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Schlawiner98

Berichte eines autoverrückten '98ers

15.07.2019 17:59    |    Schlawiner98    |    Kommentare (105)    |   Stichworte: CR-V, Honda

Hallo liebe Leserinnen und Leser!

 

Auch, wenn dieser Artikel vielleicht etwas aus der Reihe tanzt, möchte ich euch diese Begebenheit nicht vorenthalten:

Heute bin ich zu einer Filiale eines Honda-Händlers aus der Gegend gefahren, um mich dort nach einem CR-V Benziner (dritte Generation) umzusehen, da in meiner Familie aktuell Interesse an einem solchen Auto besteht. Bei diesem Händler wurde vor ein paar Jahren schon der letzte CR-V meiner Mutter gekauft. Auf der Verkaufsfläche für Gebrauchtwagen befanden sich zwar zwei Benziner, allerdings aus der vierten Baureihe und entsprechend über dem gesetzten Budget. Ich wollte gerade wieder in meinen Saab steigen und wegfahren, als ich im Werkstattbereich einen auf den ersten Blick interessanten CR-V entdeckte:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Keine Kennzeichen, offensichtlich nicht verunfallt und auch (noch) nicht aufbereitet. Für mich ein ganz klarer Fall von gerade angekauft und noch nicht verkaufsfertig. Da der Werkstattbereich frei zugänglich war und keine Autowracks oder Gefahrenstoffe in der Nähe des Autos waren, ging ich ein Stück näher und schaute es mir etwas genauer an.

Ein kurzer Blick auf den Drehzahlmesser: Benziner! Das war schon einmal positiv. Im Innenraum ein paar normale Verschmutzungen, aber er machte einen durchaus gepflegten Eindruck. Nur die gewünschte Sitzheizung fehlte leider. Aber die ließe sich ja auch im Fall der Fälle nachrüsten.

Auch außen sah er soweit gut aus. Ein paar Macken fand ich zwar, allerdings nichts, was für ein sieben bis zehn Jahre altes Auto unnormal gewesen wäre. Die Bremsen waren nicht mehr taufrisch, aber es bestand noch kein Handlungsbedarf. Anders bei den Reifen, denn die waren von 2015 und die vorderen hatten vielleicht noch 3,5 bis 4 Millimeter Profiltiefe.

Ich war gerade im Begriff, einen Verkäufer aufzusuchen, um einige grobe Eckdaten zu dem Auto zu erfragen, da es mir durchaus interessant erschien, als eine Frau aus dem Werkstatttor kam und nach mir rief.

 

Auf ihre Frage, was ich dort machen würde, antwortete ich, dass ich mir das Auto nun schon einmal im Groben angesehen hätte und ich eventuell interessiert wäre. "Der wurde gerade erst angekauft." war ihre Antwort. Ich fragte sie also, ob sie mir ein paar Daten zu dem Auto nennen könnte. Wieder bekam ich die Aussage, das Auto sei gerade erst angekauft worden. Das wusste ich ja nun bereits, also fragte ich noch einmal explizit nach Erstzulassung und Kilometerstand. Langsam wurde sie regelrecht zickig, betonte noch einmal, dass das Auto gerade erst angekauft worden sei und sie mir deshalb keine Informationen geben könne. Ich solle mir doch stattdessen die beiden ausgestellten Gebrauchtwagen ansehen. Ich machte sie darauf aufmerksam, dass diese bereits das Nachfolgemodell sind und entsprechend uninteressant für mich. Gleichzeitig betonte ich noch einmal, dass mein Interesse eben genau diesem Auto aus dem Werkstattbereich galt. Die Dame beharrte weiterhin darauf, dass es sich um die selbe Baureihe handle, "2.0 Comfort, genau wie dieser". Auf mich wirkte es fast so, als wäre sie in ihrer Ehre gekränkt gewesen (obwohl es definitiv eine andere Modellgeneration war, da liege ich nicht falsch!). Als dann noch der Satz "Hier bei Werkstatt haben Sie auch gar nichts zu suchen" fiel, bedankte ich mich mit reichlich Sarkasmus für den überaus freundlichen Umgang mit potentiellen Kunden und ging.

 

Erwartet hätte ich in dieser Situation, dass man mir einfach kurz die gewünschten Informationen mitgeteilt hätte oder sich meine Telefonnummer vermerkt hätte, um mich zu informieren, sobald man auch etwas über das gerade angekaufte Auto wüsste. Wobei man als Händler diese Daten doch zum Ankauf eines Autos ebenso braucht. Oder sie kaufen auf gut Glück Autos an. Hat dann ja fast etwas von Glücksspiel.

Ich finde es wirklich sehr beschämend, wie in dieser Situation mit mir umgegangen wurde. Auch, wenn ich mit Anfang 20 sicherlich nicht zur üblichen Käuferschicht dieser Autos zähle, erwarte ich einen respektvollen Umgang!

 

Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich keinen Shitstorm gegen den Händler lostreten. Habt ihr schon einmal eine ähnliche Situation erlebt? Oder seid ihr vielleicht sogar der Meinung, ich hätte mich in dem Moment falsch verhalten? Würde mich mal interessieren.

 

LG Schlawiner

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25.06.2016 08:46    |    Schlawiner98    |    Kommentare (14)    |   Stichworte: 1 Jahr, Accord, Bilanz, Dauertest, Fazit, Honda

Für gewöhnlich endet ein Dauertest nach 100.000 Kilometern, manchmal auch erst nach der doppelten Distanz. Und der Dauertest mit meinem Honda Accord? Der endet an dieser Stelle, tagesaktuell nach 12 Monaten und 13.960 Kilometern, keinesfalls! Viel mehr möchte ich euch berichten, was in dieser Zeit stattfand, was mir positiv und negativ aufgefallen ist. Wer den Vorstellungsartikel noch nicht kennt: Bitteschön.

 

Es war der 25.06.2015, als mein Opa, mein Vater und ich zu dem Fiat-Händler fuhren, bei dem wir den Honda zuvor besichtigt und zur Probe gefahren haben. Es war der Tag, an dem die Übergabe stattfand. Mein Vater unterschrieb den Kaufvertrag, während ich dem Verkäufer die zuvor abgehobenen 1.400 Euro übergab. Der Kilometerstand betrug gerade einmal 119.674, Öl und Hauptuntersuchung wurden vor dem Verkauf erneuert. Ich war, und bin auch heute noch sehr stolz, für einen Betrag, den Gleichaltrige lieber in einen Computer investieren, ein Auto mein eigen nennen zu können (dafür habe ich aber auch nur einen ollen, schrottigen Laptop...). Wobei ich rechtlich gesehen nicht der Eigentümer bin, schließlich ist der Honda auf meine Mutter zugelassen. Eben diese Zulassung fand bereits am Tag nach dem Kauf statt. Zum Glück war mein Wunschkennzeichen noch nicht vergeben!

 

In den ersten Tagen nach dem Kauf wurde der eine oder andere Tagesausflug mit dem Accord getätigt. Diese Fahrten konnte ich leider nur vom Beifahrersitz aus erleben.

Wenig später, die Temperaturen stiegen, musste ich betrübt feststellen, dass die Klimaanlage nicht wirklich zum Kühlen im Stande war. Auf Kulanz führte der Händler einen Klimaservice durch, der leider auch nur kurzfristig Besserung brachte. Seitdem haben wir die Gewissheit: Die Klimaanlage funktioniert zwar, doch das Kältemittel geht verloren. Weitere Nachforschungen habe ich nicht angestellt anstellen lassen, da ich ursprünglich sowieso nur Autos ohne Klimaanlage auf dem "Wunschzettel" hatte.

 

Kurz darauf folgte der nächste Schock: Nach fast jedem Start wollte eine orange Leuchte im Kombiinstrument nicht erlöschen. Sie signalisierte einen Fehler des ABS. Wieder musste ein Termin mit dem Händler gemacht werden. Da der Accord noch aus der Zeit vor der herstellerübergreifend einheitlichen Onboarddiagnose stammt, fuhren sie mit ihm zum Auslesen zu Honda. Dort wurde festgestellt, dass der ABS-Sensor vorne rechts einen Fehler aussendete. Dieser Fehler wurde vorerst gelöscht. Da die ABS-Leuchte auch weiterhin immer wieder einen Defekt signalisierte, tauschte die Werkstatt anstandslos den Sensor.

 

So frisch repariert war mein Auto nun bereit für die erste längere Tour: Es ging in das 150 Kilometer entfernte Zingst. Da die Fahrt dorthin, ausgebremst von zahlreichen LKWs, nur sehr schleppend voranging, entschied sich mein Vater auf dem Heimweg für die Autobahn. Meist fuhr er 130-140 km/h, doch einmal beschleunigte er auch auf 180. Das Resultat dieser Tour war der bisher unerreicht niedrige Verbrauch von 7,19 l/100 km. Alle weiteren Verbrauchswerte könnt ihr auf Spritmonitor einsehen.

 

Bei einer der zahlreichen Autowäschen passierte mir dann ein Malheur: Ich vergaß, die Scheibenwischer wieder herunterzuklappen, als ich die Motorhaube öffnete, um Wischwasser aufzufüllen. Das Ergebnis war eine sehr unschöne, tiefe Schramme an der Kante der Motorhaube. Ich ärgerte mich sehr über meine eigene Dummheit. Mit einem Lackstift für 5€ ließ sich der Schaden glücklicherweise nahezu unsichtbar machen.

 

Nun war es endlich soweit: Dank bestandener Prüfung durfte ich, zwei Monate nach dem Kauf, mein Auto endlich selbst fahren. Ich hatte mich schon sehr an meinen Fahrschul-A3 (8PA, 2.0 TDI mit 140 PS) gewöhnt. Was mich an diesem besonders störte, war die, wahrscheinlich durch den km-Stand von >300.000 bedingt, sehr schwammige Schaltung. Nun erwartete ich, dass diese bei einem immerhin 17 Jahre alten Auto ebenso unpräzise sein dürfte. Doch dem ist nicht so: Nachdem der Schalthebel die ersten Kilometer nach dem Kaltstart immer noch ein gut hörbares "Plopp" von sich gibt, rastet er, sobald das Getriebeöl einmal richtig durchgemischt ist, sehr sauber und präzise durch die Gassen. Was ich ebenfalls sehr schnell zu schätzen lernte, ist der tolle Geradeauslauf. Der Accord liegt satt auf der Straße, wozu wahrscheinlich auch das Gewicht von immerhin 1,4 Tonnen beitragen dürfte. Allgemein kann ich sagen, dass Honda beim Fahrwerk ein guter Kompromiss aus Komfort und Sportlichkeit gelungen ist, das spürt man auch heute noch. Ebenfalls auch heute noch auf der Höhe der Zeit ist das Geräuschniveau im Innenraum. Also nur Lob? Nicht ganz. Denn trotz der großen Fensterflächen ist die Übersichtlichkeit nicht 100%ig zufriedenstellend. Im Innenspiegel lässt sich nicht die gesamte Heckscheibe einfangen, im Außenspiegel sieht man nicht, wo das Auto aufhört. Gleiches Problem beim Blick aus der Heckscheibe - Wo endet die Heckklappe? Diese lässt sich im übrigen nur per Hebel vom Innenraum oder mit dem Zündschlüssel öffnen. Mir persönlich wäre ein Griff zum Entriegeln lieber.

Da sich mein Schulweg und der Arbeitsweg meiner Mutter fast gleichen, fahren wir seitdem abwechselnd mit dem Accord und ihrem Auto diese Strecke.

 

Im September folgte eines der Highlights für mich im vergangenen Jahr: Mein Vater und ich fuhren gemeinsam nach Frankfurt am Main zur IAA. Auf dem Weg dorthin lernte ich die Autobahnqualitäten meines Autos kennen. Bei 130-140 km/h ist er immer noch angenehm leise im Innenraum. Auch die Tatsache, dass er sich in diesem Geschwindigkeitsbereich mit weniger als 8 Litern Super zufrieden gibt, finde ich absolut lobenswert! Das Gepäck für ein verlängertes Wochenende fand selbstverständlich spielerisch Platz im großen, aber leider etwas flachen Kofferraum. Was bleibt mir sonst zu sagen? Ohne jeglich Zwischenfälle kamen wir auch wieder zu Hause an. Ich habe nichts gegenteiliges erwartet.

 

 

 

 

 

 

 

Um an geeignete Winterräder zu kommen, beauftragte ich einen Kameraden aus der Freiwilligen Feuerwehr, der KFZ-Meister bei Honda ist. Pünktlich im Oktober überbrachte er mir folgendes Angebot: Vier Firestone Winterreifen auf Stahlfelgen, DOT 2011 und 7 mm Profil für 150 Euro. Ich willigte natürlich ein, zumal es auf dem freien Markt durchaus schwierig ist, Felgen mit dem Lochkreis 4x114,3 zu finden. Selbstverständlich haben die Felgen die letzten Winter nicht ganz spurlos überstanden. So waren sie nur so übersät von der braunen Pest. SO wollte ich sie nicht an meinem Auto haben. Also habe ich im Baumarkt Material für ~40€ gekauft, um die Felgen zuerst zu entrosten/anzuschleifen, danach zweimalig zu grundieren und anschließend jeweils zwei Schichten schwarzen und Klarlack zu sprühen. So gefiel mir die ganze Angelegenheit schon besser, also sollten sie ans Auto montiert werden. Mit den originalen Chrom-Radmuttern, die sehr weit überstanden, sah es auch nicht besonders toll aus. Also mussten weitere 19,61 Euro in 16 galvanisierte Radmuttern investiert werden, um ein stimmiges Gesamtbild zu schaffen. Also Räder montiert und ab ging's auf Deutschlands größte Insel: Rügen. Ein Mehrverbrauch von etwa einem halben Liter machte sich von da an bemerkbar. Dummerweise kehrte der Rost an den Stahlfelgen sehr schnell zurück, weshalb ich im Frühjahr diesen Jahres 6 gebrauchte originale Radkappen für 20 € über eine Facebook-Gruppe erstand. Im nächsten Winter werde ich also beradkappt unterwegs sein...

 

Um Weihnachten herum, als ich mir das neue Album von "The BossHoss" kaufte, stellte ich erstmals fest, dass der CD-Spieler im Kofferraum nur das Format der Navigations-CD aus dem Jahre 1998 akzeptiert. Seitdem habe ich auch keine Musik mehr gekauft, sondern streame ausschließlich per Deezer. Nichtsdestotrotz bin ich sehr zufrieden mit der Soundqualität des Radios.

Anfang Januar kam dann die nächste kostspielige Investition auf mich zu: Der rechte Scheinwerfer verlangte nach einer neuen H7-Birne. Wieder 7,50 € ärmer... Wechseln konnte ich sie sogar allein, ohne fremde Hilfe. Darauf bin ich schon sehr stolz! Die elektrisch ausfahrende Stabantenne gibt etwa seit diesem Zeitpunkt laute Knarrgeräusche von sich. Sie scheinen schon sehr verstörend zu sein, schließlich drehen sich die Passanten immer danach um und setzen ein stutziges Gesicht auf. Nachdem ölen keine Besserung brachte, informierte ich mich im Forum. Demnach der einzige Weg: Der Austausch der gesamten Antenne. Daparto verlangt für eine solche Elektroantenne 57 Euro - No way! So lange sie noch funktioniert und nur etwas seltsame Laute produziert, werde ich einen Teufel tun und sie wechseln. Andernfalls kaufe ich eine Antenne zum manuellen Ausziehen für ~10 €. Oder der Elektromotor wird einfach abgeklemmt, sodass die Antenne immer ausgefahren bleibt. Zwar nicht die eleganteste Lösung, aber das Geld verfahre ich lieber...

 

Seit Februar gehört nun ein Markenbruder zum Familienfuhrpark. Ich berichtete bereits. Wohl nicht ganz unschuldig daran ist auch der Accord, da er sich einfach nur sehr gut bewährt hatte.

Seitdem passierte nicht viel. Im April fuhren wir zur Automesse nach Rostock, ein alljährlicher Pflichttermin für mich. Auch danach ging es noch einmal nach Rostock - Zum IKEA. Auch wenn dort nichts gekauft wurde, die Lade-/Liegefläche von 1,80 m taugt schon für den einen oder anderen Möbelkauf. Für ein Nickerchen könnte man auch noch den Raum zwischen Rückbank und Vordersitzen ausstopfen, um auf beachtliche 2 Meter zu kommen.

 

Heute, beim Kilometerstand von 133.634 und einem Alter von fast 18 Jahren kann ich sagen, dass ich mit meinem ersten Auto sehr zufrieden bin. Wenn ich noch einmal vor der Wahl meines Erstwagens stünde, würde ich eventuell wieder zu diesem Modell greifen. Das sehr erwachsene Fahrverhalten in Verbindung mit der tollen Zuverlässigkeit machen für mich ein Traumauto aus. Wenn mich der Wechselwille plagen sollte, dann bestimmt nicht, weil ich in irgendeiner Art und Weise unzufrieden war.

 

Was steht in Zukunft an? Nun ja, der letzte Ölwechsel liegt schon wieder ein Jahr bzw. 14.000 Kilometer zurück. Da besteht auf jeden Fall Handlungsbedarf. In diesem Zuge möchte ich auch gern die Bremsflüssigkeit und einige Filter wechseln, um auf der sicheren Seite zu sein. Denn in den Sommerferien, wenn ich endlich volljährig bin, werde ich mit dem Honda in den Urlaub fahren.

 

PS: Inklusive Kaufpreis liegen die Kosten pro Kilometer bei 30 Cent, diesen bei der Berechnung nicht berücksichtigt 19 Cent.

 

Zuletzt möchte ich euch natürlich einige weitere Bilder nicht vorenthalten.

 

Es grüßt euch

euer Schlawiner

 

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04.10.2015 12:50    |    Schlawiner98    |    Kommentare (9)    |   Stichworte: Accord, Frankfurt, Honda, IAA

Es ist schon wieder ziemlich lange her, dass ihr an dieser Stelle etwas von mir gelesen habt. Tatsächlich habe ich vor gut einem Monat die praktische Führerscheinprüfung bestanden und darf seitdem in Begleitung fahren. Schon lange vorher begannen mein Vater und ich, den Besuch der diesjährigen IAA in Frankfurt zu planen. Wir waren beide noch nie dort, der lange Anfahrtsweg hielt uns bis jetzt davon ab. Dank meiner bestandenen Prüfung kam mir diese sogar recht gelegen! Ich wollte natürlich von Anfang an mit meinem Honda fahren, wozu, wenn nicht zum Fahren, habe ich ihn schließlich gekauft? Mein Vater wollte der "erprobten Langstrecken-Zuverlässigkeit" wegen lieber mit dem BMW fahren. Die einzige äußere Bedingung, die mich auch dazu hätte veranlassen können, wären hohe Außentemperaturen gewesen - Die Klimaanlage des Honda verliert Kältemittel, darum wird sich aber frühestens im Frühling gekümmert. Doch es waren milde Temperaturen angesagt (eigentlich auch nicht verwunderlich Ende September) und so starteten wir am 24.09. gegen 14 Uhr mit dem Honda Richtung Frankfurt. Eine Ferienwohnung im Frankfurter Umland war unser Ziel für diesen Tag...

 

Es war meine erste Autobahnfahrt seit der Prüfung. Deshalb, um den alten Motor auf der langen Stecke nicht zu überlasten und um einen einigermaßen wirtschaftlichen Verbrauch zu erzielen, legten wir eine Reisegeschwindigkeit von ~130 km/h fest. Mit der Zeit stellte ich fest, wie gut wir bei diesem ungewohnt langsamen Tempo vorankamen und wie viele Menschen noch bedeutend langsamer unterwegs waren... Irgendwo auf dem Berliner Ring machten wir die erste Rast. Am Honda war nichts ungewöhnliches festzustellen, sodass wir die Fahrt unbeirrt fortsetzen konnten.

 

 

 

 

 

 

 

Es folgte stockender Verkehr mit viel Stop and Go, zu allem Überfluss an einer Steigung. Doch sowohl mein Auto als auch ich meisterten die Strapazen und es ging weiter. Frankfurt, wir kommen!

 

Es wurde schon langsam dunkel, als wir das erste mal nachtankten. Nach weiteren 100 Kilometern merkte ich, wie ich meine physische Belastungsgrenze so langsam erreicht hatte. Ich bekam Schmerzen im Nacken und verspürte den Drang danach, eine Sitzposition einzunehmen, in der man lieber nicht fahren sollte. Es waren zwar nur noch etwa 1 1/2 Stunden bis zum Ziel, trotzdem ließ ich meinen Vater den Rest der Strecke fahren und entspannte mich ein wenig auf dem Beifahrersitz.

 

Wir erreichten unsere Ferienwohnung planmäßig gegen 22 Uhr und aßen noch ein kleines bisschen Abendbrot, bevor wir zu Bett gingen. Am nächsten Tag sollte es früh nach Frankfurt losgehen. Ganz nebenbei war der Honda nun in seiner alten Heimat. 1998 wurde er nämlich auf Honda Deutschland in Offenbach zugelassen.

 

Wir starteten am nächsten Morgen um 9:30 mit der Bahn und stiegen kurz vor 10 direkt unter dem Eingang zur Messe aus. Mit unseren bereits im Vorfeld erworbenen Eintrittskarten konnten wir schnell und unkompliziert durch die Schleuse gehen und mit unserem Rundgang starten. Ich war erstaunt, wie wenig Betrieb dort auf den ersten Blick herrschte, erinnerte mich aber zugleich an den Tipp eines IAA-Routiniers, den Besuch der Hallen der Premiumhersteller entweder auf den Beginn oder das Ende eines Messetages zu schieben.

 

So begannen wir unseren Rundgang in der Halle von Mercedes-Benz, Praktischerweise sogar Halle 1. Auf der rechten Seite vom Eingang aus gesehen waren jede Menge Smart ausgestellt. Hier schauten wir uns zuerst um und waren auch wieder erstaunt von der geringen Besucherzahl. Doch das änderte sich schlagartig mit Betreten der Ausstellungsfläche, auf der die "richtigen" Mercedes-Modelle gezeigt wurden: Menschenmassen wurden mit Rolltreppen nach oben gekarrt, man musste schon fast anstehen, um ein Auto zu sehen (!), vom Probesitzen ganz zu schweigen. So entschied ich, mich auf die Neuheiten, bestehend aus A-Klasse Facelift, C-Klasse Coupe und S-Klasse Cabriolet, zu fokussieren. Meinem Vater war dies nur recht. Einmal Probesitzen im AMG GT musste natürlich auch noch sein. Fazit: Sehr schöne Autos,doch das Getümmel machte mich mit der Zeit wahnsinnig!

 

 

 

Da es nun nicht mehr schlimmer kommen konnte, entschieden wir, die einzelnen Hallen linear abzuarbeiten. Also ging es weiter mit Halle 2=Audi. Dort bildete sich bereits eine lange Schlange vor dem Gebäude. In dieser "parkte" ich meinen Vater und besuchte noch schnell den kleinen und sehr warmen Stand der Fuchs-Felge. Doch hier gab es nichts besonderes, sodass ich schnell wieder zu meinem Vater ging. Letztendlich ging es doch relativ schnell in die Halle. Dort wollte ich mir eigentlich nur den neuen A4 ansehen. Die große Überraschung: Audi hatte mehrere Fahrzeuge davon zu stehen, sodass ich kaum anstehen musste. Doch die Begeisterung für dieses Modell hielt sich in Grenzen, einfach nichts besonderes in meinen Augen. Ich sah mir noch schnell den Audi S8 Plus an, bevor wir die Halle verließen. Alle anderen Modelle waren mir bereits bekannt.

 

 

 

 

Nun sollte es eigentlich die volle Dröhnung VAG geben. Wir steuerten zwar auf die richtige Halle zu, allerdings auf das falsche Stockwerk. So landeten wir auf der Fläche von "New Mobility". Die Autos dort waren allesamt verschlossen und mein Interesse für e-Scooter hielt sich in Grenzen. Immerhin sah ich noch Det Müller, der eine Show auf der Bühne moderierte. Doch das war's dann auch schon.

 

So ging es jetzt ins Erdgeschoss. Dort sah ich mir zuerst den neuen Skoda Superb Combi an. Ansonsten hatte Skoda nichts neues zu bieten, trotzdem musste ich mich noch einmal in meinen Lieblings-Skoda setzen: Den Octavia RS. Seat hatte nur einen höhergelegten Leon SC als Konzept zu bieten. So ging es also weiter zu VW. Dort setzte ich mich in den mir noch immer von innen unbekannten Phaeton und den "neuen" T6, um dann noch den neuen Tiguan von außen zu begutachten. Interessant wurde es erst bei Porsche, wo ich mich bereitwillig an fast jedem Modell für's Probesitzen anstellte. Am besten gefiel mir dabei der Cayman GT4! Leider konnte ich mir den 918 Spyder nicht aus der Nähe ansehen...

 

 

 

 

 

 

Als nächstes auf dem Schlachtplan stand nun die Halle der Tuner, Jaguar, Land Rover, Borgward und Infinity. Hier jedes Modell aufzulisten, in dem ich Platz nahm, wäre zu viel. Kurzum: Es war diesmal fast jedes! Besonders gut gefiel mir dabei der Jaguar F-Type. Ein wirklich wunderschönes Coupe mit wahnsinnigem Sound und einem sehr angenehmen Cockpit. Überhaupt nicht begeistert war ich vom Land Rover Discovery Sport, dem Nachfolger des Freelander. Dieser wirkte einfach nur billig, was die Materialien im Innenraum anging. Auch der neue China-Borgward, dessen Modellbezeichnung mir entfallen ist, konnte mich absolut nicht überzeugen.

 

 

 

 

 

 

Begeistert hingegen war ich von Infiniti. Der kleine Q30 auf Basis der A-Klasse macht wirklich eine gute Figur und überzeugt mit deutlich besserem Raumgefühl und mindestens genauso guten Materialien. Die Verwandtschaft zur A-Klasse zeigt sich nur in kleinen Details wie der Sitzverstellung und einigen Tasten und Schaltern. Ansonsten ist das Design komplett eigenständig. Doch noch mehr beeindruckt hat mich die Mittelklasse-Limousine Q50. Das Außendesign ist wirklich hinreißend schön extrovertiert. Dazu kommen das super Platzangebot und die sehr bequemen Sitze! Einzig die beiden übereinanderliegenden Displays im Cockpit, das eine zur Anzeige des Navis, das andere für Einstellungen via Touch-Eingabe, finde ich etwas unschön. Das hätte man hübscher lösen können...

 

 

 

 

 

Somit war's das auch schon für den ersten Tag. Am Samstag sollte es mit den nächsten Hallen weitergehen.

 

Wieder waren wir gegen 10 Uhr an der Messe. Doch dann der große Schock: Das gestern noch so leere Foyer war überfüllt mit Menschen. Und ausgerechnet heute musste wir uns anstellen, um die Eintrittskarten zu erwerben. Das ging jedoch schneller als erwartet und so konnten mein Vater und ich unseren Rundgang bei Hyundai fortsetzen. Hier sah ich mir die beiden aktuellen SUV, Santa Fe und Tucson, an und war angenehm überrascht. Die Vorgänger derer konnten mich nämlich absolut nicht begeistern, die neuen sind aber richtig gut gemacht. Als nächstes begutachtete ich den Genesis, den ich bisher erst einmal in Natura gesehen habe. Ich war absolut verblüfft von diesem Auto. Das Design fast ein bisschen englisch, die Materialien und deren Verarbeitung auf hohem deutschen Niveau. Dazu wieder sehr bequeme Sitze, die gleich mal als Maßstab für diesen Tag dienten. Auch der i30 Turbo wusste zu überzeugen. Leider fand ich keinen Veloster. Entweder es stand dort tatsächlich keiner oder meine Suchfähigkeiten wurden im Kleinkindalter durch zu selten stattfindendes Ostern nicht ausreichend geschult.

 

Weiter ging es zu Alfa Romeo. Auf diesen Stand und besonders die Giulia freute ich mich besonders, zumal ich noch nie in einem Alfa gesessen habe. Doch keine Giulia war frei zugänglich, sodass die Enttäuschung riesig war. Auch MiTo und Giulietta konnten mich nicht überzeugen, zu weich die Sitze, zu einfach die Materialien. Auch die anderen Italiener waren nicht besser. Der Lancia Y, der einst DER hochwertige Kleinwagen war, wirkte billig. Maserati war mit zwei Modellen vor Ort, beide verschlossen und von Menschenmassen umlagert. Den Stand von Ferrari konnte man gar nicht erst betreten und bei Fiat gab es genau ein Modell, das mir einigermaßen gefiel: Der 500 X.

 

 

 

 

 

 

Bei Citroen sprach mich der DS4 mit schönem Design, tollen Materialen und einer super Ausstattung an. Peugeot hatte den neuen 308 GTi zu bieten, der mir auch sehr gut gefiel. Wie auch der altbekannte RCZ. Doch dann kamen wir zu Renault. Und dort verschlug es meinem Vater und mir die Sprache:

Der neue Renault Megane ist ein sehr schönes Auto geworden, das ganz deutlich Renaults Selbstbewusstsein zeigt. Besonders gut gefallen hat mir dabei der Megane GT mit sehr sportlichen und trotzdem absolut bequemen Sitzen. Auch der große Monitor gefällt mir, anders als zum Beispiel bei Tesla, richtig gut! Doch ganz große Klasse ist der Nachfolger des Laguna, der Talisman. So bescheuert ich den neuen Namen finde, so gut gelungen ist das Auto. Für mich absolut hinreißendes französisches Design gepaart mit super Platzverhältnissen und einer tadellosen Anmutung. Dieses Auto hat das Zeug zum Erfolgstypen!

 

Bei Opel gab es den neuen Astra zu sehen, auf den ich durch die Lobeshymnen im Vorfeld sehr gespannt war. Doch ich wurde enttäuscht. Teilweise billige Werkstoffe und die teils lieblose Verarbeitung ist nicht gerade hilfreich, wenn man wieder an die großen Erfolge vergangener Tage anknüpfen will. Über das Design lässt sich bekanntlich streiten. In meinen Augen ist das neue Modell viel zu verspielt, so kann er mit dem Megane nicht mithalten. Dadurch, dass Opel auch den OPC des Vorgängers ausstellte, konnte ich beide Modelle direkt vergleichen. Selbst wenn ich mir die sportlichen Accessoires des OPC wegdenke, ist er für mich immer noch das stimmigere Auto. Aber wie gesagt, darüber lässt sich streiten...

 

 

 

 

 

Es folgten Nissan, Toyota und Lexus, die für mich allesamt nichts besonderes zu bieten hatten. Deshalb berichte ich darüber nicht weiter.

 

Allerdings konnte ich mich für den Subaru WRX STI begeistern. Er ist genau das, was alle seine Vorfahren schon immer waren: Eine klassische, japanische Sportlimousine mit allerhand Spoilerwerk. Genau der Typ Auto, der leider immer seltener wird. Außerdem gefiel mir das Rot sehr gut, es erinnerte mich an meinen Honda. Die Neuheit auf dem Subaru-Stand hörte auf den Namen Levorg und stellt den Nachfolger des Legacy dar. Auch dessen Design empfand ich als überaus gelungen, einfach weit ab vom Mainstream. Selbst qualitativ, in der Vergangenheit oft die große Schwäche von Subaru, kann er durchaus mit den direkten Konkurrenten wie Toyota Avensis oder Mazda 6 mithalten!

 

Womit wir jetzt auch schon in die vorletzte Halle schritten, begonnen mit Mazda. Für mich persönlich gab es, abgesehen von Konzeptstudien, drei Neuheiten. Die erste war der CX-3, der aufgrund seiner sehr knappen Abmessungen wenige Konkurrenten hat. Doch leider wirken sich diese stadtfreundlichen Maße auch, wer hätte es anders erwartet, negativ auf das Platzangebot im Fond aus. Ich bin mit 1,78m wahrlich kein Riese, hatte aber Probleme, hinter dem optimal auf mich eingestellten Fahrersitz Platz zu finden. Das können viele Kleinwagen sogar besser... Das für mich und offensichtlich auch für die anderen Besucher wichtigste Fahrzeug war allerdings der neue MX-5, die ND genannte vierte Generation. Im Vergleich zum Vorgänger ist er ordentlich geschrumpft und hat tüchtig abgespeckt. Trotzdem können zwei Personen recht bequem in ihm Platz nehmen und mit Sicherheit auch reichlich Spaß haben. Nicht mehr, aber auch nicht weniger, wird von ihm erwartet. Schon im Stillstand ist diesem Auto die Dynamik anzumerken, die ultrakurzen Schaltwege wissen zu begeistern! Die letzte angesprochene Premiere war der Mazda 2, der zwar schon länger auf dem Markt ist, ich ihn aber noch nicht begutachtet habe. Mir gefiel das auf's wesentliche reduzierte Cockpit mit seinem großen Display, für diese Fahrzeugklasse recht untypisch. Für mich stellt er den Bilderbuch-Kleinwagen dar: Von außen niedlich bis knuffig, innen geräumig und hochwertig. Für mich ist es unverständlich, weshalb es immer noch Leute gibt, die da zum absolut überteuerten Audi A1 greifen...

 

Die Präsentation von Mitsubishi überspringe ich an dieser Stelle, da es dort für mich nichts interessantes zu entdecken gab. Das einzige Modell, das mich äußerlich optisch anspricht, ist der Lancer. Doch das Interieur ist eine absolute Katastrophe, eine Mischung aus schlechtem Design und billigen Materialien.

 

Weiter ging es also bei Suzuki. Ganz vorn stand der Vitara S, der jetzt mit 140 PS ganz annehmbar motorisiert sein dürfte. Das ist eines der Autos, bei dem die Farbwahl eine sehr entscheidende Rolle spielt: In dem ausgestellten Mausgrau macht er nicht viel her. Doch ich habe auch schon die Kombination aus roter Karosserie und schwarzem Dach gesehen, die ihm den gewissen Pepp gab. Jedenfalls sah ich ihn jetzt zum ersten mal von innen und war erstaunt, wie geräumig er im Vergleich zum CX-3 ausfiel. Auch die Kunststoffe wirkten einigermaßen hochwertig, was ich von Suzuki so bisher gar nicht kannte. Ein Lob dafür! Ganz und gar nicht überzeugen konnte mich der neue Baleno. Ich denke nicht, dass dieses Modell in der hart umkämpften Kompaktklasse Fuß fassen kann. Falls doch, dann sollte mich das sehr wundern...

 

Bei Kia gab es neben dem neuen Sportage (mal wieder ein SUV, langsam reicht's) die neuen GT-Modelle zu sehen. Der Cee'd ist ja schon seit längerem als solches zu haben, neu ist die Ausstattung GT-Line, die sportliche Akzente an einen zivilen Motor koppelt. Die Ähnlichkeit des Namens zu beispielsweise S-Line oder AMG-Line ist dabei natürlich rein zufällig! Ein neues, "richtiges" GT-Modell wurde allerdings auch noch vorgestellt: Der Optima GT. Noch vor ein paar Jahren hätte Kia nie im Leben das nötige Selbstbewusstsein besessen, eine Mittelklasse-Limousine im Sporttrimm mit sage und schreibe 245 (!) PS auf den Markt zu bringen. Trotz doppelflutiger Auspuffanlage sieht man dem Optima seine Leistung nicht an. Der dürfte für den einen oder anderen verflüfften Blick sorgen!

 

 

 

 

 

Besonders gespannt war ich auch auf Honda und ob es auch ohne den Accord in Europa möglich ist, dieser Marke treu zu bleiben. Die Antwort darauf: JA! Mein Vater, der selbst schon einmal einige Jahre Honda fuhr (CR-V der zweiten Generation), war vom neuen HR-V sehr positiv angetan. Das wunderte mich zwar, da er (wie ich auch) eigentlich überhaupt kein SUV-Fan ist. Doch auch ich konnte Gefallen an diesem Auto finden. Das Cockpit wusste mit neuer Sachlichkeit, in den letzten Jahren ging Honda ja ganz andere Wege, zu gefallen. Auch die Sitzposition fand ich für ein SUV sehr angenehm. Doch mein absolutes Highlight dieses Standes (und rückwirkend betrachtet auch der gesamten Messe) war der Honda Civic Type-R. Das erste mal sah ich das Modell bereits im April in London, allerdings noch mit abgeklebten Emblemen. Seitdem freute ich mich auf das erste Probesitzen. Nun war es endlich so weit und meine Erwartungen wurden nicht erfüllt, sondern meilenweit übertroffen. Die Schalensitze waren recht angenehm gepolstert und vermittelten somit einen guten Kompromiss aus Alltag und Rennstrecke. Trotz dieser ganzen sportlichen Merkmale vernachlässigt der Type-R seine Talente, die schon die zivile Basis bietet, nicht im geringsten: Da der Tank unter den Vordersitzen montiert ist, lassen sich die Sitzflächen im Fond wie Kinosessel nach oben klappen, um beispielsweise ein Fahrrad zu transportieren. Legt man die Rückbank komplett um, ergibt sich eine riesige Ladefläche... Aber wer kauft einen Type-R, um damit Umzüge zu fahren???

 

Ford präsentierte einen der Hauptkonkurrenten des Type-R, den neuen Ford Focus RS. Leider stand dieser nur verschlossen auf der typischen "Drehscheibe", so musste zum Probesitzen der Focus ST ausreichen. Aber verglichen mit dem Type-R zieht er für mich klar den Kürzeren! Außerdem zeigte man dem Publikum noch den neuen Ford GT, leider auch wieder nicht frei zugänglich. Dafür nahm ich im neuen Mustang platz. Doch lange konnte ich dort nicht verweilen, schließlich war es bereits 17:30 und es wartete noch die letzte Halle, nämlich die von BMW und Mini.

 

 

 

 

 

 

 

 

Mein Plan war aufgegangen: Im Vergleich zu Mercedes und Audi am Vormittag war es bei BMW relativ leer. So konnten wir uns zuerst die Show ansehen, bei der die M-Modelle über die "Straßen" der Halle fuhren und ihren Sound präsentierten. Herrlich! Als nächstes sah ich mir den neuen 7er an. BMW hatte tatsächlich 5 verschiedene Versionen ausgestellt, aller Achtung! Die Hybrid-Version diente dazu, den Platz des Selbstfahrers einzunehmen. Es ist war komplett anderes Gefühl als in einer S-Klasse. Als wenn viel mehr Wert auf diesen Platz gelegt wurde. Danach musste ich natürlich noch den Platz hinten links testen. Wo, wenn nicht im 750iL? So stellte ich mich also brav in die Schlange. Als ich nun endlich saß, entspannte ich erst einmal einen kleinen Moment. Es muss wirklich sehr bequem gewesen sein, denn erst nach zehn Minuten stieg ich wieder aus. Im Untergeschoss besichtigte ich noch mit meinem Vater zusammen das M235i Cabrio, auch ein wirklich wahnsinnig schönes Auto. Es blieb noch Zeit, um in Z4 und den neuen 1er einzusteigen, dann ertönten bereits die Durchsagen, die Messe schließe in wenigen Minuten und man möge doch bitte die Hallen verlassen. So schafften wir vorbildlichen Besucher es also nicht mehr, uns den neuen Mini anzusehen. Der zweite und letzte Messetag war somit beendet.

 

Die IAA war für mich eine super Erfahrung. So viele tolle Autos an einem Ort sieht man selten. Ich werde in zwei Jahren sicher wieder dort sein. Dann aber wahrscheinlich ohne meinen Vater, dem der ganze Trubel zu viel war. Am Sonntag Morgen starteten wir wieder nach Hause. Diesmal war ich ausgeruht genug, um die ganze Strecke selbst zu fahren. Der Honda hat sich super geschlagen und seine "Langstrecken-Zuverlässigkeit" unter Beweis gestellt. Am Ende standen gut 1.500 Kilometer mehr auf dem Zähler.

 

 

 

 

 

 

 

In der Bildergalerie findet ihr noch einige Fotos, die ich nicht mehr in den Artikel gepresst habe. Doch auch diese bildet nur einen kleinen Auszug dessen, was ich an diesem Wochenende fotografiert habe, denn insgesamt waren es 1.000 Fotos. Solltet ihr weitere Fragen zu einem bestimmten Modell haben, die ich hier noch nicht beantwortet habe, oder ein Foto wünschen, so braucht ihr nur zu kommentieren. Ich werde dann versuchen, eure Wünsche zu erfüllen.

 

Ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende.

Liebe Grüße, euer Schlawiner!

 

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29.06.2015 14:52    |    Schlawiner98    |    Kommentare (100)    |   Stichworte: 6, Accord, Honda

Fahrzeugvorstellungen gab es in meinem Blog schon des öfteren. Doch diese ist etwas ganz besonderes. Denn ich präsentiere euch heute mein erstes eigenes Auto:

 

Es handelt sich um einen Honda Accord 1.8 VTEC. Aber zuerst gibt es ein paar Worte dazu, wie es überhaupt zum Kauf kam.

 

Es begann alles an einem furchtbar verregneten Sonntag. Eigentlich genau so einem Tag, an dem man besser zu Hause vor dem warmen Kamin sitzen bleibt, im Juli wohlgemerkt! Doch mein Vater und ich hatten die blödsinnige Idee, ein paar Autohäuser in der Gegend abzuklappern. Es war denkbar ungemütlich und wir wollten eigentlich schon wieder nach Hause, als es aufhörte zu regnen. Also wurde beschlossen, zu einem VW- und Audi-Autohaus aufzubrechen und dort den erst kürzlich von meinem Onkel in Zahlung gegebenen Audi A3 1.2 TFSI mit DSG-Getriebe zu begutachten. Natürlich sahen wir uns auch alle anderen Autos auf dem Hof an. Als wir dann eigentlich gerade wieder ins Auto steigen und losfahren wollten, blitze aus dem Werkstattbereich ein Audi A4 B5. Er stellte sich als relativ einfach ausgestatteter 1.6er heraus und präsentierte sich optisch nahezu makellos. Er war aus erster Hand, erstmals 1996 zugelassen und seitdem 102.000 Kilometer gelaufen. Die Pirelli-Reifen waren erst ein Jahr alt, die Bremsen neuwertig. Mit diesen Eindrücken und dem Preis von 990 Euro verließen wir den Hof. Es folgte eine schlaflose Nacht. Am Tag darauf dann die große Enttäuschung: Der Audi wurde an einen Polen verkauft...

 

Voller Enthusiasmus durchsuchte ich das Netz nach dem passenden B5. Dabei wurde mir schnell bewusst, dass gepflegte Modelle relativ selten und zu höheren Preisen angeboten wurden, als ich zu zahlen bereit war. Die Bastelbuden regierten das Angebot. Häufig musste ich etwas wie "Audi A4 S-Line VOLLVOLLVOLL" lesen. Also verlief diese Suche im Sande.

 

Die nächste Idee war, nach einem BMW 316i der als robust geltenden Baureihe E36 zu suchen. Die Coupes hatten es mir dabei besonders angetan. Das Preisniveau lag hier weit über dem des Audi A4, doch da mich das Auto emotional stärker fesselte als der vernünftige und relativ langweilige A4 war das für mich nebensächlich. Also ging es an einem Freitag Nachmittag nach Berlin, um dort ein seriös wirkendes silbernes 316i Coupe zu besichtigen. Dort angekommen fiel zuerst die enorme Tieferlegung auf, die auf den Inseratbildern so nicht ersichtlich war. Die ersten vier Gänge ließen sich sauber durchschalten, doch zum fünften hin war eine schwer zu überwindende Blockade in der Leerlaufgasse. Für mich der eindeutige Hinweis darauf, dass dieses Auto fast nur in der Stadt bewegt wurde. Weitere Gespräche mit dem Verkäufer oder eine Probefahrt waren somit überflüssig. So ging es unvollendeter Dinge wieder nach Hause, dafür (mal wieder) um eine Erfahrung reicher: Autos aus Berlin sind bescheiden toll...

 

Wieder der Heimat näher hielten wir bei einem Händler, der einen völlig überteuerten und deshalb aus der Suche aussortierten E36 anbot. Optisch stand er wirklich gut da und machte einen seriösen Eindruck, allerdings war es 17:30 Uhr und es war nur noch der Schlosser anzutreffen, der uns weder weitere Informationen zum Fahrzeug geben konnte, noch den Schlüssel holen. Nun hatten wir die Autosuche für diesen Tag endgültig abgeblasen.

 

Einer Umleitung sei Dank kamen wir doch noch an einem Fiat-Autohaus vorbei. Dort stand er dann, der rot funkelnde Honda Accord. Auch hier herrschte bereits Feierabendbetrieb, was uns nicht davon abhielt, das Auto ausgiebig zu untersuchen. Rost, bei vielen alten Japanern ein fettes Problem, konnten wir nirgends entdecken. Dellen oder Kratzer ebenso Fehlanzeige. Der Innenraum sah durch die Fenster betrachtet wie neu aus. Außerdem stellten wir fest, dass die Hankook-Reifen erst zwei Jahre alt waren und in dieser Zeit nicht viel gelaufen sein konnten. Auch die Bremsen zeigten keinerlei Verschleißerscheinungen. Leider hing kein Verkaufsschild im Auto, sodass jegliche Informationen im Verborgenen blieben.

 

Ein paar Tage später folgte die Besichtigung. Es stellte sich heraus, dass der Honda am 22.10.1998 (also 2 1/2 Monate nach meiner Geburt) auf Honda Deutschland in Offenbach zugelassen wurde. 1999 wechselte er dann in Privatbesitz und wurde von diesem bis zum Kilometerstand von 119.700 gefahren. Der Zahnriemen wurde 2012 bei 104.000 Kilometern gewechselt, zum gleichen Zeitpunkt wurde auch eine Klimawartung durchgeführt. Die Verkäuferin sicherte noch zu, einen Ölwechsel sowie frischen TÜV machen zu lassen, bevor er verkauft wird. Mit allerhand schönen Dingen wie vier elektrischen Fensterhebern, elektrisch verstellbaren Außenspiegeln, der bereits erwähnten Klimaanlage sowie dem originalen Navigationssystem (!) wusste der Honda zu begeistern. Die Probefahrt konnte vollkommen überzeugen und so unterzeichnete mein Vater für mich den Vertrag. Bis zur Abholung vergingen zwei unendlich lange Tage und Nächte. Auf jeden Fall verstehe ich jetzt den Slogan von Honda: The Power of Dreams...

 

Seit Donnerstag ist er jetzt in seinem neuen Zuhause. Der Lack war frisch poliert, also bestand hier absolut kein Handlungsbedarf. Dementsprechend musste ich mir nur noch den Innenraum vornehmen, der aber auch nicht sonderlich verdreckt war. Auf jeden Fall finde ich, dass er ein ziemlicher Hingucker ist. Aber seht selbst:

 

 

Leider muss ich, bis ich ihn selbst fahren darf, noch die praktische Prüfung bestehen und mich bis zu meinem 17. Geburtstag gedulden. So lange müsst ihr auch noch auf die Fahreindrücke aus meiner Sicht warten. Bis dahin-

 

Gruß Schlawiner

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