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veni vidi vega

Mit einem Fiesta fing alles an, seitdem habe ich alle möglichen Autos sämtlicher Typen hier behandelt.

27.05.2015 14:42    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (9)    |   Stichworte: VEGA Motors

Sollen hier wieder solche Sammlungen gepostet werden?

Hallo liebe MT-Gemeinde,

 

die Vega Motors "Spezial" Reihe wird auch wieder fortgesetzt. Der letzte Artikel erfreute sich zwar keiner allzu großen Beliebtheit, aber immer mehr Leute fangen hier jetzt an, Raritäten zu fotografieren bzw bekommen, nicht auch zuletzt durch die Blogempfehlung des Schrottplatzblogs, ein Auge für die aussterbenden Arten der automobilen Fauna.

 

So habe auch ich entschieden, mein "Archiv" wieder ein Stück weit hier zu zeigen.

 

Der User Christian8P, der, wer hätte das gedacht, vom SP-Blog kommt, hatte immer ein paar fachkundige Anmerkungen parat, ich versuche nun selbst auch etwas zu den Fahrzeugen zu sagen. Aber vielleicht schaut Christian mal vorbei und ergänzt das ein oder andere.

 

1)

Mercedes 190 D

Ja, das ist eigentlich keine richtige Seltenheit. Die lange Haltbarkeit macht sie eigentlich zum gängigsten heutigen Altblech. Aber dieses Exemplar ist schon einen Blick wert: Frühes Modell (die sind dann schon etwas seltener), Surfblau (erinnert mich an meine Müllsäcke) und altes Kennzeichen mit dem separaten D-Aufkleber. Der sieht wirklich aus, als entstamme er einer anderen Zeit.

 

2)

Peugeot 205

In den 80ern einer der besten Kleinwagen, starb der kleine Flitzer durch die Abwrackprämie aus. Heute sieht man nur noch späte Modelle wie dieses, welches sich in einem sehr guten Zustand befindet.

 

3 und 4)

Mercedes 407D

Genau den als Modell der End-60er/ Früh-70er sah man zumindes in Berlin bis weit in die 2000er-Jahre im Polizeidienst. Ein Modell sorgte auch für eine Schlagzeile, dass ein gestohlenes Fahrzeug von einem 38 Jahre alten Einsatzwagen gejagt wurde. In den frühen 80ern wurden die Berliner Polizei-407er als "Wanne" in den Straßenschlachten zwischen Polizei und Hausbesetzern berühmt.

 

5 und 6)

Daihatsu Charade erste Serie

- den gibt es eigentlich gar nicht mehr! Dieser hier hat das automatische Daimatic-Getriebe, damals ein herausragendes Merkmal und als Dreitürer auch das schräge Bullaugenfenster! Eher findet man vierblättgrige Kleeblätter oder die blaue Mauritius als dieses Fahrzeug.

 

7)

Opel Kadett C

Letzter Kadett mit Hinterradantrieb - ein Klassiker, der sich heute in festen Händen befindet und zu entsprechenden Preisen gehandelt wird.

 

8)

Mitsubishi Colt

Ja, auch den findet man heute noch oft - aber nicht in diesem Zustand, der eine glatte Eins verdient. Der sieht innen wie außen aus wie frisch ausgeliefert - beim alten Kleinwagen eine Sensation.

 

9)

Toyota Corolla

Ja, den gab es früher mal ganz oft. Heute sieht man ihn aber auch nicht mehr alle Tage. Dieser hier ging nicht in den Export, sondern wird in Rentnerhand weiter gefahren und auch ein wenig gepflegt. Dieser Wagen ist eigentlich DER Toyota meiner Kindheit und prägte mein Bild der Marke als unscheinbar, zuverlässig und komfortabel.

 

10)

BMW E30

Ja, davon gibt's auch noch ein paar. Besonders solche späten Vierzylinder-Modelle mit anderen Heckleuchten und Plastikstoßstangen. Zu diesen in der Szene eher ungeliebten Modellen passt weiße Farbe und ein dezenter Heckspoiler aber ausnehmend gut.

 

11)

BMW E34

Sie sind entweder verschlissen, verbastelt oder exportiert. Gepflegte 5er dieser Reihe sind selten. Dieses Modell in schönem Grau ist sogar ein Frühes, erkennbar an den Außenspiegeln, die er vom Vorgänger E28 übernahm.

 

12)

Ford Fiesta MK3

Eines der Fahrzeuge, die von der Abwrackprämie verschlungen wurden. Ihr Feind war der Rost - sie hätten sich ohnehin kurz danach dezimiert. Dieses ist ein ganz frühes Exemplar um 1990 in toller Farbe mit fast-Vollausstattung - und so gut wie null erkennbarem äußerlichen Rost. Leider ist er vor Kurzem in der Presse gelandet.

 

13)

VW Golf I

Insbesondere das Facelift mit breiten Rückleuchten (das mir auch besser gefällt als die Urversion) ist eigentlich im Straßenverkehr nicht mehr anzutreffen. Ähnlich wie bei meinem Audi 80 ist das kurz gebaute Zwischenmodell kaum in Liebhaberhänden gelandet. Dieser hier hat kein H, was wohl am Zustand liegt: Rost (Feind Nr.1) und zahlreiche optische Macken dürften es unwirtschaftlich machen, ihn zum H zu bringen. Das DIN-Kennzeichen zeigt aber, dass er sich schon länger in seiner letzten Hand befindet.

 

14)

VW Jetta II

Der Rucksack-Golf ist heute nur noch eine Randerscheinung. Lange führte er ein Schattendasein neben dem Schrägheck-Bruder, doch langsam aber sicher wird auch er von den Fans gemocht.

 

15)

Mitsubishi Lancer

Als Kombi kaum noch auffindbar. Der hier steht echt gut da. Siehe Colt.

 

16)

Opel Rekord E

Opels letzter Rekord (das E Facelift) ist eigentlich schon seit 10 Jahren verschwunden. Es dürfte noch deutlich mehr von ihm geben als vom Charade, aber die Meisten dürften abgemeldet irgendwo vor sich hin gammeln. Dieser hier bedarf einiger Kosmetik, ist aber mit sehr wenig Aufwand schon ein Anwärter auf's H.

 

17)

Ford Scorpio Ghia

Dieser hier war 1992 das Maximum bei Ford. Mehr ging nicht. 6 Zylinder, Vollausstattung, Platz satt. In diesem Zustand so gut wie nie zu sehen.

 

18)

Suzuki Swift Stufenheck

Der Swift war eigentlich ein Außenseiter, verkaufte sich dafür aber gar nicht übel. Heute sind nicht viele übrig, ein Stufenheck erst recht nicht. In den neuen Bundesländern, in denen die Schrägheckmode ja nicht stattfand, kann man sie aber noch sehen.

 

Ach ja: Der Honda Accord ist auch eine Beachtung wert. So einen würde ich mir gerne als drittes Fahrzeug kaufen, jedoch ist mir der E39 wichtiger.

 

19 - 21)

Alte S-Klassen haben was, finde ich. Sie wirken noch immer elegant und autoritär. Der W116 ist leider ziemlich angeknabbert - wer hat da an der Konservierung seines Oldies gespart? Argh.

Der Bonner W126 ist hier mein Favorit, altes Kennzeichen (nachgemalt!) und die alte Plakette im Kühler. Siehe 190D!

 

22)

Lancia Y

Lifestyle-Kleinwagen sind heute gefragter denn je. Hier ist der Vorreiter! Steckt sogar viel Fiat Panda unterm Blech, also das Einfach-Auto schlechthin! Der Y war aber weit mehr als ein Edelpanda. Eigentlich einen VM-Artikel wert!

 

 

Ich hoffe, die Auswahl hat euch gefallen. Wie sieht's denn aus, besteht Interesse an den vielen weiteren Funden, die ich fotografiert habe?

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16.05.2015 18:29    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (53)    |   Stichworte: 80, Audi, B2/81/85, Der Audi

Wer kennt diese Entscheidung nicht? Ein Ende mit Schrecken oder Schrecken ohne Ende?

 

Es ist ja kein Geheimnis, dass der Audi immer wieder mit neuen Defekten überrascht. Und es ist auch keine Überraschung, dass ein altes Auto eigentlich immer irgendetwas hat.

 

Mittlerweile werden die Probleme wieder kostspieliger und teilweise sogar gefährlich, was mich an den Punkt führt, obige Entscheidung zu treffen.

Ja, natürlich möchte ich den Audi behalten und zum H-Kennzeichen bringen, aber zu welchem Preis?

 

Man kann so ein Fass ohne Boden durchreparieren, wenn man folgende Voraussetzungen erfüllt:

 

Genügend Zeit

Fachliches Können

Motivation

Solide finanzielle Reserven

Eigene Werkstatt

 

Nr.1 ließ sich schon irgendwie machen, für Nr.2 hatte ich immerhin Kontakte die mir stets aushalfen, wenn ich nicht weiterkam (was neuerdings wieder zunimmt) und Nr.3 war erst recht nicht das Problem. Nr.4 war zwar vorhanden, aber aufgrund des wirklich großen Pechs einfach trotzdem nicht genug. Nr.5 habe ich unterschätzt.

 

Nr.1 lässt ein wenig nach, Nr.2 hat sich bei mir selbst verbessert, aber die helfenden Freunde können das Auto langsam nicht mehr sehen und Nr.3 ist mittlerweile im deutlichen Sinkflug, einfach, weil kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist. Und Nr.4 ist eben auch noch das Problem so viel kann ich gar nicht ansparen, wie ich jeden Monat nachschmeißen muss.

 

Folgendes passierte in den letzten Wochen:

 

a) bei Regen geht der Motor aus. Meine Vermutung: Zündspule. Neue ist bestellt.

b) er startet immer noch nicht gut, außerdem schwankt der Leerlauf bei kaltem Motor extrem. Meine Vermutung: Thermozeitschalter. Auch schon bestellt.

c) Dauerbaustelle Elektrik: Hier wird's wirklich gefährlich.

 

Der Zigarettenanzünder ist ja defekt, aber ein Freund auf dem Beifahrersitz wollte es dennoch probieren, da er dringend Saft fürs Handy brauchte. Er steckte den Adapter rein und es kam tatsächlich Strom. Sekunden später gab es einen grellen Blitz, es qualmte fürchterlich und es stank ekelhaft. Der Adapter stand in Flammen und schmolz bereits. Das brennende und tropfende Ding (Hose mit Brandlöchern, ich und Beifahrer mit leichten Verbrennungen) flog aus dem Fenster und wurde anschließend gelöscht. Seitdem geht das Licht wieder ohne Wackelkontakt, aber die Heizung springt zwischendurch mal an und die Scheibenwischer gehen manchmal eine Zeit lang aus, wenn sie in Benutzung sind.

 

Mit einem Elektriker hatte ich schon einen Termin gemacht, wir müssen endlich die Ursache finden.

 

Dann kam der Himmelfahrtstag. An dem Tag war eine Tour mit dem Audi geplant, die er meisterte. Er sprang sofort (!) an, drehte rund, das Jaulgeräusch der Wasserpumpe war weg und alles lief ohne Zwischenfälle. Ich war im Rausch des Glückes, endlich zahlte sich die Mühe aus? Konnte es wirklich sein?

 

Nein, konnte es nicht. Kurz darauf saßen die hinteren Bremsen fest. Nun gut, das kann ja mal passieren, sicherlich auch die Standzeit, da hängt bestimmt das Handbremsseil. Auf dem Weg in die Werkstatt spann die Elektrik mal wieder, und, noch übler: Die Kupplung ist hin. In der Regel gehen die Lamellen recht schnell kaputt bei den B2, aber ich habe eine andere Vermutung: Der Belag der Scheibe verglaste, und durch die stärkere Beanspruchung an dem Tag ist der dann abgeplatzt. Weitere Kleinigkeiten addierten sich dann während der Fahrt und ich überlegte, den Audi abzustoßen.

 

Viele rieten mir eh schon lange dazu - dass es zum Aufhören nie zu spät ist, zeigt ja der BER, einfach, weil der Schrecken ohne Ende so groß ist, dass ein Ende gar nicht zu viel Schrecken haben kann. Oft habe ich darüber nachgedacht, hoffte aber, dass der nächste Euro der letzte ist. Immer und immer wieder, sodass einige schon vor Verzweiflung energisch an meine Vernunft appelierten.

 

Andere sagen immer wieder, der Audi ist es wert erhalten zu werden und es lohnt sich. Habe ich - auch weil ich selber immer optimistisch war - bislang immer "Gruppe 2" geglaubt, so berichtete ich "Gruppe 1" mal, was der Audi wieder so "angestellt" hat. Einfach, um mich zu einem Abschied zu motivieren, da ich es selbst nicht so recht schaffte.

 

Die Reaktion war leider gänzlich anders bzw energischer als erwartet, was mich dann kurzzeitig sehr verstimmte, aber letzendlich kann dies nur eine Warnung sein: Nie den Verstand ausblenden!

 

Ich machte ja direkt nach der Katastrophenfahrt bereits einige Telefonate. Es gibt aus "Fach-" Kreisen nun konkrete Angebote für den Audi, bei denen ich verdammt viel Federn lasse, aber die vielen Neuteile werden immerhin noch einigermaßen honoriert. Sogar eine Schlachtung steht im Raum, sollten sich genug finden lassen, die genügend der Teile nehmen. Ich persönlich wünsche mir natürlich, dass der Audi erhalten bleibt. Notfalls schalte ich meinen Verstand dafür so weit wieder aus, dass ich in Kauf nehme, unterm Strich weniger raus zu bekommen. Wie gesagt, es gibt mehrere Leute, die ihn auch als Ganzes nehmen würden. Die haben dann sogar Nr.1 bis Nr.5 erfüllt, und hätten sicherlich bessere Möglichkeiten, diesen Pflegefall zu erhalten.

 

Daher steht nun folgender Entschluss fest: Alle bestellten Teile werden noch verbaut, der Elektriker hat sich extra schon frei genommen, also wird das auch noch erledigt.

 

Sollte beides keinen großen Erfolg haben, wird der Audi abgegeben. Denn die Kupplung wäre bestimmt nicht die letzte größere Reparatur.

 

Ich denke, viele werden sich jetzt erst recht an den Kopf fassen und mich als Vollidioten abstempeln, weil ich den Audi nicht sofort auf der Stelle loswerden will. Es steckt aber einfach zu viel Begeisterung und Herzblut fernab jeder betriebswirtschaftlichen Betrachtung darin. In einigen Jahren werde ich mir für diesen Satz rückblickend sicher selbst den Vogel zeigen, aber ich habe mit dem Audi eins gemeinsam: Wir haben unsere Fehler. Das verbindet.

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10.05.2015 17:58    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (128)    |   Stichworte: Autoverkauf, billige Gebrauchtwagen, Carisma, DA0, Mitsubishi, Mitsubishi Carisma, Sonstiges

Hallo an die Gemeinde,

 

zu diesem Artikel über kürzlich stattgefundene Ereignisse insprierte mich eben die recht präsente Werbung von diesem gewerblichen Anbieter.

 

Doch konnte ich mir einfach nicht vorstellen, dass es so eine Qual ist, einen Wagen im Yolobudget zu veräußern.

Das Versuchskaninchen war ein Mitsubishi Carisma, Baujahr 1996. Sehr gute Ausstattung, 116 PS, Automatik, TÜV frisch abgelaufen. Für den hätte es neue Bremsen gebraucht und die Klimaautomatik kühlte auch nicht mehr. Ein paar optische Mängel hat das Fahrzeug auf seinen 202 000 Kilometern auch bekommen. Im Vergleich zu meinem Audi war der aber noch echt gut. Der Motor war trocken und lief wie ein Uhrwerk, das Getriebe schaltete, als wenn es neu wäre. Nur 350 Euro wollte ich dafür sehen, wie ich finde ein fairer Preis.

 

In das ausführliche Inserat schrieb ich, dass ich Mail und SMS bevorzuge, da ich aus beruflichen Gründen kaum telefonieren kann. Es hat alle einen Sch...dreck interessiert.

SMS und Mails kamen trotzdem auch reichlich, fast alle sahen so aus:

Zitat:

hallo carisma 100e?

Nein, danke...

 

Das Telefon bimmelte permanent. Nicht mal zu Unzeiten wie halb vier morgens hat man seine Ruhe. Besonders beliebt:

Zitat:

hundertfunfsig euro ledsde prais? holle heute ab!

Nein, danke...

 

Sehr kreativ auch ein Balkanese (dem Akzent nach zu beurteilen):

Zitat:

hallo mache überweisen die voll preis heute gleich hole auto geggen kwittunk von der überweisen ab! ist morgen drauf die gelt!

Ja.. ehm.. sehr seriös. Von daher: Auch nein danke.

 

Der erste Kandidat war ein Afrikaner. Er war sehr temperamentvoll, wollte aber scheinbar nicht am Preis drehen. Ich habe allerdings eh kaum ein Wort verstanden.

 

Er kam drei Stunden zu spät, alle halbe Stunde davor rief er an und wollte eine Wegbeschreibung. Leider wusste er nicht, wo er war und konnte kein Deutsch und war aufgrund seines schrecklichen Akzentes nicht zu verstehen. Ich fuhr entgegen, um sie abzufangen, siehe da, es klappte. Er war extrem agressiv, stieg in den Wagen und knallte 100 Euro hin. Er wollte das Auto jetzt sofort mitnehmen, den Rest würde er überweisen. Er schrie wild herum, die gesamte Nachbarschaft kam entweder mit Besen und Nudelholz bewaffnet auf die Straße oder schloss sich in den Wohnungen ein. Erst ein eilig herbeigerufener Freund, der in der Security-Branche arbeitet, konnte schlimmeres verhindern - es wäre fast handgreiflich geworden. Stinksauer brauste er davon.

 

Der Nächste war ein Araber, er bot 200 Euro Anzahlung, würde dann aber gerne den Brief mitnehmen - ehm ja, ist klar. Durch Übergabe des Briefes hätte er de facto das Eigentum am Fahrzeug erworben und könne einen Herausgabeanspruch durchsetzen - es sei denn, schriftlich hätte man alles genau festgehalten. Auf Verträge o.Ä. reagierte der Herr aber sehr allergisch und schubste mich herum, ehe ich ihn dafür am Kragen packen konnte, zog er schon fluchend von Dannen.

 

Akt Nummer drei, wiederum Afrikaner: Sie kamen einfach nicht...

 

Finaler Akt: Abermals Afrikaner. Sie äußerten erstmal den Wunsch, abgeholt zu werden! 70 Kilometer eine Tour - aber sie würden den Wagen auch zu 100% nehmen. Im Gegenzug einigten wir uns (die Deutschkenntnisse waren auch nicht gut, aber sie konnten gutes Englisch), dass die 350 Euro ein Festpreis sind.

Tatsächlich waren die beiden Afrikaner pünktlich am Treffpunkt. Nach dem ich 140 Kilometer fuhr und die Hälfte davon Taxi spielte, waren wir am Carisma angekommen. Was machten sie? Sie fingen an, am Preis zu meckern! Entgegen aller Absprachen. 200, mehr wollten Sie nicht geben. Und da Sie anders als vereinbart auch keine rote Nummer mitgebracht hätten, baten sie mich, sie wieder nach hause zu fahren.

 

Völlig entnervt einigte ich mich auf einen Preis deutlich unter meinen und sehr nah an deren Vorstellungen. Das Auto soll einfach nur noch weg, ich will endlich meine verdammte Ruhe haben. Dafür traten sie den Rückweg per Bahn an, sie fährt ja schließlich wieder. Auf die "Taxifahrt" zum Bahnhof (10 Kilometer) bestanden sie allerdings noch...

Der Knüller ist ja, dass sie nicht mehr als 200 Euro dabei hatten - hätte ich nicht aus nervlichen Gründen die Segel gestrichen, wäre die 100%-Zusage also nichts wert und den Fahrdienst zurück hätten sie trotzdem erstmal gefordert. Wahnsinn, in was für einer Welt lebe ich eigentlich?

 

Ich habe danach erstmal drei Liter Kaffee runtergekippt und dabei einen Big Pack JPS verqualmt und war einerseits frustriert, andererseits erleichtert.

Ein paar Euro müssen sie mir noch vorbeibringen, dann gibt es auch die Schlüssel und die Papiere. Ich warte schon auf den Anruf, wann ich sie wieder abholen kommen darf...

 

Und ich weiß jetzt endlich, warum wirkaufendeinauto.de oder andere unkomplizierte "Zwischenhändler" so einen Erfolg haben.

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08.05.2015 12:58    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (13)    |   Stichworte: Paseo, Toyota, VEGA Motors

Lange Zeit war die Reihe pausiert, nun will ich wieder weitermachen.

Der Grund dafür ist recht einfach: Keine Zeit und keine Motivation - lieber gar nix schreiben, bevor es Grütze wird.

Demnächst geht es auch wieder um Fiesta und Audi, dieser Artikel steht eigentlich schon und gibt inhaltlich genug her, aber vorher möchte ich den Blog renovieren - es geht ja nun längst nicht mehr nur um meinen Fiesta, im Gegenteil, er kam eigentlich zuletzt viel zu kurz.

 

Neulich erzählte meine Tante von der alten Quizsendung "Was bin ich?" mit Robert Lembke. Heute dürfte das wohl altbacken bis langweilig sein, aber damals war's beliebt.

 

Was bin ich? Da kam mir die Idee für die neue Vega Motors Folge. "Was bin ich?" müsste sich eigentlich auch der Peugeot 3008 und andere seltsame Van-Suv-Kombinationen wie vielleicht auch der neue Espace fragen, aber in den Sinn kam mir ein Auto, dass ich nie so ganz verstanden habe. Vorhang auf für den Toyota Paseo!

 

Der weckt bei den Meisten wahrscheinlich das "Stimmt-den-gabs-ja-auch"-Gefühl, große Verbreitung fand er nie, was neben der kurzen Marktpräsenz (hier nur von 1996-1999) wohl auch an dem etwas unsicheren Konzept lag, das viele Kompromisse einging, um möglichst Viele anzusprechen. Er sollte wohl keine konzeptionellen Schwächen haben, was ja auch weitgehend gelang, allerdings hat er dadurch auch keine herausragenden Stärken.

 

Ich stelle ihn mal in die Raterunde.

 

"Sind Sie ein Auto?"

JA!

"Sind Sie ein Zweitürer?"

JA!

"Ein Coupé?"

Hmmm... ja!

"Ein Sportwagen?"

Hmmm... möglich

"Ein Reisewagen?"

Hmmmm... auch möglich

"Ein Familiencoupé?" (Das hört man öfter mal von Opel Monza&Co...)

Hmmmm...

 

Der Toyota Paseo wurde 1991 für den amerikanischen Markt vorgestellt, aber auch in UK und Australien angeboten. Während die "Komfort-Coupés" in Europa langsam ausstarben und die kurze Blütezeit kleiner Flitzer á la Honda CRX, Nissan 100 NX usw. ihren Höhepunkt erreichte, entsprach der Paseo mit braven Motoren, konservativem Design und komfortbetonter Abstimmung dem amerikanischen Geschmack.

Mit der großen Modellpflege 1996 wurde er auch hierzulande angeboten - auch als Cabrio.

Mit 90 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 180 KMH und 11 Sekunden auf 100 war der Paseo keinesfalls untermotorisiert, aber definitiv kein Sportwagen, das unterstrich auch die japantypisch sehr komplette Ausstattung. Dennoch wog der Paseo nur eine Tonne - weniger als ein Mazda MX-3 und sogar auch minimal weniger als der Honda CRX EH6, dabei ist er anders als die meisten seiner Konkurrenten ein echter 2+2-Sitzer - und nicht mal größer. Obwohl er optisch gar nicht mal so klein wirkt, ist er kaum länger und ein wenig schmaler als ein aktueller VW Polo.

 

Preislich war der Toyota recht tief angesiedelt, konkurrierte sogar mit dem "Sportcorsa" Opel Tigra. Der Vergleichstest offenbarte eklatante Bremsschwächen, dazu waren seine Fahreigenschaften für einen echten Sportwagen zu langweilig, der Komfort für ein "Familiencoupé" nicht überzeugend.

Der angepeilte junge Käuferkreis wurde mit dem Design auch nicht gerade angesprochen, soweit ich mich erinnern kann, saßen die ersten zehn Jahre vor allem Frauen mittleren Alters hinterm Steuer des Paseo, ein nicht unbedingt schlechtes Schicksal, wie es auch das Nissan Sunny Coupé zuvor ereilte.

 

Heute sehe ich in der Tat viele junge Leute am Steuer, männlich und weiblich, das hält sich die Waage. Die Paseo sind meist ziemlich heruntergefahren, dafür aber umso geschmacksbefreiter getunt. Oft sogar nur optisch - einen mattschwarz gerollten Paseo mit gigantischer Frittentheke ließ ich mit meinem auch nicht mehr ganz frischen Audi 80 an der Ampel stehen, als er mich zum Duell herausforderte.

 

Dass die Meisten von ihnen, die nicht den Weg in den Export fanden, heute noch unter diesen Umständen fahren, spricht für die markentypische Qualität, die damals noch ausgeprägter gewesen sein dürfte, als es heute der Fall ist.

2011 gab es in der KBA-Statistik noch knapp 4000 Paseo Coupé und 800 Cabrios in Deutschland. Heute taucht er dort nicht einmal mehr auf. Dennoch: Wer die Augen offenhält, wird ihn ab und an mal sehen. Oder hören, wenn der riesige Sportauspuff von ATU ein Loch hat...

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