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veni vidi vega

Mit einem Fiesta fing alles an, seitdem habe ich alle möglichen Autos sämtlicher Typen hier behandelt.

09.07.2016 23:20    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (19)    |   Stichworte: Der Audi

Lange kam nichts mehr, was meine Fahrzeuge anging. Zumindest beim Audi ging der Gesprächsstoff aber nicht aus. Im letzten Artikel kam er ja noch ganz gut weg. Er lief ja auch ganz gut. Am Wochenende um den ersten Mai wollte ich mir eine neue Tür abholen, um die alte, spachtelreparierte, auf den Müll zu befördern und den Wagen an sich von Leuten checken zu lassen, die ihr Handwerk verstehen und vor allem auch mit dem Modell sehr erfahren sind.

So führte es mich in die Mannheimer Umgebung, wo zwei Mitglieder der Typ 81/85- IG warteten. Zwei Tage vor der Anreise fing der Motor aus heiterem Himmel an, wieder heftig zu stottern. Es war zuvor tagesabhängig, mal lief er super, mal nicht ganz so rund, aber im Ganzen ging es. Das war jetzt anders, der lief einfach nur durchgehend beschissen.

Besonders deutlich wurde es an den Kasseler Bergen, wo ich stellenweise Mühe hatte, im Vierten die 80 zu halten und dann doch den Dritten bemühen musste. Fahrer von VW T3 oder Hyundai Atos würden mich jetzt natürlich fragen, wo mein Problem ist, aber ich konnte merken, dass der Audi unter seinen Möglichkeiten fuhr. Er verbrauchte erschreckend viel Öl, aber unglaublich wenig Benzin. Mit 40 Litern legte er 700 Kilometer zurück. Für einen nicht einwandfrei laufenden Mittelklassewagen von 1984 mit G-Kat ist das ein hervorragender Wert.

 

Schlussendlich rollte (fahren konnte man es im niedertourigen Bereich nicht mehr nennen) ich auf den Hof, und die beiden Profis machten sich sogleich ans Werk. Auch max.tom war anwesend und half mit. Die Bestandsaufnahme war etwas ernüchternd, man hatte sich den Wagen besser vorgestellt als das, was da nun in der Halle stand. Vielleicht war ich vor Freude, dass die Karre mal eine Zeit lang gut lief, völlig geblendet. Wahrscheinlich habe ich auch den Mund zu voll genommen, was meine Arbeiten am Wagen betraf. Na ja, im Nachhinein ist es quatsch darüber zu sinnieren. Die beiden waren fachliche Profis und ließen, obgleich der Wagen nicht den Erwartungen entsprach, nichts anbrennen und schraubten zügig und systematisch los.

 

- Die Dichtringe der Injektoren waren schon teilweise zerbröselt. Eine typische Schwachstelle. Wurde mir mal geraten, dann sagte mir aber der Vogel in der Werkstatt, sei nicht nötig. Im Nachhinein war mir auch klar warum: Die Injektoren saßen bombenfest, es hätte also gut etwas beschädigt werden können.. das wollte sich der wohl nicht antun. Die beiden IG-ler störte das nicht, sie gingen trotzdem ran. Und nun das Beste: Ein Injektor zerbrach dann tatsächlich, was man den beiden wirklich nicht zum Vorwurf machen konnte.

 

Binnen einer Stunde war ein neuer, den sie sofort aus ihrem Lager besorgten, drin, und nachdem ich später fragte, ob man für diese nicht selbstverständliche Leistung noch etwas von mir bekäme, wurde keine Unkostenerstattung erbeten, obwohl es durchaus angebracht gewesen wäre. Die Geste fand ich wirklich klasse.

 

- Die Stauscheibe der KE war verschmutzt und verstellt.

 

- Die Elektrik war, man kann es nicht ander sagen, noch immer brandgefährlich. Ein bisschen mildern konnten die versierten Bastler das Ganze, aber ein neuer Kabelbaum wäre besser. Nur will ich so viel nicht auch noch investieren.

 

- Die Heckklappe passt wieder. Die Scharniere waren gar nicht verbogen, da bin ich einem Irrtum aufgesessen. Dank tatkräftiger Unterstützung von max.tom sitzt sie nun viel besser. Gleichzeitig haben wir die Dichtung des Schlosses erneuert, damit der Kofferraum endlich trocken ist. Weiterer Pfusch kam zutage, so habe ich die schwarze Plastikblende nicht richtig montiert und derjenige, der die Kennzeichenhalter montierte, hat einfach mal Schrauben in die Heckklappe gejagt. Ganz großes Kino!...

 

- Der Rost im Verborgenen ist leider umfangreicher als angenommen. Nicht KO-Kriterium, aber auch nicht so, dass man das ignorieren könnte. Eine Konservierung ist fürs erste eine zeitwertgerechte Sofortmaßnahme, aber eigentlich müsste man da noch mal ran...

 

- Man förderte einen Luftfilter von 2006 zutage. Völlig zugesetzt. Ich hatte ja schon vor der Abholung des Wagens kaum mehr als ein Jahr zuvor bereits einen bestellt, bekam aber den Falschen geliefert. Schließlich habe ich es in einer Werkstatt beim Federwechsel hinten mit in Auftrag gegeben. Da man den bei diesem Modell relativ zugebauten Filter als Laie nicht mal eben kontrollieren kann, sparte man sich den Wechsel wohl, berechnete ihn aber. Die Federn waren übrigens falsch eingebaut, wie sich an dem Tag noch herausstellte.

 

Zu blöd, dass ich an dem Tag mehr und mehr komplett neben mir stand. Ich hab's nicht mal hinbekommen, die Kerzen richtig rauszudrehen. Wenigstens konnte ich sehen, wie die Experten den ein oder anderen Handgriff vornahmen...

Ich hatte wieder Migräne, traute mir sogar nicht mal mehr zu, den Wagen rückwärts vom Hof zu fahren. Einer sprang ein, monierte aber, der Wagen lenke sich selbst für ein servoloses Modell viel zu schwer.

Der Motor lief übrigens am Ende astrein, am Folgetag tat er das nich mehr. Es stank zudem nach Benzin.

Bereits beim TÜV-Termin im April 2015 sagte der Prüfer, die Leitungen sähen stellenweise weniger gut aus und könnten die nächsten Winter möglicherweise nicht überleben. Ich möge sie mir dann also regelmäßig ansehen. Trocken waren sie noch und nach Benzin roch es auch nicht. Glück gehabt, aber eben nicht lange. Nun waren sie bei den Reparaturarbeiten, die auch mal Grobmotorik erforderten, kaputt gegangen.

 

 

Ja, nun, Zu- und Rücklauf waren jetzt hin. Besonders kritisch war die Stelle unterm Batteriekasten, wo naturgemäß wohl einige Dämpfe entweichen sollen. Nach 32 Jahren war sie hier nun undicht. Vor Ort konnte man das mangels Material nicht mal eben beheben. Auch sonst war die Meinung der IG-ler, dass man hier weder Zeit noch Motivation hätte, noch groß etwas an dem Wagen zu machen - es wäre einfach zu viel geworden, wenn man noch etwas Neues angefangen hätte. Am Folgetag stand ein Termin in Nürnberg an, sodass ich bereits am frühen Sonntagnachmittag abreiste. Die Fahrten nach Nürnberg und Berlin spulte der Audi ohne Probleme ab, sogar der Ölverbrauch war geringer als auf der Hinfahrt, was technisch eigentlich nicht sein kann, da dahingehend nichts gemacht wurde. Schön war's aber. Trotzdem mussten die Leitungen zügig repariert werden, denn nun war's umgekehrt, der Benzinverbrauch war gestiegen. Er lief zu fett, was der Kat auch nicht auf Ewig wegstecken kann.

 

 

Für mich war schnell klar, dass ich die Reparatur nicht selbst durchführen werde. Ein Kumpel meinte, er hätte das bei seinem Wagen sehr schnell gemacht, es gäbe diese Leitungen doch als Meterware. Er nannte mir den Händler in Berlin-Spandau, wo er die Leitungen kaufte. Der sagte jedoch, diese Leitungen gäbe es nicht. Ich habe den ganzen Tag so ziemlich jeden erdenklichen Händler abgeklappert, niemand hatte etwas. Ich habe teils widersprüchliche Aussagen gehört, aber wenn ich das richtig verstanden habe, werden die wegen irgendwelcher EU-Regularien seit Kurzem nicht mehr vertrieben.

 

Der nächste Ansatz waren Stahlflexleitungen. Doch die gab es nicht als ausreichende Meterware in der bestimmten Ausführung, die ich benötigt hätte (2 mal 4 Meter, 8 mm Außendurchmesser, und viele mehr).

Ich habe viel herumtelefoniert, bis ich bei einer der wenigen Werkstätten, denen man halbwegs vertrauen kann, auf einen Kaffee vorbeikam. "Nimm vernünftigen Gummi und ersetz Teilstücke. Das hält, wenn es richtig gemacht ist, mehr Druck aus als eine KE überhaupt maximal auf den Leitungen aufbauen kann"...

Der TÜV würde das immerhin durchgehen lassen, wenn es denn auch wirklich dicht hält - als Zwischenlösung ideal, bis mir endlich dämmert, wie man das Problem dauerhaft beheben kann. Bis dahin gilt: Nicht schön, aber selten.

 

Die Reparatur auf diese leider etwas provisorische Weise war naturgemäß recht preiswert und hält tatsächlich bislang absolut dicht. Es sieht halt nur richtig scheiße aus. Spätestens nächstes Jahr habe ich das hoffentlich geändert.

Nun lief der Motor besonders in der Warmlaufphase aber immer noch nicht so gut wie an dem Samstagabend, als ich in Mannheim/Umgebung vom Hof fuhr.

Das kann natürlich der Temperatursensor sein, der mir auch schon sagt, mein Motor koche nach fünf Minuten Fahrt und würde gleich in Rauch aufgehen... Der ist zwar neu, aber der Stecker, auf den der Sensor kommt, hat Grünspan angesetzt. Vielleicht ist das schon des Rätsels Lösung? Nein, Kontaktspray half nicht wirklich. Also entweder die Kontakte ersetzen oder weitersuchen.

Obwohl ich nach wie vor zwei linke Hände habe, schnappte ich mir dann doch mal die Tage mein Selbsthilfebuch und fand recht schnell heraus, dass an der Unterdruckdose die Verschlauchung teilweise fehlt. Das war auch nicht schwer, weil ziemlich offensichtlich. Na sowas. Wo ist die bitte hin??? Meterware hilft, das wird die Tage gemacht.

 

 

Sehr ätzend ist das Ableben des Lenkgetriebes. Dies habe ich erst vor einem 3/4 Jahr erneuert. Nun ist es wieder hin, Anzeichen gab es ja schon, siehe Kommentar der Person, die ihn vom Hof steuerte. Eine Ursache ist jedoch auch an dem besagten Wochenende in Betracht gekommen: Die Schutzmanschette am Lenkgetriebe ist hin. Das war bereits bei dem Wechsel der Fall, doch da ich die nicht zum Tausch auf dem Schirm hatte, wurde die Gerissene also wieder von mir montiert nach dem Motto "is' halt so..". Vielleicht verlor das Lenkgetriebe Fett und nahm dafür Dreck auf, die Mechanik hielt dem nicht lange Stand. Das wird man ja herausfinden können. Vielleicht habe ich auch beim Wechsel etwas falsch gemacht, es war zwar letzendlich richtig montiert, aber davor habe ich mich ziemlich dämlich angestellt und eventuell etwas beschädigt. Ich werde den Tausch diesmal nicht selbst machen, um ganz sicher zu gehen. Bei dieser Gelegenheit könnte man gleich den Getriebeölverlust stoppen - der ist auch neu. Zum Glück ist der marode Simmerring recht einfach zu wechseln, Gelenk von der Schubstange trennen, Ring wechseln, was wohl etwas popelig werden könnte, Öl auffüllen, und das wars schon. Wäre es auf der anderen Seite passiert, hätte das Getriebe rausgemusst, wenn ich den Etzold richtig gelesen habe.

 

Ich weiß es nicht, aber die Kombination aus mir und dem Auto ist einfach schlecht. Ich brauche ein Auto, an dem ich nicht viel machen muss, und mein Audi braucht einen Besitzer, der am Werkzeug eben nicht völlig talentbefreit ist. Da dieses Jahr relativ wenig Reparaturkosten angefallen sind (noch unter 500 Euro), lasse ich das ganze erstmal noch weiter laufen. Denn trotz aller Unzulänglichkeiten läuft er immer weiter, seltsamerweise habe ich in ihm das Gefühl, wirklich immer anzukommen. Auch dann noch, wenn er an der Ampel wegen schwankendem Benzindruck abgesoffen war und erst auf den dritten Schlüsseldreh wiederkam.

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