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02.02.2016 22:11    |    tommy_c20let    |    Kommentare (15)    |   Stichworte: B, Omega, Opel

"Spezialisten leisten etwas besonderes."

 

Als Fahrer eines speziellen Motortyps wäre es der absolute Glücksfall, einen Tuner zu finden, der sich nur mit dieser Motorenfamilie befasst und nicht nur hervorragende Kenntnisse der Motorsteuergeräte-Software hat, sondern sich auch in der Schrauberpraxis an der Motorhardware auskennt, in dem er Änderungen / Umbauten erfolgreich mit der darauf abgestimmten Software kombinieren kann und sogar selber ein solches Modell fährt. Hier kann man als Kunde davon ausgehen dass der gewählte Tuner all seine Phantasie und Leidenschaft in das Tuning dieser Motoren steckt.

 

Je mehr "Nebenaktivitäten" ein Tuner gegenüber diesem eher theoretischen Ideal verfolgt, z.B...

 

- eine riesige Tuningsoftwarepalette für nahezu alle Hersteller und Fahrzeugmodelle

- Massenabfertigungs-"Tuningaktionen in Ihrer Nähe" als Kleinst- oder 1-Mann-Unternehmen

- Fahrwerkstuning

- Karosseriestyling

- Neu- oder Gebrauchtwagenhandel

- Ersatzteile- und Zubehörhandel, Auto-Hifi usw.

 

..umso eher wird die Kundschaft zugekaufte Tuningsoftware bekommen, wobei natürlich jeder Geschäftsmann bestrebt ist, für zugekauftes Know-How nur das Nötigste auszugeben. Aber selbst wenn solch ein Anbieter nicht die "wirtschaftlichsten" (billigsten) Softwarequellen anzapft, wird er aus den weiter unten genannten Gründen bestenfalls zweitklassige Tuningkonzepte an seine Kundschaft weiterreichen können.

 

 

Gibt es einen Eingangs-Check?

 

Man achte darauf, ob der Tuner vorher den Motor gründlich überprüft (per Diagnosegerät, ggf. Kompressionstest, Messfahrt mit IST-Datenaufzeichnung und anschließender Auswertung usw.), denn nur intakte Motoren welche ihre Soll-Werte erreichen sind brauchbare Tuningobjekte.

 

Ergibt eine evtl. Messfahrt vor dem Tuning Probleme mit der Leistung und ignoriert der Tuner das Problem oder will es nur per Software ausgleichen anstatt dem Besitzer zu empfehlen die Ursachen zu beseitigen, so sollte man das Tuning auf später (oder zu einem anderen Anbieter) verlegen nachdem der Defekt behoben ist.

 

 

Kommunikation

 

Bei ausreichendem eigenem Wissen fragt man den Tuner, welche grundlegenden Änderungen er im Motormanagement vornimmt. Kommen dann nur Pauschalantworten wie "mehr Kraftstoff", die nicht näher präzisiert werden können, dann weiß der Tuner vermutlich selber nicht wirklich, was er eigentlich macht.

 

Sei es weil er an verschiedenen Kennfeldern rumdreht von denen er weiß dass sie "etwas" bewirken, aber gar nicht genau weiß was diese konkret wirklich tun oder sei es weil er ein fertiges File irgendwo günstig gekauft hat und gar nicht weiß was der ursprüngliche Ersteller des Files getan hat da er es ja nur aufspielt. Wer würde sich wohl von einem Arzt operieren lassen, der "irgendwas kleines" herausschneidet? ;)

 

 

Der Preis ist heiß?

 

Man meidet Tuner, die sich gegenseitig im Preisdumping überbieten, denn in deren Sortiment an Tuningfiles sind gute Files ein absoluter Glückstreffer, auf den zu hoffen mehr als blauäugig ist - auch weil Tuner mit gehobenem Know-How dazu neigen, die Parasitenkonkurrenz absichtlich mit schlechten Files zu versorgen, um bei deren Kunden früher oder später einen Katzenjammer über das vermeintliche Schnäppchentuning zu provozieren.

 

Also Augen auf! :p

 

Viele Grüße,

Thomas

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03.02.2016 14:34    |    the_WarLord

Da wird's ganz schnell ganz eng bei den Tunern...

 

Die Energie, welche du augescheinlich in deine eigenen Fahrzeuge investierst, investieren nicht viele. Vorallem wenn's dann an Spezialitäten ala geänderte Nockenwellen, bearbeiteter Zylinderkopf gepaart mit geänderten Einspritzventilen geht, trennt sich oftmals die Spreu vom Weizen.

 

Ein Tuner kann auch nicht das leisten, was Hersteller zuvor auf einem Motorenprüfstand geleistet haben, außer er investiert ordentlich Zeit und Geld, was sich schlussendlich im Preis der Software niederschlägt.

 

Oftmals ist es besser Serie zu fahren.


03.02.2016 15:34    |    mantamani46

Hm, ist dann auch ein Tuner, welcher günstig ist, automatisch unbrauchbar, auch wenn er kein fertiges Tuningfile raufspielt, sondern eines dem Kundenwunsch nach (mehr Drehmoment, besserer Durchzug, höhere Endgeschwindigkeit etc.) erstellt? Würde mich sehr interessieren.


03.02.2016 21:55    |    Trackback

Kommentiert auf: Ford Focus Mk1:

 

FoFo 1.8tdci Chiptuning

 

[...] seriengetriebe kann man schon noch einiges mehr abverlangen...wie lange das gtut geht, wer weiss...

 

HIER ist übrigens grad ein recht interessanter blog zum thema...

[...]

 

Artikel lesen ...


04.02.2016 08:45    |    mantamani46

Danke Tommy für Deine Einschätzung :-)

Wollte im Sommer vorigen Jahres meinen Chrysler 300C mit dem 3 Liter Mercedes Motor optimieren lassen.

Bin dann nach einigen unbefriedigenden Vorgesprächen, wo mir immer nur Standartzeugs ohne persönliche Anpassung angeboten wurde (Zitat: "Wieso denn auch, sind doch alle Motoren gleich") auf Einen gestoßen, der auch im Rennsport aktiv ist und seriös und kompetent wirkte.

Allerdings stellte sich dann heraus, dass dieser werte Herr dermaßen unprofessioniell und unhöflich, gar unverschämt mit mir als Kunden umgegangen ist, dass ich gleich wieder vom Hof fuhr.

Wennste nicht so weit weg von Graz wärst würde ich zu Dir kommen :)

So muss ich halt weitersuchen.


04.02.2016 18:00    |    A3T

@tommy: auch wenn es noch so sorgfältig gemacht ist, ändert es ja nichts daran, dass die Lebensdauer von jedem Motor mit Tuning reduziert wird ggü. Serie. Nur in welchem Umfang kann halt immer niemand sagen; dazu müßte man etliche vergleichbare Fahrzeuge mit Tuning-Software einem Dauer-Stresstest unterziehen, was kaum ein Tuner leisten kann.

 

Dann gibt es einige Motoren, die sehr robust sind und einiges an Tuning wegstecken, da sind einige Japaner ganz groß dabei.

An deutschen Motörchen jeglicher Bauart habe ich da meine Zweifel wegen Komplexität und gleichzeitigem Sparzwang..


04.02.2016 18:50    |    the_WarLord

Naja, wenn ich einem Motor mit 300 PS Serienleistung ne Kur unterziehe wird er das sicherlich problemloser wegstecken als ein Motörchen mit 100 PS Serienleistung. Wo gibt's in Deutschland schon die Möglichkeit dauerhaft (über 1 Minute) über 250 km/h zu fahren?

 

Dicke deutsche Motoren halten auch einiges an Mehrleistung aus, ich denke da nur an die VR6/R32/R36 Umbauten mit mehr als 500 PS aus den Serienblöcken mit Zwischenplatte...


05.02.2016 16:18    |    CentaXx

Respekt an dieser Stelle... Sehr schöne Erläuterungen und ein schöner Blog. Danke, dass du uns daran teilhaben lässt.

 

Mit der Frage "ist ein preiswerter Tuner automatisch schlecht?" verhält es sich doch analog zu "ist ein teurer Tuner automatisch gut". ;) Pauschal kann man es nicht sagen. Ich würde mich ewig zu dem Tuner im Internet belesen. Und zwar in Fachforen, nicht wo nach ner Woche gesagt wird "der knallt jetzt einfach richtig" und danach nie wieder was kommt.

 

Ich fahr nen Volvo C30 T5, den gleichen Motor hat Ford im Ford Focus ST225 verbaut. Was dort für "Experten" an der Software arbeiten, ist der Hammer. Der Motor neigt aufgrund schmaler Zylinderwänden zu Stegrissen, wenn an der Software gepfuscht wurde... Die gleiche Bohrung wurde schon beim V70 II R verwendet, dort schon mit einem großen K16 Turbolader und ab Werk mit 300ps. Der Motor läuft am Limit. EINE unbedachte Änderung an der Software und der Block ist hin. Ein für Arbeiten an Volvo-Motoren bekannter Tuner schreibt gute Software für die Motoren und verpasst ihnen ca. 330ps, während er gleichzeitig Maßnahmen einbaut, die einem Stegriss entgegen wirken. Die einzigen beiden Defekte an den Motoren kamen dadurch zustande, dass einer NACH dem Tuning seine komplette Ladeluftverrohrung umbaute (mehr Überschwinger, Stegriss) und der zweite den verbrauchten Turbo, mit dem die Abstimmung ausgefahren wurde, gegen einen neuen tauschte, sich dann an der Mehrleistung erfreute ohne eine neue Abstimmung machen zu lassen und 6 Monate später auch nen Stegriss hatte. Er fühlte sich auf der sicheren Seite, hatte er doch seine sichere Software erstellen lassen... Nur gabs dann Druckspitzen von 1.6 Bar statt 1.3 Bar wie bei der Abstimmung...

 

Am Ford Focus ST wird noch mehr Schindluder getrieben. Immer gib ihm Ladedruck (soll welche geben, die auf 1.8 Bar / 360ps stolz sind!!) und dann wird das Auto mit einem Stegriss verkauft.. In den Anzeigen steht aber meistens, es wäre vermutlich die Zylinderkopfdichtung :) Freunde fahren den Motor nicht verstärkt mit knapp 400ps / 1.25 Bar Ladedruck und das hält, dank vernünftiger Software. Das als kleine Anekdote zum Tuning ;) Der mit Abstand teuerste Anbieter für Volvo-Tuning in Deutschland hat das Mapping eines Bekannten komplett verkackt, dafür den 3-fachen Preis der Konkurrenz dafür berechnet. Auto unfahrbar, bei 2500rpm schlägt dir ne Druckspitze ins Kreuz, darunter fährt er wie ein Sauger... Der hat sich dann von der Privatperson die von meinen Freunden erfahrene Software (wg. Vorababstimmung abgeschwächt auf <350ps) für einen Bruchteil des Preises aufspielen lassen und ist jetzt schon begeistert..

 

 

Pauschal kann man auch nicht von der Standardleistung und Leistungsreserven sprechen - s.o., der 300ps T5-Motor aus Volvos ist schon hart am Limit abgestimmt. Andererseits gibt es viele Motoren, die einfach nur auf 120ps runtergedrosselt sind und mechanisch mit der 200ps Variante identisch sind. Diese gedrosselten Versionen werden in Zukunft massenweise existieren, da sich die Entwicklung von zig unterschiedlichen Motoren einfach nicht mehr rentiert und die Drosselung dank Turbo sehr unauffällig geschehen kann bzw. der Motor noch immer viel Drehmoment kriegen kann.


16.02.2016 18:09    |    draine

Man muss halt immer sehen was man will und was es einem wert ist. Sicherlich ist eine Einzelabstimmung bei einem Spezialisten besser aber wer will das bezahlen? Bei meinem Vectra B wollte ich damals einfach mal gucken was geht - der Wagen war mein Zweitfahrzeug und es war egal ob der Motor hoch geht oder nicht. Also ab zu EDS und für 150€ das Weihnachtsangebot angenommen. Vorab, der Wagen hatte bereits einen Fächerkrümmer nachgerüstet. Der Motor hat danach schön leichtfüßig bis 7.200 Umdrehungen hoch gedreht und gut durchgezogen, genau was ich wollte. Eingebaut bei 160.000 km und aktuell beim Folgebesitzer (Schwester vom Kumpel) weit über 200.000 km und immer noch volle Kompression. Ich will nicht behaupten das der Wagen mit dem Chip 400.000 km schafft aber solange hält der Rest auch gar nicht.

 

Bei einem Neuwagen würde ich dagegen eher zu einem Spezialisten fahren (dazu zähle ich EDS nicht).

 

PS. Weißt du wie man bei einem Z22YH die Vmax Sperre aus dem Motorsteuergerät bekommt? Bei 210 km/h fahre ich in eine Wand und er wird selbst bergab nicht schneller (inkl. sinkender Einspritzmengen). EDS hat es nicht geschafft, obwohl lt. Angebot inbegriffen.


26.06.2017 07:25    |    Trackback

Kommentiert auf: BMW 5er E60 & E61:

 

Kennfeldoptimierung teileinsel24/ JD Performance- Erfahrungen?

 

[...] sein dass ich selber damit fahren würde.

 

Hier noch zwei Blogbeiträge zum Thema von mir:

 

https://www.motor-talk.de/.../...ng-do-it-yourself-wieso-t5576001.html

https://www.motor-talk.de/.../...t-einen-guten-tuner-aus-t5576494.html

 

Gruß, Thomas

[...]

 

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15.01.2018 07:33    |    Trackback

Kommentiert auf: BMW 5er E60 & E61:

 

Race Chip für den 5er E60?

 

[...] Tunern einfach 0815 waren, ohne Sinn und Verstand wurde da einfach alles um x Prozent erhöht:

 

https://www.motor-talk.de/.../...ng-do-it-yourself-wieso-t5576001.html

https://www.motor-talk.de/.../...t-einen-guten-tuner-aus-t5576494.html

 

Vor einer Weile hatte ich mir ja auf Bitten [...]

 

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16.01.2019 06:51    |    Trackback

Kommentiert auf: BMW 5er E60 & E61:

 

Softwareoptimierung 530d

 

[...] und die zu finden ist halt echte Arbeit.

 

Da hab ich auch mal was zu geschrieben gehabt:

 

https://www.motor-talk.de/.../...ng-do-it-yourself-wieso-t5576001.html

 

https://www.motor-talk.de/.../...t-einen-guten-tuner-aus-t5576494.html

[...]

 

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