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veni vidi vega

Mit einem Fiesta fing alles an, seitdem habe ich alle möglichen Autos sämtlicher Typen hier behandelt.

18.01.2015 20:41    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (41)    |   Stichworte: 900, 9-3, Saab, VEGA Motors, YS3D

9-3
9 3

Nachdem die letzte Folge auf wirklich fantastische Resonanz stieß (danke für die vielen Kommentare und guten Bewertungen - das motiviert mich wirklich sehr), dachte ich mir, dass ich nach dem Erfolg des Luxuscoupés nicht gleich wieder mit einer Alltagsgurke ankommen muss.

So gibt's heute immerhin ein Cabriolet eines Premiumherstellers - den es leider nicht mehr gibt.

 

Während die Saab 900 in den 80er Jahren zumindest vom Image her das Standardmobil des intellektuellen Freigeistes waren, so waren die erst 1987 erschienen Cabrios in der damaligen Meinung nicht nur Professoren- , sondern auch Yuppiefahrzeug. Was wohl auch am Preis lag, der den eines BMW 325i Cabriolets locker übertraf und in etwa auf dem Niveau eines offenen W124 lag.

Heute sind die 900er begehrte (und wieder sauteure) Sammlerstücke. Ein Saab Cabriolet, unerreichbar?

 

Nicht ganz, wie wäre es mit dem Nachfolger? Der ab 1993 erhältliche Saab 900-II wurde 1994 auch als Cabrio vorgestellt, welches bei Valmet in Finnland gefertigt wurde. So richtig warm wurde mit ihm niemand. Modern und gefällig sah er aus, doch die Technik stammt überwiegend von GM, davon hauptsächlich vom Opel Vectra A, der zu diesem Zeitpunkt bereits so langsam seinem Produktionsende entgegen blickte. Das schreckte Fans ab, wäre aber nicht so schlimm gewesen, wenn der 900-II nicht so unzuverlässig gewesen wäre. In den ersten Produktionsjahren litt der 900 unter gravierenden Qualitätsmängeln.

Daher begründet sich die noch heute existierende Ablehnung gegen GM, da die Macken des 900-II auf deren Einstieg bei Saab zurückgeführt wurden, ob berechtigt oder unberechtigt. Das Design und die Motoren sind "echt-Saab" und konnten durchaus begeistern. 1996 wurde eine Rekordfahrt gestartet, um die verbesserte Qualität des Pannen-Saab zu demonstrieren, sie verlief sehr erfolgreich.

 

Um dennoch einen Strich nach dem Fehlstart zu vollziehen, wurde 900-II 1998 in 9-3 umbenannt. Auch wenn zahlreiche Teile modernisiert und verbessert wurden, gelang der erhoffte Imagewandel nicht, zumal das Auto äußerlich nahezu unverändert blieb und weiterhin den gleichen internen Code YS3D trug.

Weiterhin sei das Fahrzeug noch immer recht unzuverlässig, der ADAC moniert Turboschäden bei den Dieseln, defekte Keilriemen, Zündspulen, und so weiter. Die Glaubwürdigkeit des ADAC thematisiere ich hier nun nicht weiter. Fakt ist aber, dass man mit einem CLK wohl sorgloser sein dürfte - schlecht ist der 9-3 aber sicherlich nicht.

 

Doch zurück zum Cabrio: Das trägt -ganz klassisch- eine Stoffmütze. Für den Vortrieb kommt für den Saab-Freund eigentlich nur ein Turbo in Frage, obwohl auch die Sauger nicht schlecht sind, doch auf dem Gebiet der Turboaufladung leistete Saab Pionierarbeit und war stets ein Spezialist. Tatsächlich sind die Turbomotoren standfest. Die Verwindungsfestigkeit der Karosserie wurde oft bemängelt, das ändert aber nichts an den Stärken:

Komfortables, wenn auch untersteuerndes Fahrwerk, Platz für vier, luxuriöse Ausstattung, elegantes, aber individuelles Design, Turbomotoren mit reichlich Dampf, gute Sicherheit und ein großer Kofferraum.

Das 9-3 Cabrio bietet somit genau das, was der erste 900 auch bot - wer auf den Charme des Originals verzichten kann oder aufs Geld schaut, der wäre beim Nachfolger eigentlich an der richtigen Adresse.

Ach ja, Geld: Ein Turbo-Cabrio des ersten 9-3 kostete als Neuwagen genausoviel wie ein CLK 230 Kompressor oder ein 328i Cabriolet. Weshalb es aufgrund seiner Schwächen (Untersteuern, schlechte Traktion, starke Verwindung, Saufen unter Vollast) nicht allzu viele Käufer fand.

Objektiv mag es sein, dass der Saab der Konkurrenz hinterherfährt. Dennoch hat diese Marke begeisterte Fans, die jenseits aller Kritik die Vorzüge schätzen. Der User nick_rs hat versucht, eine Erklärung zu geben. Vielleicht für den ein oder anderen lesenswert.

 

Wegen des unrühmlichen Endes der Marke sind die Preise für Saab im Keller. Insbesondere für den ungeliebten YS3D. Ausgerechnet für das Cabrio trifft das aber nicht zu - das kostet locker ein Drittel mehr als eine vergleichbare Limousine. Unter 5000 Euro gibt es nur Grotten, in die investiert werden muss.

Wo wir beim Thema sind: Ersatzteile stellt der bekannte Caterpillar-Konzern (CAT) her, und die Opel-Verwandschaft dürfte sich da auch nicht nachteilig auswirken. Wenn man einen Saab will: Jetzt ist der Zeitpunkt. Dabei muss es nicht immer ein Cabrio sein, aber gerade das ist als komfortables, gut ausgestattetes Reisefahrzeug mit der Extraportion Frischluft eben am reizvollsten.

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14.02.2015 07:04    |    Sturmflut92

Zitat:

Hab auch nie was anderes behauptet, manche werden wohl immer 0815 bleiben ;)

Haha :D


02.12.2017 22:40    |    wwaallddii

Zitat Südschwede:

 

"9-3 I: Einfach nur schön, finde ich. Vor allem die Modelle der letzten 2 Modelljahre waren oftmals mit schönen Felgen und Vollausstattung gesegnet. Ein gepflegtes 9-3 I Cabrio ist auch heute noch eine elegante Erscheinung. Bei guter Pflege und nicht überreizten Ölwechselintervallen ist auch der 9-3 ein treuer und zuverlässiger Begleiter."

 

Mein Cabrio 9-3 I, MY 2001, 155 KW Hirsch Step 1 ist zwischen 150.500 und 230.000 Km (die letzten 4 Jahre) 3x abgeschleppt worden: kapitaler Motorschaden, Turboladerwelle gebrochen, Kupplungsschaden mit Liegenbleiben. Alles bei und wegen SAAB Erlangen, den Namen möchte ich jetzt nicht nennen. Die 10.000-Km-Ölwechsel mit Filter waren natürlich auch immer dabei. Es ist die schlimmste (noch)SAAB-Klitsche die ich mir vorstellen kann und kenne auch keinen schlechteren Wagen. Und jetzt sabbert der Motor und das Getriebe, alles 4 Jahre alt. Kein Wunder, dass er nicht sonderlich beliebt ist, solange sogar ein Punto mehr Qualität aufzeigt. Elegant ja, aber mehr nicht!


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