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Testbericht XC60 D5 Polestar MY2015

07.01.2015 16:22    |    volvonippes    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: MY2015, Polestar, Testbericht, XC60

nachdem ich nun vom V70 auf den XC60 Momentum umgestiegen bin, kommt hier ein erster Eindruck:

 

Außen:

für mich sieht der XC60 sehr viel eleganter aus als andere SUV. Und er versteckt Ausmaße und Gewicht auch besser und wirkt nicht so wuchtig.

 

Innenraum:

auf den ersten Blick sehen alle Volvos innen ählich aus. Ich finde die Schlichtheit sehr schön.

 

Allerdings hat man das Schiebedach nicht wie beim V70 direkt über dem Kopf, sondern man sitzt doch eher unter dem vorderen Rand des Schiebedaches und kann deshalb auch nicht so schön rausschauen oder den offenen Himmel genießen.

 

Mit meiner Körpergröße von 191cm habe ich darüber hinaus das Problem, dass ich bei einer geraden Sitzposition zwar nicht am Dachhimmel anstoße, aber doch etwas gegen den oberen Holm der Windschutzscheibe schaue. Man könnte den Sitz noch etwas nach hinten neigen aber dann kommt man irgendwann nicht mehr an das Lenkrad, weil es sich nicht so weit herausziehen läßt. Wenn man den Sitz nach vorne schiebt, wird die Oberschenkelauflage geringer, weil sich die Sitzneigung nicht so stark verstellen läßt. Man merkt, dass Volvo hier für andere Durschnittsfahrer geplant hat. Wenn sich der Sitz 2-3 cm tiefer stellen ließe und die Sitzneigung 2-3 cm höher stellen ließe, könnte man die bequemen Volvo-Sitze gut genießen. So muß man leider Kompromisse machen, was ich bei dem hohen Fahrzeugpreis unangemessen finde. Und andere Sitze gibt es nicht, wie ich beim Volvo Händler gesehen habe. Egal ob Leder, Stoff, elektrisch, manuell, Sport - die Kern-Maße bleiben immer exakt gleich.

 

Elektronische Helferlein:

Das hochauflösenden Display finde ich sehr gelungen, weil es in sehr eleganter und gleichzeitig dezenter Weise eine Vielzahl von Informationen anzeigt.

 

ACC ist ebenfalls sehr gelungen und läßt sich sehr leicht bedienen. Es funktioniert auch in der Praxis erstaunlich gut und man kann sogar enge Stadttore durchfahren, ohne das das System irritiert wäre.

 

Den Abstandswarner brauche ich nicht. Den Spur-Warner auch nicht. Die habe ich deshalb abgeschaltet. Ärgerlich ist, dass man BLIS nicht dauerhaft abschalten kann (nur bis zum nächsten Motorstart) und bei mir auch wegen der vielen Knöpfe in der Mittelkonsole gar kein Platz mehr für einen BLIS-Knopf ist, sondern es über My Car abschalten muß. Denn BLIS zeigt immer nur das an, was ich als aufmerksamer Autofahrer sowieso schon sehe. Ich käme nie auf den Gedanken, den Blick über die Schulter zu unterlassen (zumal man sich in heutiger Zeit auch nicht mehr sehr weit umdrehen muß, weil die Außenspiegel alle einen Weitwinkel haben). Und schnell herankommende Autos auf der Autobahn übersehe ich ebenfalls nicht, weil ich selber gerne schnell fahre und weiß wie das ist. Und wenn ich mir im Stadtverkehr eine kleine Verkehrslücke für den Spurwechsel aussuhe, dann blinkt BLIS völlig hektisch und irritiert mich, weil ich ständig denke, dass ich irgendetwas übersehen habe. Es mag Leute geben, die das gebrauchen können. Mir gefällt es gar nicht und ich überlege ernsthaft, es mit einem schwarzen Klebestreifen abzukleben. Denn es ist mir schon dreimal passiert, dass ich nicht in die Lücke gefahren bin, weil ich erst einmal eine halbe Sekunde gebraucht habe um herauszufinden, warum BLIS jetzt blinkt. Und dann ist die Lücke leider weg...

 

Das Cross Traffic Alert konnte ich noch nicht so richtig ausprobieren. Es meldet sich aktustisch - aber ich konnte noch nicht testen, was es alles "sieht".

 

Die Volvo App ist ebenfalls sehr schön. Sie könnte aber beim Abfragen des Status deutlich schneller sein (Manchmal wartet man da eine halbe Minute). Und sie läßt auch gar nicht erkennen, ob sie nun Kontakt zum Fahrzeug gefunden hat oder das Fahrzeug im Funkloch steht. Da muß man dann schon ziemlich genau hinschauen, ob man nun einen aktuelle Fahrzeugstatus in der Anzeige hat oder einen veralteten. Jedenfalls ist sie gut zum Anschalten der Standheizung zu gebrauchen und die "Send to Car" Funktion des Nokia-Kartendienstes www.here.com ist auch sehr gut.

 

Das Sensus Connect mit Internet-Zugang brauche ich nicht wirklich, da es eigentlich nur Apps hat, die mein Smartphone auch hat. Außerdem benutzt es ja die Hotspot-Funktion von meinem Smartphone, um in´s Internet zu kommen.

 

Die elektrisch heizbare Frontscheibe habe ich weggelassen, nachdem ich beim Probefahren gemerkt habe, dass man die deutlich sieht, je heller der Himmel ist. Und nachts bekommen die Lichtquellen kleine Heiligenscheine. Da es in Köln keinen Winter gibt, kann ich mir das leisten und freue mich lieber an der klaren Scheibe (das gleiche gilt für die Tönung der Seitenfenster - ungetönt paßt meines Erachtens besser zum skandinavischen Design).

 

Dafür ist die Lenkradheizung ein Hit.

 

Das Kurvenlicht kennt man langsam schon. Je dunkler die Landstraßen werden, desto nützlicher wird es. Und das zusätzliche Abbiegelicht rechts und links beim langsamen Fahren ist wirklich eine echte Bereicherung. Und die Fernlicht-Automatik auch, die ebenfalls erst abseits der Städte auf dunklen Landstraßen so richtig nützlich wird.

 

Fahreigenschaften:

Auf der Autobahn ist es ein Genuß. Man kann problemlos 200 fahren und der Wagen liegt gut und ruhig auf der Straße. Bei mir geht das ganz gut, weil zusätzlich das Four C Fahrwerkt im Sport-Modus für eine etwas härtere Abstimmung sorgt. Abseits der Autobahn ist dann aber der Comfort-Modus die angenehmere Variante und paßt auch besser zum Auto.

 

Der Wagen hängt sehr direkt am Gas, wobei ich nicht entscheiden kann, ob da die Polestar-Optimierung noch ein bißchen dazu beiträgt. Jedenfalls sorgt sie dafür, dass der Wagen mühelos auf 200 beschleunigt und laut Tacho dann bei 220 abgeregelt wird. Und an diese Grenze kommt der Volvo mit recht kurzem Anlauf. Wenn man bei 160 das Gaspedal durchtritt, schaltet die Automatik sogar nochmals einen Gang runter. Und der Drehzahlmesser schlägt am roten Bereich bei ca. 4000 Touren an.

 

Natürlich habe ich mir den Spaß gemacht, auch mal 150 km Serpentinen im Schwarzwald zu fahren. Zwischen den Serpentinen kann man sehr eindrucksvoll auf 100 beschleunigen. Aber in den Kurven hat man dann doch trotz Advanced-Modus eher das Gefühl, einen Kleiderschrank um die Kurve wuchten zu müssen. Das macht der XC60 sehr brav und gutmütig und auch erstaunlich schnell. Aber gegen einen V60 hätte er wegen Gewicht und hohem Schwerpunkt keine Chance. Und man hat das Gefühl, dass dort Motor und Four C Fahrwerk noch viel besser zur Geltung kommen würden. Für den XC60 sind sie fast schon ein bißchen Verschwendung, weil er eher das gutmütige, bequeme und sichere Reise-Auto ist.

 

Die Schaltpaddel sind praktisch, weil man dann sehr gut schon vor der Kurve die richtigen Gänge auswählen kann und das lästige Herunterschalten der Automatik in den Bergauf-Kurven vermieden wird. Nach kleiner Einwöhnungszeit sind die ein richtig schönes Detail, das Spaß macht und praktisch ist, weil sie viel leichter zu bedienen sind als der Automatik Hebel in der Mittelkonsole.

 

Den Allrad Antrieb merkt man in Kurven. Wenn man beschleunigt, fühlt sich das Auto recht wendig an. Aber er ist dezent. In ganz engen Kurven fällt auf, dass die Räder nicht so über den Boden radieren, weil dann wohl die Corner Traction Control aktiv ist. Ob der Allrad Antrieb auch bei schnellen Autobahnfahrten zum ruhigen Fahrverhalten beträgt, konnte ich mangels Vergleichbarkeit nicht testen. Und man merkt den Allrad Antrieb auf Schnee. Wenn man da auf schneebedeckter Landstraße mal ein Auto überholen möchte, kann man einfach Gas geben. Der XC60 beschleunigt nicht nur eindrucksvoll, sondern schlingert auch gar nicht so, wie ich das immer von meinem normalen, frontgetriebenen V70 gewöhnt war. Das macht Spaß und fühlt sich auch sicher an.

 

Und er fährt sich auch nicht so leicht fest, sondern wühlt sich sehr beeindruckend durch Matsch und Schnee, wo ich mit meinem normalen V70 schon längst keinerlei Chance mehr gehabt hätte. Und Steigungen auf schneebedeckten Straßen kann man ignorieren. Die schafft er alle mühelos - auch wenn ich da anfangs etwas skeptisch den Berg hochgeschaut habe.

 

Die Sechsgang-Automatik finde ich gut und ich konnte jetzt bei einer Probefahrt auch keine Nachteile gegenüber der moderneren Achtgang-Automatik erkennen. Jedenfalls nicht im Komfort. Beim Verbrauch schon eher. Zusammen mit dem älteren Fünfzylinder kann man froh sein, wenn man mit 9-10 Litern auskommt. Zumindest laut Tacho.

 

Fazit:

Billig ist der Volvo nicht und man kann sich fragen, ob solche Summen für einen Fortbewegungsmittel noch zeitgemäß sind. Aber individuell und elegant ist der Volvo allemal. Und Fahrspaß bietet er auch. Und wenn die Volvo-Ingenieure dann auch noch ein bißchen an die großgewachsenen Leute denken würden, wäre er perfekt...

 

Und ob er mir dauerhaft mehr Spaß macht als der V70 werde ich dann berichten...

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14.03.2016 07:45    |    KNUT-VIII.

hallo, hat jemand Erfahrungen mit Tuning von https://www.mr-sweden-motorsport.de/ gemacht ?? ausser mit polestar oder heico - danke


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