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SportsLounge Alles was mich an Autos interessiert.

29.01.2017 22:34    |    Rotherbach    |    Kommentare (6)    |   Stichworte: 323, 323F, 323 F, 4 (BG), BG, BG8, BG 8, BG-8, GT-R, Kaufberatung, Mazda, Probleme, Schwächen, Schwachpunkte, Schwachstellen, Turbo

Einleitung

 

Mit dem 323 der Baureihe BG präsentierte Mazda im Jahr 1989 einen absoluten Erfolgstyp. Während die Kompaktmodelle konsequent die Stärken des Vorgängers weiterentwickelt und mit einer modernen, schnörkellosen und beinahe zeitlosen Karosserie versehen hatten. Eine Randerscheinung stellte die Stufenhecklimousine dar. Den sportlichen Auftritt konnte der Interessent mit der coupehaft gestalteten Limousine 323F pflegen. Beim Kombi handelte es sich allerdings lediglich um eine überarbeitete Version des Vorgängers. Im Jahr 1994 wurde die Baureihe eingestellt und durch einen gleichnamigen Nachfolger ersetzt.

 

Im 323 der BG Baureihe wurde eine breite Palette an Benzinmotoren, teilweise turbogeladen und ein – allerdings eher unbedeutender – Dieselmotor angeboten. Die Motoren gelten als solide und bei Pflege auch als zuverlässig. Es handelt sich ausschließlich um 4-Zylinder Motoren, überwiegend mit 16 Ventilen, die Hubräume beginnen bei 1.3L und enden bei knapp über 1.8L. Die Motorleistung des schwächsten Vertreters beträgt 67 PS, das stärkste in Deutschland angebotene Modell leistete 185 PS, in Japan wurde alternativ ein 210 PS starkes Topmodell angeboten. Die Modelle wurden standardmäßig handgeschaltet ausgeliefert, einige Modelle konnten mit Automatikgetrieben kombiniert werden. Die Turbomodelle waren immer mit Allradkombiniert, die 103 PS Variante konnte auch als Sauger optional mit Allrad bestellt werden. Die Motoren sind allesamt drehfreudig und lebendig, sie erfüllen ab Werk maximal die Euro 1 Norm, ein guter Anteil konnte in der Vergangenheit auf Euro2 aufgerüstet werden. Ob hierzu noch Teile lieferbar sind, muss im Einzelfall geprüft werden. Der Diesel ist leistungsschwach und erfüllt bestenfalls den Grundbedarf an Mobilität, zudem ist sein Abgasverhalten sehr schlecht, er erhält nicht einmal die rote Plakette, dafür gilt er als sparsam.

 

Der Mazda 323 bietet als Kompakter zeit- und klassenüblichen Raum, gleiches gilt für Limousine und Kombi. Der 323F bietet mehr Raum als ein Coupe, ist jedoch erwartungsgemäß enger als der Kompakte, bietet aber etwas mehr Stauraum im Kofferraum, der F gilt zudem als eher unübersichtlich. Der 323 ist ordentlich verarbeitet und liefert eine gute Materialauswahl und Qualität. Die Abstimmung findet einen guten Kompromiss aus Direktheit und Komfort, lediglich die gefühls- und rückmeldungsarme Lenkung stört diesen Eindruck etwas. Die Komfortausstattung des 323 der BG Baureihe ist in der retrospektive zwar überdurchschnittlich befriedigt heutzutage allerdings eher Freunde sparsam ausgestatteter Fahrzeuge. Die Heizleistung und die Lüftung des 323 gelten als unterdurchschnittlich. Ähnlich sieht es mit dem Sicherheitsniveau aus, es ist nach heutigen Maßstäben eher unterdurchschnittlich.

 

Das Angebot an 323s der Baureihe BG ist ordentlich, aber nicht mehr berauschend. Das Preisniveau der Kompakten, Limos und Coupe ist sehr niedrig, selbst bei gutem Zustand. Fahrzeuge mit Automatikgetriebe erzielen besonders niedrige Preise. Beim 323F zeigt sich langsam eine leicht steigende Preisentwicklung. Allerdings ist auch hier das Preisniveau noch niedrig. Ein hohes Preisniveau erzielen die turbogeladenen Allradler. Mazda 323F und die Turboallradler sind heiße Tipps für Young- und Oldtimerfans. Teile, die über Mazda bezogen werden müssen sind vergleichsweise teuer, es gibt erste Probleme bei der Beschaffung von speziellen Ersatzteilen.

 

Typische Schwachstellen des Mazda 323 (BG):

 

Benzinmotoren:

  • defekte Kühler
  • defekte Flexrohre
  • Ölverlust am Zündverteiler
  • Ölverlust an Ventildeckeldichtungen
  • defekte Thermostate

 

Dieselmotoren:

  • Zum Dieselmotor sind durch die geringe Verbreitung und den niedrigen Bestand keine verlässlichen Informationen verfügbar.

 

Getriebe und Antrieb:

  • Verschlissene Antriebswellen und Gelenke
  • Ölverlust am Getrieb

 

Sicherheit:

  • Ausfall der Tankanzeige
  • defekt des Tankgebers im Tank
  • 323F: gebrochene Stromversorgung der Scheinwerfermotoren
  • 323F: defekte Scheinwerfergestänge
  • Korrosion Bremsleitungen
  • defekte Bremsschalter, führen zu Ausfall der Bremsleuchten

 

Komfort:

  • Ausfall der Uhr
  • Defekte/Verschlissene Schlösser

 

Karosserie & Korrosion:

  • Korrosion hintere Radläufe
  • Korrosion Schwellerunterkanten und -spitzen
  • Korrosion Frontträger unterhalb des Kühlers
  • Korrosion Kraftstoffeinfüllstutzen
  • Korrosion Federdöme vorne und hinten
  • Korrosion Windschutzscheibenrahmen – beginnt unterhalb der Dichtungen
  • Türböden
  • Wassereinbruch in den Kofferraum durch verschlissene Dichtungen

 

Bitte beachten: Gebrauchte Fahrzeuge hatten ein Leben vor dir. Daher können sie neben den typischen Mängeln auch ungewöhnliche Mängel, Macken und Fehler haben, die zu ermitteln unmöglich ist. Daher muss man jedes Auto individuell begutachten und darf sich nicht darauf verlassen, dass in einer Kaufberatung wirklich alle Fehler aufgeführt sind. Aus diesem Grund ist eine Kaufberatung ein Hilfsmittel und ersetzt im Zweifel keinen Fachmann und keine ausgiebige Begutachtung. Außerdem bemühe ich mich zwar ein möglichst vollständiges Bild zu geben, kann aber leider nicht gewährleisten, dass ich wirklich jeden Mangel recherchieren konnte.

 

Copyright: Rotherbach, 2017, Artikel darf bei Angabe der Quelle im Rahmen der Copyleft Regeln frei verwendet werden.

Update 2020

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29.01.2017 22:35    |    Rotherbach

Hallo,

 

Du möchtest zu der Informationssammlung etwas beitragen? Du hast einen Fehler gefunden?

 

Dann poste diese Informationen bitte als Kommentar. Ich werde Fehler natürlich prüfen und freue mich über die Ergänzung weiterer Schwachstellen und Stärken.

 

LG Kester


08.12.2019 02:33    |    V-Lektriker

Stimmt alles, habe den 323F 1,6 BG seit 5/91,

toller Flitzer, er ist langlebig wenn man ihn pflegt. Türschlösser inzw. ausgeleiert, da keine Funköffng vorh. (hätte man nachrüsten können)

Der 40mm Gummidichtring gegen Ölverlust am Verteiler kostet nur 1,70€ :)

Feder vorn war Stück abgebrochen, das war's aber auch. Wünsche mir den mit E-Antrieb, kein anderer Wagen hat solch grazile Sportwagenform, und bietet Platz wie ein Kombi bei 4 Türen.

Vorn sieht man die Straße nach 1m, bei heutigen Autos erst nach 4-7m !! ...was soll das??

Klima gab's nie mit Schiebedach zusammen.

In der Uhr muß nur der Eingangs-Lastwiderstand ausgetauscht werden (betrifft alle grünen mazda-Uhren). Fahrersitz mit 4 Hülsen um 3cm höher gesetzt. Passt. Bremslichtschalter paar Mal verschmutzt, geben kein Kontakt, selbst bei anderen Japanern so. Kann man leicht zerlegen & reinigen. Geil ist das Kaltstart- u. Kalt-Fahrverhalten im Winter: der geht einfach ab wie Schmidt's Katz' !

Ich glaub's, ich bin der letzte 323F-Berliner,

sehr keine mehr, schon gar keine harbourblue-metallics. Schade...


25.12.2019 17:36    |    sneerik

Ich fahre nun seit ca. einem Monat meinen 323F BG Bj 11/90 mit dem 1,9l 103PS Motor. Ich muss sagen, dass ich sehr zufrieden mit dem Fahrverhalten und dem Komfort bin. Meiner ist zwar nicht das Prachtexemplar aber dennoch funktioniert nach all den Jahren (fast) alles. Der Motor zieht gut durch und macht echt Spaß zu fahren.

Um noch ein paar Sachen zu den typischen Mängeln hinzuzufügen, wäre da zum einen der Schwimmersensor vom vorderen Wischwassertank, was dazu führt, das die Warnleuchte dauerhaft sehr grell leuchtet. Da man den Sensor nicht mehr einzeln findet, muss man dann den ganzen Tank austauschen. Des Weiteren haben einige F Modelle Probleme mit defekten Dichtungen an den Rücklichtern, was zu Wassereintritt im Kofferraum führt. Das betrifft aber meist nur die Facelift Modelle. Zu den oben genannten Problemen weist meiner auch einige auf. Der Kühler ist defekt, leckt unten raus und verliert somit Kühlwasser. Vermutlich sollte auch bei meinem das Thermostat mal gewechselt werden, da er sehr schnell warm wird. Auf Korrosion sollte man generell achten, vorallem die Schweller(spitzen). Meiner ist auf beiden Seiten mittlerweile stark angegriffen zwischen Tür und Kotflügel. Im hinteren Radkasten konnte ich bis jetzt keinen Rost feststellen.

Die Gummimuffen der Stoßdämpfer werden gern bröselig, ist aber nicht weiter schlimm. Vor dem Kauf sollte man auf jeden Fall die Abdeckung der hinteren Dome begutachten, da diese gerne zum durchrosten neigen. Falls möglich auch mal die Verkleidung abnehmen, da bei Wassereintritt die Übergänge vom Kofferraumboden zur Seitenwand anfangen zu rosten. Ölverlust konnte ich bei meinem nur an der Ölwannendichtung feststellen, das kann bei den Alter aber bei jedem Fahrzeug auftreten, genauso wie die porösen Fahrwerksgummis. Bei meinem war die Leerlaufdrehzahl anfangs viel zu gering, weshalb ich die Drosselklappe mittels Schraube etwas mehr geöffnet habe, jetzt läuft er sehr ruhig.

Mit defekten Scheinwerfern usw. hatte ich zum Glück noch keinen Stress. Der Verbrauch ist trotz keiner E10 Verträglichkeit sehr human und ich kann ihn sehr sparsam fahren. Meiner hat die Absolute Basisausstattung ohne Klima, Schiebedach oder E-Fenster. Lediglich ZV und Servo hat er, reicht mir aber völlig aus. Im Innenraum funktioniert soweit alles, bis auf die so oft genannte Uhr. Wie in dem bereits geschrieben Beitrag muss dort nur ein Wiederstand gewechselt werden oder ein neuer Lötpunkt gesetzt werden.

Der Lack ist bei meinem sehr ausgenlichen, so wie es bei vielen anderen roten Autos aus der Zeit der Fall ist.

Meinem 323F werde ich nächstes Jahr eine Hohlraumkonservierung spendieren, was den rost ein für allemal stoppen sollte. Ansonsten werden halt noch die typischen Verschleißteile ersetzt.

Vor dem Kauf sollte man sich jedoch überlegen, was man möchte. Generell gibt es nicht mehr viele BGs, vorallem als F. Eine große Auswahl an Ausstattung und Farbe gibt es einfach nicht mehr. Die meisten verfügbaren Modelle haben den 1,6er mit 88PS. Gt Modelle sind anscheinend am seltensten. Es gibt bereits Fahrzeuge mit TÜV ab 500€, so wie meiner, jedoch sollte man sich das gut überlegen, da die genannten Schwachstellen bei diesen günstigen Modellen besonders ausgeprägt sind. Gepflegte Modelle mit wenig KM gibt es dabei schon ab 1500-2000€. Ich wollte jedoch etwas, wo ich selber ein paar Sachen reparieren kann, da es mir Spaß macht.

Auf jeden Fall ist es ein erhaltenswerter Youngtimer bzw. ab nächstem Jahr als Oldtimer zulassbar. Somit wird auch die etwas teure Versicherung und Steuer erheblich günstiger. Design und Praktikabilität gibt es so bei keinem anderen Auto. Mit umgelegter Sitzbank ist der Kofferraum extrem groß.

Vom 323F BG gibt es nur noch ganz ganz wenige, ein Auto, was man so auf deutschen Straßen fast gar nicht mehr sieht, also ein echter Exot. Ich werde meinen hoffentlich noch lange fahren können und bin trotz der genannten Mängel sehr zufrieden mit dem Auto.


25.12.2019 18:20    |    V-Lektriker

Hello & danke für den langen Text, stimmt alles soweit.

 

Wassereintritt bei uns hinten am Gummilappen der Abluftklappe neben dem hinteren Wasserbehälter, der ist sehr labil, das Hinterrad wirft das Wasser hoch.

Rückleuchten mit schwarzem Karossieriekleber abdichten hilft ebenfalls.

 

Wassertanksensor gibts sicher bei Elektronikhändlern einzeln, einfach mal ausbauen das Ding, ebenso Thermostat (wachsgesteuert) die gehn halt mal kaputt, genauso wie der Schaumstoff der Sitze nachgibt & weicher wird.

 

im Tacko kann man LED´s einsetzen, der Wid. der Uhr ist schlecht erreichbar, da das Display drübergelötet ist, zudem ist die Kontaktierung der Wid.kappen der Grund, nicht die Einlötpunkte.

 

Schiebedach kann man nachrüsten mit Sichsäge, ohne Klimaanlage braucht man das wirklich im Sommer. Wir haben den Blechhimmel zusätzl. mit reflekt. Isomatte beklebt, dunkelblaues, rotes u. schwarzes Dach sammelt echt Hitze auf.

 

Die anthraziten Blinkergehäuse kann man gut mit LED aufwerten (aufschneiden u. Alublechträger einsetzen, bernsteingelbe und weiße Stripes für das Parklicht), der Blinkgeber macht das gut mit.

 

Das E10 verträgt der 8-Ventiler gut, beim 16er weiß ich es nicht. Unser fährt damit glatt 180. Tachoanzeige.

 

Das schmale 1-DIN Radio flog raus, Schacht nach unten aufsägen an der Perforierung,

Einbau eines Pumpkin 9.0 Android-Navi-Radios mit 7" Touch für 199 €

(ohne weiteren Einbaurahmen schauts besser aus).

Die Sygic-Navigation gibts offline nutzbar für Europa.

Die Abschaltung per ACC ist nicht so gut, ein Kippschalter unten neben den Zig.Anz. auf Dauerplus legen.


26.03.2020 14:50    |    Rotherbach

Moin Moin,

 

Nach langer Zeit hatte ich mal wieder Zeit, hier durchzuarbeiten. Einiges habe ich übernommen. Aber eine Anmerkung habe ich dann doch, da ich sie etwas zum schmunzeln fand ;) Wenn nach mehr als 20 Jahren mal ein Sensor kaputt geht, dann ist das keine "Schwäche", das Ding hat ja locker 5 Jahre mehr gehalten als die erwartete Lebensdauer des Autos war. Auch bei Dichtungen wäre ich da entspannt, das Blöde ist daran nur, dass das Wasser im Kofferraum allerlei Unheil anrichten kann.

 

Beste Grüße,

Kester


27.03.2020 02:07    |    V-Lektriker

Solche Tiefpunkte im Kofferraum hab ich mehrmals drüberlackiert, da macht Wasser nicht sofort Rostschäden :)

 

Wenn Sensoren das schwächste Glied in der Zuverlässigkeitskette sind, muß der Zulieferer nachbessern. Sensorentod sollen ja teure Folgeschäden an Motor & Getriebe verhindern.


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