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25.05.2020 13:55    |    stelen    |    Kommentare (0)

Komische Blogüberschrift? -> Du bist ein eher junger Blogleser ;)

 

In den 70ern / 80ern gab es eine Quizshow im Fernsehen, da mußte man den Beruf des Gastes raten und konnte dann ein -mit verschiedenen Geldbeträgen gefülltes- Sparschwein gewinnen. Ich kann nichts gewinnen, muß eher Geld ausgeben, denn mein Schweinderl heißt E-Auto als Ersatz für meinen VOLVO XC90. Ich gehe mit dem Thema schon etwas länger schwanger, daher auch die Verlinkung auf ein bereits über 1 Jahr altes Video.

 

Erschreckenderweise hat sich seitdem bei der E-Mobilität nicht so richtig viel getan, bei mir dafür umso mehr. Seit ich den i3 gekauft habe steht bei mir nicht nur fest, das es kein Diesel mehr wird, sondern auch die PHEV sind für mich nun raus aus dem Spiel. Ich habe für mich persönlich festgelegt:

 

Entweder der Nachfolger des XC90 wird ein "echtes" E-Auto oder ich fahre ihn erstmal weiter bis er auseinanderfällt. Theoretisch kein Problem, er ist schon lange aus dem Leasing rausgekauft, eine echte Not für eine Nachfolgersuche besteht eigentlich nur darin, das der kleine 4-Zylinder mit Kompressor und Turbo jetzt schon fast 227.000 km runter hat. Übrigens ohne irgendwelche Probleme, auch dazu gibts ein ganz frisches Video.

 

Das Hautproblem ein passendes E-Auto zu finden ist mein Strecken- / Anforderungsprofil. Ich fahre etwa 1500-1700 km / Woche davon zwei Tage mit je 400km am Stück und ein Tag an dem ich 2 x 350km fahre. Das grenzt die Auswahl schonmal ziemlich ein, denn ein recht großer Akku muß verbaut sein. Dazu kommt noch das ich zwingend eine AHK und große Heckklappe brauche. Bis vor 3 Wochen noch mit 2to, was die Auswahl auf das Tesla Model X reduziert hatte, nun komme ich auch mit beiden Augen zugedrückt mit 1,5to hin.

 

Bei diesen Anforderungen fallen ein Großteil der aktuell verfügbaren BEV (i3, iPace, Hyundai/Kia, Leaf, Model 3, Zoe die französischen Drilinge) schonmal raus. Auch bei den angekündigten (EQV, ID.3, MAch-E) ist nicht viel dabei, meist scheitert es an der AHK.

 

Jetzt wird der Ein oder Andere denken: Was schreibt der Typ denn da? Soll ein Tesla Model S nehmen und gut ists.

 

Tja, so weit war ich letztes Frühjahr auch schon und hatte mir ein Model S ausgeliehen. Um nicht hier alles nochmals schreiben zu müssen verlinke ich abermals auf ein Video, Kurzform daraus: So wirklich warm wurde ich mit dem Model S nicht. Das Hauptproblem für mich ist das ich wohl zu "SUFF-versaut" bin. Die tiefe Sitzposition im MS hat mir einfach nicht zugesagt. Weniger weil ich mich -wie das immer gern von SUFF-Fahrern postuliert wird "unsicher" gefühlt hätte, sondern schlicht weil mir der Beinwinkel nicht steil genug war. Bei einem SUFF / Van sind die Sitze einfach höher montiert und ich sitze dadurch (das sind schonmal 8-10h am Tag oder auch viel mehr) erheblich besser / entspannter. Dazu kommt dann noch das Problem mit der AHK. Es gibt zwar inzwischen eine Nachrüstlösung mit 1850kg Anhängelast, aber die kommt von einem 3. Anbieter und ich fürchte das es Tesla sich bei Garantie-Problemem insbesondere mit dem Antriebsstrang recht leicht machen wird diese zu verneinen, wenn man diese Nachrüst-AHK verbaut hat.

 

Ich schob den Autokauf letztes Jahr also erstmal, das "Raven-Update" bei MS / MX nahm ich sehr wohlwollend auf, dann könnte eigentlich sogar ein MX in Frage kommen, wenn der nur nicht so häßlich wäre und diese schwachsinnigen Flügeltüren hätte.

 

Inzwischen hatte meine "Hausmarke" bzw. deren Tochter Polestar auch ein echtes E-Auto vorgestellt. Den PS2 habe ich sofort blind reserviert. Eigentlich triggerte der alle meine Wünsche (von der zu der Zeit noch zu geringen Anhängelast abgesehen) trotzdem habe ich die Reservierung nun doch storniert und nicht in eine Bestellung umgewandelt. Der Gründe sind recht simpel. Zum Einen mache ich mir Sorgen bzgl. der Software. Nahezu alle E-Autos (außer den Teslas) haben da derzeit kleinere oder größere Probleme. Der PS2 ist nicht nur das allererste reine E-Auto aus dem Hause VOLVO, sondern auch noch der erste mit Android Auto. Da ich noch nie ein iPhone besaß könnte ich mit Android gut leben, aber als Versuchsträger möchte ich ehrlich gesagt nicht fungieren. Dazu kommt das ich immer noch nichts über die Nett-Akkukapazität gehört habe. Es ist immer die Rede von 75kWh, da schätze ich aber mal das das Brutto ist und er real dann vielleicht 70 haben wird, was mir schlicht zu wenig wäre, da er allein von der Karosserieform mit Sicherheit einiges mehr als ein M3 oder Ioniq verbrauchen wird. Das Tüpfelchen auf dem i war dann noch das Polestar keine Kooperation mit Ionity hat, man also um dort nicht mit 79ct laden zu müssen, mit Apps und tausenden von Ladekarten rumhampeln muß. Da habe ich keine Lust zu.

 

Zwischendurch war ich sogar mal wieder "rückfällig" geworden und hatte einen X5 PHEV bestellt, zu meinem Glück hat BMW den aber zigmal nach hinten verschoben und so kam ich aus dem Vertrag wieder raus. Der BMW-Händler hat trotzdem ein Geschäft gemacht, denn der Hauptgrund den PHEV doch nicht zu wollen war der i3, den ich eben dort gekauft hatte. So ein richtiges E-Auto fährt sich einfach komplett anders als ein PHEV. Damit meine ich nix mit Öko sondern puren Fahrspaß. Beim E-Auto kann ich einfach Gas geben und den E-Abzug geniessen, beim PHEV muß man sich verzweifelt bemühen blos nicht die Lärmbüchse anzuwerfen.

 

Theoretisch gab es nun ja auch zwei deutsche BEV, die wunderbar ins Rasten SUFF mit AHK passen würden. Fangen wir mal mit dem ersten an: Der EQC. Die ersten Tests sahen gar nicht mal so schlecht aus, superleise, etwas effizienter als der Ring-Krieger, elektrische AHK, schön konfigurierbar, mit 110kW halbwegs unterwegs ladbar, die 7,4kW AC sind allerdings für mich k.cke. Auch mit den Basteltürverkleidungen (das Daimler sich für den Mist wohl nichtma schämt ist schon übel) hätte ich leben können, doch dann las ich irgendwann etwas zur Bodenfreiheit. What the f.ck soll das denn? Eine Suff-Karosse und dann eine "Bodenfreiheit" ungefähr wie mein Z3 bevor ich das Fahrwerk hochschraubte, um durch unseren Waldweg zu kommen? Naja, wird schon nicht so schlimm sein, mit dem LuFaWe wird man den wohl weit genug nach oben bekommen, wo zum Teufel im Konfigurator ist denn eben jene Airmatic? Nach Stunden des Suchens dann die Erkenntnis: Die Kiste ist wirklich eine irgendwie zusammengeschusterte Bastelbude, es gibt nichtmal ein Luftfahrwerk, man bleibt also an jedem höheren Bordstein hängen. Nee, sorry Daimler, so gern ich auch meinem Firmen-Nachbarn nach diversen Autos ein weiteres abgekauft hätte, denn Schrott könnt ihr wirklich behalten.

 

Bliebe noch der E-Tron, den ich aber nach den ersten Tests auch recht schnell AdActa gelegt hatte. Es kam ja praktisch kein Tester unter 30kWh, in Verbindung mit dem "kleinen" netto 83,6 kWh Akku würde der ja zu einem HyperChargerSuchgerät.

 

Das Jahr war nun fast rum, den XC90 hatte ich aus dem Leasing rausgekauft, versteuerte ihn aber natürlich weiter munter mit 1% und er machte km um km. Sollte ich es doch mal mit einem Model X probieren? Die schiere Größe war inzwischen ja kein so großes Problem mehr, für den Stadtverkehr war ja der i3 da und den wollte ich auch behalten. Blieb nur diese Augenkrebsverursachende Form und diese Schwachmaten-Türen. Zum Glück sitze ich meistens drin und muß die Häßlichkeit nicht ertragen, die unpraktischen Türen blieben aber weiterhin.

 

MX-CockpitMX-CockpitTrotzdem habe ich direkt am Anfang der Corona-Krise ein Model X geliehen. Auch dazu gibt es einige Videos die findet ihr auf meinem Kanal. Kurz zusammengefasst werde ich auch mit dem nicht wirklich warm. Die böden Flügeltüren sind da noch das kleinste Problem. Viel schlimmer wiegt für mich das es keinerlei Ladungssicherungsmöglichkeiten gibt. Werden die meisten hier bestimmt nicht so eng sehen, ich garantiere Euch das sich das auch bei Euch ändern würde, wenn ihr mal ein Notebook an Eurem Ohr vorbei in eine Verbundglaswindschutzscheibe habt einschlagen sehen.

 

Auf der anderen Seite ist die Geschichte mit den OTA-Updates schon was ganz Feines. Beim Model S fand ich den AP z. B. recht unbrauchbar und das er keine Spracherkennung für die Klimasteuerung hatte machte mich dann sprachlos. Das Model X war in beiden Punkten dtl. verbessert, obschon es 2 Jahre älter war und das alles weil es halt OTA updatebar ist. Ein echtes Pfund für Tesla ohne Frage.

 

In vielen anderen Sachen gerade was Komfort und Laderaum angeht ist das MX dann meinem altgedienten XC90 doch sehr unterlegen. Eine schnelle Entscheidung wurde mir dann abgenommen. Die Corona-Krise verschlimmerte sich immer mehr, auch bei mir im Unternehmen gingen die Auftragseingänge zurück, bzw. wurden weit nach hinten geschoben, da wäre es moralisch verwerflich ein neues Auto zu bestellen.

 

Das war der Stand vor zwei Wochen, als ich im E-Tron-Unterforum von einer Audi-Aktion las. Eine Woche E-Tron für 349,- brutto all in. Da kam ich dann schon ins Grübeln, für das Geld könnte man es doch mal probieren. Im Forum hatte ich auch eine Weile mitgelesen und festgestellt, das der E-Tron nicht immer ein hemmungloser Säufer sein muß. Wie bei jedem E-Auto hängt das sehr vom rechten Fuß und beim Audi wohl noch schlimmer von den Reifen ab. Leider sind die Miet E-Trons alles nur die 50er mit kleinem Akku und fetten 20" ich werde also etwas runterrechnen müssen.

 

Morgen hole ich also einen E-Tron 50, lerne ihn kurz kennen und Mittwoch dann gleich der Härtetest, von HH 350km Richtung Osten und Nachmittags das Gleiche wieder zurück.

 

Ich halte Euch dann auf dem Laufenden und werde auch Vergleiche zum MX und XC90 einstreuen.

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