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veni vidi vega

Mit einem Fiesta fing alles an, seitdem habe ich alle möglichen Autos sämtlicher Typen hier behandelt.

20.11.2015 14:09    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (14)    |   Stichworte: Der Fiesta

Wie man es auch oft aus der Erziehungswissenschaft hört: Wehret den Anfängen!

Nichts anderes ist bei Rost geboten. Auch wenn die Bleche deutlich resistenter sind als in den 70ern, wo Autos teilweise schon im Autohaus begannen, zu korrodieren, mittlerweile ist sogar Pionier Audi wieder von der Vollverzinkung abgesprungen, um Kosten zu sparen. Besonders billige Autos, die für keine allzu lange Lebensperiode konzipiert sind, sparen am Rostschutz. Peugeot 107, VW Up und Chevrolet Matiz wären solche Beispiele.

 

DemontageDemontage

 

 

 

 

 

 

Mazda hat durch die Bank weg Probleme, der ehemalige Kooperationspartner Ford allerdings in etwas milderer Form auch. Kantenrost und Korrosion an Fahrwersteilen sind keine Seltenheit. Erst recht bei Kleinwagen wie dem Fiesta, die unter großem Kostendruck hergestellt werden und für eine Lebensdauer von ca. zehn Jahren konzipiert sind. Nach sieben Jahren ist mein Fiesta, als französisches Modell auch nicht gerade winterfest produziert (kein ESP, keine beheizten Spiegel oder Waschdüsen, beim Rostschutz wurde eventuell auch abgerüstet), auch an der Reihe. Träger rosten, Hohlräume beginnen (zum Glück nur ganz, ganz oberflächlich), Schnittkanten blühen und Achsteile sowieso, da die aus Vollmaterial sind sollte man dies allerdings nicht dramatisieren. Dennoch: Da muss was getan werden.

 

Etwas RostEtwas Rost

 

 

 

 

 

 

Also habe ich in der Mietwerkstatt das Fahrzeug zerlegt, das heißt: Innenraumverkleidung von Heckklappe und Türen, Frontstoßfänger, Heckstoßfänger, Räder, Radhausschalen und so weiter.

Für die Hohlräume kam Mike Sanders zum Einsatz, welches gekocht und anschließend per Düse eingespritzt wurde. Das Zeug klebt wirklich bombastisch und muss sehr stark erhitzt werden (über 120 Grad). Die Anwendung ist somit ziemlich aufwendig.

Den Unterboden und sämtliche Teile wie Träger, Antriebswellen, etc. haben wir mit Perma behandelt, das zwar deutlich teurer ist, aber nicht so klebt. Hätte ich mit Mike Sanders gearbeitet, würde der ganze Straßendreck bald am Unterboden kleben...

Zudem reichen hier 80 Grad, die Behandlung ist leichter.

SchwellerSchweller

 

 

 

 

Am Heck hat der Fiesta übrigens keinen Querträger wie die deutschen Modelle, sondern einen Styroporpuffer! Gespart wird bei EU-Modellen wirklich überall...

Dieses blöde Ding habe ich vergessen, durfte die Heckpartie also zweimal zerlegen und wieder montieren. Grmpf!!!

 

Gedauert hat die Prozedur zu zweit einen ganzen Samstag, die Materialkosten lagen bei 150 Euro, Werkstattmiete bei 100. Wichtig ist, den Hallenboden weiträumig mit Folien auszulegen und die Scheiben abzudecken, das Zeug bekommt man kaum wieder runter. Deckt auch unbedingt (!!!) die Bremsen ab. Sonst verlängert sich der Anhalteweg drastisch, und das möchte mit Sicherheit niemand.

 

 

 

 

Heiß und fettig!Heiß und fettig!

Der Winter kann kommen! Und nicht nur einer...

Mit dem Audi werde ich das Ganze in etwas reduzierter Form nächstes Jahr ebenfalls vornehmen. Er wird zwar bei Salz und Eis nicht beweg, ist aber ganzjährig zugelassener Laternenparker und kann ein wenig Wachs und Fett sicher gut vertragen.

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20.11.2015 14:38    |    Trackback

Kommentiert auf: Ford Fiesta Mk7:

 

Weihnachstgeschenk für Fiesta...

 

[...] Das Ganze hier hat mich zu meinem neuen Artikel inspiriert. Wie wäre es, wenn ihr eurem Auto das hier gönnt?

[...]

 

Artikel lesen ...


20.11.2015 16:41    |    MarioE200

Hallo Vince,

ich halte eine Behandlung mit Korrosionsfett durchaus für sehr sinnvoll, leider macht es den Wagen nicht immun gegen Rost. Wer durch gepökelte Landschaften fährt, muss früher oder später mit Folgeschäden in Form von Rost leben.

Gruß

Mario


20.11.2015 17:46    |    cosmicwhite

Etwas späht dafür ? Mein Volvo aus Zeiten Fords hat einen gut dicken Unterbodenschutz, alle Anbauteile hingegen sind, schon seit er 5 ist, voll Oberflächenrost. Die Klarlacke/Farbe der Teile blättert ab, da kann man einfach nichts machen. Nur kosmetisch mit schwarzen Unterbodenschutz verstecken, bei beweglichen Teilen aber macht man sowieso nichts. Mal schauen was irgendwann nur wegen Rost gewechselt werden muss... Bis jetzt nach fast 9 Jahren nichts. Verschleiß>Rost


20.11.2015 20:05    |    Turboschlumpf6

Die Stelle von Bild 2 würde ich gerne nach der Behandlung sehen.

 

Ansonsten erinnert mich diese Aktion an meine Aktionen:

http://www.motor-talk.de/.../...vierte-wartung-am-mondeo-t5315862.html

Und

http://www.motor-talk.de/.../...n-schwiegermama-probleme-t5485904.html


21.11.2015 10:00    |    Goify

Besser spät als nie! Unsere Privatautos behandle ich immer mit AKEMI-Hohlraumwachs, was ich in den Hohlräumen und dem Unterboden, sowie allen Schrauben, Bolzen und Achsteilen verwende, die sich nicht drehen. Der Zerlegeaufwand ist jedenfalls ziemlich enorm, da es Hohlräume gibt, die nur von innen zu erreichen sind, sodass die Kofferraumverkleidung oder Rücksitzbank raus muss. Seit dieser Behandlung, die ich an offen bewitterten Stellen alle 3 Jahre ausbessere, konnte ich keinen Fortschritt beim vorhandenen Rost erkennen und auch keinen neuen.

Ist man hier gewissenhaft, kann man so Schweißarbeiten um mind. 30 Jahre hinauszögern, bis der Wagen als Oldtimer eh nur noch im Sommer fährt.


21.11.2015 14:58    |    Fensterheber169

Also das Bild lässt vermuten das Ford da wieder nachgelassen hat. Mein 12 Jahre alter Focus ist nicht ansatzweise so rostig.

 

Habe jetzt auch einen Volvo gekauft und konnte keinen Rost finden. Nicht mal an stellen wo der Lack ab ist. Der ist wirklich gut versiegelt.


22.11.2015 20:49    |    etox

Ein großes "Like" von mir. Ich würde mir mehr Vorbesitzer wünschen, die was für Rostvorsorge machen. Früher wäre immer besser, aber der durchschnittliche Erstwagenfahrer, der die Kiste keine 5 Jahre hällt, interessiert sich sowieso nicht dafür. Von den ganzen Passat, 3er und C-Klassen mit Leasingvergangenheit will ich garnicht erst anfangen.


23.11.2015 13:04    |    PS-Schnecke41573

ist das nicht ein bißchen übertrieben bei einem Fiesta?

Bevor Rost zu einem ernsthaften und nicht nur kosmetischen Problem wird, sind Kupplung, Getriebe und Motor eh auf dem letzten Loch unterwegs.

 

Das Downsizing-Motörchen macht kaum 200 tkm. Das hat er doch nach zehn Jahren und dann ist eh Schicht im Schacht.


23.11.2015 13:22    |    kev300

Mh, also ehrlich gesagt sieht das aus, als wenn die von dir eingesprühten Flächen vorher auch nicht rostig waren. Das bischen Kantenrost sieht aus, als würde es noch weitere 10 Jahre dauern bis es ernst wird.

 

Rost an Fahrwerksteilen ist eh unwichtig. Die Teile sind so massiv, dass der Rost dort nichts beeinträchtig.

Nur die Auspuffhalterungen rosten recht stark. Wird vermutlich das erste und einzige Rostproblem sein bis der Wagen eh nichts mehr Wert ist und im Alter von 15 Jahren ins Ausland verkauft wird. ;)

 

Haben selber auch einen Mk7 von 2011. Nur der Auspuff und dessen Halterungen sind auffällig rostig. Sonst nichts.

Der Auspuff von meinem 2011 Civic sieht dagegen aus als wäre er aus Edelstahl. Da sind nicht mal Rostflecken drauf... :eek:


23.11.2015 16:56    |    Drehschappeduckel

Zitat:

Das Downsizing-Motörchen macht kaum 200 tkm. Das hat er doch nach zehn Jahren und dann ist eh Schicht im Schacht.

Völliger Unsinn.

1. hat der obige Fiesta überhaupt keinen Downsizing Motor (außer wenn man mit dem Maßstab eines 80 Jahre alten Horch rangeht)

2. halten auch Downsizing Motoren (besonders die Ford-Aggregate) fast beliebig lang, wenn man sie so fährt wie man sie fahren sollte

 

Ansonsten bin ich froh, dass unser 04er Focus untenrum noch gut aussieht. Klar, er hat auch etwas Rost, aber nicht dramatisch. Dieses Jahr hatte ich erst den typischen Ford-Kantenrost entfernt


23.11.2015 19:13    |    VincentVEGA_

Nun ja, ich kratze jetzt an den 40 TKM. Da ist noch Luft nach oben. Hab das Auto ja ohne nennenswerte Laufleistung übernommen. Der Motor ist kein Downsizer, sondern eine 1,25-Liter-Saugerluftpumpe. Der sollte schon recht lange halten.

 

Auf den Fotos sieht man jetzt nicht allzu viel, was der Tatasacbe geschuldet ist, dass wenig Zeit war, wenn man das als Amateur zu zweit durchziehen will, ich bin also nur dann dazu gekommen, wenn was trocknen musste bzw als das Fahrzeug demontiert war und es noch ein, zwei Minuten dauerte, bis das Wachs auf Temperatur war. Die Schnittkanten sehen ähnlich aus wie von meinem 30 Jahre alten Audi (der allerdings auch schon mal an mehr oder weniger allen Stellen gemacht wurde, daher kann das nicht als belastbarer Vergleich herhalten).

 

Ja, die Achsteile... bis etwas aufgrund von Rost ausgetauscht werden muss, ist es verschleißbedingt bereits schon lange tot. Aber wenn man schon mal dabei ist.. :D


23.11.2015 20:04    |    racer4679

Im Grunde genommen macht man nix verkehrt wenn man den Fiesta eine ordentliche Versiegelung gönnt.

Trotzdem finde ich, dass der er karosserietechn. recht gut gegen Rost geschützt ist - der Unterboden eher weniger, die Achsteile eher bedürftig. Deshalb habe ich unseren neuen Mk7 zu allererst vor Zulassung am Unterboden sowie an den Achsteilen versiegeln lassen. Dann habe ich auch noch unseren Mk6 von 2008. Der steht so noch ganz gut da. Allerdings mache ich mir Sorgen um die Versiegelung der Bauteile (Schrauben, Massepunkte, Schlauchschellen etc.) im Motorraum - hier wurde m.M.n. zu sehr gespart :(.


24.11.2015 08:13    |    Goify

racer, Sorgen sind unbegründet, außer du hast keine Dose Seilfett. Das wäre dann nämlich wirklich besorgniserregend. Einfach im Herbst ALLE sichtbaren Schrauben am gesamten Fahrzeug damit einpinseln. So sollte niemals was so festgammeln, dass es rundgedreht wird.

Meine Werkstatt hat sich schon mehrmals dafür bedankt, da sie nie alte Fahrzeuge haben, wo man Fahrwerksschrauben einfach so öffnen kann ohne 3 Verlängerungen und anschließend der Flex.

Auch Querlenker können durchrosten, bevor sie am Ende sind, daher sollten diese zumindest innen mit Wachs eingesprüht werden.


24.11.2015 09:28    |    cosmicwhite

Was nutzt Schrauben einpinseln, wenn sie nur nicht los gehen, weil sie mit Loctite fixiert sind :D


Deine Antwort auf "Vorsicht, heiß und fettig!"