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Skywalker-66

Mobile mit Benzin

25.07.2017 19:57    |    Skywalker-66    |    Kommentare (67)    |   Stichworte: KS, KS 80, Zündapp

Wer kennt die noch?

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Da war Sie die KS 80 „watercooled“ von Zündapp,

 

meine habe ich gebraucht gekauft, mit Selbstgebauten Koffern, aus Sperrholz und Sturzbügeln, alles sehr praktisch aber nicht schön.

 

Mit 16 Jahren hat man selbstverdientes Geld, dieses wollte man möglichst sinnvoll einzusetzen und das kam dabei raus.

Jahre lang habe ich Rasen gemäht und gejobbt um die Kohle für den Führerschein und für ein Moped zusammen zu kriegen.

 

Wie fuhr man(n) damit na wie alle, immer Vollgas was geht.

Diverse Sturz-Erfahrungen folgten logischerweise, denn aus Fehlern lernt man!

 

Was lernt man? In allen Situationen absteigen und heil zubleiben dabei, immer eine Hintertür offen halten.

Oder einen Notfallplan haben.

Sturzteile waren meist die starren Blinker, Seitendeckel, eine Frontschale, ein Spiegel. Das verlief alles sehr glimpflich!

 

Damals in 1982-1984 gab es eine menge Leute, die so Ihre Erfahrungen gemacht haben, meist in einer Clique zusammen. Oder es gab gleich Club Gründungen, man fuhr zusammen, es gab Touren.

Man traf sich an dem zentralen Punkt, des Ortes, natürlich war man gut zu sehen.

Es ging übers Land, auf die Dorffeste, in die Discos. Um nach Mädels zuschauen, die man gern mit nahm und aus dem Dorf in die Stadtdiscos entführte.

Oder waren es die Mädels, die uns zu diesen Tanzschuppen schleppten? Kann auch sein, was für eine Zeit war das.

Wir waren jung und das Leben war toll, was haben wir angestellt....Und doch sind viele Clubs aus der Zeit noch existent was für eine Nachhaltigkeit steht. Aber was sicher auch durch die Gründungsmitglieder von damals getragen wird, heute alles alte Säcke um die Fünfzig Jahre!

 

Tja alt wird man von alleine! Jetzt gibt es die Leute von uns, die sich die alten Mopeds wieder kaufen, Zündapp usw. sind wieder sehr gefragt.

Während man die Mopeds zurückholen kann, geht das mit der Zeit leider nicht. Mal wieder so unbeschwert wie damals mit 16Jahren, in Benzingesprächen an diversen Stammtischen holen wir die alten Zeit wieder vor und erzählen unsere „Räuberpistolen“.

 

Und müssen feststellen, das die Jugend heute, gar nicht mehr die Chance hat so was zu erleben!

 

Schade! Was früher die Mobilität ist heute die Virtualisierung der Welt?

Digitale Gemetzel auf der Rennstrecke in der Playstation, nach Auswahl des kultigen Fahrzeugs für den Bildschirm mit der hoffentlich besten Grafik.

Was wird aus dem „Mädel“ was wir auf dem Sozius hatten? Es sitzt zuhause hinter der Konsole und chatet mit „vermeintlich“ gleichgesinnten in Textform. Wer ein Webcam hat sieht vielleicht noch sein gegenüber, aber mir würde das nicht reichen.

 

Bin eben Analog groß geworden, da hat man noch vieles selbst in die Hand nehmen müssen ;-)

 

Was gab es noch zu berichten?

Ein Kumpel von mir hat meine KS80 mal über eine Motorcrossstrecke gejagt, weil ich bezweifelt habe das, dass mit diesem Teil geht.

Der ist Berge hoch das glaubst du nicht, mit Straßenbereifung! Der Knut der „alte Crosser“ fährt noch heute bei den „Altenherren“ 40+

Oder einer von unserer Clique hat sich eine 50er KTM Straßenmaschine gekauft, uns viel auf das die 3 Bremsscheiben hatte. Zwei vorne und eine hinten, im Gegensatz zu unseren also deutlich größer und mehr wert gelegt auf das Bremsen.

Bei einem kleinen Wettrennen war dann klar warum das nötig war. Diese KTM war von einem Profi aus dem „Enduroclub 1981“ getunt und fuhr ca. 140kmh und hatte dabei einen tierischen Antritt, die sahen wir nur von hinten.

„Pigu“ an der Stelle mal ehrlich, konsequent umgesetzt, die 50ccm Kleinkraftrad Regelung und „Blacky“ hat einen super Job gemacht, Kompliment!

 

Einige sind nicht so glimpflich weg gekommen, bei Ihren Stürzen und haben sich die Knochen gebrochen, auch das gehört dazu. Mit den größeren Bikes wurde es dann auch schlimmer, die ersten Schwerverletzten und auch Tote gab es zu beklagen.

Eine gefährliche Zeit ist es, wenn draußen die Grenzen, des Machbaren auslotet werden.

Auch mit den ersten Autos ist viel passiert.

 

Was ist aus meiner Zündapp geworden? Ich habe Sie lange behalten und bin immer mal wieder gefahren, weil es gab nichts für die Leichtkrafträder, wenn man die verkaufen wollte.

Der Markt war übervoll, dazu wurde das Zündappwerk in 1984 dicht gemacht und von den Chinesen gekauft und gleich mitgenommen. Angeblich kamen ca. 100 Chinesen und haben das gesamte Werk demontiert und nach China verschifft, so bleiben nur die leeren Hallen von Zündapp übrig. Was für ein Ende für eine Traditionsmarke wie Zündapp.

 

In den 90ern fand sich ein Neffe aus meiner angeheirateten Familie, meiner Frau, der Thomas.

Für Ihn habe ich keine Kosten gescheut und die Maschine nochmal überholen lassen, bei unserem früheren Zündapphändler im Ort. Die Trockenbatterie war hin, ein teuer Spaß das. Aber gut der Junge muss an die Arbeit damit. Dann noch die Wartung mit neuen Bautenzügen und Ölservice Gabelöl, Getriebeöl, Auspuff frei gebrannt, vollgetankt, fertig.

 

Natürlich hat er auch noch was bezahlen sollen, um das Gute-Stück auch wert zu schätzen.

Aber nicht viel.

Ich habe Ihm gesagt das ich Sie wieder zurück Kaufe, wenn er sie heil lässt.

 

Soweit kam es nicht er hat Sie „geschrottet“.

 

Wobei er sich noch das Schlüsselbein brach und im Krankenhaus landete, natürlich waren seine Eltern gerade im Urlaub. Und konnten nichts entscheiden, wegen seiner OP am Schlüsselbein, gut das der Onkel da war!

Wir haben die Zündapp, mit einer zweiten ergänzt und aus zwei eine gemacht. Zusammen mit meinem Schwager Eberhard, der immer eine Lösung hatte, für alles.

 

So sieht ein Geschichte um ein Leichtkraftrad der Marke Zündapp aus, wer mehr Daten möchte die findet Ihr im „Net“ besser kann ich das auch nicht, also bis zum nächsten Oldtimer – Stammtisch

 

Macht es Gut und allzeit „schrottfreie“ Fahrt

 

Gruß Peter

 

 

(Hatte das schon mal hier geposted im Blog, bis mir nach löschen war, also zweiter Anlauf. Die Resonanz war gut das letzte mal)

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