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03.04.2013 21:23    |    Rotherbach    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: Peugeot RCZ Coupe 200 THP

Der Peugeot RCZ richtet sich an die Freunde sportlicher und gut aussehender Sportcoupes. Der RCZ tritt mit vielversprechenden Rahmenbedingungen an 1.6L Motor mit Turboaufladung kombiniert mit einem sportlich abgestuften 6-Gang Getriebe. Der Motor ist eine Kooperation mit BMW und wird auch im Mini Cooper S und seinen stärkeren Brüdern und bei Citroen eingesetzt.

 

Das Design des RCZ ist stimmig und gelungen. Gewisse Zitate des Audi TT und des Nissan 350Z und 370Z sind klar zu erkennen und schwer zu verhehlen. Dem Trend der Zeit folgend hat der RCZ stark ausgestellte und dargestellte Kotflügel. Neckisch und verspielt erscheinen dem Betrachter die Stufe in der Seitenlinie und die Doublebulbs im Dach. Etwas übertrieben fällt an der ansonsten klar gezeichneten Front das etwas überdimensionierte Maul aus. Mehr Potential hätte speziell das Heck gehabt – zwar wird eine zweiflutige Auspuffanlage verbaut, diese wird aber beinahe schon versteckt und als gestalterisches Mittel ähnlich wie beim Punto Abarth und Polo GTI verschmäht oder ignoriert. Im Ernst eine mittige Auspuffanlage wie beim Mini Cooper S oder eine getrennt flutige Abgasanlage wie beim Clio RS wären sicher markanter gewesen.

Überrascht hat mich ernsthaft die Verarbeitungsqualität im Innenraum. Das Interieur wirkt hochwertig – okay, einschränkend hierzu ist zu erwähnen, dass Fahrzeug stand in der höchsten Ausstattungsvariante mit kompletter hellgrauer/schwarzer Lederausstattung zur Verfügung. Meine Beifahrerin merkte quasi nach dem Einsteigen an, dass die Mittelkonsole staubig wirkte. Offenbar mischt Peugeot in das schwarze Hochglanzmaterial Glitter – wirkt etwas unglücklich. Das Lenkrad ist etwas schmucklos und schlicht gehalten. Die silbernen Dekoelemente wirken hochwertig und fühlen sich nicht direkt nach Kunststoff an. Das Lenkrad hat einen angenehmen Griff, dürfte aber etwas stärker im Material sein. Außerdem möchte ich auch bei Peugeot die Unsitte kritisieren, abgeflachte Lenkräder zu verwenden. Das ist nicht sportlich, sondern albern und stört beim Rangieren und Kurvenjagen. Störend empfand ich die Sitzverstellung – mit Ihr habe ich erst ganz zum Schluss die wirklich ideale Sitzposition gefunden. Der Sitz selbst passt nicht so wirklich in einen Sportler. Er ist zwar bequem – ich würde sogar sagen: sehr bequem! Er bietet aber nicht ausreichenden Seitenhalt beim flotten Fahren und dazu sind Sportler nunmal da! Zwar sehen die Sitzwangen massiv aus, aber selbst ich habe in diesen Sitzen einiges an Seitenspiel gehabt (Anm.: Der Auto ist eher dem stabileren Teil der Bevölkerung zuzuordnen). Über Karosserieübersicht reden wir bei einem Auto mit Schießscharten – ähh sorry Fenstern – mal nicht – beim RCZ benötigt man wirklich eine Einparkhilfe – oder alternativ sehr gute Nerven.

Der Motor selbst und auch die Getriebeabstimmungen fallen sehr positiv auf. Der Motor hängt sehr gut am Gas, spricht exakt an, das Getriebe weist eine gute Schaltbarkeit auf und auch die Schaltwege und das Schaltgefühl sind gut. Die Kupplung könnte einen etwas direkteren Druckpunkt aufweisen, aber hier muss ich feststellen, dass auch dies ein aktueller Trend ist. Die Kombination von PSA, BMW, Turbo und RCZ passt an dieser Stelle einfach. Abgesehen von einer subjektiven Schwäche zwischen 1500 und 2000 schiebt der Motor gut an und macht auch bis etwa 5500 auf dem Drehzahlmesser einen lebendigen und aktiven Eindruck. Beeindruckt hat mich am Ende der Probefahrt der Verbrauch laut Tankstelle – 8,6L auf 100 km. Enttäuschend fällt allerdings – trotz der Soundkopplung von Innenraum und Motoransaugtrakt – der Motorsound aus. Einen wirklich sportlichen Sound entlockt man dem RCZ leider nicht, spontan würde ich sagen – der RCZ klingt wie meine Playstation. Peugeot bitte beim Facelift nachlegen! Mini zeigt, dass es mit dem Motor geht.

Ähnlich wichtig für den Fahrdynamischen Eindruck ist das Fahrwerk und seine Abstimmung. Das Fahrwerk zeichnet sich durch enorme Komfortreserven aus. In einem Sportler wird das Fahrwerk des RZC meiner Meinung nach nur noch vom Polo GTI getoppt. Ich kann mich an keine Straßen Situation erinnern, indem das Fahrwerk negativ „durchschlagend“ aufgefallen wäre, allenfalls sehr kurze Schläge bemerkt man in einem leichten Stuckern. Ich möchte hierbei anmerken, dass meiner Beifahrerin dies erst nach einem Hinweis von mir auffiel. Die elektronischen Fahrhelfer des RCZ sind vergleichsweise konservativ programmiert – sie stören zwar nicht, wie im direkten Vergleich beim Polo GTI – aber man bemerkt sie. Leider habe ich aus zeitlichen Gründen versäumt zu prüfen, ob die Elektronik schlafen gelegt werden kann. Diese Fakten sind - so vermute ich - ebenso wie die doch deutliche Untersteuerneigung des RCZ der Zielgruppe geschuldet. Der Interessent, der hier wirklich pures Fahrvergnügen sucht, wird um diverse Verbesserungen im Bereich des Fahrwerks nicht herumkommen.

Im Bereich der Bremse kann ich feststellen, bei einzelnen isolierten Bremsmanövern ist die Bremse gut zu dosieren und spricht auch sehr gut an. Bei kurz hintereinander starken oder mittleren Bremsungen merkt man ein zuerst leichtes dann immer stärker werdendes Nachlassen der Bremsleistung. Nicht dramatisch, aber bemerkbar.

In meinem Bericht zum RCZ liest man nun einiges negatives. Ist der RCZ nun ein schlechter Sportler, vielleicht sogar ein schlechtes Auto? Nein, gar nicht. Der RCZ ist ganz sicher ein toller Alltagsbegleiter, speziell seinen Verbrauch finde ich beindruckend niedrig für die zur Verfügung gestellte Motorleistung. Allerdings ist der RCZ ganz offenbar kein Sportler, er richtet sich an eine andere Art von Fahrern – diejenigen die im Grunde einen klassischen GT wünschen – „nerv mich um Gottes Willen nicht“ kombiniert mit sportlicher Optik und souveräner Motorisierung.


03.04.2013 21:46    |    Trackback

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