 - Geht's noch ein bisschen leiser?

Das überlegte sich der geräuschempfindliche Fahrzeughalter dieses Citroen C4 Picassos, fuhr zum Baumarkt und kaufte sich Dämmmaterial wie Isolierwolle, Schaumstoff und Sitzauflagen für Gartenstühle um damit seinen Abgasstrang, den Motorraum und die Stoßdämpfer zu isolieren. Die Gefahr der Entflammbarkeit und der Entwicklung giftiger Gase waren für ihn hier wohl zweitrangig.

Herrlich; danke!


18.08.2013 15:26    |    wazzup

Platz 1 ist echt mal kreativ, wenn auch vom ansatz her garnicht schlecht. Bis auf die Materialwahl natürlich ;)


18.08.2013 15:34    |    VolkerIZ

Ich hatte mal einen Käfer mit ein paar Monaten Rest-Tüv gekauft, da lag noch die letzte Rechnung von einem bekannten und berüchtigten Schwarzschrauber drin. "Handbremsseil repariert" bedeutete in Wirklichkeit, dass er das abgerissene Ende am Griff angeschweißt hatte, damit es nicht verloren geht. Es hätte auch durch die Löcher im Bodenblech fallen können. Die Schweißarbeiten, die er etwas über ein Jahr vorher gemacht hatte, waren von ähnlicher Qualität. Aber mit einem Kantholz unterm Fahrersitz und ein paar kleineren Reparaturen (u.a. das Gasseil mit Lüsterklemme durch ein einteiliges gebrauchtes ersetzt) hat der Käfer immerhin einen letzten Winter durchgehalten. Mehr konnte man kurz nach der Wende für 400 DM nicht erwarten.


18.08.2013 15:43    |    notting

@Yoshi: Genaue Webseite mit den Originalbildern? Ich kenne nur eine ältere Version mit weniger Bildern: http://www.heise.de/.../Die-skurrilsten-Eigenreparaturen-1717729.html

 

notting


18.08.2013 15:58    |    Yoshi007

18.08.2013 16:13    |    notting

@Yoshi: Danke!

 

notting


18.08.2013 17:50    |    124er-Power

Unglaublich und sowas in Deutschland :eek:

 

In ärmeren Ländern ist sowas tagesordnung, da gibts sicherlich noch schlimmere Sachen. :rolleyes:


18.08.2013 18:07    |    Hartgummifelge

Der Passat mit der Kugel an der Front toppt sie alle..

http://www.gtue.de/sixcms/media.php/481/gtue-kurioses_2012-1.jpg


18.08.2013 18:17    |    124er-Power

^^

Was solln das :confused:


18.08.2013 18:33    |    Monstrabidur

Platz 1 ist doch ein laufender, aber noch nicht gelungener TK-Versicherungsbetrug, oder? :D


18.08.2013 18:36    |    notting

@124er-Power: Damit man den AH besser sieht, wenn man ihn in seine Überwinterungslücke bugsiert?

 

notting


18.08.2013 19:25    |    Hartgummifelge

@ notting, das ist keine Frage, aber die richtige Antwort :D

Wenn man für sich sowas von einem Traktor oder Unimog abguckt, sollte man eine abnehmbare Kugel montieren.

Nur für Rangierzwecke genutzt, ist das erlaubt.


18.08.2013 19:54    |    124er-Power

Ich hätte jetzt auch Einparkhilfte getippt. Fahren bis es kracht und dem Auto is nix passiert :D


18.08.2013 20:53    |    Jlaebbischer

So ne Kugel hatte mein Opa Ende der 80er auch am Auto. Natürlich als abnehmbare Lösung. War wohl ganz praktisch da zu der Zeit der Campingwagen hin und wieder rangiert werden musste.


18.08.2013 21:01    |    VolkerIZ

Ich kenne die Dinger aus dem Schausteller- und Markthändler-Gewerbe. Findet man natürlich überwiegend an LKWs und nur selten mal die kleine Ausführung mit Kugelkopf. Aber grundsätzlich macht das Sinn. Vor allem für 1-Mann-Betriebe, z.B. mit Verkaufsständen, die jeden Tag auf anderen unebenen Schotterplätzen stehen. Das, was ein Passat ziehen darf, bewegt ein einzelner Mensch nicht mehr so mal eben, vor allem, wenn es nicht eben ist und schon gar nicht mit Tandemachse. Und rückwärts einparken mit Anhänger muss man sich auch nicht jeden Tag antun.


18.08.2013 21:53    |    Hafi545

Was darf so ein Passat denn ziehen? Vorne.... ?? :D:D


18.08.2013 21:54    |    Trackback

Kommentiert auf: Gaskraftstoffe:

 

NO GO CHART

 

[...] Platz 4 und 3: http://www.motor-talk.de/.../...ch-die-hauptuntersuchung-t4649548.html

[...]

 

Artikel lesen ...


18.08.2013 21:56    |    VolkerIZ

Vorne darf er gar nichts. Jedenfalls nicht auf öffentlichen Straßen. Aber hinten darf er so viel, dass man schnell mal damit überfordert ist, wenn man den Anhänger von Hand bewegen muss.


18.08.2013 23:08    |    Gurkengraeber

Also 10, 9, 4 und 3 sind für mich ok. In diesem Land wird eh zuviel geregelt. In den 3. Welt ländern gibts noch ganz andere Sachen und die Leute fahren damit gut.

 

Also immer locker bleiben...


19.08.2013 09:11    |    bronx.1965

Zitat:

Das, was ein Passat ziehen darf, bewegt ein einzelner Mensch nicht mehr so mal eben, vor allem, wenn es nicht eben ist und schon gar nicht mit Tandemachse. Und rückwärts einparken mit Anhänger muss man sich auch nicht jeden Tag antun.

Ich habe so etwas auch am Fahrzeug. Nat. abnehmbar ;) Ist völlig legal, aus genau den von Volker beschriebenen Gründen. Der Bootsanhänger unseres Rudervereins ist ca 13m lang, kommt man zu einer Regatta auf den sog. Sattelplatz, rangiert sich das einfach besser. Meist muss man dann noch zwischen andere Hänger hineinrangieren. Da ists besser, wenn man den eigenen "vor" sich herschiebt.


19.08.2013 09:31    |    Yoshi007

Hehe genau immer locker bleiben alles halb so wild getreu den motto we are all born to die :D


23.08.2013 07:12    |    Hartgummifelge

Zitat:

Was darf so ein Passat denn ziehen? Vorne.... ?? :D:D

Vorne wird nicht gezogen, der Anhänger wird geschoben, der kann deutlich schwerer sein, als der den man hinten ziehen kann und darf.


01.09.2013 13:59    |    Tobias Claren

Platz 9:

Statt des Gürtels einen oder zwei Zurrgute mit Hebelschloss nehmen.

Hatte ich auch eine Zeit lang gemacht.

Z.B. eine zweite Batterie in einen Suzuki Wagon R, der hat links noch Platz.

Der Gurt war bei einer Kontrolle noch drin, was den Prüfer anscheinend (hörensagen) zu einer genaueren Begutachtung brachte (ob der Gurt etwas hält), hehehe.

 

 

 

Bei Platz 1 sehe ich wenig Problem, wenn man auf Nichtemflammbarkeit achtet.

 

Und wie sollen da bitte giftige Gase in den Innenraum gelangen können?

Der Auspuff bläst durch die Öffnung nach hinten raus. Das bleibt auch so.

 

 

@124er-Power

 

Ich glaube der wollte oder hat das Auto mit der Kugel an der Front so schleppen wollen oder geschleppt.

Ich sehe da eigentlich nur das Problem dass dann keiner lenkt.

Rein technisch geht so etwas, wenn die Räder mitbewegt werden.

Also eine Deichsel.

Ist dann auch in einigen Ländern erlaubt (ich glaube in Holland und den USA ziehen sie so Autos hinter Wohnwagen).


04.09.2013 15:58    |    Moers75

Zitat:

Also immer locker bleiben...

Und das in Zusammenhang mit geflicktem Gurt und großem eingeschnittenem Loch im Länsträger ... au weia.

 

Die Gürtellösung ist eher witzig, wenn man das halbwegs vernünftig macht und je nach Höhe des Randes am Befestigungsblech unten kann das durchaus vertretbar sein. Die Ladung auf dem LKW ist von der Idee her ja auch gar nicht so schlecht verstaut, bei dem Gewicht ein paar dicke Spannbänder mehr und das könnte auch glatt so durchgehen. Genauso der Kupplungskopf am Passat wenn abnehmbar, gab es wie ja hier schon stand sogar als Rangierkupplung zu kaufen.

 

Aber so ein Gurt der beim Crash auch mal 1t und mehr halten muss oder ein Längsträger von dem man nicht mehr viel übergelassen hat sind nach gesundem Menschenverstand absolute NoGos.

 

Guckt mal im Technikforum unter "Horrorkabinett", da sind noch ein paar tolle Fotos mehr. Dort läuft das Thema schon etwas länger.


27.03.2014 16:56    |    Trackback

Kommentiert auf: Technik:

 

Wie geht es Eurem Luftsack?

 

[...] Das setzt aber voraus, dass die umgebenden elektrischen Systeme korrekt funktionieren.

 

Neues HU-Verfahren 2015

 

Das soll die Hauptuntersuchung künftig noch besser sicherstellen. Deshalb lesen die Prüfer ab 2015 mit Diagnosegeräten [...]

 

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21.03.2015 23:19    |    Trackback

Kommentiert auf: Yoshi`s Blog:

 

134000 Kilometer ohne Ölwechsel - Das ist das Ergebnis!

 

[...] Briten spinnen. Wobei, "dumme" Menschen gibt es nicht nur auf der Insel sondern auch bei uns, wie ich in diesem früheren Artikel bereits aufgezeigt hatte.

 

Quelle: TDIClub

 

 

[...]

 

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