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TDIBIKER

Europa und Nordafrika auf zwei Rädern.

23.05.2016 12:15    |    TDIBIKER    |    Kommentare (31)    |   Stichworte: Anakee 3, Friaul, Leihmotorrad, RD13, Transalp, Transe

Motorradtour und zelten: Wie seht ihr das?

Dies Jahr wollten wir uns in München am Freitag vor Pfingsten treffen, um von da aus in den wilden Südosten Europas aufzubrechen. Meine Chefin sah das aber anders. ich sollte noch bis Freitag Mittag arbeiten...das wäre ein bisschen knapp, um anschliessend die Gudrun von Toulouse nach München zu scheuchen. Es bliebe also nur die Option "fliegen und Leihmopped". Das hatte ich natürlich schon vorausgeplant. Und so kam es, dass ich mir bei Allround Rental eine XLV 700 Transalp, oder RD 13 für Insider gebucht habe. Mit 60 PS spielt sie zwar in einer anderen Liga als die 100 und + PS der Kollegen,

aber auf den kleinen rutschigen Pässen, auf denen wir uns austoben, spielt das nicht wirklich eine Rolle, dachte ich mir.

 

Problem: Die Wettervorhersage für unsere Pfingsttour ist übelst: Regen, 100 mm in München und am Alpennordrand, und der ganze Osten eine Regenpampe...egal! Dann sind weniger Moppeds da, die die Pässe zuparken! :D

 

Freitag mittag bringt mich meine nette Kollegin Annabel zum Flieger. Der geht schon kurz nach 13 Uhr! Ich trage Lederjacke und -hose, und in den Tourenstiefeln wird mir schnell unangenehm warm. Mein ganzes Gepäck befindet sich in meiner ollen Gepäckrolle: Schlafsack, Helm, Handschuhe, Wechselsachen, und vor allen Dingen: Regenzeug! So bleibe ich unter 8 Kilo und es geht als Handgepäck durch. Es fehlen Werkzeug, mein Messer, Isomatte, Zelt...von den Geschäftsleuten mit Rollenköfferchen werde ich scheel von der Seite angeguckt. Die gucken aber schnell weg, wenn man

sie anschaut.

 

Ein Bierchen mit Lachsbrötchen im Flieger, und der Stress lässt langsam nach. Frankreich bleibt hinter mir, und das mir relativ unbekannte München kommt schnell näher. Dabei kann der Airbus 321 die Wolkendecke nur auf maximaler Flughöhe durchdringen, so dicht ist sie... In München dann S-Bahn, U-Bahn Und schliesslich Allround-Rental. Das ist ein netter Laden, von Motorradfahrern für Motorradfahrer. Dort kann man sich jede Menge Moppeds leihen. Die sind zwar nicht mehr nagelneu (hö)

aber dafür gibt's es viele Freikilometer für Weitfahrer.

 

Und schliesslich steht sie vor mir, die Transe: Golden und hübsch anzuschauen. OK, schon über 73.000 auf der Uhr, aber erst 4 Jahre alt und nett designt. Was mich interessiert ist, dass sie läuft und noch Profil auf den Reifen hat. Es geht alles ein bisschen fix in der Vermietung, zumal wir die ganze Zeit plaudern. Solche Kleinigkeiten wie die mit Isolierband geklebte Verkleidung und den angebrochenen

rechten Handprotektor übersehe ich dabei glatt. Schnell aufpacken, und los! Der Schlüssel ist leicht verbogen, das fällt mir gar nicht auf. An der Bulldog ist's genauso...

 

Die ersten Tropfen nach 50 Metern...Die ersten Tropfen nach 50 Metern... bayrisches Frühstückbayrisches Frühstück

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kaum sitze ich drauf, fängt's an zu pissen. Also Regenzeug raus. Das Mopped hat einen satten Klang, ruppig gar. Aha, der Sammler ist geschweisst. Kein Wunder also. Mich stört das nicht. Die Vibrationen

von der angebrochenen Verkleidung zwischen 4- und 5.000 U/Min schon eher. Darüber hört man eh nix mehr von diesen Schwingungen...

 

Ich fahre erstmal nur nach Starnberg zu unserer Sammelstelle. Es regnet so stark, dass ich das Mopped noch nicht mal abpacke, sondern einfach meine nassen Sachen zum Trocknen aufhänge und mich mit einer geliehenen Jeans zu Tisch setze. Es gibt Thüringer Würstel und Schnitzel vom Grill.

Nach der Wetter-App ist klar: Es hat keinen Sinn, bei dem Wetter in die Karparten zu fahren.

Wir müssen so schnell wie möglich über den Brenner auf die Alpensüdseite, alles andere ist Quatsch.

 

Noch einen Absacker, dann lege ich mich in den Keller und schnarche dem Morgen entgegen.

Der kommt grau und noch immer regnerisch, und bringt erstmal jede Menge Weisswürste mit süssem Senf und Laugenbretzeln. Dazu ein Frühstücksweizen! Die spinnen, die Bayern :D

 

Erst nach dem dritten Würstel habe ich mich dran gewöhnt. Beim vierten ess' ich schon nicht mehr die Pelle mit :D:D

 

So verbringen wir den Vormittag und strecken mal kurz die Nase raus, um sie sofort wieder einzuziehen.

So stellt man sich die Sintflut vor. Ich kaufe mir bei Lidl ein Polyesterzelt für 29 Euro und eine Isomatte.

Ein Kollege leiht mir ein Klappmesser. Ist unabdinglich zum Brote machen, Fleisch vom Grill nehmen,

Korken ziehen, als Minimalbesteck und Universalwerkzeug, zum Kaffeeumrühren gar...

 

Gegen Mittag klart es auf, und es heisst anzieh'n und LOS!

 

Wir fahren auf hübscher Nebenstrecke Richtung Garmisch. Die Sonne scheint sogar, als wollte sie uns veräppeln. Überall am Horizont drohen Wolkenungetüme.

 

Die gute Monique und ihr ApfelstrudelDie gute Monique und ihr ApfelstrudelAuf dem Jaufenpass. Es schneit.Auf dem Jaufenpass. Es schneit.Selfie im Schneegestöber. Mann war das kalt!Selfie im Schneegestöber. Mann war das kalt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einem Halt bei der stattlichen Monique (so stellt man sich bayrisches Urgestein vor: Sie ist aber Französin aus meiner Ecke!) geht es weiter Richtung Brenner. Das geht alles ohne Probleme und ohne Regenzeug ab, und ich fahre gar Sommerhandschuhe mit abgeschnittenen Fingerkuppen. Wir fahren die alte Brenner-Landstrasse, natürlich. Es sind kaum Moppeds unterwegs. Vielleicht wird's ja doch eine super Pfingsttour. Die Jungs sind ein bisschen eingerostet, aber routinierte alte Fahrprofis, und es geht von Stunde zu Stunde schneller und immer fixer zur Sache. Berg rauf muss sich die Transe schon etwas rauslehnen, um dran zu bleiben. Mit zunehmender Höhe wird es immer kälter. 3 Km vor dem Jaufenpass fängt es an zu schneien. Ich bin immer noch in Leder und mit meinen Handschühchen zum in der Nase bohren.

Also anhalten, Arschlecken, jetzt ziehe ich mich erstmal um und mach 2 Fotos, bevor ich mir den Tod hole. Die anderen werden schon warten...

 

Bergrunter hat die Transe keine Probleme, mitzuhalten. Eher im Gegenteil...:cool:

Es ist ja nun so, zum fixen Moppedfahren muss man schön mollig warm sein, sonst verkrampft man,

und die Hüfte swingt nicht wie sie soll.

OK, es ist Samstag, wir kaufen ein, und suchen uns einen Lagerplatz. Einen Kilometer Waldwege,

und wir zelten direkt unter einer gigantischen Felswand, auf deren Schutthalde hohes Nadelhoz wächst.

Ein paar Stämme liegen bereits, von herabfallenden Brocken zerschmettert...:eek:

 

Zelte aufbauen, grillen, Feuerchen, ein paar Pullen Wein...und der MP3-Player ersetzt die Gitarre. Die konnte ich beim besten Willen nicht auch noch in den Flieger packen.

 

EinkaufenEinkaufenMit den Möhren unter FöhrenMit den Möhren unter Föhren

 

 

 

 

Typischer ZeltplatzTypischer ZeltplatzGuat geht's, gell?Guat geht's, gell?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Morgen scheint die Sonne, und los geht's zu einem herrlichen Fahrtag. Aber erstmal

in die Eisdiele, das muss sein :D Zwei Cappuchos, 2 Marlboros, ein Strüdelchen mit Vanilleeis...

Und erstmal in die Karte schauen, wohin es denn eigentlich gehen soll, jetzt wo wir den Osten geknickt haben. Der Plan ist: Dolomiten, Richtung Belluno ins Friaul. Die Wetterapp nickt zustimmend. Yallah!

 

Erst zwei Cappuchinos, dann das...Erst zwei Cappuchinos, dann das...Und endlich mal gutes WetterUnd endlich mal gutes Wetter

....was nicht lange....was nicht lange....anhält....anhält

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erst gegen abend fängt's dann wieder an zu regnen. Wir flüchten in eine ländliche Pizzeria an der Landstrasse, wo viel los ist, da tanzt der Bär, gewissermassen. Alles lokale Country-Italiener.

Da sind wir also goldrichtig, und wirklich wird es üppig, lecker und günstig. Ein sehr feuchter Pfingstsonntag, also. Ich bleibe bei vino bianco. Die Nacht ist bereits hereingebrochen, unsere Aufklärer kommen zurück: "Ey, Jungs, Spitzen Zeltplatz, aber doch etwas schlammig...richtig rutschig..."

 

Na super. Also doch lieber noch einen trinken. Um 11Uhr ist Feierabend, wir steigen im leichten Regen auf unsere nassen Böcke, und nach 300 Metern Landstrasse geht es rechts ab in die Pampa. Uiui...da bricht das Heck aus wie nichts. Schön auf dem nassen Grass bleiben, oder mit wenig Gas durch die Pfützen pflügen. Nach ein paar hundert Metern "Enduro speziale" zelten wir am Flussufer. Keiner hat sich lang gemacht. Eine reife Leistung, unter diesen Umständen, nachts in Schlamm und Regen...

 

Ah...der MorgenkaffeeAh...der Morgenkaffeeund dann kommt die Sonne raus!und dann kommt die Sonne raus!Im Gelände suboptimalIm Gelände suboptimal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir kriegen trotz der Nässe noch ein Feuerchen hin, und trinken den in der Pizzeria gebunkerten Wein und Obstler. Es wird ein lustiger Abend, zumal es zu regnen aufhört und de Mond durchkommt.

Am nächsten Morgen bestätigt sich mit Warnschildern, was ich mir gedacht hatte: "Vorsicht, Überschwemmungsgebiet, plötzliche Flutwellen durch Dammöffnung!" Naja, wr sind alle über 50, irgendwie muss es einen ja erwischen. Wir machen erstmal einen Kaffee, und waschen uns im Fluss.

Ein Wort zum Reifen: Der Anakee III hat einen Querschnitt, der nicht ganz so rund ist wie ein "normaler" Strassenreifen, das geht etwas in Richtung "U". Das heisst, er ist zunächst etwas träge, wird mit steigender Schräglage aber immer leichter und nervöser, was Schräglagenwechsel anbelangt.

Wenn man sich daran gewöhnt hat, ist das gerade für Spitzkehren echt prima. Im echten Gelände aber unterscheidet ihn rein gar nichts von einem Strassenreifen. Es ist ein Strassenreifen mit einem leicht geändertem Querschnitt und einem lustig geschnitzten Profil, Punkt. Im Gelände hat er nichts zu suchen.

 

Auf dem Wege nach Slowenien verlieren wir uns ein wenig. Zwei von uns sind nach Venedig runter, einen neuen Reifen kaufen, während andere kleine Pässe fahren. Mal regnet es, mal ist's trocken...

Wir wollen uns hinter der slowenischen Grenze wiedertreffen. An einer Tanke in Meduno habe ich gerade den Tank voll und will ihn zuschliessen, da macht es "Klick" und der Schlüssel bricht im Tankschloss ab.

Bündig. Zunächst wird mir gar nicht klar, was das bedeutet. Aber ich habe nur diesen einen Schlüssel von der Verleihe erhalten, und die erst 4 Jahre alte Transe ist mit dem HISS - System ausgestattet. Das bedeutet: Weiterfahrt unmöglich. Und ich stehe mitten in der italienischen Pampa, wo kein Mensch eine zivilisierte Sprache spricht (:D)...Zum Glück hat ein Kollege eine Spitzzange dabei und kriegt das abgebrochene Stück raus. Der Honda-Schlüssel ist elendig lang und hat gewissermassen eine Sollbruchstelle. Mein Kollege (mein lieber, guter) flitzt los, um einen Schlüsseldienst aufzutreiben.

Es ist Pfingstmontag, und es braucht einen besonderen Rohling. Nach Stunden des Wartens kommt er wieder - ohne Erfolg. Ich schiebe die Transe zu einer noch geöffneten Autowerkstatt, setzte mich

bei einem anderen Kumpel hinten drauf und wir fahren zu einem Campingplatz, nach Tramonti di Sotto.

Dieser Campingplatz ist echt eine Wucht. wunderschön, wild, mit netten Menschen, leckeren Pizzen...

hier ist er mal. "Wanderer kommst Du in's Friaul, kehre bei Maria ein" http://www.camptramontina.com/

 

Schön, aber herbSchön, aber herbMaria, MariaMaria, Maria

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Trotz aller Bemühungen will sich meine Laune nicht heben. ich mache mir Sorgen. Was mache ich nur mit der Transe, wenn sie mit diesem verdammten Elektronikmist nicht wieder an's Laufen kommt?

Selbst wenn ich hier einen geeigneten Rohling auftreibe (den ein normaler Schlüsseldienst nicht vorrätig hat), was ist mit der Magnetkennung? Reicht es, dass der Chip in der Nähe des nachgemachten Schlüssels ist, oder muss er das Metall berühren? Nie wieder Leihmotorräder!

 

Ich schlafe schlecht, das Polyesterzelt ist innen so nass wie aussen, und eine Stange ist schon gebrochen. Am nächsten Morgen habe ich kaum Appetit zum Frühstücken. Einer meiner Kumpels bringt mich die 15 Km zur Transe zurück. Dort lassen der nette Inhaber und seine schweizer Freundin

die Drähte für uns heisslaufen. Endlich findet er einen Dienst für Spezialschlüssel, die Firma Alba. Der ist in Pordenone, 40 Km von hier. Und es ist schon 11Uhr 30, und um 12 Uhr macht er zu!!

 

Jetzt muss die Kawa aber rennen...uiui...Mittellinie und GAASSS! Selbst Rossi wäre stolz auf uns :cool:

Wir schaffen es noch, und bekommen einen perfekt gearbeiteten Zweitschlüssel, allerdings ohne Chip.

Die sehr kompetente Dame hätte ihn zwar auch programmieren können, dafür bräuchte sie aber das Motorrad - und das stand ja 40 Km weiter nördlich! Trotzdem könnte es funktionieren, meinte sie, sofern der Chip am Schlüsselbund ist. Also wieder zurück, in etwas gemässigterem Tempo :cool:.

Schlüssel rein, umdrehen, Anlasser....wiuwiuwiuwiwu. Tut sich nix. Dann halte ich den Schlüsselkopf direkt an den Zweitschlüssel: VROUUMMM! Gerettet! Wir brettern zurück zu Maria, lassen die Zelte aufgebaut und lassen das Gepäck zurück. Und dann wird geheizt! Hunderte von Spitzkehren,

unglaubliche Streckenführungen, Spaghetti, Prosciutto, Sauris, die Altoplano di Cazzo (heisst wirklich so), Mann bin ich glücklich...und die Transe fährt ganz vorne mit, trotz der Kälte. Ohne Gepäck fährt sie viel neutraler und das systematische Lenkerflattern beim Freihändigfahren ist wie weggeblasen.

Eine tolle Gegend, das Friaul. Und als Motorradzigeuner mit Zelt lebt man intensiver: Die Kälte, die Hilflosigkeit, aber auch das höchste Glück, spirituelle Momente, Freiheit, Kameradschaft...was ist man ohne Freunde? Ein kleiner Lebensfunken über und unter den Wolken...auf das uns allen noch viele Kilometer beschert seien!

 

 

Vollbremsung zum Nudeln fassenVollbremsung zum Nudeln fassenSaurisSaurisGebirgsseeGebirgsseeMai, der WonnemonatMai, der WonnemonatNach der AnstrengungNach der Anstrengungdie Belohnungdie Belohnung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abends sind wir wieder bei Maria, es wird schön gegrillt. Am nächsten Morgen geht's wieder auf die Bahn nach Salzburg und München, denn der Flieger wartet nicht. Ich komme nachmittags an, nehme mir ein Hotel am Flughafen, und kaum sitze ich auf dem Bett, schlafe ich tief und traumlos...Bis mich das Shuttle wieder zum Flughafen bringt.

 

https://www.google.fr/.../...024eba452b5d7!8m2!3d46.2833829!4d12.79603

 

Als Fazit möchte ich Folgendes bemerken:

Fliegen und Motorradfahren bleibt eine Aushilfslösung für mich.

Es ermöglicht es, Motorräder kennenzulernen, die man sonst nie fahren würde. Die Transe ist z.B. super bequem und passt mir wie angegossen.

Trotzdem: Das einzig Wahre ist das Fahren mit der eigenen Maschine und Ausrüstung...

Alles in allem war es ein teurer Spass: Die Maschine war an nur 4 Tagen einsatzbereit,

dafür waren die 560 Euro Mietkosten ein bisschen happig. Und von den vielen Freikilometern hatte ich nichts: Konnte ja nur 1500 Km fahren in der kurzen Zeit, bei dem Wetter. Ausser dem nachgemachten Schlüssel in Italien wollte die Leihe noch einen neuen Schlüssel in München nachmachen lassen. Auf meine Kosten: 80 Euro. Vom Hotel am Flughafen, den Shuttles, den Flugtickets und der zurückgelassenen Campingausrüstung will ich gar nicht reden...

 

Zur Transalp: Ausser der Schwachstelle des zu langen und empfindlichen Schlüssels, ist sie eine gute und zuverlässige Allround-Maschine. Zum Schnellfahren ist sie etwas zu schwammig, dafür aber bequem, die Bremsen sind nicht gerade bissig, aber zuverlässig. Es handelt sich bei dieser letzten Transe um einen V2 mit Vierventilkopf, anders als die Vorgänger mit 600 und 650 ccm, die sich mit 3 Ventilen pro Zylinder begnügen mussten. Es fehlte ihr eigentlich nie wirklich an Leistung, für nur 680 ccm standen die Pferde auch nach 74000 Km noch erstaunlich gut im Futter. Mit Gepäckrolle

neigt sie systematisch zum Lenkerflattern, ohne Gepäck kann man allerdings auch einen Kilometer freihändig rollen, da schaukelt sich nichts auf.

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23.05.2016 12:52    |    Lewellyn

Mir wird beim lesen schon kalt. :D

 

Nix gegen Lagerfeuerromatik, aber bei Kackwetter ne heiße Dusche und ein warmes Bettchen, das hebt die Stimmung mehr als ein kalter Mond am Himmel überm feuchten Zelt...;)

 

Ansonsten, schöner Bericht. Als Anmerkung noch mein Standardstatement zu allen Tourteilnehmern: Nehmt einen ZWEITSCHLÜSSEL mit!!!111elf!!! :D

 

Ich freu mich schon mal ganz dolle auf die Tour zum heiligen Jakob.

Ohne Zelt. Wird auch so vermutlich nass genug. :D


23.05.2016 13:00    |    TDIBIKER

Hihi...jetzt wo Du's sagst...Zelten ist immer im nachhinein dolle.

Aber schön mit der dicken Gudrun in's Hotel, Spezialitäten von der Karte wählen,

Cuba libre schlürfen und heiss duschen...bzw. Pool und "Baden mit den Damen"

 

Ups! Werde ich jetzt ein Warmduscher? :D


23.05.2016 20:40    |    muhmann

Klingt nach einem spannenden Wochenende.

Das letzte Mal Zelten war 2012.

Wild campen auf Kanutour mit zwei Übernachtungen die Niers runter.

 

Eigentlich finde ich Zelten ganz schön. Mit vernünftigen Klamotten und anständiger Ausrüstung eine begrenzte Zeit auch bei miesem Wetter.

Die letzten Male ist es insbesondere an der Ausrüstung gescheitert. Keine vernünftige Isomatte, kein guter Schlafsack und mein billiges Aldi-Igluzelt aus den 90ern. Das ganze bei Regen.

Dazu ausgiebiger Bierkonsum um das Wetter schönzusaufen. Statt ausschlafen, ausgekühlt aufwachen und feststellen, dass der Schlafsack klatschnass ist, weil Wasser von der Decke tropft.

 

Schön war anders.

 

Ich könnte mir schon vorstellen, unter besseren Umständen nochmal zu zelten. Aber keiner will mit...

 

So bleibt Hotel mit warmer Dusche. Hat auch was.


23.05.2016 23:31    |    TDIBIKER

Das ist schön beschrieben, Axel. Es war ja auch wirklich so.

Aber das war nur der materielle Aspekt.

Darüber hinaus gibt es eine spirituelle Seite.

Die Kameradschaft, das Überleben in einer Natur, die uns fremd geworden ist,

die ewige Schönheit der Berge und des ganzen Universums, das kann mir kein Hotelzimmer ersetzen.

Das Hotelzimmer ist angenehm, macht faul, repariert...

aber da draussen werde ich zu einem besseren, einfacheren Menschen.

Man erlebt alles intensiver, nicht hinter dicken Wänden, nicht in warme Decken gehüllt.

Wenn Du mal Lust hast, in einem wilden Land zu zelten, komm einfach vorbei, ich mache mit.


24.05.2016 07:38    |    Warmduscher-01

SUper - danke für den Blog!

Endlich ne Sache wo man unbeschwert gucken kann!

Das nächste mal gib Bescheid, dass ich dir das Patschehändchen reichen kann!


24.05.2016 07:48    |    TDIBIKER

Alles klar, lieber Loisl, aber wie immer fehlte die Zeit...

Sollte ich mal Zeit haben und in Bayern weilen, dann komme ich,

promis!!


24.05.2016 09:07    |    Warmduscher-01

;)

 

ich wäre auch zu dir gekommen bis 300km einfach kein Problem


24.05.2016 09:25    |    Lewellyn

Apropos wildes Leben: Es hat mich etwas Suche gekostet. Jetzt hab ich ihn in die Tour mit eingebaut. Hoffentlich regnet es nicht. Oder schneit. Aber wetterunabhängig: "Ich will ein Bild mit Dir!"

 

https://c2.staticflickr.com/6/5626/22980850820_e246307507_b.jpg

 

:cool:


24.05.2016 13:24    |    TDIBIKER

L'Ours des pyrenées?? Könnte sein, dass wir eiinem echten Bären begegnen.

Wahrscheinlichkeit ist gering, aber ausgeschlossen ist es nicht.

 

Wir haben auf unserem ersten Zeltplatz in Südtirol übrigens nachts ein überaus lautes und aggressives Bellen

gehört, das von den Felswänden widerhallte...schon ein blödes Gefühl, unbewaffnet in einem kleinen Wurfzelt.


24.05.2016 13:49    |    Lewellyn

Hoffentlich reagieren die auf Hupen. :D

 

Die Bär steht etwas abseits. Muss man paar Meter hinlaufen.


24.05.2016 13:53    |    TDIBIKER

Ach, übrigens: Mir ist auf dieser Tour klargeworden, dass ich mir auch ein Smartphone mit I-net Zugang und GPS leisten

muss. Alles ist soviel einfacher...das Check-in am Flugplatz mit der E-mail der Fluggesellschaft, das auftreiben von speziellen Dienstleistungen, die man dann braucht, wenn man in der Patsche sitzt. Ganz ohne Handy ist man eh kaum noch existent,

und mit meinem einfachen Tastenhandy bin ich ein Mensch 2ter Klasse. Das heisst: War ich.

Ich habe heute ein Crosstalk Trekker X2 bestellt.

 

Ic hoffe nur, dass ich nicht demnächst nicht auch zu diesen Typen gehören werde, die dauernd mit ihrem Telephon rummachen?


24.05.2016 14:05    |    Lewellyn

Da musste ich erstmal nach googeln...

http://www.testberichte.de/.../trekker-x2-testbericht.html

 

Scheint ja eher solala zu sein. Lediglich die Outdoorfähigkeit ist top. Aber Du willst ja eh nicht mit spielen. Von daher wird es reichen.

 

Dieser Blog hat es übrigens ins Community-Magazin geschafft. :)

 

PS: Wie ist denn die Spritlage bei Dir? Sollten wir die Moppeds vor dem Verladen volltanken? Kommen wir überhaupt bis zu Dir? Mit Anhänger werden wir mindestens einmal in F tanken müssen. Und da hört man nix gutes im Moment. Lage spitzt sich zu, anscheinend.


24.05.2016 15:25    |    sasisoli

Es gibt definitiv Bären in Südtirol, wenn man mit den Jägern spricht sogar deutlich mehr als die Politik zugibt...vor ein paar Jahren wurde direkt vor meiner Haustür einer überfahren:

 

https://www.stol.it/.../Baer-auf-MeBo-ueberfahren-Video

An dem Abend und zu dieser Uhrzeit waren wir alle unabhängig voneinander mit den Scootern unterwegs...man mag sich garnicht ausmalen wenn das statt dem Alfa ein Motorrad gewesen wäre!

 

Ich jedenfalls würde hier nicht mehr wild zelten!;)

 

Gruß aus Südtirol

 

sasisoli


24.05.2016 16:48    |    Lewellyn

Zumindest nicht mit Essen im Zelt. ;)


24.05.2016 17:09    |    sasisoli

...Der Bär ist da nicht so wählerisch...Im Zweifel geht da auch mal ein Tourist als Mahlzeit durch! ;)


24.05.2016 19:13    |    TDIBIKER

Trotz Feuer und Benzingeruch? Kann sein, Bären sind schwer berechenbar, die haben auch ihren Dickkopf...

Danke für den Tip, sasisoli, ich behalte den mal im Hinterkopf, fürs nächste Mal, und Grüsse aus Südfrankreich ins schöne Südtirol!


24.05.2016 19:16    |    TDIBIKER

@Lewelyn: Spritlage ist z.Zt. noch kein Problem hier. Die Lage kann sich aber zuspitzen.

Erst war nur Donges blockiert, jetzt schon 6 weitere Raffinerien. Ich bunker schon mal, ihr müsst es nur zu mir schaffen...


24.05.2016 19:20    |    Warmduscher-01

Manchmal bin ich bei den Franzosen neidisch.

Wenn die Sauer sind streiken sie!

Und zwar so , dass der Staat weiß dass die Leute sauer sind!

In D wird alles stoisch hingenommen!


24.05.2016 20:06    |    TDIBIKER

Jetzt, wo ich ins Community-Magazin gekommen bin, habe ich noch ein bisschen nachgebessert

 

*stolz...:)


24.05.2016 21:49    |    Lewellyn

Ich hab noch nen 20 Liter Kannister, der mal mit Diesel voll war. Vielleicht sollten wir den mitnehmen. Voll.


24.05.2016 21:50    |    muhmann

Geht die Tour nach Frankreich oder an den Kongo? :eek:


24.05.2016 22:08    |    Lewellyn

http://www.motor-talk.de/.../...rnt-vor-kraftstoff-panik-t5702741.html

 

Wir haben ja noch zwei Wochen. Wenn das nicht besser wird...


24.05.2016 22:11    |    muhmann

Ich mag den ersten Kommentar.


25.05.2016 05:54    |    TDIBIKER

Die Tour geht nach Galizien. Hier im Südwesten Frankreichs ist alles etwas behäbiger,

da passiert so schnell nix...


25.05.2016 07:31    |    Lewellyn

Wir machen die Moppeds trotzdem voll. Bei mir reicht das dann bis Spanien. 400km komm ich im Tourenbetrieb immer.

 

An den Autobahntankstellen wird es ja wohl Diesel geben.


25.05.2016 17:22    |    TDIBIKER

Gerade 60 Liter gebunkert. Pas de problème.

Was übler ist, 15% der Flüge sind gecancelled, aus Kerosinmangel in Blagnac.

und ausserdem wollen die jetzt aus Solidarität auch noch den Strom abschalten.

Die Krankenhäuser haben Notaggregate, aber die laufen mit Diesel....

 

Diese Streiks sind immer zur selben Zeit, Ende Mai zur Kirschenernte...Paarungszeit.

Da hat eh keiner Lust zu arbeiten.


26.05.2016 22:31    |    Lewellyn

Mittlerweile gibt es schon eine Warnung vom auswärtigen Amt vor Spritmangel in Frankreich. Ich hoffe, das entspannt sich noch in den nächsten 2 Wochen.


26.05.2016 23:33    |    TDIBIKER

Ja, ja, keine Panik. Das ist hier immer so....wer wirklich Sprit braucht, kriegt auch welchen.

Z. Zt verdienen alle dran. Die Tankstellen machen ein Riesengeschäft...

Das sieht im Ausland immer wie Chaos aus, aber das hat alles System.


27.05.2016 13:02    |    Lewellyn

Nahc den letzten Meldungen hier soll die Proteste bis in die EM reingehen. Andreas hat 2 60 Literkannister.

Das ist zwar illegal, aber Notwehr. Damit kämen wir hin und zurück. Wir haben ja ein grosses Auto. :)

 

Schaun mer mal...


27.05.2016 14:49    |    TDIBIKER

Ich hole grad moch mal 40 Liter Super 95...


05.08.2016 11:40    |    Trackback

Kommentiert auf: Biker-Treff:

 

Mieten statt kaufen

 

[...] so wenig Aufwand so einen Haufen Probleme vermeiden kann.

 

Auch sehr schön beim TDIBIKER nachzulesen: http://www.motor-talk.de/.../...de-wir-testen-die-transe-t5699719.html

 

Aber das führt jetzt vom Thema weg.

[...]

 

Artikel lesen ...


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