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veni vidi vega

Mit einem Fiesta fing alles an, seitdem habe ich alle möglichen Autos sämtlicher Typen hier behandelt.

02.10.2019 01:19    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (56)    |   Stichworte: Benz-Limousinen, Mercedes, Mercedes-Benz, s-klasse, W220

Ja, servus!

Ich ziehe es neuerdings vor, nur in homäophatischen Dosen (also 0,1er Dosen, hohe Dosen machen ja abhängig...) Artikel zu veröffentlichen, da ich beruflich am Rad drehe und trotzdem umfrangreiche Qualitätsartikel liefern will.

Fangen wir also mit dem an, was potenziell die Meisten interessiert...

 

Wie zum Geier kann jemand, der kein Reicher ist und gerade mal eine Glühbirne wechseln kann, W220 im Alltag fahren (UND DANN NOCH DIE VERMURKSTE ERSTSERIE?

 

RostFREI!!!RostFREI!!!Gut, die Anschaffung war schwachsinnig. Ich wollte schon immer einen frühen W220, am besten aus 1998/1999, wie man hier nachlesen kann.

Dummerweise war ich gerade stralle wie sonstwas, als ein Bekannter anrief und "ey yo Crille, willste meinen Hobel haben?" durchs Telefon brüllte. Was er nicht wusste, aber einer Veräußerung sehr zuträglich war: Vor lauter Geiern bestellte ich kurz zuvor einen W220 Prospekt, den ich lechzend durchblätterte...

 

Der Anfang ist bereits beschrieben. Aber was kam dann?

 

Nun, viel Fahrfreude! Früher habe ich Gift und Galle gespuckt, wenn ich im Stau stand. Im W220 war das eigentlich kein Problem. Zu sehr genoss ich den Komfort, die Massage, die Isolation, Mozarts geniale Werke. Das Gefühl, ein Boss zu sein, ermöglicht auch der verrissene W220. Siehe voriger Artikel...

 

Was ist denn nun mit den Reparaturen?

Mon dieu, mit den Rechnungen kann ich mein Wohnzimmer tapezieren.

- Luftfederung! AAAAAHHHH! (zum Glück kein ABC!). Bilstein-Federbein: Pro Stück 600 Euro aufwärts.

- Kompressor von Miessler mit 250 eher billig (Yeeeehhhaaawww!)

 

Damit wäre EINE Achillesferse beseitigt.

Dummerweise hat der Kahn ein Zweite: Rechts kurz vor der Spritzwand ist ein Gummiplastikgitter, dass gerne reißt und bricht. Das ist aber gar nicht das eigentliche Problem. Denn darunter befindet sich ein viel zu kleiner Ablauf, der sich gerne zusetzt. Besonders emfpäglich ist der (sorry...) Scheiß! für nasses, sich herzallerliebst verklumpendes Laub. Ist der Kanal dicht, steht einige Wochen später das Wasser in allen relevanten Steuergeräten.

 

7000 Euro!!!!

Das kostet neuer Ersatz im Worst Case. Mit Einbau, immerhin. Beim freien MB-Spezialist inklusive Hauptkabelbaum. Allerdings sind die ganzen Billigclipse, die Ab- und Anbau nicht überleben, da nicht einkalkuliert Rechnungen für Kleinmaterial (Clip und Hülse pro Stück für 10 Euro (!)) zerknüllt und vergisst man am Besten umgehend. An alle W220-Besitzer: Reißt das scheiß Bröselgitter runter und macht da sauber. Bitte! Wenn das Wasser sogar den Innenraumteppich befeuchtet, dann ist so ziemlich jedes Steuergerät beim Teufel. Sitze fahren irritiert vor und zurück, das Lenkrad spaltet einem während der Fahrt bei 240 Km/h die Knie, weil es unbeiirt runter fährt und das COMAND wechselt mit Begeisterung alle CDs durch und spielt sie rückwärts ab. Klingt dreimal so unterhalsam wie es wirklich war, wenn man zahlungsverantwortlicher Eigentümer des Irrenhauses ist.

 

Interessant wird es auch, wenn der Tacho dunkel wird. Schuld ist ein Trafo im Kombiinstrument. Kostet einen Hunni und alles leuchtet wieder in dem herrlich zeitgeistigen Halbdigital-Segmenttacho.

 

Motor und Getriebe

 

Kraftvoll. Noch "alte neue" ScheinwerferKraftvoll. Noch "alte neue" ScheinwerferDie V8 sind herrlich simple Bauernmotoren. Ja gut. Vollalu. Aber nur eine Nockenwelle pro Bank und kein Versteller. Stattdessen fahren die Aggregate variablen Ansaugtrakt und Doppelzündung wie ein Alfa Romeo auf. Bis auf den ätzenden Wechsel (16 Stück, und bei der letzen Bank arbeitet man mit Zange und Schraubenzieher, mit der Zange nimmste das Zündkabel und hebelst es mit dem Zieher vorsichtig runter...) geht das auch. Billiger meint in dem Fall auch billiger zu reparieren. Den Motortod starb kaum ein W220. Außer meiner.

 

 

 

 

Die Kurbelgehäuseentlüftung hat Abäufe, die bis zum Modelljahr 2001 unterdimensioniert waren, d.h. sie setzen sich schnell zu, was sich in abstrusem Ölverbrauch und beißendem Brandgeruch aus dem rechten Radkasten äußert. Ich schob das auf den Airmatickompressor, der irgendwo da saß und lustigerweise tatsächlich defekt war, und fuhr weiter. Nun ist mein S55 inzwischen zum S430 degradiert, da Nicht-AMG-Ersatzmotoren für den W220 sehr günstig und leicht zu bekommen sind. Zudem zeigt die verbaute Airmatic, dass das nie ein AMG ab Werk war (S55 ab 1999 hatte immer das ABC-Fahrwerk, dass das "Besitzer VERNICHTEN" besser drauf hatte als jede Airmatic, siehe letzer Artikel).

 

Mercedes merkte wohl, dass man da einen Konstruktionsfehler beging, denn zum Modelljahr 2001 waren die Bohrungen ausreichend groß und derartige Verkokungen traten nicht mehr auf.

 

Das Getriebe ruckte die Gänge irgendwann recht hart rein, was dazu führte, dass eine Tim-Eckart-Spülung in Auftrag gegeben wurde. Das half zum Teil.

Die altehrwürdige 5G-Tronic kann man dann noch resetten, was folgendermaßen geht:

 

- Schlüssel auf Pos. 1 drehen

- Gaspedal voll durchlatschen

- Schlüssel auf Null, nicht abzihen

- Pedal lupfen

- drei Minuten warten.

 

Fertig generalüberholt!Fertig generalüberholt!Das wirkt Wunder, weil der Eimer schon hochintelligent ist und sich auf den Fahrer einstellt. Fährst du wie Oma Waltraud, schaltet der Automat schon hoch, bevor du deine Rheumapille genommen hast. Wenn man dann mal flott sein will, verschaltet sich das völlig irritierte Getriebe oft und hart, was irrtümlich einen Getriebedefekt vermuten lässt.

 

Ein paar Schläuche und Leitungen sollte jeder Besitzer erneuern. Das sind (MB-Teilenummer):

 

 

 

 

1121590180

1121590080

1120180482

1120120382

1120180182

1120180282

1120180209.

 

Der Wagen läuft ruhiger und verbraucht weniger. Dankt es mir später.

Vibriert der Wählhebel immer noch, hilft zumeist ein Tausch der Motorlager. Das ist nicht irgendein Gummi wie bei Brot-und-Butter-Kisten, sondern Hydrolager. Teilekosten: 200 Euro. Einbau: Über 500...

 

Haptik

 

Klar knarzt und klappert der Eimer wie ein alter Opel. Eine Fahrt über die Bordsteinkante dirigiert ein ganzes Orchester. Dennoch darf man nicht vergessen, dass die ersten Exemplare über 20 Jahre alt sind und Laufleistungen unter 200.000 Kilometern eigentlich nicht mehr anzutreffen sind. Drum lehne ich mich in den (gottlob noch funktionierenden) Multikontur-Massagesitz zurück und genieße die Symphonie in Hartplastik.

Richtig übel ist aber der &Q§$/Q§$§!!!!! Softlack. Abgeschmirgelte Lenkradtasten, gerissenes Holz und abfallende Schalter sind ja bereits Usus. Aber der Innentürgriff (nicht der Griff zum Öffnen, sondern die Verkleidung um den Zuziehgriff) ist lederimitierendes Gummiplastik, das abblättert und widerlich anzufassende Klebstoffreste offenbart. Ich bin gerade dabei, die Ersatzteilnummer und Verfügbarkeit zu prüfen.

Ansonsten lässt sich nicht viel monieren. Das Leder duftet und wirft kaum Falten, nach Reinigung mit der groben Schwammseite zerfieselt der Dachhimmel nicht, und bis auf ein wenig Knarzen aus dem Gebälk hält alles so, wie man es von einem 20 Jahre alten Auto der gehobenen Klasse wünscht. Das sind eben keine Neuwagen.

 

Rost

Eieiei. Davor kann ich mich wirklich nicht drücken.

Zuerst: Der Wagen hatte über 20 Jahre KEINE Instandsetzung. Das bedeutet, dass der Wagen überhaupt noch ohne Handfeger da steht, ist ein Qualitätsindiz. Das bedeutet auch: Jetzt war garantiert was dran. Folgene Baustellen waren zu erledigen:

 

- Schweller

- Türunterkanten

- Radläufe

- Kotflügel

- Kofferraumdeckel.

 

Zur Ehrenrettung meines Wagens muss ich sagen, dass nur der linke Schweller durch war, in dem sich durch einen verstopften Ablauf Salz und Modder sammelte. Trotzdem teuer, wenn man es fachmännisch gemacht haben möchte. Jetzt ist der Kübel fast rostfrei und ich überlege mir zweimal, ob ich Pfandflaschen wegwerfe.

Andererseits: In KEINEM Hohlraum war noch Wachs zu sehen (falls jemals welches drin war). Geiz ist geil! Bzw. war geil.... Jetzt ist es irgendwie ungeil und verflucht teuer.

 

Sonstige Reparaturen

Gern setze ich das Fahrzeug konsequent in den Urzustand zurück. Das heißt: Spiegeleischeinwerfer und originale Rückleuchten. Letzeres ist plug and play. Vorne wird's kniffliger: Ich hatte Klarglas-Faceliftlampen. Die originalen (neu beim Freundlichen 500 pro Stück) passten nicht. Dumm nur, wenn man 14 Tage verstreichen lässt, eh man den Umbau wagt, aber egal.

Jedenfalls haben Vorfacelift und Facelift andere Halterungen und Stecker. Und die bislang verbauten Faceliftscheinwerfer waren nicht nur trübe (das pöse,pöse Polieren würde ich natürlich NIIIIIEEE tun), sondern die Reflektorfolie blätterte ab. Autsch, das ist ne S-Klasse, verdammt...

Also Faceliftteile für denselben Preis bestellt und sie passten. Da war jemand so gründlich und hat mal Anschlüsse und Halterungen konsequent umgearbeitet. Nagut, ist eben so.

 

Ansonsten außer Schläuchen/Leitungen, Airmatic, Motor und Rost eigentlich nicht viel. Der Hobel lief 60.000 Kilometer in einem Jahr und hatte nur zwei Pannen. Die waren aber kurios.

 

Der Wagen hatte beim Kauf Walzen wie ein Bus. Und war tiefer gelegt. Dabei "verarscht" man das Luftfahrwerk mittels anderer Koppelstangen und schon biste tiefer. Damit die riesigen 20-Zoll-Walzen passten, riss man kurzerhand die Radhausschalen raus.

Auf einmal blieb der Mistkübel dann liegen. Der ADAC-Mann und die Mercedes-Niederlassung erklärten später Folgendes:

Durch die fehlende Radhausschale hinten setze sich die Tankentlüftung zu. Aus Sicherheitsgründen ist der Tank aus ultraflexiblem Kunststoff. Durch die fehlenden Entlüftung verformte sich der Tank so gravierend, dass die Pumpe größte Mühe hatte, den Kraftstoff anzusaugen und letztendlich den Geist aufgab.

Da soll noch mal einer behaupten, Benz fahren ist langweilig.

 

Die zweite war nicht minder spektakulär: Schon tagelang klang das Auto im Parkhaus, wenn die Betonwand die Geräusche wirkungsvoll reflektierte, gruselig. Krrrckkk,krrrckkk,jauuuuuuuullll,krrrrrckkkkk,iiiiiuuuuuuuuu,...

Kurzgesagt: Da ist doch was kaputt. Aber ich war eine Woche später eh zum Service terminiert. So lange wird es wohl halten...

Dann auf der Autobahn machte es BAMM und ich rollte aus. Die Spannrolle des Keilriemens flog nach viel zu viel Spiel ab und riss dabei ein Loch in den Kühler. Gut, das hätte ich verhindern können. Da ist mehr mein Geiz als der Wagen schuld.

 

Ich berichte weiter. Im Übrigen bin ich - auch wenn dieser zugegebenermaßen frustrierte Artikel, der mir ein Bedürfnis war, das Gegenteil impliziert- sehr glücklich mit dem Wagen, wenn er fährt.

 

Schnell, liegt wie ein Brett, ultrakomfortabel und sieht zumindest in der Pornofarbe echt schick aus. Mehr kann man von einem Gebrauchtwagen unter 10.000 Euro nicht erwarten. Zumal mir von Beginn an klar war, dass das aus Sicht der Unterhaltskosten ein Schuss in den Ofen wird. Nun ist der Kübel durchrepariert und tut täglich seinen klaglosen und angenehmen Dienst. Doch der Weg dahin... ja, das muss man wirklich wollen und ein verstrahlter Fan des schlechtesten besten Autos aller Zeiten sein.

 

Wer jetzt noch an Fakten interessiert ist: Ich habe die Dauer von Reparaturen (z.B. eine Rostkur hält sieben Jahre) mal auf 12 Jahre umgerechnet, Pro Jahr lässt sich, wenn man den Wagen 5 Jahre fährt, der Wagen mit Reparaturkosten von 2.000 Euro realistisch unterhalten. Allerdings plus Steuer, Versicherung und Benzin.

 

WEIST MICH EIN, ICH WÜRDE ES WIEDER TUN, JETZT WO DIE MÜHLE EINFACH LÄUFT UND SPAß MACHT!

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02.10.2019 08:04    |    Dynamix

Ich werde aus dem Artikel nicht so ganz schlau. Hattest du all die beschriebenen Probleme jetzt oder war das jetzt eine verkappte Kaufberatung?

 

Deine Rechnung am Ende hab ich auch nicht ganz verstanden. Reparaturen auf 12 Jahre verteilen aber dann auf 5 umrechnen?! Klingt nach Milchmädchenrechnung, kann natürlich auch einfach sein das ich nicht so ganz verstanden habe was du mit der Kostenaufstellung sagen willst.

 

Ich persönlich rechne einfach die Kosten die ich in der Haltedauer hatte auf selbige um. So komme ich dann eben auf meinen Durchschnittswert. Klar ist das blöd wenn so eine große Reparatur den schönen, akzeptablen Langzeitschnitt bei den Kosten völlig ruiniert aber so ist das nun einmal. Bis zu dem Punkt an dem ich mir einige kostspielige Reparaturen gegönnt habe lag ich bei meinem V8 auch bei unter 2000€ pro Jahr und da war Versicherung und Steuer schon mit drin und da lief der noch nicht auf einer günstigen Youngtimerversicherung.


02.10.2019 08:25    |    Goify

Wenn ich das lese, wäre ein E46 Touring aber das kleinere Übel gewesen - mit großem Abstand. Sind mittlerweile beides defektanfällige Gurken, aber beim Mercedes werden manche Teile sehr sorgsam und eingehend mit Gold aufgewogen. Da ist man immer wieder überrascht, wenn einem der Teileonkel den Nettopreis nennt. Oft ist manches recht günstig und andere Teile sind nicht nachvollziehbar teuer, weil ich angeblich der erste sei, der sie bestellen würde. Muss wohl bei deinem W220 auch so sein, denn welcher Mensch in Deutschland repariert den Wagen so weit durch, dass er sich zumindest so gut wie ein zehn Jahre alter Passat fährt.


02.10.2019 08:26    |    VincentVEGA_

Zitat:

Ich werde aus dem Artikel nicht so ganz schlau. Hattest du all die beschriebenen Probleme jetzt oder war das jetzt eine verkappte Kaufberatung?

Das ist ein Erfahrungsbericht der Probleme, die ich mit dem Wagen hatte. Das einzige was nicht zutraf ist der "7000 Euro Worst Case", da einige Steuergeräte gerettet werden konnten und nach professioneller Trocknung wieder funktionierten. Trotzdem ein aufwendiger Spaß, wenn man bedenkt, dass man einfach nur einen Ablauf hätte reinigen müssen. Wäre der Wasserschaden nicht gewesen, dann wäre die Elektronik unterm Strich sogar sehr zuverlässig gewesen, wenn man bedenkt, was die Karren so für Probleme machen können.

 

Zitat:

Deine Rechnung am Ende hab ich auch nicht ganz verstanden. Reparaturen auf 12 Jahre verteilen aber dann auf 5 umrechnen?! Klingt nach Milchmädchenrechnung, kann natürlich auch einfach sein das ich nicht so ganz verstanden habe was du mit der Kostenaufstellung sagen willst.

Na ja, ich habe einfach geschaut, was hat es mich jetzt gekostet den Wagen in sehr guten technischen und schönen optischen Zustand zu bringen. So einen Aufwand fernab jeder Wirtschaftlichkeit treibe ich ja nicht, um den Wagen dann direkt wieder zu verkaufen, es sei denn, ich habe etwas zu verschenken. Ich kalkuliere, dass der Wagen damit die nächsten 5 Jahre zuverlässig funktioniert.

Wenn ich etwas Verschleiß mit einrechne, komme ich dann auf die genannte Summe. Da sind Extreme wie z.B. ein kapitaler Motorschaden aber gar nicht drin, weil das eher unwahrscheinlich ist und Fehlkäufe von Ersatzteilen habe ich da auch herausgestrichen.

 

Zitat:

Bis zu dem Punkt an dem ich mir einige kostspielige Reparaturen gegönnt habe lag ich bei meinem V8 auch bei unter 2000€ pro Jahr und da war Versicherung und Steuer schon mit drin und da lief der noch nicht auf einer günstigen Youngtimerversicherung.

Ich würde mal ins Blaue behaupten, dass ein später Chevrolet Caprice auch deutlich zuverlässiger als ein 220er Mercedes ist, wenn man sich keine Luden-Bastelbude bzw. einen Blender anlacht. Die Teilepreise nehmen sich vermutlich nicht viel, da Verschleißteile für den W220 oft überraschend günstig sind (Radlager 20 Euro, Keilriemen 25 Euro, Umlenkrolle 10 Euro, 16 Zündkerzen (Platin) 200 Euro, um ein paar Beispiele zu nennen) und man auf der anderen Seite an GM-Teile günstig und vor allem zügig kommt, wenn man wie du von Marke und Modell versiert ist und Quellen kennt.

Der Caprice im Vergleich zur S-Klasse ist eben überspitzt gesagt wie ein alter Schraubendreher gegen ein Victorinox XAVT. Hat beides seinen Charme.


02.10.2019 08:33    |    VincentVEGA_

@Goify In der Tat. Manches werfen sie einem quasi über den Tresen hinterher, anderes an sich völlig wertloses Zeug (aus Sicht der tatsächlichen Herstellungskosten) muss mit einem Kilo Gold, zwei Stücken vom Bernsteinzimmer und Jungfrauenblut bezahlt werden.


02.10.2019 08:44    |    Goify

Darf ich mal in meine Glaskugel schauen? Ich wünsche dir natürlich, dass das "durchreparierte" Fahrzeug lang zuverlässig fährt, aber sonderlich wahrscheinlich ist das nicht und du weißt das auch. Wenn er läuft, ein toller Wagen, aber wenn nicht, hast du hoffentlich genügend mit deinen 60.000 km Fahrt verdient, um die Rechnungen begleichen zu können.

Wieso fährst du überhaupt so viel? Beruflich? Wieso kein in Summe günstigerer geleaster Passat mit DCC? Der liegt dann auch schön satt und sanft gefedert auf der Straße. ACC, also Distronic, hat er auch wie die S-Klasse. Oder meinetwegen das Tschechische Pendant mit etwas Oberklasse-Flair.


02.10.2019 08:55    |    Dynamix

Zitat:

Das einzige was nicht zutraf ist der "7000 Euro Worst Case"

Genau das war jetzt der Punkt in deiner Aufstellung bei dem ich nicht ganz sicher war ob es dich jetzt tatsächlich betroffen hat oder ob du das Gitter rechtzeitig sauber gemacht hattest. Okay, so ist es verständlicher.

 

Zitat:

Na ja, ich habe einfach geschaut, was hat es mich jetzt gekostet den Wagen in sehr guten technischen und schönen optischen Zustand zu bringen. So einen Aufwand fernab jeder Wirtschaftlichkeit treibe ich ja nicht, um den Wagen dann direkt wieder zu verkaufen, es sei denn, ich habe etwas zu verschenken. Ich kalkuliere, dass der Wagen damit die nächsten 5 Jahre zuverlässig funktioniert.

 

Wenn ich etwas Verschleiß mit einrechne, komme ich dann auf die genannte Summe.

Wäre mir persönlich viel zu kompliziert, gerade weil ich gelernt habe das man Reparaturen oftmals gar nicht vorhersehen kann. Klar, wenn was Geräusche macht schon aber sonst? Es gibt Jahre da kommt gefühlt alles auf einmal und es gibt Jahre da passiert gar nichts. Im Sheriff stecken gegen Ende des Jahres auf die letzten 2 Jahre gerechnet auch mal locker ein mittlerer 4 stelliger Betrag. Gut, nicht alles davon war akut aber es ist ein Hobby und da hat man dann zwar mehr Zeit aber auch einen anderen Anspruch als beim Daily. Dafür hatte ich beim Blauen die letzten 2 Jahre bis auf Kleinkram wirklich keine außerplanmäßigen Reparaturen. Ne 10€ Lambdasonde, ein Satz Lautsprecher für 70€, ne Antenne die ich eh schon 3 Jahre herumliegen hatte und die Konservierung der Schweller die ich selber gemacht hatte. Das wars! Wobei mich da in Zukunft die Überholung der Vorderachse noch erwartet aber das Thema ist mit gut 2000€ erledigt. Klar, ne ganze menge Geld aber ich denke bei vielen anderen Autos und gerade bei einer S-Klasse bist du für den gleichen Spaß in der Fachwerkstatt gerne auch das doppelte bis dreifache davon los.

 

Zitat:

Ich würde mal ins Blaue behaupten, dass ein später Chevrolet Caprice auch deutlich zuverlässiger als ein 220er Mercedes ist, wenn man sich keine Luden-Bastelbude bzw. einen Blender anlacht. Die Teilepreise nehmen sich vermutlich nicht viel, da Verschleißteile für den W220 oft überraschend günstig sind (Radlager 20 Euro, Keilriemen 25 Euro, Umlenkrolle 10 Euro, 16 Zündkerzen (Platin) 200 Euro, um ein paar Beispiele zu nennen) und man auf der anderen Seite an GM-Teile günstig und vor allem zügig kommt, wenn man wie du von Marke und Modell versiert ist und Quellen kennt.

Wenn man einen erwischt der nicht total heruntergewirtschaftet ist dann ja. Aber auch in einen Caprice kann man genug Kohle versenken wie zwei Kumpels von mir schmerzhaft lernen mussten. Das passiert dann aber eben wenn die Vorbesitzer mit den Autos nicht gut umgehen und das tun Sie bei diesen Autos häufig. Da werden Reparaturen vermurkst oder gleich ganz verschlampt. Die Lenkung hat 3 Meter Spiel? Das muss so, ist ja so ein schwammiger Amerikaner :rolleyes: Die Bremsen taugen nichts? Ach das hält schon und wenns doch mal neu muss greifen wir einfach zum billigsten Schrott. Das Fahrwerk hat Seitenneigung wie ein Öltanker in einem Orkan? Das Fahrwerk ist doch erst 50 Jahre alt, dass muss nochmal so lange halten bevor es getauscht wird. Das ist eine Mentalität die sich die deutsche US-Car Szene scheinbar von den Amerikanern abgeschaut hat. Allein was wir beim Sheriff jetzt schon erlebt haben. Den Großteil der Zündungskomponenten hat man 26 Jahre lang nicht angerührt. Die Zündspule hatte ein Produktions datum von 1991! Das Zündmodul eins von 1993! Das waren noch die allerersten Teile. Hat nie jemand turnusmäßig gewartet........

 

Die Stoßdämpfer waren mit das billigste was man kriegen konnte. Der gesunde Menschenverstand sollte einem schon sagen das ein Stoßdämpfer der für gerade mal 15€ verkauft wird nicht viel taugen kann was Performance und Qualität angeht. Den Unterschied zwischen den billigen Dingern und den jetzt verbauten KYB Dämpfern kann in Lichtjahren gemessen werden und selbst die haben jetzt nicht die Welt gekostet. Gehören aber bei den OEM Ersatzteilen eben zu den teureren.

 

Gleiches bei den Bremsen, die tun es zwar aber man hat ständig das Gefühl das die Dinger verglast sind. Da kann aber niemand nachvollziehen was da verbaut wurde bis auf denjenigen der es verbrochen hat. Kommt aber demnächst mal neu incl. der passenden Police Package Beläge. Danach sollte der Kahn vergleichsweise brutal ankern. Aber von Pfusch von Vorbesitzern kannst du ein Lied singen ;)

 

Die Autos fahren sich durchaus anständig wenn man da nicht an jedem Scheiß sparen würde oder sich an Reparaturen traut von denen man keine Ahnung hat und es am Ende schlimmer macht.

 

Ersatzteilpreise sind so eine zweischneidige Angelegenheit. Die Teile wären wirklich obszön günstig wenn eben Vater Staat in Form von Zoll und Steuern nicht noch so zulangen würde. Da verdoppelt sich der Teilepreis je nachdem schnell mal wenn man alles zusammenrechnet. Wobei das meiste dann immer noch deutlich günstiger ist als bei anderen Herstellern. Da gibt es Teile wie die originalen Niveaudämpfer die ich damals für 110€ mit allem bekommen hatte die dann bei Mercedes mal eben das 7 fache kosten. Dann gibt es so Teile wie den Klimakompressor oder die E-Antenne für die mal gerne jeweils 250€ mit allem fällig werden.


02.10.2019 09:06    |    Goify

Ich denke, das kommt wohl auf den Anspruch drauf an. Reicht es einem, wenn ein Auto noch fährt und die HU besteht oder will man ansatzweise den Komfort und das Fahrverhalten weiterhin haben, was der Wagen mal hatte, als er drei Jahre alt war. Dann wird es, wenn man ehrlich ist, schon etwas kostspielig, weil eben alles verschleißt und manches auch einfach so kaputt geht.


02.10.2019 09:15    |    Dynamix

Naja, in nicht seltenen Fällen kollidiert "Fährt noch" mit "Hu bestehen" auf ziemlich heftige Art und Weise :D


02.10.2019 09:22    |    PIPD black

Es findet sich doch immer ne Werke, die solche Kisten gegen kleine Gebühr über den TÜV bringen.


02.10.2019 09:26    |    Goify

Außer der 220er hängt hinten rechts durch. Da ist oft nicht viel mit kleiner Gebühr, sondern Federbeintausch angesagt. Das ist allerdings ein Kinderspiel, da man keinen Federspanner braucht und nur 4 Schrauben lösen muss.


02.10.2019 09:30    |    PIPD black

Dass man solchen offensichtlichen Sachen wohl behebt, sollte klar sein. Da klebt niemand seine so Plakette drauf.

Wir hatten auch mal nen durchgefaulten Fiesta. 2x hat er sein Siegel bekommen, beim 3. mal haben wir selbst die Reißleine gezogen, weil dann 2 Kinder mitfuhren und nach Aussage der Werkstatt nur noch der Lack die Karre zusammenhielt. Äußerlich und augenscheinlich war dem Eimer aber nix anzusehen, außer der übliche Rost an hinteren Radläufen und Tankdeckel.


02.10.2019 09:32    |    Dynamix

Federn sind zum Glück das letzte worum ich mir bei den Autos einen Kopf machen muss. Die sind so überdimensioniert das die nach Jahrzehnten immer noch besser sind als alles was der Aftermarket so zu bieten hat. Mir wurde vom Tausch abgeraten das es nach einem Tausch durchaus vorkommen kann der der Wagen danach 12 mal höher steht als ab Werk vorgesehen oder man plötzlich ständig bergauf fährt weil die Federn vorne höher sind als hinten.


02.10.2019 10:36    |    dodo32

Guter Artikel! Der Autor hat Humor :D

 

Ich konnte nur nicht herauslesen, was die ganze Aktion bislang gekostet hat? :confused:


02.10.2019 10:55    |    PIPD black

Hat er doch hier in den Kommentaren geschrieben:

 

Zitat:

Kilo Gold, zwei Stücken vom Bernsteinzimmer und Jungfrauenblut bezahlt werden.

:D:D:D


02.10.2019 11:20    |    Dynamix

Ach, dass ist noch gar nix. Wenn man gut informierten Quellen glauben darf muss ich meinem Auto damit es überhaupt startet Gold, Dublonen, gefangene Jungfern und mindestens 200 Liter Sprit und Öl opfern :D


02.10.2019 11:25    |    Goify

Dynamix, tankst du eig. amerikanischen Sprit? Ich schütte in meinen Mercedes nur deutschen Kraftstoff von Minol. ;)


02.10.2019 11:30    |    Dynamix

Na klar, mir kommen nur beste und handgezapfte Kraftstoffe von Chevron, Sunoco und 76 ins Auto ;)


02.10.2019 15:33    |    BMWTordi

Zum Verständniss. Du hast den als S55 AMG gekauft, tausende euros investiert, einen Motorschaden gehabt, einen 430er Motor verbaut und dann festgestellt, dass der original garkein AMG war?

 

Vielleicht können wir uns ja mal bei dir im Garten treffen und ein bisschen Bargeld verbrennen..:)

 

Aber schön ist der W220 (im originalen Zustand). Eine richtige Burg!


02.10.2019 15:35    |    Dynamix

Der Part war mir auch etwas unklar. Gerade wenn ich so ein Auto kaufe sehe ich doch zu das ich anhand der VIN ein paar Details zur Ausstattung bekomme. Meines Wissens geht das bei Mercedes sogar ziemlich gut.


02.10.2019 15:47    |    Goify

Warte mal, den S55 gibt es laut Wikipedia erst seit 4/99 und deiner ist EZ 3/99. Dann kann das doch nur ein nachträglicher Umbau sein.

Allerdings gab es den AMG anfangs auch nur mit Airmatic und auf Wunsch mit ABC-Fahrwerk.

 

Klopf doch mal deine VIN in eine einschlägige Seite und schaue mal, was da so rauskommt.


02.10.2019 15:48    |    PIPD black

Zitat:

Dummerweise war ich gerade stralle wie sonstwas, als ein Bekannter anrief und "ey yo Crille, willste meinen Hobel haben?" durchs Telefon brüllte.

Bei derart Geschäftsanbahnung schaut man doch nicht genau hin, da kauft man ungesehen die Katze im Sack.:p

 

Aber paßt ja auch zu unserem Vince.:D


02.10.2019 15:50    |    Goify

Wenigstens hat er Spaß im Leben und sieht manches wesentlich lockerer als ich. Ich mache mir viel mehr Sorgen und kann so lange abwägen, bis ich 20 Jahre älter bin und es keinen brauchbaren W220 mehr gibt.


02.10.2019 15:51    |    PIPD black

Jo, man kann es sich auch zu Tode überlegen.;)


02.10.2019 15:54    |    PIPD black

Bei der km-Leistung hätte ich viel eher den Firmenwagen genommen, als meine private Kohle so zu verheizen. Als Hobby kann man das ja machen aber als Daily-Driver wäre mir das nix, egal wie zuverlässig der Karren an sich ist.


02.10.2019 16:27    |    Dynamix

Muss jeder für sich selber rechnen. Nicht immer lohnt sich der Firmenwagen finanziell. Es gibt auch Leute die da im Vergleich zur privaten Anschaffung drauflegen oder soviel gar nicht für ein Auto ausgeben wollen. Haben da schon Leute gehabt die lieber das Geld bei der Gehaltsumwandlung gespart haben und sich für den Weg zur Arbeit nen gebrauchten Kompakten geholt haben.


02.10.2019 16:28    |    woife199

Der Blog ist schön geschrieben.

 

Jedoch halte ich den Kommentar:

 

"Na ja, ich habe einfach geschaut, was hat es mich jetzt gekostet den Wagen in sehr guten technischen und schönen optischen Zustand zu bringen. So einen Aufwand fernab jeder Wirtschaftlichkeit treibe ich ja nicht, um den Wagen dann direkt wieder zu verkaufen, es sei denn, ich habe etwas zu verschenken. Ich kalkuliere, dass der Wagen damit die nächsten 5 Jahre zuverlässig funktioniert."

 

für sehr unwahrscheinlich. Du wirst in den nächsten 5 Jahren mit Sicherheit einen größeren Defekt, bzw. größerer Reparatur haben. Das Fahrzeug ist 20 Jahre und hat wieviel km? 200.000 km?

Wie bei jeden anderen Fahrzeug jeder anderen Marke auch.

 

Ist auch überhaupt nicht schlimm wenn man Spaß am Fahrzeug hat.


02.10.2019 18:26    |    PIPD black

Ist klar Dynamix. Aber die kaufen keinen 20 Jahre kalten Kompakten für ne jährliche Fahrleistung größer 40 tkm. Und wenn doch, dann sind das reine Verbrauchsautos. Dafür ist dieser Benz aber zu teuer.

 

Wenn man die hiesige Kalkulation sieht, ist ein Firmenwagen mit Sicherheit günstiger. Selbst wenn der Arbeitgeber keine Fahrtenbuchmethode mitmacht, kann man diese spätestens bei der Steuererklärung geltend machen. Viele Privatfahrten fallen da sicher nicht mehr an.


02.10.2019 18:37    |    Dynamix

War jetzt auch nicht konkret auf diesen Fall bezogen. Das muss wie gesagt jeder für sich selber rechnen aber in dem folgenden Punkt gebe ich dir Recht:

 

Es gibt mir Sicherheit hunderte Modelle die bei der Fahrleistung und dem Budget besser taugen als ein 20 Jahre alter W220.


02.10.2019 18:40    |    Goify

Ein Phaeton. :D


02.10.2019 18:57    |    Dynamix

Genau, gerade das Auto bei dem die VW Werkstatt den doppelten Stundensatz verlangt :D

 

Dagegen dürfte der Stundensatz bei Mercedes noch human sein ;)


02.10.2019 23:22    |    joker0222

Habe den Artikel mit Genuss gelesen. Übrigens Glückwunsch: Der wurde mir auf Google News angezeigt.

 

Ich komme mir jetzt nicht mehr so allein vor, nachdem ich selbst einen W220 VorMopf aus einer Laune heraus gekauft habe und dafür mehrmals für vollkommen verrückt erklärt wurde. Besonders wenn ich zudem noch sage, dass mir der VorMopf besser gefällt als der Mopf.

Bin allerdings froh, denn außer defektem Softclose an der Fahrertür und defekter Massage habe ich keines dieser Probleme.


03.10.2019 11:08    |    arnoldiene

Ich kann mich Goify nur anschliessen, bin auch vom w220 zum Phaeton gewechselt,

Airmatic und Rost sei Dank:D


04.10.2019 11:42    |    Digger-NRG

Wow ein leidensfähiger Benz-Fan :D

 

Krass, ich hätte die Reißleine gezogen. Das wäre mir definitiv zu viel Geld gewesen - zumal ja bekanntlich Mercedes hinsichtlich Rost auch lange keine Hausaufgaben gemacht hat. Wenigstens bei der S-Klasse hätten sie machen können.

 

Ich freue mich für dich, dass du nun Spaß hast. Ich kann das nachvollziehen - mir gehts mit meinem Passat genauso. Nur, dass er lange nicht so viel Geld verschlingt und als moderneres Fahrzeug auch nicht unkomfortabler ist - nur eben langsamer :D

 

Alles Gute!


05.10.2019 00:23    |    Tagessuppe

Was kostet 7000€?

Welchen Motor hat er denn nu?

Und welche Farbe?

Der Bericht stellt mehr fragen als er beantwortet.


05.10.2019 09:22    |    MB-Youngtimer

Schöner Artikel, Glückwunsch. Ich war in den letzten Monaten auch auf der Suche nach einem guten W220 ... Habe mir vom S320 bis zum Biturbo-V12 alles angesehen. Und leider scheinen sich "gut" und "W220" nahezu auszuschließen. Bin letztlich auf den W221 umgeschwenkt und habe seit gut einer Woche einen S350 von 2006 mit lausiger Ausstattung und 265.000 km auf dem iridiumsilbernen Buckel. Da klappert nix, Rost gibt es nur an alten, nicht ausgebesserten Lackschäden.

 

Mein Fazit: Einen W220 sollte man nur kaufen, wenn man unbedingt einen W220 haben will. Der 221er hat auch Airmatic und viele störanfällige Elektronikspielereien, aber er fühlt sich einfach viel solider an. Und er rostet weniger. Umso schöner, wenn sich jemand um den Erhalt des W220 kümmert ;-)


06.10.2019 11:41    |    VincentVEGA_

Hui, da hat sich aber was in der Kommentarspalte gesammelt. Gehen wir es mal durch.

 

@Goify die FIN-Abfrage hat ergeben, dass das wirklich ein AMG war, obwohl er als S500 geführt wird. Der hat weder ABC, noch AMG-Schürzen (wohl aber ab Werk einen Dachspoiler - verrückt!) da die AMG-Teile alle für den S55 noch aufpreispflichtig waren (noch verrückter!). Der Daimler-Mann meinte, AMG hat die Vorfaceliftmodelle auf Basis des S500 gebaut. Daher kann es vereinzelt vorkommen, dass insbesondere sehr frühe AMG die der allerersten Serie entspringen, von einer Serien-S-Klasse nicht zu unterscheiden sind. Einen echten S55 der ersten Stunde erkennt man wohl an der 600er Bremsanlage, die ich drin habe (größere Scheiben hinten). Mein Produktionsdatum war 08/98 - muss also ein Testfahrzeug gewesen sein. Ich habe noch nicht mal DaimlerChrysler als Hersteller in Papieren und in der Plakette drin, sondern noch Daimler-Benz AG.

 

@Dynamix Ich gebe dir völlig recht, aus Sicht der Vernunft ist es Unsinn. Aber ich wollte genau dieses Auto schon immer haben und fahren. Wenn du nicht so ein Kopfmensch wärst, würdest du wahrscheinlich auch lieber den Mii verkaufen und täglich Caprice fahren :D

 

@woife199 Ich kann nicht leugnen, dass du wohl recht hast. Hoffen wir mal, dass der Wagen jetzt erstmal zuverlässig bleibt.

 

@arnoldiene Korrekt. Ich bin selbst schon Phaeton gefahren und dagegen fühlt sich ein W220 wie eine C-Klasse an. Aber die Unterhaltskosten liegen deutlich über dem Mercedes. Zudem kann man den Phaeton kaum als "preiswerteren" Sechszylinder kaufen da das Triebwerk völlig überfordert ist, wohingegen ein S320 mit der deutlich leichteren S-Klasse noch recht gut zurecht kommt.

 

@joker0222 Wenn man uns dafür einweist, kommen wir hoffentlich in die selbe Gummizelle. Aber ich schnarche :D Softclose habe ich bewusst gemieden, da ich das im Alltag eher lästig finde und das System auch nicht als zuverlässig bekannt ist (zumindest beim Fahrzeugalter von 15 Jahren aufwärts). Aber ja, der Mopf ist einfach sterbenslangweilig.

 

@Digger-NRG So stark wie ein "üblicher" W210 rosten nur sehr, sehr wenige W220. Aber ja, für ein Auto dieser Klasse ist die Rostanfälligkeit eine Frechheit. Das Problem ist, wenn ich den abgestoßen hätte, wäre auf dem Markt nichts Vernünftiges zu finden gewesen.

 

@Tagessuppe 7000 Euro kostet es geschätzt wenn der Ablauf volläuft und die Steuergeräte nen Schuss bekommen. Bei mir war es zum Glück nur knapp ein Drittel (Auto musste komplett zerlegt werden, Geräte getrocknet, nur zum Teil ersetzt). Inzwischen ist ein 430er drin und die Farbe ist der Sonderlack Almandinschwarz.

 

@MB-Youngtimer Eben das ist ja das Problem. Ich wollte keinen 221 Vormopf da ich die von außen gruselig finde und 221 Mopf waren mir zu teuer, zudem ich schon immer - allen Qualitätsmängeln zum Trotz - einen W220 der ersten Serie haben wollte, je früher, umso besser. Das ist auch der Grund warum ich meinen konsequent trotz aller Probleme weiter - ja man kann schon sagen teilrestauriert - habe. Zwei gute W220 habe ich gefunden, auch mit sehr wenig Kilometern, aber die lagen zwischen 9 und 15 TEuro. Gute bis sehr gute W220 heben sich preislich deutlich von der Masse der Verbrauchtexemplare ab, weil die Verkäufer eben auch darauf spekulieren dass niemand ein verlebtes Exemplar wieder herrichtet und das Angebot weiter schrumpft. Wenn ich in einen ziemlich guten für 5 nochmal 10 reinstecke, ist das Teil kernsaniert und hat viele Neuteile. Bei dem kaum benutzten für 15 schwebt dann noch das Schwert der Standschäden über mir.


06.10.2019 16:06    |    toki68

Da würde ich gerne auch was dazu sagen.Ich habe einen S320 Bj.99,also Vormopf mit 292000 km.Und er läuft und läuft und läuft.Jeden Tag zur Arbeit und zurück-70 km.Ein kleinen Rostansatz an einer Tür im Eck,ansonsten war bei meinem Vorgänger (Erstbesitzer und Chef einer großen Firma)mal der Kompressor für die Airmatic defekt,sonst alles gut.

@joker 0222: Nun hat es bei mir auch den Softclose Fahrertür erwischt.Damit geht auch die li.hintere Türe nicht und auch der Kofferraumdeckel,diese 3 hängen nämlich zusammen.Abhilfe:Rechts hinten beim Sam Fußraumbeleuchtung die Leuchte rausnehmen,dahinter ist ein kleiner Sicherungskasten.Die 3.Sicherung von links (gelb 10 A) kurz herausziehen und wieder einstecken,schon funzt das Ganze wieder.

Das Ganze kann aber nach drei Tagen wieder auftreten....Deshalb meine Frage an Dich:was hast Du genau gewechselt?

Das Türsteuergerät in der Türe oder was anderes?


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