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TDIBIKER

Europa und Nordafrika auf zwei Rädern.

02.09.2013 16:24    |    TDIBIKER    |    Kommentare (14)    |   Stichworte: 1100 Bulldog Spanien

Ende August, das Wetter hier in Süd-Frankreich ist herrlich. Die Brombeeren sind reif, die Sonne

steht am blauen Himmel, September geht die Arbeit los, aber jetzt ist noch August...

 

Abends stehen dann die Sterne am Himmel, die ganze Milchstrasse, es ist schon 22 Uhr...

Da ruft mich ein ein alter Kumpel an, André, ein bekannter Name in der hiesigen Motorradszene.

Er und sein Bruder René sind die "Guzzi-Brüder".

Ob ich nicht kurz nach Spanien herüberwollte,

Christophe hätte ihn überredet, angesichts des guten Wetters und seiner neuen GS. Drei Tage, in unserem alten Hotel..."Du weisst schon ;) *zwinker*."

"Wann get's los?"

"Morgen früh...."

"Spinnst Du?"

"Kommst Du?"

"OK"

 

10 Uhr soll's losgehen, ich fahre diesmal ohne Gepäck, nur mit Werkzeug, Regenklamotten (es soll ja schön bleiben) und Wasserflasche.

 

Ein Mann, ein MoppedEin Mann, ein Mopped

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Keine Wechselsachen, nix, drei Tage kann man wohl im eigenen Saft schmoren, zumal es genug Tümpel auf dem weg gibt, und das Hotel hat auch 2 Swimming-pools.

OK. Wenn die Guzzi Brüder 10 Uhr sagen, bedeutet das meistens: "Trink noch einen Kaffee, ich muss nur eben schnell die Ventile einstellen:D" Aber diesmal ist wirklich nur schnell Öl nachkippen angesagt.

 

Denn Christophe steht schon mit seiner GSA 1200 ( GS 1150 ) full Options auf'm Hof. Seine Tochter hinten drauf. Inklusive Schminkköfferchen. Christophe ist alter Endurist und Grobstoller-freak, seine Waffe ist

normalerweise die KTM 450. Deshalb hat seine GS auch Speiche und grobe Stollen, alles nur vom Feinsten. Dann brummt auch ein Flat-Four und gesellt sich zu uns. Aus unerfindlichen hat René die 1100 Goldwing vom Seitenwagen geschraubt und die 1000 SP zuhause gelassen. Nu, denn.

André's 850er Le Mans III erwacht zum Leben, seine Frau klettert hinten drauf, und es geht über Landstrasse die 200 Km zu den Pyrenäen und der spanischen Grenze.

 

 

 

Le Mans vor der GrenzeLe Mans vor der Grenze

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir fahren "Old-school" d.h. etwas über der erlaubten Geschwindigkeit...;) Die GS ist hinten.

An der Tanke trödel ich ein bisschen, die anderen sind schon weg, da geb' ich Gas und von weitem sehe ich die GS Koffer. Ich klemm mich dahinter und muss sagen: Prima Windschatten!

Wo ich doch mit Jethelm und Hochlenker fahre.

 

 

guter Windschattenguter Windschatten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann geht's die Pyrenäen hoch, die GS ist hinten.

Dann geht's die Pyrenäen runter, die GS ist hinten.

Endlich hört die Strasse auf, und wir fahren Piste. Die GS ist vorn! Und zieht eine 15 Meter hohe

und 100 Meter lange Wand aus Staub und kleinen Steinen hinter sich her. Wir nehmen alle Gas

weg *hüstel, Spotz" und fahren ohne Sicht weiter, immer der Wolke nach.

Nach 8 Km wird der Schotter tiefer, vorn hat sich die Wolke gelegt.

René jammert über seinen "frisch gereinigten Luftfilter":D

Wir suchen einen Pfuhl, um uns den Staub aus den Ohren zu waschen.

Die GS übertreibt dabei ein bisschen...

 

Wer sich eine Grube gräbtWer sich eine Grube gräbt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

gestrandeter Walgestrandeter Wal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

wieder flottwieder flott

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bis zu den Köfferchen eingegraben, versucht Christphe sie freizuschaufeln.

Der Vorteil ist, er hat sogar Badehose und Sandalen in den Koffern, was die Arbeit angenehmer gestaltet.

Zum Glück ist die Besatzung von Goldwing und Bulldog da, um ihm aus der Patsche zu helfen.

Die Besatzung der Le Mans hat schon ein Wasserloch aufgetan und suhlt sich in der Brühe, während wir noch Hand anlagen.

 

Erfrischung nach dem StaubErfrischung nach dem Staub

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Guzzi Le Mans mit Stummeln und Sozia im Gelände zu fahren, ist nicht jedermanns Sache.

Für André die leichteste Übung.

Abends im Hotel versorgen wir zuerst unsere braven Hengste.

 

Unser vierblättriges KleeblattUnser vierblättriges Kleeblatt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Le Mans wirft ordentlich Öl vom Hinterradgetriebe auf die schmalen Reifen.

André zuckt die Achseln. Solange noch was drin ist...:cool:

Dann vergnügen wir uns mit Cana Lemon und Sangria, nach dem Essen mit Cuba libre... Fortsetzung folgt.

 

AbendstimmungAbendstimmung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Trotz Cuba libre fällt das Aufstehen leicht, denn wir befinden uns in einer der schönsten Gegenden

Europas. Ich will jetzt nicht über die Geologie reden, die springt Jedem direkt ins Auge. Schliesslich befindet sich ebendort der geologische Nationalpark der Pyrenäen. Die Berge, wie blaue Elefanten am Horizont. Die Schluchten und Canyons mit ihren Wasserfällen...einfach unbeschreiblich. Ich habe meine Zelte schon an vielen Orten aufgeschlagen, aber die Sierra de Guara ist einfach magisch.

Magie de la GuaraMagie de la Guara

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Bulldog hat ihr Öl noch über Minimum, Die GS wurde im Bach gesäubert. Die brave GL 1100, mit ihrer selbstgebauten Gabelversteifung, die jedem deutschen TüV-Prüfer die Haare zu Berge stehen lassen würde, macht mahlende Geräusche im 5ten Gang. René beschliesst, im 4ten zu fahren. Die Le Mans hat auch Morgens noch Öl im Hinerradgetriebe. André vermutet, dass da Getriebeöl über den Kardantunnel in die Kegelräder sifft und über die Entlüftung herausgedrückt wird. Er muss es wissen, er kennt die Maschine wie seine Westentasche.

 

Wir halten in einem Ort, mit seiner Festung aus dem 9. Jahrhundert nach Christus, die von Arabern erbaut wurde. Dort bleiben stolze alte Spanier vor der Le Mans stehen, stellen Fragen, wollen sie gar kaufen...Dazu muss man wissen, dass diese Maschine in Spanien unter Franco der Traum einer ganzen Generation war. Damals gab es kaum schwere sportliche Maschinen in Spanien, die damaligen Motorradfans mussten mit Sanglas vorlieb nehmen. Aber auf der Rennstrecke von Montjuic, in Barcelona, kamen sie mit den schnellen Guzzis, MV's, Tritons und Dresdas in direkten Kontakt. Damals wurde an der Rennstrecke gezeltet, Es gab keine Trennung zwischen Paddock und Publikum, alle waren gleich begeistert, und jeder Abend endete in einer Mega-Fiesta, zwischen Sangria, Joints, kulturellem und genetischem Austausch:)

Brücke zwischen den KulturenBrücke zwischen den Kulturen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Jungen bleiben eher vor der elefanthaften GS stehen und bewundern die Zusatzscheinwerfer,

wie Brillianten für eine dicke Diva (400 Euro/Stück), das Mäusekino, die Koffer...

Vor meiner Bulldog bleibt fast niemand stehen...da zweifelt man doch am Verstand dieser Spanier! :rolleyes::D, zumal Renés Eigenbau-GL auch nicht bewundert wird.

 

Als Ausblick mochte ich folgendes sagen: Solange das Motorrad Eigeninitiative erlaubt, sei es technisch, sei es fahrtechnisch, solange man improvisieren und selbermachen kann, ist es nicht tot.

Es ist ein formidables Mittel des Brückenschlags zwischen Kulturen, zwischen Generationen, ein Gerät des Kennelernens, des Austausches. Lasst uns weiter Hügel erklimmen, Flüsse durchqueren, selbst

die angemessene Geschwindigkeit bestimmen ;), an den Dingern basteln und mit anderen Benzingespräche führen. Die junge Generation ist schon in den Startlöchern, Gott sei Dank. Amen und aus.

Der Nachwuchs fährt schon mitDer Nachwuchs fährt schon mit


02.09.2013 16:44    |    Trackback

Kommentiert auf: Biker-Treff:

 

OT bei den Mädels am Feuer - Gentlemen welcome!

 

[...] Hola, Chicas! Hola, Hombres!

 

Bin gerade aus Spanien zurück und gebe eine Runde Sangria aus...

[url= http://www.motor-talk.de/.../wir-testen-die-gs-t4668375.html]Hier ein paar Fotos[/url]

[...]

 

Artikel lesen ...


02.09.2013 20:45    |    Lewellyn

*klugscheissmodus on*

Das ist eine 1200er GSA, keine 1150er GS

*klugscheissmodus off*

 

Mein stiller Neid ist mir Dir. Über das Hotel müssen wir dann mal reden. :)

 

ps: Helm geht erst nach Kufstein.


02.09.2013 21:54    |    TDIBIKER

Ja, danke Lew, ich kenne mich mit den GSen nicht so im Detail aus :D

Hast sicher Recht. Da stand auch R 1200 auf dem Tank...

 

Liebe Grüsse, bis bald!


03.09.2013 00:35    |    derSemmel

Liest sich recht nett, bis auf die weißen Stellen zwischendrin..

Bin gespannt und freu mich auf die weiteren Beschreibungen

 

Der SemmeL


03.09.2013 05:53    |    Vulkanistor

Hallo Joe,

netter Bericht, aber wie hat Dein Kollege es geschafft, seine GS so im Flussbett zu vergraben?

Hat der das mit Absicht gemacht?

 

Ansonsten noch viel Spass bei Eurer weiteren Tour.


03.09.2013 10:10    |    TDIBIKER

Also: Die weissen Stellen habe ich auch manchmal, aber nicht systematisch. Mittlerweile sind die Fotos

da, wo sie hingeh�ren. Vermutlich ein Software-Problem. Ansonsten funktionniert das Blog-Bauen ja ganz gut, auf MT. Die Feinheiten habe ich noch nicht 'raus.

 

Was Christophe angeht, ich nehme an, der wollte uns zeigen, was er konnte. Auf der Strasse

fuhr er hinterher, auf der Piste kamen wir zumindest mit, da wollte er mal etwas schwereres Gel�nde testen...und mit seiner KTM w�re das ja auch alles kein Problem gewesen, denn er ist wirklich ein guter Endurist! Aber eine GS mit Koffern und Tochter ist nunmal keine Enduro, da �ndern auch die Enduro-Reifen nichts.


03.09.2013 12:55    |    derSemmel

Die weißen Stellen...ohhh das waren die Bilder,:D

hat die mein "PC" daheim unterschlagen oder werd ich langsam nacht(s()blind ???

 

Werd heut abends nochmal schaun

 

Gruß


03.09.2013 16:31    |    TDIBIKER

Schön, Semmel, freu' mich.

In Spanien werden europäische Motorräder geschätzt, unsere heissgeliebten Japsen nicht.

Witzig ist der Gegensatz zwischen relativ neuen und relativ alten Maschinen.

Schau' dir mal die Grösse der Böcke an: Die GL 1100 war zu ihren Zeiten eine der grössten

und gewaltigsten Maschinen auf dem Markt - gegenüber der GS wirkt sie wie ein Spielzeug.

Und die 850 Le Mans ein sportliches Superbike: Neben der Bulldog wirkt sie wie zu heiss gebadet,

mit ihren "Fahrradreifen". Motorräder werden immer mehr zu Prestigeobjekten und müssen dick und protzig aussehen...


03.09.2013 22:11    |    derSemmel

Tja TDI, auch jetzt sind alle Bilder da, und schön, sehr schön, wenn auch "zu wenig", aber ich kenn das selbst von mir, net alle 5 Meter anhalten zu wollen, das Gehirn kann die optischen Eindrücke halt leider (noch?) net so wiedergeben wie eine SD-Karte.

 

Mopeds und die wahre Größe, mit 186 cm reicht mir eine "Getunte" Z200 oder eine Z250 um mich spassig auf 2 Rädern fortzubewegen - alles eine Sache der Einstellung..und schön, dass "recht privat" in einem Blog  äussern zu können, dann gibt nicht gleich wieder jeder ungebeten seinen Senf dazu...

Find es übrigens echt toll, dass Du Dir da die Arbeit machst und Zeit nimmst, das der Allgemeinheit hier zu zeigen..

Bin weiter gespannt..

 

Die Linke zum Gruß

 

Der SemmeL


03.09.2013 22:24    |    TDIBIKER

N'abend, Semmel und danke für deine Einschätzung. Ich habe noch viel mehr Fotos,

z.T. wunderschön, aber ich wollte hier nicht nur auf Fotos aus, sondern auch ein bisschen Geschichte erzählen. In der Guara ist es aber wirklich so, dass Du alle 200 Meter eigentlich anhalten müsstes,

um Fotos zu machen. Auf 50 Km wären das 250...:D

 

Das ist bei mir so: Die Guara ist so schön, das hat schon was mit Liebe zu tun.

Erst wollte ich das eifersüchtig für mich behalten, aber mittlerweile fühle ich mich so

wohl in Eurer virtuellen Gesellschaft, dass ich die Bilder und die Geschichten unbedingt mit Euch teilen wiollte.


03.09.2013 22:40    |    derSemmel

Das lese ich, grad hier in MT sowas von gern !!!!! das mit dem Wohlfühlen..

Denn eigentlich komm ich ja aus nem wesentlich! kleineren Forum, der Kawa-1Zylinder luftgekühlt..

da geht es immer zu wie "Familie", und hier,...na ja, Du weißt es..bei uns hat es seit 5 Jahren nur einen 1zigen moderaten Eingriff gebraucht.. aber das ist kein Vergleich bei ca. 30 Aktiven, im Gegensatz zu MT

 

"Teilen" finde ich immer gut, sei es Wissen, oder eben solche emotionalen Dinge, wie eine Tour..

 

Das finde ich wichtig, grad in punkto Wissen.. ich bin zwar kein Mech, aber etwas hab ich mir in den letzten Jahren doch angeeignet, was Schrauben angeht..(siehe auch der 356michi, mit der Ltd. Der freut sich heut noch, drüber, was ich ihm so alles geraten hab, im Bezug auf wiederbelebung "alter" Moepds)

 

Die Slowenienstory in MT zu posten hab ich mir fast zwei Jahre lang "überlegt", nachdem ich sie geschrieben hatte, leider damals ohne Digicam - keine Bilder..

Du hast sie ja sicher auch gelesen.

 

Freu mich jedenfalls auf die weitere Bilder und Berichte, gell

 

Grüße vom SemmeL


04.09.2013 09:48    |    TDIBIKER

Klar habe ich die gelesen, die Slowenienstory...und ordentlich kommentiert!;)


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