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Vader's Blog

Blog über Ideen und Gedanken aus dem Fahrzeug Alltag

Wed Dec 09 01:03:10 CET 2015    |    BigVanVader    |    Kommentare (7)

Es war soweit! Der 04.12. war da und sollte mein persönliches Highlight 2015 werden.

 

Ich bin auf dem Weg zur Motor Talk Aktion: Erlebe den Seat Ibiza Cupra in Barcelona. Also sitze ich im Flieger und warte auf den Start. Mir ist etwas flau im Magen. Ob es die Freue ist, gleich nach Barcelona zu fliegen? Ob ich realisiere wirklich auf dem Weg Barcelona zu sein? Oder liegt es daran, das ich das erste Mal wirklich in meinem Leben fliege (den Malorca Urlaub mit 3 Jahren einmal ausgeklammert)?

Bevor ich mit dem 192 PS und 320 Nm starken Seat eine Runde über den Parcmotor Castellolí fliegen lassen kann, werde ich von den 104,5 kN der A319 geflogen.

Mit dem JMaster habe ich mich im Zug auf dem Weg zum Flughafen getroffen. Es läuft alles reibungslos. Wir kommen planmäßig an. Der Freundliche Fahrer bringt uns ersteinmal zum Hotel. DER HAMMER! 5 Sterne, die wirklich 5 Sterne verdient haben. Nach einer kurzen, freundlichen Begrüßung in Lobby können wir kurz einige Impressionen des Hotels einfangen.

Auf dem Weg zum anschließenden Mittagessen konnten wir schon einmal einen Blick von außen auf das Seat Werk in Matorell werfen.

Beim Mittagessen war der Vorraum vom Kaminfeuer erwärmt. Spanier :rolleyes: 15°C und der Kamin ist an. Es gibt eine Tüte mit tollen Sachen, ein T-Shirt, Schlüsselband und ein Armbändchen.

Danach geht es weiter in die heiligen Hallen des 1993 eröffneten Werkes. Es geht im Rohbau los. Im Studium habe ich die verschiedenen Stationen doppelt und dreifach besprochen. Aber die Roboter in Wirklichkeit tanzen zu sehen ist immer wieder eine besondere Freude.

 

Es wird geschweißt, gefalzt, genietet. Mit voranschreiten der 18 h bis ein Seat Ibiza fertig ist (Ich denke unsere Flitzer hatten das ein oder andere Stündchen mehr in der Produktionsstraße) und Setzen der 1800 Schrauben, sind auch mehr Leute zu sehen, die Hand an die Karosserie legen um so dem Kunden seinen Traum ein Stück näher bringen. Übrigens sind von den ca. 7500 Leuten in der Produktion rund ein viertel Frauen.

 

Als da die Frond Ends standen und die zu 3/4 fertigen Autos neben uns standen drängte sich mir die Frage auf, wo denn der Klima Kompressor sitzt. Optisch konnte ich nur einen Wasserkühler erkennen.

In einer Produktionspause durfte ich mit dem Produktionsleiter einen genaueren Blick auf die Fahrzeuge werfen. Und jetzt weiß ich auch wie das Package gepackt ist.

 

Genug der Theorie, es soll ja schließlich gefahren werden. Die 9 Cupras hatten wir schon bei der Einfahrt in das Werk gesehen. Jetzt heißt es einsteigen.

In der Fehlannahme, dass wir am Nächsten Morgen selbst zur Rennstrecke fahren, pilotierte ich den Ibiza von Matorell in das Designhotel W. Hier mussten wir mit der Brechstange aus dem Auto geholt werden. Der Parkservice hat die Ibizas in die Tiefgarage gefahren.

Nach einem Abendessen, welches dem Mittagessen in nichts nachstand, haben wir noch zwei Kaltgetränke an der Hotelbar genossen.

Am nächsten Morgen putzte ich gerade meine Zähne. Da piept der Fernseher. Den ausgeschaltet, weiter packen. Um 7:30 soll es gen Rennstrecke gehen. Und 7:10, die Lobby ruft an: "This is your wake up call." - Vielen Dank!

Nach 2-3 Happen zum Frühstück und einer kleinen Verzögerung geht es in Richtung Parcmotor Castellolí.

Dort angekommen warten schon die Seats auf uns. Sie strahlen um die Wette. Das Wetter ist eher wie in Deutschland. Es tröpfelt bei ca. 10°C. Hier lernen wir unsere Fahrinstruktoren kennen.

Unter ihnen Mia Bardolet, Sebastian, ja Sebastian. Der ist auf jeden Fall mal Seat Cup gefahren und David... David... ich komme nicht mehr auf den Nachnamen. Auf jeden Fall, sehr netter und kompetenter Kerl! Er erläutert uns kurz den Tagesablauf und dann geht es los!

In meinem Fall fahre ich bei Phillipp (oder wie er geschrieben wird, das ist einer der Namen die es gerne in 5 verschiedenen Versionen gibt) einige Runden "Schlalom" (wir erinnern uns an die Golf GTI Werbung).

Danach darf ich selber pilotieren. Den idealen Einfahrweg in die Pylonen haben wir auf den ersten Runden ausgemacht.

 

Danach wird gebremst zumindest theoretisch. Wir verpassen die Aufforderung zum Fahrerwechsel und ich darf drei Runden mit dem Instruktor auf dem Beifahrerplatz drehen. - Die Hölle! Seine Hand bleibt die Ganze Zeit am Lenkrad und als ich gerade explodieren und ihn freundlichst fragen will ob ich auch mal darf, ist es schon vorbei.

Danach eine Übung für das vorausschauende Fahren. Wir sollen auf ein Hindernis zu fahren eine rote Lampe, die auf grün umspringt soll uns den weiteren Weg zeigen. Dieses Mal sitze ich die erste Runde am Lenkrad. Leider konzentriere ich mich zu sehr darauf, mit exakt 45 km/h auf das Hindernis zu fahren. - Auch eher mau.... Der Rekord lag am Ende bei 64 km/h.

 

Aber danach ging es mit einem kleinen Handlingparcour weiter. Hier sollte man auch die Handbremse ziehen können. Auf der Betonplatte kommt das Heck schön raus. Fast vergesse ich, dass der Seat Front angetrieben ist. Zum Handbremse ziehen komme ich garnicht. Das Kurvenräubern macht zu viel Spaß.

Dann geht es weiter auf den Kurs. geführtes Fahren.

Vier Autos in einer Reihe in zwei Gruppen. Vor uns fährt der JMaster.

Leider nimmt er die zweite Kurve etwas zu eng und schottert etwas außerhalb der Curbs. Er lässt es sicherhaltshalber etwas ruhiger angehen. Entgegen der Regel überholen wir ihn (Das so etwas zu gefährlich ist und wir uns auf jeden Fall an die Regeln halten sollen, ist uns hinterher nochmal etwas eindringlicher mitgeteilt worden). Aber es war auch etwas eng am Kurveneingang.

Danach denken wir, dass wir den Seat artgerecht bewegen. Dabei lernen auch wir kurz die Offroadeigenschaften des Ibizas kennen. Was natürlich ausgibig per Video analysiert wurde.

Eine Idee für die Experiance des Seat SUV, wie wäre es mit einer Runde neben der Rennstrecke?

Was Wirklich artgerecht heißt, hat uns im Anschluss Mia gezeigt. Wir durften Renntaxi mitfahren. Mia, David und Sebastian gaben sich die Ehre. Eigentlich sollte jeder nur eine Runde drehen. Aber so lange die Zeit nicht zu sehr überzogen war, war noch Platz für eine zweite Runde.

 

Nach einem mehr als ausgezeichnetem Abschluss Mittagessen ging es in den Flieger nach Frankfurt.

Pünktltlich um 22:15 wurde ich von meiner Freundin am Flughafen in Empfang genommen.

 

Ein mehr als gelungenes Wochenende. Ich muss zugeben, dass ich vor dem Wochenende weder Seat noch den Ibiza auf dem Zettel hatte. Es war ein Riesen Spaß und ich habe noch keine Ahnung wann ich so ein Erlebnis nochmal wiederholen kann und mag mich dem JMaster anschließen, das Lächeln ist wie ins Gesicht gemeiselt.

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Sun Oct 04 22:36:16 CEST 2015    |    BigVanVader    |    Kommentare (4)

Ich hatte den Mazda 6 Dauertestwagen von Motortalk. Leider war mein Bericht etwas zu ausführlich für die Startseite. Auch Sabines Idee hin, gibts hier den "O-Ton".

 

Quo vadis, Mazda?

 

Berlin, 07.09. 14:00: Da steht er, 175 Pferde aus der Zucht von Rudolph Diesel, eingepfercht in einem 2191 cm³ großem Aggregat aus Hiroshima. Sie warten nur darauf vom Stallmeister entfesselt zu werden und mit der geballten Kraft der Herde von 420 Nm an der Vorderachse zu zerren. So wird unser blaues Wunder in 7,9 Sekunden auf 100 km/h katapultiert.

 

 

So ähnlich waren meine Gedanken, als ich in der Motor Talk Tiefgarage vor dem Mazda 6 stand. Zu meiner Entschuldigung: Ich hatte kurz davor einen guten Burger. Daher die etwas heroischen Worte für den Familienkombi mit Dieselmotor.

 

Der Mazda6 wird zu 44 % von Privatpersonen erstzugelassen. 80 % aller Kunden greifen zu Kombi. Also ist ein Test auf Familien- und Reisetauglichkeit mehr als gerechtfertigt. Mangels eigener Kinder und fehlendem Urlaubsbudget, kann ich leider nur mit einem schnöden Alltagstest dienen.

 

Wieso eigentlich der Mazda6?

 

Vor diesem hatte ich etwas gemischte Gefühle. Mein Vater fuhr einen 626 GE Facelift. Ein wirklich sehr zuverlässiges Fahrzeug, mit integriertem Heckspoiler. Unter anderem hatte ich in dem Wagen meine ersten Fahrversuche. Der Wagen hatte 90 PS und eine etwas schwammige Lenkung. Das passte nicht ganz zum Heckspoiler. Nach etlichen Familienurlauben ist der Wagen in guter Erinnerung.

Nach meinem Auszug folgte ein Mazda 6 der ersten Serie. Ich bin selber nur einmal mitgefahren. Das große silberne Plastikplakat in der Mittelkonsole, das Klimareglung und Radio untauschbar vereinte, war noch das strahlenste an dem Wagen. Auch wenn es bestimmt ein Einzelfall war, dieser Mazda war mehr als eine Enttäuschung. Nach sechs Jahren rostige Schweller, Achsen und eine rebellierende Elektronik bescherten bereits zwei Jahren darauf einen Nachfolger. Bei dem allerdings eine Herde Elche ihre Paarhufe scharrt.

 

Der erste Eindruck

 

Von daher hat es mich sehr interessiert, wie es mit dem aktuellen Mazda 6 steht. Von außen macht der Mazda dank der Kodo Designlinie auch ohne Frittentheke einen sportlichen Eindruck. Diese kommt zwar nicht aus der Sternenmitte, ist aber mindestens genau so brandheiß wie die vorherige Furai Linie.

 

 

Die sportlichen Linien sorgen zwar für einen hervorragen cW Wert von 0,27. Allerdings fällt mir wie schon im ersten Test auf, dass sich dadurch das Ende des PKWs über die Außenspiegel nicht abschätzen lässt. Soviel zu Form follows Function. Abhilfe schafft die Rückfahrkamera, sowie Sensoren an der Front und dem Heck. Die Rückfahrkamera steht für die unteren Ausstattungslinien nicht mal gegen Aufpreis zur Verfügung. Die Sensoren der Einparkhilfe gibt es ab der mittleren von drei Ausstattungslinien: „Exclusive-Line“.

Zur generellen Übersicht war ich trotzdem überrascht. In meiner Sitzposition war sie wirklich gut. Was natürlich an meinen 1,93 m Körpergröße liegen kann. Die Sitzlehne musste ich etwas weiter nach hinten stellen, als vom ADAC empfohlen. Das Streichen der Haare am Dachhimmel war mir dann doch etwas unangenehm.

Wenn ich z.B. aus einer Einfahrt rausfahren will und mich nach vorne lehne, habe ich einen „Bilndflug“ von 80 cm, bis ich nach der Ecke den vollen Einblick nach rechts habe. Angesichts der langen Motorhaube hätte es auch mindestens ein Meter sein können.

 

 

Alles im Blick ?

 

Da fällt mir auch das erste Problem der Einparkhilfe auf. Die vordere schaltet sich erst nach vorheriger Rückwärtsfahrt ein. Das ist kein spezielles Problem des Testwagens. Ich würde mir allerdings wünschen, dass die Sensoren bei niedrigeren Geschwindigkeiten immer aktiv sind. In Parklücken z.B. vor dem Supermarkt bietet es sich an vorwärts einzuparken. Da es hier Eng zugehen kann und diese nach vorn durch einen hohen Bordstein begrenzt sein können, wären die Piepser wünschenswert.

 

 

Was die Übersicht nach hinten angeht, habe ich ein kleines Experiment durchgeführt. Mangels eigener Kinder habe ich mir die Enkeltochter von meinem Vermieter ausgeliehen. Für den Bericht nennen wir sie einfach Fienchen.

 

Unser drei Käse hoch ist 4 Jahre alt und 1,04 m groß.

 

 

 

 

Auf ihrem Bobbycar bleiben 0,84 m übrig. Angenommen, ich parke vorwärts vor dem Supermarkt ein und will nach erfolgreichem Einkauf rückwärts ausparken. Um von unserem Probekind den gesamten Kopf sehen zu wollen, darf es in einem Abstand von 1,34 m hinter dem Auto langlaufen. Auf dem Bobbycar wären es stolze 2,83 m. Gut der Test war alles andere als wissenschaftlich oder repräsentativ.

 

 

 

 

Interessant fand ich das allemal. Aber zum Glück ist die Rückfahrkamera mit Sensoren und dem Fahrlinienpiktogramm verbaut. Hier kann man nicht nur sehen, wenn Fienchen, Jan-Leon oder Claire-Cantal hinter dem Auto ihre Runden drehen. Dank des Piktogramms kann man sehen wo sich der Wagen hinbewegen will und wieviel Platz benötigt wird. Das ist sehr dankbar beim Rangieren, auf dem Hof von Mehrfamilienhäusern oder auf dem was heute in Neubaugebieten Zufahrt genannt wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie steht es mit der Standfestigkeit der Karosserie?

 

Im Euro Ncap gab es 2013 fünf Sterne. Im Notfall hält sie also stand. Aber wie schaut es mit der Standfestigkeit aus wenn es nicht um Sekunden, sondern um Jahre geht?

Heckklappe sowie Kotflügel sind aus Kunststoff und somit schon einmal safe. Besonders positiv finde ich bei der Heckklappe, dass sie dadurch sehr leicht ist. Dafür lässt sie sich aber auch nicht gegen Aufpreis elektrisch betätigen.

 

 

Am Unterboden Glänzt der Mazda dafür. Also eigentlich macht er das genau nicht. Die Blechstöße sind versiegelt und dazu findet sich mehr Wachs als auf Fienchen nach dem ersten Mal Kerzen ziehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Selbst die Dreieckslenker sind in Wachs eingehüllt. Die Hohlräume triefen vor Wachs. Da wo kein Wachs zu sehen ist, ist der Unterboden durch Plastikabdeckungen geschützt.

 

 

 

 

 

 

Auch mit Unterbodenschutz wurde nicht gegeizt. Laut Aussage des Mazda Partners kamen die Rostprobleme unter anderem durch geklebte Karosserieteile, an denen der Klebstoff Wasser gezogen hat. Das Problem ist abgestellt. Der Underbody of wachs hingegen ist eine Spezialbehandlung, die die Fahrzeuge nach ihrer Ankunft in Antwerpen erfahren. So sollte also auch der zweite oder dritte Besitzer seine Freude mit dem Auto haben.

 

 

 

 

Alles beim alten?

 

Schaue ich mir den Mazda von vorne an, frage ich mich, wo denn das Face geliftet wurde.

Und da ist tatsächlich ein Fältchen verschwunden. Die Reinigungsdüsen für die Scheinwerfer fehlen. Anstatt der Xenonbrenner ist nun ein Adaptives Voll LED Lichtsystem verbaut. Dazu gehören auch die Nebelscheinwerfer. Wenn das Fernlicht eingeschaltet ist, wird die Straße sehr hell und gleichmäßig ausgeleuchtet. Der Gegenverkehr und vorausfahrende Fahrzeuge werden automatisch ausgeblendet. Das Licht passt sich sogar verschiedenen Fahrsituationen an. So gibt es bei Geschwindigkeiten von unter 40 km/h einen besonders breiten Lichtkegel, der auch das Kurveninnere beim Abbiegen ausleuchtet. Auf der Autobahn werden vorausfahrende oder entgegenkommende Fahrzeuge ausgeblendet.

 

 

 

Bei dem Blick in die dunkel dreinblickenden Scheinwerfer mit dem breiten Kühlergrill kann ich verstehen, wieso selbst Linksspurschleicher auf der Autobahn Platz machen. Die bekannt und gehasste Situation, freie Autobahn und wenn man mit 140 km/h die Mittelspur genießen will, ist jemand vor einem, der strickt 120 km/h fährt.

 

 

 

So imposant die Front gestaltet ist, bei näherer Betrachtung fällt mir auf, dass der untere Rand der Chromspange unsauber verarbeitet ist. Die beiden Hälften sind nicht ganz deckungsgleich gefügt. Unschön finde ich auch die Schwingen des Mazda Adlers. Der hat sein Horst hinter einem dicken Softaufkleber. Das passt meiner Meinung und der einiger anderer Mazda Fans nicht ganz zu den Restlichen Chromleisten des Kühlergrills.

 

 

Vor dem Auto fällt mir noch auf, dass die Motorhaube auch nicht hundertprozentig hinter dem Kühlergrill eingepasst ist und steht wenige Millimeter über. Einige Millimeter Platz sind auch an den Rückleuchten an der Heckklappe. Das beweisen die Überreste einer kleinen Spinne, die sich hinter das Glas verirrt hatte.

 

 

Wo ich schon mal vor der Motorhaube stehe, öffne ich sie. Wer an dieser Stelle einen Motorhaubenlifter vermisst, kann einen Satz für 120 € im Zubehörhandel erstehen.

Der Motorraum als solches kommt klar strukturiert daher. Auch wenn er gut gefüllt ist, sind die einzelnen Elemente klar zu erkennen und nicht unter einer breiten Plastikabdeckung versteckt.

Öl, Kühlwasser, Scheibenwischwasser oder auch Bremsflüssigkeit lassen sich problemlos erreichen. Die Hoch- und Niederdruckleitung der Klimaanlage oder auch das Motorsteuergerät sind einfach zu erreichen, ohne dass Teile wie die Frontschürze abgebaut werden müssen oder ich tief in den Motorraum tauchen müsste.

Dank schlüssellosem Zugangssystem, kann man den Schlüssel in der Hosentasche lassen. Ein Druck auf den Knopf am Türgriff reicht um den Fahrzeuginnenraum zu entern. In den Fahrzeugeinstellungen lässt sich auch ein Verriegeln bei Verlassen einstellen. Auf Annäherung geht der Wagen nicht von alleine auf. Der bei einigen Freiwilligen Feuerwehren bis heute gebräuchliche Le Mans Start lässt sich so nicht optimieren.

 

 

 

Weiter geht’s im Innenraum

 

Da sehe ich als erstes Karakuri. Nein, das ist kein Feuerfisch aus dem Ost chinesischem Meer. So heißt das Sitzsystem! Es bezieht sich speziell auf die Rücksitzbank. Diese lässt sich im Verhältnis von 60:40 umklappen. Das geht sogar per Hebel vom Kofferraum aus. So etwas wie eine Ski-Durchreiche gibt es nicht. Die Liegefläche die sich ergibt ist auch nicht perfekt eben, aber über vielleicht 10° Steigung will ich mich nicht streiten. Nur beim Übernachten im Auto, würde ich meinen Kopf die Schräge hinauf legen. Immerhin gilt bei einem bekannten Festival in Hildesheim der Kombi schon als Wohnmobil. Was mich dagegen stört ist, dass die 60 % der Rückenlehne aus Sicht der Linkslenker auf der falschen Seite sind.

Schade finde ich auch, dass sich der Beifahrersitz nicht nach vorn umklappen lässt. Das ist der guten Kontur der Vordersitze geschuldet. Wenn ich nur den Sitz hinten rechts umklappe, können Pakete mit einer Länge von 209 cm, einer Tiefe von 39 cm und einer Höhe von 30 cm verstauen. Wenn der Beifahrersitz nach hinten geklappt wird, könnte das Paket auch 279 cm lang sein. Aber dafür ist der Sitz nicht gedacht und ich will ihn so auch nicht belasten.

Wenn also der Löwenanteil der Fondrücklehne und der Beifahrersitz in Reihe umzuklappen ginge, hätte der Mazda6 hätte das Prädikat Lademeister verdient.

 

Aber Platz ist vor der kleinsten Hütte

 

Eine Zubehöranhängekupplung kostet beim Neuwagen 920 € und ist abnehmbar. Eine Nachrüstung ist ohne tieferen Eingriff in das Fahrzeug möglich. Kühler und Bremsen können am Auto verbaut bleiben. Wenn der Vorbesitzer diese Kleinigkeit vergessen hat, kostet die Nachrüstung bei Mazda 1000 € für ein starres Exemplar oder 1200 € für die Abnehmbare.

 

Das war es aber schon, was es am Laderaum auszusetzen gibt. Die minimalen 522 l sind vereint in einem großen Laderaum. Auch die maximalen 1664 l verstecken sich nicht hinter Nischen oder unter doppelten Böden.

 

 

Sie können vollgeladen werden, bis die 488 kg Zuladung erreicht sind. Eine etwas durchtrainiertere Sports-Line könnte 605 kg zuladen. Das höhere Leergewicht von Automatik- oder Allradversion sind mit einem höheren Gesamtgewicht bedacht. Da darf ich nicht vergessen, in dem Leergewicht ist der Fahrer mit 75 kg vorgesehen ist. Die 62 l des Kraftstofftanks gehen zu 90 % in das Leergewicht ein. Kühle Rechner specken an dieser Stelle ein paar Kilos ab und fahren nur noch mit halben Tank zum Baumarkt.

Im Gepäckabteil wartet eine 12 V Steckdose, z.B. für die elektrische Kühlbox. Am Ende des Kofferraums gibt es auf beiden Seiten einen ausklappbaren Hacken für kleinere Einkaufstüten. Im Kofferraum gibt es des Weiteren vier Ösen zur Befestigung von Ladung. Wenn der Sohnemann sich den Wagen nachts ausleiht um „Nur mal, ne Runde zu biken.“ Könnte dieses sogar ordentlich gesichert werden.

 

 

Jetzt klappe ich die Rücksitzbank ganz schnell wieder hoch. Dabei fallen mir die beiden Haken an der C-Säule erst nicht auf. Hier können die Gurte eingehängt werden, während die Rücksitzbank umgeklappt ist. Das ist sehr praktisch, da der Gurt sonst beim Hochklappen hinter der Rückenlehne hängen bleibt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn ich es mir in der zweiten Reihe gemütlich machen will, kann ich aus der Mittelsitzlehne eine Armlehne herausklappen. Neben genügend Platz fürs Reise Kniffel, zwei Getränkehalter z.B. für die heiße Schokolade von der Raststätte und auch die Schalter für die Sitzheizung der äußeren Fondsitze. Die Heizung ist dabei, wenn die Lederausstattung bestellt wird.

 

 

Zwischen den beiden Vordersitzen gibt es Lüftungsdüsen für Reihe zwei. In den Türtaschen ist genug Platz für eine 1,5 l PET Flasche. Nachdem ich den Fahrersitz wie oben beschrieben eingestellt habe, hab ich einfach mal hinter „mir“ Platz genommen. Und es passt. Bis Korsika müsste ich da nicht mitfahren, aber für den Weg zum Abend in der Oper oder zum Eishockey Spiel würde es mir reichen.

 

Natürlich verfügt der Mazda auf den Fondsitzen über Iso-Fix Kindersitzhalterungen. Da ich wie oben beschrieben, keine Kinder habe und ich Fienschens Eltern nicht zumuten wollte, ihre Kindersitze zu entknoten, überlasse ich an dieser Stelle Heiko Johannsen das Wort. Er ist seines Zeichens stellvertretender Leiter der Verkehrsunfallforschung an der Medizinischen Hochschule in Hannover und Geschäftsführer der CSC Car Safety Consulting UG in Berlin:

 

„Der Mazda 6 Kombi bietet mit 2 ISOFIX-Sitzplätzen auf der Rückbank und Platz für alle vorwärts und rückwärts gerichteten ISOFIX Größenklassen sowie dem serienmäßig verbauten Schlüsselschalter zur Airbagdeaktivierung gute Voraussetzungen für die Nutzung von Kindersitzen aller Art. Das Fahrzeug bietet ausreichend Platz, um auch größere Sitzerhöhungen mit Rückenlehne uneingeschränkt nutzen zu können bzw., den Sitz vor einer eingebauten Babyschale nur geringfügig zu beeinträchtigen. Durch die serienmäßige Höhenverstellung des Beifahrersitzes können auch auf diesem Sitzplatz problemlos Kindersitze mit Stützbein eingebaut werden. Die ISOFIX-Verankerungen und die Verankerung für den oberen Haltegurt sind leicht zugänglich und einfach zu finden. Verwirrend für den Verbraucher könnte die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs sein – hiernach sind keine semi-universellen vorwärts gerichteten ISOFIX-Kindersitze zugelassen (insbesondere Kindersitze mit Stützbein) obwohl ausreichend Platz zur Verfügung steht und bzgl. der gleichen Kindersitze in gegurteter Form keine Angaben gemacht werden. Wie bei den meisten anderen Fahrzeugen dieser Klasse ist der Abstand der unteren Gurtverankerungen auf dem rückwärtigen Mittelsitz zu klein, um alle universellen Kindersitze anschnallen zu können.“

 

 

Es hört sich für mich so an, dass Mazda hier noch in Details etwas nacharbeiten könnte.

 

Von der Lounge in den Club

 

Nachdem ich mir den Wagen von vorn bis hinten angesehen habe, mache ich es mir Endlich auf dem besten Platz im ganzen Auto gemütlich. Dem Fahrersitz! Der liegt etwas tief in der Karosserie und ist wie die restliche Bestuhlung in schwarzem Leder gehalten. Eine der wenigen Posten in der Aufpreisliste der Sports-Line, für 1900 €. Armlehne, Mitteltunnel und Zierleiste am Armaturenbrett sind in braunem Leder gehüllt. Für schlanke 1643 € (Materialpreis) kann das braune Leder durch schwarzes Alcantara ersetzt werden.

Anstatt der schwarzen Lederausstattung könnte auch für weitere 300 € weißes Leder bestellt werden. Die Kombination aus einer hellen Innenausstattung und Kindern soll nicht empfehlenswert sein. Obwohl auch mit weißer Innenausstattung die Rückenlehnen der Vordersitze in schwarz gehalten sind. Das sollte also eher mit schmutzigen Kinderschuhen in Einklang zu bringen sein.

Am Dachhimmel ist mittig ein Fach für die Sonnenbrille. Darunter kommt der abblendbare Rückspiegel. Der ist an der Abdeckung einer ganzen Batterie von Kameras und Sensoren befestigt. Darunter verliert sich mein Blick in der großen Frontscheibe. Und fängt sich in der kleinen Scheibe. Die gehört zum Head Up Display. Dieses ist ausschließlich in der Sports-Line verbaut. Auch ohne Uhrenanzeige tritt es die optische Nachfolge der Digitaluhr in der Mittelkonsole an. Nach etwas Feinjustierung in den Fahrzeugeinstellungen kann ich alle Angaben in dem kleinen Bildschirm erkennen. Geschwindigkeit, aktueller Status des Spurhalteassistenten und des Abstandswarners. Nicht zu vergessen, die aktuelle Geschwindigkeit des Limiters oder Tempomaten.

Eine Etage tiefer liegen die Rundinstrumente. Drehzahlmesser, Analogtacho und ein Display für den Boardcomputer. Nachdem ich mich an die digitale Anzeige des Headupdisplays gewöhnt hatte, war ich schon etwas enttäuscht, wenn der Blick sich dann doch mal auf den normalen Tacho verirrt. Die Digitale Anzeige hat es mir sehr angetan und sie holt die Generation Y von der Spielekonsole ab. Im Bordcomputer gibt es Informationen zur Durchschnittsgeschwindigkeit, Aktuelle Aktion des Spurhalteassistenten, eingestellte Geschwindigkeit in Limiter und Tempomat, momentaner Verbrauch und Durchschnittsverbrauch. Den habe ich mir nicht verständlicher Weise von 7,0 auf 7,1 l gesteigert. Das könnte aber auch an dem überwiegenden Kurzstreckenbetrieb liegen.

Im Display gibt es auch aktuelle Meldungen, wie dem Wunsch zum Öl Service gebracht zu werden oder wenn eine Tür offen gelassen wurde. Am unteren Rand der Anzeige ist die Tanknadel digitalisiert eingeblendet.

 

Fest im Griff, das Lenkrad

 

Vor dem Kombiinstrument schwebt das sportliche, horizontal und vertikal einstellbare Lenkrad. Auf dem sind fünf Knöpfe und sechs Wippen untergebracht. Damit lassen sich alle wichtigen Funktionen steuern, die so während der Fahrt anfallen. Wie Lautstärke, Boardcomputer Informationen umschalten, Eingabe der Sprachsteuerung aktivieren, Abstand zum Vordermann wählen. Auch Limiter und Tempomat lassen sich ein und ausschalten.

Neben dem Lenkrad gibt es noch drei weitere Schaltergruppen. Links neben dem Lenkrad finden sich Schalter zum Ein- und Ausschalten von verschiedensten Funktionen wie das i-stop, ESP, Spurhalteassistent, Rückfahrwarner. Der gewünschte Reifendruck lässt sich hier ebenfalls einstellen.

Bei europäischen Fahrzeugen wäre hier der Lichtschalter zu finden. Aber beim Mazda ist der am Blinker Hebel.

 

Prima Klima

 

In der Mitte des Armaturenbrettes steht ein zweites Display. Auf das gehe ich später ein. Unter dem Display ist eine Schaltergruppe für die Klimatisierung. Die lässt sich sogar für Fahrer und Beifahrer getrennt regeln und macht einen hervorragenden Job. Während meine Beifahrerin die Sitzheizung auf Stufe 3 einschaltet und testet bis wieviel Grad die Klimaautomatik geht, stelle ich meine Seite auf wohlige 20°C ein. So kehrt etwas asiatische Gelassenheit während der Fahrt ein.

Unter den Reglern ist der CD Schlitz. Für die jüngeren Leser, CDs sind dünne, runde Scheiben in denen Vertiefungen eingeprägt sind. Über diese Vertiefungen können per Laser Daten ausgelesen werden. So ähnlich wie die Nadel bei der Schallplatte. Ich mache lieber beim Mazda weiter.

Eine Etage tiefer kann ich die Jugend wieder einfangen. Hier ist eine Ablage, in die die gängigen Handys, pardon Smartphones passen. Direkt daneben ist eine 12 V Buchse.

Eine weitere 12 V Buchse in dem Fach unter der Mittelarmlehne. Neben jeder Menge Platz sind hier zwei USB Anschlüsse und die SD Karte für das Kartenmaterial. Mir fehlt die Möglichkeit ein Kabel aus dem Fach rausführen zu können.

Vor der Mittelarmlehne sind zwei Getränkehalter, die sich per Rollo verstecken lassen. Die Halter sind wie gemacht für den Thermobecher und die 0,5 l PET Flasche. Die kleine Kaffeebar passend zum braunen Leder.

Wenn Montagmorgen 0,4 l Kaffee nicht reichen, findet eine angemessene Menge Cola auch ihren Platz in den vorderen Türtaschen.

 

Alles im Griff

 

Die Schaltergruppe vor den Getränkehaltern umfasst einen großen Dreh-Druckregler, mit dem werden Radio, Telefon, Navi und Apps gesteuert. Auch die wichtigsten Fahrzeugeinstellungen können hier vorgenommen werden. Der Dreh-Drückregler wird von fünf Tasten unterstützt. Die sind für die Favoriten, Zurück, Navigation, Radio und Homebutton. Rechts daneben ist noch ein kleiner Drehschalter für die Lautstärke. Den hab ich im Fahrbetrieb schneller gefunden, als die Taste am Lenkrad. Überhaupt, nach der Fahrt aus Berlin hatte ich die fünf Knöpfe und den Dreh Drückregler unter Kontrolle, ohne hinschauen zu müssen. Leider fehlt beim Radio ein digitaler Radio Empfang. Den habe ich auch nicht in der Preisliste gefunden.

 

Etwas schade finde ich die kratzempfindlichen Zierelemente in der Mittelkonsole und der Türverkleidung. Nach rund 16.000 km haben sich meine Vorgänger schon mit einigen Kratzern verewigt. In den Türen sind die serienmäßigen elektrischen Fensterheber eingebettet. Also beides Flächen die auch mal berührt werden. Die Zierleisten in den Türen sind schief eingebaut. Leider ist auch das Handschuhfach auf der linken Seite schief eingepasst.

Im Zweifelsfall lassen sich die wichtigsten Funktionen über die Spracheingabe regeln. Leider hat bei mir die Navigation per Sprachbefehl nicht einmal komplett funktioniert. Dafür ist die Toucheingabe während der Fahrt blockiert. Das wirkt mehr wie ein Bug denn ein Feature. Ist aber tatsächlich so gewollt. Ich finde, eine kombinierte Eingabe zwischen dem Dreh-Drückregler und zwei Klicks auf dem Touchscreen ist weniger ablenkend als eine Viertelstunde vergebliche Spracheingabe. Zumal es Untersuchungen gibt, dass die Eingabe per Sprache genauso ablenkend ist wie die Bedienung per Schalter.

 

Auf geht's, ab geht's!

 

Wo wir bei Schaltern sind, der wichtigste ist gleich neben dem Kombiinstrument. Der Ein-/Ausschalter für den Motor. Der Leuchtet rot, wenn ich mich mit Schlüssel im Auto befinde. Sobald das Kupplungspedal getreten ist, wechselt der Schalter wie die Startampel auf Grund und wartet darauf gedrückt zu werden.

Leise startet der Motor und bleibt im Hintergrund Präsent. Das passt ganz gut zur sportlichen Gesamtausrichtung des Fahrzeugs.

In Zahlen sieht das wie folgt aus: Ausgeschaltet ist Stand messe ich 21.7 dB im Innenraum. Starte ich den Motor, komme ich auf 46 dB. Mit Lüftung ohne Radio sind es 53 dB. Zum Vergleich ein normales Gespräch kommt auf 55 dB.

Im Fahrbetrieb sieht es so aus, dass ich bei 30 km/h im 3. Gang 59,7 dB messe. Bei 70 km/h im 5. Gang sind es 65 dB. Danach wird es etwas schwer, da es auf der Autobahn viele verschiedene Arten von Bodenbelag gibt. Zum Beispiel komme ich auf Beton mit 140 im 6. Gang auf 73,3 dB. Auf offenporigen Asphalt sind 66,9 dB möglich. Wären der Messfahrt hat es geregnet. Darum und wegen des dichten Verkehrs war eine Messung bei 200 km/h nicht möglich. Kritisch sehe ich die Windgeräusche, die ab 140 km/h relativ ungefiltert in den Innenraum weiterleitet werden. Dadurch kann es im Innenraum relativ laut werden.

 

Hier geht's rund

 

Ab 50 km/h treten eh die Reifen geräuschmäßig in den Vordergrund. Auf dem Testmazda ist eine Radreifenkombination in der Dimension 225/45R19 92W verbaut. Als Reifen sind Bridgestone Turanza T001 verbaut. Hier merke ich, dass der Abrollkomfort auf Grund des Felgendurchmessers etwas eingeschränkt ist. Gerade auf Querrillen macht sich das bemerkbar. Die in dunklem Silber gehaltenen Felgen mit dem schmissigen Namen „Design 61“ sind die einzigen Felgen für die Sports-Line.

Das Fahrwerk als solches ist komfortabel abgestimmt, kommt aber auch nicht ist schwimmen. Auch wenn die Dämpfer gut gehen, nach der Durchfahrt von Schlaglöchern ist ein Quietschen hinten rechts zu hören. Ob es sich aber wirklich um den Dämpfer handelt weiß ich aber nicht.

Wer es den noch etwas sportlicher will, kann um 30 mm kürzere Federn bei Mazda im Zubehör kaufen.

 

Mehr Assistenten als Anna Wintour

 

Nun aber weiter im Fahrbetrieb. Ob hier eine City Notbremsfunktion oder City Not Bremsfunktion verbaut ist, wollte ich im öffentlichen Stadtverkehr nicht testen. In der Stadt empfiehlt sich ebenfalls der Limiter. 50 km/h fühlen sich schnell wie 30 an. Der Tempomat lässt sich zwar ab 30 km/h dazu schalten, wird aber durch bremsen pausiert. Was in der Stadt etwas öfter vorkommen kann. Auf der Autobahn lässt es sich damit ganz entspannt dahinrollen. Wenn der Vordermann langsamer als man selber fährt, bremst der Mazda von alleine ab und sobald die Bahn frei ist gibt er von alleine Gas. Wenn links doch mal wer langsamer unterwegs sein sollte, überholt der Mazda rechts. Also darf sich Papa auf der Urlaubsreise nicht zu sehr auf die Runde Reisekniffel konzentrieren. Wenn links und rechts eine Fahrbahnmarkierung vorhanden ist, funktionier auch der Spurhalteassistent ausgezeichnet. Per Lenkeingriff wird das Auto in der Bahn gehalten. In Baustellen mit den gelben Markierungen kommen die Sensoren allerdings etwas durcheinander. So darf ich gegen die Elektromoren der Lenkung arbeiten. Welche Linien gerade erkannt sind, wird im Display angezeigt.

Ausgezeichnet hingegen funktioniert der Spurwechselassistent. Ab 30 km/h gibt es einen dezenten Hinweis, dass jemand schräg hinter dem Fahrzeug unterwegs ist.

An weiteren Systemen gibt es zum Beispiel noch das Start-/Stoppsystem. Das funktioniert soweit ganz gut. Allerdings gibt es eine ganze Menge Kriterien, wieso der Wagen nicht an der Ampel oder im Städtischen Stau Aus geht. Wie zum Beispiel, wenn die Lüftungsdüsen auf die Scheibe gestellt sind.

 

Der Fehler befindet sich zwischen Lenkrad und Sitz - Read the fucking Manual!

 

Einen wichtigen Tipp habe ich von einem Mazdaverkäufer bekommen, den ich durch Zufall getroffen habe. So lange der Boardcomputer keine Fehlermeldung rausgibt oder eine Warnlampe leuchtet, ist das System generell betriebsbereit. Was ich nicht mit der Bedienungsanleitung rausbekomme steht meistens schon auf Motor Talk. Im Zweifelsfall steht auch noch der Mazda Händler zur Verfügung.

Sonst fährt der Mazda spitzenmäßig. Die Lenkung ist angenehm Präzise und die Schaltung leichtgängig. Die Motorisierung ist mehr als ausreichend. Der Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h auf die Autobahn geht angenehm schnell. Der Mazda wirkt dabei nie wirklich angestrengt. Der Turbo mit verstellbaren Schaufeln sorgt für eine Charakteristik wie ein Saugmotor. Ich bin auch nie in ein Turboloch gefallen.

 

Kassensturz

 

Am Schluss interessieren mich noch ein paar Kosten. Mit 39.999 € ist der Mazda reichhaltig ausgestattet. So ziemlich alle Aufpreis pflichtigen Extras sind verbaut. Hier merkt man das dritte K, nämlich Kaizen. Für die drei Varianten Prime-Line, Exclusive-Line und Sports-Line gibt es kaum eine Möglichkeit die Ausstattung zu erweitern. Dadurch sind die Varianten in der Herstellung etwas begrenzter. Was aber nicht heißt, dass im Nachhinein noch etwas geändert werden kann. Wenn ich einen gebrauchten Mazda6 in der Exclusivline kaufe, bei dem sich der Vorbesitzer die 600 € Aufpreis für die Navigation gespart hat, kann die Funktion für etwa den doppelten Preis nachträglich freigeschaltet werden. Übrigens sind die ersten drei Jahre die Kartenupdates kostenlos. Jedes weitere Update kostet 80 bis 90 €. Der Meister in der Mazdawerkstatt meinte aber, um das Kartenupdate kümmern sich Kunden meistens selbst.

Was die weiteren laufenden Kosten angeht. Eine kleine Inspektion kostet 250 € die große 400 bis 500 € je nach Umfang. Sollte bei der Inspektion rauskommen, dass die Bremsenscheiben getauscht werden müssen, kosten diese inklusive Bremsbeläge 625€ an Material. Laut Werkstattmeister sind die Bremsen aber sehr standfest. So ist von dem Vorfacelift Modell noch kein Fahrzeug bei ihm in der Werkstatt für Bremsen gewesen.

Die Kfz Steuer beträgt aktuell 261 €. Ich habe die Haftpflicht- und Teilkasko Einstufung gerade nicht zur Hand. Aber die Kosten waren auch hier überschaubar.

In meinem Fall kann ich das Auto nicht in eine Garage stellen, daher würde sich noch eine Standheizung anbieten. Die kostet für einen Benziner mindestens 1080 €. Mit Handy Fernsteuerung 1480 €. Beim Testmazda wären es 1069 € für die Standard Standheizung. Mit Handy Fernsteuerung 1569 €. Bei allen vier Varianten kommt noch ca. 4 h Montagearbeit in der Werkstatt hinzu. Die Standheizung kommt übrigens nicht aus dem Mazda Original Zubehör. Es gibt noch eine ganze Reihe an Zubehör, was für den Mazda außerhalb der Preisliste beim Händler geordert werden kann. Nur selten sind sie mit einem Mazda Logo versehen. Dadurch verlangt auch das Autohaus die gleichen Preise wie auch andere Ladengeschäfte und liegen in einem Fairen Rahmen.

 

Fazit

 

Mein Fazit ist mehr als positiv. Bei dem was den Spaß am Auto ausmacht, ist der Mazda6 ganz vorn mit dabei. Der Bietet gute Fahrleistungen, Karosserie und Motor sind nicht nur bei dem Testfahrzeug auf Dauerfestigkeit ausgelegt. Das hier und da eine Zierleiste nicht ganz sauber sitzt und das Infotaiment nicht ganz auf Höhe der Zeit ist stört mich nicht. Dafür ist hier viel Auto für das Geld geboten.

Mein Rubinroter Traum für 40.306 € wird von 192 Pferden befeuert. Die werden auf 2488 ccm gehalten und stammen vom Gestüt des Nicolaus August Otto. Die haben es weniger zugig im Stall und meine Jahreskilometerleistung passt besser zum Benziner. Aber wenn es erst wird, werde ich das nochmal durchrechnen.

Übrigens sind in dem Gesamtpreis rund 3.000 € für Chichi enthalten, wie das Alcantara, Alupedale, Beleuchteter Fußraum und Edelstahl Einstiegsleisten. Aber auch die abnehmbare Anhängekupplung. Falls ich in der Familienplanung keine 40.000 € über habe, könnte es durchaus ein guter Gebrauchter werden.

 

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