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26.01.2021 12:24    |    stelen    |    Kommentare (27)

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Heute mal ein gern kontrovers diskutiertes Thema, ich stelle Euch einfach mal meine Berechnungen vor, wie sich meine persönliche CO2-Bilanz durch den Umstieg auf das E-Auto verändert hat. Wie gehabt bekommt ihr einen Videolink und die Textversion.

 

 

Betrachten wir uns also mal die gern aufgeworfene These: "So ein E-Auto ist ein schlimmerer Umweltsünder als jeder Verbrenner." Ich selbst hatte vor ziemlich glatt einem Jahr schonmal ein recht langes Video zum Thema CO2 Bilanz beim E-Auto und Verbrenner gemacht, diejenigen, die das Thema gern noch etwas vertiefen möchten finden das auf meinem Kanal. Ich hatte damals vorgerechnet wieviel CO2 ich allein durch einen Wechsel aufs E-Auto einsparen oder besser weniger ausstoßen könnte

Allerdings war das damals noch eher theoretischer Natur ich bezog meine Verbräuche aus dem Spritmonitor. Nun habe ich mit dem E-Tron genügend km "Auf dem Buckel" um meine realen Fahrdaten ansetzen und sie mit dem Volvo XC90 T8 Plug-in Hybrid vergleichen zu können. Beides sind durchaus vergleichbare Fahrzeuge, der XC90 ist etwas größer, dafür ist der E-Tron etwas schwerer.

 

Wie also schlägt sich ein Elektroauto wie der Audi E-Tron bei meinem Vielfahrerprofil gegenüber einem Verbrenner bzw. Plug-In Hybrid? Das schauen wir uns heute anhand meiner Daten an und klären auch die Frage: wie sieht die CO2-Bilanz bei mir aus und würde ein Diesel da etwas verbessern? Natürlich ist klar, das bei mir der größte Hebel wäre schlicht weniger zu fahren und da arbeite ich auch dran, aber derzeit ist es halt noch wie es ist.

 

Das Ganze wird heute zugegeben wieder etwas zahlenlastig, aber nur so bekommen wir hinterher auch realistische Werte. Beschaffen wir uns also erstmal ein paar Daten. Dazu greife ich zu Beginn auf meine beiden letzten Fahrzeuge also den Volvo XC90 T8 und den Audi E-Tron zurück. Beide werden bzw. wurden mit dem identischen Fahrprofil vom gleichen Fahrer im vergleichbaren Geschwindigkeitsbereich bewegt, die Daten sind für einen Vergleich also hinreichend valide. Zum Schluß mache ich auch noch eine Abschätzung für einen vergleichbaren Diesel.

 

Damit ihr die Berechnungen auch jederzeit nachvollziehen könnt wechseln wir nun auf meinen Rechner, da habe ich mal was vorbereitet.

 

Ich habe mit dem XC90 der nach Anschaffung des i3 nur noch als reines Langstreckenfahrzeug lief seitdem im Schnitt gemäß Bordcomputer 9,2L auf 100km verbraucht. Für ein so großes Auto mit einem Benziner ist das denke ich noch durchaus OK. Hinzu kam natürlich noch etwas Strom, über dessen Langzeitverbrauch schwieg sich der Bordcomputer leider aus, wir können aber eine ganz gute Abschätzung treffen. Ich habe auf meiner 1500km Runde inkl. Ladeverlusten etwa 50kWh nachgeladen also 3kWh / 100km

 

Der E-Tron hingegen hat bisher noch etwas "Pech" ich bekam ihn im Herbst und nach den ersten schönen und warmen Tagen wurde es recht schnell regnerisch und stürmisch. Ich bin mir ziemlich sicher, das der aktuelle Schnittverbrauch auf Dauer noch sinken wird, aber es ist der mit dem wir heute rechnen werden. Der Bordcomputer vermeldet aktuell einen Verbrauch von 27,3kWh auf den bisher gut 22.ooo km. Das ist aber beim E-Auto bekanntermassen nur die halbe Wahrheit, wir müssen auch noch die Ladeverluste berücksichtigen. Hier kann man von etwa 10-15% ausgehen, ich gehe ans obere Ende, dann bekommen wir einen "Gesamtstromverbrauch" von 31,4kWh / 100km

 

Damit haben wir also die reinen Verbrauchsdaten für beide Fahrzeuge, als nächstes brauchen wir die CO2 Emissionen. Da wir bei beiden E-Antrieben die Ladeverluste berücksichtigt haben müssen wir das Äquivalent beim Benzin -also das CO2 was zur Förderung, Raffinierung und Transport zusätzlich benötigt wird- natürlich auch ins Kalkül ziehen. Hierzu greife ich auf die Internetseite des österreichischen Umweltbundesamtes zurück, die haben dort einen sehr guten "CO2-Rechner" der den Gesamt-CO2 Ausstoß für verschiedene Energieträger ausweist. Hier erhalten wir dann 2,72kg CO2 / Liter Benzin.

 

Für die CO2 Belastung beim E-Anteil greifen wir auf die Daten des deutschen Umweltbundesamtes zurück, da ich mit dem E-Tron bisher ausschließlich in D geladen habe. Hier finden wir für 2019 (die 2020er Zahlen sind noch nicht da und aufgrund der Pandemie auch nicht repräsentativ) einen CO2-Ausstoß bei der Stromerzeugung mit dem deutschen Strommix von 401gr / kWh.

 

Damit ergibt sich für den XC90 bei meiner Fahrweise ein CO2-Ausstoß von 26,23kg und beim E-Tron von 12,59kg jeweils auf 100km. Beide liegen also meilenweit von den Werksangaben (5kg / 100km bzw. 50gr / km beim VOLVO, 0gr beim Audi) entfernt.

 

Summieren wir das auf meine Jahresfahrleistung von 65.000km so ist der XC90 für 17,05 Tonnen CO2 / Jahr verantwortlich und der E-Tron für 8,15.

 

Das ist schon ein ziemlicher Unterschied, aber ich bin mir natürlich bewußt, das nun gleich der Aufschrei „Aber die Akku-Produktion“ kommt.

 

Keine Sorge da bin ich drauf vorbereitet, das berücksichtigen wir nun natürlich auch noch.

 

Gemäß der aktualisierten „Schwedenstudie“ entstehen bei der Herstellung von Akkus zwischen 60 und 106kg CO2 / kWh Akkukapazität. Rechnen wir hier ruhig mit 100kg, dann sind wir auf der sicheren Seite.

 

Der E-Tron hat eine Brutto-Kapazität von 95kWh, also entstehen bei dessen Herstellung 9,5to CO2, die wir auf die Laufleistung von 250.ooo km verteilen. Die 9,2kWh des XC90 sind zwar nur für fast vernachlässigbare 920kg verantwortlich, aber auch die unterschlagen wir natürlich nicht.

 

Das heißt im Umkehrschluß, das ich über das erste Jahr gerechnet auch mit eingerechneter Akkuherstellung mit dem E-Tron ungefähr genauso viele CO2 Emissionen verursache wie mit dem XC90. Ab dem 2. Jahr wären es dann die 17,05 zu 8,15to.

 

Gehen wir mal davon aus, das ich den E-Tron genauso lange fahre, wie den XC90 und das nach den 250.ooo km der Akku vollkommen am Ende wäre. Das wird zwar nicht passieren, da er -selbst wenn er für den Autoantrieb schon zu stark degradiert wäre immer noch irgendwo als Stationärspeicher einsetzbar wäre- aber nehmen wir das einfach mal an.

 

Damit kommen wir -unter der Annahme das beide Akkus nach 250.ooo km platt sind, was zumindest beim XC90 nicht der Fall war- auf einen gesamten CO2 Ausstoß von 66,49to beim XC90 T8 und 40,86to beim E-Tron 55.

 

Also selbst wenn man extrem Contra E-Auto rechnet und die falschen Annahmen eines Totalverlustes der Akkus sowie ausschließliches Laden mit dem deutschen Strommix ansetzt, ist die CO2 - Bilanz des E-Autos bei meinem Fahrprofil also 62% besser, als die des PHEV.

 

OK nächster Aufschrei: „Das ist alles nur, weil ein Benzin PHEV doof ist, mit einem Diesel wäre das alles ganz anders“

 

Ja natürlich bin ich auch auf diesen Einwurf vorbereitet.

 

Meine eigenen Diesel-SUV Erfahrungen auf dieser Strecke sollten wir besser nicht als Vergleichsmaßstab hernehmen, damals fuhr ich noch Pedal to the Metal und lag bei mindestens 12-13L Diesel auf 100 km. Der Vergleich wäre also eher unfair. Allerdings hatte ich ja kürzlich einen Q8 TDI als Werkstattersatzwagen und mit dem bin ich extra eine 100km Runde zur Verbrauchsermittlung gefahren. Bei 130 mit Tempomat kam ich auf 8,8L, der Langzeitspeicher im Auto stand auf 9,1L, aber wir wollen das E-Auto ja bewußt schlechtrechnen, gehen wir also einfach mal davon aus, das ich den Diesel im Longrun auf 8L herunterbekäme. Der CO2 Ausstoß / Liter ist beim Diesel mit 3,1kg / L etwas geringer als beim Benziner, somit kommen wir auf 16,12 to CO2 / Jahr oder glatt 62to über die Laufzeit von 250.ooo km.

 

Obschon ich alles versucht habe um das E-Auto schlecht zu machen, vom deutschen Strommix ausgegangen bin den Akku auf 250.ooo km komplett verschrotte und dem Diesel noch einen zu geringen Verbrauch zugestehe „erzeugt“ der Diesel die 1,5-fachen CO2 Emissionen wie das Elektroauto.

 

Das bitte nochmals setzen lassen, der schöngerechnete moderne Diesel ist immer noch erheblich umweltschädlicher als das bewußt schlechtgerechnete Elektroauto. Und auch verglichen mit dem Benziner PHEV ist der schöngerechnete Diesel nicht wirklich besser, nehmen wir für den 8,5L ist haben wir schon Gleichstand.

 

In der Realität sieht das noch viel schlimmer für die Verbrenner aus. Wie schon mehrfach angedeutet ist es natürlich falsch den CO2 Ausstoß bei der Akku-Produktion komplett auf nur 250.ooo km zu verteilen. Selbst wenn dann der Akku den Anforderungen im E-Auto mit sehr hohen Lade und Entladeraten nicht mehr gerecht werden kann ist er immer noch z. B. In stationären Anwendungen einsetzbar. Erste Nutzungen in dieser Richtung gibt es bereits, die werden automatisch mehr, sobald auch mehr „ausgediente“ Akkus zur Verfügung stehen.

Weiterhin habe ich über die ganze Laufzeit mit dem deutschen Strommix von 2019 gerechnet, schauen wir uns die Kurve der CO2 Emission über die Jahre an, so fällt diese kontinuierlich und durch den Ausbau der erneuerbaren Energien wird sie das auch zukünftig tun. Damit sinkt der sowieso nur indirekt, da bei der Stromerzeugung durch das E-Auto verursachte CO2 Ausstoß Jahr für Jahr weiter. Der 8L Diesel verbrauchende Verbrenner wird immer seine 24,8kg CO2 herausputzen und das nicht nur in Kraftwerksnähe, sondern auch in der Innenstadt.

 

Und nein es bringt jetzt nichts darauf zu verweisen, das ein Golf TDI mit 5L zu bewegen sei, denn wenn wir den als Maßstab nehmen wollen müßten wir als Vergleich einen eGolf oder ID.3 heranziehen und die Ergebnisse wären ähnlich wie oben.

 

Dazu kommt noch das ich das Elektroauto ja gar nicht mit dem deutschen Strommix laden muß. Die meisten Ladestationen werden z. B. Mit Ökostrom beliefert. Lade ich in meinem Mecklenburger Werk kommt der Strom meist von der eigenen PV-Anlage. Man kann also sofern die persönlichen Möglichkeiten bestehen die CO2 Emissionen noch dtl. Senken und damit den Vorsprung des E-Autos noch viel weiter erhöhen.

 

Natürlich gilt das nicht für jeden, aber gerade Leute, die sich Fahrzeuge in der hier betrachteten Klasse leisten können werden über Häuser und oder Firmen verfügen auf denen sich locker PV-Anlagen errichten ließen. Warum man stattdessen weiter den oligopolistischen Ölkonzernen freiwillig das Geld in den Rachen wirft erschließt sich mir nicht.

 

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Ich will hier in keinster Weise postulieren, das nun jeder sofort auf ein E-Auto umsteigen soll. Ich habe vollstes Verständnis, wenn jemand der im Nordosten Detuschlands wohnt und zu Hause nicht laden kann derzeit noch von einem E-Auto Abstand nimmt. Oder jemand der keine SUV mag, aber mit den angebotenen Limousinen auch nicht warm wird, ja für den besteht derzeit schlicht noch kein Angebot. Auch auf dem Gebrauchtmarkt sieht es noch recht mau aus. Ich kaufe meine Privatfahrzeuge auch nur gebraucht und kann jeden verstehen, der dies genauso handhabt. Es ergibt ökologisch auch keinen Sinn, wenn jetzt jemand der 10.ooo km im Jahr mir einem 3L Lupo unterwegs ist, der noch gut läuft nun auf einmal ein neues E-Auto kauft, denn die Produktion eines Autos (völlig egal welche Antriebstechnik) benötigt nunmal Unmengen an Rohstoffen und verursacht diverse Schadstoffe.

 

Ich muß aber auch gestehen, das mir etwas das Verständnis fehlt wenn Vielfahrer mit solchen Extremforderungen alá, Ich kaufe erst eine E-Möhre, wenn die 1000km mit 180km/h schaffen“ „begründen“ warum sie noch kein E-Auto fahren.

 

Zumindest in Teilen der Autoindustrie scheint da langsam ein Umdenken stattzufinden, der Audi-Chef machte sich ja kürzlich erst in einem Interview für ein allgemeines Tempolimit in Deutschland stark.

 

Bis dahin ist aber noch die Eigenverantwortung gefragt und jeder muß sich selbst die Frage stellen ist die minimale Zeiteinschränkung den unnötigen Schaden den man verursacht (bei einem getretenen Verbrenner reden wir ja noch über ganz andere Verbräuche, als ich sie hier angesetzt hatte) wirklich wert.

 

Ich habe für mich diese Frage eindeutig beantwortet und muß gerade als Viel-/ Langstreckfahrer auch die Verantwortung für mein Handeln übernehmen, anstatt es einfach in zukünftige Generationenh -die mir als kinderlosem eigentlich sogar egal sein könnten- zu verschieben. Daher gibt es für mich keinen Verbrenner oder Plug-In Hybriden mehr und da ich das Wasserstoffauto für genauso schlimm wie den Verbrenner halte bleibt für mich das batteriebetriebene Elektroauto alternativlos.

 

Das ist natürlich wie immer nur meine Meinung und von mir aus können nun die Verbrenner-Festhalter auch gern den Kommentarbereich überfluten, aber vielleicht bringen solche Videos den Ein oder Anderen wenigstens mal zum Nachdenken. Da wäre schon viel geholfen, deswegen soll es das für heute auch gewesen sein.

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26.01.2021 13:51    |    Goify

Mein nächster soll auch ein Elektroauto werden, aber eher weniger wegen der Umwelt, da ich eh schon recht wenig fahre und das was gefahren wird, ist zu 90 % betrieblich veranlasst.

Deine CO2-Bilanz würde aber sicherlich deutlich besser werden, wenn du ein kleineres E-Auto genommen hättest. Der E-Tron ist schon sehr groß und schwer. Ich liebäugle gerade mit dem Honda e. Der ist arg klein, braucht aber wirklich extrem wenig Strom, was die ganze Effizienz auf ein neues Level hebt.


26.01.2021 15:09    |    Carlos1706

Stelen putzt ja in einem Jahr so viele km weg, die schaffen andere nur über das ganze Autoleben, daher nachvollziehbar, dass es bei viel beruflicher Langstrecke etwas reisetaugliches sein darf.

 

Für Stadt und ein bisschen Überland tut es jeder E-Golf (ID3), Twingo ZE, Zoe, Honda e oder 500e. Für die Langstrecke tippe ich, dass Stelen den Audi aufgrund seiner ganzen Steuergeräte-Outtakes wandelt und ein Berliner Model Y nimmt. Mehr Reichweite, Verbrauch bei dem Profil deutlich unter 250wh/km (25kwh/100km), besseres Ladenetz, selbst bei uns im hohen Nordosten ;)

 

Ja, auch hier interessiert man sich für die E-Mobiliät, so kommt die E-Klasse nach 10 Jahren weg und wird durch einen Enyaq iV 80 ersetzt. Der schafft es auch bei widrigen Bedingungen bis nach HH oder Berlin, ohne zu laden. Für alles andere gibts den XC90 D5, mit 8,5 Litern im Schnitt über alles kein Kostverächter, aber wenn ich sehe, was der nigelnagelneue Q8 da nimmt, wird einem übel.

 

Apropos laden: Selbst wenn man nicht den ÖKO-Strom kauft, bekommt man immer das, was vor Ort produziert wird. Das ist in unserem Fall bereits nahe 80% erneuerbar (Wind, Solar, Biogas). Wer rings um Kohle- oder Erdgaskraftwerken wohnt, kann noch so teuren "Ökostrom" kaufen, er bezieht doch Dinosaurierenergie.

 

Dennoch schön, dass @stelen sich die Mühe gemacht hat.

 

Was mich an der Sache noch mehr interessieren würde, wären die Komplettkosten für Mensch UND Umwelt, also inkl. Batterieproduktion (z.B. Bergbau) oder Ölförderung in der russischen Tundra, dazu Ölwechsel von Motor und Getrieben, gesparte Bremsen, Da könnte sich doch mal eine Uni dran versuchen. Als Versuchsmodell den Kona, den gibt's in allen "Farbschlägen".


26.01.2021 15:30    |    stelen

Die schiere Größe ist es noch nichtmal. Ich brauche dienstlich den Laderaum (der ist beim E-Tron eigentlich schon zu klein) und privat die Anhängelast (auch die ist beim E-Tron grenzwertig), das Auto ist -für meine Anwendung- also sogar eher zu klein als zu groß.


27.01.2021 11:38    |    DaChefe75

Soll jeder das kaufen, was ihm am besten gefällt oder eben am sinnvollsten für den eigenen Einsatzzweck ist.

 

Leider wird oft "missionarisch" argumentiert - egal ob es um E-Autos, Veganismus oder Religionen geht. Das ist nie gut, wenn man unbedingt einen anderen "überzeugen" will.

Das hatten wir früher so nie (zumindest im Autobereich).


27.01.2021 14:22    |    stelen

Hat mit Missionierung nicht viel zu tun, ich habe nur meine simplen Fakten auf den Tisch gelegt. Muß jeder selber wissen, was er daraus macht.

 

Offenbar bist Du allerdings noch nicht besonders alt, denn natürlich gab es früher auch Missionare bei den Ultra-ABM-Fans


27.01.2021 14:27    |    DaChefe75

@stelen: Habe Dich jetzt gar nicht gemeint, sorry wenn das so rüberkam. Fällt aber in Foren oft auf, das die E-Auto-Fahrer sehr stark ihre Entscheidung verteidigen(was ja auch richtig ist), oder sogar gerne ins "das einzig wahre" abrutschen.

 

Nun, eigentlich bin ich schon ein alter Sack (46 geworden), aber ABM kenn ich nur als Arbeits-Beschaffungs-Maßnahme....

 

Falls damit Verbrenner-Fahrzeug-Fans gemeint sind: gegen was haben die sich denn verteidigt bzw. missioniert?


27.01.2021 15:24    |    Goify

ABM: Audi, BMW, Mercedes


27.01.2021 15:37    |    judyclt

Danke für die ausführliche Aufstellung. Ein toller Überblick.

 

Bin wegen Platzbedarf plus AHK und Langstrecke only von A6 auf Passat GTE gewechselt. E-Autos sind in der Größe und Konstellation leider kaum vorhanden und/oder sehr teuer. Einen e-tron fährt vermutlich kaum jemand privat, sondern nur wegen 0,25% plus Förderungen. Mein bester Wechsel war für alles bis 30km von Auto auf Fahrrad. So viel CO2 kann man sonst nie einsparen. Bin mir aber bewusst, dass das für viele aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist.


27.01.2021 17:42    |    stelen

Die Audi / BMW / Mercedes Fans haben sich immer versucht gegenseitig zu missionieren, das war schon manchmal urkomisch.

 

0,25% sind es beim E-Tron nicht, aber die 0,5% im Vergleich zu den 1% mit dem Volvo XC90 macht sich in der Preisklasse auch schon sehr nett monatlich bemerkbar.


27.01.2021 17:55    |    DaChefe75

Naja klar, das ist ja auch bei VW vs. Opel so gewesen, es war da aber eine andere Art von "Rivalität". Ich fahre selber BMW, und kenne natürlich die Frotzelei des jeweils anderen Lagers.

Das fand ich lustig, aber das war trotzdem was anderes als heute Verbrenner vs. E-Auto.

 

Wäre interessant, wie die Akzeptanz/Verkaufszahlen ohne die BAFA-Förderung bzw. die subventionierte Versteuerung wäre.

 

Gab es nicht mal die SIXT-Statistik, dass 30% aller geleasten Hybrid-Autos niemals geladen wurden? Befürchte gerade beim Hybrid sehen viele die Versteuerung als wichtigstes Feature an.


27.01.2021 19:11    |    judyclt

Das brauchst du nicht befürchten, dass ist so. Nun kann man zwar über die Hersteller schimpfen, aber ich sehe hier die Politik in der Verantwortung, die die Rahmenbedingungen geschaffen hat. Dann wird das halt auch genutzt.

Ähnlich bei den Flüchtlingen vor ein paar Jahren. Über die schimpften leider viel zu viele, obwohl die Politik selbst groß angekündigt hat, Schengen auszusetzen. Was hätte man denn selbst ohne Hab und Gut im afghanischen Niemandsland zwischen Amis und Taliban gemacht? Also ich wäre auch losgelaufen.


28.01.2021 12:17    |    stelen

Jepp, das die Plug--Ins mit in die Förderung kamen war ein Fehler, habe ich auch ein paar Videos zu auf meinem Kanal.

 

Das war halt ein Zugestänmdnis an die schlafende deutsche Autoindustrie sonst wäre es eine reine Nissan-Renault / Tesla Förderung geworden.


28.01.2021 14:35    |    joshy198

Mir gefällt, dass du das ganze so schön aufgeschlüsselt hast, weil man ein sauberes Bild ohne unterschwellige Anfeindung bekommt. Trotz der Förderung ist ein E-Auto natürlich ein Spaß, der eine gewisse Vor-Investition verlangt, die sich nicht alle so ohne weiteres leisten können. Wie du auch selber geschrieben hast, ist der Markt an Gebrauchten noch recht überschaubar. Wenn man sich das aktuelle Straßenbild in Zentraleuropa so ansieht, fehlt in meinen Augen eine ganz entscheidende Kategorie an E-Fahrzeugen, nämlich der Kombi. Sei es ein kompakter Lifestyle Kombi wie der 3er oder A4, oder auch die großen Modelle wie Passat, A6 oder E Klasse Model T.


28.01.2021 15:51    |    Goify

Und Allrad ist in den kleineren Klassen auch eher Mangelware.


28.01.2021 15:59    |    judyclt

Stimmt, ein ganz normaler Kombi mit 500km realer Reichweite, 150PS, 500l Kofferraum und 40k LP existiert nicht. Momentan sind SUVs zum Unterbringen der Batterie vielleicht ganz praktisch und sowieso im Trend.

 

@stelen:

Was hat der e-tron so bei Tempomat 160-180 für einen Momentanverbrauch?

Das ist immer so mein Reisetempo und ich fahre fast nur Langstrecken. A6 mit 3l V6TDI landet dann mit den üblichen Tempolimits bei rund 6,5l, ein probegefahrener Passat GTE bei gut 9,5l. Bei E-Autos liest man in Tests leider fast nie was von den Momentanwerten bei bestimmten Reisegeschwindigkeiten.


28.01.2021 16:13    |    stelen

Kombis sind ein eher europäisches und zudem aussterbendes Phänomen. Würde mich wundern, wenn da viel mehr als der ID.6 käme.

 

Momentanverbrauch zeigt er keinen an. Ich habe meine Pendelstrecke mal mit 160 (wo erlaubt) probiert und mußte auf den 390km 2x laden. Schnittverbrauch um die 36 kWh (also umgerechnet grob 3,6L Diesel, was für so ein großes SUV ziemlich gut ist). Letzten Mo. mit 120 waren es 10 kWh weniger.

 

Die derzeit einzigen BEV um längere Strecken etwas schneller zu fahren sind der Taycan und das MS, der EQS wird sich da wohl auch noch einreihen.


04.02.2021 20:52    |    STFighter

Das mag für einen SUV stimmen - in meinem Fall bei einer ähnlichen Rechnung mit einer E-Klasse (Diesel-PHEV) und dem kommenden EQE (basierend auf den Zahlen), sieht das wieder völlig anders aus - vor allem praktisch betrachtet.

 

Was man eben beim Diesel aber "einfacher" kann ist: Ihn CO2 Neutral zu machen. Und zwar vor 2030. Unterm Strich sind wir uns ja wahrscheinlich fast alle Einig: Die CO2 Emissionen müssen runter und zwar deutlich. Der Verkehr verändert sich, aber ein Verbrennerverbot vor 2030 (selbst danach) bringt nichts. Zum einen fahren noch genug alte Autos herum, zum anderen machen Autos relativ gesehen am CO2 Ausstoß unter 10% aus. Viel Wichtiger ist es, LKWs, Flugzeuge und Schiffe CO2 Neutral zu bekommen.

Die knapp 10 Tonnen CO2 für eine solche Batterie werden so schnell nicht weniger werden: Viele Batterieproduktionen laufen schon mit erneuerbaren Energien...

 

Autos sind auch immer Technologieträger und Vorreiter von neuen Techniken. LPG Schiffe sind zwar schön und gut, aber LPG CO2 Neutral zu bekommen ist deutlich schwieriger, als Dieselmotoren. Hat man also Autos auf CO2 Neutralen, Synthetischen Diesel umgestellt (HVO100 Diesel aus Schweden hat schon jetzt eine fast 90% bessere CO2 Bilanz als normaler Diesel - d.h. da wären wir bei den Zahlen oben für Diesel bei einem Äquivalent von 0,91 kg. Darüber hinaus Verbrennt er auch noch so Sauber, das kaum andere Abgase entstehen. Kein Schwefeldioxid, Stickoxide sind nahezu bei 0, Ruß genauso, Volvo hat mehrere 100.000 km Tests dazu in Schweden gemacht) ist es für Schiffe und LKWs ein leichtes auch umzustellen. Ohne die Investition in extrem teure Alternativen. Dazu kommt - damit kriegt man auch andere, eher Strukturschwache Länder dazu, auf den Zug auf zuspringen.

 

Und bis 2030 muss deutlich mehr passieren, als nur ein paar mehr Elektroautos auf der Straße...mit denen Retten wir die Erde nicht. Denn wie du so schön aufzeigst, ist es "nur" eine Verringerung. "Neues" Co2 wird auch mit Elektroautos freigesetzt...


05.02.2021 10:34    |    stelen

Ich gebe zu mich nicht intensiv damit beschäftigt zu haben, da es für mich schlicht der falsche Weg ist. Soweit ich das mitbekommen habe werden die synthetischen Kraftstoffe auf landwirtschaftlichen Flächen "erzeugt" und das ist für mich ein schlimmeres No-Go als es Rohölnutzung ist.


05.02.2021 11:00    |    joshy198

Nicht notwendigerweise.

https://www.chip.de/.../...e-Maschine-geht-an-den-Start_176468955.html

 

Daraus lassen sich hochreine Kraftstoffe herstellen, die auch alte Autos sauberer machen, weil es zu einer saubereren Verbrennung führt. Das Verfahren ist schon länger bekannt und der Treibstoff wird nur unwesentlich teuer als er ohnehin schon ist, da man ihn zeitlich unabhängig (z.b. Stromspitzen, Überproduktion) einfach erzeugen, lagern und transportieren.


05.02.2021 11:05    |    Carlos1706

Da liegst Du in der tat etwas daneben. Heutzutage basieren synthetische Kraftstoffe auf Wasserstoff, Stichwort Power to X. Wenn sich in der Nordsee nachts umsonst die Windräder drehen, werden Sie dann nicht mehr abgeschaltet oder der Strom verschenkt. Dann wird mit der gewonnenen Energie Wasser aufgespalten, der Sauerstoff entweicht in die Luft, der Wasserstoff wird gespeichert und im zweiten Schritt unter Zuhilfenahme von Kohlendioxid in synthetischen Kraftstoff (Benzin/Diesel/etc.) umgewandelt.

 

Sicher eine Produktion mit vielen Verlusten, dennoch eine weitere Variante, die durchaus Sinn ergeben kann. Die Zukunft wird es zeigen...


05.02.2021 11:27    |    stelen

Ah wieder was gelernt, danke.

 

Mir war bisher nur Power to Gas im Zusammenhang mit diesen schrecklichen Brennstoffzellenautos untergekommen. Bleibt für mich die Frage wann wir genug Überschußstrom für solche Verluste haben. Da erscheint mir Battery to Grid -also die Autos als Zwischenspeicher zu nutzen- ein sinnvollerer Weg zu sein.


05.02.2021 12:40    |    STFighter

Da sind wir wieder bei dem Thema, dass das alles viel zu lange dauert.

 

Für BtG muss die Infrastruktur angepasst werden, vor 2030 passiert da gar nix.

Für wirkliche Akzeptanz von reinen Elektroautos müssen die Laternenparker in Urbanen Gegenden versorgt werden, das bedeutet ERHEBLICH veränderung von Urbaner Infrastruktur und so weiter.

 

Das wird irgendwann alles passieren - aber viel zu spät um die große Katastrophe in den kommenden 60er/70er Jahren abzuwenden.

 

Davon abgesehen, sind das keine Lösungen, mit denen wir Weltweit etwas bewegen können - das müssen wir aber und ich lehne mich sogar soweit aus dem Fenster, das wir Europäer die einzigen sind, die das auch könnten.

 

Ob eine Lösung "sinnvoll" ist, hängt einzig und allein an der Frage: Bringt diese Lösung bis 2030 einen Unterschied. Das wage ich bei reinen Elektroautos SEHR zu bezweifeln.

 

Von daher: Autos mit Brennstoffzellen sind ein einfacher Weg bis 2030 (die Technologie funktioniert extrem gut und ist ohne große Infrastrukturmaßnahem ausrollbar), PtX oder andere Synthetische Treibstoffe sind Einsatzfähig, sie müssen nur Produziert werden. Transportiert und Benutzt werden können sie überall - die Infrastruktur ist da. Und die Technik kann dann auch von weniger Kaufkraftstarken Menschen benutzt werden (rund um die Welt).

 

Man darf beim Auto nicht aufhören drüber nachzudenken.

 

Und so nebenbei: Die "Verluste" sind Egal, wenn die Energie, die man reinsteckt aus erneuerbaren kommt, aber anderweitig nicht benutzt werden kann. 80% Verlust ist besser als 20% Verlust bei dem das Endprodukt dann aber nicht benutzt werden kann. Allerdings sind Elektrolyse und PtX tatsächlich gar nicht so extrem ineffizient.


05.02.2021 16:20    |    stelen

Bis 2030 wird recht viel passieren müssen. Audi und GM haben bis dahin ja schon den fixen Ausstiegstermin genannt, es würde mich wundern wenn bis dahin nicht noch viele andere nachziehen. So weit ich das beurteilen kann ist außer Hyundai und Toyota niemand mehr an der Brennstoffzelle dran, wobei ich bei Hyundai eher vermute, das die das für Heavy Industries nutzen werden.

 

Aus meiner Sicht ist das Thema durch, und man sollte sich ausschließlich auf den Aufbau der Ladeinfrastruktur kümmern.


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