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27.01.2023 20:02    |    notting    |    Kommentare (15)    |   Stichworte: E-Auto, Kostenvergleich

Mein nächstes Auto wird ein

Logo Kostenvergleich Verbrenner, PHEV und BEV 2023Logo Kostenvergleich Verbrenner, PHEV und BEV 2023

Hallo!

 

Mein letzter Kostenvergleichsartikel zwischen den Antriebsarten ist gerade mal ca. 3 Monate her. Allerdings hat sich einiges getan.

 

  • Keine PHEV-Förderung mehr.
  • Geringere BEV-Förderung.
  • Deutlich gesunkene Strompreis für alle wechselwillig sind und nicht noch länger in einem Vertrag feststecken. Die sind sogar schon wieder so niedrig, dass die Strompreisbremse kaum was bringt.
  • Leider hilft die Strompreisbremse nicht, wenn man erst ab 2022 richtig ein PHEV/BEV mit seinem Haushaltsstrom lädt.
  • Bisschen generelle Anpassungen bei den Anschaffungskosten.

 

Dann vergleichen wir mal mit realen Rabatten

  • Renault Megane TCe 140 Techno
  • Renault Megane E-Tech 160 Techno (PHEV)
  • Renault Megane E-Tech Electric Techno EV60 220hp optimum charge (BEV)

 

Warum genau diese Fahrzeuge?

  • Bin an sich ein Renault-Fan, weiß aber noch nicht was ich für ein BEV kaufe, u.a. da die Ladebuchse beim o.g. BEV an der ungünstig möglichsten Stelle platziert ist aus Sicht von jmd. mit einer schmalen Garage.
  • Alle sind in der Ausstattungslinie Techno zu bekommen wegen der Vergleichbarkeit. Die 360°-Kamera ist beim BEV drin und bei Verbrenner und PHEV dazu konfigurierbar. Zudem ist es eine bessere Ausstattungslinie, sodass sie sich für einen Vergleich besser eignet als irgendwelche total unterschiedlich abgespeckten Basis-Ausstattungen.
  • Die Reichweite soll einigermaßen vergleichbar sein.

 

Was kosten diese Fahrzeuge nach realen Rabatten bzw. zu erwartender Förderung?

Renault Megane TCe 140 Techno: 26.000EUR

Renault Megane E-Tech 160 Techno: 34.500EUR

Renault Megane E-Tech Electric Techno EV60 220hp optimum charge: Inkl. staatl. Förderung 41.500EUR

 

Wie unterscheiden sich die Verbrauchskosten?

Alle Werte stammen vom ADAC Eco-Test.

TCe 140: 6,4l/100km

E-Tech 160 Grandtour also nicht 5türer: Kombiniert 3,7l/100km + 9,3kWh/100km, leerer Akku 5,9l/100km, E-Modus 24,3kWh/100km

EV60 220hp: 19,2kWh/100km

 

Die Strompreise sind seit September 2022 deutlich gesunken. Im Moment bekommt man wieder Stromverträge mit einem Jahr Preisgarantie, wo man inkl. Grundgebühr aber ohne Boni für 2,5MWh nur ca. 1050EUR bezahlt, also 0,42EUR/kWh.

Den Sprit kalkuliere ich mal mit 3EUR/l auch wenn wir gerade wieder deutlich unter 2EUR/l sind, u.a. wegen steigender CO2-Steuer, auch wenn er hoffentlich in den nächsten Monaten <2,50EUR/l bleibt.

Preise für’s öffentliche Laden sind auch am Steigen, z. T. teurer als 0,60EUR/kWh, insb. wenn man mit dem BEV schnellladen will/muss, was ich hier aber nicht berücksichtige.

Ich rechne also eher zum Nachteil des Verbrennungsmotors.

 

Daraus resultiert

TCE 140: 19,20EUR/100km

E-Tech 160 Grandtour also nicht 5türer: Kombiniert 11,10EUR/100km + 3,91EUR/100km, leerer Akku 17,70EUR/100km, E-Modus 10,21EUR/100km

EV60 220hp: 8,07EUR/100km

 

Beim PHEV ist der Fahrenergie-Preisunterschied zwischen der billigsten Variante (reiner E-Modus, ca. 40km Reichweite) und den anderen Varianten wieder deutlich größer. Wobei man wie angedeutet eigentlich etwas runtergehen muss, weil die Werte für den Grandtour (Kombi) sind.

Der Verbrenner kostet zwischen 2,50 und ca. 9EUR/100km mehr.

Das BEV liegt über 11EUR/100km unter dem Verbrenner.

 

Sonstiger Kostenvergleich

Die Kfz-Steuer beim Verbrenner beträgt max. 105EUR/Jahr. Beim BEV bis 21.12.2030 0EUR/Jahr, danach 62EUR/Jahr (mit großem Akku). Beim PHEV max. 32EUR/Jahr bis 31.12.2025, danach max. 62EUR/Jahr.

Das PHEV kostet kaum weniger Versicherung als der Verbrenner. Das BEV ist ca. 1/4 billiger als der Verbrenner.

Bei der THG-Quote (nur BEV) kann man IMHO noch nicht sagen, wie das weitergeht. Aktuell sind etwas weniger als 300EUR/Jahr recht üblich, also nicht ganz soviel wie letztes Jahr. Allerdings: Mit jedem Verbrenner/PHEV der durch ein BEV ersetzt wird, steigt das Angebot an THG-Quote _und_ die Nachfrage sinkt, weil weniger getankt wird. Beides bedeutet tendenziell niedrigere Preise.

Wartung: Das BEV dürfte im Schnitt wenige 100EUR/Jahr billiger sein bei der Wartung, basierend auf Erfahrungen vom Zoe.

Kurz: Ich ignoriere diesen Teil im ersten Teil des nächsten Schritts weitestgehend.

 

Wann amortisiert es sich?

Wenn man nur Anschaffungs- und Fahrenergiekosten betrachtet, amortisiert sich ggü. dem Verbrenner das PHEV bestenfalls nach ca. 95Mm, also deutlich weniger als die Hälfte wie im September 2022. Das BEV braucht noch etwas länger aufgrund des deutlich höheren Anschaffungspreises, obwohl es viel mehr Fahrenergie-Kosten spart im Vergleich zum PHEV.

Pro 100EUR die man durch das jeweilige Fahrzeug an anderer Stelle spart (z. B. Wartung, Versicherung, THG-Quote-Einnahmen, ...) reduziert sich die Amortisationsdauer ggü. dem reinen Verbrenner beim PHEV um bis zu 1,1Mm und beim BEV um 0,9Mm.

 

Fazit

Dass unterm Strich der Verbrenner-Preis deutlich stärker hochging als die von PHEV und BEV und dazu der viel günstigere Strom hat für deutliche Veränderungen gesorgt. Trotzdem müssen Wenigfahrer überlegen, ob sich ein BEV oder PHEV lohnt. Am ehesten noch, wenn man viel mit eigenem Solarstrom fahren kann. Vielfahrer werden wahrscheinlich beim PHEV mehr mit Sprit fahren müssen, weil der Akku nur eine sehr begrenzte Reichweite und Ladeleistung bietet. Es gibt diesbzgl. bessere PHEV-Modelle wie den Opel Astra oder die Mercedes A-Klasse. Allerdings sind die offenbar auch nach realen Rabatten deutlich teurer. Und der Opel kann die optionalen 7,2kW nur 1phasig. Heißt man bräuchte daheim ein Zusatzgerät, was 2 Phasen mit 16A zusammenfasst, wobei meist aber nur 6,6kW herauskommen. Oder man lädt öffentlich an einer 22kW-Typ2-Säule (bei 11kW-Typ2-Säulen hat man die selben Probleme wie daheim), wo der Strom i.d.R. teurer ist als daheim. D.h. dann ist der Kostenunterschied zwischen solchen PHEV und einem BEV wie der o.g. Megane deutlich geringer.

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27.01.2023 22:31    |    PIPD black

Also hier gibt es keinen günstigen Strom. Und ab nächstem Monat sind wir in der Grundversorgung für rd. 33 Cent/kWh zzgl 186 € Grundgebühr. Wer meint, das sei günstig: schon einen Monat später steigt der Arbeitspreis auf 55 Cent. Mal sehen, wie lange das so bleibt.

27.01.2023 22:49    |    notting

Zitat:

@PIPD black schrieb am 27. Januar 2023 um 22:31:56 Uhr:

Also hier gibt es keinen günstigen Strom. Und ab nächstem Monat sind wir in der Grundversorgung für rd. 33 Cent/kWh zzgl 186 € Grundgebühr. Wer meint, das sei günstig: schon einen Monat später steigt der Arbeitspreis auf 55 Cent. Mal sehen, wie lange das so bleibt.

Versuche einen günstigeren Anbieter zu finden mit z. B. 1 Jahr Preisgarantie, z. B. über den Stromvergleich von Finanztip. Vorsicht, da sind inzw. z. T. Boni eingerechnet. Die Anbieter haben aber div. Tricks um dich um den Bonus zu bringen. Lieber ohne Boni rechnen, gerade wenn man nicht dauernd wechseln will (da gibt's wohl auch schon Listen mit Boni-Jägern, die dann keinen Vertrag mehr bei einem ehemaligen Anbieter den sie man genutzt hatten bekommen).

 

notting

28.01.2023 10:31    |    Goify

In drei Jahren brauche ich ein neues Auto und das wird dann ein BEV und über die PV-Anlage geladen (steht Tag und Nacht in der Garage). Die Ladepreise sind mir egal, da ich so weit eh nicht fahre - zumindest nicht mit diesem Auto.

28.01.2023 10:35    |    notting

Zitat:

@Goify schrieb am 28. Januar 2023 um 10:31:56 Uhr:

In drei Jahren brauche ich ein neues Auto und das wird dann ein BEV und über die PV-Anlage geladen (steht Tag und Nacht in der Garage). Die Ladepreise sind mir egal, da ich so weit eh nicht fahre - zumindest nicht mit diesem Auto.

Dann drücke ich dir die Daumen, dass die PV-Anlage dann noch/wieder zu vernünftigen Preisen käuflich ist. Werde wohl auch noch ungefähr solange warten wegen der Steuer, weil ich sie (und das Dach was man bis dahin auch machen muss) sonst über 50 Jahre absetzen müsste.

 

notting

28.01.2023 10:37    |    Goify

Die PV kommt dieses oder nächstes Jahr aufs Dach. Und da sie auf eine Gewerbeimmobilie kommt, können wir die Kosten von der Steuer absetzen. Ist also ne günstige Sache.

31.01.2023 16:18    |    Tom9973

"Ich rechne also eher zum Nachteil des Verbrennungsmotors."

 

Was heißt "eher"?

Ich bin kein Freund davon die Cents in solchen Rechnungen hin und her zu optimieren, aber 3€/l Benzin anzusetzen, sehe ich dann doch irgendwie daneben. Und auch die Begründung der CO2-Steuer, die in 3-4 Jahren plangemäß den Liter um 7-8 Cent teurer machen wird, taugt nicht wirklich als Erklärung.

31.01.2023 19:32    |    notting

Zitat:

@Tom9973 schrieb am 31. Januar 2023 um 16:18:50 Uhr:

"Ich rechne also eher zum Nachteil des Verbrennungsmotors."

 

Was heißt "eher"?

Ich bin kein Freund davon die Cents in solchen Rechnungen hin und her zu optimieren, aber 3€/l Benzin anzusetzen, sehe ich dann doch irgendwie daneben. Und auch die Begründung der CO2-Steuer, die in 3-4 Jahren plangemäß den Liter um 7-8 Cent teurer machen wird, taugt nicht wirklich als Erklärung.

Ich bin bei meinen Ergebnissen unterm Strich eher zu "gerade Wenigfahrer sollten reine Verbrenner kaufen" gekommen. Mit realistischeren Spritpreisen zu rechnen ändert daran nicht viel.

Z. B. 0,50EUR/l weniger (also nur noch ca. 0,70-0,80EUR/l mehr als bei aktuellen Spritpreisen) bei den 6,4l/100km ergibt 16 stat 19,20EUR/l. Macht den Kohl also nicht wirklich fett.

 

notting

31.01.2023 20:28    |    Tom9973

Warum nicht mit aktuellen Spritpreisen rechnen? Genauso wie du mit aktuellen Strompreisen rechnest. Da haust du ja auch nicht einfach mal 75% oben drauf.

 

Und dann bist du schnell dabei, dass der Durchschnittsfahrer auch den reinen Verbrenner kaufen sollte. Und für den Vielfahrer muss man dann noch mal den reinen Verbrenner als Diesel mit rein nehmen.

 

Wie gesagt, ich will nicht anfangen um Kleinigkeiten zu schachern, das bringt schlicht nichts.

 

Dabei ist das natürlich alles Spekulation. Wenn China morgen in Taiwan einmaschiert, dann ändert sich ganz viel. Aber ich persönlich halte Spritpreise von unter 1,50€/l für wahrscheinlicher, als von 2,50€/l oder gar 3€/l. Am wahrscheinlichsten würde ich aber halten, dass es ungefähr so bleibt, wie es aktuell aussieht. Ähnlich sieht es beim Strom aus.

31.01.2023 22:51    |    XF-Coupe

Hängt immer auch vom Fahrzeugmodell und der entsprechenden Preisgestaltung der Hersteller ab.

 

Wenn ich den neuen BMW X1 mit Allrad haben möchte, dann sind die Preisunterschiede zwischen Benziner, Diesel, PHEV und BEV (nach Förderung) relativ gering und das obwohl PHEV und BEV deutliche mehr Leistung haben.

01.02.2023 10:20    |    Tom9973

Zitat:

@XF-Coupe schrieb am 31. Januar 2023 um 22:51:33 Uhr:

Hängt immer auch vom Fahrzeugmodell und der entsprechenden Preisgestaltung der Hersteller ab.

Stimmt, so weit wollte ich aber noch gar nicht gehen. Ich fand erst einmal nur die 3€/l für das Benzin grundsätzlich fragwürdig.

01.02.2023 17:42    |    XF-Coupe

Mit 3 € Spritpreis rechne ich auch nicht. Aber ebensowenig mit extrem hohen Strompreisen. Ich zahle zu Hause unter 35 Cent pro kWh, das seit 1.10.22, vorher waren es 24,5 Cent.

 

Dann gibt es natürlich individuelle Faktoren, die hier einen großen Einfluß haben. Ich kann z.B. in der Arbeit kostenlos laden (PV). Das war mit ein Grund mir neben dem Firmen-BEV auch privat ein E-Fahrzeug zu kaufen.

01.02.2023 20:55    |    Tom9973

Nein, ich würde auch keine ungewöhnlich hohen Strompreise ansetzen. Ich zahle aktuell 36 Cent/kWh, finde die 42 Cent/kWh zwar leicht drüber, aber insgesamt nicht daneben, weil man als BEV Fahrer auch mal nicht zu Hause lädt und dann ist es einfach teurer als 42 Cent/kWh. Am Ende um den letzten Cent zu feilschen finde ich auch nicht zielführend.

 

Und klar, individuell kann noch mal mehr gehen ... oder weniger (auch logisch, dass man vor allem die mit BEV vorfindet, bei denen es sich individuell lohnt). Aber das Szenario zu Hause laden zu normalen Stromkosten im Normalfall und ein bisschen auswärts, ist liegt aus meiner Sicht recht repräsentativ in der Mitte.

02.02.2023 09:11    |    Standspurpirat134054

Das ist doch eh kein Kostenvergleich. Das ist doch nur eine Spekulation über reine Verbrauchskosten.

 

Der ADAC gibt für

BEV: 57,5ct/km

PHEV: 61ct/km

ICE:58,3ct/km

an.

 

Basis: 5 Jahre Haltedauer mit 15.000km/a.

 

Bei den minimalen Differenzen wählt man wohl das Auto, welches für das eigene Nutzungsprofil am Besten ist.

02.02.2023 21:04    |    Andreas4

Ich zahle jetzt 33ct (vorher 25) für die Kilowattstunde fix für ein Jahr und die Tendenz zeigt eher nach unten.

Mir ist das aber alles eher Latte, ich finde, dass der Antriebskomfort vom BEV unbezahlbar ist, da fange ich gar nicht erst zu rechnen an.

Das nächste BEV das unseren Hybrid ersetzen wird ist jedenfalls bestellt.

02.02.2023 22:39    |    Tom9973

Wer nicht rechnen will und nicht rechnen braucht ... was soll uns das hier sagen?

Persönlich finde ich den Antriebskomfort des E-Antriebs vor allem auf Kurzstrecke und im niedrigen Geschwindigkeitsbereich als echten Gewinn. Bei Tempo 120 da ist es fast egal. Ohne zusätzliche Last hört man nicht mal, ob der Verbrenner antreibt oder der E-Motor. Nur bei starker Lastanforderung da ist der Diesel wahrnehmbar. Aber am Ende ist auf den längeren Strecken der Diesel aktuell klar billiger als der Strom. Wobei das auch nicht die entscheidende Nummer ist. Für mich ist wichtiger, dass wenn nichts dagegen spricht, auch die Langstrecke flott zu Ende bringen zu können. Dem Auto beim Laden zuzusehen, ist ungefähr so blöd meiner Frau beim Pinkeln zuzusehen ... beides nervt.

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