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SideWinder80

Mein Käfer-Blog

20.11.2011 21:54    |    SideWinder80    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: 1300, Käfer, VW

Was muss das muss!

 

Nachdem nun also doch mehr zu tun war als geplant, galt es eine Entscheidung zu treffen. Im Großen und Ganzen ging es um die Frage: Machen oder lieber lassen?

 

Nach reiflicher Überlegung und dem Zuspruch aus dem Forum, habe ich mich für "Machen" entschieden. Warum? Der Käfer ist quasi unverbastelt, das Häuschen größtenteils erhalten (bspw. sind die Heizkanäle top), nicht zuletzt wusste man nun was dran war und er war jetzt auch da. Was wäre beim nächsten dran? Würde man in der Preisklasse wirklich was besseres finden? Wie viele Käfer in deutlich schlechterem Zustand und nur wenig günstiger hatte ich nicht schon besichtigt... Am Ende stand der Entschluss - er bleibt! Ob er in dem Zustand vielleicht zu teuer war - vermutlich schon und das ist eigentlich das einzige was mich noch ein bisschen ärgert. :mad:

 

Nach dem die Entscheidung nun stand, sollte es an die Planung gehen. Allerdings arbeitet mein Mitstreiter gerade noch an seinem 87er Mini-Cooper Projekt. Aus Platzgründen und der Tatsache das zwei Projekte gleichzeitig sich wohl nur negativ auf beide Projekte auswirken würden, entschieden wir uns den Käfer für die Sommersaison 2011 nur provisorisch zu richten. Erst wird der Mini fertiggestellt, danach kommt dann der Käfer unters Messer, äh den Schraubenschlüssel. ;)

 

Also war der nächste Besuch im Teileladen angesagt. Endspitzen, neuer Innenradkasten samt Halter, Trittbrettschraubkanten und diversen Kleinkram eingeladen. Dazu noch zwei frische Kartuschen Unterbodenschutz, Rostschutzgrund und ein paar Dosen schwarzer Lack. Es hieß also erneut frisch auf ans Werk. Zunächst galt es den Halter im Radkasten hinten links wieder in Form zu bringen. Großflächig wurde die befallene Stelle entfernt und durch besagtes Rep-blech ersetzt.

 

 

Im Anschluss daran wurden auf beiden Seiten die Schraubkanten für die Trittbretter neu eingesetzt. Da es sich nur um eine provisorische Instandsetzung handelt, entschieden wir uns die Schweller nach dem Grundieren einfach selbst schwarz zu lackieren. Bei der Überarbeitung des Häuschens werden die Schweller wohl komplett neu kommen.

 

 

Die neuen Endspitzen landeten erstmal im Regal. Da kommt man bei ausgebautem Motor und abgehobenen Häuschen besser dran und für eine Saison sollte es wohl (und hat es auch ;) ) noch reichen. Das Loch in der Reserveradmulde haben wir gereinigt und mit Glasfaserspachtel verschlossen. Ach da war ja noch das Loch im Rahmenkopfdeckblech....kein Kommentar! :cool::D

 

Nachdem die notwendigsten Arbeiten nun erledigt waren, konnten die Kotflügel wieder montiert werden. Danach kam eine feine Schicht Unterbodenschutz auf die bearbeiteten und grundierten Flächen.

 

Es ging also an das Zusammenbauen. Im Innenraum blieb fürs erste alles wie es war. Gut es gab einen neuen Teppichsatz aus dem Zubehör, der sogar gar nicht so schlecht passt. Außerdem wurde natürlich alles gründlich gereinigt.

 

 

 

 

 

Für eine provisorische Instandsetzung konnte sich das Ergebnis sehen lassen, finde ich. :) Gedauert hat es bis hierher ca. 5 Wochen, also den kompletten April, bis Mitte Mai. Wobei wir regelmäßig nur am Wochenende gewerkelt haben. Man muss ja auch noch Arbeiten gehen.

 

Was jetzt also folgen sollte war die erste Saison im eigenen Käfer. Wie mein Mitstreiter mir schon prophezeite, war das gar nicht so schlecht für die Planung der der Restauration. Vielleicht bleibt er ja doch nicht ganz so original... Beim nächsten Mal dann die ersten Eindrücke und Erkenntnisse aus der ersten Saison...


15.11.2011 21:39    |    SideWinder80    |    Kommentare (14)    |   Stichworte: 1300, Käfer, VW

Es ist nicht alles gold - äh champagnerfarben, was glänzt!

 

Im Anschluss an die ersten Ausfahrten im März ging es dann langsam an die Instandsetzung der Stellen, die wir vor dem Kauf schon als mehr oder weniger reparaturbedürftig angesehen hatten. Als erstes wollten wir das Bodenblech rund um die Batterie begutachten und von Rostansätzen befreien.

 

Nach dem Ausbau der Innenausstattung, sprich Sitze, Sitzbank, sowie dem kompletten Teppichsatz sah es zunächst auch eigentlich gar nicht so schlimm aus. Auf den Bodenblechen klebten noch die Bitumenmatten, welche echt sehr gut aussahen. Ich hatte jedoch beim winterlichen lesen im Forum aufgeschnappt, das man die Matten besser entfernt, da sich oft Rost darunter bildet. Also frisch auf ans Werk und siehe da - tatsächlich hatten die Bleche unter den Matten Rost angesetzt. :eek:

 

Da die braune Pest gerade frei gelegt war, direkt weitergemacht. Mit der Bohrmaschine und einem Zopfbürstenaufsatz wurden die groben Flächen bearbeitet. Für die filigranen Arbeiten wurde zum Dremel gegriffen. Alles in allem ging das noch recht reibungslos. Auf der Beifahrerseite, die deutlich stärker betroffen war, taten sich dann auch die ersten, etwa stecknadelkopfgroßen, Löcher im Bodenblech auf. :(

 

Nun ja, es war ja irgendwie auch zu erwarten, dass es irgendwo solche Stellen geben würde. Aber es hielt sich ja noch in Grenzen. Die Löcher wurden kurzerhand mit dem Schweißgerät zu gepunktet. Anschließend wurden die Bodenbleche dann grundiert und neu geschwärzt. Allerdings fiel mir beim lackieren der Beifahrerseite noch ein Klumpen Bitumen auf, der auf der Beifahrerseite unterhalb der Bakelit-Luftführung klebte. Nachdem ich diesen Klumpen entfernt hatte, rutschten meine Mundwinkel schlagartig nach unten. Es trat eine recht massiv von Rost befallene Stelle zum Vorschein. Nach kurzem Klopfen mit dem Schraubenzieher war klar - total durchgerostet. Quasi direkt um die Befestigung der Wagenheberaufnahme war alles durch. :eek::(

 

Das war bei der Besichtigung gar nicht aufgefallen, man konnte auch jetzt von unten fast nichts sehen. Nun ja und so ging es an diesem Tag irgendwie auch weiter mit den weniger erfreulichen Entdeckungen. Nach eingehender Prüfung der Schweller-Deckbleche war klar: Schweizer Käse auf beiden Seiten. Aber das sollte es noch nicht gewesen sein. Beim Ausbau der Rückbank war mir noch der hintere Radkasten auf der Fahrerseite aufgefallen. Aus den gesammelten Rechnungen wusste ich, hier war schon einmal geschweißt worden. Von Innen konnte man eine mit Karosserie-Kit versiegelte Naht erkennen. Etwas darunter einige wenige Rostpickel.

 

Da ich gerade schon auf schlechte Nachrichten getrimmt war, kurzerhand den Dremel geschnappt und die Versiegelung samt der rostigen Pocken entfernt. Zu meinem Erstaunen legte ich eine komplett rostfreie, verzinnte Naht frei. Auch das Blech sah gut aus. Blieb nur noch ein Rostpickel etwas weiter unterhalb. Doch kaum hatte ich den Dremel angesetzt, klaffte auch schon ein recht großes Loch in den Radkasten. Es gab den Blick auf einen, nur noch aus Rost und Unterbodenschutz bestehenden, Halter frei. Ich war für den Tag bedient. :mad:

 

Einige Tage später ging es weiter. Nach den Entdeckungen war klar, dass die Kotflügel zur weiteren Analyse runter müssen. Glücklicherweise ist das beim Käfer ja nur eine Frage von ein paar Schrauben. Also erstmal die Trittbretter demontiert und als ob es nicht schon gereicht hätte - die Schraubkanten der Schweller waren auch durch. :rolleyes: Schlagartig war die Laune wieder auf dem Nullpunkt.

 

Nichts desto trotz ging es weiter, also schnell noch die Kotflügel demontiert. Da war sie dann freigelegt, meine schlimmste Befürchtung. Im hinteren Radkasten auf der Fahrerseite, dort wo auch das Loch klaffte, war der Halter der Häuschen und Bodengruppe miteinander verbindet, komplett weggefault. Jetzt war der Punkt erreicht, an dem das gesamte Projekt noch einmal überdacht werden wollte. So war das letztlich nicht geplant.

 

Krönung der ganzen Angelegenheit war noch die Tatsache, dass auch das Rahmenkopfdeckblech an der Verschraubung zum Napoleonhut auf einer Seite durch war. Diese ganzen Stellen kamen ja noch "on top" auf die bekannten Mängel. Fassen wir also nochmals kurz zusammen. Bekannt waren:

 

- Endspitzen

- Reserveradmulde

- Bodenblech um Batterie (nur Rostansatz)

- leichter Rostansatz an der Unterkante der Beifahrertür

 

Hinzu kamen jetzt noch:

 

- Schwellerdeckbleche

- Radkasten hinten links

- Halterung Radkaster hinten links

- Rahmenkopfdeckblech

- Schraubkanten Schweller

 

Erledigt war bis dato:

 

- große Inspektion Motor

 

Was bisher gänzlich unerwähnt blieb: Die Farbe "champagner-metallic" war mit Sicherheit auch nicht die Originalfarbe des Käfers. Bereits bei den ersten Recherchen nach dem Kauf hatte ich festgestellt, dass es diese Farbe wohl nie offiziell bei VW gegeben hatte - zumindest nicht beim Käfer. Beim Verkauf hatte man das noch mit der Herkunft aus Belgien und einer Sonderfarbe begründet. Nun ja, dank der freigelegten Spuren im Innenraum und letztlich der Urkunde vom VW Oldtimer Museum war klar: Seine Farbe im Auslieferungszustand war L90D (pastellweiß). Immerhin der Rest war offensichtlich original: Modell 72, Werk Belgien, schwarze Kunstlederausstattung, Motor AB genaue Nummer wurde aber für den Wagen nicht registriert.

 

Was sollte ich jetzt mit dem Käfer tun? :confused: Der für die Instandsetzung zu betreibende Aufwand war, zumindest kurzfristig, nicht geplant. Zwar war klar, das man ihn irgendwann mal komplett würde machen müssen, aber eben nicht sofort. Sollte man die Punkte stückchenweise abarbeiten, nur das notwendigste machen und ihn dann ggf. auch kurzfristig wieder verkaufen? Oder doch gleich die große Keule schwingen und eine Komplett-Resto planen?

 

Ein schwere Entscheidung. Ich mag den Käfer, auch speziell meinen hatte ich trotz der kurzen Zeit und der ganzen Mängel schon irgendwie ins Herz geschlossen. :D Ich musste erstmal meinen Mitstreiter, der seinerseits an einem 87er Mini Cooper arbeitet, um Rat fragen. Auch das Forum wurde ausgiebig befragt.

 

Wie es weiterging dann im nächsten Artikel. Aber wie hättet Ihr an dieser Stelle entschieden? Komplett-Resto, verkaufen oder das nötigste machen?:)

 

P.S.: Nicht vergessen, ich reflektiere gerade das erste Jahr "Käfer-Besitzer-Sein". Die Entscheidung ist meinerseits also schon gefallen! ;)


05.11.2011 18:14    |    SideWinder80    |    Kommentare (0)    |   Stichworte: 1300, Käfer, VW

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

 

Da die ersten Teile jetzt da waren, gleich den nächsten nicht ganz so kalten Tag genutzt und losgelegt. Für den Anfang erstmal Ölwechsel, neues Ölsieb, neuer Luftfilter, Keilriemen und Zündkerzen. Dann noch schnell die vergammelten Luftschläuche gewechselt. Siehe da, er lief gefühlt gleich besser. Allerdings ging er anfangs immer wieder aus bis er richtig warm gelaufen war, bis dahin lief er auch nicht ganz rund. Sobald man 10 Minuten gefahren war, lief er aber wie ein Uhrwerk.

 

Nachdem ich, dank einiger Tipps aus dem Forum, zunächst mal alle möglichen Stellen an denen er irgendwie Falschluft ziehen könnte geprüft hatte, habe ich dann noch die Zündkabel, Verteilerkappe und Finger getauscht. Wieder lief er ein bisschen besser. Langsam aber sicher ging es voran. Leider habe ich von der Inspektion keine Bilder gemacht, ich weiß gar nicht mehr warum... :(

 

Jetzt waren auch die ersten kleinen Ausfahrten möglich, immerhin war es mittlerweile Mitte März und das Wetter war recht stabil.

 

Bislang war ich recht selten einen Käfer gefahren, wobei es so gesehen gar nicht mein erster Käfer ist. Vor grob geschätzt 10 Jahren hatte ich für ca. 4 Wochen mit einem Kumpel zusammen schon mal einen Käfer. Es war ein roter, mit Breitbau-GFK-Kotflügeln und GFK-Haube vorn. Allerdings war er in ziemlich schlechtem Zustand und wir mussten ihn kurzfristig wieder abgeben, da wir ziemlich unvermittelt keine Möglichkeit mehr hatten ihn unterzustellen. Leider gibt es keine Bilder, unglaublich aber war - damals hatte noch nicht jedes Handy eine X Megapixelkamera, ja generell waren Digitalkameras noch recht selten und teuer... :eek:;) Ich weiß, das ist heute kaum vorstellbar.

 

Aber wieder zurück zum aktuellen Käfer. Was mich bei jeder Ausfahrt aufs Neue fasziniert ist das Fahrgefühl, es hat irgendwie was beruhigendes. Man fühlt sich in dem Auto auch nie gehetzt. Das kann aber natürlich auch daran liegen, das man den Käfer quasi nur in der Freizeit bewegt. Aber selbst nach so manchem stressigen Arbeitstag beruhigt eine Ausfahrt ungemein. Auch interessant sind die Reaktionen der anderen Verkehrsteilnehmer, viele Lächeln, winken und freuen sich offenbar einen Käfer zu sehen. Man merkt er ist definitiv ein Sympathieträger.

 

Bestes Beispiel dafür ist auch die Ausfahrt meiner Käfer-Stamm-Tankstelle. Die Ausfahrt führt auf eine viel befahrene Hauptstraße, an der man oftmals mehrere Minuten warten muss, vor allem wenn man nach links möchte. Kaum stehe ich mit dem Käfer auf der Ausfahrt, habe ich es mittlerweile mehrfach erlebt, dass die Autos aus beiden Richtungen anhalten um mich einfädeln zu lassen - so etwas hatte ich seit Jahren nicht mehr erlebt.


03.11.2011 23:17    |    SideWinder80    |    Kommentare (7)    |   Stichworte: 1300, Käfer, VW

Kleinvieh macht auch Mist

 

Nach dem der Winter im letzten Jahr recht ordentlich zugeschlagen hatte, ging es in Sachen Käfer also im Dezember und im Januar nicht so richtig weiter. Der Schnee lag hoch, die Anfahrt zur Schrauber-Halle nahezu unmöglich und außerdem war es auch viel zu kalt. Der Gasheizstrahler schaffte es gerade mal die Temperatur von -10 auf -7 Grad in der Halle zu erhöhen. Da macht das Schrauben keinen Spaß.

 

Gegen Ende Februar war es dann soweit, der Schnee größtenteils geschmolzen und der Weg wieder frei. Also auf zum Käfer und mal ne Bestandsaufnahme machen. Der Plan war es ja den Käfer erstmal soweit zu überholen, das man ihn die nächsten Jahre beruhigt im Sommer bei schönem Wetter fahren kann.

 

Was musste als Erstes getan werden? Keilriemen angerissen, nen neuer Satz Kerzen, Ölsieb samt Öl sowie ein neuer Luftfilter verstehen sich ja von selbst. Dazu dann gleich noch einen neuen Unterbrecherkontakt für die Zündung. Ach ja und die Zündkabel könnten auch mal neu. Dazu dann noch die flexiblen Schläuche für den "Luftkreislauf", die sahen auch schon ziemlich fertig aus.

 

Weiter ging's dann außen, die Trittbretter waren eh klar. Auch der vordere Haubengriff war nicht mehr schön. Tja und die Antenne hatte es nach 38 Jahren dann auch hinter sich.

 

Also mal die einschlägigen Shops besucht, Preise und vor allem auch die Versandkosten mal verglichen. Siehe da, ein Shop ist in Wuppertal - gerade mal 20 km entfernt. Kurz ein Liste mit den Teilen erstellt und die Verfügbarkeit angefragt. Zwei Stunden später hatte ich die Antwort - alles da, abholen auch kein Problem. Nichts wie hin und die Teile abholen.

 

Ja und so schnell sind dann auch mit vielen Kleinteilen mal knappe 300 € zusammen. Da wundert sich man am Ende doch immer wieder aufs Neue! ;)

 

Die Meinungen zum Shop aus Wuppertal sind ja durchaus zweigeteilt. Ich kann nur sagen, Bedienung und Service waren bislang stets freundlich. Bei der Qualität der Teile hat man ja selbst die Wahl, viele Teile sind in unterschiedlichen Qualitäten erhältlich und da bewahrheitet sich mal wieder "Wer billig kauft, kauft zwei Mal!". Auch ich sollte das beim Käfer nochmals aufs Neue lernen. :p


02.11.2011 23:58    |    SideWinder80    |    Kommentare (0)    |   Stichworte: 1300, Käfer, VW

Leise rieselt der Schnee

 

Knapp anderthalb Wochen nach Besichtigung und Kauf war es dann soweit. Der Käfer konnte abgeholt werden. Wir hatten mittlerweile Anfang Dezember, der Verkäufer hatte Grippe und hätte es daher fast nicht geschafft die Papiere zum Händler zu bringen. Nicht nur das - es hatte mittlerweile auch geschneit und zwar nicht zu knapp. Keine Chance den Käfer, ohne montierte Winterreifen und ohne seine Zuverlässigkeit wirklich zu kennen, auf eigenen Rädern von Düsseldorf nach Hause zu holen. Zudem war auch die Sache mit der Versicherung noch nicht geklärt und die Papiere fehlten ja auch noch...

 

Dank meines Mitstreiters hatten wir die Möglichkeit kurzfristig einen Transporthänger für Autos zu leihen und mit der Mercedes M-Klasse seines Vaters war dann auch schnell das richtige Zugfahrzeug gefunden.

 

Also Samstags morgens ein drittes Mal auf nach Düsseldorf. Unglaublich was sich binnen zwei Wochen für ein Wetter- bzw. Schneechaos gebildet hatte. Vor Ort angekommen ging es eigentlich recht schnell. Während mein Kollege und der Händler den Wagen auf dem Hänger verzurrten, unterhielt ich mich mit dem Verkäufer. Er hatte den Wagen 2003 aus Belgien gekauft. Bis dahin gab es seinen Infos nach in Belgien nur eine Vorbesitzerin. Er selbst hatte über die Jahre einiges investiert.

 

Zum Käfer gab es noch eine neue gebrauchte Heckstoßstange, da die verbaute etwas verbeult war. Dem Gewicht nach zu urteilen ein Original-Teil und kein billiger Repro-Schrott. Außerdem war in der Anzeige noch ein Satz Winterreifen aufgeführt.

 

Kurz noch den Restbetrag ausgehändigt und die Papiere übernommen. Zum meinem Leidwesen hatte der Verkäufer nur die Fahrzeugpapiere dabei. Den Ordner mit letztem TÜV-Bericht, dem H-Gutachten sowie den Rechnungen der letzten Jahre hatte er vergessen. Aber halb so schlimm, wir hatten bereits einen Termin für die Übergabe der Winterreifen ausgemacht. Den TÜV-Bericht schickt er mir für die Anmeldung vorab per Post.

 

Soweit alles geklärt, also samt dem Gespann auf die Bahn und ab nach Hause. Dank M-Klasse und gut geräumter Autobahn alles kein Problem. Aber kaum am neuen Standort angekommen ging's los. Zur Schrauberhalle geht's über einen kurvigen Feldweg, der natürlich nicht geräumt wird und in den Kurven teils auch noch ansteigt. Schneehöhe ca. 20 Zentimeter mit zwei schmalen Fahrspuren. :eek:

 

Den Versuch mit dem Gespann da hoch zu fahren haben wir lieber gleich gelassen. Vermutlich hätten wir dann bis zur Schneeschmelze im Frühjahr den Weg blockiert... :D Der Versuch den Käfer auf den eigenen Rädern hoch zu fahren scheiterte in der ersten Kurve. Der Schnee zu hoch, die Reifen fanden keinen Grip. Dann kam die zündende Idee. Wir spannten die M-Klasse mit dem Abschleppseil vor den Käfer und zogen ihn so Stück für Stück zur Halle.

 

Da war er also, der eigene Käfer. Leider waren es auch nur noch Minusgrade und Schneechaos ohne Ende, so dass für die folgenden Wochen erstmal Ende war in Sachen Käfer. Immerhin er war da. :D

 

Am folgenden Montag lag dann auch der TÜV-Bericht im Briefkasten. Der Anmeldung stand also nichts mehr im Weg. Selbst das Wunschkennzeichen war noch frei. Tja, man muss auch mal Glück haben! ;)

 

Einige Tage später dann noch zum Abholen der Winterreifen nach Mühlheim. Neben vier Winterreifen noch einen ganzen Stapel Papierkram, ein altes Lenkrad (das mit Chrom-Spange), ne hintere Seitenscheibe, vier Radkappen und nen Lackstift vom Verkäufer bekommen.

 

Nach dem Sortieren des Papierkrams steht fest, seit 2003 wurden über die Jahre 3.600 € in die Instandhaltung investiert. In 2003 wurden auch schon einige Schweißarbeiten durchgeführt. Außerdem dabei das H-Gutachten und die km-Leistung ist zumindest bis zur Überführung aus Belgien nachvollziehbar.


02.11.2011 23:00    |    SideWinder80    |    Kommentare (6)    |   Stichworte: 1300, Käfer, VW

Die Macht des glänzenden Blechs

 

Da war es also soweit, Montags kurz nach 17:00 Uhr also wieder aufgemacht nach Düsseldorf. Jetzt galt es den Kandidaten näher unter die Lupe zu nehmen. In Düsseldorf angekommen stand der Käfer noch immer unverändert vor der Tür, Motor eiskalt. Das gefiel mir schonmal. Hier wurde also nicht kurz vor der Besichtigung noch schnell warm gefahren oder irgend ein Ölrand weg geputzt.

 

Nach kurzer Unterhaltung war klar, der Käfer wird im Kundenauftrag verkauft. Es hatte ein grobe technische Durchsicht stattgefunden, TÜV/AU noch knapp ein Jahr bis Oktober 2011. Das Fahrzeug stammt aus Belgien, die EZ war im August 1972. Kilometerstand knappe 69.500, angeblich original aber wie sagt man so schön - "nichts genaues weiß man nicht". Kurzerhand wurde der Käfer auf die Bühne geholt, alles kein Problem.

 

Während der kurzen Wartezeit ein wenig im Showroom umgesehen - wooohooo, so 10.000 € mehr im Budget und ich hätte nicht mehr viel überlegen müssen! :D:p:D

 

Aber zurück zum champagnerfarbenen 1300er der mittlerweile auf der Bühne "hing". Sieht schon lustig aus, so eine "ausgefederte" Pendelachse auf der Bühne. Unverblümt und ohne dicke Schichten von frischem Unterbodenschutz zeigte er seine Unterseite. Hier und da etwas Rost, gut die Endspitzen waren recht fertig. Die Reserveradwanne an den Ablauflöchern durch. Ebenfalls ein Klassiker in Sachen Rost - die Trittbretter. Der Rest fühlte sich ganz gut an. Außerdem zu erkennen waren ein neuer Anlasser, sowie neue Bremszüge für die Handbremse. Technisch schien also zumindest mal was überholt worden zu sein.

 

Wieder herunter gelassen ging es dann um die inneren Werte, sprich den Innenraum. Hier war alles wie es sein sollte, nichts verbastelt und alles vollständig und wohl original vorhanden. Die Sitze und die Sitzbank in schwarzem Kunstleder mit leichten Gebrauchsspuren, aber für knapp 40 Jahre alte, offensichtlich originale Sitzbezüge quasi in Topzustand. Insgesamt wirkte der Wagen doch recht gepflegt, wenn auch nicht klinisch rein.

 

Alsdann ging es auf zur Probefahrt, was auch problemlos möglich war. Rote Nummern dran und auf in den kalten Abend. Dank des Praxisratgebers Oldtimerkauf wusste ich ja: Keine Probefahrt unter 15 Minuten. Also schön einige Runden um den "Pudding" gedreht. Anfänglich ging er zwei Mal an der Ampel aus. Aber das schob ich letztlich auf den doch recht kalten Abend irgendwo um die -5 Grad und die Tatsache das er in letzter Zeit nicht viel gefahren wurde.

 

Sonst gab es keine Auffälligkeiten. Also zurück zum Verkäufer.

 

Ja und da war es nun das Dilemma. Der Wunsch jetzt langsam auch einen Käfer zu kaufen und dieser champagnerfarbene 1300er. Der optisch doch noch recht gut da stand, auf den zweiten Blick aber ein paar Schwächen offenbarte. Wobei damit bei einem älteren Auto ja auch zu rechnen war.

 

Fassen wir also nochmals zusammen, was war gesucht? Ein Käfer für maximal 5.000 €, kleinere bis mittlere Reparaturen durchaus eingeplant, nur die Basis sollte stimmen. Für den 1300er sprach definitiv das er eigentlich recht ehrlich rüberkam. Er hatte Schwächen und die hat er gezeigt.

 

Also ein Angebot unterbreitet - wer zahlt bei einem gebrauchten Auto schon den Preis der angeschlagen ist? ;) Nach kurzer Rücksprache mit dem Auftraggeber war die Sache klar und der Käfer gekauft. Da dieser die Papiere noch zu Hause hatte , erstmal ne Anzahlung geleistet und der Käfer kam zunächst in die Tiefgarage des Käfer-Spezies.


01.11.2011 22:25    |    SideWinder80    |    Kommentare (5)    |   Stichworte: 1300, Käfer, VW

Unverhofft kommt oft

 

Es war mal wieder eines dieser Wochenenden an denen ich die gängigen Portale nach aktuellen Käfer-Angeboten durchforstet habe. Da war es, das perfekte Angebot. Ein grüner 1302, direkt um die Ecke (25 km), laut Verkäufer in 2009 restauriert. Dabei alles ordentlich gemacht, keine Garagen-Lackierung - Preis 4.000 €. Kurzfristig abzugeben wegen Hausbau.

 

Die Besichtigung sollte direkt am nächsten Tag erfolgen. Also morgens gemeinsam mit einem Freund und dem "Praxisratgeber Oldtimerkauf: VW Käfer" unterm Arm direkt aufgebrochen. Am Treffpunkt angekommen, gab's dann auch schlagartig die schon erwartete Ernüchterung. Die Heizungskanäle durch, der Käfer außen hell- und innen zur Hälfte dunkelgrün. Auf der Karosse so viele Lacknasen und Läufer, das es sich nicht gelohnt hätte zu zählen. Der Unterboden bestand quasi nur noch aus Unterbodenschutz. Immerhin er sprang an.

 

Ich hatte es mir bei dem Preis ja irgendwie schon gedacht. Aber man hofft doch immer wieder, dass es vielleicht doch ein Schnäppchen sein könnte und die Bilder sahen echt gut aus.

 

Also enttäuscht abgebrochen und erstmal in die nächste Bäckerei auf einen Kaffee. Dabei dann direkt geprüft ob es noch weitere Angebote in der Umgebung gibt. Irgendwie nix dabei, zu teuer, zu verbastelt.... Da ist einer - in Düsseldorf, champagner-metallic - ne, das geht gar nicht. Also ab nach Hause.

 

Dann kamen wir auf der Autobahn aber an einem Hinweisschild "Düsseldorf 60 km" vorbei. Kurz entschlossen einfach mal da anrufen und wenigstens mal angucken, Farben kann man ändern. Während ich fuhr, telefonierte mein Beifahrer mit dem Besitzer. Der Käfer steht bei einem bekannten Käfer-Spezialisten in Düsseldorf, der ist zwar gerade (es war ja Sonntag) nicht da, aber der Wagen steht draußen.

 

Da stand er dann, ein 1300er aus Belgien in champagner-metallic. Dem Anschein nach in Originalzustand. Hier und da schon mal was dran gemacht, aber insgesamt sah er erstmal solide aus. Innen sauber und gepflegt, der Motor um den Öldruckschalter etwas ölig. Und so schlecht sieht die Farbe in der Realität auch nicht aus...

 

Also nach erneuter Rücksprache mit dem Verkäufer einen Termin während der Öffnungszeiten, zwecks näherer Begutachtung gemacht...


01.11.2011 21:30    |    SideWinder80    |    Kommentare (0)

Wie kommt man eigentlich auf die Idee sich aus heiterem Himmel einen Käfer zu kaufen?

 

Diese und andere Fragen gab es reichlich, als ich mit der Idee "um die Ecke" kam mir einen alten Käfer zu kaufen und daran zu schrauben und ihn dann natürlich auch zu fahren. So richtig beantworten konnte ich die Frage, warum es gerade ein Käfer geworden ist, anfangs eigentlich auch nicht.

 

Am Anfang stand eigentlich der Wunsch nach einem Cabrio für's Wochenende. Unter der Woche stets mit dem Firmenwagen unterwegs, war irgendwie der Wunsch nach was offenem da. Also schnell die einschlägigen Portale geprüft und vom BMW 3er E30 bis Mazda MX5 alles mal grob angesehen. Allerdings fehlte immer irgendwie was.

 

An diesem Punkt angelangt, bin ich dann über Anzeigen von VW Käfer Cabrios gestolpert. Keine schlechte Idee, das Auto hat was. Dazu noch vergleichsweise simple Technik, gute Ersatzteilversorgung und man kann auch noch selber seiner Schrauber-Leidenschaft etwas nachkommen.

 

Jetzt kam die Budget-Frage - nach Abwägung aller Parameter standen knapp 5.000 € zur Verfügung. Doch die anfängliche Freude wich schnell der Erkenntnis, dass es bei Käfer Cabrios bis 5.000 € wohl nur Intensiv-Patienten als Basis gibt. Sicherlich gibt's auch in diesem Preissegment noch den ein oder anderen guten Kandidaten, aber da sucht man wohl die sprichwörtliche Stecknadel.

 

Allerdings hatte mich jetzt doch tatsächlich das Käfer-Fieber erwischt. Vergessen war der ursprüngliche Wunsch nach was offenem, der Käfer soll's sein. Und wenn es kein Cabrio wird, dann eben eine Limousine. Das Angebot an Käfern für 5.000 € ist nicht gerade klein und auch die jeweils angebotenen Zustände sind doch sehr unterschiedlich...