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Europa und Nordafrika auf zwei Rädern.

30.05.2015 19:48    |    TDIBIKER    |    Kommentare (14)    |   Stichworte: 1100 Bulldog, BT, Yamaha

Korsika. Schon 2 mal waren wir mit dem Mopped da. Ich ausserdem schon zum Wandern. Die "Insel der Schönheit", wie

sie mit Beinamen heisst, zieht uns immer noch magisch an. Und diesmal sollte es wieder klappen. Und dann kam alles ganz anders.

 

 

Pfingsten 2015. Je älter man wird, desto weniger können unsere Betriebe ohne uns. Der Druck ist stark, die Arbeit türmt sich.

Viele von uns hatten nur das lange Pfingstwochenende. Und die Fähre von Genua nach Korsika dauert lang und hat bestimmte Abfahrtzeiten. Zuviel verlorene Zeit. So wollten wir einfach nur gemeinsam Fahren. Am Freitag vor Pfingsten mussste ich bis 5 Uhr arbeiten. Hatte gerade das Nôtigste aufs Mopped gezurrt. Die Anderen grillten irgendwo am Bodensee. Ich sollte sie an der Alpen-Südseite treffen. Wo genau? Inch' Allah, man telefoniert...Die komplette Lederrüstung ist ungewohnt. Schwer und zwickt. Komme mir vor wie ein Ritter auf seinem Schlachtross. Normalerweise fahre ich eher in Jeans und Jet-Helm...Das Schlachtross, die brave Bulldog, hat auch ein paar Kg mehr als gewohnt. Von mir will ich gar nicht reden...:p Wie weit werde ich heute wohl kommen? Ich bestelle mir ein Hotelzimmer in Montpellier, und los geht's! Zunächst einmal durch Albi in Richtung Millau. Die grandes Causses leuchten im Abendsonnenschein. Es handelt sich um ein karges Hochplateau, das traditionell als Schafsweide genutzt wird. Da das Hotel ab 9 Uhr nicht mehr aufnimmt, muss ich es etwas gehen lassen. Kein Problem: Die Bulldog hat zwar nur 65 PS, aber die sind praktisch immer vorhanden, sobald man rechts dreht...Dagegen sind Dosen eben nur bewegliche Verkehrhindernisse (Spass jetzt:cool:).

Der "Gouffre de Padirac" und der "Gouffre de la fin du Monde" bleiben schnell hinter mir, das Klima wird mediterraner, und schon taucht Montpellier vor mir auf. Zum Touren hat die Bulldog zwei Nachteile: keinen Hauptständer - und noch nicht mal einen Gepäckträger.

Und einen Treiber, der zu faul ist, da mal Abhilfe zu schaffen. Aber naja - es geht auch so.

Das Arena-Hotel liegt im Industriegebiet an der A9 und ist für einsame, müde Reisende sehr empfehlenswert: Für 50 Euro gibt's

ein sauberes, modernes Zimmer, nette Leute an der Rezeption, gegenüber ein Steakhaus, morgens eine Tanke, und die direkte Verbindung nach Barcelona A9, Clermont-Ferrand A75, oder Marseille A9. Im Zimmer klingelt mein Telefon:" Komm mal zum Bernhardino - oder zum Lago Maggiore - St-Bernard Laaaagoooo Machhhhiiiii" Tuuuuuuuut. Verbindung weg.Ein Blick auf die Karte:

Der Lago ist bei Mailand, Und von den Bernhardspässen gibt es gleich 3: Den kleinen und grossen Bernado, und den Bernadino. Dazwischen liegt die Hälfte der Alpen...Ich bin ja erst mal in Frankreich, daher mach ich mir nichts draus, bis nach Turin muss ich sowieso. Also, nach dem Frühstück geht's bei strahlendem Sonnenschein frohen Mutes gen Osten. Bei Orange verlasse ich die Autobahn und fahre die sehr schöne Strecke nach Gap.

 

die finsteren Riesen auf dem Weg nach Gapdie finsteren Riesen auf dem Weg nach Gap

 

Da tauchen am Horizont die ersten Giganten auf: Die Alpen! Atemberaubend. Da kommt man aus dem fröhlich warmen Rhone-Tal, und diese finsteren Bergriesen wirken wie aus einer anderen Welt. Und dem ist auch auch so: Die Raumzeit verändert sich, Die Alpen machen aus einer halben Stunde Für 70 Km gar 2 Stunden,

wenn's schlecht lâuft. Die Temperatur sinkt, die Winterhandschuhe werden ausgepackt, die Orte sind dünner gesät. Und aus der romanisch-provenzialischen Lebensfreude wird nordische Trägheit. In der Nähe von Gap war ich mal mit einem Studienkollegen auf einem 2500er: Lang ist her. Damals hatten wir unsere Hâmmer wie Eispickel benutzt um eine verharschte Schneechwächte zu erklettern. Ein Wunder, dass wir damals keine Lawine ausgelöst hatten...

In Gap tanke ich und von Gap geht's nach Briançon, unserer alten Hochburg, die von unseren Lieblingspässen umgeben ist: Col de la Madeleine, Col de la croix de fer, und viele andere. Heute halte ich mich nicht auf, der Tank ist noch voll, und ich fahre direkt durch nach Montgenevra und Italien.

 

Nix los an der franco-italienischen Grenze...
Da bin ich wohl der einzige Moppedfahrer, der aus der Sonne in den Regen fährt.Nix los an der franco-italienischen Grenze... Da bin ich wohl der einzige Moppedfahrer, der aus der Sonne in den Regen fährt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt stellt sich die Frage: Wo mag wohl der Rest der Bande hingefahren sein? Da klingelt das Telefon:

" Wir treffen uns in Varese, zwischen Lago Maggiore und dem Lago di Como, zwischen Lugano und Novara...." Wow, das ist ja weiter als Mailand! Egal, ich habe jetzt ein festes Ziel: Meine alten Kumpels sind in Varese, bzw. werden abends dort sein, und ich muss nicht mehr einsam durch die Landschaft reiten, wie bisher...

 

Nach etlichen Autobahnkilometern auf den unglaublich teuren italienischen Autobahnen (finde ich als Franzose, und das will schon etwas heissen) und gefühlten 10 Mautstationen weiter, fahre ich in Novara ab und will den Rest per Landstrasse erledigen.

Schwerer Fehler. Kilometerlanger Stop&Go, und dann beginnt es zu regnen. Vareses ist eine Enttâuschung: Ein hässliches Verwaltungskaff mit Präfektur. Viel schlimmer: Von den Jungs weit und breit keine Spur. Ich stelle mich unter und konsultiere das Handy: Da ist eine SMS: "Komm nach Cannobio" Ja, aber verdammt, das ist ja am Westufer des Lago Maggiore! Muss ich den ganzen Weg zurück? Ich rufe mal an, da heisst es:" Wir kommen dir entgegen nach Stresa..." Ich fahre immer nasser in die einbrechende Dunkelheit, jetzt wieder Autobahn. Ich habe den intuitiven Fahrstil der Italiener schon kopiert: Einmal nehme ich die falsche Abfahrt, und schiebe das Mopped einfach 30 Meter zurück, wieder auf die Autobahn (pssst - das bleibt unter uns ;))

 

Dann endlich ein Zeltplatz, und da sehe ich schon von weitem die dicke GTR 1000, die meine Kumpels mir als Verkehrsschild an die Strasse gestellt haben! Gelobt seien sie, die Brüder! Jetzt hat alle Not ein Ende, und ich kriege noch auf dem Mopped eine volle Flasche lokales Bier in die Hand gedrückt, welches ausgezeichnet schmeckt. Die anderen haben die Zelte schon aufgebaut. Ich habe im Regen so gar keine Lust auch nur abzupacken, sondern gehe erstmal mit den anderen in die Pizzeria...ein verhängnisvoller Fehler.

Denn zuerst gibt ein Bier sich das andere, danach gibt sich ein Weissweinchen ein Rotweinchen und dann wieder ein Weissweinchen - noch ein paar Bier und ein Grappa...und plötzlich stelle ich fest, dass ich schon lange nicht mehr so betrunken war. Ich lege mich einfach so wie ich bin in eines unserer Zelte und, kaum habe ich den Zeltboden berührt, begebe mich ohne weitere Umstände

laut schnarchend und in Lederjacke in das Land der Träume....

war doch etwas feucht gestern...war doch etwas feucht gestern...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Morgen ist mir doch etwas frisch...es ist saukalt, bevor die Sonne ganz aufgeht und die ganze Pracht des Lago Maggiore vor meinen staunenden Augen entfaltet. Diesen Sinn für überschwengliche Pracht besitzt der Italiener in höchstem Mass. Ahhh - erst mal einen Cappuccino! Dieses Getränk war eigentlich von den Österreichern als Kapuziner (Kaffee mit Sahnehäubchen) erfunden worden, aber natürlich von den Italienern zu dem Genuss verfeinert worden, den heute jeder kennt. Dann los zum Frühstücken: Kleine Runde Mopped fahren, zu einer Bar direkt am See. Bei Clubsandwich, Bacon und Rührei beruhigt sich der Vorschlaghammer in meinem Kopf.

Witzig: Auf der Cocktailkarte sehe ich den Harvey Wallbanger....keine Ahnung was das sein mag - jedenfalls nix für mich heute morgen :p

Am Lago MaggioreAm Lago MaggioreItalienische PrachtItalienische Pracht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Nebentisch sitzen 12 junge Frauen in Leder, die so ganz unsere Kragenweite wären: Fahren alle blitzende rote Ducatis, und eine fährt eine grüne Ninja. Ein Frauen-Moppedclub aus Mailand. Also, lächeln und winken...und dann auf in die Berge! Bei Stresa geht ein winziges Strässchen (:)) Nach Arola, und von da aus weiter nach Biella. Also, Gas! Die Serpentinen sind uneinsichtig und die Strasse nicht viel breiter als ein Wirtschaftsweg. Von oben kommen uns manchmal Moppeds entgegen: Das kann schon mal eng werden. Der Italiener bevorzugt SSP's, wie der Franzose Rennräder. Die Ducatis, MV's, R1 und Fireblades gehen zwar gut, sind für diese engen Winkel aber doch suboptimal. Von hinten schliesst so eine Truppe auf, mit mächtig Gas auf den kurzen Geraden, ordentlichen Bremsmanövern und etwas Gewackel in den Kurven. Der Italiener nennt sie "Smanettoni", was man mit "Gasfreaks" übersetzen könnte. Da 25 Minuten Rennstrecke ungefähr 50 Euro kosten, geht's dann zum Knieschleifen auf Strassen zweiter Ordnung...aber SSP's sind nicht für Strassen zweiter Ordnung ausgelegt. Die sind nicht wirklich schneller als unsere Packesel. Trotzdem fahren wir gutmütig rechts 'ran. Schliesslich sind wir hier nur Gast...nur werden sie jetzt noch ein bisschen langsamer, weil die Radien sich noch mehr verengen. So sind wir in der blöden Situation, dass die SSP's innen fahren und wir aussen, nur dass wir ohne Anstrengung doch schneller sind als die...

Also halten wir an und rauchen uns eine, bis die Strasse wieder frei ist. Kurze Zeit später ist Stau. Jemand winkt uns an der Kolonne vorbei. Der Stau war von einer Ambulanz verursacht. Davor lag eine verbeulte grüne SSP, vielleicht eine Ninja, mit den Hufen in der Luft.

Und direkt dahinter eine geplättete Ducati, die langsam ihren rauchenden Tankinhalt auf die Strasse verteilte, bis das Benzin unter der Leitplanke ins Tal tropfte. Von den Fahrern keine Spur mehr....jedenfalls ein schockierendes Bild, was uns mahnt: Strassenverkehr ist keine Rennstrecke.

 

Nach vielen schönen Kilometern sind wir schliesslich im Aosta-Tal, haben schon eingekauft, und suchen nach einem geeigneten Platz um die Nacht zu verbringen. Wir fahren in ein Endtal, aber die Berghänge sind zu abrupt, da ist Essig mit Zelten. Egal: Dort hat nämlich gerade ein Rennen stattgefunden: Über 200 Ps starke Renault 5, gegen Eigenbauten. Das Fahrerlager ist noch da, der Sekt steht auf dem Tisch, und wir haben die Gelegenheit mit den Piloten zu reden: Besonders mit 2 Pilotinnen :). Die tragen jetzt nicht etwa Asbestanzüge, sonden knackige, hautenge Jeans und Sandalen mit hohen Absätzen. Cool, extrem cool. Ich lasse mir von Einer ein hübsches Fleckchen auf meiner Karte zeigen, hauche mein "Grazie" und die Erscheinung entschwebt mit wiegenden Hüften....

ein-eigenbau-fuers-bergrennenein-eigenbau-fuers-bergrennen praz-bei-aostepraz-bei-aoste

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann das Übliche: Ausschwärmen, Platz suchen, Zelte aufbauen, Feuer machen, Grillen...diesmal an einem verlassenen Haus von 1915,

an einem zugewachsenen Waldweg 1 Km von der Strasse entfernt, mit Wasserfall. Keiner macht sich lang, das Gras ist trocken, und nach dem Essen sitzen wir wir noch bei Wein und Wasser und singen schwermütige Lieder. Einer erzählt etwas von der Blair Witch, und nachts in meinem kleinen Armeezelt denke ich an den Typ, der das Haus mal erbaut hat, wie er wohl gestorben ist, schlafe ein und träume von Skeletten, die irgendwie noch leben...

Der Weg zum Ziel: Zum HexenhausDer Weg zum Ziel: Zum Hexenhaus Zelt Aufbauen im einstigen VorgartenZelt Aufbauen im einstigen VorgartenGleich heisst es "zu Tisch!"Gleich heisst es "zu Tisch!"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Morgen ist der Spuk vorbei und wir trennen uns wieder. War zu kurz dieses Jahr. Ich fahre über den Forclaz und Chamonix

zurück. Die Gletscher rund um das Massif des Montblancs sind eine Augenweide und ein Blickfang. Hier mal das "Mer de Glace".

Die Bulldog, die doch mit ihren Ixil-Tüten heiser bellt, scheint nur ein dünnes Ameisenstimmchen zu haben, angesichts dieser Naturgewalten. Wer sind wir, die wir Jahr für Jahr die Pässe der europäischen Gebirge erklimmen? Ein bisschen Schall und Rauch,

schon bald vergessen. Trotzdem fahren wir immer wieder, solange wir noch einen Lenker halten können. Denn der Weg ist auch das Ziel.

 

Das "Eismeer" in ChamonixDas "Eismeer" in Chamonix

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30.05.2015 20:19    |    PIPD black

Sehr schön geschrieben.

Vielen Dank und weiter so.


30.05.2015 20:23    |    TDIBIKER

Dangge, Mann! :)


30.05.2015 21:12    |    Lewellyn

Schön zu lesen. :)

 

Guck mal, ob Du nicht doch nächstes WE...wir wollen Donnerstag nach Cassis, wobei ich angesichts der vorhergesagten 34 Grad wohl doch eher ins Hochgebirge tendiere. Freitag möchten wir in Le Vernet am Gedenkstein eine Kerze anzünden. Samstag fahr ich alleine noch eine Runde. Das Ferienhaus für Juli angucken, das Hotel für September und eine Strecke fahren, die ich noch nie bisher gefahren bin. Warst Du schon mal in Saint Nazaire le Desert? Ich auch nicht. ;)


30.05.2015 22:09    |    ka-ruffi

Schöner Bericht, bringt Atmosphäre rüber, danke.


30.05.2015 22:52    |    TDIBIKER

Danke, Jungs! nett von euch.

 

Also, ich habe am Mittwoch frei, muss aber Donnerstag und Freitag bis 17 Uhr arbeiten.

St-Nazaire du desert sagt mit was. Ich war letzte Woche ganz in der Nähe...


31.05.2015 04:10    |    Lewellyn

In der Nähe ja, aber durchgefahren? In der Nähe des Col de Pennes. ;)

 

Freitag bis 17.00 arbeiten ist natürlich doof. Das lohnt nicht. 12.09. - 19.9. werde ich wieder dort sein im Le Ceans in Orpierre. Falls Du mal rüber kommen willst.;)


31.05.2015 10:23    |    TDIBIKER

Absolut. Das mach' ich!


01.06.2015 12:35    |    gaston73

Schöne Geschichte. Ich war 2013 und 2014 in Frankreich mit dem Mopped, letztes Jahr über Champagne, Loire und Bassin d'Arcachon bis in die Pyrenäen, davor das Jahr durch die Bourgogne, das Massif Central und die Gorges du Tarn bis nach Sète. Keine Autobahnen, nur mit Zelt. Großartig. Und ich habe gelernt, dass gute 3500km im Sattel einer K75 keine Herausforderung sind... :D


01.06.2015 19:28    |    TDIBIKER

Lieber Gaston, dass nächste mal, wenn Du in die Pyrenäen fährst, komm vorbei...

 

3500 Km pro Woche sind normal für uns. Das geht eigentlich mit jedem Mopped, sofern es über einen

Sitz verfügt. Also, bis denne, die Linke zum Gruss!


02.06.2015 08:37    |    stratoman

Super Bericht. Hat Spass gemacht zu Lesen.

 

Wir fahren jedes Jahr nach Beziers bzw. Puisseguier in den Urlaub. Frankreich ist schön!

 

Evtl. nehm ich mal mein Kiste mit.

 

Gruß


02.06.2015 13:24    |    TDIBIKER

Kiste mitnehmen ist bestimmt eine gute Idee. Was ist es denn für eine?


02.06.2015 18:03    |    Gany22

Cool!

Jemand der Bulldog fährt und darüber schreibt, habe die Bulldogge nämlich durchaus in Aussicht als mein erstes Moped (ist in der engeren Auswahl). Dein Blog ist auch sehr schön zu lesen und freue mich da mal noch was gefunden zu haben.

Ist die Dogge an sich für Anfänger schon empfehlenswert, oder? Will mich nicht übernehmen und Kardan sowie die nicht ganz massigen PS finde ich durchaus attraktiv, dazu eine schöne Optik irgendwo zwischen Naked/Chopper/Racer/Retro die mir gefällt.

 

Grüße und gute Fahrt!


03.06.2015 13:35    |    TDIBIKER

Bei den ersten Modellen ist der Anlasserfreilauf etwas kapriziös. Der dicke Twin mit starker Motorbremse setzt dem kleinen

Rädchen wohl etwas zu viel trâge Masse entgegen - sollte ab etwa 40.000 Km getauscht werden. Meine 2006er hat über 50.000 auf der Uhr und keine

Probleme damit. Ist ein sehr robustes, solides und wertiges Mopped, welches nach einer gewissen Gewöhnungszeit im Geschlängel erstaunlich schnell sein

kann und auch Maschinen Paroli bieten kann, die auf dem Papier 50 PS mehr haben (jeweils von guten, erfahrenen Piloten genutzt).

Das liegt an der recht kurzen Übersetzung und der relativ grossen Elastizität des Motors, welcher schon ab 2000 U/min sauber Gas annimmt.

Allerdings ist meine auch nicht mehr ganz original....

 

Die Tester schreiben wohl alle nur voneinander ab. Glaube nicht den Testberichten, die sagen, dass wäre ein untermotorisiertes, lahmes Wandermotorrad! Das liegt daran, dass die Bulldog ab etwa 140 km/h

keinen Spass mehr macht, ähnlich einer dicken Harley. Die hohe Kolbengeschwindigkeit...aber bis 120 km/h versägst Du damit mindestens 2/3 der aktuellen Motorradproduktion im Gebirge. Gute Motorbremse, ausreichende Bodenfreiheit, die Doppelscheibe vorn ist von der R1, und eine flache Drehmomentkurve,

die dafür sorgt, dass man einfach nur den Hahn aufmachen muss und die Bulldog geht vorwärts....

Mit dieser angenehmen Geräuschkulisse, die ihr eigen ist. Plopp Plopp PloploplopPLPLPLPLPLPL....Von 6000 bis in den Begrenzer bei 7 wird sie gar richtig ruppig, und klingt (mit den offenen Tüten) wie eine dicke Ducati...


03.06.2015 14:05    |    Gany22

:D

Thank you very muchas! I love it! Deine Schreibweise klingt wirklich so wie ich es gerne hätte, ich will keinen High-Speed damit fahren. Auch habe ich bisher recht wenig Tests gelesen, oder nicht wirklich negatives, da ich einfach sage, diese ganzen Testzeitschriften sind alle bezahlte Menschen die sowas machen müssen, ein gutes Urteil geben eher Leute wie du ab, die Spaß an der Sache haben und dann auch mal ein wenig darüber schreiben wollen :)

 

Wessen Motorrad ist denn schon noch komplett original?

 

Wandermotorrad klingt gut, auch will ich mir keine SV 650 oder so zulegen um dann bei einem langen Trip Probleme mit der Kette oder zu viel Beladung zu haben. Auch sollte mal jemand mitfahren können, wenn die Person will. Bin irgendwie fasziniert von 2-Zylindern und Luftgekühlt ist irgendwie kultig, mal sehen was daraus wird.


Deine Antwort auf "Der Weg ist das Ziel..."

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