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Technik-und-OT-Blog

Technik, Wirtschaft, Weltherrschaft.

Thu Jun 17 19:56:15 CEST 2010    |    pibaer    |    Kommentare (38877)

gerger

Angesichts des doch ausgeprägten Diskussionsbedarfs über technische Hintergründe und insbesondere die Frage, welcher Hersteller in welchem Bereich wohl bald die Weltherrschaft an sich reißen wird, ist hier Platz für solche Diskussionen. Hier wird nicht zensiert, nur weil der Lieblingshersteller ein anderer ist oder die Meinung von der des Blog-Erstellers abweicht.


Wed Nov 25 18:12:55 CET 2020    |    touranfaq

@BaldAuchPrius

 

Danke für den Hinweis, schaue ich mir mal an.

 

Übrigens finde ich es sehr positiv, welche Diskussion sich hier seit gestern entwickelt hat. Zivilisiert, mit vielen Argumenten und Gedanken, gefällt mir persönlich sehr gut. Besser als das ewige Geleier um Corona ;)

Wed Nov 25 18:26:13 CET 2020    |    PS-Schnecke52374

Der böse Spruch des Tages: du ziehst immer wieder die alte (Corona)Leier vor ;)

Wed Nov 25 19:14:02 CET 2020    |    touranfaq

Zitat:

@BaldAuchPrius schrieb am 25. November 2020 um 18:26:13 Uhr:

Der böse Spruch des Tages: du ziehst immer wieder die alte (Corona)Leier vor ;)

Nee echt nicht. Mir ist gerade heute aufgefallen, dass wir geschätzt 80% der Probleme in diesem Land ähnlich sehen. Nur bezüglich der Lösungsansätze gibt es keinen Konsens. Ist aber auch nicht schlimm, denn hier kann man nur begrenzt auf wissenschaftliche Erkenntnisse setzen, Politik folgt leider nur begrenzt den Naturgesetzen.

 

Übrigens ne Idee, die mir heute gekommen ist:

 

Man könnte die Festlegung der Diäten von Politikern in die Hand des Volks geben. Ein Computerprogramm, als Login deine Perso-Nummer, und Du kannst in Echtzeit die Diäten der Politiker beeinflussen. Auf Personenebene. Entweder per Bonus/Malus System oder sogar absolut. Das wäre mal ein interessantes Experiment ;)

Wed Nov 25 19:22:08 CET 2020    |    PS-Schnecke52374

Klau mir nicht meine Ideen, das schlag ich seit Jahren vor:

 

Die Politik beschließt zuerst einen Prozentsatz (so wie bisher auch), anschließend gibt es eine einfache Volksbefragung: "Plus oder Minus" Das begrenzt auf der einen Seite die Gier, schließlich besteht immer das Risiko, dass es die Prozente nicht on Top gibt, sondern abgezogen, und es ist Motivator, "gute" Politik zu machen, zumindest eine, die mehrheitsfähig so viel Zustimmung findet, dass das Volk für "Plus" votiert.

Wed Nov 25 19:42:26 CET 2020    |    pibaer

Zitat:

@touranfaq schrieb am 24. November 2020 um 22:50:13 Uhr:

Yepp, gutes Beispiel. Wie oft hörte man vorher was alles nicht geht, und siehe da, wenn es sein muss, geht es auf einmal doch.

Und das viel besser als vorher. Viel weniger Störungen, viel konzentrierteres Arbeiten, angenehmes Umfeld, saubere Toiletten.

 

Zitat:

@touranfaq schrieb am 24. November 2020 um 22:50:13 Uhr:

Wie gesagt, jede Krise bietet auch Chancen. Wir wären dumm, diese nicht zu nutzen.

Richtig. Die konsequente Digitalisierung der meisten Büroarbeitsplätze war mehr als überfällig. Vor allem mal ein echter Beitrag zum Ressourcenschutz.

Wed Nov 25 19:44:17 CET 2020    |    pibaer

Zitat:

@passat32 schrieb am 25. November 2020 um 05:33:08 Uhr:

Das wird in Zukunft ganz sicher nicht schöner. Die Zukunft wird "Shared Desk" heißen, eine Mischung aus Homeoffice und der Tatsache, das du als Angestellter gar keinen eigenen Arbeitsplatz und keine eigene Tischplatte mehr hast, sondern morgens in einen seelenlosen Raum gehst und hoffst, einen unpersönlichen Platz zu bekommen und das der Hirni, der zufällig heute neben Dir sitzen wird, kein absoluter Vollspast ist.

Nö, Du gehst eben morgens gar nicht mehr in den Großraumstall, sondern nur ab und an, wenn es wirklich nötig ist. Dass dann nicht mehr jeder einen eigenen Platz haben kann, ist nachvollziehbar und sinnvoll. Und gleichzeitig ein sehr wirksames Mittel gegen den Rückfall in vordigitale Zeiten.

Wed Nov 25 19:45:44 CET 2020    |    pibaer

Zitat:

@Holgernilsson schrieb am 25. November 2020 um 06:15:06 Uhr:

Das ist eine Verhöhnung der vielen Menschen, deren Existenzen durch die völlig überzogenen und unnötigen Maßnahmen bereits vernichtet worden sind oder noch vernichtet werden, weil man den Wahnsinn weiter betreibt.

Nein, ist es nicht. Es ist ein Beispiel dafür, dass so eine Krise nicht nur negative Seiten hat.

Wed Nov 25 20:01:37 CET 2020    |    pibaer

Zitat:

@touranfaq schrieb am 25. November 2020 um 11:39:31 Uhr:

Von dem Geld, dass man durch die "Enteignung" einnimmt, kann beispielsweise das bedingungslose Grundeinkommen und auch eine entsprechende Altersversorgung finanziert werden. Das wäre dann also kein Argument mehr was dagegen spricht.

Das läuft letztendlich darauf hinaus, dass die Leute alle praktisch nur noch Untertanen sind, die vom Staat alles nur noch zugeteilt bekommen. Sozialismus in seiner perversesten Form. Das letzte Stück funktionierende Wirtschaft würde dann die Schattenwirtschaft sein.

 

Zitat:

@touranfaq schrieb am 25. November 2020 um 11:39:31 Uhr:

Aber das sind ja total böse "linke" Ideen, machen wir lieber konservativ weiter und werfen das Geld den Großkonzernen in den Rachen wenn es ihnen "schlecht geht"...

Ja, es sind böse, linke Ideen. Sozialismus ist böse und verbrecherisch. Scheiße in Geschenkpapier verpackt.

Wed Nov 25 20:19:57 CET 2020    |    pibaer

Zitat:

@touranfaq schrieb am 25. November 2020 um 18:07:48 Uhr:

Entweder müssen wir "kapitulieren" und sagen gut, wir leben mit der Ungleichverteilung.

Am besten wäre, wenn "wir" verstehen würden, dass die Ungleichverteilung der korrekte und gewünschte Zustand ist. Der kommt nämlich vom Wettbewerb um Ressourcen, dem allerwichtigsten Treiber von wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Fortschritt und dem Grundprinzip, das praktisch allen Lebensformen auf dieser Welt in ihren (Überlebens-)Strategien maßgeblich beeinflusst.

 

Zitat:

@touranfaq schrieb am 25. November 2020 um 18:07:48 Uhr:

Oder wir müssen eben andere Möglichkeiten suchen. Ein guter Anfang wäre die Deckelung von Vorstandsgehältern, es ist nicht vermittelbar dass jemand wie Winterkorn zweistellige Mio-Beträge mit nach Hause nimmt und am Ende nicht einmal für den Schaden haften muss, den er dem Konzern eingebrockt hat.

Das wäre die sozialistische Variante. Die schlaue Variante wäre, den Wettbewerb dort eben nicht einzuschränken, sondern im Gegenteil zu befördern, indem man nämlich die Aufsichtsräte in ihrer Unabhängigkeit stärkt und dafür sorgt, dass es dort keine Interessenskonflikte geben kann. Außerdem ist das Thema Haftung für angestellte Manager derzeit eher ein Witz in Deutschland.

Wed Nov 25 20:23:25 CET 2020    |    pibaer

Zitat:

@touranfaq schrieb am 25. November 2020 um 19:14:02 Uhr:

Übrigens ne Idee, die mir heute gekommen ist:

 

Man könnte die Festlegung der Diäten von Politikern in die Hand des Volks geben. Ein Computerprogramm, als Login deine Perso-Nummer, und Du kannst in Echtzeit die Diäten der Politiker beeinflussen. Auf Personenebene. Entweder per Bonus/Malus System oder sogar absolut. Das wäre mal ein interessantes Experiment ;)

Diese Idee ist superlahm. Relativ hohe Diäten für Abgeordnete sind durchaus erwünscht, denn damit sinkt die Abhängigkeit von externen Geldgebern. Und das ist sehr, sehr viel mehr wert als ein paar gesparte Millionen bei den Gehältern für Politiker.

 

Eure Ideen sind aus der Mottenkiste. Das sind Dinge, die man schon in der Schule in Politik oder ähnlichen Fächern diskutiert wurden und eigentlich mal Allgemeinwissen waren.

 

Und dass so viele Leute in der Politik sitzen, die für die Privatwirtschaft niemals zu gebrauchen wären, liegt an den Wählern.

Thu Nov 26 06:47:52 CET 2020    |    touranfaq

Zitat:

@pibaer schrieb am 25. November 2020 um 20:23:25 Uhr:

 

Relativ hohe Diäten für Abgeordnete sind durchaus erwünscht, denn damit sinkt die Abhängigkeit von externen Geldgebern.

In der Theorie. In der Praxis: Amthor. Zum Beispiel.

Thu Nov 26 06:54:06 CET 2020    |    touranfaq

Zitat:

@pibaer schrieb am 25. November 2020 um 20:19:57 Uhr:

 

Am besten wäre, wenn "wir" verstehen würden, dass die Ungleichverteilung der korrekte und gewünschte Zustand ist. Der kommt nämlich vom Wettbewerb um Ressourcen, dem allerwichtigsten Treiber von wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Fortschritt und dem Grundprinzip, das praktisch allen Lebensformen auf dieser Welt in ihren (Überlebens-)Strategien maßgeblich beeinflusst.

Hmm, im Tierreich kenne ich kein Beispiel wo eine Löwenfamilie 1000 Antilopen erjagt und "auf Halde legt" während andere Löwen nix bekommen weil alle Antilopen weg sind. Außerdem war ich immer der Ansicht, dass wir uns als Menschen durch Intelligenz und Sozialverhalten von den meisten Tieren unterscheiden. Aber da war ich offensichtlich zu naiv ;)

 

Aber ganz davon abgesehen, wir haben ja keinen echten Wettbewerb in der Wirtschaft. Was wir haben ist quasi "Sozialismus on demand". Geht es der Wirtschaft gut, darf sie frei drehen und ihre Gewinne in der Welt verteilen. Läuft es aber mal temporär nicht so gut, springt der Staat und damit der Steuerzahler ein. Das ist doch kein Wettbewerb :rolleyes:

Thu Nov 26 08:41:44 CET 2020    |    touranfaq

Bei solchen Meldungen kann man nur den Kopf schütteln:

 

+++ 07:40 Klingbeil kritisiert mangelnde Digitalisierung an Schulen +++

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat die mangelnde Ausstattung der Schulen mit moderner Technik kritisiert. "Da ist vieles verschlafen worden in den letzten Jahren", sagte der SPD-Politiker in der ARD. In der Corona-Krise sei nun zu sehen, dass die Digitalisierung hätte schneller vorangetrieben werden müssen.

 

Vielleicht sollte man den guten Mann mal daran erinnern dass seine Partei die "letzten Jahre" mit in der Regierung war und für genau das hätte sorgen können. Von der Opposition könnte man solche "Kritik" akzeptieren, aber aus dem Mund der Regierungspartei ist das eine weitere Bankrotterklärung.

Thu Nov 26 08:55:41 CET 2020    |    Holgernilsson

Da bin ich ausnahmsweise mal uneingeschränkt Deiner Meinung. Allerdings gibt es an den Schulen sehr starke Unterschiede. Es gibt nämlich Schulen, die schon sehr gut ausgestattet sind und Lehrer haben, die mit den Medien sehr gut umgehen können.

Thu Nov 26 09:25:13 CET 2020    |    touranfaq

Frankreich fällt ja immer wieder mit seinen pragmatischen und effizienten Lösungen auf.

 

Heute: Polizeigewalt.

 

Erster Lösungsschritt: Der Begriff Polizeigewalt wird einfach nicht verwendet.

 

Sowohl er als auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lehnen es ab, den Begriff Polizeigewalt zu verwenden, da er die Ordnungskräfte unter Pauschalverdacht stelle.

 

Zweiter Lösungsschritt: Aufnahmen von Polizisten "bei der Arbeit" werden unter Strafe gestellt.

 

Der umstrittene Artikel 24 stellt es unter Strafe, Polizisten bei der Arbeit zu filmen und diese Bilder dann zu verbreiten. Strafbar wird das Filmen zwar erst, wenn "die klare Absicht" erkennbar sei, den Beamten "physisch oder psychisch zu schaden". Doch wie genau zum Beispiel bei der Berichterstattung über eine Demonstration die Absicht filmender Personen ermittelt werden soll, bleibt unklar. Artikel 24 des neuen Gesetztes wurde am Freitagabend bereits von der Nationalversammlung angenommen. Wer gegen ihn verstößt, kann mit bis zu einem Jahr Gefängnis und mit Bußgeldern bis zu 45 000 Euro bestraft werden.

 

Seht ihr, so einfach kann man Probleme lösen! Man definiert Polizeigewalt einfach weg und verhindert die Dokumentation auf Bild und Video. Voila!

 

(Achtung, das war ironisch gemeint).

Thu Nov 26 09:26:03 CET 2020    |    PS-Schnecke52374

Zitat:

@touranfaq schrieb am 26. November 2020 um 06:54:06 Uhr:

...

 

Aber ganz davon abgesehen, wir haben ja keinen echten Wettbewerb in der Wirtschaft. Was wir haben ist quasi "Sozialismus on demand". Geht es der Wirtschaft gut, darf sie frei drehen und ihre Gewinne in der Welt verteilen. Läuft es aber mal temporär nicht so gut, springt der Staat und damit der Steuerzahler ein. Das ist doch kein Wettbewerb :rolleyes:

Oh doch, wir haben einen echten und harten Wettbewerb.

Den Wettbewerb um die Staatsknete. Jeder sieht zu, irgendwie, von irgendeinem Fördertopf, oder irgendeiner Leistung zu profitieren. Anstatt sich um Arbeit zu bemühen, werden lieber zig Anträge auf Sonderleistungen ausgefüllt, anstatt etwas zu unternehemen, und selbstbestimmt entsprechend eigener Beobachtungen zu entwickeln und zu forschen, drängt man sich ljeber um die Themen, für die es Fördergeld gibt, egal, wie schwachsinnig die Forschung ist. ...

Thu Nov 26 09:27:49 CET 2020    |    PS-Schnecke52374

Zitat:

@touranfaq schrieb am 26. November 2020 um 09:25:13 Uhr:

....

 

Seht ihr, so einfach kann man Probleme lösen! Man definiert Polizeigewalt einfach weg und verhindert die Dokumentation auf Bild und Video. Voila!

 

(Achtung, das war ironisch gemeint).

Ich würd sagen, ein musterschüler Muddis und ihrer Sauregurkentruppe

Thu Nov 26 10:11:17 CET 2020    |    touranfaq

Zitat:

@BaldAuchPrius schrieb am 26. November 2020 um 09:26:03 Uhr:

Oh doch, wir haben einen echten und harten Wettbewerb.

Den Wettbewerb um die Staatsknete. Jeder sieht zu, irgendwie, von irgendeinem Fördertopf, oder irgendeiner Leistung zu profitieren. Anstatt sich um Arbeit zu bemühen, werden lieber zig Anträge auf Sonderleistungen ausgefüllt, anstatt etwas zu unternehemen, und selbstbestimmt entsprechend eigener Beobachtungen zu entwickeln und zu forschen, drängt man sich ljeber um die Themen, für die es Fördergeld gibt, egal, wie schwachsinnig die Forschung ist. ...

Aha.

 

Und in einer freien Marktwirtschaft ist es aus deiner Sicht in Ordnung, wenn wir aktiennotierte Privatfirmen vorübergehend zu einem VEB machen (nämlich so lange es ihnen schlecht geht) und dann wieder in die Eigenverantwortung entlassen, wenn sie wieder Geld verdienen?

Thu Nov 26 10:21:37 CET 2020    |    passat32

Zitat:

@touranfaq schrieb am 26. November 2020 um 06:54:06 Uhr:

Zitat:

@pibaer schrieb am 25. November 2020 um 20:19:57 Uhr:

 

Am besten wäre, wenn "wir" verstehen würden, dass die Ungleichverteilung der korrekte und gewünschte Zustand ist. Der kommt nämlich vom Wettbewerb um Ressourcen, dem allerwichtigsten Treiber von wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Fortschritt und dem Grundprinzip, das praktisch allen Lebensformen auf dieser Welt in ihren (Überlebens-)Strategien maßgeblich beeinflusst.

Hmm, im Tierreich kenne ich kein Beispiel wo eine Löwenfamilie 1000 Antilopen erjagt und "auf Halde legt" während andere Löwen nix bekommen weil alle Antilopen weg sind. Außerdem war ich immer der Ansicht, dass wir uns als Menschen durch Intelligenz und Sozialverhalten von den meisten Tieren unterscheiden. Aber da war ich offensichtlich zu naiv ;)

Die Löwenfamilie wie auch die Antilopenfamilie opfern auch zuerst die Schwachen, Alten, Funktionslosen usw., die das jeweilige Rudel bremsen. Wenn wir also auf Dich hören erschießen wir zuerst alle Arbeitslose und alle Flüchtlinge. Respekt mein Freund.

 

Und weil wir grad bei Flüchtlingen sind: beide dieser Familien, eigentlich überhaupt keine Tiergattung, akzeptiert "Fremde" im eigenen Rudeln. Eher töten sie Fremde.

 

 

Du scheinst mir ein ziemlicher Rassist zu sein :p ...

 

Aber sie es so: bei uns töten die Fremden die bisherigen Familien. Irgendwas haben wir da missverstanden.

Thu Nov 26 10:33:24 CET 2020    |    passat32

Zitat:

@BaldAuchPrius schrieb am 25. November 2020 um 15:42:00 Uhr:

 

Ehrlich? Du hältst diese Zahlungen für bedingungslos?

Kindergeld... ja, gibt der Staat dem Kind bedingungslos, aber spätestens bei Scheidungskindern wird es auf den Unterhalt angerechnet ... puff.. weg war es Bedingung hier: Eltern müssen zusammenbleiben. Auf H4 wird es auch angerechnet, 2. Bedingung: Familie bezieht kein H4

Sozialhilfe ... bekommst du erst, wenn du dein Vermögen aufgebraucht hast, und verlierst du, wenn du Vermögen aufgebaut hast ... Bedingung hier: Du darfst nichts(mehr) haben.

Hartz 4 ... also noch mehr Bedingungen geht ja wohl kaum noch, Partner darf nicht zu viel verdienen, Meldeauflagen, Vermittlungsauflagen, Sperrungen aller Nas lang ... also bedingungslos schaut anders aus.

Hier klaffen Wunschdenken und Wirklichkeit inzwischen weit auseinander. Spätestens seit März 2020, dem Beginn von Corona.

 

Ja, die Berechnung von Bedarfsgemeinschaften gibt es noch, das ist derzeit auch so ziemlich einzige Bedarfsberechnung. Also die, bei der tatsächliche Gegebenheiten herangezogen und bewertet werden. Der Rest geht ziemlich pauschal. Sobald DU also einmal Zugangsberechtigt zu ALG-II bist hast Du wenig Nöte, da nicht mehr raus zu kommen. Meldeauflagen gibt es nicht mehr, da Termine komplett gecancelt wurden. Es gibt telefonische Gespräche. Sperren und Sanktionen sind seit März praktisch nicht mehr ausgesprochen worden, weil einfach ausgesetzt. Und selbst wenn die irgendwann mal wieder kommen, dann gibt es das blöde Urteil aus Erfurt, das Sanktionen, wenn überhaupt, nur maximal bis 30% überhaupt erlaubt. Und selbst zu der Wahrheit gehört, daß Du jederzeit den Anspruch in Form von Gutscheinen bekommen kannst, wenn Du es beantragst.

 

Vermittlungsauflagen sind auch nur Geschwätz und Androhungen, aber nicht mehr als zahnlose Tiger. Heute kann man sich mit jedem Mist rausreden, und bevor sich der SB (Sachbearbeiter, früher FM = Fallmanager) die Arbeit macht eine Sanktion anzudrohen, müsste er eine Anhörung einberufen. Da reagiert der Empfänger nicht drauf, das war es dann auch.

 

Vielleicht ist es auf dem Papier nicht bedingungslos, aber in der Praxis kommt man damit bestens durch.

 

 

Noch schöner haben es da Refugees: die haben keine Bedarfsprüfung, keine Bedarfsveranlagung und überhaupt keine Sanktionen. Wenn also Ali mit seinen 3 Frauen und 14 Kindern kommt, dann kostet uns der mit Verwaltung und Miete auch mal 5-stellig. Im Monat. Und wird damit NIEMALS in seinem erbärmlichen Dasein auch nur einen einzigen Beitrag FÜR unsere Gesellschaft leisten.

Thu Nov 26 10:34:25 CET 2020    |    XuQishi

Zitat:

Und dass so viele Leute in der Politik sitzen, die für die Privatwirtschaft niemals zu gebrauchen wären, liegt an den Wählern.

Bei Heise gibt's eine Artikelserie zu dem Thema. Solange die Leute keine Partei neu rein oder ganz raus wählen, entscheiden sie aufgrund unseres Wahlsystems über rund 10% der Leute, die da sitzen. Den Rest machen die Parteien alleine.

 

https://www.heise.de/tp/thema/Demokratie-am-Ende%3F

 

Zitat:

Hmm, im Tierreich kenne ich kein Beispiel wo eine Löwenfamilie 1000 Antilopen erjagt und "auf Halde legt" während andere Löwen nix bekommen weil alle Antilopen weg sind

Das liegt aber eher daran, dass die das nicht können und nicht daran, dass sie es nicht würden. Das natürliche Gleichgewicht besteht nicht darin, dass irgendwelche Tiere sich zurückhalten, sondern darin, dass ihre Population nicht das übersteigen können, was sie jagen können. Bei guten Bedingungen vermehren die sich so stark, dass sie ihre Umgebung ratzekahl fressen und dann wieder auf ein gewisses Maß zurückschrumpfen.

Die großen Wanderungsbewegungen der Eisbären haben z. B. viel damit zu tun, dass es in der Arktis fünfmal so viele Eisbären gibt wie in den 60ern, die alle ein ziemlich großes Revier brauchen.

 

Zitat:

Am besten wäre, wenn "wir" verstehen würden, dass die Ungleichverteilung der korrekte und gewünschte Zustand ist.

So ist es. Die Möglichkeit, mehr zu haben als andere, sorgt erst dafür, dass man den Arsch hochnimmt.

Wo ich aber zustimme, ist, dass an dem Managergehalt, gegen das ich nichts habe, tatsächlich die Haftung hängt, die als Argument vorgeschoben wird (All die Verantwortung...).

Thu Nov 26 10:37:38 CET 2020    |    touranfaq

Zitat:

@passat32 schrieb am 26. November 2020 um 10:21:37 Uhr:

Zitat:

@touranfaq schrieb am 26. November 2020 um 06:54:06 Uhr:

 

 

Hmm, im Tierreich kenne ich kein Beispiel wo eine Löwenfamilie 1000 Antilopen erjagt und "auf Halde legt" während andere Löwen nix bekommen weil alle Antilopen weg sind. Außerdem war ich immer der Ansicht, dass wir uns als Menschen durch Intelligenz und Sozialverhalten von den meisten Tieren unterscheiden. Aber da war ich offensichtlich zu naiv ;)

Die Löwenfamilie wie auch die Antilopenfamilie opfern auch zuerst die Schwachen, Alten, Funktionslosen usw., die das jeweilige Rudel bremsen. Wenn wir also auf Dich hören erschießen wir zuerst alle Arbeitslose und alle Flüchtlinge. Respekt mein Freund.

 

Und weil wir grad bei Flüchtlingen sind: beide dieser Familien, eigentlich überhaupt keine Tiergattung, akzeptiert "Fremde" im eigenen Rudeln. Eher töten sie Fremde.

 

 

Du scheinst mir ein ziemlicher Rassist zu sein :p ...

 

Aber sie es so: bei uns töten die Fremden die bisherigen Familien. Irgendwas haben wir da missverstanden.

Ähm, Stopp. Den Wettbewerb als "natüliche" Grundlage hatte pibaer ins Spiel gebracht, worauf ich darauf hingewiesen habe, dass sich der Wettbewerb bei anderen Säugetieren anders ausgestaltet als beim Homo Sapiens.

 

Wenn unsere Gesellschaft auf einem solchen Wettbewerb basieren soll, für mich kein Problem. Nur darf dann keiner mehr meckern es wäre etwas "ungerecht" verteilt, denn wie wir gelernt haben, ist die ungerechte Verteilung eben ein Ergebnis des Wettbewerbs.

Thu Nov 26 12:46:48 CET 2020    |    PS-Schnecke52374

Zitat:

@touranfaq schrieb am 26. November 2020 um 10:11:17 Uhr:

...

 

Aha.

 

Und in einer freien Marktwirtschaft ist es aus deiner Sicht in Ordnung, wenn wir aktiennotierte Privatfirmen vorübergehend zu einem VEB machen (nämlich so lange es ihnen schlecht geht) und dann wieder in die Eigenverantwortung entlassen, wenn sie wieder Geld verdienen?

Ist das nicht ebenfalls das Ergeiern von Staatskohle?

Thu Nov 26 13:08:31 CET 2020    |    touranfaq

Zitat:

@BaldAuchPrius schrieb am 26. November 2020 um 12:46:48 Uhr:

Zitat:

@touranfaq schrieb am 26. November 2020 um 10:11:17 Uhr:

...

 

Aha.

 

Und in einer freien Marktwirtschaft ist es aus deiner Sicht in Ordnung, wenn wir aktiennotierte Privatfirmen vorübergehend zu einem VEB machen (nämlich so lange es ihnen schlecht geht) und dann wieder in die Eigenverantwortung entlassen, wenn sie wieder Geld verdienen?

Ist das nicht ebenfalls das Ergeiern von Staatskohle?

Doch, aber in deinem Posting kam das so rüber als redest du hauptsächlich von Fördergeldern für Forschung o.ä.

 

Denn diese "Finanzhilfen" für Luftfahrtbranche oder Autoindustrie kommen ja aus keinem bereits existierenden "Topf" um den sich alle bewerben, die werden ja zusätzlich "geschaffen".

Thu Nov 26 14:04:07 CET 2020    |    passat32

Zitat:

@touranfaq schrieb am 26. November 2020 um 13:08:31 Uhr:

 

 

Denn diese "Finanzhilfen" für Luftfahrtbranche oder Autoindustrie kommen ja aus keinem bereits existierenden "Topf" um den sich alle bewerben, die werden ja zusätzlich "geschaffen".

huch, na hat dann Mutti irgendwo ein verstecktes Töpfchen gefunden, in irgendeinem Verlies oder ihrem SM-Keller, so wie damals das Fass mit den hunderten Milliarden für unsere neuen Goldstückfachkräfte?

 

Wenn dem so sei: warum findet sie kein Töpfchen für die Beseitigung der Kinderarmut, die inzwischen jedes 7. Kind in Germoney lebt, in dem "wir gut und gerne leben"?

Thu Nov 26 14:07:28 CET 2020    |    invisible_ghost

Holgernilsson, Sascha, BaP und ich hatten das Thema "Zukunft der Wirtschaft" im Zusammenhang mit Corona ja schon angesprochen, und sehen dem mit großer Sorge entgegen. Auf der Achse fand ich zu der Problematik einen hervorragenden Artikel, den ich hier mal einstelle:

 

Zitat:

Der wahre Umfang der Corona-Wirtschaftspleiten

Von Christian Demant.

 

Seit 2. November befindet sich Deutschland in einem zweiten Lockdown. Vieles bleibt bei der „Light-Variante“ im Vergleich zum Lockdown im Frühjahr unverändert, manche Dinge werden anders angegangen. Der abgewandelte Maßnahmen-Katalog und die damit verbundene geänderte Vorgehensweise wurden mit dem politischen Ziel begründet, dieses Mal die Schulen offen zu halten und die Wirtschaft zu schützen, wobei bei letzterem unklar blieb, welche Bereiche der Wirtschaft hiermit genau gemeint sind, schließlich werden für den Schutz der Wirtschaft einzelne, nicht unerhebliche Wirtschaftsbereiche gezielt heruntergefahren.

 

Bei allen staatlichen Maßnahmen spielt die Angemessenheit eine zentrale Rolle. Um die Angemessenheit der neuerlichen Einschränkungen beurteilen zu können, ist eine möglichst umfassende Einschätzung der damit verbundenen Kollateralschäden hilfreich. Hierzu möchte ich zwei Aspekte des Lockdowns etwas genauer beleuchten, um grundsätzliche Defizite im Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge auf Seiten der Verantwortlichen aufzuzeigen.

 

Bereits der erste Lockdown ab März zwang eine Vielzahl von Unternehmen in existenzielle Krisen. Nicht nur bei den großen Airlines war über Nacht das ganze Geschäft weggebrochen, auch viele mittelständische Betriebe, Klein- und Kleinstunternehmen sowie Soloselbstständige sahen sich einem Berufsausübungsverbot ausgesetzt. Um die Fronten im Kampf gegen das Virus zusammenzuhalten, hat die Regierung bereits im Vorfeld des zweiten Lockdowns versucht, über die Zusage von vermeintlich großzügigen Wirtschaftshilfen an Unternehmen, Selbstständige und Vereine die Lage frühzeitig zu beruhigen.

 

Das für diese sogenannte Novemberhilfe eingesetzte Geld kommt bedauerlicherweise nicht aus einer plötzlich gefundenen Holztruhe im Keller des Bundesfinanzministeriums. Nein, es ist das Geld der Steuerzahler, das hier ausgegeben wird, mit dem ansonsten leistungsbereite Bürger für ein staatlich verordnetes Nichtstun bezahlt werden, um damit ein weiteres Mal eine angeblich bevorstehende Überlastung unseres Gesundheitssystems zu vermeiden.

Viel mehr Unternehmen betroffen, als dargestellt

 

Ein genauerer Blick auf die Implementierung der Hilfszahlungen liefert einige interessante Einblicke, wie sich unsere politisch Verantwortlichen das Funktionieren der freien Wirtschaft vorstellen. Anhand der zahlreichen Verordnungen und Kommentare auf den Webseiten der Ministerien lässt sich identifizieren, dass aus staatlicher Sicht die Unternehmen in Bezug auf den Lockdown in drei Kategorien unterteilt werden: Durch Schließung direkt betroffene Unternehmen, indirekt betroffene Unternehmen (weil sie beträchtliche Umsätze mit direkt betroffenen Unternehmen generieren) und nicht betroffene Unternehmen. Diese Einteilung klingt im ersten Moment plausibel, ist aber bei näherer Betrachtung hochgradig problematisch, denn durch die umfangreichen Einschränkungen sind viel mehr Unternehmen – oder ganz allgemein gesprochen Marktteilnehmer – betroffen, als in der Öffentlichkeit dargestellt.

 

Damit die Unternehmen und ihre Beschäftigten „in dieser ernsten Lage“ nicht alleine gelassen werden, kommt es im Rahmen der Novemberhilfe zur Ausschüttung von weiteren 10 Milliarden Euro Hilfsgeldern an die von den Einschränkungen „besonders Betroffenen“. Bereits in der letzten November-Woche 2020 sind entsprechende Antragstellungen möglich, laut E-Mail-Rundschreiben der IHK sind erstmals auch „indirekt betroffene Unternehmen“ förderfähig. Als indirekt betroffen gelten Unternehmen, die „nachweislich und regelmäßig 80 Prozent ihrer Umsätze mit direkt betroffenen Unternehmen erzielen“. Diese Ausdehnung des Förderkreises geht in die richtige Richtung und ist grundsätzlich begrüßenswert, zeigt sie doch, dass die Bundesregierung dazugelernt hat und sich mittlerweile auch einer indirekten Wirkung ihrer teils drastischen Maßnahmen auf weitere Marktteilnehmer bewusst wird.

 

Blicken wir dazu kurz auf die direkt betroffene Gastronomie: Eine Brauerei zum Beispiel, die mangels Abnehmer auf einem Großteil des saisonal gebrauten dunklen Weihnachtsbiers nun mehr oder weniger sitzenbleibt, weil sie über 80 Prozent der üblichen November-Umsätze mit per Verordnung geschlossenen Gastronomiebetrieben macht, kommt entsprechend der Regularien nun auch in den Genuss der Novemberhilfe – so weit, so gut. Die Spedition hingegen, die im Auftrag der Brauerei hektoliterweise die Bierfässer zu den Kneipen fährt, hat Pech gehabt. Wer direkt mit lediglich indirekt Betroffenen Umsätze tätigt, geht leer aus. Auch die Kfz-Werkstatt, die regelmäßig die Wartung der zum Transport der Flüssignahrung eingesetzten Lastkraftwagen übernimmt, wird während der Dauer des aktuellen Lockdowns deutlich weniger zu tun hat, darf aber auch nicht auf direkte staatliche Unterstützung hoffen.

Versteckt im Hintergrund: Lieferketten

 

Eine Investition in Höhe von 3,50 Euro, ausgegeben auf dem Nachhauseweg nach der Arbeit in einer Eckkneipe für eine Halbe Weihnachtsbier, ein großes Glas Saftschorle oder eine Jumbo-Tasse Cappuccino, führt zu Umsätzen bei einer ganzen Kette von beteiligten Herstellern, Produzenten und Dienstleistern. Diese Lieferketten in unserer vernetzten Wirtschaft sind alles andere als offensichtlich und für Außenstehende daher oftmals schwer vorstellbar. Zudem sind diese Lieferketten selbst bei vermeintlich lokalen Produkten häufig international. Es ist beispielsweise nicht auszuschließen, dass eine für eine Brauerei tätige Spedition umfangreichere personalintensive Wartungs- und Reparaturarbeiten an den LKWs im grenznahen Ausland durchführen lässt, um Kosten zu sparen. Und ob der beim Brauprozess eingesetzte Hopfen aus deutscher Produktion stammt, ist ebenfalls nicht garantiert. Vollkommen unstrittig ist aber, dass weder die LKW-Werkstatt in Tschechien noch der Hopfenproduzent in Afrika mit Ausgleichszahlungen aus dem Bundesfinanzministerium rechnen können, selbst wenn der Umsatzausfall für diese Unternehmen existenzielle Folgen haben könnte.

 

Wie bereits dieses einfache Beispiel zeigt, sind die im Rahmen des Infektionsschutzes in die Wirtschaft erfolgten Eingriffe des Staates äußerst riskant, weil schnell weit abseits vom eigentlichen Zielgebiet Kollateralschäden entstehen. Wer aus Sicht des Gesetzgebers angeblich durch die Maßnahmen „nicht betroffen“ ist, kann eben doch massiv betroffen sein. Unsere Wirtschaft ist ein – je nach Betrachtung über Jahrzehnte, wenn nicht sogar über Jahrhunderte – gewachsenes komplexes System mit einer Vielzahl von Parametern. Für kurzfristig verordnete staatliche Stilllegungen einzelner Bereiche ein faires System der Schadensersatz- bzw. Ausgleichszahlungen zu finden, wäre eine einzige Mammutaufgabe.

 

Eine individuelle Bedürfnisprüfung z.B. wäre aufgrund des bürokratischen Aufwandes bei Millionen von Unternehmen, Selbstständigen und Vereinen schlicht und einfach unmöglich. So muss es fast zwangsläufig bei einem groben Gießkannen-Ansatz bleiben, der möglichst vielen vermeintlich Betroffenen einigermaßen unbürokratisch über die Runden hilft. Man sollte sich aber nichts vormachen: Fehlanreize und Mitnahmeeffekte sind vorprogrammiert. Jeder Hobbygärtner weiß: Wenn von Hand mit der Gießkanne bewässert wird, bekommen ausgewählte Pflanzen immer zu viel Wasser und einzelne Zonen bleiben trotz bester Absichten trocken.

 

Riskant und oftmals wenig nachvollziehbar sind feste Schwellwerte: Wenn 80 Prozent Umsatzanteil erforderlich sind, um von Ausgleichszahlungen zu profitieren, dann gehen die Unternehmen, die lediglich 75 Prozent oder zwei Drittel ihres Umsatzes mit direkt Betroffenen machen, leer aus. Hier stellt sich zwangsläufig die Frage: Sind die definierten 80 Prozent gerecht, sinnvoll und angemessen? Man fühlt sich an die seltsame 800-Quadratmeter-Regelung im Frühjahr erinnert, mit der in einzelnen Bundesländern der Einzelhandel anhand der Verkaufsfläche in Gut und Böse unterteilt wurde. Frust und Ärger sind bei derartigen Regelungen vorprogrammiert, die Gerichte werden die nächsten Jahre gut zu tun haben.

Tod der Handlungsreisen

 

Unangenehme Seiteneffekte vollkommen unerwarteter staatlicher Eingriffe in die Wirtschaft sind nicht das einzige Problem, mit dem die Akteure aktuell zu kämpfen haben. Erschwerend kommt hinzu, dass selbst Anordnungen, die zum Zwecke der Kontaktreduzierung vermeintlich „nur“ auf den Privatbereich der Bürger zielen, indirekt massive Auswirkungen auf die Unternehmen und insbesondere die Aktivitäten der verantwortlichen Unternehmer haben. Wenn der Staat Restaurants, Bars und Kneipen schließt, zugleich Hotels und Pensionen die Beherbergung von Touristen verbietet und zudem über einen Flickenteppich von Einreise- und Quarantäneregelungen jeden Grenzübertritt zu einem nervenaufreibenden Vabanquespiel macht, dann ist es selbst für Geschäftsreisende de facto unmöglich, eine Reise durchzuführen, obwohl die entsprechenden Verordnungen Ausnahmeregelungen vorsehen und „dringend erforderliche“ Geschäftsreisen in aller Regel nicht explizit verbieten.

 

Wer sich dennoch auf das Abenteuer einlässt und versucht, eine geschäftlich motivierte Hotelübernachtung zu buchen, wird mit so mancher Überraschung konfrontiert. Viele Hoteliers haben ihren Betrieb bereits in eine Art vorgezogenen Winterschlaf versetzt. Einzelne Anbieter mit Kapitalreserven nutzen den Zusammenbruch der privaten, touristisch motivierten Nachfrage für lange geplante umfangreiche Renovierungsarbeiten in der Hoffnung auf bessere Zeiten. So mancher Hotelier wechselte bereits entnervt das angestammte Geschäftsmodell und betreibt seine Einrichtung zukünftig als Altersruhesitz.

 

Ähnlich herausfordernd gestaltet sich die Buchung von Flugreisen. Das Flugangebot dürfte seit Monaten auf unter 20 Prozent des Vorkrisen-Niveaus liegen, bereits gebuchte Flüge werden regelmäßig ohne Begründung annulliert oder die Flugzeiten kurzfristig wenig kundenfreundlich geändert. Selbst große, sehr international ausgerichtete Flughäfen haben nur noch sporadisch Flüge in die Hauptstädte der EU-Nachbarländer im Angebot. Nichts geht mehr.

 

Nun sind Geschäftsreisen kein Selbstzweck. Der überwiegende Teil der Reisenden nimmt die damit verbundenen Strapazen nur in Kauf, weil mit der Durchführung der Reise unmittelbar oder zumindest indirekt ein kommerzieller Nutzen verbunden ist. Während die CEOs der DAX-Konzerne mit den firmeneigenen Privatjets im wahrsten Sinne des Wortes über die organisatorischen Probleme hinwegfliegen, ist insbesondere der auf gewerbliche Kunden (Business-to-Business, abgekürzt B2B) zielende Mittelstand aktuell einer Vielzahl seiner Handlungs- und Verdienstoptionen beraubt. Folglich unterbleibt die Pflege bestehender Kontakte und Partnerschaften und neue Kunden können nur noch eingeschränkt akquiriert werden. Auch erweist sich aktuell die Kontrolle und Weiterentwicklung von im Ausland getätigten betrieblichen Investitionen (z.B. Tochtergesellschaften) als deutlich erschwert.

 

Gerade die Mittelständler, die in der Vergangenheit den Mut hatten, sich dem internationalen Wettbewerb offensiv zu stellen, leiden aktuell massiv unter den Mobilitäts-Einschränkungen und verlieren dadurch monatlich an Schlagkraft. Video-Konferenzen können in einigen Fällen Entlastung bringen, aber gerade vertrauliche Meetings zwischen Inhabern, Führungskräften und Fachexperten erfordern weiterhin regelmäßig den Austausch von Angesicht zu Angesicht. Das Beharren auf vertrauensbildenden persönlichen Kontakten ist schlicht und einfach einer langjährigen Erfahrung im Geschäftsleben geschuldet und nicht, wie von manchen ahnungslosen Kritikern behauptet, ein konstruierter Vorwand, um sich der Auseinandersetzung mit neuen Kommunikations-Technologien zu entziehen. Auch Tesla-Chef Elon Musk war in den letzten Monaten mehrmals persönlich in Europa – mangelnde Innovationsbereitschaft lässt sich ihm sicher nicht vorwerfen. Viele, aber eben nicht alle Geschäftsprozesse lassen sich digital abbilden.

 

So hat selbst die Bundesregierung zwischenzeitlich glücklicherweise erkannt, dass sich nicht alle Geschäfte online abwickeln lassen. Die Bundeskanzlerin gab in der Pressekonferenz am 2. November unter anderem zu Protokoll, dass man beim ersten Lockdown im März „nicht überblickt [habe], dass mit dem Schließen eines Autohauses im Grunde der gesamte Absatz der Autos weg war.“

Von One to Zero: Das Messewesen als Corona-Opfer

 

Die Mobilitätseinschränkungen betreffen nicht nur unsere Gewerbetreibenden, denen Reisen ins Ausland mindestens erschwert werden, wenn nicht sogar komplett verwehrt bleiben. Umgekehrt bedeutet die aktuelle Situation auch, dass Reisende aus dem Ausland de facto nicht mehr zu uns kommen können. Wenn dieser Aspekt im letzten halben Jahr in den Medien thematisiert wurde, dann bestenfalls unter dem Label Tourismus. Allzu viele Touristen aus Übersee dürften in diesem Jahr in der Tat noch nicht den Weg nach Europa gefunden haben, entsprechend beklagen beliebte Tourismus-Destinationen wie beispielsweise die Côte d’Azur in Frankreich oder das Berner Oberland in der Schweiz massive Umsatzeinbrüche. Auch in Deutschland kennt der Tourismus im Corona-Jahr nur Verlierer, denn fast 50 Prozent weniger Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr stellen die Branche vor große Herausforderungen.

 

Noch deutlich schmerzhafter unter strategischen Gesichtspunkten ist das Fernbleiben der Geschäftsleute. Wer macht sich aus Sao Paulo, Seattle oder Singapur auf den Weg nach Deutschland, wenn hier Hotels und Restaurants geschlossen sind und der einheimischen Bevölkerung aus Gründen des Infektionsschutzes in einer medialen Endlosschleife selbst von Verwandtenbesuchen und Ein-Tagestouren im Inland abgeraten wird. Ein unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten bedauernswertes und bisher bestenfalls in den Lokalnachrichten beachtetes Opfer dieser Entwicklungen sind die Messegesellschaften.

 

Insbesondere der exportorientierte Mittelstand nutzt Messen als Vertriebs-Plattform. Ob Baumaschine, Blechbearbeitungszentrum oder IoT-Device fürs „smarte Home“: Für eine Vielzahl technologieorientierter Branchen werden in Deutschland Fachmessen durchgeführt, die sich oftmals über Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte mit viel Engagement aller Beteiligten den Status einer internationalen Leitmesse erarbeitet haben und mittlerweile zu beeindruckenden Großveranstaltungen mit zum Teil hunderttausenden von Fachbesuchern geworden sind. Messen gelten laut Verband der Deutschen Messewirtschaft als „Foren für Kommunikation und für Innovation, die den Weltmarkt abbilden“. 2019 präsentierten zehntausende Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen insgesamt 10 Millionen Besuchern, von denen fast 3 Millionen Besucher aus dem Ausland anreisten. Deutschland mit seinen 25 Messeplätzen gilt weltweit als die Nummer 1 bei der Durchführung internationaler Messen. Aussteller und Besucher, ja selbst die ausländischen Wettbewerber bescheinigen den deutschen Messegesellschaften fast durchweg eine große Professionalität. Messebesuche in Deutschland waren für die internationalen Besucher ein attraktives All-Inklusive-Angebot: Gut ausgebaute und zentral gelegene Flughäfen, attraktive Messegelände mit einer modernen Infrastruktur, Hotels in jeder Lage und Preisklasse, Restaurants und Kneipen für jeden Geschmack, dazu für den Ausklang am Abend eine lebendige Kunst- und Kulturszene. Dennoch: Dieser für viele Unternehmen so wichtige Verkaufskanal ist seit Mitte März 2020 tot.

 

Zwar wurden im August – für Messeprofis teils absurde – Hygieneregeln verabschiedet, mit denen den Messen eine zumindest eingeschränkte Wiederaufnahme des Betriebes ermöglicht werden sollte. Für einige Publikumsmessen mit regionalem Einzugsgebiet wurden diese Handlungsoptionen nach der Sommerpause sogar genutzt, im B2B-Bereich verzichteten die Veranstalter allerdings freiwillig auf eine mögliche Durchführung, die Messen blieben bis auf Weiteres abgesagt. Ohne internationale Besucher ist das Abhalten einer Fachmesse für die Aussteller komplett sinnlos, das für die Messepräsenz investierte Geld wäre zum Fenster hinausgeworfen. Ein Wiederanlaufen der internationalen Messen ist aktuell noch nicht abzusehen, der erneute Lockdown ohne klar definierten Endzeitpunkt hat alle zart keimenden Hoffnungen zunichte gemacht. Aktuell stehen bis Ende März 2021 keine Veranstaltungen auf dem Kalender. Insider berichten, dass diverse Großveranstaltungen, die turnusmäßig für den Zeitraum vor der Sommerpause 2021 geplant sind, bereits zur Disposition stehen und das erste Halbjahr 2021 damit für die Messebranche „komplett gelaufen sei“. Dazu muss erwähnt werden, dass für die erfolgreiche Durchführung einer Messe bei allen Beteiligten ein beträchtlicher zeitlicher Vorlauf erforderlich ist.

 

Werfen wir nochmals einen Blick auf die strategische Dimension für unsere Volkswirtschaft: 11 Prozent der Messebesucher, d.h. knapp 300.000 Besucher, reisten 2019 aus den Wachstumsmärkten Süd-Ost- und Zentralasiens nach Deutschland an. Auf die internationalen Messen werden von den Unternehmen schon aus Kostengründen primär Entscheider geschickt. Wer heute aus China, USA oder Australien auf eine Technologie-Messe nach Deutschland zu Besuch kommt, gehört in der Regel zur Führungsebene und verfügt über Budgetverantwortung. Viele dieser Messebesucher kommen mit dem eindeutigen Ziel, hier bei uns einzukaufen.

 

Nachdem 2020 mit Ausnahme der wenigen Wochen am Jahresanfang für die Messebranche fast komplett abgeschrieben werden muss, ist leider davon auszugehen, dass auch im Jahr 2021 keine einzige internationale Fachmesse auf deutschem Boden stattfinden wird. Den Ausstellern entgehen damit Millionen von Messekontakten zu potenziellen Kunden.

Nicht betroffen und trotzdem bankrott

 

Geschätzte 75 Prozent der Umsätze werden im Hightech-Bereich mit Produkten gemacht, die keine drei Jahre auf dem Markt sind. Zwei Jahre Stillstand sind daher im Messe-Business eine halbe Ewigkeit. Wer am hart umkämpften internationalen Markt für einen längeren Zeitraum überraschend nicht präsent ist, wird schnell vergessen. Das ist im Geschäftsleben nicht viel anders als bei Fernbeziehungen im privaten Bereich. Wenn die Partner sich auf längere Zeit nicht mehr persönlich sehen können, dann besteht schnell das Risiko, dass sich die Beziehung verläuft. Gelegenheit macht Liebe, trotz FaceTime, Teams und Zoom. Aus den Augen, aus dem Sinn.

 

Während wir hier nach der Sommerpause diskutiert haben, wie viele Quadratmeter Hallenfläche pro Messebesucher bereitstehen müssen, um ausreichend „Distanz“ zu gewährleisten, haben die Chinesen erfolgreich zahlreiche Technologie-Messen mit teils über 100.000 internationalen Besuchern veranstaltet.

 

Sowohl die Messegesellschaften als auch die hinter den Fachmessen stehenden – als ideelle Träger fungierenden – Branchenverbände zeigen sich in Anbetracht dieser dramatischen Entwicklung verdächtig still, unterstützen zum Teil sogar die neuerlichen Einschränkungen. Bei ersteren ist das durchaus nachvollziehbar, sitzen hier doch meistens Vertreter aus der lokalen Politik im Aufsichtsrat, die es (noch) nicht riskieren, die offizielle Linie aus Berlin kritisch zu hinterfragen, obgleich sie live Zeuge werden, wie das von ihnen beaufsichtige Unternehmen den Bach runter geht. In den Aufsichtsgremien herrscht allerdings vielerorts hektische Betriebsamkeit, eine Sondersitzung jagt die andere. Mit Personalabbau und frischem Kapital von den Gesellschaftern wird versucht, den nahenden Kollaps der Messegesellschaften zu verhindern.

 

Warum selbst große Branchenverbände mit einer primär mittelständischen Mitgliederschaft immer noch unterstützend hinter den Lockdown-Maßnahmen stehen und dem drohenden Zusammenbruch der nationalen Vertriebsplattform mehr oder weniger kommentarlos zusehen, ist hingegen unverständlich. Vermutlich sieht man die aktuellen Maßnahmen als das kleinere Übel, denn eine erneute Schließung der Kitas und Schulen hätte insbesondere für die Eltern unter den Angestellten, die zum jüngeren und oftmals sehr innovativen Teil der Belegschaften gehören, katastrophale Auswirkungen. Ob sich diese Stillhaltetaktik im Sinne der Mitgliedsunternehmen langfristig strategisch auszahlt, wird sich zeigen müssen.

 

Allen Beteiligten sollte jedenfalls dringend bewusst werden, dass das Attribut „light“ für diesen 2. Lockdown eine Mogelpackung ist und der Umfang der Kollateralschäden – wie in diesem Artikel dargelegt – kaum noch zu überblicken ist. Das wiederholte Ab- und Anschalten weiter Teile unserer Volkswirtschaft verursacht zunehmend strukturelle Schäden, was die Liste der tatsächlich betroffenen Unternehmen, unabhängig von der offiziellen Kategorisierung, quer durch alle Branchen tagtäglich weiter vergrößert. Vor diesem Hintergrund sollte die Angemessenheit der verordneten Maßnahmen dringend neu bewertet werden. Gesundheitsschutz und exportorientierte mittelständisch strukturierte Volkswirtschaft müssen auf anderem Wege in Einklang gebracht werden. Viel Zeit zum Umsteuern bleibt in einem international sehr dynamischen wirtschaftlichen Umfeld nicht mehr.

Von Milch und Butter zu Maschinenbergen

 

Wenn die exportorientierten Mittelständler kaum noch Neukunden akquirieren können und die Bestandskunden sich allmählich mangels persönlicher Kundenpflege anderen internationalen Anbietern zuwenden, dann wird in nicht allzu ferner Zukunft nur noch auf Halde produziert werden. Immerhin liegen hierzu schon Erfahrungswerte vor, denn Milch- und Butterberge beispielsweise wurden in der Vergangenheit ja auch schon von der EU bezuschusst und abgeräumt.

 

Vielleicht verfährt man zukünftig mit Unmengen unverkaufter Werkzeugmaschinen, Sensoren und Industrie-PCs vergleichbar: am besten, nach einer gewissen Standzeit auf dem Werksgelände – nach Erhalt der Ausgleichszahlung aus Brüssel – direkt ab in die Schrottpresse. Zumindest bei der Recycling-Quote werden wir dann Weltmeister sein. Und auch die Europäische Zentralbank (EZB) wird beim Gelddrucken ganz neue Rekorde einfahren.

 

 

 

Christian Demant ist Dipl.-Ing. Technische Kybernetik, arbeitet als Unternehmensberater und schreibt Fachbücher. Christian Demant war Mitte Mai an Corona erkrankt und ist sich der Gefährlichkeit der Krankheit bewusst.

Quelle

Thu Nov 26 15:30:21 CET 2020    |    Holgernilsson

Sehr guter Artikel. Wer nun noch immer der Meinung ist, dass sich unsere Wirtschaft binnen eines Jahres wieder erholt, hat den Knall nicht gehört.

 

Eine Sparte hat der Artikel noch ausgelassen: Kunst und Kultur inklusive der Unterhaltungsindustrie. Da wurde das Jahr 2021 auch schon komplett abgeschrieben und wer 2022 noch übrig ist, steht völlig in den Sternen.

Thu Nov 26 16:18:15 CET 2020    |    touranfaq

Der Artikel ist sehr detailliert und gut ausgearbeitet, aber wie viele andere lässt er die zentrale Frage unbeantwortet: was sind die Alternativen?

 

Wir haben jetzt schon trotz "light Lockdown" fast 500 Tote - pro Tag. Wie es aussieht wenn man den Virus "laufen lässt" wissen wir auch ganz genau. Dank der Kontrollgruppen wie z.B. USA.

 

Am Ende ist die Wahl eine ganz einfache: wirtschaftliche Kollateralschäden oder eben menschliche.

 

Oder sieht jemand eine andere Alternative, die ohne Schäden auskommt? Wenn ja, dann kann der/diejenige sehr reich werden.

Thu Nov 26 16:28:12 CET 2020    |    Holgernilsson

Zitat:

@touranfaq schrieb am 26. November 2020 um 16:18:15 Uhr:

 

 

Wir haben jetzt schon trotz "light Lockdown" fast 500 Tote - pro Tag. Wie es aussieht wenn man den Virus "laufen lässt" wissen wir auch ganz genau. Dank der Kontrollgruppen wie z.B. USA.

Nein, das wissen wir nicht, weil wir in Deutschland ganz andere Voraussetzungen haben. Damit meine ich das Sozialsystem, das es einem kranken Arbeitnehmer erlaubt, zuhause zu bleiben und einem Gesundheitssystem, das die Menschen wirklich gesund machen kann. Beides ist in den USA praktisch nicht vorhanden.

 

Man könnte genauso gut argumentieren, dass wir uns den Lockdown light sparen können, wenn es trotzdem ein so starkes Infektionsgeschehen gibt. Vor allem dürfte wohl jedem klar sein, dass ein Restaurantbesuch unter Einhaltung der Hygienevorschriften kein allzu großes Risiko bietet.

 

Der größte Wahnsinn und Widerspruch ist nun aber, was über die Feiertage erlaubt sein und passieren wird. Schon jetzt ist absehbar, was passieren wird, zumindest wenn das Infektionsgeschehen tatsächlich so stark von den Kontakten im privaten Bereich abhängig ist, wie man uns erklärt. Dann werden wir nämlich spätestens ab Ende Januar ganz krasse Maßnahmen haben.

Thu Nov 26 16:59:27 CET 2020    |    invisible_ghost

Zitat:

@Holgernilsson schrieb am 26. November 2020 um 16:28:12 Uhr:

 

Der größte Wahnsinn und Widerspruch ist nun aber, was über die Feiertage erlaubt sein und passieren wird.

Das ist ähnlich bescheuert wie die Verhängung des "Lockdown light" als solches. Am 28.10. wurde verkündet, das Corona derart verheerend geworden sei, das sofortige Maßnahmen nötig wären. Also wurde beschlossen, das der "Lockdown light" fünf (!) Tage später beginnt. Grandiose Idee, so konnte man das Wochenende noch ausgiebig zum Feiern nutzen.

 

Aber zum Thema "Lockdown-Pause" über Weihnachten: Ich glaube, der Hauptgrund für die Pause ist nicht in erster Linie die Ermöglichung, das Fest und den Jahreswechsel mit Familie und Freunden verbringen zu können. Vielmehr denke ich, das damit ein perfekter Vorwand für weitere "Schutzmaßnahmen" geschaffen werden soll. Also quasi so: Nach Neujahr werden die Infektionszahlen urplötzlich wieder steigen, somit kann die Regierung sagen "Seht ihr, die Lockerung hat nur Unheil gebracht, also lassen wir das ganz schnell mal wieder sein".

 

Vor einem halben Jahr hätte ich dergleichen als VT abgetan, aber da hielt ich noch ganz andere Dinge für undenkbar. Heute meine ich das vollkommen ernst.

Thu Nov 26 17:04:15 CET 2020    |    invisible_ghost

Zitat:

@Holgernilsson schrieb am 26. November 2020 um 16:28:12 Uhr:

Dann werden wir nämlich spätestens ab Ende Januar ganz krasse Maßnahmen haben.

Richtig, im neuen Jahr werden sehr viele Leute aus allen Wolken fallen.

 

Im übrigen bin ich der Meinung, das vor Ostern keine einzige Kneipe und auch keine andere Freizeiteinrichtung öffnen wird.

Thu Nov 26 17:09:41 CET 2020    |    PS-Schnecke52374

Zitat:

@touranfaq schrieb am 26. November 2020 um 16:18:15 Uhr:

...

 

Wir haben jetzt schon trotz "light Lockdown" fast 500 Tote - pro Tag. Wie es aussieht wenn man den Virus "laufen lässt" wissen wir auch ganz genau. Dank der Kontrollgruppen wie z.B. USA.

...

Bitte wie meinen? Wir haben täglich 500 Tote? Das wären in 10 Tagen 5000., also in der aktuellen Lockdownzeit von 25 Tagen alleine 12500 Todesfälle.... bist du dir da sicher? Oder hast du da "kummulierte" Zahlen im Gedächtnis, und hast die fälschlicherweise addiert?

Thu Nov 26 17:17:51 CET 2020    |    touranfaq

Zitat:

@BaldAuchPrius schrieb am 26. November 2020 um 17:09:41 Uhr:

Zitat:

@touranfaq schrieb am 26. November 2020 um 16:18:15 Uhr:

...

 

Wir haben jetzt schon trotz "light Lockdown" fast 500 Tote - pro Tag. Wie es aussieht wenn man den Virus "laufen lässt" wissen wir auch ganz genau. Dank der Kontrollgruppen wie z.B. USA.

...

Bitte wie meinen? Wir haben täglich 500 Tote? Das wären in 10 Tagen 5000., also in der aktuellen Lockdownzeit von 25 Tagen alleine 12500 Todesfälle.... bist du dir da sicher? Oder hast du da "kummulierte" Zahlen im Gedächtnis, und hast die fälschlicherweise addiert?

Gestern war neuer Höchststand, 410 in 24h. Nicht kumuliert.

 

https://www.tagesschau.de/.../...twert-an-corona-todesfaellen-101.html

 

Du vergisst übrigens mal wieder den zeitlichen Versatz. Die gestern verstorbenen dürften sich größtenteils noch vor dem Lockdown angesteckt haben, die davor ebenfalls.

Thu Nov 26 19:02:23 CET 2020    |    pibaer

Zitat:

@touranfaq schrieb am 26. November 2020 um 06:54:06 Uhr:

Hmm, im Tierreich kenne ich kein Beispiel wo eine Löwenfamilie 1000 Antilopen erjagt und "auf Halde legt" während andere Löwen nix bekommen weil alle Antilopen weg sind. Außerdem war ich immer der Ansicht, dass wir uns als Menschen durch Intelligenz und Sozialverhalten von den meisten Tieren unterscheiden. Aber da war ich offensichtlich zu naiv ;)

Ja, Du bist naiv. Einer von denen, die problemlos den x. Versuch des Sozialismus durchführen und nach dessen Scheitern erzählen würden, dass das doch kein echter Sozialismus war.

 

Zitat:

@touranfaq schrieb am 26. November 2020 um 06:54:06 Uhr:

Aber ganz davon abgesehen, wir haben ja keinen echten Wettbewerb in der Wirtschaft. Was wir haben ist quasi "Sozialismus on demand". Geht es der Wirtschaft gut, darf sie frei drehen und ihre Gewinne in der Welt verteilen. Läuft es aber mal temporär nicht so gut, springt der Staat und damit der Steuerzahler ein. Das ist doch kein Wettbewerb :rolleyes:

Doch, das ist auch Wettbewerb. Zum einen sackt sich der Staat auf der anderen Seite massenweise Steuern ein (insbesondere bei den Lohnkosten) und zweitens stehen auch die Staaten im Wettbewerb zueinander. Im Wettbewerb um die leistungsfähigste Wirtschaft.

Thu Nov 26 19:06:25 CET 2020    |    pibaer

Zitat:

@touranfaq schrieb am 26. November 2020 um 10:37:38 Uhr:

Ähm, Stopp. Den Wettbewerb als "natüliche" Grundlage hatte pibaer ins Spiel gebracht, worauf ich darauf hingewiesen habe, dass sich der Wettbewerb bei anderen Säugetieren anders ausgestaltet als beim Homo Sapiens.

Es ist immer ein Wettbewerb um Ressourcen. Bei allen Lebensformen auf dieser Erde. Das liegt ganz einfach daran, dass Ressourcen begrenzt sind, das Wachstum der Populationen aber nicht bzw. nur durch Ressourcenmangel.

 

Zitat:

@touranfaq schrieb am 26. November 2020 um 10:37:38 Uhr:

Wenn unsere Gesellschaft auf einem solchen Wettbewerb basieren soll, für mich kein Problem. Nur darf dann keiner mehr meckern es wäre etwas "ungerecht" verteilt, denn wie wir gelernt haben, ist die ungerechte Verteilung eben ein Ergebnis des Wettbewerbs.

Du hast es erfasst.

Thu Nov 26 19:10:20 CET 2020    |    pibaer

Zitat:

@Holgernilsson schrieb am 26. November 2020 um 15:30:21 Uhr:

Sehr guter Artikel. Wer nun noch immer der Meinung ist, dass sich unsere Wirtschaft binnen eines Jahres wieder erholt, hat den Knall nicht gehört.

Oder er sieht mit eigenen Augen, was in der Wirtschaft abgeht. Nicht direkt betroffene Zweige (also Industrie) haben ihre Dellen teilweise heute schon wieder ausgeglichen. Und ich sage da sogar noch einen deutlichen Überschwinger voraus, sobald Corona kein Thema mehr ist.

 

Die Gefahr droht nicht von Corona-Gesetzen (jedenfalls nicht langfristig), sondern von infantilen und inkompetenten Politik-Prinzessinnen in der EU und den Nationalstaaten, die das Klima zu ihrem Pflegekind ernannt haben. Die führen zur langsamen Deindustrialisierung hierzulande, die unseren Wohlstand und den unserer Kinder massiv bedroht. Die Automobilindustrie fängt gerade an, wirklich nennenswert zu verlagern und bei weitem nicht mehr nur die Produktion. Da wird am Ende selbst von ganz großen Firmen hier irgendwann nicht viel mehr als nur etwas Verwaltung und etwas Management übrig bleiben.

Thu Nov 26 19:32:18 CET 2020    |    rpalmer

Das kann ich nur unterstreichen. Man merkt es bereits am Rückzug diverser Marken aus dem europäischen Markt ("Nicht mehr lohnenswert"), als auch bei Entwicklung und dem allen dazugehörigen. Simulationen und Berechnungen liefen schon einige Zeit gern in Indien, aber eher für Nebensächlichkeiten. Für Folgeprojekte sieht das schon deutlich gewichtiger aus. Auch so Themen wie digitale Untersuchungen und Produktdatenmanagement wird verlagert, Lieferanten aus "fernen" Länder für komplette Projekte beauftragt.

 

Aber OK, es ist ja ein großer Wählerwille der das so will und dann soll es eben so sein!

 

Im übrigen halte ich jedoch auch die Coronagesetze für gefährlich, denn einiges wird momentan auch an der Aufmerksamkeit vorbei entschieden. Siehe die "Euro- äh Coronabonds". Schäuble hatte ungeniert das Kind beim Namen genannt und die Leitmedien sind mit Biden und der x-ten Corona-Hysterieberichterstattung beschäftigt.

 

Auch ist dieser "Nebenteil" der Wirtschaft, abseits der großen Industrie, ein bedeutender. In der ganzen Zeit hätte man viele Lösungen diskutieren können. Aber wie bei den Schulen geschah nichts. Und ich bin mir sicher, dass es abseits der großen Ämter und Namen bestimmt einige gute Ideen gab/gibt.

Thu Nov 26 19:35:45 CET 2020    |    invisible_ghost

Zitat:

@pibaer schrieb am 26. November 2020 um 19:10:20 Uhr:

 

Die Gefahr droht nicht von Corona-Gesetzen (jedenfalls nicht langfristig),

Wenn Du dich in diesem Punkt mal nicht täuschst. Freizeit dient nämlich nicht nur der Erholung, sondern erfüllt auch eine ungeheuer wichtige soziopsychologische Funktion. Und wenn nun der gemeine AN mehr oder weniger gezwungen ist, zu Hause herumzulungern, wird es Übel. Bereits jetzt (!) steigt der Alkoholkonsum deutlich an, der Drogenhandel erreicht ungeahnte Höhen, ebenso wie der Verbrauch von Schmerzmitteln. Das Frau und Kind des Hauses zunehmend häufiger Prügel beziehen, ist auch keine VT, sondern bitterer Ernst.

 

Und das sind sehr wohl langfristige Gefahren.

Thu Nov 26 19:52:56 CET 2020    |    PS-Schnecke52374

Zitat:

@touranfaq schrieb am 26. November 2020 um 17:17:51 Uhr:

Zitat:

@BaldAuchPrius schrieb am 26. November 2020 um 17:09:41 Uhr:

 

Bitte wie meinen? Wir haben täglich 500 Tote? Das wären in 10 Tagen 5000., also in der aktuellen Lockdownzeit von 25 Tagen alleine 12500 Todesfälle.... bist du dir da sicher? Oder hast du da "kummulierte" Zahlen im Gedächtnis, und hast die fälschlicherweise addiert?

Gestern war neuer Höchststand, 410 in 24h. Nicht kumuliert.

 

https://www.tagesschau.de/.../...twert-an-corona-todesfaellen-101.html

 

Du vergisst übrigens mal wieder den zeitlichen Versatz. Die gestern verstorbenen dürften sich größtenteils noch vor dem Lockdown angesteckt haben, die davor ebenfalls.

14.700 kummuljert, Januar bis heute 329 Tage .... 44,7 pro Tag durchschnittlich oder 312 pro Woche durchschnittlich

Quelle:

https://www.rki.de/.../COVID-19_Todesfaelle.xlsx?...

 

Passt nicht so ganz dazu.

Thu Nov 26 20:00:41 CET 2020    |    illusion2001

Die Tabelle geht nur bis KW44, aktuell haben wir KW48.

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