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veni vidi vega

Mit einem Fiesta fing alles an, seitdem habe ich alle möglichen Autos sämtlicher Typen hier behandelt.

30.03.2019 23:53    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (22)    |   Stichworte: Benz-Limousinen, Mercedes, S-Klasse, W220

Servus (nach mal wieder langer Pause)!

 

Der zuletzt enorm störanfällige Fiesta ist weg, der billige alte Honda tut unermüdlich seinen Alltagsdienst, ein Oldtimer für schönes Wetter befindet sich in der professionellen Herrichtung durch einen Markenfachbetrieb - alles geregelt, oder?

 

Anscheinend nicht, sonst hätte ich nicht im Dezember den automobilen Suizid begangen und einen W220 gekauft - als dicken V8 in Vollausstattung.

Dass der W220 mich schon immer fasziniert hat, ist ja nichts neues.

Als wäre die Anschaffug einer solchen Kanzlertonne nicht schon verrückt, so schlug ich alles bessere Wissen (man sollte nur einen Sechszylinder nach der Modellpflege aus seriösen Besitz kaufen) mit Nachdruck in den Wind und kaufte:

 

- AMG

- erste Serie

- Fehlfarbe

- Kirmesbudentunig mit Keskin-Tiefbett-Chromfelgen, Chromspiegelkappen und Lorinser-Dachspoiler

- kein Scheckheft.

 

Wo kommt der denn her?Wo kommt der denn her?Ich erlag dann doch meiner Faszination für die Erstserie des W220. Ich vermute mal, es gibt viele User, die auch gerne das schlechteste beste Auto der Welt hätten, sich aufgrund des katastrophalen Rufes aber einfach nicht trauen. Für all jene und solche die sich einfach nur für die Baureihe interessieren, ist dieser Artikel gedacht. Auch weil Vormopf viel billiger zu bekommen sind als spätere Baujahre. Verstrahlte, die explizit die frühen Modelle wollen und den Mopf nicht aus Preisgründen schmähen - gibt es außer mir da wirklich noch andere?

 

 

 

 

DER ROST

Das ist der Grund Nr. 1, warum man sich eben keinen W220 anschafft. Das Schlimmste vorweg: Jeder 220 rostet. Wirklich jeder. Wer behauptet, ein rostFREIES (kein rostarmes) Exemplar zu besitzen, hat entweder Opas bestes Stück, ein Schönwetter-Sonntagsausflugswagen, taschentuchgepflegt mit 50.000 Kilometern auf der Uhr oder lügt. Ich war überrascht, dass es solche Hardcore-Opawagen wirklich noch immer gibt - in das Schema, wenn auch nicht ganz so übertrieben wie von mir eben dargestellt, fallen ab und an einige angebotene Exemplare - über die Jahre waren es in Mobile&Co. meist silberne S320 mit wenig PS, aber vielen Extras. Doch selbst da gab es teils üble Roster, obwohl der Wagen sonst absolut neuwertig aussah und tadellos fuhr.

 

Erhaben wie immer.Erhaben wie immer.Die gute Nachricht: Nach über 20 Jahren haben sich Spreu und Weizen getrennt. Der 220er schwankt stark in der Anfälligkeit, es gab stets sehr gepflegte Exemplare, die im Zeitraffer zerkrümelten und ungepflegte Zehnthand-Kiesplatzautos, die überraschend gute Substanz aufweisen. Was jetzt noch in gutem Zustand dasteht, wird dementsprechend wohl auch zukünftig einigermaßen wenig rosten - sonst würde das Auto schon längst blühen. Da diese Autos von innen nach außen rosten, sind großangelegte Rostkuren übrigens rausgeschmissenens Geld bei besonders anfälligen Autos, da man sie eigentlich alle 5-8 Jahre wiederholen muss. Dann lieber einen Wagen, der wenige wiederkehrende Problemstellen hat.

 

Das Ganze ist sogar so abstrus, dass man, sofern man einen extrem dauergammligen und technisch einwandfreien S600 hat und diesen dauerhaft erhalten will, es (und das meine ich wirklich ernst!) einfacher ist, einen rostarmen S320 lang zu kaufen und die gesamte Technik in die Ersatzkarosse zu verpflanzen.

 

 

 

 

 

DIE FEDERUNG

Grund Nummer zwei, sich keinen zu kaufen, ist die Federung - entweder die Luftfederung AIRMATIC bei den "Normalmodellen" oder die hydraulikunterstützte Stahlfederung vom ABC-Fahrwerk in S55 AMG und S600.

Man möchte ja meinen, dass das ABC-Fahrwerk einfacher zu warten ist als die Luftfederung. NEIN! FALSCH! HALT STOP!!!

Zwar ist die Federung die konventionelle Stahlversion, ABER das Hydrauliksystem, dass alle Karosseriebewegungen ausgleicht, ist dafür umso komplizierter und selbst für erfahrene Schrauber der Endgegner im Bosslevel. Es hat nicht nur mehr Sensoren als im ganzen Honda Accord verbaut sind und unzählige Leitungen, sondern muss auch noch regelmäßig aufwändig gewartet werden. Die Hydrauikflüssigkeit altert - aber die wenigsten Gebrauchtkäufer investieren das Geld in regelmäßige Spülung und Erneuerung.

Während das ABC-Fahrwerk im W221 als einigermaßen beherrschbar gilt, ist es im W220 die tickende Zeitbombe, die irrtümlich der Airmatic zugeschrieben wird. Die Leitungen haben nicht nur einen wilden Materialmix, sondern sind so verbaut, dass sie entweder gar nicht ohne Motorausbau zu erreichen sind oder kontinuierlich irgendwo scheuern. Im worst case ist beides der Fall. Und der Ersatz einer ABC-Federeinheit kostet über 2000 Euro pro Rad, da die Teile nicht aufarbeitbar sind und nur neu von MB verkauft werden.

 

Sch&§$§)$!!!!!Sch&§$§)$!!!!!Die Airmatic ist dagegen erstaunlich simpel gestrickt. Sie ist dem ABC-Fahrwerk beim Fahren deutlich unterlegen, im Vergleich zum ABC ist sie ziemlich träge, wenngleich beachtliche Kurventempi erreicht werden können und man über den Komfort jetzt nicht gerade klagen kann. Allerdings war ich in der Stadt schon recht enttäuscht. Kopfsteinpflaster, Gullideckel - der fliegende Teppich ist das nicht gerade, die Luftfederung wird umso besser, je schneller man fährt. Auf der Autobahn zum Beispiel kann mich die Airmatic wirklich vollumfäglich begeistern.

 

Was ist denn nun mit dem Defektrisiko? Die Federbälge altern - der Gummi wird spröde - die Luft entweicht. Im Gegensatz zum ABC-Fahrwerk kann man hier jedoch instand setzen. Der Gummibalg kostet pro Rad 50 Euro. Natürlich altern auch die Dämpfer, aber die schaffen tatsächlich 300.000 Kilometer, bis sie beginnen, stark nachzulassen. Die Federbälge sind nach 200.000 Kilometern meist im Eimer. Von daher ist das Ganze zumindest einmal aufarbeitbar bevor es neu muss. Airmaticdämpfer sind zudem nicht ganz so unbezahlbar wie fürs ABC, aber immernoch empfindlich teuer. ABC ist ein aktives Fahrwerk, Airmatic ein adaptives.

 

 

 

Folgeschäden sind bei der Airmatic aber eher begrenzt. Ist es irgendwo undicht, läuft der Kompressor heiß, irgendwann frisst sich der fest. Wobei Kompressoren auch nur 200.000 Kilometer halten, da sie eher unterdimensioniert sind. Besonders unnötig: Das Relais für den Kompressor spinnt manchmal und sorgt dafür, dass der Kompressor abraucht. W220-Kenner empfehlen regelmäßigen prophylaktischen Tausch des Relais, dass etwa 10 Euro kostet. Kleiner Trost: Ersatzkompressoren in guter Qualität (Miessler Automotive) kosten nur 200 Euro - für die Wagenklasse eher günstig. Auch der Druckspeicher ist bezahlbar, sollte er mal lecken.

 

Da es "normale" Stahlfederung nicht gibt, muss man sich aus Sicht der Unterhaltskosten zwangsweise zwischen Durchfall mit Hämorrhoiden (Airmatic) und Darmkrebs (ABC) entscheiden.

Die Alternativen können nur E-Klasse (Vorsicht, auch da gab es Airmatic), 7er BMW oder W140 heißen.

 

DIE ELEKTRONIK

Die S-Klasse ist vollgestopft mit Elektronik und technischen Innovationen. Nur blöd, dass diese damals teils noch nicht ganz ausgereift waren. Irgendwas ist tatsächlich immer, wobei das Risiko bei Buchhaltermodellen naturgemäß geringer ist. Besitzern sei geraten, zwischen "ist halt so" und "das soll gemacht werden" zu unterscheiden. Geht das Lenkrad beim Türöffnen nicht in Einstiegsstellung oder muss die Kopfstütze des Sitzes erst ganz hochgefahren werden, bevor man sie herunterfahren kann, sollte man das mit Gelassenheit hinnehmen können. Wenn nicht, wäre eine E-Klasse W211 mit überschaubarer Extra-Liste wohlmöglich sinnvoller.

 

Leider üblich,Leider üblich,Was gilt als besonders anfällig? Softclose sollte man meiden, da die Servomotoren im Alter gerne mal streiken, zudem habe ich den Sinn davon nie verstanden. Die Distronic war im Jahr 1998 eine Sensation, doch die Reparaturen sind extrem teuer. Die Sitzmassage und allgemein die Multikonturfunktion streikt gern, mit Glück ist es aber nur ein Schlauch, der sich gelöst hat. Pixelfehler im Kombiinstrument sind seltener als man denkt, aber es gibt sie. Der Bildschirm des COMAND der Vormopf läuft an Rändern an - eine Krankheit der ganz alten LC-Displaygeneration.

 

Ein Vermerk noch zum Vormopf-COMAND:

Auch wenn es 1998 niemand so recht zugeben wollte, so toll wie es gemacht wurde war es damals schon nicht. Es war extrem langsam, Kartenmaterial unverschämt teuer und die Routen nicht immer optimal. Heute würde ich mal behaupten, dass es absolut unbrauchbar ist. Wer glaubt, dass es guten Musikgenuss liefert wird auch enttäuscht - die Standardanlage in der S-Klasse ist wahrlich nichts für Audiophile. Wer einen W220 mit gutem Klang will, muss entweder selbst tätig werden oder Modelle mit optionalem Bose-Soundsystem suchen.

 

 

Das alte COMAND ist aus heutiger Sicht ein interessantes Museumsstück zum Anfassen - nicht mehr und nicht weniger. Immer wenn ich es benutze kommt mir mein Windows-98-Rechner von damals ins Gedächtnis und ich höre das imaginäre Knarren der Festplatte beim Zugriff und das gute alte Modemgeräusch. Die Telefonkopplung ist übrigens unbrauchbar, es sei denn man hat wie ich noch ein Nokia 6210 im Keller- das passt tatsächlich auf den Stecker.

 

MOTOREN UND MECHANIK

Kurzum: Erstaunlich solide, die Motoren überleben die Karossen meist deutlich. Zuerst zu den Benzinern: Der S320 ist tatsächlich kein Notlösungs-Sparbrötchen, wirkt beim Sprint angestrengt, aber nie überfordert. Er klingt recht sportlich und ist mehr als nur der Altherrenbeschleuniger. Wer den Wagen zum Großteil nur in Teillast bewegt, ist gar nicht so schlecht damit bedient. Aber ihm fehlt die Souverenität des Chefwagens - da kommt man um den V8 nicht herum. Dabei ist der Unterschied zwischen 430 und 500 gar nicht so groß, obwohl sie durchaus unterschiedlichen Charakter haben. Der 430 ist alles andere als langsam und liefert im Alltag ganz lässig guten Druck, nur wer wirklich mal Vollgas gibt, den lässt er wissen, dass er ein großes Auto bewegen muss. Der Motor besitzt aber eine enorme Laufruhe und ist bei ruhiger Fahrt angenehm zurückhaltend. Das macht ihn zu einem guten Chauffeursmotor, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass 430er fast immer als V220 Langversion angeboten werden, meist auch mit einer besseren Ausstattung als so mancher S500.

 

Der 500er ist hingegen perfekt für alle, die den Dampf nicht nur wollen um ihn einfach zu haben, sondern ihn auch nutzen wollen. Er liefert bei nahezu identischen Unterhaltskosten dieses kleine bisschen mehr, dass auch heute noch GTI und Vertreterdiesel lässig versägt und dem 430er fehlt. Seine Manieren sind gut, aber nicht so perfekt wie beim kleineren V8. Das Angebot an kurzem und langem Radstand ist beim S500 recht ausgeglichen.

 

Die AMG-Varianten sind im Unterhalt nur etwas für die, die auch wirklich das Mehr an Leistung wollen - allein die Bremsanlagen kosten fast das Doppelte. Der V12 ist natürlich die Krönung (und nur als Langversion erhältlich) - aber auch die kostet und ist ein Fall für Fans, die genau so einen wollen, zumal die 600er meist die volle Hütte haben und dementsprechend der Kupferkrebs voll zuschlagen kann.

 

Die Diesel sind aufgrund der politischen Entscheidungen eigentlich nicht mehr interessant - höchstens für den Export. Der S320 CDI war früher erste Wahl von leitenden Geschäftsreisenden und ist tatsächlich vergleichsweise sehr wirtschaftlich, hat aber gutes Drehmoment, um nicht zur Spaßbremse zu verkommen. Der erfolgreiche Vertreter oder Prokurist fährt die Langstrecken immer selbst, daher verzichtete MB hier auf eine Langversion. Der V8-Diesel im S400 CDI macht die S-Klasse endgültig zum echten "Schiff", hinkt aber in der Zuverlässigkeit hinterher, besonders aufgrund von Injektorenproblemen.

 

Wer denkt, die Baujahre bis 2002 sind als Youngtimer in allen Belangen schlechter, der irrt. 2002 führte MB die 7G-Tronic in S350, S430 und S500 ein (nur bei Hinterradantrieb). Das Getriebe arbeitet deutlich flotter als die altgediente 5G-Tronic - doch der träge Fünfgangautomat ist tatsächlich solider als die noch nicht ganz ausgereifte Siebengangbox. Auf regelmäßigen Ölwechsel sollten beide Getriebe aber nicht verzichten müssen.

 

MATERIALIEN UND VERARBEITUNG

Was wurde der W220 nicht schon gescholten - oft heißt es sogar, er lasse das Mercedes-Gefühl vermissen. Was völliger Unsinn ist. Man sitzt erhaben, die Ergonomie ist gut, alles wirkt massiv und das Gefühl des schweren Wagens ist auch noch da. Klar, der 140er konnte besonderes Letzteres besser, wer aber beide auf der Landstraße etwas flotter bewegt weiß auch womit es sich der W140 Spähpanzerwagen erkauft. Zumindest mir fehlt da nichts am Mercedes-Gefühl. Solche Dinge wie die blendfreien Leseleuchten im überbreiten Innenspiegel, die typische Sitzverstellung in der Tür, die Zickzack-Automatikgasse oder das XXL-Schiebedach sind einfach typisch Benz.

 

Was allerdings stimmt ist, dass der W220 nicht das bietet, was man aus anderen S-Klassen kennt. Das Plastik knarrt, das Leder wird faltig und reibt sich ab, Holzleisten werden rissig (was übrigens im heiligen W126 noch viel schlimmer war) und - und das nervt mich wirklich enorm - die Karosserie verwindet. Nicht dramatisch, aber sie tut es. Auf Rappelpflaster kommt wirklich einiges an Geräuschen zustande, die mir nicht gefallen, und mein V220 hat vergleichsweise sehr wenig Laufleistung. Mag sein, dass Modelle mit langem Radstand etwas weicher sind, da sie ggü. der Kurzversion nicht versteift sind.

Wabbelige Schalter, die knarzen, unpräzise Rasterung von Drehreglern, Störgeräusche auf schlechter Straße - wer das nicht will und dem ein W140 zu altmodisch ist, der ist mit dem Mopf oder noch besser dem Nachfolger W221 einfach besser beraten.

 

Ein Mangel, den alle W220 haben, sind an den Rändern angelaufene Scheiben der serienmäßigen Doppelverglasung. Dagegen gibt es auch keine Kur außer den ständigen Tausch der Scheiben. Dann lieber so lassen, so schlimm ist es jetzt auch nicht....

 

Zum Thema Interieur: Ich bin ja hin und weg vom Interieur in Quarz (hellgrau) und Leder Java (beige) mit Holz Kastanie (hell). Aber Kastanie ist selten und das helle Leder ist sehr schnell schmuddelig und abgenutzt. Dem Gebrauchtkäufer sei hier zu schwarzer Ausstattung mit Wurzelnuss geraten. Dafür gibt es noch am meisten vernünftigen Gebrauchtersatz und das schwarze Leder ist deutlich strapazierfähiger - auch wenn die Kombo Schwarz mit Wurzelnuss die Langweiligste ist.

 

Zusammenfassung

 

Es mag abgedroschen klingen, aber das Problem ist nicht der Kaufpreis, sondern der Unterhalt. Wer kein Liebhaber des frühen 220er ist, aber es mal auspobieren will, kann einen S320 mit überschaubarem Rost nehmen - die sind billig. Für eine langfristige Beziehung und ohne große Ambitionen an die Längsdynamik tauchen noch genug gute S320 auf. Genießer wählen einen S430 lang, die meist gut ausgestattet sind. Wer den V8 auch mal auskosten will, aber im Unterhalt nicht die volle Dröhnung braucht, fährt S500.

Der W220 ist und bleibt - leider wohl auch zu Recht - das S-Klasse Aschenputtel. Wer weiß, was ihn erwartet und genug Zeit in die Suche investiert, kann aber auch einen guten Kauf machen. Das gute alte Benz-Gefühl und die mechanische Standfestigkeit kann man auch dem W220 nicht absprechen.

Die oft gemachte Aussage, man könne für das Geld, das man in einen W220 pumpen muss, um ihn voll funktionsfähig zu erhalten, auch eine neue S-Klasse bestellen ist maßlos übertrieben - allerdings die (wie ich finde gefährliche!) Aussage einiger Autogazetten, der Wagen biete Luxus zum Spartarif für Jedermann, ist genauso falsch.

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31.03.2019 00:36    |    Schlawiner98

Ich mag den W220 auch irgendwie. Das MB-Design dieser Jahre ist irgendwie seltsam und weit entfernt vom klassischen schön, aber es ist eben auch etwas besonderes. Aber eines weiß ich ganz genau: Ein Vor-Mopf würde ich mir auf keinen Fall ans Bein binden! :D Das Mopf hat neben der vermutlich etwas unproblematischeren Technik und dem wenigstens DIN-gerechten Comand den besseren weniger schlechten Werterhalt, sofern man einem 220er einen solchen überhaupt attestieren möchte...


31.03.2019 00:44    |    Racer_1995

OMG! Suzid!

 

Ein W220 ist hässlich UND unzuverlässig. Also nur Vorteile! ;)


31.03.2019 12:15    |    Gudolf

Ich wäre ja eigentlich nie auf die Idee gekommen, eine S-Klassen zu fahren. Als dann mal im Ort selbst eine zum Verkauf stand für wirklich wenig Geld, musste ich mir die anschauen. Die Frau hat allerdings ihr Veto eingelegt (das Auto wäre auch hauptsächlich für sie gewesen). Seit dem bin ich aber angefixt von diesem Auto, vor allem weiß ich ja jetzt auch, wie wenig die Dinger kosten.

 

Ich hab meine ebay-Kleinanzeigen-Suche laufen und dabei W220 mit LPG im Auge. Für die Möpfe wird zwar einiges mehr aufgerufen, los zu werden, scheint die aber keiner.


31.03.2019 15:20    |    VincentVEGA_

@Schlawiner98 Es gibt sogar Einbaurahmen, die es ermöglichen, einigermaßen stilsicher ein Doppeldin-Radio in den Vormopf zu bauen. Habe ich ersthaft überlegt, aber das hätte den Nostalgiefaktor vernichtet. Bislang wurde jede S-Klasse irgendwie doch zum Klassiker, nun wird es der W140 der früher auch ziemlich unbeliebt war.

 

@Racer_1995 Mir gefällt der W220 optisch besonders gut. Aber die Geschmäcker sind verschieden.

 

@Gudolf Die Mopf-Modelle sind tatsächlich besser, aber auch nicht perfekt. Auch sie können rosten, klappern und die hellen Innenausstattungen werden schnell hässlich. Es wird aber fortlaufend erzählt, der Mopf wäre ja ein ganz anderes Auto. In Wahrheit ist es ein spürbarer Qualitätssprung, nicht mehr und nicht weniger. Die echte S-Klasse-Qualität kam erst mit dem W221 zurück. Da alle W220 inzwischen alt sind, würde ich das nicht am Baujahr sondern am konkreten Exemplar entscheinden. Wer nach Budget geht, sollte sogar den Mopf eventuell meiden. Für 5000 Euro bekommt man einen heruntergerittenen Mopf oder einen brauchbaren Vormopf - da kann das frühere Modell dann wirklich die bessere Wahl sein.


31.03.2019 19:12    |    max.tom

Moin Vinc :)

Schöner Artikel, und ich denke mal wenn man begabter Schrauber issss kann da vieles wettgemacht werden :)


01.04.2019 13:54    |    AustriaMI

bilder wären noch fein:)


01.04.2019 16:42    |    Dynamix

Aus der Reihe:

 

Autos für Leute die glauben das ein niedriger Kaufpreis auch gleich günstige Unterhaltskosten bedeutet :D

 

Ich will nicht wissen wie viele Leute sich an DER Kategorie Auto schon finanziell verhoben haben, in dem Irrglauben das durch einen niedrigen Einstandspreis das Traumauto plötzlich leistbar wird.

 

Spätestens wenn die ersten Reparaturen im niedrigen bis mittleren 4 stelligen Bereich auftauchen wird aus dem Traum dann schnell ein Albtraum.


02.04.2019 07:59    |    PIPD black

Zitat:

wenn man begabter Schrauber issss

Damit war das schlicht der nächste Fehlkauf für unseren Vince.....zumindest mit Blick auf seine Vergangenheit.;)

 

Hoffentlich stößt du die Karre wieder schnell genug ab, bevor du abermals Unmengen an Geld und Zeit da drin versenkst....

 

 

Zur Reparatur des Kompressors (dein Fehlerbild) gibt es aktuell einen Blog-Artikel hier auf MT.

https://www.motor-talk.de/.../...ssor-reparaturanleitung-t6588009.html


02.04.2019 10:07    |    Goify

Vor gebrauchter Oberklasse habe ich richtige Angst, wie vor Freddy Krueger. Ganz besonders dann, wenn es um die deutsche Premium-Oberklasse geht, denn da weiß man, dass es teuer wird, egal wie perfekt der Wagen beim Kauf auch ist. Es wird immer was kaputt gehen und es wird immer teuer, auch für einen Selbstschrauber.

 

Aber trotzdem Danke für deinen sehr guten Artikel und dir viel Spaß mit dem 220er.


02.04.2019 12:20    |    Dynamix

Vor allem kann man schon in die vergleichsweise "billige" Mittelklasse schon ordentlich Geld versenken. Oberklasse dürfte da noch mal eine sehr ordentliche Schippe in jeder Kategorie drauflegen.


02.04.2019 15:06    |    Goify

Wenn ich so an meinen W204 denke - ja, da hast du Recht.


03.04.2019 01:16    |    VincentVEGA_

Und der 204er ist schon ein Auto, das als sehr solide gilt und das wohl nicht zu Unrecht.

 

In der Reparatur nehmen sich C und E nicht viel, aber die S reißen meist nach oben aus. Wenn man die Wahl zwischen W203, W211 und W220 hat, sollte man den 211er nehmen, er ist von den Kosten näher am 203, aber vom Fahren näher am 220.

 

Ich wusste vorher genau was mir blüht bzw. blühen kann - aber der W220 ist das Auto, dass ich immer haben wollte und daher war es mir das jetzt einfach wert.

 

@PIPD black Danke für den Link, das ist eine sehr günstige Lösung, aber ich würde einen Neuen bevorzugen. Wenn der Kompressor abraucht, merkt man das eher selten frühzeitig, sofern man nicht regelmäßig den Hochpumptest durchführt. Meist merkt man es erst, wenn es verbrannt stinkt und man dann auf der Suche den rechten Radkasten ausmachen kann. Dann ist der Kompressor aber schon so fratze, dass man besser einen komplett Neuen nimmt. Der von Miessler Automotive ist zudem stärker und größer dimensioniert als das Original und kostet 250 Euro - und nicht 700 wie das Mercedes-Original. Und der Einbau ist sogar für Amateure wie mich möglich - was man von der filigranen Arbeit am zerlegten Kompressor nicht behaupten kann.


06.04.2019 21:41    |    VincentVEGA_

Es wurde ja noch nach einem Bild gefragt.


Bild

28.04.2019 17:51    |    Mercedes-Thomas

Hey,

 

ich fahre seit etwas über 5 Jahren einen W220, seit letzten Sommer mit Vialle LPI7 Gasanlage.

Es ist mein Alltagsauto und bis jetzt mit Wertverlust gerechnet das günstigste Auto was ich je gefahren bin, und

mit dem habe ich auch bisher die meisten KM runter gerissen :-D

Reparieren musste ich bisher nur im überschaubaren Bereich, alles normale Dinge bei einem W220.

Lackieren zum Teil ebenfalls, er hat aber vor 5 Jahren "nur" 6000,- gekostet, und dafür bin ich seither

in einer S-Klasse unterwegs, was will man mehr? Klar gefällt mir der neuere W222 auch sehr gut, oder besser,

aber wofür soviel Geld verbrennen?

Für den Spaß habe ich noch meine Saisonfahrzeuge, die nur sehr wenig gefahren werden.

 

Viele Spaß mit dem Auto,

 

Grüße Thomas


Bild

02.06.2019 22:52    |    joker0222

Sehr schöner Artikel. Was das Vormopf-Comand angeht widerspreche ich aber. Ich nutze es täglich und es ist vollkommen alltagstauglich. Eine Route zu berechnen dauert vielleicht 10-15 sek. Klar, das geht bei modernen Navis schneller, aber wenn mal berechnet ist kommen alle Fahrhinweise genau rechtzeitig. Sollte es erheblich länger dauern kann es sein, dass einfach der Lesekopf des CD-Laufwerks verschmutzt ist.

Die Karten sind von 2014 und in 95% aller Fälle passt das auch heute noch. Jedenfalls, wenn man an Kreisverkehren etwas mitdenkt.

 

Außerdem finde ich, dass ein Navi nie harmonischer in das Interieur integriert wurde als im Vor-Mopf 220. Das wirkt wie aus einem Guss und passt vom Design sehr schön zu den restlichen Bedienelementen, etwa der darunter liegenden Klimaautomatik.

Das Mopf-Comand wirkt schon fast wie aus dem Zubehör nachträglich reingefrickelt.

 

Außerdem, ein Navi mit Cassettenteil und mit Sprachsteuerung, das ist genau mein Humor. Da kann ich meine alten Bänder aus den 80ern hören.

Das Mopf-Comand ist nicht viel weniger veraltet, hat aber weniger Stil.

 

Übrigens muss man beim Vor-Mopf unterscheiden: Es gab das Navi als DX und als Non-DX (C-Version) bis ca. Ende 1999. Ein Non-DX ist tatsächlich nicht mehr sonderlich brauchbar. D gibt es dort nur auf 3 CDs aufgeteilt und die jüngste Kartensoftware ist auch ein gutes Stück älter, da diese früher eingestellt wurde.

 

Beim Mopf gab es das 16:9-Comand anfänglich auch nur als CD-Version, was im Prinzip die DX-Technik aus dem Vormopf war, nur halt in 16:9..und ich glaube ohne Cassettenteil (bin mir da aber nicht ganz sicher). Erst später gab es das DVD-Comand (erkennbar an den Tasten direkt neben dem Display).


02.10.2019 01:19    |    Trackback

Kommentiert auf: veni vidi vega:

 

Wie kann man nur? Erfahrungen mit dem W220

 

[...] lauter Geiern bestellte ich kürzlich einen W220 Prospekt, den ich lechzend durchblätterte...

 

Der Anfang ist bereits beschrieben. Aber was kam dann?

 

Nun, viel Fahrfreude! Früher habe ich Gift und Galle gespuckt, [...]

 

Artikel lesen ...


17.10.2019 00:26    |    Hinnirk

Ich habe für meinen W220 von 2001 im Jahr 2007 25500,- bezahlt. Er hatte 107000 km auf dem Tacho, nun sind es knapp 250000. Ich hatte einige stramme Rechnungen bei Mercedes, unter anderem für Federbeine.

Ich habe eine Schwäche für Excel und somit eine Datei eingerichtet mit allen Ausgaben die ich hatte, also Anschaffung, Reparaturen, Durchsichten, Versicherung, Hauptuntersuchungen, Diesel und alles Mögliche. Insgesamt habe ich bis jetzt knapp 59000,- bezahlt. Hatte bis jetzt zwölf Jahre lang ein tolles Auto und jeder gefahrene Kilometer hat mich zur Zeit 42,07 Cent gekostet. Ich habe keinen Vergleich, aber für mich geht das in Ordnung. Ich habe mir auch bei allen Fahrzeugen nie Gedanken um einen Wiederverkauf gemacht.

 

Gruß Hinnirk


17.10.2019 07:18    |    Dynamix

Die Kosten sind aber wirklich stramm. 60.000€, von dem Geld hattest du ja locker ne neue S Klasse anzahlen können :D


17.10.2019 10:30    |    Schlawiner98

@Dynamix Mit der neuen S-Klasse wäre er dann aber genau 0 Kilometer gefahren ;)


17.10.2019 10:33    |    Dynamix

Joah, aber dafür wäre der Wagen neu und wenn er nicht fährt muss auch nichts repariert werden :D


17.10.2019 13:43    |    Hinnirk

Ich mache mir um das ausgegebene Geld genau so wenig Gedanken wie ein Raucher!

 

Und ja, ich wäre 0 Kilometer gefahren und hätte darüber hinaus auch keine neue S Klasse, denn die wäre ja eben nur angezahlt. Hätte aber auch die Ausgaben von rund 2600,- € nicht gehabt, die ich für Diesel ausgegeben habe. Dank Excel in wenigen Sekunden ermittelt.

 

Gruß Hinnirk


18.10.2019 22:17    |    VincentVEGA_

Von 60.000 Euro bin ich weit entfernt, aber besitze das Fahrzeug bei Weitem nicht so lange.

42 Cent pro Kilometer sind für einen Diesel schon sehr viel, obwohl es einem als angemessen vorkommt. S-Klasse ist eben immer etwas Besonderes, auch wenn das sicherlich auch eine Placebo-Psychologiekomponente hat - Das S-Klasse-Gefühl ist einfach geil. Die neuen Hightechyachten liefern das genauso gut wie die alten Ozeandampfer. Der W220 irgendwo dazwischen erstaunlicherweise auch, und das mag ich an dem Wagen: Noch sehr klassisch in vielen Dingen aber deutlich näher an einem modernen Auto als der W140 der aufgrund seiner rekordverdächtigen Entwicklungszeit noch auf die frühen 80er zurück geht. Trotz aller ingeniöser Höchstleistung fühlt der sich im Vergleich zu einem E38 7er altbacken an. Aber wie gesagt dieses Gefühl interpretiert jede S-Klasse anders aber gleichermaßen geil. Insofern ist es mir der Unterhalt auch wert, solange das Auto noch den Eindruck erweckt, dass man sich das einfach verdient hat. Das erklärt dann auch die Irren Preisdifferenzen zwischen verbrauchten Mistkübeln und solchen Fahrzeugen die sich fahren wie ein Jahreswagen.

 

Mich hats wirklich überrascht, als ich auf eine aktuelle E umgestiegen bin, die ja nun wirklich objektiv alles besser kann. Mein S wirkte immernoch überlegen, obwohl es wirklich Unsinn ist.


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