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Themen, die mich bewegen - mit Schwerpunkten und auch bunt gemischt

03.03.2018 12:27    |    notting    |   Stichworte: E-Auto, illegal, Ladekosten, Ladesäule, Preisanzeige

Was nervt dich bzgl. des Angebots der Anbieter öffentl. Ladesäulen? (Mehrfachauswahl mögl.)

Screenshot von Goingelectric mit Hinweis auf einer Infoseite bzgl. einer Ladekarte, dass man im Internet bzw. der App nach den Preisen schauen soll.
Screenshot von Goingelectric mit Hinweis auf einer Infoseite bzgl. einer Ladekarte, dass man im Internet bzw. der App nach den Preisen schauen soll.

Hallo!

 

Schon in meinem Blogartikel über öffentl. Ladesäulen habe ich kritisiert, dass lt. meinen Recherchen die Tarife die einem beim Laden abgerechnet werden nicht an der Ladesäule angezeigt werden, was insb. dann wichtig ist, wenn man ohne Handy (was ja immerhin einen Empfangskommunikationskanal für solche Infos bieten würde bevor der kostenpfl. Ladevorgang gestartet wird) die Säule freischalten kann, z. B. mit Kundenkarte. Dabei denke ich vor allem an Roaming-Nutzung der Kundenkarten, wo eben nicht einfach die durch den Anbieter der Kundenkarte die man hat definierte Tarife gelten, sondern der fremde Anbieter eigene Tarife hat. Dazu ist ja laden an öffentl. Ladesäulen meist recht teuer. Nun habe ich ein interessantes Urteil gesehen:

https://www.heise.de/.../...stossen-gegen-geltendes-Recht-3985129.html

Zitat:

Das Landgericht München I hat am Donnerstag unter dem Aktenzeichen 12 O 730/17 entschieden, dass die Amazon Dash Buttons nicht gesetzeskonform seien. Das Gericht stellte fest, dass der Kunde vor dem Kauf eines Artikels per Knopfdruck nicht über den aktuellen Kaufpreis und die tatsächlich bestellte Ware informiert werde.

Das trifft IMHO auch 100%ig auf diese Geschichte mit den Kundenkarten an den Ladesäulen zu, insb. bei Roaming. Schon in den Screenshots die Teil meines o.g. Blogartikels sind schreiben die Anbieter klar, dass man im Internet nachschauen soll. Das wäre ja bei dem Amazon-Kram genauso gut möglich gewesen, hat die Richter aber wohl aus guten Gründen nicht überzeugt.

Bei Handy-Tarifen darf der Anbieter ja nix ändern ohne den Kunden Bescheid zu geben bzw. bei Preiserhöhungen hat der Kunde ein Sonderkündigungsrecht. Auch Roaming-Tarife müssen Teil davon sein, wenn der Tarif Roaming-fähig ist.

Generell finde ich den Defakto-Zwangsmist mit den Kundenkarten an Ladesäulen krank. Gibt doch girocard und Kreditkarten, wo alle gängigen Karten inzwischen sogar über kontaktlose Bezahlmöglichkeiten (kein Handy nötig!) verfügen etc.

Allerdings steht in besagter News über das Amazon-Urteil auch:

Zitat:

Amazon sieht seine Dash Buttons weiterhin im Einklang mit deutschen Gesetzen und will gegen das Urteil in Berufung gehen. Bisher ist nicht bekannt, ob das Unternehmen an dem Dash Button Anpassungen vornehmen wird.

Es bleibt also spannend.

 

PS: Ich lasse bei diesem Blog-Artikel mal testweise Kommentare zu. Hab aber nur begrenzt Zeit zu moderieren. D.h. ich würde die Kommentar-Funktion zur Not ggf. auch ohne Vorwarnung wieder deaktivieren bzw. thematisch unpassende Postings bzw. solche mit offensichtl. Unsinn löschen/ausblenden.

Hat Dir der Artikel gefallen? 2 von 3 fanden den Artikel lesenswert.

Ergänzung von notting am 20.10.2018 11:08

Ergänzung von notting am 29.12.2018 20:46

Die ersten eichrechtskonforme DC-Lösungen sollen im 1. Hj. 2019 die Freigaben bekommen: https://www.electrive.net/.../

 

notting

Ergänzung von notting am 14.02.2019 21:10

Übergangsfrist-Verlängerung: https://www.electrive.net/.../

 

notting

Ergänzung von notting am 13.08.2020 18:10

https://www.electrive.net/.../

Zitat:

Eichrechts-Umrüstung an vielen Ladesäulen noch nicht abgeschlossen

notting

03.03.2018 12:29    |    Trackback

Kommentiert auf: max.tom:

 

Toms Diskusions - Ecke

 

[...] Hab einen neuen Blogartikel geschrieben: Illegale Machenschaften bei den meisten Anbietern öffentl. Ladesäulen?

 

notting

[...]

 

Artikel lesen ...


07.03.2018 21:07    |    muhmann

Es fehlt die Option "hohe Preise aufgrund zeitbasierter Abrechnung".

Gerade in Verbindung mit langsam ladenden Autos entstehen für wenig Strom hohe Kosten.


08.03.2018 18:54    |    notting

@muhmann: Ich habe aufgrund deines Postings gemerkt, dass ich vergessen hatte meinen ganz am Anfang genannten Blogartikel zu verlinken. Dort hatte ich explizit geschrieben, dass es Anbieter gibt wo "langsameres" Laden nach kWh und "schnelleres" Laden nach Zeit abgerechnet wird. Bzw. du siehst die Info auch hier, wenn du dir den Screenshot von der Opel-Ladekarte ankuckst. Bzw. dort wird empfohlen wenn nicht mehr schnell geladen wird (ab ca. 70% Ladezustand), man aus Kostengründen den CCS-Stecker (im Fall des Ampera-e ist das der Schnellladeanschluss) abziehen und wegfahren oder auf AC-Ladung umstecken soll :-(

 

Für mich fällt das was du schreibst auch einfach unter "hohe Preise". Wo siehst du da den relevanten Unterschied, der einen getrennten Punkt sinnvoll macht? (IIRC ist's leider auch so, dass wenn ich das ändern würde die bisherigen Umfrageergebnisse weg sind)

 

notting


08.03.2018 19:53    |    muhmann

Hohe Preise sind für mich generell hohe Kilowattstundenpreise.

 

Hohe Preise aufgrund zeitbasierter Abrechnung entstehen dadurch, dass zeitabhängig abgerechnet wird, was ein eklatanter Nachteil für langsam (oft einphasig) ladende Autos sind.

Ob ein Auto einphasig mit 3,6kW oder dreiphasig mit 11kW bzw. 7,6kW einphasig oder 22kW dreiphasig lädt, kostet pro Stunde jeweils das gleiche. Bei der einphasigen Ladung bedeutet das dann den dreifachen Strompreis.

 

Generell hohe Preise kommen vom Ladesäulenbetreiber.

Die hohen Preise für langsam ladende Autos werden von den Fahrzeugherstellern verursacht, die teilweise nur langsame, einphasige Ladegeräte in ihre Autos einbauen.


08.03.2018 20:01    |    notting

@muhmann: Wie gesagt, bei dem was ich gefunden habe, war eher _gerade_ bei "langsamen" Laden kWh-Abrechnung.

Außerdem gibt's genügend Autos wo's Schnell(ere-)Ladung als Option gibt. Dann ist also der Neuwagenkäufer schuld.

 

Zitat:

Bei der einphasigen Ladung bedeutet das dann den dreifachen Strompreis.

Das ist so wie es da steht falsch. Man darf 20A Schieflast erzeugen, ergo bis zu 4,6kW. 11kW (16A/Leistung) ist aber "nur" das 2,4fache. Außerdem gibt's keine Schieflast, wenn 3 Autos gleichzeitig 1phasig 7,2kW ziehen (können, kann auch deswegen vorsorgl. entspr. begrenzt sein).

 

notting


08.03.2018 20:24    |    muhmann

Das kommt hat auf den Vertrag an.

Bei innogy lädst du an der normalen Typ2-Säule entweder für 30ct/kWh oder bei 11kW für 8ct/Minute bzw. für 13ct/Minute bei 22kW.

 

Wenn du ein schnellladendes Auto hast, was die 22kW ausnutzt, wie eine Zoe oder einen alten Tesla mit Doppellader ist das ok. Wenn du da mit einem Ioniq ankommst, zahlst du auch 13ct/Minute, lädst aber nur einphasig und das evtl. sogar noch mit reduzierter Leistung wegen der Schieflast und somit ein Drittel oder weniger.