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SQ5-313

10.02.2022 21:07    |    SQ5-313    |    Kommentare (6)

Mein dritter Dakar, Nummer 44 von 50, befindet sich so allmählich auf dem Weg der Besserung. Gekauft als Scheunenfund, der viele Jahre unbewegt war, ist er nun technisch bereits wieder völlig verjüngt. Um einen neuwertigen Zustand zu erreichen, war allerdings einiges an Arbeit notwendig. Da ich ohnehin die große Revision geplant hatte, wurde auch einiges erneuert, was noch nicht notwendig war, sich aber aufgrund des Zerlegungszustandes sehr angeboten hat.

Die größte Schwierigkeit habe ich mit etwas Glück überwunden. Da der Vorbesitzer den Tank beschädigt hatte, brauchte ich hier Ersatz. Glücklicherweise konnte ich über Kontakte einen neuen Tank bekommen, denn dieser ist nicht mehr so einfach bei Mitsubishi zu bekommen. Dazu gab es auch gleich eine neue Tankpumpe inkl. Elektronik, einen neuen Tankgeber und selbstverständlich auch ein neues Spritleitungssystem. Somit war ein großer Post schon mal abgeschlossen.

Weiter ging es dann am Motor. Dieser erhielt trotz der geringen Laufleistung von gerade einmal 80.000km eine Frischzellenkur. Dazu gehören natürlich sämtliche Flüssigkeiten, ein neuer Zahnriemen mit Spannern, Rollen und Wasserpumpe. Dazu noch ein neuer Keilriemen mit allem Drum und Dran, außerdem eine gründliche Reinigung sowie neue Filter. Anschließend wurden neue Zündkerzen verbaut, sämtliche Dichtungen erneuert und ein neuer Zündtransistor verbaut. Nachdem auch die neue Varta Batterie ankam, die im Übrigen nicht so einfach zu bekommen war, da bei den alten Japanern die Pole vertauscht sind, konnte ein erster Startversuch gewagt werden. Nachdem der Motor ein paar Mal ohne Zündung drehen durfte damit sich das Öl gut verteilen kann, wurde alles wieder angeklemmt. Erstaunlicherweise sprang der Motor sofort an und lief ruhig und sauber auf allen 6 Zylindern. So als wäre er erst gestern noch gefahren wurden. Selbst meine beiden Mitsubishi Meister waren begeistert.

Nachdem auch diese Baustelle abgearbeitet wurde, ging es weiter mit dem Bremssystem. Sämtliche Bremsleitungen, der Bremskraftverstärker, alle Bremssättel, alle Scheiben und Beläge wurden dabei erneuert. Auch die Handbremse wurde grundlegend überholt. Erstaunlicherweise waren alle Sättel trotz der langen Standzeit noch freigängig, obwohl die alten Pajeros die Angewohnheit haben, dass beide längerer Standzeit die Kolben in den Sätteln festgehen. Das war hier nicht der Fall.

Danach ging es mit dem Kupplungspaket weiter. Auch hier wurden alle Komponenten erneuert, sodass sichergestellt ist, dass auch hier zukünftig nichts mehr zu tun ist.

Wenig Arbeit machte die Aufhängung und das Fahrwerk. Hier wurden selbstverständlich alle Lager, Gummipuffer, etc. getauscht.

Offen ist noch die Wartung und Überholung der Klimaanlage. Abgesehen davon ist er technisch nun wieder im Neuzustand, da bei allen Arbeiten jede Komponente bedacht wurde.

 

Während der Arbeiten habe ich mich auch schon um den Unterboden und Rahmen gekümmert. Dieser wurde bereits entrostet und wird in naher Zukunft noch mit Trockeis gestrahlt. Anschließend erfolgt dann die finale Konservierung vom Profi inkl. Hohlraumversiegelung. Vorarbeit wurde hier schon entsprechend geleistet, besonders an den Bereichen die z.B. der Tank verdeckt und damit nicht mehr gut zugänglich sind.

In diesem Rahmen wurde auch eine weitere Schwachstelle ausgemerzt. Das ist die Verstrebung innerhalb der hinteren Stoßstange, die die äußeren Ecken hält. Durch den Eintrag von viel Schmutz und Wasser kann sich hier der Rost gut durchsetzen. All dies habe ich nun durch Neuteile von Mitsubishi ersetzt. Teurer Spaß, aber lohnt sich. Diese Teile habe ich dann auch gleich entsprechend behandelt, sodass hier der Rost zukünftig gar keine Chance mehr hat. Ebenso wurden alle Anbauteile wie Anhängerkupplung, Reserveradhalter, Ösen, ... sandgestrahlt und anschließend pulverbeschichtet in Originalfarbe. Auch dort wird der Rost zukünftig keine Chance mehr haben.

 

Über meine Kontakte zu den ehem. Ausstattern konnte ich auch noch die fehlenden zwei Dakar-Komponenten besorgen. Zum einen die 18 Zoll Dakar GeCo Felgen, die mit neuer Bereifung versehen wurde und zum anderen der Dakar Edelstahl-Frontbügel. Alles auch nicht ganz preiswert, aber diese Details machen das Endergebnis eben aus!

 

Aktuell ist der Dakar im Innenraum weitgehend zerlegt und wird grundlegend gereinigt. Es befand sich zwar alles im guten Zustand, aber nach den Jahren lohnt sich so eine Aufbereitung dennoch! Dies wird sich auch noch ein wenig hinziehen, da ich nicht täglich dafür Zeit aufbringen kann. Im Frühjahr erfolgt dann die Lackaufbereitung mit Politur. Anschließend kommt der Dakar dann zum Lackierer meines Vertrauens, der entscheiden wird, wo ggf. eine Lackierung erforderlich wird. Sobald dies abgehakt ist, wäre die Restauration abgeschlossen. Dazu wird es dann sicher noch mal einen gesonderten Artikel geben.

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10.02.2022 22:02    |    AustriaMI

Wow, beeindruckend, was du doch in sehr kurzer Zeit schon alles bei dem Wagen gemacht hast

11.02.2022 07:35    |    PIPD black

Wenn Geld keine Rolle spielt:D

 

Oder wie muss man die Arbeiten überschreiben? Wahnsinnig viel scheinst du nicht selbst zu machen. Aber ich finde es toll und beeindruckend, was du da treibst und dass du ein weiteres seltenes Stück zurückbringst. Beziehungen schaden nur dem, der keine hat.;):p

 

Weiter so.:) Wir sind aufs Endergebnis gespannt.:)

11.02.2022 08:58    |    SQ5-313

Die Arbeiten teile ich auf. Alles was am Motor zu tun war, habe ich meinen beiden Mitsubishi Meistern überlassen. Der V6 ist doch etwas speziell und nicht ganz so einfach wie bei Audi / VW. Ansonsten war viel Eigeninitiative gefragt. Ich habe allerdings das große Glück, die Hebebühne bei meinem Mitsubishi Händler nutzen zu dürfen. Das erleichtert natürlich vieles. Das Zerlegen, sämtliche Innenraumarbeiten, einiges an Entrostung und Konservierung ging auch auf meiner Konstruktion für daheim (siehe erstes Foto). Die Kupplung hingegen habe ich auch „machen lassen“. Da braucht es auf jeden Fall einen zweiten Mann und mehr Ahnung, da ja der Antrieb am Pajero etwas komplexer ist und daher einiges ein- und ausgebaut werden muss.

 

Finanziell ist die Arbeitszeit der Werkstatt noch ein relativ kleiner Posten, da ich einiges zeitaufwendiges selbst erledigt habe. Viel mehr fallen die Ersatzteile ins Gewicht. Der Transistor liegt bei 350€, die Tankpumpe bei fast 700€, sämtliche Motorteile bei weit über 1.500€, das komplette Bremssystem bei knapp 1.500€. Hinzu kommen die seltenen Dakar Teile.

 

Zusätzlich zu oben kommt nun noch ein gänzlich neuer Auspuff dazu. Ich hatte den alten zwar vorerst retten können, weil es sehr schwierig ist, einen passenden zu finden, allerdings wäre der früher oder später fällig gewesen. Durch Zufall habe ich nun aus einer Werkstattauflösung einen bekommen. Da es sich um ein Originalteil handelte und der Pajero recht einfach aufgebaut ist, war die Montage auch schnell erledigt.

11.02.2022 09:19    |    skthomas

Top, sehr schon.

11.02.2022 10:24    |    PIPD black

@SQ5-313 Dann vermute ich mal, dass du mit deiner Werkstatt nicht den regulären AW-Satz wie bei sonst üblichen Arbeiten der Werkstatt entrichten mußt ,sondern ihr da individuelle Regelungen getroffen habt, was ja auch OK ist. Wird für die ja auch mal Abwechslung bedeuten, sowas neben der normalen Fließband-Wartungsarbeit zu machen.:)

12.02.2022 15:04    |    ToledoDriver82

Echt coole Sache,beeindruckend:cool::cool::cool:

Deine Antwort auf "Der dritte Dakar - Auf dem Weg zum Neuzustand"

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