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26.01.2021 12:24    |    stelen    |    Kommentare (27)

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Heute mal ein gern kontrovers diskutiertes Thema, ich stelle Euch einfach mal meine Berechnungen vor, wie sich meine persönliche CO2-Bilanz durch den Umstieg auf das E-Auto verändert hat. Wie gehabt bekommt ihr einen Videolink und die Textversion.

 

 

Betrachten wir uns also mal die gern aufgeworfene These: "So ein E-Auto ist ein schlimmerer Umweltsünder als jeder Verbrenner." Ich selbst hatte vor ziemlich glatt einem Jahr schonmal ein recht langes Video zum Thema CO2 Bilanz beim E-Auto und Verbrenner gemacht, diejenigen, die das Thema gern noch etwas vertiefen möchten finden das auf meinem Kanal. Ich hatte damals vorgerechnet wieviel CO2 ich allein durch einen Wechsel aufs E-Auto einsparen oder besser weniger ausstoßen könnte

Allerdings war das damals noch eher theoretischer Natur ich bezog meine Verbräuche aus dem Spritmonitor. Nun habe ich mit dem E-Tron genügend km "Auf dem Buckel" um meine realen Fahrdaten ansetzen und sie mit dem Volvo XC90 T8 Plug-in Hybrid vergleichen zu können. Beides sind durchaus vergleichbare Fahrzeuge, der XC90 ist etwas größer, dafür ist der E-Tron etwas schwerer.

 

Wie also schlägt sich ein Elektroauto wie der Audi E-Tron bei meinem Vielfahrerprofil gegenüber einem Verbrenner bzw. Plug-In Hybrid? Das schauen wir uns heute anhand meiner Daten an und klären auch die Frage: wie sieht die CO2-Bilanz bei mir aus und würde ein Diesel da etwas verbessern? Natürlich ist klar, das bei mir der größte Hebel wäre schlicht weniger zu fahren und da arbeite ich auch dran, aber derzeit ist es halt noch wie es ist.

 

Das Ganze wird heute zugegeben wieder etwas zahlenlastig, aber nur so bekommen wir hinterher auch realistische Werte. Beschaffen wir uns also erstmal ein paar Daten. Dazu greife ich zu Beginn auf meine beiden letzten Fahrzeuge also den Volvo XC90 T8 und den Audi E-Tron zurück. Beide werden bzw. wurden mit dem identischen Fahrprofil vom gleichen Fahrer im vergleichbaren Geschwindigkeitsbereich bewegt, die Daten sind für einen Vergleich also hinreichend valide. Zum Schluß mache ich auch noch eine Abschätzung für einen vergleichbaren Diesel.

 

Damit ihr die Berechnungen auch jederzeit nachvollziehen könnt wechseln wir nun auf meinen Rechner, da habe ich mal was vorbereitet.

 

Ich habe mit dem XC90 der nach Anschaffung des i3 nur noch als reines Langstreckenfahrzeug lief seitdem im Schnitt gemäß Bordcomputer 9,2L auf 100km verbraucht. Für ein so großes Auto mit einem Benziner ist das denke ich noch durchaus OK. Hinzu kam natürlich noch etwas Strom, über dessen Langzeitverbrauch schwieg sich der Bordcomputer leider aus, wir können aber eine ganz gute Abschätzung treffen. Ich habe auf meiner 1500km Runde inkl. Ladeverlusten etwa 50kWh nachgeladen also 3kWh / 100km

 

Der E-Tron hingegen hat bisher noch etwas "Pech" ich bekam ihn im Herbst und nach den ersten schönen und warmen Tagen wurde es recht schnell regnerisch und stürmisch. Ich bin mir ziemlich sicher, das der aktuelle Schnittverbrauch auf Dauer noch sinken wird, aber es ist der mit dem wir heute rechnen werden. Der Bordcomputer vermeldet aktuell einen Verbrauch von 27,3kWh auf den bisher gut 22.ooo km. Das ist aber beim E-Auto bekanntermassen nur die halbe Wahrheit, wir müssen auch noch die Ladeverluste berücksichtigen. Hier kann man von etwa 10-15% ausgehen, ich gehe ans obere Ende, dann bekommen wir einen "Gesamtstromverbrauch" von 31,4kWh / 100km

 

Damit haben wir also die reinen Verbrauchsdaten für beide Fahrzeuge, als nächstes brauchen wir die CO2 Emissionen. Da wir bei beiden E-Antrieben die Ladeverluste berücksichtigt haben müssen wir das Äquivalent beim Benzin -also das CO2 was zur Förderung, Raffinierung und Transport zusätzlich benötigt wird- natürlich auch ins Kalkül ziehen. Hierzu greife ich auf die Internetseite des österreichischen Umweltbundesamtes zurück, die haben dort einen sehr guten "CO2-Rechner" der den Gesamt-CO2 Ausstoß für verschiedene Energieträger ausweist. Hier erhalten wir dann 2,72kg CO2 / Liter Benzin.

 

Für die CO2 Belastung beim E-Anteil greifen wir auf die Daten des deutschen Umweltbundesamtes zurück, da ich mit dem E-Tron bisher ausschließlich in D geladen habe. Hier finden wir für 2019 (die 2020er Zahlen sind noch nicht da und aufgrund der Pandemie auch nicht repräsentativ) einen CO2-Ausstoß bei der Stromerzeugung mit dem deutschen Strommix von 401gr / kWh.

 

Damit ergibt sich für den XC90 bei meiner Fahrweise ein CO2-Ausstoß von 26,23kg und beim E-Tron von 12,59kg jeweils auf 100km. Beide liegen also meilenweit von den Werksangaben (5kg / 100km bzw. 50gr / km beim VOLVO, 0gr beim Audi) entfernt.

 

Summieren wir das auf meine Jahresfahrleistung von 65.000km so ist der XC90 für 17,05 Tonnen CO2 / Jahr verantwortlich und der E-Tron für 8,15.

 

Das ist schon ein ziemlicher Unterschied, aber ich bin mir natürlich bewußt, das nun gleich der Aufschrei „Aber die Akku-Produktion“ kommt.

 

Keine Sorge da bin ich drauf vorbereitet, das berücksichtigen wir nun natürlich auch noch.

 

Gemäß der aktualisierten „Schwedenstudie“ entstehen bei der Herstellung von Akkus zwischen 60 und 106kg CO2 / kWh Akkukapazität. Rechnen wir hier ruhig mit 100kg, dann sind wir auf der sicheren Seite.

 

Der E-Tron hat eine Brutto-Kapazität von 95kWh, also entstehen bei dessen Herstellung 9,5to CO2, die wir auf die Laufleistung von 250.ooo km verteilen. Die 9,2kWh des XC90 sind zwar nur für fast vernachlässigbare 920kg verantwortlich, aber auch die unterschlagen wir natürlich nicht.

 

Das heißt im Umkehrschluß, das ich über das erste Jahr gerechnet auch mit eingerechneter Akkuherstellung mit dem E-Tron ungefähr genauso viele CO2 Emissionen verursache wie mit dem XC90. Ab dem 2. Jahr wären es dann die 17,05 zu 8,15to.

 

Gehen wir mal davon aus, das ich den E-Tron genauso lange fahre, wie den XC90 und das nach den 250.ooo km der Akku vollkommen am Ende wäre. Das wird zwar nicht passieren, da er -selbst wenn er für den Autoantrieb schon zu stark degradiert wäre immer noch irgendwo als Stationärspeicher einsetzbar wäre- aber nehmen wir das einfach mal an.

 

Damit kommen wir -unter der Annahme das beide Akkus nach 250.ooo km platt sind, was zumindest beim XC90 nicht der Fall war- auf einen gesamten CO2 Ausstoß von 66,49to beim XC90 T8 und 40,86to beim E-Tron 55.

 

Also selbst wenn man extrem Contra E-Auto rechnet und die falschen Annahmen eines Totalverlustes der Akkus sowie ausschließliches Laden mit dem deutschen Strommix ansetzt, ist die CO2 - Bilanz des E-Autos bei meinem Fahrprofil also 62% besser, als die des PHEV.

 

OK nächster Aufschrei: „Das ist alles nur, weil ein Benzin PHEV doof ist, mit einem Diesel wäre das alles ganz anders“

 

Ja natürlich bin ich auch auf diesen Einwurf vorbereitet.

 

Meine eigenen Diesel-SUV Erfahrungen auf dieser Strecke sollten wir besser nicht als Vergleichsmaßstab hernehmen, damals fuhr ich noch Pedal to the Metal und lag bei mindestens 12-13L Diesel auf 100 km. Der Vergleich wäre also eher unfair. Allerdings hatte ich ja kürzlich einen Q8 TDI als Werkstattersatzwagen und mit dem bin ich extra eine 100km Runde zur Verbrauchsermittlung gefahren. Bei 130 mit Tempomat kam ich auf 8,8L, der Langzeitspeicher im Auto stand auf 9,1L, aber wir wollen das E-Auto ja bewußt schlechtrechnen, gehen wir also einfach mal davon aus, das ich den Diesel im Longrun auf 8L herunterbekäme. Der CO2 Ausstoß / Liter ist beim Diesel mit 3,1kg / L etwas geringer als beim Benziner, somit kommen wir auf 16,12 to CO2 / Jahr oder glatt 62to über die Laufzeit von 250.ooo km.

 

Obschon ich alles versucht habe um das E-Auto schlecht zu machen, vom deutschen Strommix ausgegangen bin den Akku auf 250.ooo km komplett verschrotte und dem Diesel noch einen zu geringen Verbrauch zugestehe „erzeugt“ der Diesel die 1,5-fachen CO2 Emissionen wie das Elektroauto.

 

Das bitte nochmals setzen lassen, der schöngerechnete moderne Diesel ist immer noch erheblich umweltschädlicher als das bewußt schlechtgerechnete Elektroauto. Und auch verglichen mit dem Benziner PHEV ist der schöngerechnete Diesel nicht wirklich besser, nehmen wir für den 8,5L ist haben wir schon Gleichstand.

 

In der Realität sieht das noch viel schlimmer für die Verbrenner aus. Wie schon mehrfach angedeutet ist es natürlich falsch den CO2 Ausstoß bei der Akku-Produktion komplett auf nur 250.ooo km zu verteilen. Selbst wenn dann der Akku den Anforderungen im E-Auto mit sehr hohen Lade und Entladeraten nicht mehr gerecht werden kann ist er immer noch z. B. In stationären Anwendungen einsetzbar. Erste Nutzungen in dieser Richtung gibt es bereits, die werden automatisch mehr, sobald auch mehr „ausgediente“ Akkus zur Verfügung stehen.

Weiterhin habe ich über die ganze Laufzeit mit dem deutschen Strommix von 2019 gerechnet, schauen wir uns die Kurve der CO2 Emission über die Jahre an, so fällt diese kontinuierlich und durch den Ausbau der erneuerbaren Energien wird sie das auch zukünftig tun. Damit sinkt der sowieso nur indirekt, da bei der Stromerzeugung durch das E-Auto verursachte CO2 Ausstoß Jahr für Jahr weiter. Der 8L Diesel verbrauchende Verbrenner wird immer seine 24,8kg CO2 herausputzen und das nicht nur in Kraftwerksnähe, sondern auch in der Innenstadt.

 

Und nein es bringt jetzt nichts darauf zu verweisen, das ein Golf TDI mit 5L zu bewegen sei, denn wenn wir den als Maßstab nehmen wollen müßten wir als Vergleich einen eGolf oder ID.3 heranziehen und die Ergebnisse wären ähnlich wie oben.

 

Dazu kommt noch das ich das Elektroauto ja gar nicht mit dem deutschen Strommix laden muß. Die meisten Ladestationen werden z. B. Mit Ökostrom beliefert. Lade ich in meinem Mecklenburger Werk kommt der Strom meist von der eigenen PV-Anlage. Man kann also sofern die persönlichen Möglichkeiten bestehen die CO2 Emissionen noch dtl. Senken und damit den Vorsprung des E-Autos noch viel weiter erhöhen.

 

Natürlich gilt das nicht für jeden, aber gerade Leute, die sich Fahrzeuge in der hier betrachteten Klasse leisten können werden über Häuser und oder Firmen verfügen auf denen sich locker PV-Anlagen errichten ließen. Warum man stattdessen weiter den oligopolistischen Ölkonzernen freiwillig das Geld in den Rachen wirft erschließt sich mir nicht.

 

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Ich will hier in keinster Weise postulieren, das nun jeder sofort auf ein E-Auto umsteigen soll. Ich habe vollstes Verständnis, wenn jemand der im Nordosten Detuschlands wohnt und zu Hause nicht laden kann derzeit noch von einem E-Auto Abstand nimmt. Oder jemand der keine SUV mag, aber mit den angebotenen Limousinen auch nicht warm wird, ja für den besteht derzeit schlicht noch kein Angebot. Auch auf dem Gebrauchtmarkt sieht es noch recht mau aus. Ich kaufe meine Privatfahrzeuge auch nur gebraucht und kann jeden verstehen, der dies genauso handhabt. Es ergibt ökologisch auch keinen Sinn, wenn jetzt jemand der 10.ooo km im Jahr mir einem 3L Lupo unterwegs ist, der noch gut läuft nun auf einmal ein neues E-Auto kauft, denn die Produktion eines Autos (völlig egal welche Antriebstechnik) benötigt nunmal Unmengen an Rohstoffen und verursacht diverse Schadstoffe.

 

Ich muß aber auch gestehen, das mir etwas das Verständnis fehlt wenn Vielfahrer mit solchen Extremforderungen alá, Ich kaufe erst eine E-Möhre, wenn die 1000km mit 180km/h schaffen“ „begründen“ warum sie noch kein E-Auto fahren.

 

Zumindest in Teilen der Autoindustrie scheint da langsam ein Umdenken stattzufinden, der Audi-Chef machte sich ja kürzlich erst in einem Interview für ein allgemeines Tempolimit in Deutschland stark.

 

Bis dahin ist aber noch die Eigenverantwortung gefragt und jeder muß sich selbst die Frage stellen ist die minimale Zeiteinschränkung den unnötigen Schaden den man verursacht (bei einem getretenen Verbrenner reden wir ja noch über ganz andere Verbräuche, als ich sie hier angesetzt hatte) wirklich wert.

 

Ich habe für mich diese Frage eindeutig beantwortet und muß gerade als Viel-/ Langstreckfahrer auch die Verantwortung für mein Handeln übernehmen, anstatt es einfach in zukünftige Generationenh -die mir als kinderlosem eigentlich sogar egal sein könnten- zu verschieben. Daher gibt es für mich keinen Verbrenner oder Plug-In Hybriden mehr und da ich das Wasserstoffauto für genauso schlimm wie den Verbrenner halte bleibt für mich das batteriebetriebene Elektroauto alternativlos.

 

Das ist natürlich wie immer nur meine Meinung und von mir aus können nun die Verbrenner-Festhalter auch gern den Kommentarbereich überfluten, aber vielleicht bringen solche Videos den Ein oder Anderen wenigstens mal zum Nachdenken. Da wäre schon viel geholfen, deswegen soll es das für heute auch gewesen sein.

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22.12.2020 14:09    |    stelen    |    Kommentare (1)

hamburghamburg

Hallo zusammen,

heute habe ich ein Thema für Euch, das mich eher nicht so oft betrifft, das ich aber so spannend fand um es hier zu dokumentieren.

 

Zum Glück muß ich nicht so oft in Großstädte -und wenn mache ich das üblicherweise mit dem Firmensmart oder dem i3- doch letzte Woche mußte ich mal nach Hamburg und ich dachte mir: Warum nicht den E-Tron mitnehmen, schließlich gibt es in HH mehr als genug Ladesäulen und er darf dank seines E-Kennzeichens umsonst parken.

 

Die ganze Story wie immer als Video und für die eher lesewilligen drunter auch als ein Text.

 

 

Wenn ich in den letzten Jahren in eine "meiner" Großstädte also entweder Bochum / Essen oder eben Hamburg mußte, dann war ich immer fasziniert, wie viele Ladesäulen es dort inzwischen gibt. Etwas traurig fand ich allerdings, wie wenig die genutzt wurden. Die meisten standen einfach nur dumm herum.

 

Das hat sich aber wohl in der letzten Zeit ganz deutlich verändert, denn als ich letzte Woche nach Hamburg fuhr war nur eine einzige, der insgesamt fünf von mir angefahrenen Ladesäulen frei. Diese fünf Säulen waren dabei schon die einzigen die mir das Navi im E-Tron überhaupt noch als frei angezeigt hatte, die meisten anderen waren eh schon belegt.

 

Schön immerhin, das die auch alle durch ladende E-Autos und PHEV belegt waren und nicht etwa durch Verbrenner zugeparkt.

 

Das ich letztlich auch an der einen freien nicht laden konnte lag zur Abwechslung nicht an der schlechten Infrastruktur sondern der "Sparsamkeit" von Audi, denn die legen dem Auto nur ein billiges 20A Kabel bei, es gibt aber einige Säulen die zwingend ein 32A Kabel fordern.

 

Klar auch ich sehe in letzter Zeit immer mehr E-Autos und PHEV auf unseren Strassen, das die paar Autos aber schon ausreichen um die städtischen Ladeinfrastrukturen zu überfordern hat mich dann doch etwas überrascht. Einerseits ists ja gut, wenn die Säulen auch genutzt werden und nicht einfach nur rumstehen, andererseits irgendwie auch übel, wenn man mit "Ladenot" ankommt.

 

Ich muß nun aber schon gestehen, das ich recht froh bin sowohl Heim- / als auch Arbeitsplatzlader zu sein, denn Abends heim zu kommen und erst herumzugurken, um eine Ladesäule zu finden stelle ich mir nicht unbedingt als großes Vergnügen vor. Klar hat man das durchaus auch selber in der Hand, aber meine reine Momentaufnahem würde dann für mich zeigen, das jemand der aufs E-Auto umsteigen möchte wohl besser nicht ganz inmitten der Stadt wohnt, in den Stadtrandlagen scheitn es immer noch besser zu sein. Jedenfalls stehen hier im Essener Süden immer noch einige Säulen, wo ich noch niemals jemanden habe laden sehen.

 

Ich glaube ich fahre nach der Weihnachtszeit einfach nochmal just for Fun nach HH und schaue mir mal an, wie es da dann mitten in der City und den Randgebieten so aussieht.

 

Liest hier vielleicht ein "Stadtlader" mit und möchte mal berichten, wie er/sie/es das so sieht? Würde mich wirklich interessieren.

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28.11.2020 17:39    |    stelen    |    Kommentare (0)

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Ich habe ja bisher sowohl hier auf dem Blog, als auch im E-Tron Unterforum nicht unbedingt mit Kritik an meinem Audi E-Tron gespart, aber natürlich ist nicht alles schlecht an dem Auto. Im Folgenden kommen die 7 Dinge, die ich richtig gut an ihm finde.

 

 

  1. Sitzkomfort: Ich habe die Individualsitze mit einmal Alles inkl. Belüftung und Massage im Auto und habe noch nie so gut gesessen wie in dem Auto. Für einen Vielfahrer wie mich natürlich ein super wichtiger Pluspunkt
  2. Geräuschkomfort: Auch hier ist er das Beste, was ich jemals gefahren bin, sowohl mein VOLVO XC90 T8, als auch das probegefahrene Model X waren insbesondere bei Geschwindigkeiten ab 135 km/h dtl. lauter. Diese Ruhe trägt mit den Sitzen natürlich maßgeblich zum Komfort bei.
  3. Federungskomfort: Das dritte Komfortkapitel, bei dem mir der E-Tron richtig gut gefällt. Meine Mercedes ML waren mit ihren Luftfahrwerken noch etwas weicher, dafür wankten die aber auch recht heftig, was es dann doch wieder unkomfortabel machte. Der XC90 hingegen legte schon fast eine sportliche Härte hin, was mir manchmal etwas Too Much war. Der E-Tron findet da -mit der Fahrwerkseinstellung auf Auto- immer den optimalen Kompromiß zwischen genug Sicherheit und Komfort.
  4. Matrix-LED: Ich werde zwar nie verstehen warum er als einziges Audi-SUV ab dem Q5 kein echtes Kurvenlicht hat, aber ansonsten ist das Licht beim E-Tron richtig klasse, auch verglichen mit dem XC90
  5. Schnellladen: Die ganz große Stärke des E-Tron und er bleibt da vorläufig ungeschlagen. Bei jedem anderen E-Auto muß man sich recht genau überlegen wann man lädt, damit man einen optimalen Batteriestand hat,um eine wirklich schnelle Ladung zu bekommen. Beim E-Tron ist das völlig wurscht. Irgendwo zwischen 0 und 75% anstecken und er lädt mit den vollen 150kW. Das ändert zwar nichts an seinem zu hohen Verbrauch kann das aber zumindest etwas kompensieren.
  6. Anhängerbetrieb: Auch hier ist der E-Tron zwar prinzipiell zu den anderen Kühen kastriert, da er nur eine altertümliche manuelle AHK hat. Ist die aber erstmal angebaut, dann fährt es sich mit ihm ganz hervorragend mit einem Anhänger hinten dran. Egal ob schwerer Pferdeanhänger, oder schwere Mistfuhre, oder hochgeladene Heuballen, er läuft völlig ruhig und sicher vor dem Trailer
  7. Fahrspaß: Klingt bei einem 2,6to schweren SUFF erstmal komisch und ja er beschleungit schlechter als die meisten Teslas, aber im normalen Leben bekommt man davon nichts mit, denn wenn es drauf ankommt, z. B. um mal eben auf der Landstrasse einen LKW zu überholen hat er jederzeit reichlich Power. Dank des E-Auto typischen Schwerpunktes wundert sich auch manch ein Fahrer eines deutlich sportlicheren Fahrzeugs wie locker der dicke E-Tron auch auf kurvigen Strecken dranbleiben kann

 

So das also meine Puntke warum ich den E-Tron trotz seiner diversen Schwächen und in meinem Fall leider auch diverser Elektronikprobleme gern fahre

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17.11.2020 21:01    |    stelen    |    Kommentare (7)

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Eine immer wieder gern behauptete „Tatsache“ ist, das man mit Winterreifen mehr als mit Sommerreifen verbrauchen würde. Ist das aber wirklich so? Nein ist es nicht, ausführliche Herleitung wie gehabt im Video.

 

 

Für Reifen gibt es bekanntermaßen ein Label der EU auf dem Naßhaftung, Geräusch und Rollwiderstand klassifiziert angegeben werden. In den Normen finden sich aber keine Unterscheidungen zwischen Sommer- und Winterreifen. Einzig die Bedingungen die erfüllt sein müssen damit ein Reifen die Schneeflocke bekommt werden extra definiert.

 

Ansonsten werden die Werte absolut identisch ermittelt. Wenn ein Reifen das Rollabel B bekommt, dann ist dies ein Reifen mit Label B, völlig egal ob SR oder WR. Es macht auch keinen Unterschied ob man die Reifen im Sommer oder Winter fährt, die Temperatur für die Messungen ist nämlich nach EU-Regelung immer 25°.

 

Das heißt dann im Endeffekt: Wenn man auf identischer Felge in gleicher Reifendimension von SR auf WR wechselt erzielt man per se keine unterschiedlichen Verbräuche.

 

Ich habe das bei meinem VOLVO mehrere Jahre beobachtet: Beim Wechsel (ich habe auf der Serienfelge wechseln lassen) von Sommer auf Winter in 275/45/20 ergaben sich keine unterschiedlichen Verbräuche. Manchmal habe ich die WR auch recht lang ins Frühjahr hineingefahren, auch das machte den Reifen nichts weiter. Diverse Autovermieter fahren die WR inzwischen das ganze Jahr durch, das ist für die schlicht viel billiger, selbst wenn die WR etwas schneller verschleißen.

 

Meint man nun entscheidende Verbrauchsunterschiede beim eigenen Fahrzeug zu bemerken liegt das im Normalfall daran, das man den Wechsel üblicherweise auch bei einem Wetterwechsel durchführt. Wenn es kurz nach dem Reifenwechsel viel kälter oder wärmer wird, oder es nach einer Regenphase trocken wird ergeben sich allein daraus schon dtl. Verbrauchsunterschiede. Beim E-Auto oder PHEV noch etwas klarer merkbar als beim Verbrenner.

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08.10.2020 10:27    |    stelen    |    Kommentare (9)

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Ich habe mir die Kritik vom letzten Blog zu Herzen genommen und biete Euch heute die "doppelte Dröhnung" :D

 

Zu meinem Video über den ersten Monat mit dem Audi E-Tron 55 quattro hatte ich mir ein Script erstellt, welches ich Euch nun zusätzlich zum Video hier einstelle. Der Text ist nicht 1:1 der aus dem Vdieo, der Inhalt schon, ihr könnt also wählen, ob ihr Euch lieber berieseln lassen wollt oder selber lest.

 

Viel Spaß

 

 

Das Auto habe ich heute genau einen Monat. Ich habe in dieser Zeit knapp 7000km und 90h im Auto verbracht und möchte Euch heute meine ersten Eindrücke schildern.

Wie der Videotitel schon erahnen läßt gibt es bei dem Wagen Licht und Schatten, man könnte es auch so formulieren:

Auto Top, Software flop.

 

Das Video wird mehr oder weniger aus drei Teilen bestehen: Anfänglich kommt -leider- viel Gemecker, dann das Lob und zum Schluß gehe ich natürlich auch noch auf die bisherigen Verbrauchdaten und das Laden an sich ein. Also besorgt Euch schonmal Popcorn und Cola und abonniert natürlich diesen Kanal, denn in diesem Video kann ich viele Themen nur anreissen, die später noch präzisiert werden.

 

Ich hatte Euch im letzten Video ja schon über die Ungereimtheiten beim E-Tron Routenplaner berichtet und ich habe noch so ein paar Dinge gefunden, wo ich mich unwillkürlich frage: Haben die Tester bei Audi das Ding jemals im ganz normalen Leben, außerhalb steriler Testumgebungen bewegt. Ich zeige Euch einfach mal ein Beispiel was ich meine.

 

Werfen wir dafür aber zuerst einen Blick in einen ladenden Tesla. Öffnet man bei dem die Tür, wird auf dem Hauptbildschirm alles zur Ladung angezeigt man tippt einmal auf Limit einstellen und dann kann man einfach per Wischen den gewünschten State of Charge einstellen.

 

Nun schauen wir uns an, wie das ganze im Audi funktioniert. Zuerst müssen wir den Wagen starten, denn das Mitteldisplay ist während des Ladens aus. Wir warten nun bis das Auto gebootet hat, dann müssen wir auf den Home-Bildschirm wechseln, auf Fahrzeug klicken, auf Laden und Effizienz tatschen, auf Laden tatschen und dann unten auf Ladeziel. Nun können wir endlich durch tatsch auf + oder - das gewünschte Ladeziel einstellen.

 

Nun wird der Ein- oder Andere sagen: Du Vollpfosten nimm doch einfach die App. Ja richtig mit der geht es theoretisch einfacher, blöd nur, das bei der zumindest bei mir immer wieder Murphy zuschlägt. Möchte ich nur mal eben schaun ob er noch lädt funktioniert sie eigentlich immer. Möchte ich etwas wichtiges wie eben den Ladestand ändern, oder die Vorklimatisierung starten klappt das eher selten da die App just dann mal wieder keine Verbindung zum Auto bekommt.

Die Geschichte mir der schlechten Bedienbarkeit setzt sich auch an anderen Stellen nahtlos fort

 

Beim VOLVO hatte ich drei Hauptbildschirme, die ich ganz easy durch wischen erreichen konnte. Auf dem linken Bildschirm waren alle wesentlichen Fahrzeugfunktionen versammelt und man konnte sich den auch wie man wollte konfigurieren, also die Icons hinschieben wo man wollte. In das große Fahrzeughauptmenü mußte man praktisch nie.

 

Beim Audi kann man sich zwar im oberen Teil des Klimadisplays (Umblendung auf Klimadisplay) sogenannte Shortcuts einrichten, da passen aber nur 4 auf eine Seite und man ist wild am Hin- und Herwischen, mal davon abgesehen das sich nicht alles dorthin legen läßt.

 

Noch so eine Sache, bei der ich bezweifle, das das Auto jemals im richtigen Leben außerhalb reiner Fahrtests bewegt wurde betrifft das Navi. Audi-Navis sind seit jeher -mein 99er Navi+ im A6 war schon so- autobahngeil. Das bedeutet, wenn es berechnet, das es 1min einsparen könnte wenn es einen Riesenumweg über eine Autobahn nimmt, dann tut es das. Der Extremfall ist, wenn ich vom Ionity Demminer Land in die Firma fahre. Von dort kann man 101 km über die Autobahn und den Rest Überland fahren, oder 69km nur Überland. Von der Theorie ist die längere Strecke 3min schneller und da will er auch immer lang. Meiner Meinung nach ist es aber ziemlicher Irrsin, bei einem E-Auto mit etwa 300km Realreichweite einen Umweg von 30km, also 10% Akku-Kapazität zu verschwenden um 3min schneller zu sein. Im Endeffekt ist man aber langsamer, da die 30km Umweg ja erst noch nachgeladen werden müssen.

Natürlich hat auch der VOLVO öfter mal so einen Schwachsinn berechnet, da tippte ich dann aber einfach auf Route, Route ändern und er schlug mir drei Routen vor: Schnell (also die über die Autobahn), Eco oder Schön. Eine von denen haben wir z. B. gern im Urlaub genommen, wenn wir von A nach B wollten ohne über die Bahn zu prügeln. Sowas ist bei Audi Fehlanzeige, man muß sklavisch der Unsinnroute folgen, oder sich Alternativen suchen, ich sehe mich schon einen Brodit-Halter besorgen, um per google-maps fahren zu können. Alternativ kann man auch im Audi händisch per Drag and Drop die Route selber vernünftig gestalten, aber ob das bei einer Marke deren Slogan "Vorsprung durch Technik" lautet der richtige Weg ist? Zum Glück fahre ich zu 90% meine Standardstrecken, da kenne ich die vernünftigsten Wege. Nur so am Rande erwähnt finde ich es schon etwas seltsam, wenn ein Auto mit 300km Realreichweite bei 100km Rest schon mit einer Alarmmeldung kommt, das man laden solle.

 

Ein für mich ja ganz wichtiges Thema ist die Fahrassistenz und wenn wir da mal schaun

 

Ist in dem Auto so ziemlich alles verbaut. Nur der Parklenkassistent fehlt, da der -aus Gründen, die wohl nur Audi kennt- nicht mit den 360° Kameras kombinierbar ist. Das assistierte Fahren ist in einem aktuellen Audi schon sehr entspannt, aber leider gibt es auch hier katastrophale Softwaremängel, die teilweise wirklich lebensgefährlich sind und bei denen ich mich frage ob die noch niemand bemerkt hat, oder Audi die Kunden völlig egal sind. Ich mache Euch da auch noch detaillierte Videos zu, heute erstmal nur meine ersten Beobachtungen. Prinzipiell klappt das richtig gut, er regelt die Geschwindigkeit passend zu den Limits und berücksichtigt auch topographische Herausforderungen, er nimmt also vor Kurven ausreichend Gas raus, das man die sauber durchfahren kann und bremst Kreuzungen sauber an. Leider kann er nicht wie die BMWs das können Ampeln und Stopschilder berücksichtigen. Es gibt zwar einen "Ampelassistenten" der funktioniert aber nur an ein paar wenigen Ampeln in Ingolstadt, die da extra Sender für bekommen haben. Aus meiner Sicht ist das dummes Zeug, das muß über Kameras funktionieren, wie halt bei BMW oder auch Tesla.

Leider klappt das Ganze, wie eingangs erwähnt nur prinzipiell. Wenn Ortschaften unverändert sind und Tempolimits außerorts seit Ewigkeiten bestehen gibt es keine Probleme. Leider ist das System so schlecht programmiert bzw. die Daten auf die er zurückgreift sind dermassen veraltet, das es an manchen Stellen wirklich gefährlich wird. Ich befahre z. B. eine Strasse, wo vor 3 oder ich glaube es ist schon 4 Jahre her länger eine Baustelle war, wo nur 30 erlaubt war. Nun ist da schon lange 70 erlaubt, er erkennt die 70 auch über die Kamera haut aber an der Stelle wo früher 30 war in die Eisen. Offensichtlich überschreiben die Navi Daten die mindestens so veraltet sind, wie die in den von mir gefahrenen Teslas mal eben die Kameradaten. Wer bitte läßt sowas auf die Strasse? Aber ich hatte ja gesagt, wenn man nicht aufpaßt wird es sogar richtig gefährlich, denn er kann auch das genaue Gegenteil. In einer 60er Baustelle meint er auf einmal das die Autobahn unbeschränkt wäre und beginnt auf 130 zu beschleunigen. Da das Auto ja recht gut beschleunigt heizt man dann recht heftig durch eine Baustelle, wenn man nicht sofort gegenbremst.

Was auch eher schlecht als recht funktioniert, sind Streckentempolimits, z. B. 30 auf 200m vor einer Schule. Das kann er meist überhaupt nicht handeln und würde -wenn ich nicht von Hand eingreife- bis zum Ortsausgang mit 30 herumeiern.

Nein an sowas ist kein böser Datenlieferant dran schuld sondern einzig und allein Audi, denn beim VOLVO hatte ich diese Probleme überhaupt nicht mehr. Der hat exakt an der richtigen Stelle Tempolimits wieder aufgehoben und niemals in einer Baustelle zu viel angezeigt. Ganz selten mal versagte auch bei dem die Schildererkennung, das war dann aber eher bei Tagesbaustellen, wo die Schilder hinter Bäumen erst spät einsehbar waren oder ähnliches.

Aprospos Tagesbaustellen, bzw. neue Baustellen. Wie man es richtig macht zeige ich Euch jetzt einfach mal in einem Videoausschnitt, von meiner Probefahrt mit dem X5 letztes Jahr.

 

Der zeigte sogar die Entfernung in m zu dem erkannten Schild an. Der Audi fährt an einem Tempolimitschild vorbei aber erst diverse m später zeigt er das dann an und fängt auch an zu bremsen. Wie gesagt: Auf Strecken wo seit Jahrhunderten nichts geändert wurde fährt der Audi echt klasse, auf allen anderen Abschnitten ist das ziemlich inakzeptabel was die da abliefern. Ich habe ja das Glück fast nur auf mir bekannten Strecken unterwegs zu sein. D. h. ich weiß jetzt schon recht genau wo er wieder Mist baut und kann darauf reagieren, ein Armutszeugnis bleibt es trotzdem.

 

Wie schaut es nun mit der Lenkunterstützung aus? Zum Glück für mich zumindest auf der Autobahn ganz gut, sonst hätte er mich wohl schon in den Wahnsinn getrieben. Die Grundfunktionalität: Auto auf der Autobahn in der Spur halten, macht er soweit gut. Ich weiß zwar nicht wie er darauf kommt das auf der A20 scharfe Kurven wären, die man anbremsen müßte, aber seis drum. Was leider ziemlich nervt ist das Verhalten im Stau. Nicht nur das er da auch beim Kriechen ständig nach einer Hand am Lenkrad schreit, nein er pendelt da auch noch von Fahrbahnmarkierung zu Fahrbanhmarkierung wie ein besoffener Fahranfänger. Meine Autobahntestkurve bin ich mit ihm bisher noch nicht gefahren, kommt aber demnächst, da bin ich schon gespannt. Gefühlt schafft er etwas mehr Lenkwinkel als der VOLVO, aber an BMW oder Tesla kommt er vermutlich nicht ran. Das er sich an manchen Stellen sang- und klanglos deaktiviert kenne ich ja schon vom VOLVO, aber Zwei Dinge gehen aus meiner Sicht gar nicht und sind wirklich saugefährlich.

Das Erste ist in Kurven, die er -aus welchen Gründen auch immer- nicht schafft. Da kommt dann nachdem er schon voll auf der Gegenfahrbahn ist eine Meldung "Bitte übernehmen" und er schaltet sich komplett weg, von jetzt auf gleich nimmt er jegliche Lenkunterstützung raus. Das ist gefährlicher Mist und kann so nun wirklich nicht sein. Auch der VOLVO schaltete den PA in zu engen Kurven weg, aber er hat dann immer noch mit dem Spurhalter mitgelenkt. Der Audi fährt dann in der Kurve munter geradeaus. Mindestens genauso gefährlich ist sein Verhalten in Alleen ohne Mittelstreifen, da fährt er mitten auf der Strasse, ich blende Euch mal ein schnelles Video

 

ein, etwas genauer werden wir uns das in einem speziellen Video noch ansehen, wo ich ihn habe fahren lassen und dann so wie ein vernunftbegabter Autofahrer fahren würde. Fährt man dann übrigens so wie es richtig ist, kommt eine mit penetrantem Gebimmel unterstützte "Warnung" das man in der Spurmitte fahren solle. Natürlich bin ich diese Strecke hundertemale mit dem VOLVO gefahren, und natürlich orientierte der sich immer ausschließlich an der rechten Fahrbahnmarkierung und fuhr nicht mitten auf der Strasse.

Dazu kommen noch diverse andere Punkte die selbst mein oller Volvo schon besser konnte, aber an dieser Stelle soll es das erstmal gewesen sein. Das Kapitel Fahrassistenz grob zusammengefaßt: Gut für Audi, das der OnDemand Wagen kein Tour-Paket hatte und bei der 1-stündigen Probefahrt mit Tour-Paket alles leidlich funktionierte, denn sonst hätte ich ihn nicht bestellt. Es war für mich zugegegeben bisher nicht vorstellbar, das meine einstige Lieblingsmarke mi dem Slogan Vorsprung durch Technik, eben bei dieser Technik dermassen weit abgehängt ist, das es schon beängstigend ist.

 

Aprospos Vorsprung durch Technik: Die tollen Matrixscheinwerfer haben in Verbindung mit dem tollen Nachtsichtassitenten eine ganz tolle Funktion: Radelt ein Radfahrer ahnungslos vor einem auf der Strasse, dann wird er vom Nachtsichtassi (und das ist wirklich ziemlich Assi) markiert. Das bedeutet nichts anderes als das einzelne Leds genau auf den armen Radler ein Lichthupenkonzert veranstalten. Ich möchte lieber nicht darüber nachdenken, was die Leute über diesen Audi-Proll denken. Bei Fußgängern kann er das übrigens auch, ich hoffe der arme Pole, der auf dem Rasthof zu seinem LKW ging kann inzwischen wieder etwas sehen.

 

War das bisher sehr negativ? Ja war es, aber was soll ich anderes berichten, für mich ist Elektronik / Software und Bedienung bei dem Auto eine einzige Katastrophe. Noch eine kleine Anekdote zum Abschluß dieses Kapitels: Wir waren letztes Wochenende mit dem Pferdeanhänger unterwegs.

 

Ladevideo

 

Ich hatte mir vorher auch das Pferdehängervideo vom Blauzahn angeschaut, der hatte kurz eingeblendet, das man die ACC-Geschwindigkeit im Hängerbetrieb einstellen könne. Tja nach 20 Minuten Suchen haben meine Frau (ausgebildete EDV-Kauffrau / Programmierin) und ich aufgegeben. Wo auch immer diese Option versteckt sein mag, ist es jedenfalls kein Ort an dem ein normaler Mensch suchen würde. Später habe ich im Handbuch noch gefunden, das es sich unter Routenkriterien verstecken soll. Ich könnte zwar schwören, das wir auch da gesucht und nichts gefunden haben, das werde ich aber bei der nächsten Anhängerfahrt noch klären.

 

So, nach all diesen negativen Geschichten machen wir erstmal einen kurzen Break

 

 

Nun wird sich der Ein- oder Andere mit Sicherheit fragen, warum steht die Möhre nicht längst bei mobile drin? Ist der Typ ein blinder Audi-Fanboy? Können wir wohl nach den bisherigen Aussagen in diesem Video ausschliessen. Kann er es sich nicht leisten die Kiste jetzt schon wieder wegzutun? Wäre auch eher weniger ein Problem, ich habe für die vorfristige Leasingablöse eines Mercedes ML, um auf den ersten VOLVO Hybrid umsteigen zu können über 10.000 € auf den Tisch des Daimler-Händlers legen müssen. Ist der Typ vielleicht nicht ganz klar im Oberstübchen? Das kann ich zugegeben nicht wirklich beantworten, ich denke jeder der fast 100K für einen Verbrauchgegenstand wie ein Auto ausgibt muß irgendwo einen kleinen Schatten haben.

 

In Wirklichkeit liegt es schlicht daran, das es bei einem Auto immer noch Qualitäten zu beachten gibt, die mindestens ebenso wichtig sind. So etwas wie Fahrkomfort, Fahrgefühl, Sicherheit (auch wenn das scheinbar meiner vorherigen Beschreibung mit Lebensgefährlich widerspricht.)

Ich habe zwar eine Weile gebraucht bis ich eine passende Sitzposition gefunden hatte, aber nun sitze ich sogar noch besser als in meinen heißgeliebten VOLVO-Sitzen. Auch die Massagefunktion ist noch intensiver und besser einstellbar als beim Volvo. Das Luftfahrwerk ist von all meinen bisherigen SUV also Mercedes ML und dem XC90 das mit Abstand beste. Die weite Spreizung, die manch einer spürt empfinde ich zwar nicht, aber mit Drive-Mode auf Auto ist es auf der Autobahn straff genug um Wanken zu unterbinden und auf schlechten Überlandstrecken so komfortabel, das es die meisten Unebenheiten wegbügelt. Dabei verliert man aber nie das Gefühl für die Strasse. Dazu kommt noch der "akustische Komfort" durch die excellente Dämmung und natürlich den E-Antrieb. Das Strassenbahnsummen, das viele beim E-Tron zwischen 40-70km/h beklagen hat meiner auch, aber bei weitem nicht so laut wie das On-Demand Auto. Komplett von der Aussenwelt abgeschirmt ist man natürlich nicht, es kommen auch weiterhin Geräusche von außen ins Auto, aber viel leiser als ich es je zuvor kannte. Einer meiner Hauptgründe den XC90 zu verkaufen war ja, das mir der Vierzylinder einfach zu viel Lärm machte. Als ich diesen jetzt zum Verkauf fuhr war mir klar das die Entscheidung richtig war. Im direkten Vergleich ist der eigentlich auch leise VOLVO unglaublich laut, nicht nur vom Motor her, sondern vom gesamten Geräuschniveau.

Selbst mit den großen 21 Zöllern ist der Audi unglaublich leise und bietet allein schon dadurch einen fantastischen Reisekomfort, mit den bereits erwähnten Sitzen zusammen ist er ein noch besseres Langstreckenfahrzeug als es der VOLVO schon war. Wer bei einer Probefahrt im E-Tron mit Normal- oder Sportsitzen unbequem sitzt, sollte aus meiner Sicht unbedingt versuchen ein Auto mit den Individualkomfortsitzen probezufahren, die sind eine komplett andere Liga.

Dazu kommt noch das -zumindest wenn man selber fährt- große Gefühl der Sicherheit. Das Auto liegt supersatt auf der Strasse, Wankneigung ist kaum vorhanden, es fühlt sich beim Fahren immer so an, als ob noch mehr als genug Sicherheitsreserven vorhanden sind. Das Einzige was man diesbezüglich bemängeln könnte ist ein etwas seltsames Verhalten des Bremspedals, das eines sehr heftigen Druckes bedarf um in den Bereich der mechanischen Bremsen zu kommen.

Zum sehr angenehmen Fahren mit dem E-Tron trägt auch ein weiterer Punkt bei für den ihn Vertreter der "reinen Elektroautolehre" verurteilen: die Rekuperation, bzw. das im Normalfall nicht vorhandene One-Pedal-Driving. Der E-Tron versucht so viel wie nur möglich zu segeln, d. h. nimmt man den Fuß vom Strompedal so kuppelt er die Motoren aus und rollt, bis man auf die Bremse tritt oder am linken Lenkradpedal zieht. Man kann im Menü auch die Rekuperation auf Auto stellen, das ist auch meine Einstellung der Wahl, dann beginnt er auch ohne aktiviertes Tourpaket vor Stellen an denen er langsamer werden müßte automatisch leicht zu rekuperieren. Für mich fühlt sich eine solche Fahrweise viel natürlicher an, denn so bin ich auch die letzten 400.ooo km mit meinen Volvo Hybriden gefahren.

Im direkten Vergleich mit dem i3, der eine fest eingestellte Rekuperation hat finde ich das Verhalten des E-Tron für mich passender. Beim i3 muß ich -außer zum Anhalten- immer den Fuß auf dem Pedal haben, da die Rekuperation so stark ist, das er ganz schnell anhalten würde. Beim E-Tron habe ich keinen Fuß auf den Pedalen und wenn ich Anhalten möchte mache ich das aktiv mit dem Bremspedal, welches wie bei meinen Volvos sowohl Rekuperation als auch mechanische Bremse ansteuert. Auch aus rein energetischer Sicht ist die Auslegung des E-Tron die sinnvollste. Ein Elektroauto erreicht zwar beim Rekuperieren einen recht hohen Wirkungsgrad, trotzdem ist es natürlich besser, die im System vorhandene Energie komplett für die Bewegung zu nutzen und nicht umzuwandeln.

Mit aktivem ACC und richtigen Navidaten funktioniert das auch vollautomatisch nahezu perfekt. Das Fahrzeug beginnt z. B. auf einer Bundesstrasse schon weit vor einer Ortschaft zu segeln und wird dabei minimal langsamer, nähert man sich dem Ort an wird die Rekuperation langsam bis zum Ortsschild gesteigert und man ist rechtzeitig auf den erlaubten 50km/h. Leider kann man nicht wie bei BMW oder Tesla eine gewisse Toleranz eingeben, um zumindest die Tachoabweichung zu kompensieren, aber damit kann ich inzwischen leben.

Noch ein Thema, bei dem der E-Tron zumindest teilweise punkten kann ist der Anhängerbetrieb. Die Anhängelast ist zwar mit 1,8to für ein SUV dieser Größe sehr gering und über die Frechheit eine manuelle AHK in dieser Fahrzeugklasse anzubieten habe ich mich schon im Vorstellungsvideo genug aufgeregt, aber fahren tut er vor einem Anhänger sehr schön. Ich zeige Euch demnächst noch ein Video zum Anhängerbetrieb (deshalb auch unbedingt ans Abonnieren des Kanals denken, falls noch nicht geschehen) da zeigt er selbst mit einem großen Pferdeanhänger ein hervorragendes Fahrverhalten. Allerdings steigt da dann auch der Verbrauch in schwindelerregende Höhen und die Reichweiten schwinden beängstigend was uns direkt zum letzten Kapitel dieses Videos führt.

 

Der E-Tron gilt ja gemeinhin als unglaublicher Säufer und meiner sollte "dank" der fetten 21er ein ganz besonders schlimmer Vertreter sein. Werfen wir erstmal einen Blick auf die nackten Daten (Bild). Das Auto hatte also auf den ersten 6810km einen Schnittverbrauch von 25,8kWh (was ziemlich genau dem WLTP-Verbrauch entspricht). Mit diesem Schnitt und meinem 86kWh Akku komme ich rechnerisch auf eine Gesamtreichweite von 333km, was klar unter der WLTP-Reichweite von 370km liegt. Dies liegt schlicht daran, das beim WLTP-Verbrauch die Ladeverluste eingerechnet sind, bei der Reichweitenangabe jedoch nicht. Um also auf die 370km Reichweite gemäß der technischen Daten des Autos zu kommen dürfte ich nur einen Bordcomputer-Verbrauch von 23,2 kWh haben.

Jetzt bringen solche theoretischen Zahlenspielereien aus meiner Sicht nicht viel. Daher schauen wir uns meine Werte etwas genauer an und es fällt sofort auf, das meine Schnittgeschwindigkeit mit 75km/h dtl. Höher ist als beim WLTP mit mal gerade 46,6km/h. Mein E-Tron ist ja bekanntermassen ein reines Langstreckenfahrzeug, d.h. er wird überwiegend auf Autobahnen und Landstrassen eingesetzt. Das der Temposchnitt trotzdem relativ gering ist liegt schlicht daran, das derzeit meine Strecken mal wieder heftigst mit Baustellen zugepflastert sind. Ich komme mit dem E-Tron und Tempomat auf 140 auf meiner Pendelstrecke derzeit nur auf 102km/h, mit dem XC90 und 135 waren noch bis zu 109km/h drin.

Auf dieser Fahrt hatte ich auch meinen bisher höchsten Verbrauch im Bordcomputer stehen. "Dank" 21" Rädern und tlw. Leichtem Regen zeigte der am Ziel 27,3kWh an, was bei einer Abfahrt mit 100% und 10% Ankunft am Ziel auf eine Reichweite von 283km herauslaufen würde. Auf der anderen Seite habe ich bei optimalen Bedingungen von 25° trockener Strasse und Tempomat auf 120 auch schon die 23,2 kWh auf dieser Strecke erreicht, die dann zu den 370km Reichweite laut technischen Daten führen würden. Die Strecke mit 130km/h lt. Tempomat gefahren führte zu einem Verbrauch von 24,8kWh. Bisher bin ich jedenfalls von den Horrorwerten des Björn Nyland noch weit entfernt. Ich bin mal gespannt, wie sich das ab nächster Woche entwickelt, denn dann lasse ich ihn auf die 19" Winterräder umrüsten.

 

Natürlich habe ich noch viel zu wenige Daten gesammelt um da wirklich valide Aussagen treffen zu können, aber Tendenzen lassen sich für mich da schon ableiten und das gilt dann auch für das zweite Thema beim E-Auto fahren: Dem Laden. Selbst mit den 370km Reichweite würde ich meine 384km Strecke nicht ohne nachladen schaffen, mal ganz davon abgesehen, das ich nicht mit 0% ankommen kann, da ich an meiner Dienstwohnung keine Lademöglichkeit habe.

Betrachten wir uns deshalb mal kurz die Gesamtzeiten inkl. Laden bei den bisher von mir gefahrenen Geschwindigkeiten. Wie gesagt, das Ganze ist noch mit etwas Vorsicht zu geniessen, da ich noch viel zu wenig Daten habe, aber derzeit sieht es so aus, das ich bei einer Steigerung der Geschwindigkeit von 120 auf 130 inkl. Laden etwa 12-13 min schneller werde, eine weitere Steigerung auf 140 nur etwa 5 min bringt. Teilweise hatte ich das ja in einem vorherigen Video bereits hergeleitet, ich verlinke Euch das am Besten nochmals. Auf der anderen Seite liegt das indirekt auch an der Ladedauer. Ich habe auf dieser Strecke eine "Stammladestelle" an einem Ionity-Lader auf einem Autobahnrasthof. Das ist insofern günstig, das die An- und Abfahrt inkl. Des Handshake des Autos mit der Säule in Summe nur etwa 1min beträgt. Nichtdestotrotz ist der prozentuale Anteil für diese 1 min natürlich höher wenn ich nur 5-6min nachladen im Vergleich zu 9-10min. Je nachdem wie weit der Lader entfernt ist wird sich das noch mehr auswirken können. Aktuell würde ich sagen, das der "Sweet-Spot" also die optimale Kombination aus Geschwindigkeit und Ladedauer auf meiner Strecke mit meinem E-Tron bei 130-140km/h liegt. Ich werde natürlich auch noch einen Versuch mit 150km/h fahren, könnte mir aber vorstellen, das es da schon kippt, also der Zeitgewinn auf der Autobahn durch die längere Ladedauer wieder "aufgefressen" wird.

 

Wie "schlimm" ist es denn nun eigentlich mit der Laderei, schließlich kann ich derzeit keine meiner Strecken ruhigen Gewissens durchfahren, muß also immer nachladen. Das müssen wir in zwei Teile zerlegen, wobei ich beim zweiten einen fatalen bzw. dummen Denkfehler hatte. Part 1 ist meine Pendelstrecke. Dort habe ich besagten Ionity ziemlich genau in der Mitte und nach etwa 2h lade ich kurz nach. Anfänglich war ich sicher so langsam wie möglich zu fahren, um möglichst kurz nachladen zu müssen. Das hat sich inzwischen stark relativiert denn ob ich 5-6min nachlade weil ich 120 fuhr, oder 9-10 bei 130 macht gefühlt keinen Unterschied, es ist im Gegenteil sogar so, das ich die kurze Ladezeit als nerviger empfinde, da sich de An- und Abfahrt dann ja quasi gar nicht gelohnt hat. Bei 140 reden wir dann schon über mehr als 1/4h Ladezeit und das erscheint mir wiederum als zu lang. Ich weiß das klingt jetzt komisch, aber die ersten 5min Verlängerung "merke" ich noch nicht wirklich, da ich die Pausen auch aktiv zum Beine vertreten nutze, nochmals 5min mehr ist mir aber eigentlich schon zu viel.

Auf meiner Stammstrecke ins Mecklenburger Werk sieht das leider etwas anders aus. Dort steht auch ziemlich in der Mitte ein Lader, aber der hat dummerweise nur 75kW Peakleistung nicht 150 wie die bei Ionity und das führt -simple Mathematik- zu einer Verdopplung der Ladezeit. Das war mir natürlich im Vorfeld schon irgendwie bewußt, wie stark sich das aber real auswirkt zeigte sich halt jetzt erst in der Realität. Das führte nun dazu, das ich bei den letzten Touren etwa 10km Umweg fahre und nicht in der Mitte sondern nach 280km bei einem Ionity lade. Dort muß ich dann -obschon nur noch 70km zum Ziel- auch relativ hoch nachladen, denn im Laufe des Entscheidungsprozesses hatte ich etwas aus den Augen verloren, was sich nun bitter rächt.

Ein Tesla Model X mit seinem 16,5kW Lader würde ich in den 5-6h, die ich üblicherweise dort bin locker auf 90-100% bringen können, den E-Tron mit seinem 22kW Lader sowieso. Tja, das der E-Tron derzeit ja noch gar keinen 22kW Lader verbaut hat und ich ihn nur auf 60-70% hochgeladen bekomme hatte ich irgendwo im Entscheidungsprozeß verdrängt oder vergessen, oder was auch immer. Definitiv mein Fehler nicht der des E-Tron, aber ich fürchte das wird mir -so wir einen richtigen Winter bekommen sollten- noch einige Graue Haare in Form von superlangen Ladezeiten bescheren. Und ja, besonders jetzt mit dem Supercharger in Wismar der der dritte auf dieser Strecke ist, wäre diese Route mit einem MX gewaltig entspannter, ohne jeden Zweifel.

 

Trotzdem seht ihr vermutlich, das meine Haare in den letzte 4 Wochen nicht grauer geworden sind, denn zum Glück bleib ich bisher von jeglichen Ausfällen der ach so schrecklichen deutschen Ladeinfrastruktur verschont. Der Lader in Dummerstorf hat ein kleines Thermoproblem, will heissen bei >20°C bricht er nach 10-12kWh die Ladung ab, läßt sich aber sofort wieder neu starten und ich hatte 2x an Ionities das Problem, das das Laden nicht starten wollte. Seit ich den Stecker festhalte, bis er lädt, also die grüne LED blinkt gab es kein Problem dieser Art mehr. Bisher hatte ich aber auch das Glück, das das Wetter immer mitspielte, ich mußte noch nicht einmal im strömenden Regen, oder gar Sturm laden. Von daher sehe ich zumindest Stand heute das Laden auch noch recht entspannt. Das war eigentlich meine Hauptsorge, das ich schon nach 1-2 Ladevorgängen so genervt wäre, das ich mir wieder einen PHEV holen würde.

 

So das soll es aber für heute gewesen sein, das Video wurde eh schon viel länger als geplant. Zu einzelnen Ausstattungen Funktionen und auch zum weiteren Verlauf des Verbrauchs kommen noch ganz viele Videos, daher auch immer dran denken den Kanal zu abonnieren.

 

Ja ich weiß, das der erste Teil des Videos sehr negativ war und ich bin mir auch im Klaren, das viele E-Tron Fahrer, die vorher einen anderen Audi fuhren manche dieser Probleme gar nicht shene werden, da sie ja nur die miese Software kennen, aber wir leben zum Glück (heute ist der 3. Oktober) in einem freien Land und ihr kennt nun meine aktuelle Meinung zu meinem Audi.

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15.09.2020 20:05    |    stelen    |    Kommentare (4)

E-Tron1E-Tron1

Nun ist es also passiert, ich mein neues Langstreckenfahrzeug ist ein Audi E-Tron 55 quattro geworden. Wie schon beim Vorgänger -einem VOLVO XC90 T8 Plug-In- möchte ich Euch auf dieses Abenteuer mitnehmen.

 

Warum Abenteuer? Nun ich fahre üblicherweise 2x pro Woche 390km und einmal 680km an einem Tag. Das liegt alles außerhalb der Real-Reichweite eines E-Tron 55 (zumindest wenn man sich nicht mit 90 hinter LKW quetschen will, was ich nicht vorhabe)

 

Nun liest man überall, das die Ladeinfrastruktur für alle Nicht-Teslas derzeit noch völlig unbrauchbar wäre, aber ob dem wirklich so ist? Ich werde es wohl herausfinden. Bei der ersten langen Tagestour gab es auch prompt eine ausgefallene Ladesäule und ich mußte improvisieren.

 

 

Klar würde das mit einem Tesla viel einfacher sein, aber irgendwie auch langweilig. :p

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08.08.2020 10:29    |    stelen    |    Kommentare (0)

Bist Du bereit Deine Autobahnreisegeschwindigket zu reduzieren?

Ja ich weiß, heisses Eisen in einem Auto-Forum. Interessiert hat es mich trotzdem und ich habe für mich einfach mal einen "Selbstversuch" gemacht.

 

Grundlage des Ganzen: Ich bin Wochenend-Fernpendler und auch sonst ziemlich viel dienstlich unterwegs. Der "Vorteil" des Pendelns ist das ich immer die gleiche Strecke fahre und somit eine recht gute Basis für Vergleiche habe. Im Normalfall bin ich mit meinem VOLVO XC90 T8 und aktiviertem PilotAssist unterwegs fahre also 135km/h. Nun habe ich probiert was passiert, wenn ich die maximale Fahrgeschwindigkeit um 15km/h reduziere bzw. um 15km/h erhöhe. Wer die Ergebnisse etwas ausführlicher hergeleitet haben möchte:

 

 

Damit, das es ein klares Missverhältnis zwischen Zeitgewinn und Mehraufwand an Sprit / Schadstoffen gibt, hatte ich zwar im Vorfeld gerechnet, aber das es so viel sein würde hat mich dann doch überrascht.

 

Ein Zeitgewinn von mal gerade 11% führt auf meiner Strecke zu einem Schadstoffmehrausstoß von 40%. Dabei bin ich noch nichtmal gerast, sondern maximal 150 gefahren und auf einer Strecke / zu einer Zeit, wo das auch recht gut möglich war. Zur Hauptverkehrszeit auf der A42 würde der Unterschied durch die vielen Bremsungen und Beschleunigungen wahrscheinlich nochmals schlimmer.

 

Im Grunde war mir das Ergebnis zwar im Vorfeld klar, die Physik läßt sich halt nicht "austricksen" aber es ist halt ein Unterschied -für mich zumindest-, ob man sich das über Formeln klarmacht, oder es real probiert. Wenn man nur selten Langstrecken fährt, oder ständig andere wird man sowas gar nicht so einfach nachvollziehen können.

 

Ich werde den Versuch möglichst kurzfristig auch mit dem E-Auto nochmals durchführen, da dürfte sich der Zeitvorteil des Schnellerfahrens vmtl. durch die längere Ladepause noch etwas verringern. Heute würde mich aber erstmal interessieren wie ihr das seht. Bitte stimmt bei obiger Umfrage mit ab.

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09.06.2020 13:28    |    stelen    |    Kommentare (0)

WuppertalWuppertal

Die Langstrecke mit dem kleinen Akku war nicht so arg überzeugend, wie ich im vorigen Beitrag bereits geschildert hatte. Wie schlägt sich der E-Tron 50 aber im eher "urbanen" Umfeld. Nun auch das stand natürlich auf meinem "Testprogramm" und so fuhr ich mit ihm eine Strecke, die ich sonst immer mit dem i3 fahre.

 

Ganz vergleichbar war das zwar nicht, da ich das mit dem i3 unter der Woche fahre und mit dem E-Tron am Pfingstsonntag, aber im Endefekt kam eine fast identische Fahrtzeit heraus. Hier wieder die Langform im Video

 

 

Ich hatte auf diesem recht gemischten Fahrprofil mit Stadtverkehr, Überland-Fahrt bis max 100 km/h und Autobahn mit max 110 km/h ständig bergauf und bergab nach gut 90km einen Schnittverbrauch von 21,6 kWh / 100km zu Buche stehen. Damit lag ich dann recht weit unter der WLTP-Angabe des E-Tron 50 Advanced von 24,3. Als Gesamtreichweite wären bei der Fahrweise so um die 280km möglich gewesen.

 

Fahren tut er sich auf einem solchen Geläuf recht angenehm, mir wäre aber eine etwas komfortablere Auslegung des Fahrwerks im Efficiency-Modus lieber gewesen. Auf der anderen Seite konnte er so ganz gut sein Übergewicht kaschieren und er geht bei Bedarf auch ganz gut ums Eck.

 

In der Stadt kommt man mit ihm auch recht gut klar, aber gefühlt ist er viel unübersichtlicher als mein XC90, der ja ganz ähnliche Abmessungen hat. Ich würde ihn trotzdem unbedingt mit den 360° Kameras ordern.

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01.06.2020 15:59    |    stelen    |    Kommentare (5)

E-TronE-Tron

Audi bietet derzeit ein Sonderangebot für den E-Tron an. Für 349,- / Woche kann man einen E-Tron 50 inkl. aller KM und inkl. Ladekarte mieten. Ein durchaus faires Angebot und so reservierte ich mir eines der Fahrzeuge. Dank der Frei-KM würde es möglich sein meine ganz normale Woche (1500+ km) absolvieren zu können, ohne dabei arm zu werden.

 

Gleich am 2. Tag ging es dann auch schon auf die Strecke mit ihm. Insgesamt standen 680km (340 hin und 340 zurück) auf dem Plan. Das gesamte Geschehen gibt es wieder in Form eines Videos, hier fasse ich es nochmals etwas zusammen.

 

 

 

 

Die Routenplanung mit dem Audi-Navi klappte so "mässig" Er machte aus den 340km fast 400, da er Audi-Typisch Riesenumwege in Kauf nahm, um möglichst viel Autobahn zu fahren. Zusätzlich baute er noch einen Ladevorgang ein, bei dem ich Hin- und zurück etwa 30km zusätzlich hätte fahren müssen. Für die eigentlich nur 340km hatte er zwei Ladestops mit insgesamt fast 80min an 50kW Triples geplant. Das war natürlich kompletter Schwachsinn, denn ziemlich in der Mitte der Strecke liegt ein 75kW Lader recht dicht an der Autobahn. Der steht da seit ca. 1/2 Jahr und war dem tollen Online-Audinavi noch nicht bekannt. Anfänglich drohte mir allerdings das Herz etwas in die Hose zu rutschen, denn an einem der beiden Ladepunkte wollte er nicht starten, es kam keine Fehlermeldung, sondern es passierte einfach gar nichts. Zum Glück ging der zweite.

 

Im Gegensatz zu meiner normalen Fahrweise mit dem XC90 (135 mit ACC auf dem Autobahnstück der Strecke) fuhr ich mit dem E-Tron, der auch nur einen normalen Tempomaten hatte, auf dem Hinweg 110 und zurück 120 auf der Autobahn. Dadurch verlor ich inkl. des Ladens auf beiden Fahrten jeweils etwa 1h, in Summe war ich an dem Tag über 2h länger unterwegs als Normalerweise.

 

Schnittverbrauch auf der Hinfahrt (110 km/h ohne Wind) 21,9kWh / 100km

zurück (120km/h mit Gegenwind) 25,8 kWh / 100km

 

Prinzipiell ist der E-Tron auf solchen Strecken ein angenehmer Reisebegleiter, allerdings sollte man unbedingt dran denken bei den Normalsitzen die Lordosenstütze mitzubestellen. Der Mietwagen hatte die nicht und nach 500km tat mir dann doch ziemlich der Rücken weh.

 

Für mich, der diesen Ritt jede Woche macht wäre der 50er E-Tron definitiv nichts, da ich aufgrund des kleinen Akkus zu viel Zeit am Lader verbringen müßte. Kommt man üblicherweise mit einem Radius von 200km / Tag hin, so kann er durchaus eine Alternative zum teuren 55er sein.

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29.05.2020 14:58    |    stelen    |    Kommentare (3)

E-Tron CockpitE-Tron Cockpit

Ein Thema über das man zwangsläufig stolpert, wenn man sich mit dem Audi E-Tron beschäftigt ist dessen Verbrauch. Kaum ein E-Auto hat in diversen Tests so große Verbrauchsschwankungen wie der E-Tron und auch hier im Forum liest man im Reichweitenthread bei -von den jeweiligen Usern als durchaus ähnlich beschriebener Fahrweise- ziemliche Verbrauchsunterschiede.

 

Da für mich als Langstreckenfahrer die Reichweite ein durchaus wichtiges Thema ist, um das mal vorsichtig zu formulieren, habe ich mir die verschiedenen Konfigurtionen für den E-Tron mal angeschaut und verglichen. Wer es lieber mit Bewegtbildern wissen möchte, es gibt auch ein Video dazu

 

 

 

 

 

Für den "normalen" E-Tron ergibt sich aus dem Audi Konfigurator die folgende Kombination als optimal für die maximale Reichweite:

 

Base oder Advanced mit 19" Rädern und den virtuellen Aussenspiegeln, damit erreicht man nach WLTP 436km.

Als S-Line mit 19" und VAS sind es immer noch 435km

 

Beim Sportback gewinnt der S-Line mit 19" und VAS mit 446km vor Base / Advanced / 19" / VAS mit 443km.

 

Nimmt man beim normalen E-Tron 20" statt der Aero-Räder so verliert man schonmal 30km. Obschon die auch "nur" 255 breit sind reicht der Wechsel von den rollwiderstandsoptimierten 19ern auf die 20er schon um die Reichweite dtl. zu reduzieren.

 

Noch krasser wird es beim Wechsel von 19" auf 21", da gehen glatt 50km WLTP Reichweite flöten.

 

Jede weitere Zusatzausstattung kostet dann auch wieder Reichweite, sei es, weil schlicht mehr Gewicht ins Auto kommt (Individual Sitze) oder mehr Stromverbrauch (Sitzlüftung und Massage) oder der cW-Wert verschlechtert wird (Panodach) bzw. Kombinationen aus allem.

 

Auf die Art bekommt man dann einen Volle-Hütte S-Line auf 21ern recht locker auf WLTP Reichweiten von um die 360km und damit weit unter die bestmögliche Range.

 

Braucht man möglichst viel Reichweite bleibt einem nichts anderes übrig als bei der Optik und auch dem Luxus Abstriche zu machen. Ich würde das jedenfalls tun, wie sieht das bei Euch aus?

 

Lieber öfter mal laden, dafür vollen Luxus und fette Optik, oder lieber länger am Stück durchfahren und statt Sitzlüftung ein Handtuch mitnehmen?

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25.05.2020 13:55    |    stelen    |    Kommentare (0)

Komische Blogüberschrift? -> Du bist ein eher junger Blogleser ;)

 

In den 70ern / 80ern gab es eine Quizshow im Fernsehen, da mußte man den Beruf des Gastes raten und konnte dann ein -mit verschiedenen Geldbeträgen gefülltes- Sparschwein gewinnen. Ich kann nichts gewinnen, muß eher Geld ausgeben, denn mein Schweinderl heißt E-Auto als Ersatz für meinen VOLVO XC90. Ich gehe mit dem Thema schon etwas länger schwanger, daher auch die Verlinkung auf ein bereits über 1 Jahr altes Video.

 

Erschreckenderweise hat sich seitdem bei der E-Mobilität nicht so richtig viel getan, bei mir dafür umso mehr. Seit ich den i3 gekauft habe steht bei mir nicht nur fest, das es kein Diesel mehr wird, sondern auch die PHEV sind für mich nun raus aus dem Spiel. Ich habe für mich persönlich festgelegt:

 

Entweder der Nachfolger des XC90 wird ein "echtes" E-Auto oder ich fahre ihn erstmal weiter bis er auseinanderfällt. Theoretisch kein Problem, er ist schon lange aus dem Leasing rausgekauft, eine echte Not für eine Nachfolgersuche besteht eigentlich nur darin, das der kleine 4-Zylinder mit Kompressor und Turbo jetzt schon fast 227.000 km runter hat. Übrigens ohne irgendwelche Probleme, auch dazu gibts ein ganz frisches Video.

 

Das Hautproblem ein passendes E-Auto zu finden ist mein Strecken- / Anforderungsprofil. Ich fahre etwa 1500-1700 km / Woche davon zwei Tage mit je 400km am Stück und ein Tag an dem ich 2 x 350km fahre. Das grenzt die Auswahl schonmal ziemlich ein, denn ein recht großer Akku muß verbaut sein. Dazu kommt noch das ich zwingend eine AHK und große Heckklappe brauche. Bis vor 3 Wochen noch mit 2to, was die Auswahl auf das Tesla Model X reduziert hatte, nun komme ich auch mit beiden Augen zugedrückt mit 1,5to hin.

 

Bei diesen Anforderungen fallen ein Großteil der aktuell verfügbaren BEV (i3, iPace, Hyundai/Kia, Leaf, Model 3, Zoe die französischen Drilinge) schonmal raus. Auch bei den angekündigten (EQV, ID.3, MAch-E) ist nicht viel dabei, meist scheitert es an der AHK.

 

Jetzt wird der Ein oder Andere denken: Was schreibt der Typ denn da? Soll ein Tesla Model S nehmen und gut ists.

 

Tja, so weit war ich letztes Frühjahr auch schon und hatte mir ein Model S ausgeliehen. Um nicht hier alles nochmals schreiben zu müssen verlinke ich abermals auf ein Video, Kurzform daraus: So wirklich warm wurde ich mit dem Model S nicht. Das Hauptproblem für mich ist das ich wohl zu "SUFF-versaut" bin. Die tiefe Sitzposition im MS hat mir einfach nicht zugesagt. Weniger weil ich mich -wie das immer gern von SUFF-Fahrern postuliert wird "unsicher" gefühlt hätte, sondern schlicht weil mir der Beinwinkel nicht steil genug war. Bei einem SUFF / Van sind die Sitze einfach höher montiert und ich sitze dadurch (das sind schonmal 8-10h am Tag oder auch viel mehr) erheblich besser / entspannter. Dazu kommt dann noch das Problem mit der AHK. Es gibt zwar inzwischen eine Nachrüstlösung mit 1850kg Anhängelast, aber die kommt von einem 3. Anbieter und ich fürchte das es Tesla sich bei Garantie-Problemem insbesondere mit dem Antriebsstrang recht leicht machen wird diese zu verneinen, wenn man diese Nachrüst-AHK verbaut hat.

 

Ich schob den Autokauf letztes Jahr also erstmal, das "Raven-Update" bei MS / MX nahm ich sehr wohlwollend auf, dann könnte eigentlich sogar ein MX in Frage kommen, wenn der nur nicht so häßlich wäre und diese schwachsinnigen Flügeltüren hätte.

 

Inzwischen hatte meine "Hausmarke" bzw. deren Tochter Polestar auch ein echtes E-Auto vorgestellt. Den PS2 habe ich sofort blind reserviert. Eigentlich triggerte der alle meine Wünsche (von der zu der Zeit noch zu geringen Anhängelast abgesehen) trotzdem habe ich die Reservierung nun doch storniert und nicht in eine Bestellung umgewandelt. Der Gründe sind recht simpel. Zum Einen mache ich mir Sorgen bzgl. der Software. Nahezu alle E-Autos (außer den Teslas) haben da derzeit kleinere oder größere Probleme. Der PS2 ist nicht nur das allererste reine E-Auto aus dem Hause VOLVO, sondern auch noch der erste mit Android Auto. Da ich noch nie ein iPhone besaß könnte ich mit Android gut leben, aber als Versuchsträger möchte ich ehrlich gesagt nicht fungieren. Dazu kommt das ich immer noch nichts über die Nett-Akkukapazität gehört habe. Es ist immer die Rede von 75kWh, da schätze ich aber mal das das Brutto ist und er real dann vielleicht 70 haben wird, was mir schlicht zu wenig wäre, da er allein von der Karosserieform mit Sicherheit einiges mehr als ein M3 oder Ioniq verbrauchen wird. Das Tüpfelchen auf dem i war dann noch das Polestar keine Kooperation mit Ionity hat, man also um dort nicht mit 79ct laden zu müssen, mit Apps und tausenden von Ladekarten rumhampeln muß. Da habe ich keine Lust zu.

 

Zwischendurch war ich sogar mal wieder "rückfällig" geworden und hatte einen X5 PHEV bestellt, zu meinem Glück hat BMW den aber zigmal nach hinten verschoben und so kam ich aus dem Vertrag wieder raus. Der BMW-Händler hat trotzdem ein Geschäft gemacht, denn der Hauptgrund den PHEV doch nicht zu wollen war der i3, den ich eben dort gekauft hatte. So ein richtiges E-Auto fährt sich einfach komplett anders als ein PHEV. Damit meine ich nix mit Öko sondern puren Fahrspaß. Beim E-Auto kann ich einfach Gas geben und den E-Abzug geniessen, beim PHEV muß man sich verzweifelt bemühen blos nicht die Lärmbüchse anzuwerfen.

 

Theoretisch gab es nun ja auch zwei deutsche BEV, die wunderbar ins Rasten SUFF mit AHK passen würden. Fangen wir mal mit dem ersten an: Der EQC. Die ersten Tests sahen gar nicht mal so schlecht aus, superleise, etwas effizienter als der Ring-Krieger, elektrische AHK, schön konfigurierbar, mit 110kW halbwegs unterwegs ladbar, die 7,4kW AC sind allerdings für mich k.cke. Auch mit den Basteltürverkleidungen (das Daimler sich für den Mist wohl nichtma schämt ist schon übel) hätte ich leben können, doch dann las ich irgendwann etwas zur Bodenfreiheit. What the f.ck soll das denn? Eine Suff-Karosse und dann eine "Bodenfreiheit" ungefähr wie mein Z3 bevor ich das Fahrwerk hochschraubte, um durch unseren Waldweg zu kommen? Naja, wird schon nicht so schlimm sein, mit dem LuFaWe wird man den wohl weit genug nach oben bekommen, wo zum Teufel im Konfigurator ist denn eben jene Airmatic? Nach Stunden des Suchens dann die Erkenntnis: Die Kiste ist wirklich eine irgendwie zusammengeschusterte Bastelbude, es gibt nichtmal ein Luftfahrwerk, man bleibt also an jedem höheren Bordstein hängen. Nee, sorry Daimler, so gern ich auch meinem Firmen-Nachbarn nach diversen Autos ein weiteres abgekauft hätte, denn Schrott könnt ihr wirklich behalten.

 

Bliebe noch der E-Tron, den ich aber nach den ersten Tests auch recht schnell AdActa gelegt hatte. Es kam ja praktisch kein Tester unter 30kWh, in Verbindung mit dem "kleinen" netto 83,6 kWh Akku würde der ja zu einem HyperChargerSuchgerät.

 

Das Jahr war nun fast rum, den XC90 hatte ich aus dem Leasing rausgekauft, versteuerte ihn aber natürlich weiter munter mit 1% und er machte km um km. Sollte ich es doch mal mit einem Model X probieren? Die schiere Größe war inzwischen ja kein so großes Problem mehr, für den Stadtverkehr war ja der i3 da und den wollte ich auch behalten. Blieb nur diese Augenkrebsverursachende Form und diese Schwachmaten-Türen. Zum Glück sitze ich meistens drin und muß die Häßlichkeit nicht ertragen, die unpraktischen Türen blieben aber weiterhin.

 

Trotzdem habe ich direkt am Anfang der Corona-Krise ein Model X geliehen. Auch dazu gibt es einige Videos die findet ihr auf meinem Kanal. Kurz zusammengefasst werde ich auch mit dem nicht wirklich warm. Die böden Flügeltüren sind da noch das kleinste Problem. Viel schlimmer wiegt für mich das es keinerlei Ladungssicherungsmöglichkeiten gibt. Werden die meisten hier bestimmt nicht so eng sehen, ich garantiere Euch das sich das auch bei Euch ändern würde, wenn ihr mal ein Notebook an Eurem Ohr vorbei in eine Verbundglaswindschutzscheibe habt einschlagen sehen.

 

Auf der anderen Seite ist die Geschichte mit den OTA-Updates schon was ganz Feines. Beim Model S fand ich den AP z. B. recht unbrauchbar und das er keine Spracherkennung für die Klimasteuerung hatte machte mich dann sprachlos. Das Model X war in beiden Punkten dtl. verbessert, obschon es 2 Jahre älter war und das alles weil es halt OTA updatebar ist. Ein echtes Pfund für Tesla ohne Frage.

 

In vielen anderen Sachen gerade was Komfort und Laderaum angeht ist das MX dann meinem altgedienten XC90 doch sehr unterlegen. Eine schnelle Entscheidung wurde mir dann abgenommen. Die Corona-Krise verschlimmerte sich immer mehr, auch bei mir im Unternehmen gingen die Auftragseingänge zurück, bzw. wurden weit nach hinten geschoben, da wäre es moralisch verwerflich ein neues Auto zu bestellen.

 

Das war der Stand vor zwei Wochen, als ich im E-Tron-Unterforum von einer Audi-Aktion las. Eine Woche E-Tron für 349,- brutto all in. Da kam ich dann schon ins Grübeln, für das Geld könnte man es doch mal probieren. Im Forum hatte ich auch eine Weile mitgelesen und festgestellt, das der E-Tron nicht immer ein hemmungloser Säufer sein muß. Wie bei jedem E-Auto hängt das sehr vom rechten Fuß und beim Audi wohl noch schlimmer von den Reifen ab. Leider sind die Miet E-Trons alles nur die 50er mit kleinem Akku und fetten 20" ich werde also etwas runterrechnen müssen.

 

Morgen hole ich also einen E-Tron 50, lerne ihn kurz kennen und Mittwoch dann gleich der Härtetest, von HH 350km Richtung Osten und Nachmittags das Gleiche wieder zurück.

 

Ich halte Euch dann auf dem Laufenden und werde auch Vergleiche zum MX und XC90 einstreuen.

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24.05.2020 16:22    |    stelen    |    Kommentare (1)

Plug-In HybridPlug-In Hybrid

Moin zusammen,

 

nachdem ich von der Moderation -völlig zurecht- in letzter Zeit öfter mal "Anschisse" wegen zu viel OT bekommen habe dachte ich mir: Probiers doch mal mit so einem Blog-Dingens. Der guten Ordnung halber will ich mich zuerst aber etwas vorstellen, damit Ihr auch so grob abschätzen könnte, worum es hier gehen soll.

 

Im richtigen Leben heisse ich Stefan, bin 50+ wie das so schön heißt und bin in der glücklichen Lage sowohl dienstlich als auch privat ein paar schöne Autos fahren zu dürfen. Derzeit ein VOLVO XC90 T8 Plug-In, BMW i3 und BMW Z3

 

Meine Einstellung zum Auto hat sich über die Jahre gewandelt und so ging es von betont sportlich (der Z3 ist ziemlich tief, hart, breit) über komfortabel, mehr Richtung "Öko-Schüssel". Der i3 hat letztlich einen Porsche Boxster verdrängt.

 

Zum ersten Mal in Berührung mit "Stecker-Autos" kam ich 2013 als ich kurzentschlossen einen Volvo V60 D6 Plug-In Hybrid erwarb, seitdem betreibe ich auch die Website V60-Hybrid.de und etwas später kam auch ein Youtube-Kanal hinzu.

 

Als Nachfolger des V60 D6 kam der XC90 T8 und der hat inzwischen auch schon wieder 226.000 km in 3,5 Jahren auf die Uhr bekommen. Es wird langsam also Zeit für einen Nachfolger. Ursprünglich sollte es wieder ein Plug-In werden, aber je mehr ich mich mit dem Thema beschäftigte wurde mir klar, das gerade ein Vielfahrer wie ich eigentlich aufs E-Auto wechseln "muß". Es gibt außer der persönlichen Bequemlichkeit keinen Grund weiterhin am Verbrenner festzuhalten, das wurde mir in den letzten Monaten immer klarer.

 

In diesem Blog nehme ich Euch mit auf die Reise, deren genaue Richtung ich selber noch nicht kenne. Bisher (probe) -gefahren habe ich Tesla Model S und X, nächste Woche kommt der Audi E-Tron hinzu, dazu werde ich dann hier weiter berichten.

 

Dieses Blog-Format möchte ich gern nutzen, um meine Gedankengänge auch mal hinterfragen lassen zu können, ich gehöre nicht zu den Leuten, die sich für unfehlbar halten und freue mich, wenn ich auf grobe Fehler hingewiesen werde. Allerdings werde ich mir die Freiheit nehmen ganz plumpe Kommentare alá: "E-Autos sind alle blöd" nicht so einfach stehen zu lassen.

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stelen stelen

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