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veni vidi vega

Mit einem Fiesta fing alles an, seitdem habe ich alle möglichen Autos sämtlicher Typen hier behandelt.

28.02.2015 20:06    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (20)    |   Stichworte: C32, Diesel, JC 32, Laurel, Nissan, VEGA Motors

Die heutige Folge behandelt einen echten Dino: Groß und schon lange ausgestorben. :D

 

Schon 1968 präsentierte Nissan auf dem Heimatmarkt den vom Skyline abgeleiteten Laurel, die hier behandelte 5. Generation erschien in kantigem, wohl amerikanisch inspiriertem Design 1984 und wurde in Deutschland Anfang 1986 eingeführt. Der Laurel an sich wurde seit 1977, anfangs noch als Datsun, hierher exportiert. Den Typ C32 gab es wahlweise mit 2.4-Liter-R6, der dank Einspritzung 128 PS leistete oder mit 2,8-Liter-Saugdiesel. Letzterer stellt die Besonderheit dieser Baureihe dar. Er hatte 90 PS und stammt aus dem Geländewagen Patrol. Erfahrungen auf dem Gebiet der Dieselmotoren konnte Nissan als LKW-Hersteller genug sammeln. Die milde Literleistung verspricht Langlebigkeit und tatsächlich sind die Motoren für ihre Robustheit bekannt - in ihrem zweiten Leben in Afrika haben sie nicht selten weit über eine halbe Million abgespult.

 

Nebem dem unbestrittenen "Dieselkönig" Mercedes-Benz boten nur wenige Hersteller Dieselmotoren an - bis 1972 in Deutschland sogar kein anderer. Peugeot hielt schon gut mit (und verkaufte die Motoren weiter, so liefen Peugeot-Diesel auch bei Ford), ab 1972 gab es 2,1-Liter-Diesel auch bei Opel im Rekord.

Mit 2800 ccm und 90 PS war der Laurel für einen Diesel ziemlich üppig motorisiert, auf die gleiche PS-Zahl kam der Mercedes 250D mit einem Zylinder weniger.

Preislich gab es für die Summe, die der ohne Aufpreis sehr gut ausgestattete (4 elektrische Fenster und el. Schiebedach, 2 el. Spiegel, Fünfganggetriebe, Zentralverriegelung) Laurel kostete, nur einen ziemlich nackten 200 D mit 72 PS aus vier Zylindern.

Als Reiselimousine für Vielfahrer stand der immerhin 4,7 Meter lange Laurel also ziemlich gut da. Die gern genommene Dreigangautomatik lässt den Motor dank zusätzlichem Overdrive relativ niedrig drehen, das Fahrwerk und die Innenausstattung sind gänzlich auf komfortables Gleiten ausgelegt. Zumindest beim Diesel vereiteln die aus heutiger Sicht eher bescheidenen Fahrleistungen (17 Sekunden auf 100, maximal 160 Km/h) sportliche Ambitionen, die sonst ohnehin am schaukeligen Fahrwerk scheitern würden.

 

In der Summe seiner Eigenschaften ist er groß, komfortabel, gut ausgestattet. Nachteile sind insbesondere beim Diesel die unglaublich hohen Steuern und die dramatische Ersatzteillage.

Und natürlich muss erst einmal ein Exemplar gefunden werden: Der Laurel war seinerzeit nicht sehr erfolgreich, erst recht im Vergleich zum W124, immerhin war die Dieselquote aber sehr hoch. Ein Laurel Benziner in Weinrot fuhr ende der 90er in der Gegend meiner Grundschule, ich kann mich noch an diesen Wagen erinnern. Es war ein Benziner mit Automatik, bereits das Faceliftmodell ab 1987, welches in diesem Artikel einer einschlägigen Fachzeitschrift behandelt wird - natürlich der Diesel, das damalige Alleinstellungsmerkmal.

 

Einen solchen als Urmodell habe ich 2013 in Berlin entdeckt, noch mit altem Kennzeichen. Der Erstbesitzer scheint der Umweltzone, Strafsteuer und der Ersatzteilnot zu trotzen und fährt den Wagen weiter. Eigentlich müsste man für diesen Einsatz einen Orden verliehen bekommen.

 

Das andere Fotomodell gehört dem User monroegerman und ist in Farbe und Motorisierung (Benziner) dem Wagen aus meiner Kindheit sehr ähnlich, nur eben auch noch das alte Modell.

 

Was heute bleibt ist ein Auto, welches nicht nur ultraselten ist und aus der Masse sofort heraussticht, sondern leider auch nur mit großer, wirtschaftlich nicht sinnvoller Anstrengung am Leben erhalten werden kann, sofern es im Alltag laufen soll.

Ich mag den Laurel als typischen Japaner seiner Zeit, groß, billig, komplett ausgestattet und in Details schrullig und unperfekt.

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21.02.2015 22:08    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (19)    |   Stichworte: 186, Fiat, Multipla, VEGA Motors

Dieses Auto ist unbestritten der König, wenn es um verfehltes Automobildesign geht. Jede Hitparade des schlechten Geschmackes führt er seit Erscheinen an- was dazu führt, dass das Image dieses Autos legendär schlecht ist.

Doch ist dieses Gefährt wirklich so schlecht, dass es eingestampft gehört?

 

Der Name Multipla steht nicht für "Multiple Geschmacksverirrung", sondern bezeichnete ab 1960 ein sehr cleveres Vehikel von Fiat. Der dortige Chefkonstrukteur Dante Giacosa zauberte aus dem kleinen Heckmotor-Fiat 600 eine Frühform des Vans: Frontlenker, Platz für sechs Personen -auf nur 3,5 Metern Länge und 1,4 Metern Breite! Eine Schönheit war der 600 Multipla allerdings schwerlich. Man kann eben nicht alles haben.

 

Folgerichtig ist das 1999 auf Basis des Fiat Bravo entstandene Vehikel ein echter Multipla: Sechs Sitze, viel Platz, Vanbauweise, kompakte Ausmaße. Und auch ein schrulliges Design hält die Tradition...

 

In der Tat, man muss den neuen Multipla auf sich wirken lassen. Diese lange Schnauze mit den runden Scheinwerfern. Dazu noch die zweiten Scheinwerfer an den A-Säulen. Und der ganze Dachaufbau wirkt wie von einem ganz anderen Auto nachträglich draufgeschweißt. Und dann Rückleuchten wie Spiegeleier...

 

Immerhin: Praktische Vorzüge bietet das Ganze. Die tief heruntergezogenen Seitenscheiben sorgen für eine tadellose Rundumsicht, die gewöhnungsbedürftige Anordnung der oberen Scheinwerfer hat auch einen praktischen Hintergrund. Die unteren Scheinwerfer beinhalten lediglich Stand- und Abblendlicht, die oberen nur Fernlicht, was zu einer ganz anderen Lichtverteilung führt, da man die Leuchten passend zur Funktion ausrichten kann und die höhere Position des Fernlichtes zu einem wesentlich größeren und weitreichenderen Lichtkegel führt. Und wohl auch dazu, den Multipla lieber nur im Dunkeln zu betrachten...

 

Das Auto steht im New Yorker Museum of Modern Art, immerhin das einzige Positive, das man den Kritikern hinsichtlich der Ästhetik entgegen halten kann.

 

Das äußere Desgin sieht man als Besitzer eh selten, man sitzt ja drinnen. Ich könnte mich tatsächlich mit diesem unförmigen Gefährt arrangieren, sofern das die meiste Zeit von mir gesehene Interieur überzeugt.

Doch Fiat gab sich alle Mühe, auch damit zu verschrecken: Tester nannten es einen "explodierten Küchenmixer". Ich kann dies nur bestätigen.

Die Kehrseite sind viele praktische Ablagen und Fächer, familienfreundlicher kann ein Auto kaum sein. Das Raumkonzept wurde später noch vom Honda FR-V aufgegriffen (zwei mal drei Reihen), setzte sich aber nicht durch.

 

Auf der Habenseite stehen weiterhin flotte sowie sparsame Motoren (eine klassische Fiat-Stärke), Erdgas ab Werk und ein gutes Fahrwerk, welches für einen Van sehr sportlich ist. Ebenso ist der Multipla verzinkt, weshalb die Stammtischweisheit "Fiat rostet" hier nicht gilt.

 

Es half nichts, dieses Auto kam einfach nicht gut an - weshalb die Faceliftversion von 2004 wirklich mal eine ist, die ihren Namen verdient.

Deutlich schlichter und sachlicher gestaltet, bleibt kaum etwas, dass man noch als hässlich kritisieren könnte. Lediglich als beliebig oder langweilig könnte man den Multipla als 2004 abstempeln, ein Vaneo ist aber auch nicht schöner.

Inspiriert war die Überarbeitung vom 2003 eingeführten Fiat Idea, der kleine Bruder des Multipla auf Punto-Basis, das, nun ja, sehr spezielle Interieur blieb jedoch gleich.

 

Doch auch diese Version wurde von den Kunden nicht angenommen, der Multipla lief 2008 in Deutschland mit dem Idea ersatzlos aus, in Italien lief er noch bis 2010, der Idea bis 2012, welcher mit dem 500 L immerhin noch einen Nachfolger erhielt.

 

Am Faceliftmodell wurde eine wichtige Stärke der Erstserie aufgegeben: Das Fahrwerk.

Multipla-Kenner monieren, es wurde mit der Modellpflege deutlisch schlechter. Ich bin beide Versionen nie gefahren und kann es leider nicht beurteilen. Es soll zwar noch immer fahrsicher und auch sehr komfortabel sein, aber einen Hang zur Seitenneigung haben.

 

Das Fotomodell gehört 666Streetracer. Er hat heute Geburtstag, weshalb heute unbedingt noch dieser Artikel raus musste. :D

 

Der Wagen ist etwas individualisiert, passend zur serienmäßig nicht ganz vorhandenen Geschmackssicherheit wurden ein paar Details verändert, womit das Auto auch etwas ironisches bekommt. Man muss es nicht ernst nehmen, man kann gerne schmunzeln.

 

Er hatte für mich auch eine wichtige Info:

Zitat:

Aber mal ganz nebenbei, soweit ich mal gehört habe war das ursprünglich ein gemeinsames Projekt von Fiat und Opel!. Ja richtig habe mich auch gewundert. Angedacht war da wohl ein Brennstoffzellenmotor den Opel beisteuern sollte, aber nicht ans laufen bekam. Aus dieser Planung soll wohl der große Platz am Unterboden und die Bodenfreiheit stammen, da sollte nämlich der Tank hin.

 

Nach mehrmaligem Verschieben der Markteinführung hat sich Fiat dann wohl letztendlich dafür entschieden Motoren aus der eigenen Produktion zu verbauen und den Freiraum der für den Tank vorgesehen war für die Gastanks bei den Gas - Diesel bzw. Gas - Benzinkombinierten Varianten zu nutzen.

Warum kauft man sich dieses Teil, wollte ich von ihm wissen. Zumal bei ihm zwei davon laufen...

 

Er selbst hätte sich dieses Auto niemals angeschafft. Doch seine bei Designfragen magenfeste und vorurteilsfreie Frau wollte diesen Wagen haben, der Rundumsicht wegen - das wichtigste Kriterium. Der Preis war heiß, und so stur, wie Damen nun mal sind, setzte sie sich durch. Das hässliche, billige Entlein überzeugte mit Praxisnutzen und spielte seine Stärken so gekonnt aus, dass auch 666Streetracer sich einen Multipla kaufte, als sein alter Omega immer altersschwacher wurde.

Auch wenn er diesen Wagen optisch immernoch ziemlich schlimm findet, er kann ihn wärmstens empfehlen!

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20.02.2015 22:57    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (16)    |   Stichworte: VEGA Motors

Zu Ehren des Schrottplatzes nun eine weitere Spezialausgabe!

Autos der 80er und 90er verschwinden langsam von der Straße, später dann auch aus unserem Gedächtnis.

Oft überlebten sie in pflegender, meist äterer Ersthand, heute noch an den alten Nummernschildern erkennbar, oder sie wurden von Hand zu Hand durchgereicht. Dabei kann es auch mal passieren, dass ein Wagen gut behandelt wird und trotz vieler Kilometer und Halterwechsel noch gut beisammen ist.

 

Im Schrottplatzthread werden diese Wagen gezeigt. Jeden Tag sehen die "Mitglieder" solche Fahrzeuge und teilen sie. Die Bilder gehen aufgrund der hohen Frequenz schnell unter, zumindest meine werde ich in meinem Blog zeigen, damit sie genausowenig verschwinden, wie die Autos, die sie zeigen.

Die Bilder sind unterschiedlich alt, meist zwischen 2012 und 2014 entstanden.

 

Den Vega-Artikel habe ich noch immer nicht überarbeitet, es ist furchtbar. Es mangelt wirklich an Zeit, ich werde das aber nun wirklich mal anpacken.

 

Heute dabei:

 

Rover 214 Kombi

Opel Kadett Cabriolet

Mercedes W140

VW Passat 35i "Römertopf"

VW Scirocco II

Mercedes W201

Opel Calibra

Porsche 924

VW Polo 6N

Mercedes W124

Ford Fiesta MK5

VW Passat 35i Variant

Mercedes W463

Baur-BMW E21

Peugeot 304

Opel Ascona C

MAN-VW-LKW

Nissan Sunny Coupé

Peugeot 205

Renault Espace II

Nissan 100 SX

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