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SportsLounge Alles was mich an Autos interessiert.

17.12.2016 16:24    |    Rotherbach    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: Kaufberatung, Nissan, P10, Primera, Probleme, Schwächen, Schwachstellen, Traveller, W10

Einleitung

 

Der Nissan Primera ersetzte ab 1990 in Europa den Nissan/Datsun Bluebird. Der Primera war eine gefällig gezeichnete Mittelklasse Limousine oder Kombi. Die Limousine gab es zum einen als klassisches Stufenheck, aber auch als Fließheck. 1993 gab es eine kleine Modellpflege, bei welcher vor allem die Motoren überarbeitet wurden. In 1995 wurde ein wirkliches Facelift durchgeführt und 1997 wurde der P10 durch den gleichnamigen Nachfolgder der Baureihe P11 ersetzt.

 

In der Baureihe P10 des Primeras wurden überwiegend Benzinmotoren eingesetzt, es handelte sich ausschließlich um 4-Zylinder mit entweder 1.6 oder 2.0L Hubraum. Diese leisteten zwischen 90 und 150 PS. Ein Dieselmotor mit 2L Hubraum und 75 PS war ebenfalls im Angebot. Frühe Benziner erfüllen die Euro 1 Norm und können überwiegend auf die Euro2 Norm aufgerüstet werden. Späte Modelle erfüllen bereits ab Werk die Euro 2 Norm. Die Dieselmotoren hingegen können nicht so aufgerüstet werden, dass Ihr Betrieb heute noch sinnvoll erscheint. Die Motoren lieferten Ihre Leistung entweder per Schaltgetriebe oder merklich seltener per Automatikgetriebe an die Vorderräder. Der 2L Motor mit 115 PS konnte alternativ auch mit Allradantrieb bestellt werden. Als Zuverlässig und haltbar gelten auch Modelle im hohen Alter und mit hoher km-Laufleistung, allerdings ist die 90 PS Variante mit einem Vergaser ausgestattet und dieser ist entsprechend der Alterung unterworfen. Die Fahrleistungen sind gut, die 150 PS Variante erzielt sogar sehr gute Fahrleistungen.

 

Der Primera bietet einen großzügigen Innenraum und Kofferraum. Die Verarbeitung ist gut, der Korrosionsschutz ordentlich. Die Ausstattung für die jeweiligen Baujahre überdurchschnittlich, allerdings muss man hierbei das Niveau der jeweiligen Baujahre berücksichtigen. Das Sicherheitsniveau ist heutzutage unterdurchschnittlich, ABS und zwei Airbags können jedoch je nach Baujahr vorhanden sein. Die Fahrwerksabstimmung ist dynamisch mit gutem Komfortniveau. Bis 1994 gilt die Lenkung als rückmeldungsarm, ab 1994 wurde die Lenkung nachgebessert, wodurch die Agilität und Dynamik des Primeras nochmals gesteigert wurde. Ebenfalls 1994 wurde die Bremsanlage verbessert, wodurch die Bremsleistung weiter verbessert wurde.

 

Das Angebot der ersten Generation des Primeras hat in der näheren Vergangenheit stark abgenommen. Mittlerweile werden selten mehr als 100 Fahrzeuge in Deutschland angeboten. Das Preisniveau ist sehr niedrig, es beginnt bei wenigen 100 Euro und erreicht aktuell eher selten 3000 Euro. Das Preisniveau für Ersatzteile ist durchschnittlich, allerdings sind mittlerweile bei einigen Ersatzteilen Beschaffungsprobleme zu verzeichnen.

 

Typische Schwachstellen des Nissan Primera (P10/W10):

 

Benzinmotoren:

  • gelängte Steuerketten
  • 1.6L Vergaser (bis Mitte 1993): Verhärtete und poröse Schläuche, Dichtungen, Membranen und verschlissene Düsen im Vergaser: Motorruckeln, schlechte Abgaswerte, hoher Verbrauch
  • 2.0: verschlissene Nockenwellen, falls beim Öl gespart wurde/wird
  • 1.6L: Zündverteiler verschlissen, defekte Lichtmaschinen
  • verharzte Drosselklappen
  • defekte Flexrohre
  • undichte Kühlmittelausgleichsbehälter
  • defekte Anlasser

 

Aufgrund der Seltenheit des Dieselmotors, liegen keine Informationen zu seinen Schwächen oder typischen Defekten vor.

 

Getriebe und Antrieb:

  • verschlissene Synchronisation v.a. 5. Gang
  • verschlissenes Getriebe, v.a. 5.Gang fliegt beim Fahren raus
  • abgerissene Antriebswellen
  • ausgeleierte, unpräzise Schaltung
  • undichte Kupplungsgeberzylinder

 

Fahrwerk:

  • Verschlissene obere Querlenker Vorderachse
  • verschlissene Achsschenkellager Vorderachse
  • verschlissene Domlager
  • verhärtete Achslager, verschlissene Buchsen Hinterachse; verursacht quietschen und rappeln

 

Sicherheit:

  • Korrosion Bremssättel hinten
  • defekte Lichtschalter
  • defekte ABS Sensoren
  • verschlissene Zündschlösser

 

Komfort:

  • defekte Zentralverriegelung, einzelne Türen werden nicht geöffnet oder geschlossen, Fahrzeug verschließt sich ohne Betätigung
  • ausgeleierte Schlösser

 

Karosserie & Korrosion:

  • Endschalldämpfer
  • korrodierte Griffe und Hebel (nur verchromte)
  • Schweller
  • Radläufe und –kästen hinten, zieht sich bin in die Einstiege hinnein
  • Federdöme

 

Bitte beachten: Gebrauchte Fahrzeuge hatten ein Leben vor dir. Daher können sie neben den typischen Mängeln auch ungewöhnliche Mängel, Macken und Fehler haben, die zu ermitteln unmöglich ist. Daher muss man jedes Auto individuell begutachten und darf sich nicht darauf verlassen, dass in einer Kaufberatung wirklich alle Fehler aufgeführt sind. Aus diesem Grund ist eine Kaufberatung ein Hilfsmittel und ersetzt im Zweifel keinen Fachmann und keine ausgiebige Begutachtung. Außerdem bemühe ich mich zwar ein möglichst vollständiges Bild zu geben, kann aber leider nicht gewährleisten, dass ich wirklich jeden Mangel recherchieren konnte.

 

Copyright: Rotherbach, 2016, Artikel darf bei Angabe der Quelle im Rahmen der Copyleft Regeln frei verwendet werden.

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17.12.2016 15:28    |    Rotherbach    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: Chevrolet, Daewoo, Kaufberatung, KLAK, KLYA, Matiz, Probleme, Schwächen, Schwachpunkte

Einleitung

 

Der Daewoo bzw. Chevrolet Matiz wurde 1998 als Kleinstwagen unterhalb des Lanos eingeführt. Das Design ist rundlich, gefällig mit einem ausdrucksvollen Gesicht. Der Matiz ist sehr kompakt und lediglich 3.5m lang, dennoch ist der Matiz immer ein 5-Türer. Im Jahr 2002 wurde am Matiz ein Facelift durchgeführt, ab 2004 wurde der Matiz unter der Marke Chevrolet vertrieben, ehe er 2005 durch einen gleichnamigen Nachfolger ersetzt wurde.

 

Im Matiz wurden zwei verschieden große Benziner eingesetzt, die immer an ein 5-Gang Schaltgetriebe gekoppelt waren. Die Motoren liefern ein akzeptables Leistungsniveau und ein ordentliches Preis-Leistungsverhältnis. Sie konnten ab Werk mit einer LPG Anlage geordert werden. Die Fahrleistungen sind für den städtischen Bereich ausreichend, über Land oder auf der Autobahn wirkt der Matiz überfordert.

 

Das Platzangebot im Matiz ist der Fahrzeuggröße angemessen, große Personen werden sich nicht sehr wohlfühlen. Das Kofferraumniveau ist klein. Die Ausstattung kann sehr schmal ausfallen, speziell Basismodelle konnten zugunsten eines niedrigen Basispreis sehr wenig Ausstattung haben. Allerdings gibt es auch Fahrzeuge mit Klimaanlagen. Die Verarbeitung des Matiz ist zufriedenstellend der Korrosionsschutz allerdings ist unterdurchschnittlich bis schlecht. Das Komfortniveau ist ok, die Heizleistung gilt als gut. Die Fahrwerksabstimmung ist komfortabel und merklich untersteuernd ausgelegt. Das Sicherheitsniveau des Matiz ist unterdurchschnittlich, die Bremsleistung ist unterdurchschnittlich bis schlecht.

 

Das Angebot an Matiz der ersten Generation ist noch solide, die Anzahl angebotener Fahrzeuge nimmt aber merklich ab. Die aufgerufenen Preise schwanken von wenigen hundert Euro für fahrfähige Fahrzeuge, doch auch sehr gepflegte Fahrzeuge mit neuem TÜV sind selten teuer. Das Preisniveau für Ersatzteile ist niedrig, aber teurer als bei vergleichbaren europäischen Modellen. Durch den Rückzug der Marken Daewoo und Chevrolet vom europäischen Markt ist in Zukunft mit Einschränkungen bei der Teilebeschaffung zu rechnen.

 

Typische Schwachstellen des Daewoo/Chevrolet Matiz (MK1):

 

Benzinmotoren:

  • Häufung von Zahnriemenrissen, vor Erreichen des Wechselintervalles
  • defekte Zylinderkopfdichtungen
  • Verschlissene Kurbelwellen- und Pleuellager bis 2001
  • verharzte, verkokte und defekte Abgasrückführungsventile
  • undichte Abgasanlagen
  • Ölverlust an Ölwanne
  • Ölverlust an Ventildeckeldichtung
  • Steinschlagdefekte am Kühler
  • defekte Lichtmaschinen
  • verschlissene Anlasser

 

Getriebe und Antrieb:

  • verschlissene Schaltgestänge, wird dies nicht behoben, kann ein Getriebeschaden die Folge sein
  • defekte Getriebe

 

Fahrwerk:

  • verschlissene Achslagerung Vorderachse
  • verschlissene Achslagerung Hinterachse
  • verschlissene Spurstangenköpfe

 

Sicherheit:

  • defekte Gurtschlösser, waren auch Teil eines Rückrufes (Prüfen ob Rückruf durchgeführt)
  • Korrosion und Risse an Bremsleitungen

 

Komfort:

  • gebrochene Sitzfedern

 

Karosserie & Korrosion:

  • Korrosion Tank
  • Korrosion Träger Unterboden
  • Korrosion Schweller
  • Korrosion Befestigung Querlenker
  • Unterrostung der Traggelenke
  • Korrosion Auspuffanlage

 

Bitte beachten: Gebrauchte Fahrzeuge hatten ein Leben vor dir. Daher können sie neben den typischen Mängeln auch ungewöhnliche Mängel, Macken und Fehler haben, die zu ermitteln unmöglich ist. Daher muss man jedes Auto individuell begutachten und darf sich nicht darauf verlassen, dass in einer Kaufberatung wirklich alle Fehler aufgeführt sind. Aus diesem Grund ist eine Kaufberatung ein Hilfsmittel und ersetzt im Zweifel keinen Fachmann und keine ausgiebige Begutachtung. Außerdem bemühe ich mich zwar ein möglichst vollständiges Bild zu geben, kann aber leider nicht gewährleisten, dass ich wirklich jeden Mangel recherchieren konnte.

 

Copyright: Rotherbach, 2016, Artikel darf bei Angabe der Quelle im Rahmen der Copyleft Regeln frei verwendet werden.

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07.12.2016 21:50    |    Rotherbach    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: 89, Audi, Cabrio, Cabriolet, Coupe, Kaufberatung, Probleme, Schwächen, Schwachpunkte, Schwachstellen

Einleitung

 

Audi brachte das Audi Coupe, auf Basis des Audi vom Typ 89 im Jahr 1988 auf den Markt. Auf der gleichen Basis wurde das Audi Cabrio 1991 auf den Markt gebracht. Das Design ist runder als der Vorgänger, das Audi Coupe der Baureihe B2 (Typ 81/85) und läuft sehr straight forward als Fließheck aus. Das Coupe wirkte 1988 ziemlich modern und futuristisch. Das Cabrio wirkt weicher und weniger modern als das Coupe. Das Coupe wurde 1991 einem Facelift unterzogen, womit sich die Optik stärker dem Audi 80 B4 annäherte. 1996 wurde das Coupe eingestellt, das Cabrio wurde 1997 einem Facelift unterzogen und erst 2000 eingestellt.

 

Im Coupe wurden ausschließlich Benzinmotoren eingesetzt. Die Palette begann bei einem 2L 4-Zylinder und reichte über 5-Zylinder, die zum Teil aufgeladen waren bis hin zu V6 Motoren mit bis zu 2.8L. Die Leistung reichte von 113 PS bis hin zu 230 PS. Die Charaktere reichen von komfortabel bis hin zu sportlich, bellend und drehzahlfreudig. Beim Cabrio gab es neben einer breiten Palette von Benzinern auch einen 1.9L TDI Dieselmotor. Bei den Benzinern entfielen die 5-Zylinder 20V und Turbomotoren. Der TDI Motor leistet 90 PS, in 1996 erhielt er eine leichte Überarbeitung, die ihm mehr Drehmoment brachte. Alle Benzinmotoren mit Werkskat lassen sich auf Euro2 aufrüsten, der TDI Motor erreicht bestenfalls Euro 2 und erhält damit bestenfalls die rote Plakette. Beim Coupe konnten teile der Motoren mit dem quattro Allradantrieb kombiniert werden, das Cabrio gab es nur als Fronttriebler. Ein Teil der Motoren konnte mit einem Automatikgetriebe kombiniert werden.

 

Coupe und Cabio bieten vorne ordentlich Platz für Fahrer und Beifahrer. Im Fond gibt es merklich weniger Platz. Dafür ist das Kofferraumvolumen für die Fahrzeugklasse beachtlich. Die Ausstattung der Fahrzeuge schwankt sehr stark, dies ist dem Bauzeitraum und den Veränderungen geschuldet, alle wesentlichen Komfortextras waren zumindest verfügbar, eine Klimaanlage war jedoch niemals serienmäßig. Der Fahrkomfort ist gut, die S2 Modelle sind entsprechend sportlich abgestimmt. Die Lenkung gilt als etwas indirekt. Die Verarbeitung des Coupes und des Cabrios sind sehr gut, der Korrosionsschutz ist sehr gut. Das Cabrio ist uneingeschränkt Wintertauglich. Das Sicherheitsniveau ist lediglich unterdurchschnittlich, dies ist aber dem Alter geschuldet.

 

Das Angebot an Coupes und Cabrios ist gut, die Anzahl angebotener Cabrios größer. Das Preisniveau ist in Abhängigkeit der Motorisierung und des Zustandes von niedrig bis sehr hoch v.a. für wenig gelaufene S2 und 20V Modelle. Je nach Motorisierung sind die Teilekosten hoch. Bei einigen speziellen Teilen ist die Teileversorgung eingeschränkt.

 

Typische Schwachstellen des Audi Coupe & Cabrio (89):

 

Benzinmotoren:

  • defekte Katalysatoren
  • Risse im Abgaskrümmer
  • V6 Motoren: defekte Zylinderkopfdichtungen, defekte Wasserpumpen, Ölverlust, gebrochene Stehbolzen des Abgaskrümmers v.a. am linken Zylinderkopf, defekte Ansaugbrücken und Schläuche durch Öldämpfe
  • 4-Zylinder und 10 Ventil-5 Zylinder: defekte KE Jettronic, holpernder Motorlauf
  • S2: Ausfall Motronicsensoren, Ölverlust an Ventildeckeln, defekte Kabelbäume zu Zündspulen, Kühlmittelverlust am Zusatzwasserkühler

 

Dieselmotoren:

  • Risse im Abgaskrümmer
  • defekte Luftmassenmesser
  • defekte Nadelhubgeber
  • kleckernde Injektoren
  • verkokende Ventile
  • verkokte Kolbenringe ? hoher Ölverbrauch
  • oval laufende Zylinderbohrungen ? hoher Ölverbrauch

 

Getriebe und Antrieb:

  • Lagerschäden bei TDI Getrieben

 

Fahrwerk:

  • Verschlissene Querlenkerlager
  • Verschlissene Hinterachsbuchsen
  • verschlissene Hinterachslager
  • verschlissene Koppelstangen
  • Verschlissene Domlager

 

Sicherheit:

  • poröse Bremsschläuche
  • Korrosion Bremsleitungen
  • Ausfall Heckleuchten durch defekte Kabelbäume zum Kofferraum
  • Wassereinbruch in Heckleuchten
  • Lufteinschlüsse in Windschutzscheiben

 

Komfort:

  • Ausfälle von elektrischen Fensterhebern und Schiebefach durch fehlerhafte Lötstellen im Steuergerät
  • Wassereinbruch über defekte Dichtung der Kofferraumzwangsentlüftung (Gitter in Reserveradmulde)

 

Karosserie & Korrosion:

  • Korrosion am Aggregateträger
  • Korrosion am Windschutzscheibenrahmen (kann schwerwiegend sein)
  • Korrosion Wagenheberaufnahmen
  • Korrosion im Träger der Hinterachse durch Undichtigkeiten (Kann an hinteren Gurten festgestellt werden, komplett herausziehen – wenn das innere Ende muffig/modrig riecht)
  • Korrosion und ausgeschlagene Türscharniere
  • Korrosion Nähte Reserveradmulde und Kofferraumzwangsentlüftung

 

Bitte beachten: Gebrauchte Fahrzeuge hatten ein Leben vor dir. Daher können sie neben den typischen Mängeln auch ungewöhnliche Mängel, Macken und Fehler haben, die zu ermitteln unmöglich ist. Daher muss man jedes Auto individuell begutachten und darf sich nicht darauf verlassen, dass in einer Kaufberatung wirklich alle Fehler aufgeführt sind. Aus diesem Grund ist eine Kaufberatung ein Hilfsmittel und ersetzt im Zweifel keinen Fachmann und keine ausgiebige Begutachtung. Außerdem bemühe ich mich zwar ein möglichst vollständiges Bild zu geben, kann aber leider nicht gewährleisten, dass ich wirklich jeden Mangel recherchieren konnte.

 

Copyright: Rotherbach, 2016, Artikel darf bei Angabe der Quelle im Rahmen der Copyleft Regeln frei verwendet werden.

Aktualisierung 2017

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04.12.2016 22:08    |    Rotherbach    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: A112, A 112, Abarth, Autobianchi, Kaufberatung, Lancia, Probleme, Schwächen, Schwachstellen

Einleitung

 

Der Autobianchi A112 ist ein Kleinwagen, der von Autobianchi entwickelt und ab 1969 verkauft wurde. Mit einer Modellpflege 1977 wurde der Wagen unter der Marke Lancia weitervertrieben. Der A112 war ein klassisch gestylter Kleinwagen mit kurzen Überhängen, filigranem Aufbau und sehr kompakten Abmessungen. Nach einer Serie von sieben kleinen Überarbeitungen endete die Produktion erst im Jahr 1986.

 

Im A112 wurden ausschließlich Benzinmotoren angeboten. Die technische Grundlage stammte stets von Fiat. Der kleinste Motor hatte rund 900ccm und der größte knapp 1.1L. Die Motorleistung reichte von 38 PS bis 70 PS im größten Abarth. Die Motoren sind zwar simpel gestrickt mit unten liegender Nockenwelle, Stößeln und hängenden Ventilen, dennoch gelten sie als recht drehfreudig und leistungsstark. In Deutschland wurde ausschließlich ein Schaltgetriebe angeboten, bereits ab 1978 war ein 5-Gang Getriebe verfügbar, die Schaltung gilt als etwas hakelig.

 

Der A112 war zwar als 5 Sitzer konzipiert, galt aber schon bei seinem Erscheinen als etwas klein und eng. Der Fond und der Kofferraum des A112 sind sogar außergewöhnlich klein. Die Ausstattung war seinerzeit gut, das Fahrwerk sehr modern ausgelegt, die Federung aber etwas hölzern, so konnte der A112 eine gute Agilität und Wendigkeit erreichen, war im Komfort jedoch nur Durchschnitt. Die Abstimmung war durch den kurzen Radstand allerdings etwas kritisch, da der A112 bei abrupten Lastwechseln vom Untersteuerer schlagartig zum Übersteuern neigt. Die Verarbeitung des A112 war seinerzeits OK, der Korrosionsschutz hingegen kaum vorhanden. Das Sicherheitsniveau des A112 ist niedrig und beschränkt sich auf das Vorhandensein von Sicherheitsgurten.

 

Das Angebot an A112 ist ok, aber nicht sehr groß. Das Preisniveau reicht von rund 1000 Euro für Ersatzteilträger oder fahrbereite Fahrzeuge bis hin in mittlere 5 Stellige Europreise. Speziell Abarthmodelle sind teuer, bei sehr teuren Angeboten empfiehlt es sich einen Spezialisten hinzuzufügen, der auch ungewöhnlichere Mängel kennt. Verschleißteile können relativ günstig bekommen werden, da diese bei Fiat noch lange verwendet wurden. Bei fahrzeugspezifischen Teilen ist es jedoch relativ kritisch und das Preisniveau kann sehr hoch sein.

 

Typische Schwachstellen des Autobianchi/Lancia A112:

 

Benzinmotoren:

  • Ölverlust an Motor
  • defekte Zylinderkopfdichtungen
  • verschlissene Vergaser, verhärtete Membranen und Dichtungen, verschlissene Düsen

 

Getriebe und Antrieb:

  • Ölverlust an Getriebe
  • Verschlissene Antriebswellen

 

Sicherheit:

  • defekte Gurte

 

Karosserie & Korrosion:

  • Holme
  • Schweller
  • Radläufe
  • Radkästen
  • Unterboden
  • Scheibenrahmen
  • Tankdeckel
  • Einfüllstutzen
  • A-Säule, vorallem Ansatz Schweller und Scharniere
  • Federdöme
  • Federbeinaufnahmen
  • Wagenheberaufnahmen
  • Scheinwerferbefestigungen
  • Träger im Motorenraum
  • Spritzwand
  • Kotflügel
  • Stehbleche Motorraum

 

Bitte beachten: Gebrauchte Fahrzeuge hatten ein Leben vor dir. Daher können sie neben den typischen Mängeln auch ungewöhnliche Mängel, Macken und Fehler haben, die zu ermitteln unmöglich ist. Daher muss man jedes Auto individuell begutachten und darf sich nicht darauf verlassen, dass in einer Kaufberatung wirklich alle Fehler aufgeführt sind. Aus diesem Grund ist eine Kaufberatung ein Hilfsmittel und ersetzt im Zweifel keinen Fachmann und keine ausgiebige Begutachtung. Außerdem bemühe ich mich zwar ein möglichst vollständiges Bild zu geben, kann aber leider nicht gewährleisten, dass ich wirklich jeden Mangel recherchieren konnte.

 

Copyright: Rotherbach, 2016, Artikel darf bei Angabe der Quelle im Rahmen der Copyleft Regeln frei verwendet werden.

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04.12.2016 21:21    |    Rotherbach    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: 3D, Kaufberatung, Phaeton, Probleme, Schwächen, Schwachpunkte, Volkswagen, VW

Einleitung

 

Mit dem Phaeton betrat Volkswagen im Jahr 2001 die Oberklasse. Der Aufwand, der von VW für den Phaeton getrieben wurde war sehr beachtlich. Während auf der technischen Seite ein sehr hoher Aufwand getrieben wurde, der Innenraum sehr luxuriös gestaltet wurde, geriet das Design eher altbacken, konservativ und zurückhaltend. Der Phaeton wurde insgesamt viermal geliftet, die erste Modellpflege erfolgte 2007, schon 2008 erfolgte ein zweites Facelift, bei dem die Optik jedoch nicht im Mittelpunkt stand. Bei der dritten Überarbeitung in 2010 wurde viel an der Optik gearbeitet, so wurde das VW Familiengesicht eingebracht. In 2014 wurde nochmals leicht geliftet, eher der Phaeton 2016 ohne direkten Nachfolger aus dem Programm gestrichen wurde.

 

Im Phaeton wurden im Laufe der Produktionszeit 4 Benzinmotoren in 5 Leistungsstufen von 241 bis 450 PS angeboten. Es gab zwei VR6 Motoren mit 3.2 und 3.6L, einen von Audi entliehenen 4.2L V8 Motor und einen 6L W12 Motor. Die Motoren bieten alle akzeptable oder gute Fahrleistungen und einen hohen Antriebskomfort. Alle Motoren waren mit Allradantrieb verknüpft, lediglich bis 2004 gab es den 3.2L auch als Fronttriebler. Bei den Dieselmotoren gab es die Wahl zwischen einem 3L V6 TDI und einem 5L V10 TDI. Der V10 TDI entfiel 2006, da VW der Aufwand zur Integration eines Partikelfilters zu groß war. Lediglich der 3.2L Benziner war zeitweise mit einem Schaltgetriebe verfügbar, ansonsten war ein Automatikgetriebe serienmäßig verfügbar.

 

Der Phaeton ist sehr geräumig und ist zusätzlich auch in einer Langversion verfügbar. Die Serienausstattung war enorm, wodurch die Bedienung zum Teil kompliziert und wenig intuitiv geriet. Die zuglose Heizung und Klimatisierung setzte Maßstäbe. Sitze und Fahrkomfort des Phaetons sind exzellent und müssen sich nicht vor Mittbewerbern verstecken. Die Verarbeitung des teilweise handgefertigten Phaeton war sehr gut, der Korrosionsschutz geriet sehr gut. Das Sicherheitsniveau des Phaetons entspricht dem Niveau der Klasse und ist ebenfalls sehr gut.

 

Das Angebot an Phaetons ist vergleichsweise groß, da VW den Phaeton zeitweise massiv in den Markt presste. Aufgrund des fehlenden Images des Phaetons war der Wertverlust vergleichsweise hoch und es gibt überraschend günstig angebotene Fahrzeuge. Dies sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Unterhalt eines Phaetons sehr teuer ist. Nicht jede Werkstatt, nicht einmal jede VW Werkstatt ist ausreichend qualifiziert um jede Arbeit am Phaeton durchzuführen und Teilepreise sind zum Teil enorm.

 

Typische Schwachstellen des Volkswagen Phaeton (3D):

 

Benzinmotoren:

  • W12 (420 PS): Lagerschäden, Kolbenkipper
  • V8: Zündspulendefekten, klemmende Schaltsaugrohre
  • 3.2/3.6L: verschlissene Steuerketten, defekte Zylinderkopfdichtungen, verschlissene Ölpumpen
  • Ölverlust am Motor

 

Dieselmotoren:

  • V6 TDI: defekte Nockenwellensensoren, selten gelängte Steuerketten
  • V10 TDI: eingelaufene Nockenwellen, Turboschäden, ab Werk kein DPF
  • Ölverlust am Motor

 

Getriebe und Antrieb:

  • V10 TDI: verschlissene, defekte Getriebe
  • Ölverlust am Motor

 

Fahrwerk:

  • verschlissene Faltenbälge des Luftfahrwerks
  • defekte Fahrwerksluftkompressoren
  • defekte Querlenker, Wechsel sehr aufwändig
  • defekte Stabilisatorlager, Wechsel sehr aufwändig

 

Sicherheit:

  • gealterte, verfärbte und stumpfe Scheinwerfer
  • Ausfall Xenonscheinwerfer
  • Lufteinschlüsse in der Windschutzscheibe
  • Bis 2005: gestörte CAN BUS Funktionen
  • Undichtigkeit unterhalb der Windschutzscheibe, Feuchtigkeit unter den Fussmatten, Steuergeräte durch Feuchtigkeit gefährdet

 

Komfort:

  • defekte GPS Antennen bis 2008

 

Karosserie & Korrosion:

  • korrodierte Befestigungen Fahrwerksteile an Karosserie
  • Kanten der Aluminiumtüren
  • Einfassungen der Rückleuchten
  • um die Verschlusstopfen im Boden und Holmen

 

Bitte beachten: Gebrauchte Fahrzeuge hatten ein Leben vor dir. Daher können sie neben den typischen Mängeln auch ungewöhnliche Mängel, Macken und Fehler haben, die zu ermitteln unmöglich ist. Daher muss man jedes Auto individuell begutachten und darf sich nicht darauf verlassen, dass in einer Kaufberatung wirklich alle Fehler aufgeführt sind. Aus diesem Grund ist eine Kaufberatung ein Hilfsmittel und ersetzt im Zweifel keinen Fachmann und keine ausgiebige Begutachtung. Außerdem bemühe ich mich zwar ein möglichst vollständiges Bild zu geben, kann aber leider nicht gewährleisten, dass ich wirklich jeden Mangel recherchieren konnte.

 

Copyright: Rotherbach, 2016, Artikel darf bei Angabe der Quelle im Rahmen der Copyleft Regeln frei verwendet werden.

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04.12.2016 14:21    |    Rotherbach    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: 16E, 19E, 1G1, 1G2, Golf, Golf 2, Golf II, Jetta, Jetta 2, Jetta II, Kaufberatung, Probleme, Schwächen, Schwachstellen, Volkswagen, VW

Einleitung

 

Der Golf II trat 1983 das Erbe des ersten Golfs und damit des Retters des VW Konzerns an. Im Gegensatz zum sehr kantigen Giugaroentwurf für den Golf I, folgte der Golf II zwar der gleichen Designidee, nutzte jedoch mehr Rundungen im Design. Den Golf II gab es als 3- und 5-Türer, die Limousine trug den Namen Jetta und wurde 1984 eingeführt. Der Golf II war in Europa eines der erfolgreichsten Modelle der 80er Jahre. Mit dem Golf Country nahm VW mit anderen Herstellern den Crossover vorweg. Ende 1987 erfolgte eine Modellpflege, 1992 endete die Produktion des Golf II.

 

Der Golf II wurde mit einer Vielzahl an Benzinmotoren und einige Dieselmotoren angeboten. Einige der Motoren konnten mit Automatikgetrieben kombiniert werden. Auch Allradantrieb wurde bei einigen Motoren angeboten. Die Benzinmotoren sind im üblichen Vernunftsmotoren mit ordentlicher Leistung, guter Effizienz und in der Regel langer Lebensdauer. Den Motoren ab 90 PS kann man sportliche Eigenschaften abgewinnen, da der Golf II vergleichsweise leicht ist. Die spät nachgeschobenen 16 Ventilmotoren sind drehfreudig und sportlich, kommen jedoch nicht an die 16 Ventilmotoren einiger anderer Hersteller heran. Ein ungewöhnliches Konzept verfolgte VW mit den aufgeladenen Motoren mit G-Lader Kompressoren. Die Dieselmotoren sind vergleichsweise leise und die Turbodieselmodelle sind vergleichsweise leistungsstark. Die meisten Benziner mit Werkskatalysatoren lassen sich bis auf die D3 Norm aufrüsten. Die Diesel bis auf Euro2, womit für die Diesel bestenfalls die rote Plakette verfügbar ist, allerdings können viele Golf II mittlerweile auch mit einem H-Kennzeichen zugelassen werden.

 

Der Golf ist für die 80er Jahre vergleichsweise geräumig gewesen und bietet auch ausreichend Kofferraum. Mittlerweile sind die Fahrzeuge jedoch beträchtlich gewachsen. Die Serienausstattung war bei Basismodellen eher schlecht, doch es gab viele Optionen. Das Verarbeitungsniveau des Golf II gilt, ebenso wie der Korrosionsschutz, als sehr gut. Das Fahrwerk ist sicher abgestimmt, bietet ausreichend Komfort und Agilität. Das Sicherheitsniveau ist nach heutigen Ansprüchen gering, einige Modelle sind jedoch mit ABS ausgestattet.

 

Das Angebot an Golf II ist nach wie vor sehr groß, allerdings ist der Bestand an guten Fahrzeugen mit 16V und G60 Modellen stark gesunken. Der Golf II beginnt grade seine Oldtimerkarriere so richtig, entsprechend beginnen die Preise für alle Fahrzeuge zu steigen, bei Fahrzeugen mit sehr gutem Zustand, 16V oder G60 Motoren sogar sehr stark. Verschleißteile sind in der Regel sehr günstig zu haben, spezielle Teile können allerdings empfindlich teuer werden, einige spezielle Teile sind auch schwer aufzutreiben.

 

Typische Schwachstellen des Volkswagen Golf II und Jetta (19E/1G1, 16E/1G2):

 

Benzinmotoren:

  • gerissene Zylinderköpfe (selten)
  • Kühlmittelverlust an gerissenen Ausgleichsbehältern
  • Kühlmittelverlust an Wasserpumpen
  • gealterte und verschlissene Vergaser u.A. Verhärtung vom Dichtungen und Membranen, verschlissene Düsen
  • verschlissene Pleuellager bei 1.1 und 1.3L Motoren ab 250.000 km
  • verschlissene Motorlager, schlagen beim Schalten
  • defekte Thermoschalter
  • verschlissene G-Lader, Wartung teuer
  • undichte Kraftstoffpumpen

 

Dieselmotoren:

  • gerissene Zylinderköpfe
  • verschlissen Dieseleinspritzpumpen
  • undichte Dieseleinspritzpumpen
  • verschlissene Motorlager, schlagen beim Schalten
  • defekte Thermoschalter
  • undichte Kraftstoffpumpen

 

Getriebe und Antrieb:

  • verschlissene Antriebswellen
  • verschlissene Schaltgestänge
  • Bei Synchroallradantrieb: Verschlissene Viscokupplungen, verschlissene Kardanwellen
  • aufwändige Kupplungsmontage, daher Kupplungszustand prüfen

 

Fahrwerk:

  • verschlissene Querlenkerbuchsen an Vorder- und Hinterachse
  • verschlissene Domlager
  • verschlissene Radlager

 

Sicherheit:

  • Bremsanlage der Basismodelle gilt als untermotorisiert
  • defekte Kabelbäume Heckklappe

 

Komfort:

  • undichte Türfolien, Wassereinbrüche
  • Wassereinbruch über Gebläsekanal vom Wasserkasten
  • Wassereinbruch in den Kofferraum über defekte Rückleuchtendichtungen
  • defekte Fensterhebermechanik

 

Karosserie & Korrosion:

Trotz des guten Korrosionsschutzes gibt es durch das Alter mittlerweile besonders exponierte Stellen, die zu prüfen sind:

  • Oberkanten vordere Kotflügel v.A. um die Antenne
  • unterer Windschutzscheibenrahmen
  • Falzen im Unterboden
  • um die Ablaufstopfen im Unterboden
  • Übergang Frontschürze zu Kotflügel
  • Längsträger unterhalb des Batteriekastens
  • Federbeindöme unter der Schutznaht
  • Querträger vorderes Fussraumende
  • Schweller um die Ablauflöcher
  • Längsträger unter den Sitzen
  • Hinterachsaufnahme unter den Lagerblöcken
  • Längsträger zum hinteren Radkasten
  • Radkasten bei Tankeinfüllstutzen
  • Endspitzen
  • Heckblech zum Längsträger
  • Scheibenrahmen unterhalb der Dichtungen
  • Aufnahme Querlenker/Achsen
  • Federteller

 

Bitte beachten: Gebrauchte Fahrzeuge hatten ein Leben vor dir. Daher können sie neben den typischen Mängeln auch ungewöhnliche Mängel, Macken und Fehler haben, die zu ermitteln unmöglich ist. Daher muss man jedes Auto individuell begutachten und darf sich nicht darauf verlassen, dass in einer Kaufberatung wirklich alle Fehler aufgeführt sind. Aus diesem Grund ist eine Kaufberatung ein Hilfsmittel und ersetzt im Zweifel keinen Fachmann und keine ausgiebige Begutachtung. Außerdem bemühe ich mich zwar ein möglichst vollständiges Bild zu geben, kann aber leider nicht gewährleisten, dass ich wirklich jeden Mangel recherchieren konnte.

 

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04.12.2016 12:51    |    Rotherbach    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: 5Z, Fox, Kaufberatung, Probleme, Schwächen, Schwachstellen, Volkswagen, VW

Einleitung

 

Volkswagen strich 2005 den Lupo wegen hoher Kosten aus dem Programm und ersetzte ihn durch den bereits 2003 in Südamerika präsentierten Fox. Das Design des Fox orientierte sich an Microvans und war durch die ursprünglichen Zielmärkte in Entwicklungs- und Schwellenländer stark auf Nutzwert hin orientiert. Die Konstruktion des Fox entspricht diesen Zielmärkten und entspricht nicht dem Niveau, das europäische Kunden erwartet haben. Nach nur sechs Jahren wurde der Fox wieder vom Markt genommen und durch den Up! ersetzt. Der Fox ist vergleichsweise unübersichtlich.

 

In Deutschland wurde der Fox mit lediglich drei Motoren angeboten. Hiervon waren zwei Benziner und ein Dieselmotor, den Fox gab es ausschließlich mit 5-Gang Schaltgetriebe. Der Basisbenziner war ein 3-Zylindermotor, der eher behäbig wirkte und lediglich in der Stadt akzeptable Fahrleistungen liefert. Die 1.4L Motorisierung leistete 75 PS und wirkt im Fox durchaus munter. Am angenehmsten zu fahren ist die 1.4L 3-Zylinder TDI Maschine mit 70 PS. Der Fox ist ausschließlich als Fronttriebler verfügbar. Einige wenige Diesel, vermutlich Importfahrzeuge aus dem EU Ausland, erhalten lediglich die gelbe Plakette, auch Fahrzeuge mit grüner Plakette verfügen nicht über einen Partikelfilter.

 

Für einen Kleinwagen bietet der Fox einen vergleichsweise großen Innenraum und gute, bequeme Sitze. Die Sitzposition ist vergleichsweise hoch. Die Verarbeitung des Fox ist mäßig, die Materialien wirken eher billig, klappern und scheppern kann auftreten. Während die Serienausstattung bei günstigen Basismodellen extrem mager ausfallen kann, gilt immerhin die Heizung als sehr gut und das Sicherheitsniveau war ab Werk ebenfalls ordentlich geraten. Die Fahrwerksabstimmung des Fox ist sehr defensiv und hauptsächlich auf Sicherheit hin optimiert. Der Fahrkomfort ist durch die straffe Federung eher gering, der Fox ist zudem in Innenraum überdurchschnittlich laut.

 

Das Angebot an VW Fox mit Benzinmotoren ist sehr groß, TDI Motoren sind wesentlich seltener im Angebot, das Preisniveau für einen Volkswagen niedrig. Viele Verschleißteile sind günstig zu haben, allerdings sind Teile, die lediglich bei VW zu bekommen sind eher teuer.

 

Typische Schwachstellen des Volkswagen Fox (5Z):

 

Benzinmotoren:

  • 3-Zylinder: gelängte Steuerketten, gerissene Zylinderköpfe, defekte Nockenwellensensoren
  • defekte Zündspulen

 

Dieselmotoren:

  • verschlissene Turbolader
  • defekte Zylinderkopfdichtungen
  • Zahnriemenintervall penibelst beachten, teuer und Rissempfindlich

 

Getriebe und Antrieb:

  • defekte, verschlissene Getriebe
  • undichte, eingerissene Manschetten der Antriebswellen
  • verschlissene Antriebswellen
  • Ölverlust am Getriebe

 

Fahrwerk:

  • defekte Querlenkerbuchsen
  • verschlissene, heulende Radlager
  • korrodierende, brechende Fahrwerksfedern

 

Sicherheit:

  • abreißende oder verklebende Handbremsbeläge
  • verschmorte Stecker und Leuchtmittelhalter im Scheinwerfer
  • Ausfall Instrumenten
  • ESP Fehler
  • defekte Scheibenwischermotoren
  • stark und schnell verschleißende Bremsanlage

 

Komfort:

  • defekte Heckklappenschlösser
  • defekte Zentralverriegelung
  • defekte Funkschlüssel

 

Karosserie & Korrosion:

  • Korrosion Auspuffanlage

 

Bitte beachten: Gebrauchte Fahrzeuge hatten ein Leben vor dir. Daher können sie neben den typischen Mängeln auch ungewöhnliche Mängel, Macken und Fehler haben, die zu ermitteln unmöglich ist. Daher muss man jedes Auto individuell begutachten und darf sich nicht darauf verlassen, dass in einer Kaufberatung wirklich alle Fehler aufgeführt sind. Aus diesem Grund ist eine Kaufberatung ein Hilfsmittel und ersetzt im Zweifel keinen Fachmann und keine ausgiebige Begutachtung. Außerdem bemühe ich mich zwar ein möglichst vollständiges Bild zu geben, kann aber leider nicht gewährleisten, dass ich wirklich jeden Mangel recherchieren konnte.

 

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02.12.2016 22:40    |    Rotherbach    |    Kommentare (2)    |   Stichworte: 850, Kaufberatung, LS, LW, Probleme, S70, Schwächen, Schwachstelle, V70, Volvo

Einleitung

 

Der Volvo 850 wurde 1991 eingeführt und brach mit der Tradition, dass große Volvos Heckantrieb haben, da er der erste große Volvo mit Frontantrieb war. Im Laufe der Zeit wurde allerdings ein Allradantrieb nachgereicht. Den 850er gab es als Limousine und als Kombi. Im Design folgte er der bekannten Linie, allerdings war er in Details gerundeter, feiner und dynamischer geraten als die 700er und 900er Reihe von Volvo. Nach 5 Jahren erfolgte ein Facelift und gleichzeitig wurde der der 850er umbenannt, die Limousine erhielt die Bezeichnung S70 und der Kombi den Namen V70. Im Jahr 2000 wurde die Baureihe eingestellt.

 

Im 850er und im S/V70 wurden ausschließlich 5-Zylindermotoren eingesetzt. Während der Käufer bei den Benzinmotoren die Wahl zwischen verschiedenen Hubräumen von 2 bis 2.5L mit und ohne Turboaufladung mit einer Leistung von 126 bis 265 PS hatte, gab es bei den Dieselmotoren lediglich ein einziges Angebot mit 2.5L und 140 PS, welcher von Audi stammte. Die Motoren sind drehfreudig, klingen sehr gut und sind, abgesehen vom 2L Basissauger, auch ausreichend kräftig. Der TDI Motor ist Drehmomentstark und bietet eine angenehme Leistungsentfaltung. Die Motoren konnten mit Schalt- und Automatikgetrieben kombiniert werden. Die 140 bzw. 144 PS Variante des Benziners konnte ab Werk als Bifuel mit Flüssiggas- oder Erdgasantrieb geordert werden. Die Kraft der Motoren wird entweder auf die Frontachse oder auf alle Räder übertragen. Alle Motoren lassen sich mindestens auf die Euro2 Norm aufrüsten, oder erfüllen ab Werk bereits höhere Normen. Beim Diesel gibt es jedoch Plakettenprobleme. Motoren und Getriebe gelten im Wesentlichen als solide und langlebig.

 

Der 850er bietet gute Platzverhältnisse, ist allerdings kleiner als die 700er und 900er Baureihe. Das Ausstattungsniveau ist oberhalb der Konkurenzprodukte anzusetzen, wie gut ein 850er jedoch ausgestattet ist, ist auch vom Erstkäufer abhängig. Der 850er Volvo ist sehr gut verarbeitet und auch der Korrosionsschutz ist sehr gut. Das Sicherheitsniveau eines 850ers ist gut, wenn auch mittlerweile nicht mehr auf dem höchsten Niveau. Die Fahrabstimmung ist dynamischer und sportlicher, als es von den meisten Volvos bisher bekannt war, die Dynamik des 850ers wird noch durch eine präzise Lenkung und gut ansprechende Bremsen unterstrichen.

 

Der 850er, als auch die erste Generation S70 und V70 , haben sich gut verkauft, das Angebot ist nach wie vor groß. Die Preise schwanken stark und sind vom Zustand und der Laufleistung abhängig, weniger vom Alter. Die T5, T5R und R Modelle sind in ordentlichem Zustand bereits gesucht und steigen langsam im Preis. Die Preise von Ersatzteilen können zum Teil hoch ausfallen, zum Teil sind Teile nicht leicht aufzutreiben, der Unterhalt eines 850ers ist nicht günstig.

 

Typische Schwachstellen des Volvo 850, S70 und V70:

 

Benzinmotoren:

  • verschlissene, undichte Wasserpumpen
  • Ölverlust Verteilerdichtung der Nockenwelle
  • defekte Drosselklappensteuerung von Magneti Marelli
  • gerissene Abgaskrümmer
  • gerissene obere Motorenlager
  • defekte Leerlaufregelung
  • Kühler oben links defekt/undicht
  • verstopfte Flammsiebe/Ölfallen, können Ölverlust an Kurbelwellensimmerringen verursachen
  • Verschlissene Turbos, äußern sich in der Regel durch starke Rauchentwicklung

 

Dieselmotoren:

  • verschlissene, undichte Wasserpumpen
  • Ausfälle Dieselpumpensteuerung
  • Verschlissene Turbos, äußern sich in der Regel durch starke Rauchentwicklung

 

Getriebe und Antrieb:

  • Getriebeölwechsel bei 60-80.000 km durchführen, auch wenn „Lifetime“ Füllung versprochen wird
  • verschlissene Winkelgetriebe bei AWD Modellen

 

Fahrwerk:

  • verschlissene Radlager Vorderachse
  • verschlissene Domlager
  • verschlissene Koppelstangen
  • verschlissene Achsschenkel
  • verschlissene Traggelenke
  • verschlissene Buchsen Hinterachse
  • defekte Niveaumaten, falls Niveauregulierung verbaut

 

Sicherheit:

  • defekte Wegfahrsperrensensoren
  • defekte Verschlauchung des Bremskraftverstärkers bei TDI Motoren
  • Ausfall Tacho
  • Verschlissene Lenkköpfe
  • defekte Lüftermotoren
  • blinde Heckleuchten
  • defekte ABS Steuergeräte
  • festgehende Bremssättel

 

Komfort:

  • defekte, undichte Heizungswärmetauscher
  • Ausfälle Klimaanlage (defekte Kompressoren, Verdampfer, Magnetkupplungen)
  • defekte Heckklappenschlösser
  • defekte Heckscheibenwischer
  • defekte Handschuhfachdeckel
  • defekte Sitzheizung
  • defekte Siegelbeheizung

 

Karosserie & Korrosion:

  • reißende, brechende Türfangbänder
  • Schweller v.A. Fahrerseite
  • Schweller hinter der Verkleidung bei den hinteren Türen
  • Oberkante Heckklappe
  • unter den Scheibendichtungen
  • Motorhaubenkanten

 

Bitte beachten: Gebrauchte Fahrzeuge hatten ein Leben vor dir. Daher können sie neben den typischen Mängeln auch ungewöhnliche Mängel, Macken und Fehler haben, die zu ermitteln unmöglich ist. Daher muss man jedes Auto individuell begutachten und darf sich nicht darauf verlassen, dass in einer Kaufberatung wirklich alle Fehler aufgeführt sind. Aus diesem Grund ist eine Kaufberatung ein Hilfsmittel und ersetzt im Zweifel keinen Fachmann und keine ausgiebige Begutachtung. Außerdem bemühe ich mich zwar ein möglichst vollständiges Bild zu geben, kann aber leider nicht gewährleisten, dass ich wirklich jeden Mangel recherchieren konnte.

 

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30.11.2016 21:55    |    Rotherbach    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: 740, 744, 745, 760, 780, Kaufberatung, Probleme, Schwächen, Schwachstellen, Volvo

Einleitung

 

Volvo führte die 700er Serie 1982 ein. Zunächst als höher positionierte 760er Limousine, ab 1984 als darunter positionierte 740er Limousine und ab 1985 als Kombi und kurz darauf das in Deutschland nicht angebotene 780er Coupe. Der 700er war sehr kantig und nahm viele Anleihen am typischen US-Design der späten 70er und frühen 80er Jahre. Entsprechend viele Spitznamen wie Swedish Brick, Schwedenpanzer oder Container erhielt der 700er. Der 740er war hierbei einfacher gestrickt und weniger komfortabel als der 760er. Die Baureihe wurde 1992 endgültig durch die konzeptionell identische 900er Baureihe abgelöst.

 

In der 700er Baureihe wurden 4- und 6-Zylinder Benziner, die zum Teil mit Turbolader versehen waren und 6 Zylinder Dieselmotoren, in VW Lizenz, ebenfalls zum Teil mittels Turbolader versehen verbaut. Alle Benzinmotoren gelten als äußerst langlebig und eher komfortabel als sportlich, sie bieten akzeptable, jedoch keine guten Fahrleistungen. Bei den Benzinern reicht die Leistungsspanne von 115 bis 190 PS, die Diesel leisten zwischen 82 und 129 PS im 780er Coupe. Die Motoren konnten mit einem Overdrive 4 Gang Getriebe, einem 5 Gang Getriebe oder einem Automatikgetriebe kombiniert werden. Es gibt ab Werk Motoren ohne Abgasreinigung bis hin zu Fahrzeugen mit nachgerüsteter D3 Norm. Alle 700er Volvos verfügen über eine angetriebe Hinterachse.

 

Das Platzangebot in einem 700er Volvo ist unabhängig von der Karosserie üppig, wobei der Kombi für seinen Nutzraum beinahe legendär ist. Das Ausstattungsniveau eines 700er Volvos ist im Wesentlichen von der Kauflust des Erstbesitzers abhängig, es gibt Fahrzeuge die kaum Ausstattung besitzen und solche, die auch über eine Klimaautomatik verfügen. Das Sicherheitsniveau ist in Anbetracht der Bauzeit beachtlich und sofern Airbags und ABS verbaut sind ist das Sicherheitsniveau auch heute noch beachtlich. Die 700er Baureihe gilt als technisch solide, haltbar und zuverlässig. Das Verarbeitungsniveau ist ordentlich, der Korrosionsschutz ist gut und nach einer Überarbeitung des Korrosionsschutzes 1990 nochmals verbessert worden. Die Fahrwerksabstimmung ist komfortabel und sicher, wobei der Komforteindruck des 760ers verbessert wirkt. Der 700er ist ein sehr stoischer Untersteuerer mit sehr indirekter Lenkung.

 

Der 700er Volvo war ein Erfolgsmodell, allerdings sind viele Fahrzeuge über die Jahre verbraucht worden und das Angebot ist mittlerweile klein, Limousinen sind stärker vertreten als Kombis. Der Preis korreliert stärker mit dem Zustand als mit der km Leistung, da die Technik sehr hohe km Leistungen absolviert. Mitterweile bestehen abgesehen von Standardverschleißteilen durchaus Probleme in der Teilebeschaffung, die in hohen Preisen resultieren können, zum Teil kann dies über gebrauchte Teile kompensiert werden.

 

Typische Schwachstellen des Volvo 700:

 

Benzinmotoren:

  • defekte Lichtmaschine
  • defekte Wasserpumpe
  • defekte Benzinpumpenrelais
  • Ölverlust Ölablassschraube
  • Ölverlust Ventildeckeldichtung
  • 16V Motor: abreißende Ölpumpenradschrauben
  • 2.0/2.3 8V Motoren: verschlissene Pleuel- und Kurbelwellenlager
  • V6: absackende Laufbuchsen, defekte Zylinderkopfdichtungen, gelängte Steuerketten, eingelaufene Nockenwellen
  • Turbomotoren: verschlissene Turbolader, bläuen im Betrieb oder sehr schwarzer Auspuff

 

Dieselmotoren:

  • Abgaseinstufung und Plakettenprobleme
  • defekte Lichtmaschine
  • defekte Wasserpumpe
  • defekte Zylinderkopfdichtung
  • undichte Kraftstoffpumpen
  • verschlissene Turbolader, bläuen im Betrieb oder sehr schwarzer Auspuff

 

Getriebe und Antrieb:

  • Ölverlust am Differential durch verschlissene Simmerringe
  • Ölverlust am Getriebe
  • Wechselintervalle Getriebeöl beachten!

 

Fahrwerk:

  • undichte hintere Stoßdämpfer oder Niveauregulierung
  • verschlissene Zugstreben
  • ausgeschlagene Stabilisatoraufnahmen
  • verschlissene Stabilisatorgummis
  • verschlissene Kugelköpfe

 

Sicherheit:

  • ausgeschlagene Lenkgetriebe mit viel Lenkspiel
  • defekte Heckkennzeichenbeleuchtung
  • ausgefallene Tankanzeige
  • ausgefallene Tachometer
  • defekte Heckwischer
  • defekte Heckbeleuchtung

 

Komfort:

  • defekte Heizungsventile
  • schrumpfende Dichtungen
  • herabhängende Dachhimmel
  • gebrochene Lordosenstütze Vordersitze
  • defekte Sitzheizungen
  • defekte Klimaanlage
  • defekte Gebläsemotoren
  • undichte Schiebedächer

 

Karosserie & Korrosion:

  • durch hohe km-Leistungen oft viele und z.T. starke Gebrauchsspuren
  • gebrochene Querträger im Motorraum
  • Korrosion vordere Querlenkeraufnahmen
  • Korrosion Windschutzscheibenrahmen
  • Heckklappenkanten, meist nur optische Probleme
  • Bodenfugen vor allem an Übergängen zu Längsträger
  • Befestigung Vorschalldämpfer
  • Auspuffanlage
  • Spritzwand oberhalb des Auspuffs (selten, aber fies)
  • Handbremsumleitung
  • Türunterkanten
  • Batteriekasten
  • Stirnwand zum Fussraum
  • Federteller
  • Unterboden oberhalb des Tanks

 

Bitte beachten: Gebrauchte Fahrzeuge hatten ein Leben vor dir. Daher können sie neben den typischen Mängeln auch ungewöhnliche Mängel, Macken und Fehler haben, die zu ermitteln unmöglich ist. Daher muss man jedes Auto individuell begutachten und darf sich nicht darauf verlassen, dass in einer Kaufberatung wirklich alle Fehler aufgeführt sind. Aus diesem Grund ist eine Kaufberatung ein Hilfsmittel und ersetzt im Zweifel keinen Fachmann und keine ausgiebige Begutachtung. Außerdem bemühe ich mich zwar ein möglichst vollständiges Bild zu geben, kann aber leider nicht gewährleisten, dass ich wirklich jeden Mangel recherchieren konnte.

 

Copyright: Rotherbach, 2016, Artikel darf bei Angabe der Quelle im Rahmen der Copyleft Regeln frei verwendet werden.

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29.11.2016 21:58    |    Rotherbach    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: 480, Kaufberatung, Probleme, Schwächen, Schwachstellen, Volvo

Einleitung

 

Mit reichlich Verspätung kam der Volvo 480 im Jahr 1986 auf den Markt. John de Fries gestaltete den 480er als kantigen Shootingbrake in der Kompaktklasse. Stilbildend sind neben den Schlafaugen die flache Dachlinie, die ansteigende Gürtellinie und das Heck mit markanter Glasklappe, der Volvo 480 wirkt dadurch etwas schrullig. Ein sehr mildes Facelift wurde 1992 durchgeführt. Ende 1995 endete die Produktion des Volvo 480 mit einem limitierten Sondermodell.

 

Der Volvo 480 wurde von Volvo in den Niederlanden hergestellt, wo man gute Beziehungen zu Renault pflegte. Entsprechend ist der Volvo 480 mit modifizierten Benzinmotoren aus dem Hause Renault ausgestattet. Die größte Produktionszeit waren 1.7L Motoren als Sauger oder Turbo im Angebot. Dieses leisteten 95 bis 110 PS als Sauger und 120 oder 122 PS als Turbo. Ab 1992 war auch ein 109 PS starker 2L Sauger verfügbar. Ein Teil der Motoren ist ab Werk nicht mit einem Katalysator ausgerüstet, spätere Modelle erfüllen bereits ab Werk die Euro 2 Norm, alle Motoren mit Werkskatalysator lassen sich auf Euro 2 aufrüsten oder umschlüsseln. Die Motoren liefern alle ein ausreichendes Drehmoment und laufen ruhig und komfortabel, wahrliche Sportskanonen sind die Motoren jedoch nicht. Die Motoren übertragen ihre Kraft entweder handgeschaltet oder automatisch an die Vorderräder.

 

Das Platzangebot des Volvo 480 ist etwas knapper als in der Kompaktklasse üblich. Der Volvo 480 ist zudem vergleichsweise tief. Die Sitze sind sehr bequem. Der Volvo kann sehr gut ausgestattet sein, frühe Modelle können auch sehr schmal ausgestattet sein. Ähnlich sieht es bei der Sicherheitsausstattung aus, neben Fahrzeugen mit ABS und Airbag gibt es auch solche, die ohne diese Ausstattung auskommen müssen. Der Volvo 480 hat eine sichere Fahrwerksabstimmung mit hohem Traktionslevel, hohem Komfort und gleichzeitig hoher Agilität und guter Straßenlage.

 

Der Volvo 480 war zwar nie ein großartiger Verkaufserfolg, dennoch ist das Angebot mittlerweile sehr klein. Das Preisniveau schwankt zwischen ein paar hundert Euro für leidlich fahrende Fahrzeuge mit Rest-TÜV oder mittleren bis hohen 4-Stellingen Beträgen für gute oder Liebhaberfahrzeuge. Die Versorgung mit Ersatzteilen gestaltet sich für den 480 mittlerweile schwierig, Karosserieanbauteile sind zum Teil extrem teuer, dafür ist das Preisniveau für Wartung und Service in der Regel unterdurchschnittlich.

 

Typische Schwachstellen des Volvo 480:

 

Motoren:

  • 2.0L: Hoher Ölverbrauch möglich
  • defekte Saugrohrdrucksensoren
  • Ölverlust an Kurbelwellensimmerring Getriebeseitig
  • defekte, undichte Wasserpumpen
  • Krümmerrisse bei Turbo
  • defekte Luftmassenmesser bei Turbos
  • Ölverlust Ölpumpe

 

Getriebe und Antrieb:

  • Ölverlust am Getriebe
  • AT Getriebe gelten als Defektanfällig
  • verschlissene Schaltgestänge, 5.Gang/Rückwärtsgang fliegt raus/kracht
  • verschlissene Schaltgetriebe, 5.Gang/Rückwärtsgang fliegt raus/kracht

 

Fahrwerk:

  • gebrochene Querstabilisatoren

 

Sicherheit:

  • Anfällige Zentralelektronik
  • Ausfälle Tacho und Cockpit
  • defekte Zündschlösser
  • defekte Leuchtweitenregulierung (Achtung, Teile nicht lieferbar!)
  • Ölverlust Servopumpe
  • defekte Scheinwerfermotoren
  • nasse Rückleuchten

 

Komfort:

  • Bordcomputer nicht lesbar
  • verschlissene Dichtungen der Heckscheibe, Kofferraum steht gerne unter Wasser
  • Kabelbruch Heckwischer
  • defekte Fensterheber

 

Karosserie & Korrosion:

  • Windschutzscheibenrahmen
  • A-Säule
  • Türunterkanten
  • Radläufe
  • Schwelleransätze zu den Säulen
  • Tankstutzen
  • Falzen im Motorraum
  • Hinterachsaufnahme
  • Heckklappenrahmen unter der Dichtung
  • Kofferraumboden
  • Motorträgerrahmen
  • gerissene Türscharniere

 

Bitte beachten: Gebrauchte Fahrzeuge hatten ein Leben vor dir. Daher können sie neben den typischen Mängeln auch ungewöhnliche Mängel, Macken und Fehler haben, die zu ermitteln unmöglich ist. Daher muss man jedes Auto individuell begutachten und darf sich nicht darauf verlassen, dass in einer Kaufberatung wirklich alle Fehler aufgeführt sind. Aus diesem Grund ist eine Kaufberatung ein Hilfsmittel und ersetzt im Zweifel keinen Fachmann und keine ausgiebige Begutachtung. Außerdem bemühe ich mich zwar ein möglichst vollständiges Bild zu geben, kann aber leider nicht gewährleisten, dass ich wirklich jeden Mangel recherchieren konnte.

 

Copyright: Rotherbach, 2016, Artikel darf bei Angabe der Quelle im Rahmen der Copyleft Regeln frei verwendet werden.

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