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SideWinder80

Mein Käfer-Blog

25.07.2020 01:22    |    SideWinder80    |    Kommentare (16)    |   Stichworte: 1300, Doppelvergaser, Käfer, Tuning, VW, Weber

Wirklich wahr...

Ja, stimmt - es ist tatsächlich keine 2 Monate her und ich schreibe was. Hatte ich ja quasi versprochen. ;)

 

Aber gut, diesmal gibt es ja auch was von den ersten Erfahrungen mit der neuen Doppelvergaser-Anlage zu berichten. Nun ja...und ein bisschen optimiert wurde auch. Aber schaut bzw. lest einfach selbst...

 

Fangen wir mit der Ausgangssituation an.

 

 

Nach dem Umbau auf die DV-Anlage galt es natürlich erstmal das Fahrverhalten zu ergründen. Wie das dann immer so ist, gab es nach der Abholung erstmal nur Regen - war ja klar. Also sehnsüchtig auf die ersten trockenen Tage gewartet und dann direkt los.

 

Das Fahrverhalten hat sich im Vergleich zum Einzelvergaser, zuletzt ja nen "39er" (umgebauter Solex 34 PICT-3), deutlich verändert. Wie ich schon angedeutet hatte, dreht er jetzt "williger" hoch, wirkt "befreit" und packt kernig zu. Der 39er war wirklich nicht schlecht - vor allem hatte ich damit auch wirklich keine Probleme mehr, aber die 40er Weber IDF sind ne ganz andere Liga. Der Charakter des Käfers hat sich nochmals verändert. Das Potenzial was schon in meinem Käfer geschlummert hat, wurde jetzt erst richtig geweckt. :)

 

Das liegt sicher auch daran, dass vieles beim Neuaufbau und in den letzten Jahren doch unterbewusst :D bereits auf diesen Tag ausgelegt wurde. Von den Bremsen über das Fahrwerk, Getriebe, Zündung bis hin zu den Sitzen - die Doppelvergaser-Anlage war nun also die berühmte Kirsche auf der Sahnehaube...also für mich wenigstens. ;)

Noch mehr Spaß macht es eigentlich, weil man meinem Käfer seine "Sportlichkeit" erst auf den zweiten Blick ansieht. :p

 

Wie das aber so ist...ein "bisschen" was gefiel mir optisch doch noch nicht ganz. Hinzu kamen noch andere kleine Optimierungen.

 

Machen wir mal mit der Spritleitung weiter. Da bekam ich den Hinweis (nochmals vielen Dank an Vari-Mann), das selbige laut Weber-Handbuch nicht höher als die Schwimmerkammer der Vergaser liegen sollte. Die Erläuterungen von Vari-Mann dazu waren auch recht simpel nachvollziehbar - besteht doch bei einem hängenden oder defekten Schwimmernadelventil die Gefahr, dass es einem den Tank in die Gaser (überlaufen) zieht. Schlimmstenfalls machts einem die Zylinder im Stand mit Sprit voll. Das endet dann beim Start...eher nicht so gut...

 

Mir war zudem noch aufgefallen, dass das T-Stück für den "Split" der Spritleitung aus Kunststoff ist - das mag ich in der Nähe von heißen Bauteilen auch nicht wirklich.

 

Daher erstmal die Leitung, die noch oben an der Zündspule vorbei ging, nach unten verlegt.

 

 

Dabei mit der vorhandenen Schelle (zuvor an der Zündspule montiert) die Leitung so verlegt, dass sie nicht am Gasgestänge reibt oder sich sonst wo verfangen kann.

 

 

Anschließend noch die Leitung "zwischen" den Vergasern von oben nach unten verlegt und mittels Kabelbinder arretiert.

 

 

Ach ja...das Kunststoff T-Stück ist natürlich auch gleich rausgeflogen und wurde durch ein T-Stück aus Metall ersetzt. Passende Schlauchschellen gab's dann auch gleich dazu.

 

 

Das waren ja eher Kleinigkeiten. Dann war da noch die Sache mit den Chrom-Luftfiltern. Nun ich bin eigentlich kein Chrom-Fan - ist einfach irgendwie nicht meins. Also gut...so'n paar Sachen sind ok, aber das mit den Filtern wollte mir so einfach nicht gefallen. ;) Hier und da hatte ich schon öfters mal schwarze Filterplatten und natürlich echte K&N-Einsätze gesehen. Also die üblichen Portale sondiert - aber...bei den aufgerufenen Preisen bin ich echt fast vom Hocker gefallen. :eek:

 

Ich musste echt zwei Mal hinschauen, bis ich realisierte, dass da wirklich "pro Stück" 150 Euro und mehr aufgerufen wurde - ich hatte das immer für den Paar-Preis gehalten. :p

 

Auch hier war mal wieder ein Tipp (nochmals Danke an Ludibug) aus dem Forum "gold" wert. So hatte ich Kontakt zu Ole Braun, der solche Filter-Patten in diversen Farben und Varianten sowie noch einiges mehr im Programm hat. Wirklich top war auch das Telefonat mit ihm, echt ein total netter Kontakt. So kam es auch, das sich alsbald ein "Paar" schwarze Alu-Platten und zwei originale K&N Filter auf den Weg zu mir machten. (Hier sei schon mal verraten - da kommt vielleicht noch mehr. Sicher bald in einem anderen Artikel hier zu lesen und sehen.)

 

 

Verarbeitung, Haptik und Optik wirklich absolut klasse - solche Sachen machen echt Spaß! Man merkt auch immer wieder, wenn die Menschen hinter den Produkten mit Herzblut dabei sind.

 

Die Platten mussten samt der Filter natürlich zeitnah in den Käfer einziehen. Zum Vergleich mal ein Bild wo rechts noch der Chrom-Filter drin ist.

 

 

Wie das immer so ist, folgt eins aufs andere. Bei den Chromfiltern war die Gehäuseentlüftung links auf den Filter gelegt. Einerseits zwar ganz gut gelöst - andererseits nicht wirklich schön und...der Käfer darf mit seiner EZ vor 04/73 auch ins Freie entlüften. So "stören" die Gase aus dem Kurbelgehäuse dann auch nicht die Gemischaufbereitung im rechten Vergaser.

 

Also musste auch eine neue Kurbelgehäuseentlüftung her. Nun mag ich auch optisch die klassischen Boxen nicht, die es so am Markt gibt. Es gibt da aber andere, unaufdringlichere Lösungen in Form sogenannter "Tubes".

 

 

Diese stammt letztlich von VintageSpeed, wird da aber im Auftrag produziert. Sie weicht in einigen Details und dem Preis (deutlich günstiger) von der direkt durch VS vertriebenen Version ab.

 

Die Tube wird hinter den Scharnieren der Motorhaube an der "Regenrinne" angeschraubt. Sie hat zwei seitliche Anschlüsse, die dann eben je nach EZ via kleiner Filter ins Freie oder aber in die Luftfilter der Vergaser entlüften. Außerdem zwei Anschlüsse für die Ventildeckel und einen für den Öleinfüller - hier sitzt beim Serienmotor der originale Anschluss. Bei mir ist allerdings der linke Anschluss für den Ventildeckel "tot" gelegt, habe nur rechts einen Anschluss direkt im Zylinderkopf. (Bild vom eingebauten Zustand siehe unten.)

 

Dann gab es auf Anraten der Werkstatt noch neue Zündkerzen - Bosch WR 78. Hintergrund war die bessere Performance wenn die Kerzen mal im Leerlauf verrußen. Vorher waren NGK B6ES drin.

 

 

Tatsächlich hat sich das Laufverhalten etwas verbessert - oder ist es doch nur Einbildung? Manchmal passiert das ja.

 

Nun kommen wir dann zum (vorläufigen) Endergebnis der Optimierungen.

 

 

So gefällt mir das schon sehr gut - und bevor jemand fragt: Ja...die Motohaube ist mittlerweile auch wieder drauf. ;)

 

Das war es dann auch vorerst - Fazit bisher: Ein teurer Spaß aber letztlich doch die richtige Entscheidung. Und keine Sorge...auch der nächste Artikel wird sicher keine 2 Jahre dauern. ;)


05.06.2020 01:46    |    SideWinder80    |    Kommentare (15)    |   Stichworte: 1300, 1302, Doppelvergaser, Käfer, Tuning, Umbau, VW, Weber

Die Sache mit der Zeit.

Was soll ich sagen...gut zwei Jahre war es nun still hier. Aber wie ich "damals" :p schon schrieb, wirklich viel spannendes ist auch diesmal in den vergangenen zwei Jahren eigentlich nicht passiert. Der Käfer macht seinem Ruf alle Ehre...ein bisschen Wartung hier und da, sonst war nix zu tun - außer fahren.

 

 

Demnach könnte der Artikel hier jetzt eigentlich aufhören und ich würde dann vielleicht in zwei Jahren wieder sowas schreiben...aber: Nichts ist beständiger als der Wunsch nach Veränderung. Und da gab es gerade in den letzten Wochen doch einiges - fangen wir langsam an.

 

Wertgutachten

Zunächst fiel mir vor ein paar Monaten auf, das mein Wertgutachten auch schon wieder fünf Jahre alt ist. Daher zunächst mal nen Termin für ne Auffrischung gemacht, sogar beim selben Dekra-Prüfer wie damals. Er konnte sich sogar auch noch an meinen Käfer erinnern.

 

 

Ich hatte ja schon etwas Sorge - weniger wegen des Werts, sondern eher ob ich die damalige Note (1-) würde halten können. Und das macht mich wirklich wieder ein wenig stolz, ja die 1- steht :D und die Werte sind auch leicht gestiegen. Wobei wir weiterhin weit weg von dem investierten Geldwert sind - da wird und muss er wohl auch nie hinkommen. Dazu ist es dann eben doch "nur" ein Käfer und eben kein mega seltener Ferrari, Porsche etc. Das Märchen vom "Garagen-Gold" ist ja eh so eine Sache, aber lassen wir das besser.

 

Fensterkurbel oder wo rohe Kräft sinnlos walten...

Danach brach mir doch vor ein paar Wochen zum dritten Mal die Fensterkurbel auf der Fahrerseite ab. Nachdem ich die Reststücke, zugeben etwas wutschnaubend :D, durch die Werkstatt gepfeffert hatte, musste mal was anderes her. Und bevor die Frage aufkommt: Nein das Fenster klemmt nicht, es lässt sich eigentlich recht fluffig in beide Richtungen Kurbeln. ;)

 

Nachdem mir nichts so richtig gefallen hatte, entschied ich mich letztlich für die Alu-Variante in der "Wolfsburg-Edition". Gleich vorweg: Gefällt mir immer noch nicht zu 100% - aber fügt sich optisch ganz gut zu den Speichen meines raid 1 Lenkrads ein.

 

 

Mal schauen, eventuell muss man die Kurbeln noch schwarz machen (lackieren, eloxieren...) oder vielleicht doch polieren? Kommt Zeit (und die ist gerade nicht da), kommt Rat.

 

Träume

War es das schon? Nein, denn dann kam sie die "Corona-Krise" und damit der Zündfunke für größere Gedankenspiele. Wo kommt da der Zusammenhang her? Eventuell fragt sich der eine oder andere das jetzt - Vorsicht, jetzt wird es etwas philophisch: Es gibt ja so Momente im Leben, da wird einem bewusst, dass alles schneller vorbei sein kann, als man denkt. Also sollte man die Dinge von denen man "träumt" und die auch machbar sind, vielleicht nicht ständig vor sich herschieben.

 

Bei mir ist das in Sachen Käfer immer schon das Thema "Doppelvergaser". Irgendwie ein Traum, aber doch immer wieder verdrängt - warum? Angst das es zu komplex ist, der Käfer nicht mehr so unkompliziert läuft usw.

 

Aber da war er nun, mein ganz persönlicher YOLO-Moment (You only live once oder man lebt nur einmal) - die Sache war also geritzt, jetzt oder nie.

 

Da ich mir den Einbau zutraue, aber vor dem Abstimmen immer noch (vielleicht unbegründet) "Angst" habe und der Käfer ohnehin zur HU/AU muss(te), wählte ich diesmal den "einfachen" aber recht teuren Weg: Ich hab es machen lassen - in der Größenordnung zum ersten Mal seit der Resto vor 8 Jahren (:eek: so lange ist das schon her, seit wir angefangen haben).

 

Da ich mich zuletzt in Wuppertal - die meisten werden jetzt wohl wissen wo ich gewesen bin - gut aufgehoben gefühlt hatte, dort mal nen Angebot angefragt. Nach kurzer Abstimmung vor Ort war auch hier alles geklärt. Dennoch habe ich immer so'n latentes "Magengrummeln" wenn mein Käfer nicht in meiner Garage steht - liegt sicher noch immer an den schlechten Erfahrungen zu Anfang meiner Käferzeit...ein gebranntes Kind scheut eben das Feuer. :rolleyes:

 

Was sollte gemacht werden:

 

  • Umbau auf Doppelvergaser-Anlage inkl. Abstimmung
  • TÜV-Eintragung DV-Anlage
  • HU/AU

 

Das es 40er Weber werden sollten war ja klar. :cool: Ich erwähne jetzt nicht, das ich schon mal zwei (!) Pärchen 40 IDF 68/69 im Keller hatte und diese dann doch wieder abgegeben habe...die Sache mit dem vor sich herschieben. :rolleyes:

Nach Abstimmung/Empfehlung der Werkstatt wurden es fabrikneue 40 IDF 70. Natürlich nicht einfach aus dem Karton, sondern mit 5. Bypass-Bohrung, komplett geprüft und natürlich individuell auf meinen Motor eingedüst. Dazu alles was man sonst so braucht: Drehgasgestänge, Ansaugstutzen etc.

 

Wie das immer so ist und das meine ich wirklich gar nicht böse, dauert es dann doch meist länger als geplant...und genau so häufig treten "Komplikationen" auf. Das kenne ich ja nur zu gut aus meiner Resto-Phase. Konkret fing es mit dem Serien-Gebläsekasten und dem Platz für die Vergaser an. Mal geht es sich einigermaßen aus und mal wird es sehr eng. Wie sollte es anders sein? In meinem Fall wurde es natürlich sehr eng.

 

 

Welche Varianten gab es nun? Also entweder mit dem Gummi-Hammer "sanft" in Form bringen oder doch auf nen "30 PS Style" Gebläsekasten gehen. Ich entschied mich der Empfehlung für die zweite Variante zu folgen. Nicht zuletzt auch, weil so einfach mehr Platz ist und man eben besser an die Vergaser kommt. Nun ja und so'n mit dem Hammer geformter Kasten passt ja auch nicht ganz zum Gesamtbild des Fahrzeugs..da is ja schon so'n gewisser Anspruch dabei. ;)

 

Weiter ging es bei der Abstimmung. Da fiel nämlich auf, dass das Spiel auf den Kipphebelwellen nicht passt. Dort zu locker und hier zu stramm. Ich muss zugeben, ich war da nie dran - wenngleich mir zumindest das lockere Spiel und der "laute" Ventiltrieb durchaus nicht verborgen geblieben waren. Ich dachte nur eben das muss wohl so. :confused:

 

Nun ja, lange Rede kurzer Sinn: Seit gestern steht er wieder in meiner Garage, wenn auch etwas später als gedacht. Vor allem aber leider (deutlich) teurer als geplant. Das Ergebnis kann sich schon sehen und erst recht fahren lassen. Blöderweise war gestern nicht viel Zeit, nur eben die paar Kilometer von der Werkstatt. Heute regnet es natürlich seit "Monaten" zum ersten Mal wieder. :mad: Ich gönn' es der Natur.

 

 

Das Dauergrinsen habe ich gestern aber kaum ablegen können. Er fühlt sich irgendwie "befreit" an, Power satt. Ich war ja mit dem zuletzt verbauten 39er Einzelvergaser schon sehr zufrieden - absolut keine Probleme mehr in den letzten zwei Jahren. Aber allein der Sound beim Beschleunigen...nennen wir es das "infernalische Brüllen" der Vergaser...ach...herrlich. An dieser Stelle will ich anmerken, dass mich unnötiger Lärm auch stört - aber dieses Geräusch ist echt Musik. Nicht zu laut, einfach schön sonor. Ich verstehe aber auch jeden der damit nichts anfangen kann. ;)

 

Ja und sogar das Eintragen in die Papiere ging direkt heute bzw. mittlerweile gestern schon. Jetzt steht den ersten Touren also nichts mehr im Wege. Ich bin echt gespannt, wie sich das nun anfühlt und über welche Erfahrungen ich berichten kann und werde - versprochen (ich muss ja nicht sagen wann... :p)!

 

Kleiner Nachtrag noch: Gefreut habe ich mich zudem darüber, dass die Profis in der Werkstatt dem Auto auch bescheinigt haben "gut geschraubt" zu sein. Auch die verbauten Komponenten seien alle sehr stimmig. :) Immerhin sehen die dort ja einige von den Fahrzeugen. Klar haben wir uns bei der Resto meist die für uns maximale Mühe gegeben - vom "Fach" sind wir dann aber eben doch nicht.

 

(Käfer)-Off-Topic

Und was wäre ein Artikel ohne ein bisschen Off-Topic, zumindest was den Käfer angeht. Hatte ich beim letzten Mal noch ne alte Vespa PK 50 "saniert", so ist es diesmal ein 26 Jahre alter Piaggio SKR 125 - ja richtig, nen 125er . Dank der Einführung der Kennzahl B196 darf man ja seit Jahresbeginn, unter bestimmten Bedingungen, auch mit "neueren" Klasse B Führerscheinen wieder 125er fahren. Also habe ich schnell entschlossen am 2. Januar zugeschlagen und einen gut erhaltenen SKR (gerade mal etwas über 7.000 km nachweislich gelaufen) für nen kleinen Euro ergattert. Für die nötigen Fahrstunden (man braucht keine Prüfungen) habe ich mich erst danach angemeldet. :D Mittlerweile aber alles erledigt und die B196 steht schon im Schein bzw. der Karte.

 

Es war nur schnell klar, dass der SKR (ähnlich wie vor zwei Jahren der PK 50) nicht so bleiben konnte wie er war - aber seht selbst.

 

 

Da der SKR aber nen Alltagsroller ist, haben wir bzw. mehr mein Kumpel den diesmal mit der Dose selbst lackiert. Bei der Vespa (die ich natürlich auch noch habe :p) überkam mich da ja eher wieder dieser Hang zum Perfektionismus.

 

In diesem Sinne...bis die Tage. Ich versuche wirklich, das es nicht wieder zwei Jahre dauert. ;)