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31.08.2016 11:30    |    Tobner    |    Kommentare (9)    |   Stichworte: Audi 80

Eins noch vorab, weil gestern die Frage aufkam, warum ich ihn nicht original belasse. Schließlich ist er ja selten und somit erhaltenswert. Ich werde meine Argumente durchnummerieren, um den Druchblick zu wahren.

 

1. Ist er selten, aber absolut unbegehrt. Ihn will einfach niemand haben. Warum? Bei den alten Audis zählt nur eines: Der 5-Zylinder. Alles andere ist aus der Sicht der "Audi-Gemeinde" Abfall und gehört vernichtet. Ich teile diesen 5-Zylinderfaschismus nicht, ich finde die 4-Zylinder sind im Alltag gute Dauerläufer, sind sparsam und nicht kaputt zu kriegen. Die 6 Zylinder aus dem B4 haben auch ihren Reiz, einen harmonischen Drehmomentverlauf, Kraft in jeder Lebenslage und eine atemberaubende Laufruhe. Klar, jeder Motor hat so seine Krankheiten, aber Laufen tun sie alle Ewig, wenn man mal die Motoren anderer Hersteller aus der Zeit vergleicht. Ich hab mir schon genug anhören müssen, von wegen "16V fährt jede Sau", "bau ihn doch auf 5Zylinder um, dann haste was gscheits" oder solche albernen, ich nenn sie jetzt mal großkotzigen Aussagen. Und dann muss ich mal etwas Öl ins Feuer kippen: Der im B4 verbaute 2.3E 10V Sauger (NG) kann, außer gut klingen, garnichts. Ein 2Ventiler mit Gegenstromkopf und einer KE III-Jetronik als Einspritzanlage. Kein Garant für einen wirklich guten Motor, anfang der 90er war er schon total veraltet und konnte nicht mehr an die Erfolge der alten 5Ender im Typ81/85 oder Typ43/44 (KX, KV, WC, KU, die 10VT wie MC, oder 1B) anschließen. Audi hatte seinerzeit aufs falsche Pferd gesetzt. Anstatt mit der Zeit zu gehen, popelten sie am NG immer mehr Sensorik heran, um auf die geforderten Abgaswerte zu kommen und schossen sich damit ins eigene Knie. Volvo baute damals beispielsweise vernünftige 5Ender...

 

2. Der Zustand: Wie beschrieben: Völlig fertig. Wie ein alter Opa, der alle Krankheiten hat, die es auf dem Planet gibt. Als ich ihn abholte, sagte mir der Verkäufer, ich war der einzige, der ihn nicht als Winterauto kaputtfahren oder zum Schlachten kaufen wollte. Wenn ich mir daher den jetzigen Zustand anschaue, hat er es gut bei mir. Auch, wenn er nicht mehr original ist.

 

3. sieht er original einfach nur kacke aus. Die "U-boot"-Stoßstangen vom B4 stehen dem Avant nicht, dazu die roten Rückleuchten, gepaart mit dem Zierwerk am Auto. Eine graue Maus. Maximal graugrün. Ziemlich grün, aber optisch ein normaler B4.

 

4. es ist historisch gewachsen. Damals fing ich klein an, aber die Veränderungen wurden mit der Zeit ständig größer. Das geschah so langsam, dass ich es garnicht mitbekam.

 

5. Ich kann alles wieder zurückrüsten. Wenn ich möchte, schraube ich die hässlichen Stoßstangen und Rückleuchten wieder ran, leg ihn wieder höher und steck die originalen 15" Speedline-Felgen drauf. Das werde ich aber nicht tun.

 

Weiter geht's

 

Wir befinden uns im Jahr 2012. Damals hatte ich durch den Montagejob gutes Geld verdient, was fast 1:1 im Audi landete. Der Hilfsrahmen unterm Motor war durchgerostet. Das ist das einzige Teil am sonst rostunanfälligen 80er, was nicht verzinkt ist und somit genauso fault wie jeder Opel, Benz oder BMW aus dieser Zeit. Er musste getauscht werden. Ich besorgte mir einen gebrauchten Träger, sandstrahlte ihn, ließ ihn galvanisch verzinken und habe ihn anschließend mit POR15 gestrichen. Innen dann eine Überdosis Hohlraumwachs reingesprüht, damit dort auch nichts pasieren kann. Neue Buchsen eingepresst und anschließend 2 neue Getriebehalter verbaut. Da ich immer einen Schritt weiter denke, habe ich gleich noch den Wechsel der Ölwanndichtung eingeplant. Aus dieser tropfte das Öl nur vor sich hin. In der Ölwanne fanden sich dann kleine Krümel aus Aluminium, damals war ich schockiert, heute bin ich da beruhigt. Klar müssen die Splitter irgendwo hergekommen sein, doch der Motor läuft 4 Jahre später immernoch unauffällig. Aggregateträger und ÖlwannendichtungAggregateträger und ÖlwannendichtungGetriebelagerGetriebelager

"neuer" Aggregateträger"neuer" Aggregateträger

 

Anfang Mai machte ich dann eine Schadensbilanz. Sie war zerschmetternd. Hier mal die Bilder, die ich damals geschossen habe:

 

Kaputter LenkerKaputter Lenkervom Himmel kam heruntervom Himmel kam herunterkaputte Türverkleidungkaputte Türverkleidungkaputter Kotikaputter Kotirostende Steinschläge am Dachrostende Steinschläge am Dachkaputte Schiebedachdichtungkaputte Schiebedachdichtungfette Delle hinten linksfette Delle hinten linkskaputte Stoßstange (im Golf eingerastet)kaputte Stoßstange (im Golf eingerastet)gerissene Heckblendegerissene Heckblendeabplatzender Klarlackabplatzender Klarlackrostende Steinschlägerostende SteinschlägeTürzierleisten lösten sichTürzierleisten lösten sich

 

Aber ich gab nicht auf. Ich fasste den Entschluss, dass das Auto lackiert werden muss. Im Zuge der Lackierung kann man sich auch gleich um noch mehrere, kleinere Baustellen am Auto kümmern. Doch die paar Tausend Euro lagen gerade nicht herum, es war also sparen angesagt.

Bis zur Lackierung musste die Rumpel aber trotzdem Kilometer machen. Es ist ja ein Fahrzeug, kein Standzeug. Auch, wenn ich sehr behutsam mit dem Auto umgehe.

So kam es, dass die Steuerkette ausgeschlagen war. Steuerkette? Hatte der Kerl im letzten Artikel nicht vom Zahnriemen sinniert? Richtig. Der Motor hat einen Zahnriemen und eine Kette. Der Riemen treibt die Auslassnockenwelle an, die dann wiederrum über eine Kette die Einlassnockenwelle antreibt. Die Kette hat keine Spanner. Warum auch, das wäre ja auch viel besser :rolleyes:

Die Kette leiert aus, längt sich, fängt an zu rasseln und schließlich verstellen sich die Steuerzeiten. Die Kette kostet um die 60 Euro, die kann man schonmal "ranhetzen".

Operation am offenen HerzenOperation am offenen Herzen

gelängte Steuerkettegelängte Steuerkette

neue, aufgelegte Steuerketteneue, aufgelegte SteuerketteIch fasse mich mal etwas kurz, sonst werd ich nicht mehr fertig. Ansaugbrücke runter, Ventildeckel runter, Wellen raus, Steuerkette gewechselt, Wellen wieder rein, alles zusammengebaut und ich wurde mit einem viel ruhigerem Motorlauf belohnt. Die Kette hatte sich in den 250tkm schon sichtlich gelängt.

 

Nach dieser Aktion folgte dann die größte und mit Abstand teuerste Aktion am Auto. Die Komplettlackierung. Ich hatte einen Lacker ausfindig gemacht, der mir das Auto für einen wirklich sehr günstigen Kurs komplett duschte. Ich hatte mich schon länger mit der Farbe beschäftigt, ich wollte etwas gediegenes. Evtl. ein Bordeaurot mit goldenen Schimmer in der Sonne oder sowas. Aus heutiger Sicht war das alles albern. Am Ende entschied ich mich für den Originallack. Somit konnte bspw. den Motor drin lassen, weil ich den Motorraum nicht lackieren lassen musste. Der Lack heißt "Tropicgrün" und ist original schon ein Perl-Lack. Ich habe lediglich eine Komponente (Weißton, nur ein paar Gramm auf einem Kilo Farbe) im Lack durch einen weißen, extrem teuren Perllack ersetzen lassen. Dieser sorgt dafür, dass das Auto in der Sonne einen leichten Goldschimmer hat. Das sieht man auch im Titelbild unterhalb des Scheinwerfers Beifahrerseite. Im Juni 2013 gings dann los. Ein kleines Gimmik ließ ich mir noch einfallen: ich ließ die Heckantenne cleanen. Das Loch im Dach wurde sauber und wellenfrei verschweißt, danach fing ich an, das Auto für das Lackieren vorzubereiten. Ich musste ihn nur komplett zerlegen. Problem: Der Karosseriemensch hatte sich verspätet mir der Antenne, der Lackiertermin stande aber. Ich hatte einen Tag, um das Auto komplett zu zerlegen. Straffer Plan, aber gut machbar. Ich fing also an die Kiste zu strippen. Alle Verkleidungen an der Motorhaube, den Türen, der Heckklappe ab. Türen zerlegt, bedeutet Scheibenrahmen raus, Elektrik und Unterdruck der ZV raus, Schaftleisten und Gelumbe raus. Danach Heckklappe raus. Den Heckklappenkabelbaum schnitt ich oben ab, der war sowieso kaputt und vom Vorbesitzer übelst zusammengepfuscht. Lampen raus, Stoßstangen ab, Kotflügel runter. Zum Schluss noch Einstiegsleisten runter, Himmel und Lenkrad raus und die kleinen Knubbel unten an den Türen abgeflext. Auf diese Knubbel werden dann die unteren Zierleisten aufgeschoben, die wollte ich aber weghaben.

 

Im Zuge der Lackierung wurden einige Teile erneuert:

 

-neue schwarze Heckblende

-S2-Stoßstangen vorne und hinten

-originale, abnehmbare AHK

-neue Frontscheibe samt neuen Rahmen

-neuer Heckscheibenrahmen (weil die Heckscheibe eh raus musste)

-schwarz gesattelter Himmel und lackierte Säulenverkleidungen und Angstgriffe + Sonnenblenden

-neu geledertes Lenkrad mit Nähten in Fahrzeugfarbe

-Dämmung der 4 Türen mit 2-3 Laken Alubutyl

-V6 Doppelkammerscheinwerfer

 

Hier mal ein paar Bilder

 

Türen ohne KnubbelTüren ohne Knubbel

StoßstangeStoßstange

versiegelte Einstiegeversiegelte Einstiege

versiegelter Scheibenrahmenversiegelter Scheibenrahmen

gecleante Dachantennegecleante Dachantenne

Vorbereitung zum DuschenVorbereitung zum Duschen

vergilbte Sicke in der heckklappevergilbte Sicke in der heckklappe

Heckklappengriffmulde und KZ-BeleuchtungHeckklappengriffmulde und KZ-Beleuchtung

Fertigmachen zum DuschenFertigmachen zum Duschen

GrundiertGrundiert

HeckscheibenrahmenHeckscheibenrahmen

gespachtelte Tür HLgespachtelte Tür HL

GrundiertGrundiert

erste Schicht Lackerste Schicht Lack

erste Schicht Lackerste Schicht Lack

PornösPornös

OH YESOH YES

Glanz und GloriaGlanz und Gloria

"Gucke eener Schau""Gucke eener Schau"

Kurz vorm Rollout :DKurz vorm Rollout :D

zerfledderter Audizerfledderter Audi

 

Danach gings ans zusammenfummeln. Ich habe vorher noch tausende Clips, Spreiznieten, Blindnieten, Käfigmuttern, Spreizmuttern und Furz und Feuerstein gekauft und dann losgelegt. Türen wieder rangesteckt, eingestellt, dann komplettiert, dann wieder eingestellt, Türrahmen eingestellt, Heckklappe rangesteckt, mit neuem Kabelbaum bestückt, alles eingestellt und das selbe mit Kotflügel und Motorhaube. Das ganze hat mich 4 oder 5 Wochen geschlaucht, ich hatte durch die Montage nur am WE Zeit. Penibles Arbeiten dauert halt Zeit...

 

Nach diesem ganzen Krampf wurde ich mit einem wunderschönen Auto belohnt. Schaut mal hier:

ZusammengeklempnertZusammengeklempnertzusammengeklempnertzusammengeklempnert

 

Im nächsten Artikel will ich dann 2013-2016 schreiben. Das wird nochmal sau viel. Bis dahin!

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30.08.2016 13:28    |    Tobner    |    Kommentare (11)    |   Stichworte: 16V, ACE, Audi, Audi 80, Edition, quattro, Sport

Hallo und ein herzliches Glückauf aus dem Erzgebirge!

 

Hier geht es um einen ziemlich seltenen Audi 80 Avant "Sport-Edition" quattro. Von den 882 gebauten Stück sind nur noch 21 Stück in Deutschland zugelassen. Tja wie kam es zu diesem Auto?

 

Als Kind wurde ich einem Audi 80 Avant herumkutschiert. Schon damals gefiel mir das Auto und ich sagte mir "So'ne Kiste hast du auch irgendwann mal". So war es abzusehen, dass mein erstes Auto mit 18 dann ein Audi 80 wurde. Es war ein B4 Limosine mit 2.0E (ABK). An diesem Auto habe ich dann angefangen, selbst zu schrauben. Klar, als Schüler hatte ich kein Geld für Werkstätten. So wechselte ich Querlenkerbuchsen, Koppelstangen, Domlager, ein Radlager, Auspuff, hübschte den Innenraum mit neuen Lampen auf und nach einem halben Jahr verkaufte ich das Auto wieder. Ich wollte einen Kombi. Audi 80 Avant war damals neben E30 Touring, der aber wegen des furchtbaren Blechs gleichwieder von der Einkaufsliste flog, die einzige Wahl. Ein quattro sollte es auch sein. Wenn, dann richtig :D

 

Ein Freund riet mir von 5- und 6-Zylinder ab, die wären als Schüler schwer zu unterhalten. Aus heutiger Sicht eine Falschaussage, da die 5- und 6Zylinder zwar auch gelegentlich bocken, aber der 16V nicht viel preiswerter ist. Tja, es kam wie es komme musste, die "Sport-Edition" stand im Netz. Perfekt, weder 5- noch 6Zylinder. Ein 4 Zylinder ist sicher in der Instandhaltung und im Unterhalt grünstiger. Damals wusste ich es noch nicht besser :D

Ich habe also angerufen, bin hingefahren (400km einfach Strecke) und habe dann das Auto mitgenommen. Für das Geld, was ich bezahlt habe, bekommt man nichtmal ein vernünftiges Fahrrad. Daher dachte ich, einen guten Deal gemacht zu haben.

 

Das Auto war in einem desolaten Zustand. Die Bremsen waren so krumm, dass ich bremsen das Lenkrad nichtmal mit Gewalt festhalten konnte. Alle Lager, Gummis und Gelenke an beiden Achsen waren völlig hinüber, überallen Dellen und Kratzer, es war an dem Auto wirklich kein Teil mehr vorhanden, was noch völlig in Ordnung gewesen war. Auf der Heimfahrt riss dann ein Kühlmittelflansch, was mich dazu zwang, alle 50-100km anzuhalten und wieder 2 Liter wasser aufzufüllen.

 

"War der Kauf richtig? Oder sollte ich das Auto wieder verkaufen? 'Es lohnt sich nicht!"

 

...hätte ich denken müssen. Aber ich tat es nicht. Stattdessen war ich wohl verrückt geworden und hatte den Plan, aus dem rollenden Trümmerhaufen ein tolles Auto zu machen. Die Basis war zugegebener maßen nicht schlecht. Ein 80 Avant quattro, selten, außergewöhnliche Farbe und fast Vollausstattung. An Bord waren Sitzheizung, Bordcomputer, "Autocheck", Außentempanzeige, Zusatzinstrumente, manuelle Klima, Sportlenkrad, Sportsitze, Allrad mit Sperre, Scheinwerferreinigungsanlage, beheizte Waschdüsen und Türschlösser(!!!), el. Fensterheber und Spiegel, el. Schiebedach, AHK und sicher noch Details, die ich gerade vergessen habe. Ich fing also an, das Auto auf Vordermann zu bringen. Ziel war es, erst die Technik, dass die Optik in Ordnung zu bringen. Damals sah der Seelenverkäufer so aus:

 

VorneVorneHintenHintenInnenInnenSeitenansichtSeitenansicht

 

 

Ich fing also an zu Schrauben. Erst kam wieder die Vorderachse: Bremsscheiben, Beläge, Querlenkerbuchsen, Domlager, Koppelstangen, Antriebsgelenk links. Danach baute ich das Aktivlautsprechersystem in den hinteren Türen zu einem passiven System um. Grund war, dass die Verstärker ein starkes "Limapfeiffen" Verursacht hatte. Dann tauschte ich das Hosenrohr, das alte war vor der Lambdasonde gerissen, was zu erhöhtem Verbrauch führte.

Ich wollte ja ursprünglich erst die Technik erledigen, doch dann kaufte ich schwarze Rückleuchten für das Auto. Zu der grünen Außenfarbe sehen die roten Rücklichter aber auch einfach nur albern aus.

 

Schwarze RückleuchtenSchwarze Rückleuchten

 

Anschließend ging es an die Hinterachse. Die quattro-Hinterachse ist nach meiner Erfahrung ein Arschloch. Eine Mehrlenkerachse, die konstruktiv einfach nur eine einzige Katastrophe ist. Zum Querlenkerausbau muss die Bremsleitung ab, die Exzenterschrauben zur Spur- und Sturzeinstellung sind in den meisten Fällen so fest, dass nur noch die Flex hilft. Im Querlenker und in den Stoßdämpfern (an der Unterseite) sind in einer Hülse gleich 2 Gummimetalllager drin. Eines von jeder seite. Wirklich furchtbar. An den paar Lagern hing ich 2 Tage dran. Gemacht habe ich alle Buchsen der oberen und unteren Querlenker und die Buchsen der Stoßdämpfer und einen Bremsschlauch. Der Schlauch ist beim Lösen kaputt gegangen.

 

Ein paar Wochen später bin ich dann stehengeblieben. Der Lichtmaschinenregler hatte den Dienst quittiert. Gut, nach 230tkm darf das schonmal passieren. Ich kaufte einen neuen Regler bei ATU, der dann wieder erstaunliche 1000km gehalten hat. Ich bin wegen der Lichtmaschine in den kommenden 3 Jahren dann 6mal stehengeblieben. Es gab immerwieder einen neuen Regler auf Kulanz, bis ich dann aber die Nase voll hatte und mit meiner Lichtmaschine zum Profi ging. Es hatte sich herausgestellt, dass der Regler zwar mechanisch passte, aber nicht von der elektrischen Seite. Klar, dass er immerwieder kaputt ging. Im gleichen Zug bestellte ich neue Lager und einen neuen Lagersitz für die Lichtmaschine und erneuerte diese.

 

Lichtmaschine zerlegtLichtmaschine zerlegtRotor der LichtmaschineRotor der Lichtmaschine

 

Kurze Zeit später wechselte ich den Riemen für die Lichtmaschine und den für die Wasserpumpe und Servopumpe. Außerdem gleich noch das Thermostat, da das Auto nie richtig warm wurde.

Seinerzeit standen 233tkm auf dem Wecker.

 

Im Oktober dann ging das Fernlicht nicht mehr. Außerdem stellte sich der Blinker nicht mehr automatisch zurück. Ich habe den Lenkstockschalter komplett zerlegt, gereinigt, neu geschmiert und alles wieder zusammengebaut. Da der komplette Strom des Lichts über den Schalter läuft, waren die Kontakte verkolt. Deshalb ging kein Fernlicht mehr. Ich verbaute dann gleich noch Osram Nightbreaker Plus. Ich war erst skeptisch, weil ich dachte, Glühbirne ist Glühbirne, aber beim Anschalten des Lichtes wurde ich eines besseren belehrt. Plötzlich war die Ausleuchtung 100mal besser, leuchtete weiter und von der Lichtfarbe auch weißer. Im selben Monat ging dann der Temperatursensor für das Kühlmittel kaputt. Durch die falschen Werte im Steuergerät fing der Motor an zu stottern, startete schlecht und soff wie eine sibirische Bergziege. Getauscht und weitergefahren.

 

Im Dezember installierte ich dann eine Edelstahl-Abgasanlage von BN-Pipes, die, nach fast 5 Jahren immernoch unterm Auto hängt und aussieht wie neu. Die Kiste ist wirklich verboten laut, sodass ich oft gefragt werde: Ist dir das nich zu laut? Lange Strecken sind doch dann nervig? Stört es dich nicht, dass du jeden Früh alle Leute im Dorf aufweckst? Meine Antwort ist immer die gleiche: Ich finds immernoch nicht nervig, mir gefällts immernoch und ich fahr immernoch jeden Tag ca. 90-100km mit dem Auspuff. Den Klang find ich fast schon beruhigend.

 

Januar 2012 tauschte ich dann Zahnriemen, die Manschette am Lenkgetriebe und die Stabigummis, die den Stabi am Hilfsrahmen befestigen. Der Zahnriemenwechsel ist recht einfach bei dem Motor. Der Motor ist längs eingebaut, man hat also vorne genügend Platz zu arbeiten. Außerdem ist der Riemen über eine einfache Spannrolle gespannt. Man muss nur die Verkleidungen abbauen, die Spannrolle lösen, alten Zahnriemen runter, neuen drauf und fertig. Die Steuerzeiten müssen natürlich passen, aber das sollte klar sein :D

 

Etwas später rüstete ich einen Minikat nach, um auf Euro 2 zu kommen. Mit den 2 Litern Hubraum bezahlt man sonst über 300 Euro Steuern. Mit Minikat sinds nur noch 150. Und der Minikat kostet 60€. Wenn sich das mal nicht schnell amortisiert weiß ich auch nicht weiter :D

Beim Entfernen der Griffschalenschutzdinger (keine Ahnung wie man sowas nennt), fiel mir eine Scholle Klarlack entgegen. Der Magnettest zeigte, die Kiste wurde schonmal anlackiert. Wahrscheinlich ist mal einer in die hintere Tür Beifahrerseite reingedonnert. Was die 8 Vorbesitzer so alles losgelassen haben, kann man aber nicht nachvollziehen...

 

Im April 2012 gab es Sommerschuhe. Es wurden Brock B1 in 8.5x17 ET35 rundum mit 215/45R17. Die Rad/Reifen-Kombi steht dem Auto einfach nur wahnsinnig gut und beim Eintragen gab es keine Probleme. neue Sommerschuheneue Sommerschuhe

neue Sommerschuheneue Sommerschuhe

 

Im Juni waren beide Domlager wieder kaputt. Ich hatte Meyle-Lager eingebaut, die einfach nichts taugten. Dann starb die Spritpumpe, was mir wieder eine abenteuerliche Abschleppaktion mit einem Polo 9n bescherte. Mit dem 1.6Tonnen schweren Allrader war der kleine Polo doch ein kleine bisschen Überfordert. Genau wie das elastische Abschleppseil. Der Polo fuhr los, der Audi blieb stehen. Dazwischen rödelte es das Abschleppseil auseinander bis es am Polo abriss und dessen fliegendes Ende über dem Audidach dann die Schallmauer durchbrach.

Außerdem war in dieser Zeit ein Spurstangenkopf ausgeschlagen, die Bremsschläuche an der Vorderachse waren porös und der Aggregateträger (Hilfsrahmen) durchgerostet. Und das kurz vor dem Tüv:rolleyes:

 

Nach dem Tüv gings dann weiter, dazu schreibe ich aber später weiter.

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Blogautor(en)

Tobner Tobner


Infos zur Person... hmmm mal sehen...

 

Ich bin BJ 92 und vom Beruf Medizintechniker. Damit verdiene ich das Geld, was ich gleich wieder in meinen Fuhrpark investiere :rolleyes:

Ich schraube an so ziemlichen Allem, was Räder oder Ketten hat, sich fortbewegt, oder einfach nur Lärm und Qualm fabriziert. Mein Motto ist dabei: Normal kann jeder.

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