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veni vidi vega

Mit einem Fiesta fing alles an, seitdem habe ich alle möglichen Autos sämtlicher Typen hier behandelt.

04.01.2015 22:06    |    VincentVEGA_    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: Chrysler, Neon, PL, VEGA Motors

Damals hatten die Autos noch freundliche Gesichter
Damals hatten die Autos noch freundliche Gesichter

Herzlich willkommen zur (vorerst) letzten Folge. :)

 

Wobei dies eigentlich nur bedeutet, dass ich erst einmal einige Wochen auf Streife gehen muss, um neue Fotos von potenziellen Kandidaten zu sammeln.

Außerdem ist es irgendwie doof, wenn alle paar Tage ein neuer Artikel kommt, da geht langsam Quantität vor Qualität.

 

Dynamix hat gestern einen schönen Artikel zum USA-Fiesta vorgestellt. Da revanchiere ich mich gerne und präsentiere nun einen Ami. :)

Der heutige Kandidat ist allerdings alles andere als ein V8-blubberndes Kingsize-Monster. Vielleicht hinterlässt er uns ja seine Meinung zu diesem Euro/Japano-Ami in einem Kommentar. :)

 

Der Neon wurde 1994 von den Chrysler-Marken Dodge und Plymouth vorgestellt, um den dort immer beliebter werdenden japanischen Importen á la Toyota Corolla Einhalt zu gebieten.

Das Fahrzeug der unteren Mittelklasse stand ganz in der eigenen Designlinie mit langem Radstand und weit nach vorne reichender Fahrgastzelle. Ansonsten wurde das Rezept ungeniert kopiert: kürzer als 4 1/2 Meter, Vierzylinder, Frontantrieb, nicht so schaukeliges Fahrwerk, günstige Preise.

Der Neon wurde, obwohl für den Heimatmarkt als Verteidigungsinstrument von Marktanteilen konzipiert, auch als Chrysler exportiert.

Ehrlich gesagt hätte ich aus der Familie lieber über den 300M oder den Vision geschrieben. Aber der Neon parkte am Freitag spontan an meinem Zielort, und so macht er das Rennen.

 

Die erste Generation des Chrysler Neon wurde nur als viertürige Limousine exportiert, der mit dem Facelift eingestellte Zweitürer verließ offiziell nie die USA.

Exportmodelle wurden zwar den europäischen Gewohnheiten entsprechend mit dem kleinsten Motor (2 Liter und immerhin 133 PS, für einen damaligen Ami keine schlechte Ausbeute) und einem Schaltgetriebe versehen, doch die höheren Importpreise, denen zwar mit besserer Aussattung entgegen gewirkt wurde, machten den Neon nicht gerade zum Hit, zumal wegen mieser Zuverlässigkeit bereits 1996 eine umfassende Überarbeitung nötig war. Während nahezu die gesamte Elektrik modifiziert wurde, wurde kurz darauf auch der mickrige 42-Liter-Tank aus Stahl (!) gegen ein 47-Liter-Kunststoffbehältnis getauscht.

 

Im Jahr 1999 kam die zweite Generation auf den Markt, bei der Chrysler an den Schwachstellen des alten Modells getüftelt hat. So wirkt der Neon nicht nur optisch deutlich wertiger, er war es auch durch stark verbesserten Geräuschkomfort (der alte war wirklich kein Leisetreter) und hochwertigere Materialien. Auch am Fahrwerk, welches in der Vorversion eigentlich ganz in Ordnung war, wurde noch einmal Hand angelegt.

Das gestiegene Gewicht versuchte man mit einer kürzeren Übersetzung zu vertuschen, was sich allerdings auf der Autobahn in einem hohen Verbrauch niederschlug. Und das, obwohl der Neon in Europa (anders als in Amerika) kein Stadtauto, sondern durchaus ein Reisefahrzeug war.

Dennoch ließen sich einige Individualisten, denen ein Bora oder Octavia nicht zusagen wollte, besonders nach der Modellpflege auf den Neon ein. Mittlerweile hatte er auch nichts Billiges mehr an sich.

 

Der auf den Fotos zu sehende Neon hat die höherwertige und in Deutschland gern gewählte LX-Ausstatung, die unter anderem Alus, Nebler, Lederlenkrad, ABS mit vier Scheibenbremsen und bessere Sitze beinhaltet. Eine Klima hatte der Neon bereits vor der Modellpflege neben Zentralverriegelung, Airbags und meist auch elektrischen Fenstern serienmäßig in der LE-Version an Bord, für die damalige Zeit beachtlich.

Kurz bevor er 2002 vom deutschen Markt verschwand (in den USA lief er noch bis 2005 und bekam 2003 eine letzte Überarbeitung), erhielt er eine Viergangautomatik. Zuvor mussten Automatikkäufer mit drei (!) Gängen auskommen. So ganz konnte er die amerikanische Rückständigkeit dann doch nicht ablegen.

 

Vor einem Jahr gab es noch fast 2400 Stück von ihm, im Vergleich zu 300M und Vision ist das eine ganze Menge.

Ich persönlich finde den Neon in der zweiten Generation ziemlich ansehnlich und hoffe, dass ein paar Enthusiasten uns das ein oder andere Exemplar der Nachwelt erhalten.

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04.01.2015 22:25    |    qqtimo

Schöner Beitrag.

Ein Arbeitskollege hatte lange einen Chrysler Neon in dunkelgrün.

Rein technisch war er bis auf ein paar Elektrikprobleme bei Nässe ziemlich unkaputtbar. Aber an der Optik hatte man sich schon nach wenigen Tagen satt gesehen. :-)


04.01.2015 22:31    |    VincentVEGA_

Dann dürfte es ein Modell nach 1996 gewesen sein, die haben einen viel besseren Ruf. Da hat Modellpflege wirklich mal etwas gebracht.

Was ich leider nicht genau auf die Schnelle in Erfahrung bringen konnte war, wie viel mehr oder weniger der Neon im Vergleich zu Vento und Bora gekostet hat.


04.01.2015 23:08    |    Dortmunder 65

Ich mochte den Neon nie richtig, kann es mir aber nicht erklären warum.


04.01.2015 23:16    |    VincentVEGA_

Vor ein paar Jahren fand ich den auch ziemlich dröge, auch wenn der Innenraum des Facelifts gewonnen hat, verheimlicht er die Herkunft des Wagens nicht und das Äußere ist zwar in sich stimmig, aber langweilig.

 

Mittlerweile ist der für mich aber eine angenehme Abwechslung im Straßenbild. Die neuen Autos sehen fast alle aus wie Kampfjets und der Neon hier ist so herrlich freundlich in seiner Ausstrahlung.


04.01.2015 23:28    |    Fensterheber169

Wollte mir eigentlich mal einen kaufen da ich ihn gar nicht übel finde. Hatte auch einen angesehen. Der hatte aber am Schweller Rost. Und irgendwie fand ich den Crashtest doch etwas erschreckend. Noch dazu ist das Heck so hoch und sieht ned so doll aus mit den Lichtern.

 

Dann hatte ich mich nach einem Dodge Neon (auch SRT4) umgesehen. Aber entweder waren die getunt wie sau oder total fertig.

Die SRT sind besonders schön wie ich finde. Die US Lichter und der übertriebene Spoiler passen zum Heck. 250PS sind denk ich mal auch ausreichend.

Und von vorn ist der Dodge schöner.

Leider ist auch dieses Projekt von mir gescheitert da es zu der Zeit keinen passenden gab

 

Weiter wurde in den ersten beiden Baujahren der ersten Generation ist eine schärfere Nockenwelle drin. Der hat wohl etwas mehr Leistung. Ist jedoch auch lauter. Diese Modelle sind besser für Tuning geeignet, haben aber noch die anfällige Elektronik und den fast schon antik wirkenden Stahltank.

Ab und an konnte man das Auto auch in Serien, meist jedoch im Hintergrund, sehen.

Als Beispiel fällt mir eine der neuen Simpsons Folgen ein. Dort steht ein blauer hinter Homer auf dem Parkplatz vorm Atomkraftwerk.

 

Alles in allem für die Zeit kein schlechtes Auto und mittlerweile sehr günstig. Wenn auch mit nicht gerade zeitlosem Design versehen. Aber man fällt damit auf bzw. Kaum jemand kennt ihn.

 

Hier noch ein Werbespot zu den ich ganz witzig fand.

http://youtu.be/Z2ufmHhYBPw


04.01.2015 23:39    |    VincentVEGA_

Den Bora habe ich mir wohl ganz richtig als Gegner ausgeschaut, die holländische Autobild hat die beiden vor drei Monaten als Gebrauchtwagen verglichen.

Test

 

Ich sollte YT öfter mal benutzen :D


05.01.2015 15:55    |    Dr. Shiwago

Welch Zufall, bin Gestern an so einem - gleiche Farbe, gleiche Felgen - vorbeigelaufen.


06.01.2015 12:27    |    andis hp

Früher hat mir der Neon auch nie zugesagt. Aber heute hätte ich Spaß an einem SRT-4. (relativ) klein, kompakt und einen starken Motor unter der Haube... auch wenn es kein V8-Monster ist.

Das Cap-Forward-Design gefiel mir aber immer schon. Am besten am 300M.

 

Mfg

Andi


06.01.2015 13:13    |    VincentVEGA_

Ja, der 300M gefällt mir von allen auch am besten. Aber finde mal einen im Straßenbild. Davon lebt meine Serie und das gebe ich auch nicht auf, dass ich den Fahrzeugen real begegne.

Wobei: Mit dem Sintra habe ich es gestern ja geschafft und kann was nachreichen, Geduld zahlt sich aus. :)


06.01.2015 13:34    |    British_Engineering

Da ich die kleinere amerikanische Limousinen (z.B. Chevrolet Corsica oder Buick Skylark) gern mag, gefällt mir auch der Neon ganz gut. Die zweite Generation dieser Baureihe ist hier in der Region leider äußerst selten. Das erste Modell schien sich hier besser zu verkaufen, wobei ich nicht weiß, was der Grund hierfür war.

 

Bei den Amerikanern der kleineren Klassen war in meinen Augen oft der Innenraum der schwächste Punkt. Vieles wirkte nicht so, als sei es für längere Laufzeiten ausgelegt. Ich habe mal vor einigen Jahren in einem gebrauchten Chevrolet Cavalier aus den späten 90er Jahren gesessen. Dies dürfte das am billigsten gemachte Auto sein, das ich je kennen gelernt habe. Der Neon wirkte dagegen schon um einiges besser, wobei auch er deutlich unter vielen deutschen Angeboten in dieser Klasse lag. Der Wagen hat dafür Stil.


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