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veni vidi vega

Mit einem Fiesta fing alles an, seitdem habe ich alle möglichen Autos sämtlicher Typen hier behandelt.

31.01.2015 11:51    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (13)    |   Stichworte: Chevrolet, Vega, VEGA Motors

Vega Zweitürer
Vega Zweitürer

Nun ausnahmsweise mal ein Gefährt, das es hierzulande nicht gibt.

Wer trotzdem weiterliest, erfährt etwas über einen innovativen amerikanischen Kleinwagen (subcompact) - es lohnt sich.

 

Und nein, ich heiße nicht Vincent im RL. Auch bin ich kein Fan des Chevrolet Vega, des Facel Vega oder von Suzanne Vega. Ich schaue einfach nur gerne Pulp Fiction ;)

 

Gerne hätte ich den Artikel früher veröffentlicht, aber ständig stürzte MT ab, wenn ich alles abgesendet habe und die Wiederherstellung funktionierte nicht. Und so brauchte ich erst wieder ein, zwei Tage, bis ich Lust hatte, nach dem driten Mal habe ich auf Word vorgetippt, und siehe da, beim vierten Absturz war das sehr hilfreich. :D

 

Ende der 60er waren Fahrzeuge mit Schrägheck in Europa supermodern. Auch die Amis bekamen das mit und dachten sich, ein eigenes Produkt, welches japanische und europäische Subcompacts gezielt abwehrt, wäre angebracht.

 

Pontiac und Chevrolet hatten Konzepte, die jedoch verworfen wurden, stattdessen hatte es ein souveränes Team im Konzern entwickelt. Also eben keine Einzelmarke, die das Gefährt den anderen mittels badge-engineering unterjubelt, wie sonst üblich.

Neben einem dreitürigen Fließheck gab es auch einen ebenso nur dreitürigen Kombi und eine zweitürige Limousine. Ein "panel van", ähnlich der holländischen "bestelwagen" gesellte sich dazu.

 

Im Handling sahen die amerikanischen Sofaautos ziemlich blass gegen die Importe aus, weshalb der Vega mit straffer Federung, guter Gewichtsverteilung und tiefem Schwerpunkt hier besonders punkten sollte. In der Tat waren die Fahreigenschaften gar nicht übel für einen einfach gestrickten Ami dieser Zeit.

 

Der 2,3-Liter-Motor zielte ebenfalls gegen die moderne Konkurrenz und bestand aus Alu und hatte eine obenliegende Nockenwelle, für amerikanische Verhältnisse also ziemlich fortschrittlich. Es gab sogar eine Cosworth-Variante mit Vierventil-Zylinderkopf, wie später die Mercedes 190!

Bei der Konstruktion achtete man in mehreren Punkten darauf, das Fahrzeug für den vertikalen Transport mit der Front nach unten zu konzipieren ("vert-a-pack"). So konnten deutlich mehr Fahrzeuge beim Schienentransport verfrachtet werden.

Eine im-Tank-Benzinpumpe, bei Einspritzern später üblich, gab es auch schon. Bis 1973 kamen die Schaltgetriebe übrigens von Opel. Für die beliebte Viergangschaltung sollte zur Gewinnmaximierung Aufpreis verlangt werden können, weshalb man nun ein Dreiganggetriebe brauchte. Opel hatte wider Erwarten sowas aber nicht mehr, weshalb sie erst eine etwickeln mussten, und die Gesamtkosten waren deutlich höher, als wenn man serienmäßig ein Vierganggetriebe eingebaut hätte...

Bei der gesamten Fahrzeugentwicklung ging es so zu, weshalb John Z. DeLorean in seinem Buch der internen Misere um den Vega ein eigenes Kapitel widmete. Angeblich hätte keiner der Ingenieure Lust auf das Auto gehabt.

 

So ist die Konstruktion des Kühlerkreislaufes fehlerhaft, was Motorschäden nach sich zog. Rostschutz war ebenfalls ein Fremdwort. Auch die Verarbeitung war nicht gut, durch interne Streitigkeiten (Entlassungen, etc.) soll sogar die Fertigung sabotiert worden sein.

 

Der von 1970 bis 1977 angebotenen Vega war anfangs ein Verkaufsschlager, doch die Qualitätsprobleme drückten den Absatz ab 1975 so gravierend, dass der Vega keinen Nachfolger erhielt.

Wer sich einen importiert, dürfte Probleme haben, einen zu finden, die meisten sind weggerostet. Ein spätes Modell ab 1976 ist ausgereift und im Vergleich zu Nova oder Caprice nicht teuer und wäre besonders hier in Deutschland ein Auto, dass wirklich niemand einordnen kann.

Hat Dir der Artikel gefallen? 6 von 8 fanden den Artikel lesenswert.

31.01.2015 11:58    |    Diesel73

Also vom Äußeren gefällt er mir sehr. :)


31.01.2015 14:03    |    HeinzHeM

Sieht aus wie zu heiß gewaschener Chevrolet Camaro :D


31.01.2015 14:11    |    Elchtest2010

sieht doch cool aus. vorne Muscle Car und hinten Ascona oder Rekord Coupe. Zumindest von der Seite, die Heckleuchten sind anders, aber mir gefällt´s. Würde ich sofort fahren. Den in Orange, der andere ist nicht so mein Fall


31.01.2015 14:40    |    British_Engineering

Da ich amerikanische Massenware der 70er und 80er Jahre mag, kann ich mich auch dem Vega nicht verschließen. Er war zumindest der Versuch, eine Art Kompaktwagen zu bauen und dabei nicht ausschließlich eine Karosserie im US-Stil zu schrumpfen. Gerade der Kombi mit seinen Anklängen an den VW 1600 Variant in der Seitenansicht gefällt mir.

 

Was ich weniger mag, ist dieses "Kasse machen um jeden Preis"-Prinzip. Aber ein Autohersteller ist nicht die Caritas und die Amerikanier waren in diesem Punkte noch um einiges härter als die europäischen Firmen.

 

Schön, dass auch mal über so ein Auto, das es hier gar nicht zu kaufen gab, berichtet wird. Ob es in den USA wohl auch Leute gibt, die sich zumindest gedanklich mit Autos beschäftigen, die nur in Europa vom Band liefen?


01.02.2015 04:25    |    Gany22

Ziemlich schick eigentlich!

Danke für die Bereicherung :) , würde ich gerne mal drinn sitzen.


01.02.2015 10:24    |    Uncle__Sam

Zitat:

Original geschrieben von British_Engineering

Schön, dass auch mal über so ein Auto, das es hier gar nicht zu kaufen gab, berichtet wird. Ob es in den USA wohl auch Leute gibt, die sich zumindest gedanklich mit Autos beschäftigen, die nur in Europa vom Band liefen?

Ja, gibt es. Warum sollte es diese Menschen in den Staaten auch nicht geben?

 

Zum Blog:

Gut gemeint. Leider.

 

Meines Erachtens hätte der Chevrolet Vega, der in den USA zusammen mit dem Ford Maverick, dem Ford Pinto und dem AMC Gremlin kleinere Fahrzeuge, die in der Folge auch zum erfolgreichen Mustang II führten, salonfähig machte, eine vollständigeres und liebevolleres Portrait verdient, welches nicht nur ein grobes Umschreiben des deutschen Wikipedia Artikels ist.

Immerhin wird auf die ungewöhnliche Art des Vega Transports zu den Umschlagplätzen per Bahn eingegangen, leider aber auch nur in einem wenig gehaltvollen Nebensatz und auf ein Foto, die diese beeindruckende Verlade- und Transporttechnik darstellt wird auch verzichtet.

Schade.

... übrigens auch deshalb, weil auch hier wieder einmal nicht auf die Berbreitung von Klischees verzichtet wird...


01.02.2015 12:42    |    andis hp

Hallo "Uncle_Sam",

 

aber wenigstens wurde hier der Vega einmal vorgestellt. Obwohl ich mich Ami-Autos interessiere, hatte ich bisher vom Vega noch nichts gehört.

Für erste Infos war der Artikel für mich gut gemacht.

Wenn jemand wirklich Interesse am Vega hat, gibt es vermutlich andere und bessere Seiten im Net. Aber fürs erste war es ausreichend.

Dafür nochmals Danke an "VincentVEGA".

 

Mfg

Andi

 

PS: von schräg vorne erinnert er mich stark an einen flachgedrückten Kadett C-Coupe. Auch der Kombi könnte mir gefallen. 3-türer Kombis waren schon immer mein Ding.


01.02.2015 18:31    |    Creeper45

Bisher war der Vega na Randnote in nem alten Autokatalog. Das Coupe sieht wirklich wie n geschrumpfter Camaro aus.

Is klar, wenn neue Autos rauskommen, gibts Kinderkrankheiten, is hier auch nich anders. Siehe Rückrufe

Aber von Klischees hab ich hier nicht wirklich was gelesen, Uncle Sam.

 

Ein Kind der 70er, wie der AMC Pacer zum Bleistift :)


01.02.2015 22:45    |    Electra455

Ich habe bis vor knapp 2 Jahren eine 75er Chevy Vega mehrere Jahre lang gefahren.

Hier meine Website mit einigen Infos zum Vega:

http://chevroletvega.npage.de

 

Der Wagen fährt jetzt in Marburg und steht wohl aktuell wieder zum Verkauf.

 

Gruss,

Steffen


01.02.2015 23:13    |    Creeper45

Und wer meinen Caprice erblicken will, der wende seinen Blick gen Hameln, der is zwar nich aus den 70ern, aber schön, zumindest als ich den hatte. Vielleicht isser jetzt schöner???

87er, zweifarbig altrosa und weinrot oder so ähnlich, mit Vinyldach, 4-door sedan :)


02.02.2015 15:48    |    VincentVEGA_

@Uncle__Sam

Danke für deine sachliche Kritik.

Mein Problem mit dem Vega ist, dass ich nie einen in real gesehen habe. Aber da's halt hier Vega Motors heißt wollte ich auch unbedingt einen Vega in Folge 10, und der Chevrolet erscheint mir doch symphatischer als der Facel. Doch kann ich dennoch nicht aus meinen Erinnerungen und Erfahrungen erzählen wie bei manch anderem Modell meiner Reihe.

 

Das von dir verlinkte Foto ist toll, da kann man sich das wirklich mal vorstellen. Nur hatte deses "Feature" für den Endkunden wohl keine allzu große Bedeutung, deshalb nur eine Erwähnung am Rande.

 

Meine Intention war wie sonst auch, die Modelle kurz vorzustellen und aus der Versenkung hervorzuholen. Da aber offensichtlich Interesse besteht, etwas mehr über den Vega zu erfahren, werde ich mir am Mittwoch (da bin ich wegen der Handwerker daheim und langweile mich) den Artikel noch mal vornehmen und überarbeiten.


02.02.2015 18:01    |    Kawaturi

Toller Bericht, habe zwar keinen Vega aber einen 89 er Cavalier Z 24 V6 2,8 Liter Convertible. Trotzdem schön solche Berichte über Ältere Modelle zu Lesen. Vega würde ich aber sofort auch Nehmen.

 

Gruss Erich aus der CH


02.02.2015 18:02    |    Kawaturi

Hier noch ein Bild meiner White Lady.


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